Dem Himmel so fern

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Oscar® • Produktionsnotizen • Filmplakat im Großformat: Deutschland

Titel Deutschland: Dem Himmel so fern
Titel USA: Far From Heaven
Genre: Melodram
Farbe, USA, Frankreich, 2002

Kino USA: 8. November 2002
Kino Deutschland: 13. März 2003
Laufzeit Kino: 107 Minuten, FSK 6

DVD Deutschland: 3. Dezember 2003
Laufzeit DVD: 103 Minuten

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Inhalt Es ist Herbst in Hartford, Connecticut, und wir schreiben das Jahr 1957. Cathy Whitaker hat Einkäufe getätigt. Gerade ist sie wieder nach Hause gekommen. Während Sybil, das Dienstmädchen, ihr hilft, den Wagen leer zu räumen, sollen David und Janice, die Kinder der Whitakers, schon einmal die Vorbereitungen fürs Abendessen treffen. Jetzt erwartet sie ihren Mann, Frank, der Chef der Magnatech TV Sales Company ist. Das Problem ist jedoch, dass weder Cathy noch Sybil etwas von Mr. Whitaker gehört haben ...

Cathy und Frank sind "die Whitakers", eine perfekte vorstädtische Einheit mit einem schönen Haus, einem gepflegten Garten, entzückenden Kindern und schwarzen Dienstboten. Die beiden werden als Mr. und Mrs. Magnatech gefeiert. Für ein Lokalblatt gibt Cathy gerade ein Interview und steht als ideale Hausfrau und Gattin eines bewunderungswürdigen Geschäftsmannes Modell.

Ihr Blick schweift aus dem Fenster und fällt auf einen schwarzen Mann, der in ihrem Garten steht. Irritiert, aber höflich fragt sie den Fremden, ob sie ihm helfen kann. Er stellt sich als Raymond Deagan vor, er ist der Sohn des verstorbenen Gärtners, der nun dessen Aufgaben übernehmen wird. Ihre Freundlichkeit gegenüber dem Dienstmann wird in dem bald erscheinenden Porträt über das ideale Paar erwähnt werden ...

Ein Element in dem Gefüge aber ist verrutscht: Cathy entdeckt eines Tages zufällig die geheimen sexuellen Neigungen ihres Mannes. Bald ist in der scheinbar perfekten Welt der Whitakers nichts mehr in Ordnung. Als Cathy eine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Gärtner Raymond aufnimmt, treten Klatsch und Verleumdung auf den Plan. Cathy wird aber auch zum ersten Mal mit ihren eigenen Sehnsüchten konfrontiert ...


Darsteller & Stab Darsteller: Julianne Moore (Cathy Whitaker), Dennis Quaid (Frank Whitaker), Dennis Haysbert (Raymond Deagan), Patricia Clarkson (Eleanor Fine), Viola Davis (Sybil), James Rebhorn (Dr. Bowman), Bette Henritze (Mrs Leacock), Michael Gaston (Stan Fine), Ryan Ward (David Whitaker), Lindsay Andretta (Janice Whitaker), Jordan Puryear (Sarah Deagan), Kyle Smith (Billy Hutchinson), Celia Weston (Mona Lauder), Barbara Garrick (Doreen), Olivia Birkelund (Nancy), Stevie Ray (Dick Dawson)

Stab:Regie: Todd Haynes • Produzenten: Jody Patton, Christine Vachon • Drehbuch: Todd Haynes • Vorlage: - • Filmmusik: Elmer BernsteinKamera: Edward Lachmann • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Mark Friedberg • Schnitt: James Lyons • Kostüme: Sandy Powell • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Ihr Leben war perfekt ... bis sie entdeckte, dass es Fassade war! Ein Film über Doppelmoral und die Übermacht gesellschaftlicher Konventionen.

taz - Tageszeitung: Dem Himmel so fern ist kein 'period piece' in dem Sinne, dass eine vergangene Zeit rekonstruiert würde. Vielmehr rekonstruiert der Film ? ähnlich wie François Ozons "8 Femmes" ? die Filme jener Zeit, mithin die Fiktionen, die sich diese Zeit von sich selbst machte. Es sind dies die Melodramen der 50er-Jahre mit ihrer abundanten Farbigkeit, ihrem Suburbia-Setting, ihren indirekten Kameraeinstellungen und ihren Konflikten, die weniger die der einzelnen Figuren sind, sondern solche, die persönliches Leid und gesellschaftliche Kondition zu Knoten verschränken. Die zentrale Figur in diesen Filmen ist die Frau, die ihr Verlangen opfert. In Dem Himmel so fern heißt diese Frau Cathy Whitaker und wird von Julianne Moore gespielt. Man mag kaum glauben, dass Moore die Pornoqueen in "Boogy Nights" gab, so überzeugend hat sie sich hier in die weiße Mittelschichtshausfrau der 50er Jahre verwandelt ? und auch in Schauspielerinnen wie Lana Turner oder Jane Wyman, die vor 50 Jahren solche Figuren verkörperten. Man mag außerdem kaum glauben, wie sicher Haynes das Sublime des Melodrams in seinen Film treibt, wie er dessen perfekte Künstlichkeit, dessen Überschuss an Inszenierung adaptiert und zugleich so wenig braucht, um etwas zu zeigen. Ein Blickwechsel, das Muster einer Tapete oder ein Schweigen im entscheidenden Augenblick reichen.

Die Zeit: Während sich der Betrachter über Julianne Moores kühn karierte Badeanzüge und die schnittigen Hüte ihres Mannes belustigt, schaut eine ganze Epoche des amerikanischen Kinos von der Leinwand zurück, um verwundert festzustellen, dass sich seit den Fünfzigern weniger verändert hat, als die Zeichen der Mode und der Ausstattung glauben machen. Dem Himmel so fern ist eine filmische Elegie über Gefühle, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht ins Bild passen, über Begehren und Sehnsüchte, die im Keim erstickt werden, weil es für die, die sie empfinden, keinen gemeinsamen Ort gibt.

film-dienst 05/2003: Ein meisterhaftes doppelbödiges Melodram, das vor allem die Position der Frau in einer von Vorurteilen und Repressionen beherrschten Gesellschaft hinterfragt. Äußerliche Bildschönheit und inhaltliche Konfrontationslust gehen eine ideale Symbiose ein. Gleichzeitig ist der Film eine Hommage auf die Arbeiten von Douglas Sirk. Sehenswert!

Peter Claus (Rhein-Zeitung 13. März 2003): Wie einst bei Douglas Sirk steht auch bei Haynes die Frau als Hoffnungsträgerin im Zentrum. Julianne Moore verleiht der Cathy facettenreich Gestalt, zeigt deren Wandel vom naiven Hausmuttchen zur verhalten zeitkritischen Persönlichkeit mitreißend.

Neue Zürcher Zeitung: Haynes gelingt es wie damals Sirk, eine verstörende emotionale Erfahrung in eine überzeitliche Fabel zu übertragen.


Oscar®
  • Oscar-Nominierung für 2002: Julianne Moore (Hauptdarstellerin)
  • Oscar-Nominierung für 2002: Todd Haynes (Drehbuch-Original)
  • Oscar-Nominierung für 2002: Edward Lachman (Kamera)
  • Oscar-Nominierung für 2002: Elmer Bernstein (Filmmusik)
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