Manhattan Love Story

Produktionsnotizen

"Marisas Wandlung besteht darin, dass sie in ihrem Leben die Balance findet zwischen dem, was gut für sie, und dem, was gut für ihren Sohn ist. Außerdem realisiert sie, dass es völlig in Ordnung ist, mehr vom Leben zu wollen und dieses Ziel auch zu verfolgen."

So beschreibt Jennifer Lopez ihre Rolle als Hotelangestellte, die in MANHATTAN LOVE STORY für eine Romanze alles riskiert. "Marisa hat viel Power und geht ihren eigenen Weg. Dennoch schafft sie es, ihre Familie und Freunde nicht zu vernachlässigen. Dann jedoch findet sie die Liebe ihres Lebens und verliert darüber die Kontrolle. Das Ganze ist witzig und wirkt dennoch realistisch."

Das Projekt nahm seinen Lauf, als Edmont Dantes' Drehbuch Elaine Goldsmith-Thomas vorgelegt wurde, der ehemaligen Agenturleiterin des New Yorker Büros von International Creative Management. Joe Roth gab ihr das Drehbuch, um Julia Roberts zur Zusage zu bewegen. "Zum damaligen Zeitpunkt handelte das Skript noch von einem Zimmermädchen und einem britischen Prinzen, die sich ineinander verlieben", erinnert sich Goldsmith-Thomas. "Es hatte noch einen wesentlich märchenhafteren Touch, die Figuren waren viel vordergründiger. Man wurde unwillkürlich an Aschenputtel erinnert."

Roberts lehnte dankend ab, doch Goldsmith-Thomas wollte die Chance, aus dem Drehbuch etwas Besonderes zu machen, nicht ungenutzt verstreichen lassen. "Es beinhaltete viele Elemente aus klassischen Komödien wie etwa Roman Holiday (Ein Herz und eine Krone, 1953), Working Girl (Die Waffen der Frauen, 1988) und Pretty Woman (Pretty Woman, 1989)", erklärt sie, "doch der Story fehlte der Realitätsbezug." Nachdem sie als Partnerin zu Roths Revolution Studios stieß, wurde ihr die Leitung der Unternehmensaktivitäten an der Ostküste übertragen. Roth erkundigte sich, ob Goldsmith-Thomas das Skript weiterentwickeln wolle. Bereitwillig akzeptierte sie den Vorschlag und begann damit in groben Zügen die neue Richtung festzulegen, die das Projekt nehmen sollte.

Dabei kooperierte sie eng mit ihrer Produktionspartnerin Deborah Schindler (How Stella Got Her Groove Back, Stella's Groove - Männer sind die halbe Miete, 1998; Waiting to Exhale, Waiting to Exhale - Warten auf Mr. Right, 1995) von Red Om Films. Schindler, die Chefin von Red Om Films, bemerkt: "Die Story ist zeitlos und hat dennoch einen modernen Anspruch."

Für die zentrale Figur der Marisa Ventura kontaktierte Goldsmith-Thomas ihre Freundin Jennifer Lopez. Sie diskutierten über den einzigartigen Flair von New York und wie es war, außerhalb des Schlaraffenlandes aufzuwachsen und immer nur - sehnsüchtig das Gesicht an die Scheibe gepresst - auf Einlass zu hoffen. "Da ich aus dem San Fernando Valley stamme, bestanden meine Ambitionen immer darin, näher am Ventura Boulevard zu wohnen", erinnert sich Goldsmith-Thomas.

"Meine Träume waren nicht sehr ausgefallen, befürchte ich. Doch Hollywood lag gleich hinter dem Hügel und ich wollte, ebenso wie Jennifer, es dort schaffen. Offensichtlich realisierten wir beide, dass wir das Zeug dazu hatten, uns den Zugang zu erkämpfen. Mitte der 90er Jahre zog ich schließlich nach New York City. Mich befiel sofort ein riesiger Kulturschock. Das Leben war schnell, die Leute clever und hart im Nehmen. Doch sie haben mir imponiert, besonders die Pendler. Sie waren die ausgeschlossenen Arbeiter, die lieber in der Eckkneipe ein Bier trinken, als schick essen zu gehen. Leute, die sich die Stadt nicht leisten können, für die sie arbeiten."

"Jennifer blieb ein Wochenende lang bei mir und wir haben uns bis in die Nacht hinein über die Handlung unterhalten", erzählt Goldsmith-Thomas. "Sie konnte ihre Rolle verstehen, wie ich es nicht konnte. Sie erklärte mir, was für eine Art Mensch Marisa Ventura sei, wie ihr Leben abläuft und auf was sie stolz ist. Jennifer öffnete uns die Augen für die Nuancen, die Marisas Figur authentisch erscheinen lassen."

Nach der Zusage von Jennifer Lopez engagierten Elaine Goldsmith-Thomas und Deborah Schindler Regisseur Wayne Wang, der schon The Joy Luck Club (Die Töchter des Himmels, 1993) und Smoke (Smoke, 1995) inszeniert hatte. "Er hat sein Können nicht nur mit Werken wie Smoke und Chan Is Missing (Chan ist verschwunden, 1995) bewiesen, sondern großes Feingefühl bei der Umsetzung von Stoffen mit ausgeprägten Charakterrollen gezeigt. Diese Kombination erschien uns ideal für die Geschichte."

"Seine Filme lieben wir besonders deshalb, weil sie nie mit den Genre-Regeln konform gehen", fügt Goldsmith-Thomas hinzu. "Wir brauchten jemanden mit Sinn für Realität. Weil wir ihm versprachen, das Projekt recht bodenständig zu halten, willigte Wayne ein."

Ein Element, das dem Regisseur besonders zusagte, war der Aspekt der Zweiklassengesellschaft. Denn in MANHATTAN LOVE STORY treffen zwei Welten aufeinander und vermischen sich. Zum einen gibt es da die wohl situierten Stammkunden des Luxushotels in Manhattan, zum anderen die Leute, die dort hinter den Kulissen arbeiten. "Der Film handelt von mehr als nur einer Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen aus komplett verschiedenen Welten. dass sie sich ineinander verlieben, ist noch das Einfachste", erklärt Wang. "Sie müssen zudem Verständnis füreinander aufbringen und gegenseitigen Respekt entwickeln. Deshalb funktioniert die Story."

Als Nächstes wurde Kevin Wade engagiert, der Mann, der Working Girl geschrieben hatte. "Kevin war einfach ein wunderbarer Kollege", schwärmt Goldsmith-Thomas. "Er hat sich unsere Ideen angehört und daraus eine schöne Geschichte entwickelt."

Wade verdeutlicht: "Ich habe mich bewusst an die Struktur der ursprünglichen Idee über eine hart arbeitende Frau gehalten, die die Chance bekommt, ihre Träume zu verwirklichen. Das, was mich faszinierte, war, sie nicht als Frau darzustellen, die ihrem Prinzen hinterherrennt. Denn sie hat Angst, den sicheren Status zu gefährden, auf den sie für sich und ihren Sohn so lange hingearbeitet hat. Das gab mir die Gelegenheit, sowohl komische Elemente als auch eine große Spannung aufzubauen."

Wie ihre Darstellerin Jennifer Lopez wurde auch Marisa Ventura in der Bronx als Kind puerto-ricanischer Eltern in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. "Ich konnte mich in dieses Mädchen besser hineinfühlen als in alle meine vorherigen Rollen", unterstreicht Lopez. "Ich wusste, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören und nicht zu wagen, von einem besseren Leben zu träumen."

Obwohl der Film die Ereignisse mit viel Humor erzählt, bewundert Lopez dennoch dessen grundsätzliche Realitätsnähe. "Marisa hat ihre eigenen Bedürfnisse zurückgeschraubt - wie so viele Mütter, besonders die allein erziehenden", erklärt sie. "Der Film handelt davon, wie sie schließlich ihr Leben in den Griff bekommt, sich um ihre eigenen Bedürfnisse kümmert und dennoch gleichzeitig ihren Sohn versorgt."

Den Part des Christopher Marshall, des reichen Sohns eines prominenten Politikers, wollten Goldsmith-Thomas, Schindler, Wang und Lopez mit jemandem besetzen, der das gewisse Etwas eines Cary Grant besitzt. "Ich glaube, es war Jennifer, die Ralph als Erste vorschlug", erzählt Goldsmith-Thomas. "Obwohl ihn noch niemand von uns in einer romantischen Komödie hat spielen sehen, war uns klar, dass er eine romantische Hauptrolle spielen konnte. Ralph ist ein außergewöhnlicher Schauspieler. So hefteten wir uns an seine Fersen, bettelten ihn an und haben ihm so lange schöne Augen gemacht, bis er nicht mehr Nein sagen konnte."

Der Oscar®-nominierte Mime brachte bereits zusammen mit seiner Partnerin Kristin Scott Thomas in The English Patient (Der englische Patient, 1996) die Herzen des Publikums zum Schmelzen. "Ralph war äußerst liebenswürdig, süß und offen dafür, seine weiche Seite zum Vorschein zu bringen", erinnert sich Goldsmith-Thomas.

Was Fiennes für MANHATTAN LOVE STORY einnahm, war dessen "Zauber", wie er sagt. "Es geht um die Fantasie und Träume der Menschen. Wirklich witzige Situationen entstehen, wenn man sich plötzlich in der Realität wiederfindet."

dass Lopez die Hauptrolle übernahm, erklärt Fiennes, "machte es für mich persönlich interessant und schuf ein gutes Gegengewicht für meine Figur. Sie strahlt eine große Anziehungskraft und diese ikonenhafte Aura aus."

Wang sah in Fiennes' wohl erzogener Art das perfekte Gegenstück zu Lopez' abgebrühtem, freimütigem Pragmatismus. "Weil Ralph so hartnäckig darauf bestand, seiner Figur Authentizität zu verleihen, mußsten wir so arbeiten, dass die komischen Elemente auch glaubwürdig erscheinen", erinnert sich Wang. "Ich habe versucht, ihm das Umfeld zu geben, in dem er natürlich arbeiten konnte, so dass die Komik aus dieser speziellen Situation der Figur entstand. Bei Jennifer mußsten wir eher dafür sorgen, dass sie sich gehen lassen und Dinge ausprobieren konnte. Sie hat bei jedem Take etwas Neues versucht und jedes Mal kam etwas anderes Lustiges dabei heraus."

Produzent Paul Schiff sah in dem Kontrast zwischen den Persönlichkeiten von Ralph Fiennes und Jennifer Lopez einen perfekten Spiegel ihrer Filmrollen: "Zwei Menschen, die auf völlig verschiedene Arten schauspielern und Charaktere verkörpern, die sich an entgegengesetzten Enden der sozialen Leiter befinden - das erschien uns ideal dafür, ihre einzigartige Anziehungskraft füreinander darzustellen."

Unter der Oberfläche haben Fiennes' und Lopez' Charaktere aber auch viel gemeinsam. "Beide fühlen sich wegen der nahenden Veränderungen in ihrem Leben unwohl, obwohl Christopher und Marisa vollkommen in der Lage sind, Herausforderungen anzunehmen", erklärt Schindler. "Christopher hat Probleme damit, sich als Kandidat für den Senatorenposten zu sehen und in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten. Marisa steht kurz davor, in eine leitende Position aufzusteigen. Weil ihr ihre Mutter aber stets den Wind aus den Segeln genommen und sie entmutigt hat, fühlt sie sich nicht dazu im Stande."

Während beide im beruflichen wie persönlichen Leben vor einer Wendung stehen, erscheint die Romanze zwischen ihnen laut Fiennes wie eine göttliche Fügung. "Christopher lernt von Marisa, sich selbst treu zu bleiben", verdeutlicht der Schauspieler. "Sie gibt ihm ein Gefühl dafür, wie es weitergehen soll. Er dagegen ermutigt sie und treibt sie an, an sich selbst zu glauben. In gewisser Weise sind die beiden sich gerade zum rechten Zeitpunkt über den Weg gelaufen."

Fiennes verbrachte als Vorbereitung auf seine Rolle einige Zeit mit einem New Yorker Politiker. Außerdem informierte er sich über das Leben von John F. Kennedy jr. und studierte Videos von Andrew Cuomo. Beide Männer hatten große politische Pläne und wurden, wie Christopher Marshall, mit ihren berühmten Vätern verglichen.

Lopez dagegen informierte sich bei allein erziehenden Müttern und echten Hausmädchen über ihre Rolle. Außerdem konnte sie von ihren eigenen Erfahrungen aus der Jugend in der Bronx profitieren. "Jennifer hat sich, bis sie 15 Jahre alt wurde, ein Bett mit zwei ihrer Schwestern geteilt", bemerkt Goldsmith-Thomas. "Noch näher kann eine Schauspielerin kaum an die Figur der Marisa herankommen."

Mehr als 1000 junge Schauspieler wurden in New York, Los Angeles und Miami für die Schlüsselrolle des Ty, Marisas zehnjährigem Sohn, gecastet. Als Tyler Garcia Posey, der derzeit auf PAX-TV in "Doc" zu sehen ist, mit Jennifer Lopez für die Rolle vorsprach, war seine Eignung für den Part sofort offensichtlich. "Unser wirklich brillanter Besetzungschef Todd Thaler entdeckte Tyler und arbeitete mit ihm", erinnert sich Goldsmith-Thomas. "Jennifer und Ralph verkörpern in diesem Film die Liebe, Ty das Herz."

Wie Posey gibt auch Marissa Matrone in MANHATTAN LOVE STORY ihr Leinwanddebüt. Auch sie wurde von Thaler entdeckt. "Todd hat ein Demoband von ihr vorgeführt. Als wir es sahen, konnten wir uns vor Lachen kaum beruhigen", erzählt Lopez. Matrone passte perfekt in die Rolle der Stephanie, Marisas bester Freundin. "Als ich mit dem Lesen des Drehbuchs begann, mußste ich unwillkürlich an all meine Cousins in der Bronx denken", erinnert sich Matrone. "Sie alle haben ein riesiges Herz und eine ganz große Klappe. Ich sage euch, in Brooklyn tragen alle das Herz auf der Zunge."

Die Rolle der Caroline, der zickigen, verwöhnten Society-Lady, mit der Lopez verwechselt wird, übernahm Natasha Richardson. Die gefeierte Schauspielerin genoss die Möglichkeit, einmal eine hohle, eitle und frivole Figur zu verkörpern. "Ich bin es gewöhnt, Leute zu spielen, die in den dunklen Ecken der Seele herumstöbern. Deshalb war es toll, etwas derart Frisches, Leichtfüßiges zu spielen", schwärmt Richardson. "Caroline ist so von sich eingenommen, dass sie gar nicht mehr merkt, wie niederträchtig sie die Leute behandelt", verdeutlicht sie. "Natürlich hätte das auch sehr flach ausfallen können, doch dank Kevins großartigem Drehbuch kann man ihre unterschwellige Verzweiflung spüren, mit der sie vergeblich hinter Christopher her ist."

Am Set ermutigte Wayne Ralph Fiennes und Stanley Tucci dazu, viel zu improvisieren. Tucci spielt den Wahlkampfmanager Jerry Siegel. Den Großteil ihrer gemeinsamen Zeit auf der Leinwand sieht man sie darüber streiten, wer Christophers weitere politische Karriere lenken darf. Beide können auf langjährige Bühnenerfahrung zurückgreifen und sind sich vollkommen darüber im Klaren, dass "Schauspielerei größtenteils aus Zuhören, Reagieren und spielerischem Gespür besteht, was besonders bei diesem leichten Material von Bedeutung ist", verrät Fiennes. "Stanley und ich haben einfach unseren Spaß gehabt, uns die Stichworte zugeworfen und improvisiert."

An der Seite seiner britischen Landsleute Fiennes und Richardson agiert Comedy-Veteran Bob Hoskins, der das Publikum bereits mit Auftritten in Who Framed Roger Rabbit (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, 1988), Hook (Hook, 1991) und Sweet Liberty (Sweet Liberty, 1985) begeisterte. In MANHATTAN LOVE STORY verkörpert er Lionel, den überkorrekten britischen Butler des Beresford Hotel. Er hält im Hintergrund seine schützende Hand über Marisa, besonders nachdem er von ihrer geheimen Romanze erfährt. "Die englischen Butler sind die allerbesten", erklärt Hoskins, dem sein vergnügter Chauvinismus keineswegs peinlich ist. Um seine Darbietung so echt wie möglich zu gestalten, studierte er aufmerksam das "Butler's Manual". Die intensive Recherche zahlte sich nach Schindlers Meinung auf jeden Fall aus: "Bob hat seiner Figur so viel Witz und Menschlichkeit verliehen, dass er immer mehr Leinwandzeit zugebilligt bekam. Wir konnten von Lionel einfach nicht genug bekommen."

Schließlich vervollständigen so namhafte Darsteller wie Frances Conroy ("Six Feet Under"), Amy Sedaris ("Sex and the City", "Strangers With Candy"), Chris Eigeman (Metropolitan, Metropolitan - Verdammt, bourgeois, verliebt, 1990; Barcelona, Barcelona, 1994) und Priscilla Lopez ("A Chorus Line") das Ensemble. "Eine Besetzung, wie man sie nur in einer Stadt wie New York findet", schwärmt Schiff.

Über die Produktion "Dreharbeiten in Manhattan können recht kompliziert werden", verdeutlicht Produzent Paul Schiff, "doch die Energie dieser Stadt, ihr pulsierender Rhythmus und die Gesichter der Komparsen machen das mehr als wett."

Bevor die Dreharbeiten zu MANHATTAN LOVE STORY begannen, besichtigte das Team Dutzende von Luxushotels in Manhattan, um die majestätische Aura zu finden, die das Beresford Hotel umgeben sollte. Die Hotelszenen hätten auch im Studio gefilmt werden können, doch Wayne bestand auf echten Drehorten. "Wenn man hinter die Fassaden des Etablissements blickt, soll es auch real wirken."

Produktionsdesignerin Jane Musky führte die Filmemacher schließlich in das legendäre Waldorf Astoria Hotel auf der Park Avenue, wo der Großteil der Dreharbeiten stattfand. "Das Waldorf ist der Prototyp eines großen, luxuriösen Hotels", erklärt Musky. "Seine Lobby ist größer als die aller anderen Hotels in Manhattan, außerdem arbeiten dort mehr Leute." Das Waldorf kann darüber hinaus als einziges existierendes Hotel in Manhattan eine komplette Filmcrew beherbergen, ohne dass diese den Tagesbetrieb stört.

Der Oscar®-gekrönte Kostümdesigner Albert Wolsky gab den Entwürfen für die Uniformen der Angestellten seine übliche Präzision, insbesondere denen der Zimmermädchen. Nachdem er sich über die Arbeitskleidung der Bediensteten in Hotels wie dem St. Regis, dem Waldorf und dem Plaza informiert hatte, entwickelte er die Kostüme der Zimmermädchen. Doch er warnt davor, sich nicht von den einfachen, gut sitzenden Outfits täuschen zu lassen: "Ich empfinde die Uniform als wichtigstes Kostüm des gesamten Films. Darin vollbringt Jennifer die tollsten schauspielerischen Leistungen. Außerdem steht es ihr hervorragend."

Die Szene, in der Marisas Kollegen sie für den bevorstehenden Ball von einem Zimmermädchen in eine Prinzessin verwandeln, wurde minutiös geplant. Die Momente, in denen sie keine Uniform trägt und speziell jene Party-Sequenz, in der sie ein von Bob Mackie designtes pfirsichfarbenes Chiffonkleid und ein Harry-Winston-Collier trägt, verdeutlichen laut Wolsky die Art, wie Marisa von der Außenwelt wahrgenommen wird. "Christopher hat sie zwar schon zuvor gesehen, aber nur in Uniform. Deshalb hat er sie überhaupt nicht wahrgenommen. Als sie jedoch die Hotelsuite in einem Dolce-&-Gabbana-Outfit betritt, ist sie zwar noch dieselbe Person, aber nicht mehr unsichtbar."

Während der Filmarbeiten versammelten sich oft große Scharen von Lopez-Fans und Schaulustigen vor dem Waldorf Astoria, doch an den Tagen, in denen sie im Zimmermädchen-Outfit drehte, wurde sie interessanterweise kaum bemerkt.

Der viel gepriesene Kameramann Karl Walter Lindenlaub kooperierte eng mit Regisseur Wayne Wang, um den visuellen Kontrast zwischen den beiden Welten zu akzentuieren, die innerhalb des Beresford Hotel existieren. Der U-Boot-artige Keller des Etablissements wurde in den tatsächlichen Versorgungsräumen des Waldorf gedreht. Die düsteren, künstlich beleuchteten Räume mit den unverkleideten Leitungen sind äußerst eng. Die Luxussuiten in den oberen Stockwerken wurden jedoch im Studio nachgebaut und aufwendig dekoriert, um sie noch einladender und pompöser wirken zu lassen. "Wir haben die oberen Räume in wunderbar warmes Licht getaucht", verdeutlicht Wang. "Alles wirkt sehr ruhig und luftig im Vergleich zu den lauten, beengten Kellerräumen mit den niedrigen Decken."

Für das Haus, in dem Lopez' Figur lebt, suchte Wang nach einer Gegend in der Bronx, die zwar arm, aber dennoch einigermaßen geschmackvoll und vertrauenswürdig aussehen sollte und damit Marisas Persönlichkeit widerspiegelt. Musky, die schon früher in der Bronx gedreht hat und unlängst Finding Forrester (Forrester - Gefunden, 2000) dort filmte, entdeckte eine geeignete Gruppe von Zweifamilienhäusern in der Gegend um Morris Heights. "Ich kenne die Leute in der Bronx", sagt sie, "und sie sind, egal wie bescheiden die Verhältnisse sind, äußerst stolz auf das, was sie besitzen. Ich fand, dass wir dieser Haltung Respekt zollen sollten." Das Erscheinungsbild jener Gegend wird dominiert von den überirdisch gelegenen U-Bahnen, die Musky als omnipräsentes Bindeglied zwischen Marisas Heimat und Downtown Manhattan empfand.

Die Umgebung von Marisas Wohnhaus wurde am Clifford Place gedreht, einer kurzen Straße, die in eine steile Treppe mündet, über die man zum Grand Concourse gelangt. "Wir haben uns für diese Location entschieden, weil sie zweierlei Zwecke erfüllt. Sie verdeutlicht, dass Marisa und ihr Sohn jeden Tag diese anstrengende Treppe erklimmen müssen, um zur Arbeit zu gelangen, und versinnbildlicht den Daseinskampf dieser Frau", erklärt Musky. "Zur gleichen Zeit aber lebt sie in diesem hübschen kleinen Zweifamilienhaus, das sozusagen eine Oase für Marisa und ihren Sohn darstellt."

Die Innenräume hingegen wurden in einem etwas größeren Haus um die Ecke in der Townsend Avenue gefilmt. Dieses veränderte das Team so, dass Ty das Schlafzimmer bekam, um Marisa im Wohnzimmer schlafen zu lassen. Was, so fand Musky heraus, von allein erziehenden Müttern häufig praktiziert wird.

Anschließend zog der Produktionstross in die Borough Hall von Brooklyn um, die als Christopher Marshalls Büroräume in Albany herhalten mußste. Zu den weiteren New Yorker Traditionsstätten, die für den Dreh genutzt wurden, zählt die New York Public Library auf der Fifth Avenue sowie das Metropolitan Museum of Art. Dort wurde der Ball gefilmt, der magische Abend voller Romantik zwischen Marisa und Christopher.

Die neutrale Zone, in der sich die "oberen" und "unteren" Charaktere treffen und die zarte Liebesgeschichte ihren Lauf nimmt, wurde an verschiedenen öffentlichen Orten in New York aufgenommen, wo Klassenunterschiede keine Bedeutung haben. Eine dieser markanten Stätten war der Central Park und dessen Zoo, hinter dem die malerische Kulisse von Manhattan aufragt. "Wayne legte gesteigerten Wert auf die Skyline", erinnert sich Musky. "Weil er Marisa und Christopher vor dieser riesigen Kulisse abbildete, verlieh er ihrer Begegnung eine gewisse Intimität."

Wenn sie nach der Botschaft des Films gefragt wird, zögert Goldsmith-Thomas immer einen kurzen Augenblick und sagt dann: "Nun, nicht wirklich. Vielleicht. Ich denke schon. Jaaaa. Jetzt, wo Sie's sagen ... Die Botschaft lautet: Wenn man etwas unbedingt will, wirklich begehrt, dann mußs man bereit sein, alles, was man hat, zu riskieren, um das Gewünschte zu bekommen. In unserer Komödie setzt jeder der Hauptdarsteller alles auf eine Karte, um dem Glück etwas näher zu kommen. Aber eigentlich habe ich noch nie darüber nachgedacht, bevor Sie mich gefragt haben."

Und nun noch etwas für die Hundebesitzer, die wissen wollen, wie der schöne graue Weimaraner Rufus zu seiner Rolle kam: "Er ist mit einem der Produzenten ins Bett gegangen", verrät Goldsmith-Thomas.

Der Rest ist Schweigen.

Szenenfoto
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