Frida

Ausführlicher Inhalt

Im September 1925 änderte sich Frida Kahlos (SALMA HAYEK) Leben für immer: Bei einem Busunfall wurde die 18-jährige schwer verletzt und teilweise gelähmt. Sie war mit ihrem langjährigen Freund Alejandro Gomez Arias unterwegs, als das Fahrzeug mit einer Trambahn kollidierte. Mehrere Menschen starben, viele andere überlebten schwer verletzt.

Für Frida folgten Monate schmerzhafter und teurer Therapie. Sie wurde in Gipsverbände und Korsetts gesteckt, die sie unbeweglich machten, und mußste einige grausame Operationen über sich ergehen lassen, deren Ausgang ungewiss war. Doch die Hölle, durch die sie ging, rührte nicht nur von den körperlichen Schmerzen - das junge Mädchen litt enorm unter der Isolation und Einsamkeit, die ihr verheerender Zustand mit sich brachte.

Die Malerei half Frida, diese Zeit zu überstehen - mit dem Pinsel konnte sie ihre Gefühle ausdrücken. Ihr Vater Guillermo, ein Fotograf, und ihre Mutter Matilda verkauften fast alles, was sie besaßen, um die Behandlungen finanzieren zu können. Trotz ihrer katastrophalen Finanzlage unterstützten sie Fridas neu entdecktes Interesse am Malen und schenkten ihrer ans Bett gefesselten Tochter eine speziell konstruierte Staffelei. Und sie statteten ihr Baldachin-Bett mit einem Spiegel aus, so dass sie sich selbst als Modell dienen konnte.

Als Frida endlich wieder gehen konnte, suchte sie den berühmten Maler Diego Rivera (ALFRED MOLINA) auf und bat ihn um eine professionelle Einschätzung ihrer Arbeit - eine Unverfrorenheit, die viel Mut erforderte. Diego war angetan - nicht nur von ihrem eindrucksvollen Werk, sondern auch von der Beharrlichkeit der jungen Künstlerin, ihrem Charme und ihrer Schönheit.

Nach Aussagen von beiden sollte dieses Treffen ihr ganzes weiteres Leben bestimmen. "Ich wusste es damals noch nicht, aber Frida war bereits der wichtigste Faktor meines Lebens geworden", sagte Diego über ihre Begegnung im Kulturministerium.

Für Frida war Diegos Unterstützung der entscheidende Punkt in ihrer künstlerischen Entwicklung. Später allerdings, nach einem besonders schwerwiegenden Fehltritt Diegos, hatte sie eine andere Sicht auf die Wucht ihrer Beziehung. Diego und Frida heirateten am 21. August 1929 in Coyoacan.

Fridas Mutter war gegen die Verbindung, auch wenn Diego sie großzügig unterstützte. Ihr schienen Diego und Frida nicht füreinander geschaffen. Sie hob die 21 Jahre Altersunterschied hervor, verwies auf seine zahlreichen Affären und sein Übergewicht. Auch der Freundeskreis des Paares, Künstler und Intellektuelle, darunter die Fotografin Tina Modotti (ASHLEY JUDD) und der Wandmaler David Siqueiros (ANTONIO BANDERAS), hatten ihre Zweifel an der Zukunft dieser Ehe. Doch Frida und Diego glaubten, sie seien füreinander bestimmt. Sie versprachen sich zwar nicht die Treue, wohl aber immer währende Loyalität.

Diegos Exfrau Lupe Marin (VALERIA GOLINO) wurde zu einem wichtigen Bestandteil ihres gemeinsamen Lebens. Nachdem sie ihre ersten Eifersüchteleien überwunden hatten, wurden Lupe und Frida gute Freundinnen.

1930 erhielt der rastlose Diego einige Aufträge für Wandmalereien in den Vereinigten Staaten. Er und Frida reisten nach San Francisco, Detroit und New York, wo er eine Serie von Fresken für öffentliche und private Gebäude schuf. Während der Reise wurde Frida schwanger. Sie war außer sich vor Freude, doch Diego sorgte sich um ihre Gesundheit und ihre Fähigkeit, ein Kind auszutragen.

Das Paar wurde zum Mittelpunkt städtischer Künstlerkreise. Diego war verrückt nach dem Ruhm und stürzte sich in zahlreiche Affären. Doch Frida, die ebenfalls ihre Liebhaber hatte, Männer und Frauen, vermisste das Land und die Menschen in Mexiko.

Sie erlitt eine Fehlgeburt. Aus ihrem Schmerz darüber und ihrer Einsamkeit entstanden Bilder wie "Henry Ford Hospital" (1932), "Selbstporträt an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten" (1932) und "Da hängt mein Kleid" (New York, 1933). Als ihre Mutter starb, kehrte Frida kurz zur Beerdigung in ihre Heimat zurück. Sie fand ihre Schwester, die ihren Mann verlassen hatte, in einem Zustand tiefer Depression.

Obwohl sie lieber in Mexiko geblieben wäre, sah sich Frida gezwungen, in die Vereinigten Staaten zurückzukehren, weil sich Diego in einen von der Presse breitgetretenen Streit mit Nelson Rockefeller (EDWARD NORTON) verwickelte.

Rockefeller verlangte von Diego, Lenins Porträt, an dem Diego arbeitete, aus dem Wandgemälde im Rockefeller Center zu entfernen. Als Diego sich weigerte, wurde er von Rockefeller gefeuert - der daraufhin das Gemälde zerstören ließ. Diego war wütend und deprimiert.

1933 kehrten die beiden nach Mexiko zurück und zogen in ein Haus in San Angel, das ihr Künstlerfreund Juan O'Gorman entworfen hatte. Ihr neues Heim in der Nähe von Coyoacan im Süden von Mexiko-Stadt bestand aus zwei Zwillingshäusern im Bauhaus-Stil, die durch eine Brücke verbunden waren. Diego verfiel immer mehr seiner Depression und begann eine Affäre mit Fridas Schwester Cristina (MIA MAESTRO). Die Entdeckung dieser Verbindung war für Frida ein großer Schock. Damit hatte Diego eine Grenze überschritten - Frida verließ ihren Mann.

Drei Jahre später ging Diego mit einem Anliegen auf Frida zu: Er bat um ihre Unterstützung bei der Unterbringung des russischen Revolutionsführers Leo Trotzki (GEOFFREY RUSH), dem der mexikanische Präsident Cardenas auf Diegos Drängen hin Exil gewährt hatte. Frida willigte ein und richtete das Haus ihrer Familie her.

Im Januar 1937 bezogen Trotzki und seine Frau Natalia Sedova in Fridas Elternhaus Quartier, das in eine improvisierte Festung verwandelt worden war, ausgestattet mit bewaffneten Wächtern, Luken für Maschinengewehre und zugemauerten Fenstern. Trotzki faszinierte Frida und Diego mit seinem Verstand, seinem Intellekt, seinem Mut und seiner Leidenschaft. Zusammen mit dem Surrealisten André Breton besuchten die Riveras und Trotzkis die Ruinen von Teotihuacan und debattierten über Politik und Kultur. Trotzki und Frida fühlten sich von Anfang an zueinander hingezogen.

Breton war ein großer Bewunderer von Fridas Werk. Er versprach, für Frida Ausstellungen in New York und Paris zu organisieren.

Nach zwei Jahren in Fridas Haus - in dieser Zeit wurde aus der Anziehung eine Liebesaffäre - zog Trotzki weiter, getrieben von der Eifersucht seiner Frau. Frida ging ihre eigenen Wege mit dem Ziel, unabhängig zu sein. Bretons Ausstellungsversprechen erfüllte sich in Paris im Januar 1939. Der Louvre erwarb eines ihrer Gemälde, "Selbstporträt (Der Rahmen)" von 1938. Es sollte das erste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers sein, das in dem berühmten französischen Museum seinen Platz fand.

Die Protzereien der Pariser Intellektuellen und Kritiker langweilten Frida. Sie sehnte sich nach Diego und nach Mexiko. Ermutigt von ihrem Erfolg in Europa kehrte sie nach Hause zurück - bereit, ihr Leben mit Diego weiterzuführen. Doch bei ihrer Ankunft empfing Diego sie mit dem Wunsch, sich scheiden zu lassen. Er plante einen Umzug nach Kalifornien.

Fridas Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Aber diese dunkle Zeit wurde zu einer ihrer produktivsten künstlerischen Phasen. Jetzt entstanden Werke, die viele für ihre besten halten, darunter "Die beiden Fridas" (1939), "Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar" (1940), "Der Traum oder das Bett" (1940) und "Verwundeter Tisch" (1940). Dann wurde Trotzki ermordet, und Frida und Diego wurden der Kollaboration verdächtigt. Frida wurde von der Polizei verhört, die nach Diego fahndete.

Trotzkis Tod und Diegos Abtauchen trugen dazu bei, dass Fridas Zustand immer kritischer wurde und sie neue Rückenoperationen zu überstehen hatte. Bei all den Torturen war sie von einem Gedanken getrieben: Der Sehnsucht zu malen. Frida wurde von Diegos Rückkehr und seiner Bitte überrascht, wieder zu heiraten.

Sie willigte ein, getröstet von dem Gedanken, dass die Liebe ihres Lebens zu ihr zurückgekehrt war. Die Hochzeit fand im Dezember 1940 statt. Für Frida und Diego begann eine Zeit des ehelichen Glücks und der gemeinsamen Arbeit.

Sie kehrte in ihr Elternhaus zurück und strich das pinkfarbene Gebäude kobaltblau. Frida sammelte in dem "Blauen Haus", als das es berühmt wurde, Kunstgegenstände aller Art, Möbel der Eingeborenen, Pflanzen und Scharen von Tieren, darunter Affen, Papageien, haarlose Hunde, Vögel und Rehe.

Doch weitere Operationen und Krankenhausaufenthalte folgten. In dieser von Schmerzen geprägten Zeit entstanden einige ihrer berühmtesten Bilder, darunter "Die gebrochene Säule" (1944), "Mir bleibt nicht die geringste Hoffnung" (1945) und "Moses" (1946).

Während ihres neunmonatigen Krankenhausaufenthalts 1950 war Diego an Fridas Seite, ebenso bei der Amputation ihres rechten Beins 1953. Im gleichen Jahr fand ihre erste Einzelausstellung in Mexiko-Stadt statt - für sie die Erfüllung eines lebenslangen Traumes. Frida nahm in ihrem Himmelbett an der Eröffnung teil. Aber ihre Abhängigkeit von Schmerzmitteln, die endlose Serie von Infektionen und Komplikationen machten ihr Leben unerträglich.

Am Abend des 12. Juli 1954 - sie hatte Lungenentzündung - rief Frida Diego an ihr Bett und schenkte ihm zu ihrem 25. Hochzeitstag einen antiken Ring. Doch der Tag des Jubiläums war erst in zwei Wochen. In dieser Nacht zum 13. Juli 1954, eine Woche nach ihrem 47. Geburtstag, starb Frida Kahlo im Schlaf.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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