Produktionsnotizen Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione

Sonderdossier der Organisation der Superspione (OSS) - Streng vertrauliche Einsatzinformation

Sicherheitsstufe: Super-ultra-mega-hyper-strengst-geheim! Superagenten im Einsatz: Familie Cortez, jawohl: jeder Einzelne von ihnen, nämlich Gregorio, Ingrid, Carmen, Juni - und Oma und Opa. Kurzbeschreibung der Mission: Die Welt steht schon wieder auf dem Spiel, und keiner kann sie retten, außer natürlich den Cortez', und das auch nur, wenn sie alle zusammenarbeiten ... das gilt auch für Oma und Opa! Analyse: Schon klar, Carmen und Juni haben bei ihrem letzten Einsatz in Spy Kids ihre beiden Eltern aus einer mächtig dicken Klemme geholt.

Und natürlich sind sie alle als Spione einzigartig talentiert. Aber ob sie nun bereit sind für das allergrößte Abenteuer ihres Lebens? Für noch wildere Erfindungen, noch coolere High-Tech-Gimmicks und noch größere Risiken? Immerhin ruht das Schicksal der Welt auf ihren Schultern, und die sind seit dem letzten Mal nur unwesentlich breiter geworden. Eines jedenfalls ist sicher: Bei dieser Mission mußs sich jeder einzelne Spion in der Familie bewähren ...

Aus dem Hauptquartier: Der Boss der Bosse über seinen Auftrag

Robert Rodriguez hat sich - in bescheidener Funktion als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Cutter, Produktionsdesigner, Kameramann, Wiederaufnahmeleiter, Effekte-Überwacher und Komponist - ein noch größeres, noch haarsträubenderes Abenteuer für die Cortez-Familie einfallen lassen, vollgepackt mit noch witzigeren Figuren, supercoolen Erfindungen und den aberwitzigsten Schöpfungen.

Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione ist Rodriguez' Ode an den Geist des Entdeckens an sich - schließlich stechen seine jungen Spione in einem superautomatischen Libellen-U-Boot in See, um verlorene Länder zu entdecken. Mit dabei haben sie von Satellitenuhren (die nur eines nicht können: die Zeit anzeigen) bis zu Düsenantriebsschuhen genug Spionausrüstung, um Q, den Chefausstatter von James Bond, grün vor Neid werden zu lassen. Die Kids betreten eine märchenhafte Insel, auf der die geheimnisvollen Magna-Männer ebenso hausen wie eine Horde mutierter Riesenviecher, und bei all dem müssen sie auch die Konkurrenz aus dem Weg schlagen: ein weiteres Pärchen Spy-Kids. Aber sie entdecken - neben einem riesigen Goldschatz - auch etwas sehr Wertvolles: den Geist von generationsübergreifendem Zusammenwirken.

Rodriguez sagt über sein neuestes Werk: "Ich habe den Film "The Island Of Lost Dreams" genannt, weil ich jeden einzelnen meiner Kindheits-Wunschträume - all die High-Tech-Hilfsmittel, die ich mir ausgedacht hatte, all die fantastischen Orte, an die ich reisen wollte - ebenso hineingepackt habe wie die Träume von Abenteuern und Geheimnissen, die alle Kinder überall auf der Welt haben."

Für seine zweite Exkursion in jenes Gebiet, wo der Familienfilm auf internationale Verschwörungen trifft, hat Rodriguez sich ein ganz besonderes Ziel ausgesucht: eine geheimnisvolle Vulkaninsel, die bevölkert ist von den seltsamsten Geschöpfen, seien es jene haarsträubenden Tiermutationen eines verrückten Wissenschaftlers oder säbelschwingende Skelette. Außerdem funktionieren hier all die wunderbaren Gimmicks und Technologien nicht, von denen die Spy-Kids mehr und mehr abhängig geworden sind. "Nachdem ich mitbekommen habe, wie meine eigenen Kinder sich schon in ganz frühen Jahren perfekt mit den kompliziertesten Technologien auskannten, wollte ich meine Spy-Kids mit Technik-Gimmicks völlig überladen - nur damit sie dann auf dieser mysteriösen Insel stranden und sich wieder ganz auf ihren eigenen Einfallsreichtum verlassen müssen", erklärt Rodriguez. "Gegen Ende funktioniert ihre Ausrüstung dann wieder, und wir machen uns den Spaß, ihre Fantasie und ihre Technologie zu kombinieren."

Neben Pop-Klassikern des Geheimagentenfilms wie der James Bond-Reihe und Familienabenteuern wie Roald Dahls "Charlie und die Schokoladenfabrik (1971) und "Tschitti Tschitti Bäng Bäng (1968) griff Rodriguez dieses Mal auch auf Ray Harryhausens fantastische Welten aus Filmen wie "Jason und die Argonauten (1963) oder "Kampf der Titanen (1981) zurück. "Meine allerersten Kinoerinnerungen", sagt er, "sind die von geheimnisvollen Inseln, auf denen die fantastischsten Kreaturen herumspringen. Und jetzt hatte ich einmal die Gelegenheit, dieses Genre mit all den Spion-Gimmicks und dem rasanten Familienspaß, der Spy Kids ausmacht, zu vermischen. Der Film ist quasi ein Konglomerat meiner Ideen - so etwas wie die Summe aller meiner Traumprojekte. Und der größte Spaß ist, dass ich sowohl die Spy-Kids wie die Zuschauer zu bislang ungekannten Orten mitnehmen kann."

Beim Entwerfen des Looks, des Tempos und der Hintergründe von Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione machte Rodriguez einen Riesensatz über alle bekannten Grenzen hinweg und tobte seine kindliche Fantasie nach Herzenslust aus. Zudem warf er alle traditionellen Filmtechniken - einschließlich des Filmmaterials - über Bord und drehte in seinem typischen rasanten Stil mit zwei selbst gebauten aufgemotzten digitalen Hi-Definition-Kameras. Anschließend schaffte er das gesamte Material in seine Garage, wo er den Film selbst schnitt, die Effekte machte und den Ton mischte und aufnahm. Dadurch war er in der Lage, seine zauberhafte, bisweilen mystische und stets atemberaubende Vision ohne Kompromisse umzusetzen.

Im Stile eines traditionellen "Auteur"-Filmers drückte er bei jedem einzelnen Produktionsschritt dem Film sein halsbrecherisches Erzähltempo auf. Und er konnte erneut seine Ideen über das tiefere Wesen der Familie an sich - und wie viel sie gerade den Kindern bedeutet - formulieren. "Ich dachte mir eben, dass dieses Sequel - das auch noch in einem Kinosommer voller Sequels in Amerika starten würde - etwas ganz Besonderes werden müsste. Deshalb entschloss ich mich, den Film zu drehen wie ein gigantisches Home-Movie. Zu Hause schmeckt es doch immer am besten - deshalb habe ich meine eigene Fami-lie, soweit es ging, in den Prozess des Filmemachens eingebunden und wollte so viel wie möglich selbst machen. Ich kann nur hoffen, dass die Zuschauer den Unterschied bei einem Film wie diesem merken, bei dem ich meine eigene Vision so direkt wie möglich vermitteln kann. Außerdem hat man umso mehr Spaß beim Drehen, je mehr Schlüsselfunktionen man selbst ausübt - und ich wollte kreativ so frei sein wie ein kleines Kind bei einem riesigen Bild mit Fingerfarben."

"Dieser Film behandelt das Thema Familie noch direkter", sagt Rodriguez weiter. "Wir lernen noch mehr Mitglieder der Cortez-Familie kennen, denn für mich geht es bei der ganzen Idee von Spy KidsS darum, wie aufregend ein tolles Familienleben sein kann. Klar, wir haben noch mehr Abenteuer und Action hineingepackt als beim ersten Mal, aber im Herzen bleibt der Film doch sehr bei seinem Grundthema: der Familie. Dort findet man die wahre Magie. Der Grund, warum ich den Film überhaupt gemacht habe, und der Grund, warum sich ein Familienpublikum ihn anschauen sollte, ist, dass es hier nicht um Spione geht, die zufällig zur selben Familie gehören. Sondern es geht um eine Familie, bei der zufällig alle Spione sind!"

Update zu: Agent Gregorio Cortez Derzeitiger Status: Soll Chef der OSS werden - wenn Donnagon Giggles ihn dabei nicht aussticht

Antonio Banderas ist in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione erneut als Gregorio Cortez zu sehen, der gleichzeitig wagemutiger Geheimagent ist, galanter und verführerischer Ehemann und seit neuestem auch sorgenvoller Vater, der befürchten mußs, dass seine Kinder sich allmählich von ihm abnabeln. Dieses Mal betont Banderas auch die komischen Aspekte seiner Figur, indem er stärker auf deren Verletzlichkeit hinweist. Denn trotz seiner brillanten Spionagetätigkeit erweist sich Gregorio Cortez als Ehegatte, der sich mehr als nur ein bisschen vor seinen Schwiegereltern fürchtet, sowie als Arbeitnehmer, der im Begriff ist, bei der verdienten Beförderung übergangen zu werden, und als Vater, der sich nicht mehr ganz so sicher ist, ob seine Kinder in ihm immer noch ihren ganz persönlichen Helden sehen.

Banderas fand es riesig, erneut in eine seiner Lieblingsrollen als Gregorio Cortez zu schlüpfen. "Es ist einfach wunderbar, Teil eines Films sein zu dürfen, der sich auf dieses großartige Familienprinzip stützt und gleichzeitig fantastisch und actionorientiert und voll hippem Humor ist", sagt der Schauspieler. "Deshalb habe ich gern wieder zugesagt. Und natürlich ist es für mich auch aufregend, mit Robert Rodriguez, der zweifellos eine der kreativsten und schöpferischsten Phasen seiner Karriere hat, erneut zusammenzuarbeiten. Schon mit Spy Kids hat er etwas ganz Eigenes, Überlebensgroßes geschaffen, das einen im Herzen berührt, ganz gleich, wie alt man ist. Und dieses Mal hat er es sogar geschafft, noch mehr Kicks, Ideen und Gags hineinzupacken!"

Er mag vielleicht überlebensgroß sein, doch in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione reagiert Gregorio Cortez sehr erdverbunden, wenn er feststellen mußs, dass seine Kinder seinen Rat als Vater nicht mehr suchen, sei es in Spionageangelegenheiten oder im Alltag. Stattdessen scheinen sie sich ganz auf die fantastischen Fähigkeiten ihrer Allzweck-Roboter oder ihre eigenen Instinkte als Spione zu verlassen - bis sie dann doch so tief in den Schlamassel geraten, dass die Erkenntnis, wie sehr sie ihren Vater immer noch brauchen, nicht ausbleibt.

"Gregorio hat zu Beginn des Films nicht besonders viel Glück", erläutert Banderas. "Er ist kein ganz so sonniges Glückskind mehr wie zuvor, doch das erlaubt es mir gleichzeitig, seine Figur mit einem Sinn für Humor auszustatten, der über den ersten Film hinausgeht, in dem die Zuschauer ihn ja gerade erst kennen lernten."

Weiter erzählt er: "Genau das ist es, was ich an diesem Film so mag: Wir nehmen diese mythisch überhöhte Figur eines unbesiegbaren Superspions - und stellen ihn vor ganz alltägliche Familienprobleme. Ich finde es hinreißend, dass man über so jemanden auch lachen kann. Ich glaube, das zeigt uns, dass es genauso okay ist, über uns selbst zu lachen." Für viele ist diese Fähigkeit Banderas', den Narren und den Helden gleichzeitig zu spielen, der Schlüssel zu Gregorios Beliebtheit bei Kindern und Erwachsenen. Holland Taylor etwa, die seine Schwiegermutter in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione gibt, sagt: "Antonio ist die perfekte Kombination aus Clown und romantischem Held. Wenn ein so eleganter Mann sich bereitwillig und mit solch sichtlichem Vergnügen über sich selbst lustig macht wie in dieser Rolle, dann ist er einfach unwiderstehlich!"

Banderas gefiel es auch, dass in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione die erste Generation der Cortez-Familie vorgestellt wird: Carmens und Junis Spion-Großeltern, die gleichzeitig Gregorios sehr skeptische Schwiegereltern sind. "Da gibt es völlig neue Aspekte des Familienlebens zu entdecken, wenn erst mal Oma und Opa auf den Plan treten - und es erschließen sich gerade für Erwachsene viele neue Gags, weil man die schwierige Beziehung zu den Schwiegereltern oder Eltern natürlich aus dem eigenen Leben kennt", schmunzelt Banderas. "Carla und ich haben versucht, ein paar kleine Witzeleien hineinzuschmuggeln, die vielleicht nicht jedes Kind versteht."

Doch Banderas stand natürlich voll hinter dem Konzept, dass die Kids - sowohl Carmen und Juni wie ihre Rivalen Gary und Gerti Giggles - diesmal im Mittelpunkt der Action stehen. "Die Situation hat sich gegenüber dem ersten Film quasi umgedreht", sagt er. "Diesmal geraten die Kinder in Schwierigkeiten, und die Eltern müssen sie finden. Trotzdem geht es immer noch um die Dinge, die wichtig sind im Leben: dass man den eigenen Kopf gebraucht und auf sein Herz vertraut und sich gemeinsam anstrengt, das Richtige zu tun."

Update zu: Agentin Ingrid Cortez Derzeitiger Status: Aktiv als tollste Spion-Mama der Welt

Carla Gugino ist erneut in ihrer Rolle als Ingrid Cortez zu sehen, jene Mama, deren Schminkspiegel in Wirklichkeit ein Computer mit direktem Anschluss ins Hauptquartier der Spionorganisation OSS ist. Gugino hatte der erste Spy Kids-Film so viel Spaß gemacht, dass sie es kaum abwarten konnte, auch im Sequel mitzuwirken. "Kinder sind das allerbeste Publikum", sagt sie, "weil sie jede Form von Unterhaltung, die nicht von oben herab daherkommt, so dankbar annehmen. Und welche bessere Rolle könnte es da für mich geben als die der coolsten, wunderbarsten und komischsten Mutter der Welt?"

Dieses Mal kämpft Ingrid Cortez um etwas, das ihr noch mehr am Herzen liegt als das Wohl der Welt: Sie mußs ihre Kinder aus der Schusslinie heraushalten. Ingrids bedingungslos leidenschaftliches Engagement überzeugte Gugino erneut - ebenso wie Rodriguez' allerneueste Erfindungen. "Ich weiß noch, dass Robert, als wir den ersten Spy Kids-Film drehten, so viele Ideen hatte, dass sie gar nicht alle im Film Platz hatten", sagt die Schauspielerin. "Und jetzt, naja, jetzt hat er sich ein noch größeres Abenteuer ausgedacht, um seiner grenzenlosen Fantasie freien Lauf zu lassen. Diesmal gibt es noch surrealere, noch aberwitzigere Gimmicks, und diese ganze Insel ist bevölkert von seinen verrückten Schöpfungen. Statt auf Nummer Sicher zu gehen und seine Erfolgsformel einfach zu wiederholen, experimentiert er mit ganz neuen Sachen."

Und wie schon bei Rodriguez' letztem Film sah Gugino in all dem übermütigen Spaß auch eine tiefere Bedeutung: "Diesmal geht es im Kern darum, dass es, auch wenn einen die eigene Mutter oder Schwiegermutter manchmal in den Wahnsinn treiben kann, keine stärkere Kraft gibt als eine Familie, die zusammenhält."

Wie ihr Kollege Antonio Banderas war auch Gugino begeistert davon, dass zwei neue Cortez' diesmal in den Kampf ums Gute mitmischen: ihre altgedienten Spion-Eltern. "Das Ganze ist jetzt eine Drei-Generationen-Spionage-Geschichte", lacht sie. "Wir erfahren dabei, was Ingrid von ihren Eltern gelernt und wie viel davon sie an ihre eigenen Kinder weitergegeben hat. Immerhin ist es jetzt Carmen, die sich mal eben in den Pentagon-Computer einhackt. Das weckt die Neugier ihrer Mutter. Jede Generation scheint ja einen Schritt weiter zu gehen, und manchmal können wir nur staunend zusehen, was unsere Kinder schon alles können."

Neues Spion-Profil: Gary und Gerti Giggles Status: Aktiv, Mission: UKATA, auf der Spur des Transmooker-Mechanismus

In Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione sind nicht nur Daryl Sabara und Alexa Vega als Carmen und Juni Cortez, die begehrtesten Spy-Kids der Welt, wieder mit dabei - dieses Mal haben sie ernstzunehmende Rivalen bekommen: Gary und Gerti Giggles, die beiden neuen Kids, die sich in der Rangordnung der OSS nach oben ackern. Ganz zufällig sind die beiden auch noch die Kinder des OSS-Chefs Donnagon, und ganz zufällig bekommen sie entsprechend auch den Superauftrag UKATA - die streng geheime Suche nach einer geheimnisvollen Insel, auf der der mächtige Transmooker-Mechanismus erfunden wurde, mit dem sich alle Elektrizität der Welt abschalten lässt. Carmen und Juni allerdings haben so ihre eigenen Vorstellungen davon, wer diese Mission viel besser bewältigen kann, und schicken Gary und Gerti buchstäblich in die Wüste. Das wiederum ist erst der Anfang ihres Konkurrenzkampfes.

Für die Rollen von Gary und Gerti Giggles wurden zwei neue junge Schauspieler in die Spy Kids-Familie aufgenommen: Matt O'Leary und Emily Osment (die Schwester von Haley Joel Osment). Nachdem er schon ein Fan des ersten Films war, war O'Leary entsprechend begeistert, dass das Personal der Spy-Kids-Organisation aufgestockt wurde. "Ich finde es super, dass es bei der OSS jetzt mehr Spy-Kids gibt", sagt er. "Juni und Carmen sind ja mittlerweile Vollprofis und haben bewiesen, dass sie genauso gut sind wie die Erwachsenen. Und die Giggles-Geschwister möchten so sein wie sie. Eine wirklich coole Ausgangsposition!"

O'Leary beschreibt seine Figur folgendermaßen: "Er ist sehr reich, sehr clever und ein ziemlicher Klugscheißer. Er will um jeden Preis das beste Spy-Kid der Welt sein, und dafür ist er bereit, alles zu tun. Er ist einer von den Typen, die man mit Hingabe hassen kann, und das ist eine tolle Rolle." Emily Osment fügt hinzu: "Gerti glaubt auch, dass sie etwas Besseres ist als alle anderen, aber man kann das verstehen, schließlich sind sie und Gary extrem clever und haben eine Menge cooler Sachen drauf."

Obwohl sie in harte Konkurrenz zu Juni und Carmen treten, haben sowohl O'Leary wie Osment Sympathien für ihre Figuren, die von blindem Ehrgeiz fehlgeleitet werden. "Die Giggles sind nicht böse", erläutert O'Leary. "Sie wollen nur immer eine Nasenlänge vor den Cortez-Geschwistern sein. Das bedeutet, dass es eine Menge Tricks und Überraschungen bei diesem Wettlauf gibt. Allerdings lernen später alle vier, dass man, um wirklich zu gewinnen, die Dinge gemeinsam anpacken mußs."

Ihre Filmabenteuer verlangten O'Leary und Osment auch körperlich einiges ab. Während Alex Vega und Daryl Sabara schon daran gewöhnt waren, in Bergsteiger-Geschirr in schwindelnder Höhe zu hängen und aberwitzige Stunts auszuführen, mußsten sich O'Leary und Osment erst daran gewöhnen, was es heißt, ein Spy-Kid zu spielen. "Wir sind auf Vulkane geklettert, haben uns an Lianen durch die Luft geschwungen, sind meterhoch geflogen und was nicht noch alles", begeistert sich Emily Osment. "Ich glaube, dieses Mal waren die Aufträge noch schwieriger, weil die Spy-Kids ja schon daran gewöhnt sind."

Beide, O'Leary und Osment, sagen übereinstimmend, dass die schwierigste Szene in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione die war, in der sie versehentlich in der Wüste Gobi landen - in einem riesigen Haufen Kamelkacke, die dann auch noch für einige Szenen zu ihrem Make-up gehörte. "Das Zeug hing in unseren Haaren, in unseren Ohren, in unseren Gesichtern ... es war echt eklig. Aber es war irgendwie lustig!" kichert Emily Osment.

Aus den OSS-Archiven: Oma und Opa Cortez Status: Im Ruhestand, aber alles andere als ruhig

Als Großeltern der Cortez-Kids, die selbst noch den einen oder anderen Spiontrick in petto haben, sind zwei echte Hollywood-Veteranen zu sehen: Ricardo Montalban und Holland Taylor. Für Montalban war die Gelegenheit, in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione mitzuwirken, wie ein wahrgewordener Traum: "Mir kommt der Film vor wie eines der Märchen, wie ich sie meinen eigenen Enkeln immer erzähle", sagt er.

Und natürlich findet Montalban seine Rolle als Opa Cortez ganz fabelhaft, der, obwohl er im Rollstuhl sitzt, mehr auf dem Kasten hat als die Spione, die halb so alt sind wie er: "Ich fand es wunderbar, diesen Großvater zu spielen, der noch so viel Vitalität und Begeisterungsfähigkeit hat - und ich hoffe, der Film öffnet uns Alten im Showgeschäft ein paar neue Türen. Immerhin vereine ich hier drei unsichtbare Minderheiten in mir: Ich bin Latino, ich bin alt, und ich bin gehbehindert. Für Robert war das kein Problem, weil er eine solch grandiose Fantasie hat. Er gab mir sogar einen magischen Rollstuhl, der fliegen kann. Er hat mir mit der Figur eine große Freude gemacht."

Weiter erzählt er: "Ich fand es auch großartig, Antonio Banderas' Schwiegervater zu spielen. Den finde ich als Schauspieler einmalig - auch wenn ich in diesem Film ein wenig auf ihn herabschaue. Schließlich gibt es keinen, der gut genug für meine Tochter ist. Nicht mal Gregorio Cortez, Superspion der Spitzenklasse."

Holland Taylor spielt Oma Cortez, die zu ihrer Zeit selbst eine ziemlich flotte Spionin war. Nach Taylors Worten kam sie zur Besetzung, "weil Robert Rodriguez wie der Rattenfänger von Hameln ist: Erwachsene, Kinder, alle folgen ihm nach, wenn er pfeift." Und Taylor fügt an: "Dies ist vermutlich der erste und einzige Film, bei dem ich zufrieden damit bin, die Großmutter zu spielen. Denn immerhin bin ich eine hippe, coole Großmutter, die sich mitten ins Abenteuer stürzt. Und ich bekam die Gelegenheit, mit Ricardo Montalban zu spielen, den ich schon lange für einen der attraktivsten, gewandtesten, charmantesten, galantesten Männer halte, die je auf der Leinwand zu sehen waren. Da stand ich zwischen ihm und Antonio Banderas, und es war, als wäre ich gestorben und in den Himmel gekommen!"

So weise und erfahren ihre Filmfigur auch sein mag, für Taylor war die Rolle der Großmama in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione vor allem so eine Freude, weil sie spielen konnte wie ein Kind. "Ich liebte jeden einzelnen Tag auf dem Set", sagt sie. "Es war wie ein großes Spiel, die reine Freude. Ich konnte mich nicht zurückhalten und mußste einmal auf alle Knöpfe drücken, all die Gimmicks ausprobieren und einmal die Raketenschuhe anziehen. Ich dachte mir die ganze Zeit: Ich will solche Schuhe, ich will so ein U-Boot, ich will so eine Ausrüstung. Ich glaube, insgeheim wollen wir doch alle, ganz gleich, wie alt wir sind, Spy-Kids sein."

OSS-Profil, Abt. extrem verrückter Wissenschaftler: Romero Status: Das Superhirn hinter bzw. unter der Insel voll wilder Erfindungen und seltsamer Mutationen; fürchtet sich vor seinem eigenen Schatten

Ihre abenteuerliche Reise zu jener titelgebenden Insel der verlorenen Träume bringt die Cortez-Familie von Angesicht zu Angesicht mit einem Genie, das noch verrückter ist als die meisten verrückten Genies: Romero. Er, der einst ein brillanter Gentechniker war, erlebte seine dunkle Stunde, als ihm sein Experiment "Zoo Too" - ein Miniatur-Themenpark voller exotischer Minimutationen - außer Kontrolle geriet. Nun ist er in seinem eigenen Zoo gefangen, auf einer verlorenen Insel, voll Furcht vor seinen eigenen Kreaturen, zu denen auch ein riesiger "Slizzard" gehört, eine Mutation von Eidechse und Schlange. Dieser Romero wird gespielt von Steve Buscemi, der einmal Inselurlaub macht von seinen komplexen Erwachsenenrollen, um sich an einem wunderbaren Bösewicht in einem Familienfilm zu versuchen.

"Romero ist ein Wissenschaftler, der vollkommen paranoid ist und in Todesangst vor seinen eigenen Schöpfungen lebt", erklärt Busemi seine Figur. "Zu meiner großen Erleichterung mußste ich nicht mit diesen Kreaturen drehen, weil die alle erst nachträglich als Spezialeffekte in den Film kamen. Ich mußste sie mir auf dem Set nur vorstellen, was schon schlimm genug war, weil Robert sie mir alle bis ins kleinste Detail beschrieben hatte."

Für Buscemi, der mit Rodriguez zuvor bereits bei dessen "Desperado" (1995) zusammengearbeitet hatte, war ein Familienfilm wie dieser eine recht aufregende Sache. "Es macht allein schon Spaß, Robert dabei zuzusehen, wie er das macht", schmunzelt Buscemi. "Und weil das hier ein Kinderfilm ist, kann er seiner Fantasie gänzlich die Zügel schießen lassen, weil er weiß, dass Kinder seine wilden Visionen zu schätzen wissen. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass ein einzelner Mensch so viel Talent und Ideen hat, aber so ist Robert nun mal."

Antonio Banderas sagt über seinen Kollegen: "Er ist der perfekte Romero, weil er gleichzeitig so eine Art romantische Seele haben und auf eine schrullige Art witzig sein kann, wie Kinder es so lieben."

OSS-interne Untersuchung: Director Donnagon Status: frisch gekürter Chef der OSS, Vater der neuen Spy-Kids Gary und Gerti Giggles

Als Donnagon, der frisch ernannte nagelneue Chef der OSS, kann Zeichentrick-Mastermind Mike Judge ("Beavis and Butt-head", "King of the Hill") seinen Kurzauftritt aus Spy Kids zu einem hinreißenden Schurkenstück als machthungrige Primadonna ausweiten. Judge sagt über seinen zweiten Auftritt: "Ich habe bei meinen Kindern mächtig Punkte gemacht, dass ich im ersten Film mitgespielt habe, und da dachte ich mir, je mehr ich zu sehen bin, umso besser stehe ich vor ihnen da. Zumal wir dieses Mal noch eine Menge mehr über Donnagon und seine Familie erfahren sowie über das, was ich nur seine ?Schattenseite' nennen kann."

Carla Gugino erklärt Judges Figur folgendermaßen: "Donnagon ist das perfekte Gegenstück zu Gregorio und Ingrid, weil sie diese überlebensgroßen, immer am Rande der Hysterie stehenden Menschen sind und er stets todernst bleibt. Mike spielt solche Charaktere einfach hinreißend."

Für die anderen Schauspielkollegen war die Arbeit mit Judge immer ein wenig, als befände man sich in der Welt der Cartoons. "Es war ein Mordsspaß, mit ihm auf dem Set herumzuhängen, weil wir uns immer als Cheech & Chong und Beavis & Butt-head unterhalten konnten", grinst Cheech Marin, der abermals als "Onkel" Felix zu sehen ist, jener mysteriöse, nicht verwandte Hel-fershelfer der Cortez-Familie. Und Emily Osment alias Gerti Giggles erzählt: "Donnagon soll ja dieser superböse ernste Chef des OSS sein, der sogar gegen die Spy-Kids operiert, aber wir mochten Mike trotzdem total gern, weil er uns dauernd zum Lachen brachte."

OSS-Präsidentenakte Präsidialer Status: Gefährdet! Tochter steht möglicherweise in liebesmäßiger Beziehung zu Juni Cortez

Das Abenteuer von Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione beginnt, als die kleine Präsidententochter den supergeheimen Transmooker-Mechanismus ihres Vaters auf eine Fahrt in einen Vergnügungspark mitnimmt, der das allerneueste an Fahrtvergnügen bietet - und die Spy-Kids sie aus einer gefährlichen Situation retten müssen. Der Präsident selbst wird von Chris McDonald gespielt, einem langjährigen Freund und Kollegen von Robert Rodriguez. McDonald sagt über seinen Regisseur: "Robert ist wie eine Ein-Mann-Filmmaschine. Aber er konzentriert sich bei seiner Arbeit auch auf das, was wirklich zählt: die Familie."

Als er das Drehbuch gelesen hatte, stellte McDonald erfreut fest, dass Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione mehr Action und Macht in die Hände der Kinder legt. "Es gefällt mir, dass diese Kids sogar dem Präsidenten sagen können, wo's lang- geht", sagt er. "Das dürfen ja nur ganz wenige Leute, und Carmen und Juni gehören jetzt dazu - was wiederum auf Alexandra, die Tochter des Präsidenten, einen ziemlichen Reiz ausübt."

Die wird gespielt von Taylor Momsen (Der Grinch, 2001), die unbedingt bei dem Film mitmachen wollte, weil sie insgeheim schon lange den Traum hegte, auch in Wirklichkeit eine Spionin zu werden. "Ich fand alles, was mit Geheimagenten zu tun hat, schon immer super aufregend", sagt Momsen, "und ich habe mir selber einen ganzen Haufen von Spion-Gimmicks gebastelt. Als ich die Robert Rodriguez gezeigt habe, war er ganz begeistert."

Auch wenn sie im Film nicht wirklich eine Spionin ist, so spielt Momsen zumindest ein Mädchen, das sich in einen Spion verknallt - nämlich in Juni Cortez, der, ganz der Vater, mit der Zeit immer galanter und cooler geworden ist. "Juni hilft Alexandra bei einer Sache, die ihr sehr wichtig ist: bei ihrer Beziehung zu ihrem Vater", erklärt Momsen. "Denn obwohl ihr Dad der Präsident ist, hat er nicht immer Zeit für sie, und das macht ihr Kummer. Aber sie steht auf Juni, weil sie beide gern unerlaubte Sachen tun. Das wiederum kann ich selbst auch sehr gut nachvollziehen."

Juni gewinnt endgültig Alexandras Herz, als er bei einem Galadiner für allerhöchste Regierungsmitglieder mit ihr eine kesse Sohle aufs Parkett legt - wenn man seinen ballettösen Ausdruckstanz so nennen kann. "Daryl und ich nehmen beide Ballettunterricht, deshalb hat uns diese Szene besonderen Spaß gemacht", sagt Momsen.

Und weiter erzählt sie: "Meine andere Lieblingsszene war die, die in Alexandras Zimmer spielt: Sie hat ein ganz rundes Zimmer mit einem großen runden Bett, und das ist der totale Mädchentraum. Da gibt es ein schnurloses Telefon und einen Supercomputer und all diese Bücher und Spielzeuge und Puppen und Tagebücher und Kugelschreiber mit Pelzüberzug. Alles, was einem Mädchen eben so gefällt. Ich habe zu meiner Mom gesagt: ?Glaubst du, wir könnten so ein Zimmer zu Hause für mich einrichten?' Sie hat da komischerweise nur gelacht."

OSS-Sonderreport: Dinky Winks und seine Vergnügungspark-Fahrgeschäfte Status: wird von allerhöchster Stelle untersucht

Bill Paxton hat die Rolle des durchgeknallten Vergnügungsparkfahrtenerfinders Dinky Winks übernommen, auf dessen Konto auch ein waghalsiges Fahrgeschäft namens "Der Jongleur" geht - das beinahe das Schicksal der Präsidententochter besiegelt. Wie viele seiner erwachsener Schauspielkollegen gab auch für Paxton die Begeisterung seiner eigenen Kinder den Ausschlag, diese Rolle zu übernehmen. "Meine Kinder waren vom ersten Teil absolut begeistert, genau wie ich auch", sagt er. "Als ich dann das Drehbuch gelesen habe, kam ich gleich auf den Geschmack dieses überlebensgroßen, schwer ironischen Comic-Stil des Films, der vor Energie nur so brummt. Klar, dass ich da mitmachen wollte."

Auch wenn er nur eine relativ kleine Rolle hat, unterwarf sich Bill Paxton recht radikalen körperlichen Veränderungen, um sich in den durchgedrehten Dinky Winks zu verwandeln - unter anderem zwängte er sich in einen so genannten "Fat Suit", der seinen Körperumfang künstlich vergrößerte. "Man kann sich bei Robert alles Mögliche einfallen lassen, er unterstützt einen da voll", sagt Paxton. "Deshalb dachte ich mir, dass ich Dinky-Winks, diese Mischung aus Reklamefritzen und verrücktem Genie, mit einem strammen Wanst ausstatten könnte. Ich hatte ihn mir als eine Art gut gelaunten Gastgeber in seiner eigenen durchgedrehten Welt vorgestellt, und Robert gab mir alle Freiheiten, um mit der Rolle meinen Spaß zu haben."

Und wo wir gerade von Erfindern reden: Auch Danny Trejo kehrt in seiner Rolle als Izzy Machete in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione zurück, also als jenes einfallsreiche Genie, das die Familie Cortez mit ihren ganz privaten Spion-Gimmicks versorgt - und Carmen und Juni nebenbei noch eine Lektion über die enorme Wichtigkeit eines simplen Gummibandes erteilt. Neben Trejo ist auch Alan Cummings wieder zu sehen, der sich als der unverwechselbare Floop kurz blicken lässt, ebenso wie Tony Shalhoub als vierköpfiger Mutant Minion.

Abt. Allerneueste, allercoolste Erfindungen: Ultramegasupergeheime Gimmicks und Dingse

Robert Rodriguez bereitete sich auf Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione vor, indem er zurück an sein Zeichenbrett ging und sich ein ganz neues Sortiment der fantasievollsten Spion-Gimmicks zusammenstellte - mit denen man ganz ohne Gewaltanwendung und mit viel Witz und Cleverness Bösewichter außer Gefecht setzen kann. Er erinnerte sich an seine Kindheitsträume von Superspion-Ausrüstung und bat seine eigenen Kinder, die von ihm auf den neuesten Stand gebrachten Film-Gimmicks als Erste auszuprobieren. Danny Trejo sagt über den einfallsreichen Filmemacher: "Der Bursche hätte genauso gut Raketenwissenschaftler werden können, macht aber stattdessen Familienfilme. Ich würde sagen: Zum Glück für die Kinder."

Zu den Dingen, die in Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione auf der Liste für jeden guten Spion stehen, gehören: - Luftkissen-Schuhe mit Raketenantrieb, mit denen man den Erdboden nicht mehr berühren braucht - Nanotechnologie-Spionuhren mit Satelliten-Uplinks, die alles können (nur nicht die Zeit anzeigen) - R.A.L.P.H., ein vielfüßiger Miniroboter, der ebenso niedlich wie nützlich ist - das Libellen-U-Boot, ein vollautomatisches Alleskönner-U-Boot, das unter Wasser wie eine Libelle herumschwirrt - das OSS-Jr.-Hauptquartier, ein Baumhaus mit Supercomputern, Satellitenschüssel und Hubschrauberlandeplatz. Rodriguez selbst sagt, die meisten seiner wilden Ideen kommen ihm beim Autofahren. "Ich habe gemerkt, dass mir die besten Sachen einfallen, wenn ich in meinem Truck unterwegs bin", sagt er. "Ich lebe ein gutes Stück weg von Austin, und wenn ich da unterwegs bin, komme ich viel auf den Highways in Texas herum. Ich habe eine Idee, und nachdem ich beim Fahren nichts aufschreiben kann, rufe ich mich selbst an und hinterlasse mir eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Es gibt nichts Großartigeres, als dann abends heimzukommen und einen Haufen völlig kryptischer verrauschter Nachrichten abzuhören, von denen ich nicht mal mehr weiß, dass ich sie hinterlassen habe. Dieses Mal war es ein besonderer Spaß, mich selbst zu hören, wie ich den ?Floop-Song' auf Band gesungen habe. Aus dem Stück habe ich letztlich im Film eine Menge machen können, und es wurde dann auch zu der Single, die Alexa Vega am Ende des Films singt."

Die besten von Rodriguez' Ideen werden schließlich für den Film umgesetzt, ein Prozess, der dem Filmemacher kreativ die meiste Freude bereitet. "Ich finde es super, mir selbst Herausforderungen zu stellen, die ich dann irgendwie lösen mußs", sagt er. "Manchmal sind Fantasie und Kreativität wirklich wichtiger als technisches Know-how. Wenn man für jedes Problem eine kreative Lösung sucht, dann kommt man damit schon sehr weit. Für gewöhnlich ist es dann so, dass die wildesten Einfälle den meisten Spaß bei der Umsetzung machen. Und bei Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione wollte ich noch einmal eins drauflegen und mir Gimmicks einfallen lassen, von denen alle Kinder sagen: Das will ich! - auch wenn sie technisch vielleicht erst in 20 oder in 200 Jahren möglich sein werden. Das regt ihre Fantasie und ihren Einfallsreichtum an."

"Außerdem", erzählt Rodriguez weiter, "wollte ich ihre Uhren doppelt so cool und doppelt so multifunktional machen wie im ersten Film. Die ganze Idee dahinter ist doch, dass Kinder immer nur das Neueste, Coolste, Modernste haben wollen - und wenn sie es dann kriegen, ist es schon veraltet. Das Gleiche passiert Carmen und Juni, als sie ihre neuen Spionuhren kriegen und die Giggles schon mit den noch neueren Nanotechnologie-Uhren angeben."

Bei dem Libellen-U-Boot wiederum ließ sich Rodriguez von der Natur inspirieren. "Ich entwerfe meine Sachen gern wie ein Kind, und Kinder sind fasziniert von Insekten. Also sieht ihr U-Boot dieses Mal aus wie eine Libelle, und jedes der Cortez-Kids sitzt in seiner eigenen kleinen Glaskugel. Das Schiff macht unter Wasser sogar die gleichen sirrenden Geräusche wie eine echte Libelle. Solche Sachen liebe ich: gleichzeitig High Tech und windschnittig und bunt, aber eben auch sehr kindgerecht. Indem ich dachte wie ein Kind, konnte ich viele kreative Dinge lösen.

Zum Beispiel hatte ich im Drehbuch von den ?Magna-Racers' geschrieben, Flugzeugen, die mit Magnetkraft angetrieben werden. Ich zeichnete und zeichnete, aber irgendwie fiel mir kein Design ein, das in den Film gepasst hätte. Dann wurde mir klar, dass ich nur das tun mußste, was ich bei diesen beiden Filmen immer getan habe: es einfacher machen. Und natürlich konnte ein Magnet-Schiff dann nur aussehen wie ein großer hufeisenförmiger Magnet, ganz schlicht. Auf diesem Magnet standen die Kids und lenkten ihn mit einem klei-neren Magneten als Steuerrad. Die Fantasie eines Kindes funktioniert bei solchen Sachen ganz einfach und klar, und ich mußste mich geistig erst wieder ein paar Jahrzehnte zurückversetzen, um wieder so denken zu können."

Einer der beliebtesten Gimmicks auf dem Set und zu Hause bei den Rodriguez' war R.A.L.P.H., jener Mini-Roboter, der gleichzeitig Haustierchen ist und Alleskönner. "R.A.L.P.H. sitzt auf Junis Schulter und schaut aus wie eine Kreuzung aus Frosch und Spinne, aber das coole an ihm ist, dass er eine Menge Probleme lösen kann", erzählt Rodriguez. "Tatsächlich ist er ein solches Multitalent im Lösen von Problemen, dass Junis Dad sich von ihm ein wenig bedroht fühlt. Das Beste an R.A.L.P.H. allerdings ist seine Persönlichkeit - er hat mehr Charakter als manche Menschen!"

Ein anderes wunderbares Spion-Accessoire war das Hauptquartier von OSS-Jr., das Rodriguez entwarf "wie das ultimative Kinder-Baumhaus. So eines wollte ich auch immer, mit Hubschrauber-Plattform und allem." Auch die Jahrmarktsattraktion "Jongleur" war eine von Rodridguez' Erfindungen, ein Fahrgeschäft, das sich "so schnell dreht, wie es das Gesetz gerade noch erlaubt" - und das Carmen und Juni die Möglichkeit gibt, die Tochter des Präsidenten zu retten. "Ich habe mich gefragt: Was wäre das verrückteste Fahrgeschäft in einem Vergnügungspark, das es noch nicht gibt? Und die Antwort war der ?Jongleur'!"

Dann gibt es natürlich auch noch die mutierten Tiere auf Romeros Insel, zu denen genetische Kombinationen aus Pferd und Fliege, Katze und Fisch oder Spinne und Schimpanse gehören, die ebenfalls alle der Fantasie von Rodriguez entsprungen sind. Besonders beeindruckend sind dabei die "Slizzards", eine Kreuzung aus Echse und Schlange, oder der "Spork", eine fliegende Kreatur, halb Spatz, halb Schwein - nicht zu reden von so mythischen Kreaturen wie dem Zentaur. "Viele Kinder träumen doch davon, Wissenschaftler zu sein und ihre eigenen Wesen zu erschaffen", sagt Rodriguez. "Ich konnte mir diesen Traum für den Film tatsächlich verwirklichen. Das macht einen Riesenspaß: Lass dir was einfallen und dann beobachte, wo einen die Idee hinbringt. Und auch hier liegt der Schlüssel darin, die Dinge zu vereinfachen. Kinder hätten eine Mordsgaudi dabei, Tiere zu erschaffen, die es dem Wort nach schon gibt: die Pferdebremse (Horsefly), den Ochsenfrosch, den Katzenfisch und so weiter. Mir hat das alles einen solchen Spaß gemacht, dass ich fürchte, ich mußs noch einen dritten Teil drehen, um diese Erfahrung noch einmal zu machen!"

Geheimer Lageplan: Eine kurze Tour über Romeros Insel

Robert Rodriguez war nicht nur Drehbuchautor, Regisseur und Cheferfinder des Films, er schlüpfte auch in die Rolle des Produktionsdesigners und verwandelte die Wildnis von West-Texas in die exotische "Insel der verlorenen Träume", eine karstige, steinige Vulkanlandschaft voller Ruinen und streunender Tiermutationen, auf der es noch nicht mal Elektrizität gibt und entsprechend kein einziger Spion-Gimmick funktioniert.

"Ich wollte für diesen Film einen ganz bestimmten Look, deshalb habe ich mich entschlossen, auch als Szenenbildner zu fungieren", sagt Rodriguez. "Ich wollte, dass diese Filmwelt so aussah, als hätte sie sich ein Kind ausgedacht. Und Kinder lieben extreme Größenunterschiede: Alles mußs entweder riesengroß oder klitzeklein sein. Daran habe ich mich bei meinen Entwürfen gehalten."

Rodriguez' Konzept für Romeros unterirdisches Versteck war so etwas wie seine Reaktion auf all die Schurkenhöhlen, die er in anderen Filmen gesehen hatte. "Bei James Bond gibt es immer diese riesigen verzweigten und offenbar ziemlich kostspieligen Höhlen", sagt er. "Ich wollte aber, dass Romeros Unterschlupf schon in grauer Vorzeit entstanden sein sollte: ein Haufen uralter Ruinen, über die er gestolpert ist und wo er schließlich sein Lager eingerichtet hat." In diesem Versteck jedoch hat Romero auch eine komplette Mini-Version der Insel samt der auf ihr lebenden Kreaturen nachgebaut. "Ich fand diese Vorstellung wunderbar, dass er wie ein Gott auf sein Modell herunterschauen konnte - wie in diesen alten Sandalenfilmen die Götter auf die Menschen herabblicken. Und seine Mini-Insel ist für Romero auch wie ein Monitor, schließlich gibt es dort ja keinen Strom."

So viele verschiedene Funktionen bei einer Produktion gleichzeitig auszuüben, hätte andere schnell überfordert, aber für Rodriguez war es eher die Chance, zu seinen Anfängen von "El Mariachi (1992) zurückzukehren. "Ich habe mit dem Filmemachen angefangen, weil ich schon als Kind so viele Hobbys hatte", erzählt er. "Ich habe fotografiert, gezeichnet, musiziert, modelliert - das Filmemachen war für mich stets eher so etwas wie die Gelegenheit, allen meinen Hobbys gleichzeitig nachzukom-men. Als ich dann nach Hollywood gekommen bin, wollte ich das nicht aufgeben. Also habe ich einfach weiterhin meine Filme auf meine Art gedreht - und alles selbst gemacht. Nur die Budgets wurden mit der Zeit ein bisschen höher."

Neben seinen zahllosen Erfindungen und Neuerungen auf dem Gebiet des Produktionsdesigns und der Spezialeffekte, verwendete Rodriguez bei Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione auch eine völlig neue Art der Aufnahmetechnik: Statt mit zu belichtendem Filmmaterial drehte er mit hochauflösenden Digitalkameras, die er seinen individuellen Bedürfnissen angepasst hatte. "HD-Kameras erlauben dir nicht nur ein wesentlich höheres Produktionstempo, sie geben dir auch mehr Spontaneität und Improvisationsmöglichkeiten. Man ist nicht mehr so an die Technik gefesselt. Neue Technologie ist etwas Wundervolles, wenn sie deine Kreativität fördert.

Traditionelles Filmmaterial ist mir dabei zunehmend zum Hindernis geworden, weil es mein Tempo so verschleppte, dass ich am Schluss richtig frustriert war. Ich hatte genug von Film!", sagt Rodriguez. "Etwa wenn ich mir Spy Kids noch einmal anschaute, dann hatte ich das Gefühl, der Film sollte eigentlich viel farbenprächtiger sein und all diese strahlenden Latino-Farben, die ich verwendet hatte, besser einfangen. Alles wirkte stattdessen wie ausgebleicht. Dann zeigte mir George Lucas ein paar Szenen aus seinem neuen "Star Wars: Episode 2" - und ich war schwer beeindruckt. Mir war klar, dass ich diesen Weg auch einschlagen wollte. Mit hochauflösenden Digitalkameras konnte ich die Lebendigkeit und Energie meiner Sets viel unmittelbarer einfangen. Es ist, als würde man in Technicolor drehen, die Farben springen einen geradezu an."

Zudem gefiel Rodriguez, dass man sich jeden Take sofort ansehen konnte. "Bei HD siehst du genau das, was nachher auch auf der Leinwand ist", schwärmt er. "Und die Schauspieler können sich ebenfalls sofort überprüfen und eventuell sagen: Oh, für die Szene habe ich noch eine andere Idee'. Tatsächlich haben meine Leute bei diesem Dreh gelernt, die Drehbücher einfach beiseite zu legen, weil jeder neue Einfall zu zehn weiteren führte und man schließlich kreativ viel weiter kommen und in ganz neue Richtungen vorstoßen konnte."

"Die neue Technik ist schlicht revolutionär!", begeistert der Regisseur sich. "Ich habe mit HD in der gleichen Zeit zwei Filme gedreht, in der ich sonst einen geschafft hätte. Ich weiß, dass es noch viele Leute gibt, die glauben, Film sei für die Ewigkeit, aber es ist doch jetzt schon so, das keiner mehr auf Film schneidet, sondern alle digitales Cutting verwenden, das es auch erst seit ein paar Jahren gibt. Meine Prognose ist, dass Filmemacher Film schnellstens vergessen werden, wenn sie erst einmal sehen, welche riesigen Vorteile HD ihnen bietet. Und, ja, HD ist billiger, und es sieht besser aus, aber der eigentliche Grund, warum es sich durchsetzen wird, ist, dass es den gesamten kreativen Prozess des Filmemachens so radikal ändert, dass man nie wieder so arbeiten will wie zuvor, wenn man es erst einmal ausprobiert hat."

Die Schauspieler übrigens hatte Rodriguez schon überzeugt. "Ich glaube, Robert ist ein echter Pionier, und in fünf oder sechs Jahren werden viele Leute seine Technik benutzen", sagt Antonio Banderas. Und Carla Gugino fügt hinzu: "Alles geht so viel schneller, sodass wir eine Weile brauchten, bis wir uns an das neue Tempo gewöhnt hatten, aber als wir einmal in Schwung waren, war es eine wunderbare Erfahrung. Rein visuell war ich von den Bildern vollkommen überwältigt. Das ist wirklich eine bahnbrechende Neuerung." Und Cheech Marin sagt abschließend: "Das Beste an Robert ist, dass er seine Geschichten auf traditionelle Weise erzählt, aber dadurch, dass er die neueste Technologie verwendet und die coolsten Ideen umsetzt, bekommen seine Filme eine ganz neue Dimension."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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