Final Destination 2

Produktionsnotizen

Final Destination kam am 17. März 2000 in die us-amerikanischen Kinos und spielte schon am ersten Wochenende über zehn Millionen Dollar ein. In der grausigen Geschichte ging es um eine Gruppe von Schülern, die die Maschine des Fluges 180 vor dem Start verlassen, weil einer von ihnen die schreckliche Vision hat, dass der Jet in der Luft explodieren wird - was sie dann tatsächlich mit eigenen Augen erleben müssen.

Es sieht zunächst so aus, als ob sie ihrem Schicksal ein Schnippchen geschlagen haben, doch tatsächlich war ihnen vorher bestimmt, bei der Katastrophe umzukommen - und der dunkle Schatten des Todes verfolgt sie nun, bis sie einer nach dem anderen eines gewaltsamen und unnatürlichen Todes sterben. Wer noch übrig bleibt, versucht verzweifelt sein Schicksal abzuwenden und dem unentrinnbaren Klammergriff des Todes zu entkommen. Doch alle verlieren dieses verzweifelte Spiel - außer Clear Rivers (Ali Larter).

Diese Serie ungewöhnlicher und abrupter Wendungen in Final Destination sprach sich beim Kinopublikum wie ein Lauffeuer herum - allein in den USA spielte der Film 53,3 Millionen Dollar ein, um später auch auf Video sehr erfolgreich ausgewertet zu werden.

Produzent Craig Perry beschreibt Final Destination 2 als Achterbahnfahrt, die in Bezug auf Action, Grusel und Komik einen noch schnelleren Gang einlegt als der erste Hit. "Wir gehen dabei von der These aus, dass der Tod uns ständig begleitet", sagt er. "Beide Final Destination-Filme rühren an unsere tiefsten Ängste. Der Tod wartet im Auto ebenso wie im Badezimmer! Diese Vorstellung ist nicht so abgedreht, dass man sie nach der Kinovorstellung einfach vergessen könnte - sie verfolgt uns bis nach Hause."

"Niemand weiß genau, was passieren wird, aus welcher Richtung der Tod auftaucht oder wen er im Visier hat", fügt Regisseur David R. Ellis hinzu, der nach einer erfolgreichen Karriere als Regisseur des 2. Drehteams schließlich die Regie bei "Homeward Bound II" (Ein tierisches Trio - wieder unterwegs) übernahm und jetzt Final Destination 2 verantwortet. "Keiner kann ahnen, welche Gestalt der Tod annimmt."

Nachwuchsstar A.J. Cook übernimmt die Rolle der Kimberly Corman, die gerade dabei ist, den Tod ihrer Mutter zu verwinden, als sie plötzlich die katastrophale Massenkarambolage auf dem Highway 23 voraussieht, die sehr bald zur schrecklichen Gewissheit wird. Die Menschen, die durch Kimberlys Warnung zufällig überleben, müssen jetzt selbst herausfinden, warum sie überlebt haben und wie sie auch weiterhin am Leben bleiben können. Denn allzu schnell wird deutlich, dass der Tod zurückkehrt, um seinen Tribut doch noch einzufordern. "Kimberly steckt mitten drin im Schlamassel und hat keine Ahnung, warum sie diese Visionen hat", kommentiert Cook. "Vor einem Jahr ist ihre Mutter gestorben - ein Trauma, das ihr letztlich auch Kraft gegeben hat. Sie will sich dem Tod also auf keinen Fall unterwerfen."

Kimberly kennt durchaus die Geschichten von den Überlebenden des Fluges 180. "Sie hat gehört, wie sie das Flugzeug verlassen haben, bevor es explodierte, aber sie weiß auch, was ihnen im Anschluss widerfahren ist. Also kann sie sich natürlich ausmalen, wie es den Überlebenden vom Highway 23 ergehen wird, denn auch sie haben dem Tod ein Schnippchen geschlagen", erklärt Cook. "Deswegen sucht sie Clear Rivers auf, die einzige Überlebende des Fluges 180 - sie hofft auf Hilfe, auf Erklärungen."

Ali Larter merkt an, dass Clear sich seit den Ereignissen des ersten Films verändert hat. "Sie ist härter geworden", kommentiert Ali Larter. "Sie zieht sich in sich selbst zurück, weil sie genug durchgemacht hat. Durch ihre freiwillige Einweisung in das Sanatorium hat sie sich eine Sicherheitszone geschaffen, damit der Tod nicht an sie herankommt. Doch dann taucht Kimberly auf und fleht sie um Hilfe an. Und plötzlich bricht ihr schönes Gedankengebäude über das Vorgehen des Todes wie ein Kartenhaus zusammen."

Trotzdem ist Clear durchaus nicht sofort bereit, Kimberly zu unterstützen. "Als Kimberly erstmals anfragt, lässt Clear sie kalt lächelnd abblitzen und empfiehlt ihr, sich in eine Gummizelle stecken zu lassen, falls sie am Leben bleiben will", sagt Cook. "Aber so schnell gibt Kimberly nicht auf."

Kimberly wird aber auch von Officer Thomas Burke unterstützt, den Michael Landes spielt. Burke ist noch nicht lange im Polizeidienst, rettet Kimberly aus der Karambolage auf dem Highway und glaubt ihr die surreale Geschichte. "Zwischen ihr und dem Flug 180 gibt es eine Verbindung - und Thomas Burke geht es ebenso", erklärt Landes und weist darauf hin, das Thomas' Vorgeschichte eng mit dem Tod von Billy Hitchcock im ersten Film zu tun hat. "Weil er sich an dieses Erlebnis erinnert, begleitet Thomas Kimberly auf der Entdeckungsreise - sie versuchen zu begreifen, was damals vorgefallen ist. Das Schicksal verbindet sie."

"Kimberly erzählt Clear und Thomas Dinge, mit denen sie selbst nichts anfangen kann", erzählt Produzent Craig Perry. "Clear kann diese Informationen deuten, und Thomas weiß, was zu tun ist. Sie bilden also ein interessantes Dreieck, gemeinsam gehen sie der Sache auf den Grund."

Um diesen Kern gruppieren sich eine Handvoll Fremde, die durch den Unfall mit Kimberly schicksalhaft verbunden sind. Jonathan Cherry spielt den zugedröhnten Rory, der zunächst überhaupt nichts von Clears Theorie hält, mit der sie den "Tod überlisten" will. Aber er besinnt sich eines Besseren, als die Gruppe immer weiter dezimiert wird. "Rorys Einstellung wandelt sich von 'Ist mir doch egal' bis 'Mein Gott, sie hat Recht'", sagt Cherry.

Keegan Connor Tracy spielt die aggressive Topmanagerin Kat, die die Ereignisse nach dem Unfall als lästige Verzögerung erlebt. "Erst will sie sich überhaupt nicht darauf einlassen", sagt Tracy. "Doch bald kann auch eine Zynikerin wie sie die wahren Gründe für ihre prekäre Situation nicht mehr leugnen."

T.C. Carson spielt den coolen Lehrer und Motorradfahrer Eugene Dix, der ebenfalls äußerst skeptisch reagiert. "Er hält das Ganze für puren Blödsinn", sagt Carson. "Eugene glaubt nur das, was er sieht. Doch als sich die Leichen stapeln, überlegt auch er es sich anders."

Mit dabei ist auch Lynda Boyd als Nora Carpenter, die gestresste Mutter des Teenagers Tim. Sie reagiert ebenfalls skeptisch auf Kimberlys Vision. Doch als ihr Sohn einem grausigen Unfall zum Opfer fällt, glaubt auch Nora an Kimberly.

Mit Clears Unterstützung versuchen Kimberly und ihre Gefährten dem Tod auf die Schliche zu kommen und ihn schließlich zu auszutricksen. "Clear traut niemandem mehr, und sie will auch gar nichts versprechen - weil sie das nicht kann", stellt Ali Carter fest. "Sie hat keine Ahnung, was den Einzelnen passieren wird. Doch irgendwann merkt sie, dass sie ein großes Risiko eingeht, als sie Kimberly und den anderen hilft. Und sie fürchtet, dass sie niemandes Sicherheit garantieren kann."

Denn alle machen eine fürchterliche Entdeckung - irgendwie haben sie mit dem Tod der Figuren aus dem ersten Film zu tun. "Im Grunde geht es in dieser Geschichte um den Tod, der zurückkehrt, um seine früheren Fehler auszumerzen", kommentiert David R. Ellis. "Einige Menschen, die mit dem Flug 180 zu tun hatten und auf die es der Tod abgesehen hatte, sind ihm entkommen. Jetzt taucht er wieder auf, um endgültig abzuräumen. Bei all diesen Leuten besteht eine Verbindung zu Flug 180. Jetzt sind sie dran. Der Tod will sie sich holen, doch sie ahnen nicht, dass sie auf seiner Liste stehen."

"In diesem Film geht es um das beunruhigende Gänsehaut-Gefühl, dass irgendetwas im Universum aus dem Ruder läuft. Wenn man nicht höllisch aufpasst, ist alles zu spät", bemerkt Craig Perry. "Beim Zahnarzt, im Krankenhaus? oder sei es die Hand, die in den Schredder gerät? alle diese Vorfälle lassen uns die Haare zu Berge stehen. Und wenn der Tod dabei eine wesentliche Rolle übernimmt, dann sind alle Gruselelemente eines tollen Films beieinander."

Die Filmemacher überlegten nicht zweimal, als sie Regisseur Ellis an Bord holten. Laut Perry "ist David genau der richtige Regisseur, weil wir seiner Erfahrung etliche der berühmtesten Action-Sequenzen der letzten 15 Jahre verdanken. Außerdem hat er sehr konkrete Vorstellungen von der Umsetzung des Stoffs - sehr effektiv hält er die Balance zwischen Horror- und Komödienelementen." Um diesem Konzept gerecht zu werden, investierten Ellis, die Autoren und Produzenten vier Monate in die Entwicklung des Drehbuchs.

Ellis hat bereits über 30 Jahre Erfahrung in der Branche gesammelt - als Stuntman und Regisseur des 2. Drehteams. "Ich gestalte Final Destination 2 als atemlose Achterbahnfahrt", sagt er. "Der erste Teil ist ein umwerfender Film, aber in jeder Fortsetzung versucht man das Original zu übertreffen. Wir statten die Szenen mit einem Maximum an Schockeffekten aus, ohne jedoch den Bogen zu überspannen." Allerdings weist er sofort darauf hin, dass "nicht die Action den Film trägt, sondern die Geschichte, und die packen wir in Spitzen-Action ein. Die Todesszenen sind wirklich nicht ohne!" Perry stimmt ihm zu: "Die Autoren haben sich wirklich die abartigsten, kaputtesten, übelsten und gleichzeitig einfallsreichsten und unterhaltsamsten Methoden ausgedacht, mit denen man Leute unter die Erde bringen kann."

Auf keinen Fall wollten sich die Drehbuchautoren Eric Bress & J. Mackye Gruber damit begnügen, einen simplen Abklatsch des ersten Films zu liefern. Dazu Bress: "Das sehr effektive Konzept des ersten Films wollten wir erweitern um etliche Ebenen, die sich aus den Figuren ergeben. Am Anfang unserer Arbeit stellten wir uns die Frage: ,Wie können wir den Tod als abgrundbösen Spitzbuben darstellen?' Und wenn wir ganz ehrlich sind, mußsten wir die erste Version unseres Skripts sogar etwas entschärfen!"

Ungeahnte Möglichkeiten ergaben sich dann in der Zusammenarbeit mit Regisseur David R. Ellis. "David machte von vornherein klar, dass er unsere Ideen gern mit einbeziehen will", sagt Bress. "Er versteht das Filmemachen als Teamarbeit - diese Erfahrung hat mir als Autor bei diesem Film das meiste gebracht." Die Arbeit an Final Destination 2 ermöglichte den Autoren eine ganz neue Perspektive. "Die Verantwortlichen bei diesem Film, die Produzenten und der Regisseur, sind derart cool - mehr kann man in dieser Branche wirklich nicht erwarten."

Wie im ersten Film führt Ali Larter das Ensemble an. Sie spielt Clear Rivers, die einzige Überlebende des ersten Films. Zwar gibt sie zu, dass sie zögerte, bevor sie wieder in die Rolle schlüpfte, die sie vor drei Jahren geschaffen hat. Doch das Drehbuch und Regisseur David R. Ellis überzeugten sie schließlich. "Ein unglaublicher Typ", sagt sie. "Er sorgt am Set für eine betont lockere und freundliche Atmosphäre, obwohl es sich doch um einen Grusel-Thriller handelt!" Interessant fand sie außerdem, dass es sich "um zwei überzeugende Hauptrollen für Frauen handelt - sehr selten gibt es Filme, in denen Frauen derart stark und unerschrocken auftreten", sagt sie begeistert.

Wie die Schauspieler betonen auch die Produzenten, dass sie selten eine so fabelhafte Produktion erlebt haben wie unter David R. Ellis' Regie. "Er hat die Technik voll im Griff, kann aber auch die Mitarbeiter sehr präzise und umsichtig führen", berichtet Keegan Connor Tracey. Michael Landes fügt hinzu: "Wir fühlen uns wohl am Set, was wir David zu verdanken haben: Er gibt in diesem Spiel den perfekten Quarterback ab." Craig Perry pflichtet ihm bei: "Wir brauchten einen Mann, der Davids Voraussetzungen mitbringt. Technisch gesehen handelt es sich um einen sehr komplizierten Film, deswegen profitierten wir von Davids umfassender Erfahrung. Und wenn man außerdem bedenkt, mit welcher positiven Energie er am Set die Zügel in der Hand hält, dann verdanken wir ihm etliche sehr vergnügliche Drehwochen."

Der Schlüssel zum Erfolg lag dabei in der Besetzung, denn die Filmemacher wollten Menschen aus den unterschiedlichsten Milieus mit der Todeserfahrung konfrontieren. Autor Eric Bress sagt: "Hier geht es durchaus nicht nur um einen Haufen Highschool-Kids. Hier kommen Menschen unterschiedlichster Couleur zusammen: eine Frau und ihr halbwüchsiger Sohn, ein Junkie, ein Lehrer, ein Cop. Einer von den üblichen ,Teenager-Leichen-Filmen' ist dies ganz gewiss nicht." Auch Craig Perry findet, dass es sich hier "um eine Gruppe von Menschen handelt, die noch nie miteinander zu tun hatten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, obwohl sie grundverschieden sind - denn anders können sie es nicht mit ihrem Gegner aufnehmen."

A.J. Cook ragte als stärkste Kandidatin für die Rolle der Kimberly heraus, berichtet David R. Ellis. "Sie beherrscht die gesamte Skala der Emotionen, kann aber auch, wenn nötig, sehr bestimmt auftreten." T.C. Carson, der den Eugene spielt, hat "großes Charisma", sagt Ellis, und Jonathan Cherry "geht völlig in dem ebenso witzigen wie verletzlichen Rory auf." Keegan Connor Tracys Figur stellt das genaue Gegenteil zu Rory, so dass es "nur so funkt, und zwar nicht im romantischen Sinne", fügt Perry hinzu. "Alle Rollen bringen echt Spaß", sagt A.J. Cook. "Denn irgendwie machen doch alle Thriller auch Spaß: Man darf sich zu Tode erschrecken und wie ein Action-Star durch die Gegend rennen."

Final Destination 2 will nicht nur so überzeugende Action und Special Effects wie in Teil 1 präsentieren, sondern diese eindeutig übertreffen. Stunt Coordinator Freddie Hice, ein Stuntman in der dritten Generation, nahm sich vor, die Action des ersten Films zu überbieten. Aus seiner Sicht stellte die Karambolage auf dem Highway am Anfang die größte Herausforderung dar. Mindestens acht Wagen gingen zu Bruch, 22 Stuntleute waren im Einsatz - da war die Sicherheit am Set oberstes Gebot.

"Große, explosive Stunts im üblichen Sinne gibt es in diesem Film nicht", erklärt er. "Es geht um eine Serie von tödlichen Situationen, in denen es Leuten an den Kragen geht - das ist sehr anspruchsvoll, aber nicht zu abgedreht. Alle Schauspieler standen Schlange, um möglichst viele der Stunts selbst auszuführen - was Hice zum Lachen brachte. "Die sind jung und gelenkig, denen tut das nur ein bisschen weh, und auch nur ein kleines Weilchen", sagt er. "Wenn ich meine eigenen Stunts machen darf, ist das für mich das Größte", sagt A.J. Cool. "Das sind die Tage, an die ich mich am liebsten erinnere!"

Während die Figuren verzweifelt versuchen, ihrem Schicksal zu entkommen, lernen sie auf die harte Tour, dass der Tod niemals vergisst. Umwege macht er gelegentlich, aber das letzte Reiseziel ist für jedermann dasselbe.

Der Film entstand in Vancouver und Umgebung, unter anderem am Campbell River auf Vancouver Island.

Szenenfoto
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