Jackass - The Movie

Produktionsnotizen

MTV Films und Paramount Pictures sind verantwortlich für einen Film, bei dem sich manch einer fragen wird "Warum?". Die Antwort kann nur sein "Warum nicht?". Es wurden schon schlimmere Filme gedreht - manche mit einem größeren Budget und einer größeren Aussage. Aber Jackass - The Movie will der Gesellschaft keine Moral predigen, sondern einige Albernheiten hier und da bieten. Der an verschiedenen Locations rund um die Welt gedrehte Film zeigt die gleiche Gruppe von Clowns, die auch im Fernsehen ihre Unwesen treiben.

Der Unterschied zum Film ist, dass alles ein wenig größer ist und mehr erscheint", erklärt Jeff Tremaine, der Regisseur des Films. "Man könnte sagen, es ist ein Film über neun junge Männer, die in der Welt nach Liebe und Freundschaft suchen".

Wahrscheinlich ist der größte Unterschied zwischen Jackass - The Movie und einem traditionellen Film, dass es hier kein Drehbuch gab. Das ist typisch - Filme werden in zwei Kategorien eingeteilt: nach einem Drehbuch gefilmt oder dokumentarisch, aber Jackass - The Movie besetzt ein neues Territorium: er ist einer der ersten auf Realität basierenden Filme in der Welt. Im Falle, dass jemand mit dieser Art von Pop-Kultur nicht einverstanden ist, möchte MTV darauf hinweisen, dass es vor elf Jahren mit "Real World" begann, diese Art von Reality-Fernsehen zu etablieren. Die MTV Films-Abteilung ist stolz darauf, mit Jackass - The Movie einen Schritt weiter zu gehen.

Ein weiterer Unterschied mag die Tatsache sein, dass es bei diesem Film keine Schlüsselszene gibt. Historisch gesehen, wurden Schlüsselszenen seit jeher benutzt, aber da keiner der Jackass - The Movie-Crew überhaupt wusste, was eine Schlüsselszene ist oder wofür sie gut sein soll, war es wichtiger, mit klingenden Titeln wie Regisseur, ausführender Produzent, veranwortlicher Kameramann usw. zu operieren. So wurde aus einem amateurhaften Stück ein professioneller Film.

Paramount Pictures und MTV Films präsentieren Jackass - The Movie. Eine Dickhouse Produktion in Zusammenarbeit mit Lynch Siderow Productions. Im Film spielen Johnny Knoxville, Bam Margera, Chris Pontius, Steve-O, Dave England, Ryan Dunn, Jason "Wee Man" Acuna, Preston Lacy und Ehren McGhehey. Der Regisseur des Films ist "the new kid on the block" Jeff Tremaine, der zusammen mit Spike Jonze und Johnny Knoxville auch als Produzent fungiert.

Die ausführenden Produzenten sind Trip Taylor, John Miller und David Gale. Die ko-ausführenden Produzenten sind Michelle Klepper und Jessica Swirnoff und die Ko-Produzenten sind Sean Cliver und Dimitry Elyashkevich, der auch als verantwortlicher Kameramann dabei war. Karen Glauber fungiert als Music Supervisor. Die Pandabären kommen nicht aus Japan, sie sind in China Zuhause.

Die Stunts im Film wurden von Profis durchgeführt und sind deshalb nicht zur Nachahmung geeignet!

"Jackass" - vom Fernsehen zum Film Begonnen hat der ganze Irrsinn als Johnny Knoxville für das Skater-Magazin "Big Brother" einen Artikel über Selbstverteidigungswaffen schrieb, die er an sich selbst ausprobierte und Jeff Tremaine, Herausgeber des Magazins, ihn dabei filmte. Schnell gesellten sich Chris Pontius, Dave England, Jason "Wee Man" Acuna und Steve-O hinzu, die von "Big Brother" von der Westküste und von "CKY" Videos von der Ostküste kamen.

Sie alle waren involviert in eine Reihe von subversiven Unsinn für "Big Brother", während Bam Margera, Ryan Dunn, Brandon Dicamillo und verschiedene andere Freunde und Familienmitglieder ähnlichen Schwachsinn unter den eigens produzierten Titeln für "CKY" und "CKY2K" veranstalteten.

Als Jeff Tremaine und Johnny Knoxville sich entschieden, die besten und verrücktesten Stunts als Show für das Fernsehen zu verkaufen, war MTV sofort von der Idee begeistert und stellte ein bescheidenes Budget und eine Produktionscrew zur Verfügung.

Über die Produktion Die Zuschauer sollten keinen Plot erwarten, wenn sie sich Jackass - The Movie ansehen. Was sie erwarten können, ist das gleiche Format der halbstündigen Fernsehserie mit einer Aneinanderreihung verschiedener Sketche, die insgesamt ungefähr 90 Minuten dauern. Das macht es speziell für diejenigen Zuschauer einfach, die mal zwischendrin zur Toilette müssen oder ihren hungrigen Magen füllen müssen, da sie kommen und gehen können, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Allerdings kann es passieren, dass sie drei oder vier gute Sachen verpassen, denn die meisten der Szenen dauern nur eine oder höchstens zwei Minuten.

"Es ist 'Jackass', die Fernsehserie, mal zehn", sagt der ausführende Produzent John Miller. "Es ist ein Gewitter verrückter und kranker Ideen von Typen, die nichts ernst nehmen, und ich habe keinen Zweifel daran, dass Leute, die die Serie lieben, ausflippen, wenn sie den Film sehen. Ich bin mir sicher, dass allein durch die Mund-zu-Mund-Propaganda die Leute Schlange stehen werden."

"Ich kann mich nicht entscheiden, ob dieser Film oder die Animationsserie 'The Brothers Grunt' den Tiefpunkt meiner Karriere bedeuten", sagt Van Toffler, Präsident von MTV Films. "Ich habe im Grunde genommen Geld an eine Bande von Idioten gegeben, die nichts unversucht lässt, eine verrückte Idee nach der anderen an die Menschheit zu bringen und diese zum Lachen zu zwingen."

David Gale, Senior Vice President von MTV Films, drückt das Gefühl von verschiedenen Executives aus, nachdem sie das Vorab-Screening von Jackass - The Movie gesehen haben: "Wir werden alle zu Hölle gehen".

Die Bandbreite von haarsträubenden Stunts bis zu verunglückten Versuchen an Preston Lacys unförmigen Hinterteil kann man als ziemlich lächerlich betrachten; an einer Vielzahl von dummen Ideen fehlt es hier nicht.

"Die Ideen kommen von überall her", sagt Regisseur Jeff Tremaine. "Manchmal kamen die Darsteller mit Ideen, als zum Beispiel Margera mich anrief mit dem Vorschlag, Raab mit Bungee-Gurten an seiner Unterwäsche aus einem Baum springen zu lassen. Oder jemand brachte eine Idee vor, die wir dann diskutierten um herauszufinden, wie sie funktionieren könnte. Sehr oft drifteten die Ideen in verschiedene Richtungen, aber wenn Pontius oder Steve-O involviert waren, kam meistens das Thema Nacktheit ins Spiel."

Bedingt durch die geringe Spannweite an "Schauspielerei" und allgemeine Respektlosigkeit am Set, war die Regie bei Jackass - The Movie nicht gerade einfach.

"Das Schlimmste am Dreh mit diesen Jungs war es, sie lang genug in Schach zu halten, bis die Kameras bereit waren", sagt Regisseur Jeff Tremaine. "Wenn man sie alle zusammen hatte, war es manchmal unmöglich, irgend etwas Bestimmtes zu tun. Man mußste die Dinge einfach rollen lassen, denn das ist ihre eigene Welt."

"Als Francis Ford Coppola den Film Apocalypse Now drehte, glaube ich nicht, dass er es mit Schauspielern zu tun hatte, die sich in die Hosen schissen", sagt Johnny Knoxville. "So waren es gewiss andere Dinge, mit denen Jeff TRemaine zu tun hatte, Dinge, bei denen andere Regisseure nicht in der Lage gewesen wären, sie zu handlen".

Ohne Drehbuch und Drehplan entwickelten sich die besten Sketche im Film in der Situation selbst. Die Besetzung und Crew hörte niemals auf, die Jokes zu praktizieren, sich gegenseitig zu beschimpfen oder ihre Kleidung vom Leib zu reißen, und vieles dieser Dinge wurde von der Kamera eingefangen, was dieser Art von Film nur zugute kam.

"Keinem, der mit uns drehte, wurde etwas verboten. Angefangen vom Produzenten bis zum Kameramann, es war völlig egal, welche Position er innehatte", sagt Trip Taylor, ausführender Produzent.

"Das war eines der besten Dinge an unserer Produktion. Es gab absolut keinen Unterschied zwischen der Crew und den Darstellern", fügt Regisseur Jeff Tremaine hinzu. "Jedem, der sich am Set befand, konnte es passieren, von der Kamera eingefangen zu werden - und jeder wusste es, einschließlich mir. Zum Beispiel gab es die Situation beim Dreh, dass ich ziemlich gestresst war, weil einige Dinge während des Shootings nicht so liefen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einer der Jungs rannte hinter mir her und schnitt mir eine ziemlich große Strähne aus meinem Haar. So war das - keiner wurde ausgenommen."

Trotz allem Spaß und aller Spielereien hofft doch der eine oder andere der Crew auch in Zukunft bei anderen Filmen dabei sein zu können.

"Auf die Frage von einigen Kritikern nach dem Vergleich von diesem Film mit Vom Winde verweht oder irgend einem anderem Filmkunstwerk, kann ich nur antworten: 'Wir sind einfach eine Bande von Idioten, die einen lustigen Film machen, über den die Leute hoffentlich lachen werden'", sagt Besetzungsmitglied Preston Lacy.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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