Ein Chef zum Verlieben

Produktionsnotizen

Erstmals sind die zwei international renommierten Schauspieler gemeinsam auf der Leinwand zu sehen: Sandra Bullock und Hugh Grant. Ein Chef zum Verlieben (Two Weeks Notive) ist bereits der dritte gemeinsame Film von Schauspielerin und Produzentin Sandra Bullock und Drehbuchautor Marc Lawrence, der auch ihre Hits Miss Undercover und Auf die stürmische Art geschrieben hat.

"Die Produktion einer Liebeskomödie ist immer auch eine Angstpartie, eine echte Herausforderung", gibt Sandra Bullock zu. "Denn komisch sein ist allein schon schwierig genug - aber das reicht ja nicht: Wir müssen auch noch Hauptdarsteller finden, die zueinander passen. Das ist gar nicht so einfach. dass sich dieses Projekt realisieren ließ, war ein Riesenglück für mich, denn so durfte ich mit Marc Lawrence und Hugh Grant zusammenarbeiten - mit zwei Männern, die ich aufrichtig bewundere."

Schon lange suchten Schauspielerin und Produzentin Sandra Bullock und Schauspieler und Produzent Hugh Grant nach einem Filmstoff, der ihre Talente ideal kombinieren würde. "Ich wollte immer schon einen Film mit Sandra Bullock machen, denn ich kenne niemanden, der solche Komödien besser macht als sie", sagt Hugh Grant, Star der Welthits About a Boy, Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück und Notting Hill.

"Sandra Bullock ist attraktiv, sexy, glaubwürdig, komisch und romantisch - alles gleichzeitig. Es ist schon ein paar Jahre her, dass wir uns zusammensetzten, um über ein gemeinsames Projekt zu diskutieren. Dabei habe ich ihr eine ekelhafte Geschichte über das Zimmer neben meinem damaligen Hotelzimmer erzählt - danach hatte sie wohl für die nächsten drei Jahre erstmal die Schnauze voll von mir."

"Ganz im Gegenteil", sagt die für ihre gute Laune berühmte Sandra Bullock: " Hugh Grant ist nicht nur ein hochbegabter Komödiant, sondern auch ein sehr engagierter Filmemacher und unglaublich fähiger Schauspieler in allen möglichen Genres - keiner kann Hugh Grant das Wasser reichen."

Als Miss Undercover kurz vor der Fertigstellung stand, begann Marc Lawrence seine Arbeit an einem neuen Originaldrehbuch, das er speziell für Sandra Bullock und Grant konzipierte: "Mir gefiel die Ausgangsidee: Zwei Menschen arbeiten sehr eng zusammen, pflegen also eine sehr intensive Beziehung, doch ihre wahren Gefühle füreinander haben sie noch nie ausgesprochen."

Ohne es zu merken, entwickelte Sandra Bullock das Projekt Ein Chef zum Verlieben mit, das sie später auswählte, um es mit ihrer Firma und mit sich selbst in der Hauptrolle zu produzieren. "Ich habe Marc Lawrence immer mal wieder über die Schulter geschaut, las die eine oder andere Szene auf seinem Laptop, schrieb ein, zwei Zeilen dazu. Ich hatte aber keine Ahnung, dass er das Buch für mich schrieb, dass ich an meinen eigenen Dialogen feilte", lacht Sandra Bullock.

"Mir gefällt vor allem die dynamische Spannung, die Marc Lawrence zwischen Lucy Kelson und George Wade aufbaut", fährt sie fort. "Die beiden reizen einander bis zur Weißglut - aber dennoch fiebern wir mit ihnen, wir wünschen uns, dass es zwischen ihnen klappt, auch wenn das praktisch unmöglich erscheint. Am Schluss reduziert sich alles auf die Schlüsselfrage: 'Ist es schon zu spät, dem anderen meine Liebe zu gestehen?' Wie bringt man den Mut zu dieser Frage auf, wenn man nicht weiß, was der andere fühlt?"

Hugh Grant ist als Hauptdarsteller zwar äußerst begehrt und entsprechend wählerisch, aber von Marc Lawrences Drehbuch Ein Chef zum Verlieben fühlte er sich sofort angesprochen. "Ich habe das Skript meinen besten Freunden in London zu lesen gegeben und fragte sie: 'Bin ich besoffen oder high, oder ist das wirklich so witzig, wie es mir vorkommt?' Zur Antwort bekam ich: 'Es ist tatsächlich so komisch'", erinnert sich Hugh Grant.

"Marc Lawrence kombiniert seine ausgefeilten Gags mit seinem Gespür für Menschlich-Allzumenschliches. Deswegen wollte ich so gern eines seiner Drehbücher verfilmen. Und in diesem Fall fühlte ich mich vor allem angesprochen, weil hier zwei Menschen eine sehr intensive, sehr intime Beziehung erleben, ohne auch nur daran zu denken, dass sie verliebt sind - bis es fast zu spät ist."

Deswegen vertrauten Sandra Bullock und Hugh Grant nicht nur auf Marc Lawrences Drehbuch, sie waren auch voll und ganz damit einverstanden, dass der Autor sich erstmals als Regisseur versuchte. "Viele Schauspieler zögern, wenn sie mit einem Regisseur arbeiten sollen, der bisher nur geschrieben hat. Bei Marc Lawrence hat mich das allerdings überhaupt keine Überwindung gekostet", sagt Hugh Grant. "Wir trafen uns in London, um das Projekt zu besprechen, und ich merkte sofort, dass er den nötigen Instinkt für die Schauspielerführung mitbringt."

"Marc Lawrence kann unglaublich gut mit Schauspielern umgehen", stimmt Sandra Bullock zu. "Er spricht auch mir gegenüber klipp und klar aus, wenn etwas nicht funktioniert. Und im Gegensatz zu manchen anderen Autoren-Regisseuren hat er gar nichts dagegen, seinen Text vor Ort auch mal abzuändern."

Den schwierigen "Berufswechsel" bewältigte Marc Lawrence mit großer Souveränität. "Schreiben ist ein recht einsames Geschäft", stellt er fest. "Doch auf den Regisseur achten immer alle. Wenn ich den Set verlasse, um mal auf die Toilette zu gehen, wird dieser Umstand sofort über 40 Walkie-Talkies weitergegeben - das ist immer ganz spannend. Und mir gefällt die Dynamik, die Kameradschaft in der Zusammenarbeit von Hunderten Teammitgliedern wirklich sehr - von den Schauspielern und dem Kameramann bis hin zum Catering-Service."

Genau wie Marc Lawrence übernahm auch Produzentin Sandra Bullock sehr gern eine Doppelaufgabe bei diesem Projekt. "Das Gute daran: Meine Fähigkeiten werden eben nicht nur einseitig gefordert", stellt sie fest. "Manchmal machen mir die Produktionsaspekte sogar mehr Spaß als das Schauspielen, weil die Teamarbeit dabei durchaus intensiver sein kann."

Mit der Rolle der perfektionistischen und progressiven Anwältin Lucy Kelson durfte sich Sandra Bullock in eine ihr neue Mentalität einarbeiten. "Lucy engagiert sich für soziale Belange, sie ist sehr intelligent, ein exzessiver Ordnungsfreak und sehr beherrscht - so eine Figur habe ich noch nicht gespielt", sagt Sandra Bullock. "Letztlich wirkt Lucy, als ob sie einen Stock verschluckt hätte - das darzustellen bringt echt Spaß."

Man kann sich vorstellen, wie es zwischen Lucy und George knistert - und wie die Fetzen fliegen, als Lucys politische Ideale mit Georges berühmt-berüchtigt lockerem Lebensstil kollidieren. "Lucys Eltern sind beide Anwälte und Aktivisten, also mußs sie natürlich das Gefühl haben, durch ihre Arbeit in Georges Firma nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Familie zu verraten", sagt Marc Lawrences. "Rational sagt sie sich, dass sie mit ihrem eigenen scharfen Verstand - kombiniert mit seinem Geld - viel Gutes bewirken kann. Trotzdem wird sie selbst mit dem Widerspruch nicht fertig, denn sie mußs ja nicht nur die juristischen Belange der Wade Corporation vertreten, sondern sie soll auch Georges Krawatten und Möbel aussuchen und sein Liebesleben verwalten."

"Lucy ist im Grunde nur dazu da, Kindermädchen für George zu spielen", sagt Sandra Bullock. "Sie hat zugelassen, dass sein Leben absolute Priorität hat - für sich selbst findet sie keine Zeit mehr. George weiß das genau, und er missbraucht dieses Privileg schamlos. Als Lucy kapiert, dass er den Bogen überspannt, mußs sie sich endlich der eigentlichen Frage stellen: Warum hat sie sich das überhaupt von ihm bieten lassen?"

"Nach meiner Theorie liebt Lucy George von dem Tag an, als sie sich kennen lernen", überlegt Marc Lawrence. "Sie fühlt sich wahrscheinlich sofort zu ihm hingezogen - seitdem tobt in ihr ein innerer Kampf nach dem Motto: Wie kann ich etwas für einen Typen empfinden, den ich nicht respektiere?"

Lucys innerer Konflikt treibt sie schließlich dazu, einen radikalen Schnitt zu machen. "Lucy merkt, dass sie ihr Leben nicht länger vergeuden darf, um den trivialen Bedürfnissen eines unverantwortlichen Hampelmanns (den ich spiele) nachzukommen - also kündigt sie", sagt Hugh Grant. "Natürlich versucht er alles Mögliche, um sie zu halten, weil er inzwischen praktisch vollkommen von ihr abhängig ist."

Ob George sich das nun bewusst macht oder nicht - jedenfalls gibt es noch einen anderen Grund, warum er auf Lucy nicht verzichten will. Dazu Marc Lawrences: "George lebt in einer Welt, in der ihm alle nach dem Munde reden. Nur Lucy sagt ihm die Wahrheit ins Gesicht - er kann es sich also gar nicht leisten, auf sie zu verzichten. Zwar liebt er Schmeicheleien und Geld über alles, er umgibt sich gern mit schönen Frauen, aber ganz tief drinnen spürt er trotzdem, dass er einen Prüfstein wie Lucy braucht um zu erfahren, was real und echt ist - und wann er sich wie ein Idiot aufführt."

Doch Lucy interessiert das alles nicht mehr - sie hat es satt, Georges wandelndes schlechtes Gewissen zu spielen. Sie besteht auf ihrer zweiwöchigen Kündigungsfrist, und sie verspricht ihm, eine "sogar noch fähigere Nachfolgerin" anzuheuern, die ihre Stellung als Top-Anwältin der Wade Corporation übernehmen kann. Auftritt June Carter, eine ausgefuchste junge Anwältin mit fragwürdigen Referenzen, die aber auf George sofort sichtbar Eindruck macht.

"Ich habe mich begeistert auf die June gestürzt, denn die 'dritte Rolle' in einer Liebeskomödie ist ja grundsätzlich eine Zicke oder Eisprinzessin - jedenfalls unausstehlich", sagt Schauspielerin Alicia Witt, deren aktuell wohl bekanntester Auftritt die ausgepowerte Hollywood-Managerin in der erfolgreichen TV-Serie Die Sopranos (The Sopranos) ist. Daneben spielte sie eindrucksvolle Rollen in Spielfilmen wie Playing Mona Lisa und Cecil B.. "Was ich an Marc Lawrences cleverem Script besonders schätze: June entspricht keinem dieser Klischees."

"Junes ausgeprägtes Credo besteht darin, dass es im Leben nur auf das Geld ankommt. Wer das leugnet, ist in ihren Augen ein Heuchler", berichtet Marc Lawrence. "Während Lucy George Schuldgefühle einredet, weil er so reich ist und nicht genug für die Bedürftigen tut, behauptet June das genaue Gegenteil: Sie lobt George: 'Du bist ein toller Typ. Du hast dir alles redlich verdient - freu dich dran.' Natürlich mußs George es als äußerst verführerisch empfinden, wenn ihm eine schöne und intelligente Frau einredet, dass er vollkommen ist."

Tatsächlich funktioniert diese Verführung durchaus gegenseitig. Über die Wirkung, die der charismatische Unternehmer auf June hat, sagt Alicia Witt: "Es geht nicht nur darum, dass George reich, sexy und charmant ist. Nein, ich halte June für naiv: Sie ist wirklich davon überzeugt, dass eine Beziehung zwischen den beiden funktionieren könnte. Gleichzeitig fällt es George wahrscheinlich erheblich leichter, sich auf eine Frau einzulassen, die er überhaupt nicht kennt - dann braucht er sich nämlich nicht mit seinen wahren Gefühlen für Lucy auseinanderzusetzen."

Einerseits atmet Lucy auf, als sie George und die Ketten der Wade Corporation endlich abgeschüttelt hat, andererseits kann sie aber ihre wirklichen Gefühle nicht unterdrücken. Dazu Marc Lawrence: "Vor June fühlte sich Lucy nie von den Frauen in Georges Leben bedroht. Doch diesmal hat sie es nicht mit einer unbedarften 18-Jährigen oder einer hirnlosen Vorzeige-Gattin zu tun. Denn June ist attraktiv, klug und bestens ausgebildet. Lucy merkt, wie sehr George sich für June interessiert; sie ahnt, dass sich hier eine Beziehung entwickelt, die mit keiner von Georges bisherigen Affären vergleichbar ist."

Gleichzeitig sieht sich George durch den Verlust des einzigen ehrlichen Menschen in seinem Leben zu einem persönlichen Offenbarungseid gezwungen. Über Georges Konflikt sagt Hugh Grant: "George liebt Lucy, aber er begreift das erst, als sie ihn verlässt."

"Die Frau seines Lebens hat auf demselben Flur gearbeitet und monatelang ständig neben ihm in der Limo gesessen. Aber George kapiert das erst, als es zu spät ist", sagt Marc Lawrence. "Oder ist es vielleicht doch noch nicht zu spät? Wenigstens dieses eine Mal mußs er seinen ganzen Mut aufbringen, um eine Herzensentscheidung zu fällen - egal, was passiert."

Auch Lucy kann der Wahrheit nicht mehr ausweichen - sie mußs auslöffeln, was sie sich eingebrockt hat. Dazu Sandra Bullock: "Als Lucy sich schließlich ihren Gefühlen für George stellt, mußs sie sich fragen: 'Wenn ich bei Wade geblieben wäre, wenn ich etwas gesagt hätte, wäre dann vielleicht alles anders gekommen?'"

Diesen zeitlosen Fragen des Lebens und der Liebe nachzuspüren erwies sich als eine sehr befriedigende Erfahrung für den Regiedebütanten. "Hugh Grant bei der Arbeit erlebe ich wie den legendären Willie Mays auf dem Baseball-Platz", schwärmt Marc Lawrence. "Hugh Grants Timing ist unübertrefflich, in seiner Darstellung stimmt jede Nuance, er ist ein wahrer Komödiant, ohne je herumzuflippen. Außerdem denkt er wie ein Autor - das ist bei einem Film wie diesem besonders wertvoll."

"Ich schätze an Hugh Grant vor allem seine eiserne Disziplin, seinen Perfektionismus bis hin zum letzten i-Tüpfelchen", sagt Sandra Bullock. "Ständig überlegt er, wie man eine Szene noch besser gestalten könnte, er unterstützt jeden Mitarbeiter im Team. Dabei behält er immer das große Ganze im Auge: Er kann von sich selbst abstrahieren, die Belange des Films von außen beurteilen, denn er denkt nicht nur in den Bahnen seiner eigenen Rolle. Echt: Er ist ein toller Typ."

"Für mich war die Zusammenarbeit mit Hugh Grant und Sandy einfach fantastisch", fügt Alicia Witt hinzu. "Ich habe diese Dreharbeiten stressfreier erlebt als alle übrigen Filme, die ich gemacht habe - hier spielen Egos wirklich keine Rolle."

Laut Hugh Grant sorgte Sandra Bullock für eine Stimmung am Set, die fast zu locker war. "Sie wirkt auf mich wie ein Freund, dem ich nicht in die Augen sehen kann, weil ich sonst sofort losprusten müsste", sagt Hugh Grant. "Wir hatten bei diesem Film wirklich sehr ernsthafte Kicher-Probleme. Das Team haben wir damit in den Wahnsinn getrieben."

"Sandy inspiriert das Team, die Darstellerkollegen und mich selbst ganz ungeheuer", sagt Marc Lawrence. "Wenn man ihr zuschaut, wirkt das alles sehr einfach. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Dahinter steckt eine Menge Arbeit und Konzentration. Durch sie wirkt jede Szene komisch, aber auch überzeugend. Sie hat eine große Begabung für Slapstick, ein tolles Gespür für komische Situationen, und in allem, was sie tut, wirkt sie absolut glaubwürdig. Für mich war das eine ganz überwältigende Erfahrung - als Regisseur und als Autor."

Weitere Rollen in Ein Chef zum Verlieben übernahmen Dana Ivey und Robert Klein als Lucys politisch progressiv engagierte Eltern Ruth und Larry Kelson; David Haig als George Wades nur an Bilanzen interessierter Bruder Howard; Heather Burns als Lucys sehr direkte beste Freundin Meryl; und Dorian Missick als Tony, Georges altkluger Chauffeur.

Drehorte, Sets und Kostüme: Eine Liebeserklärung an New York. Im Februar 2002 begannen Marc Lawrence, Sandra Bullock, Hugh Grant und ihr Team mit den Dreharbeiten im Börsenviertel von Manhattan. "Wir haben den Film von vornherein als Liebeserklärung an New York konzipiert", sagt Sandra Bullock. "Ich mag die Architektur dort sehr, und wir wollten die Stadt und ihr unverkennbares Erscheinungsbild intensiv mitspielen lassen - aber möglichst auf neue, originelle Art. Also wählten wir Kameraeinstellungen auf die Stadt, wie man sie üblicherweise nicht kennt - aus der Vogelperspektive, über die Dächer hinweg."

Eine mit dem Helicopter gedrehte Flugsequenz ermöglicht dem Zuschauer Ansichten der berühmten Gebäude von New York - in dieser Szene sprechen George und Lucy über die Geschichte des Chrysler-Buildings, während sie daran vorbeifliegen. "Wenn ich diese Szene sehe, geht mir das sehr nahe", gibt Sandra Bullock zu. "Dabei geht mir eine Menge durch den Kopf: 'Wow - nach allem, was diese Stadt durchgemacht hat, ist sie trotzdem noch so stark, so atemberaubend - sie inspiriert uns alle'."

Unter Anleitung von Produktionsdesigner Peter Larkin gestaltete die Ausstattungsabteilung etliche Schauplätze für den Film, die das lebendige New York in seinen unterschiedlichsten Facetten zum Ausdruck bringen. Peter Larkin wählte das Lucent Building im Börsenviertel als Sitz der Wade Corporation aus - auf dem Bürgersteig vor dem imposanten Gebäude setzte er mit einem riesigen "W", dem Logo der Firma, einen besonderen Akzent.

"Die Wade Corporation zeigt mit ihrer ständigen Präsenz überall im Stadtbild Parallelen zu Donald Trumps Firma", sagt Peter Larkin. "George und Howard Wade besitzen zahlreiche Immobilien, und allen drücken sie ihren 'W'-Stempel auf, nicht nur auf den Fassaden, sondern sogar auf der Abrissbirne, die beim Niederreißen der alten Gebäude eingesetzt wird, um Raum für neue Projekte zu schaffen."

Georges geräumiges Penthouse-Apartment wurde im Sky-Studio gedreht - einem drei Stockwerke umfassenden Loft in Greenwich Village inklusive Pool und Garten auf dem Dach. "George Wade ist faul, aber durchaus nicht dumm, und er hat Geschmack - all das kommt in seinem Apartment zum Ausdruck", sagt Peter Larkin über sein Konzept für das Nonplusultra aller New Yorker Junggesellenwohnungen. " Hugh Grant schlug vor, wir sollten uns mal mit einer Gruppe englischer Künstler beschäftigen, die als Sensationals bezeichnet werden, und einige dieser Maler erlaubten uns, ihre Bilder in Georges Apartment aufzuhängen."

Lucy Kelsons Wohnung ist dagegen natürlich bescheiden - Peter Larkin und sein Team mieteten für diesen Zweck ein Apartment in Brighton Beach, einem Viertel, das zum Umkreis von Coney Island gehört. Hier wohnt Lucy mit ihren Eltern. "Zunächst dachten wir uns, Lucy müsste ihre Wohnung verkommen lassen, weil sie praktisch ständig arbeitet und keine Zeit hat, ihr Privatleben in Ordnung zu halten", berichtet Peter Larkin. "Doch Sandra Bullock fand, dass Lucy ein sehr ordentlicher Mensch ist - also haben wir in ihrem Apartment gehörig aufgeräumt!"

"Ich möchte durch das Apartment Lucys Macken besonders betonen", sagt Sandra Bullock. "Sie gehört zu den Menschen, die auch noch im Schlaf Listen darüber aufstellen, was sie alles erledigen müssen. Also bat ich Peter Larkin, einen fahrbaren Nachttisch zu bauen, der wie ein Tablett funktioniert und Lucys elektronische Kommunikationsgeräte aufnimmt: Laptop, Palm-Pilot und Handy. Damit will ich zeigen, dass auch zu Hause kein Platz für ihr Privatleben bleibt - das Bad, die Küche, der Schreibtisch sind immer nur einen Schritt von George entfernt. Alles in ihrer Wohnung bezieht sich auf George - nichts auf sie selbst."

Der aufwändigste Set des Films entstand in der als Fulton's Landing bezeichneten Uferzone in Brooklyn Heights: Dort findet die als Gala-Zirkus inszenierte Party statt, auf der es zum Wendepunkt in Lucys Beziehung zu George kommt: Fulton's Landing entstand auf einer Kaianlage unter der Brooklyn-Bridge und profitiert von dem romantischen Ambiente des angrenzenden River Café. Peter Larkin und sein Team verwandelten den Schauplatz in einen eleganten Zirkus mit schicken weißen Zelten, die von unzähligen kleinen Glühbirnen erleuchtet werden.

Außerdem zeichnete Peter Larkin persönlich farbenfrohe Bilder von Zirkusartisten, die vergrößert und als Spalier eines improvisierten Korridors installiert wurden - so entstand eine prächtige Verbindung zwischen dem Kai und dem River Café.

"Die Dreharbeiten auf Fulton's Landing fanden nachts statt", erinnert sich Sandra Bullock. "Und erst nachdem wir eine Reihe Nahaufnahmen abgedreht hatten, bemerkte ich, dass unser Kameramann László Kovács auch die gesamte Brooklyn-Bridge und die Landzunge ausgeleuchtet hatte - wahrlich ein majestätischer Anblick."

Für die Gala-Sequenz entwarf Kostümbildner Gary Jones Lucys auffälliges schwarzweißes Kleid, das sich an zeitlosen Modellen von Yves St. Laurent und Valentino orientiert. "Wir stellten uns einen klassischen Look vor, der zu Lucys Profi-Stil passt: feminin, auf die Figur geschnitten", sagt Gary Jones, der sich auch an den Filmen der 30er- und 40er-Jahre, besonders aber an der Kinopräsenz von Audrey Hepburn und Katharine Hepburn orientierte.

"George hat einen sehr ausgeprägten Stil", berichtet Gary Jones. "Er trägt im Film John-Tudor-Anzüge mit stark betonten Schultern - eine Verbeugung vor seiner englischen Heimat. In der Zirkusgala-Sequenz trägt Hugh Grant einen maßgeschneiderten John-Tudor-Smoking. Wir entschieden uns dabei für einen marineblauen Smoking, der im Film romantischer wirkt als das traditionelle Schwarz."

June Carter, Lucys ehrgeizige Nachfolgerin in der Wade Corporation, nutzt das Fest, um beruflich und auch privat Punkte zu sammeln. Für Schauspielerin Alicia Witt wählte Gary Jones ein schwarzes Armani-Kleid aus, das sich deutlich von der bunten Umgebung abhebt. "June tritt sehr selbstsicher auf - sie lässt sich nicht so deutlich wie ihre Kollegen vom Firmengeist vereinnahmen - das zeigt sich auch an ihrer Kleidung", sagt Gary Jones.

Um den Luxus und die gesellschaftliche Stellung der Familie Wade zu demonstrieren, drehte das Team nördlich von New York im Westchester County - dort besitzt die Trump Organization das Anwesen Seven Springs, das noch nie als Filmschauplatz verwendet wurde. In Ein Chef zum Verlieben dient es als Howard Wades fürstlicher Wohnsitz. Übrigens hat hier Katherine Meyer Graham, die ehemalige Herausgeberin der Washington Post, ihre Kindheit verlebt.

Die Szene, in der George und Lucy ein Baseball-Spiel der Mets gegen die Giants besuchen, drehte das Filmteam im Shea-Stadion. Nach dem Spiel durfte sich der eingefleischte Mets-Fan Marc Lawrence einen Traum erfüllen und eine Szene mit dem berühmten Catcher Mike Piazza drehen, der im Film eine Gastrolle übernimmt. Sogar Sandra Bullock nahm den Baseball-Schläger zur Hand und beförderte den Ball mit einem satten Schlag über das Infield hinaus.

Zu den weiteren Schauplätzen in New York City zählen das Tribeca Grand Hotel; die Kaianlage an der South Street, wo Georges Yacht liegt; die berühmte Strandpromenade auf Coney Island; und das Gemeindezentrum von Coney Island, wo die Wade Corporation ein kontroverses Bauvorhaben plant. Dazu Sandra Bullock: "Was mir an diesem Film besonders gut gefällt: Wir drehen nicht nur im legendären New Yorker Bezirk Coney Island, der schon lange nicht mehr im Kino zu sehen war, sondern auch das Viertel drum herum spielt in unserer Geschichte eine entscheidende Rolle."

Requisiteur Jim Mazzola stimmte sich sehr genau mit der Ausstattungsabteilung ab und stellte für jede der Hauptfiguren eine ganze Palette persönlicher Gegenstände zusammen, die wesentlich zur Charakterisierung beitragen. Dazu zählen nicht zuletzt auch die Autos. "Lucy Kelson bezieht als Anwältin zwar ein Spitzengehalt, aber vom Anspruch her ist sie mit beiden Beinen auf der Erde geblieben, auf Glamour steht sie überhaupt nicht", sagt Jim Mazzola. "Ein Luxuswagen à la Mercedes würde einfach nicht zu ihr passen, also besorgten wir ihr einen sehr braven Volvo. Dagegen ist alles, was George besitzt, nur vom Feinsten. Seine Armbanduhr ist eine Patek Philippe, und er lässt sich in einer 250.000 Dollar teuren Mercedes-Pullman-Limousine chauffieren, die wir extra aus Deutschland importiert haben."

Die Suche nach einer angemessenen Yacht für George "erwies sich als recht schwierig", gibt Jim Mazzola zu. "Es ging auf den Winter zu, die Saison war zu Ende, also habe ich lange am Telefon zugebracht, bis ich einen Geschäftsmann in Manhattan fand, dem eine Yacht gehört, die wunderbar zu George passt: Diese 37 Meter lange Benetti ist eine echte Schönheit."

Szenenfoto
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