Extreme Ops

Produktionsnotizen

Für Christian Duguay, den Emmy-nominierten Regisseur von "Joan of Arc", der insgesamt für vier Golden Globes und 13 Emmys vorgeschlagen wurde, war es klar, dass er bei diesem Film vor eine große Aufgabe gestellt würde. Aber als selbst praktizierender Extremsportler wusste der Regisseur und Kameramann genau, was auf ihn zukommen würde. Bei seinem Film "Joan of Arc" betätigte er die Steadicam, während er auf einem Pferd galoppierte, doch in "Extreme Ops" jagte er mit der Kamera die schneebedeckten Berge hinunter.

"Ich kann meine Schauspieler zu einem stärkeren Einsatz bewegen, wenn ich direkt bei ihnen bin", sagt Duguay, der schon im Alter von 6 Jahren die Berge hinunterjagte. "Ich mache immer selbst die Kameraarbeit. Es ist meine Leidenschaft und ich glaube, es bringt eine engere Beziehung zu den Schauspielern."

Produzent Moshe Diamant sagt, dass Duguays Regiestil und Kameraarbeit perfekt auf den spannenden Film abgestimmt war. "Ich glaube, die Zuschauer werden wirklich Spaß an diesem Film haben", fügt Diamant hinzu. "Es gibt 100 Minuten nonstop Spannung".

Diamant sagt, dass er einen rasanten Abenteuerfilm produzieren wollte, der direkt das junge Publikum anspricht. "Ich habe aber auch an Leute gedacht, die so sind wie ich - jemand, der kein Ski fährt und trotzdem von der Geschichte gefangen wird."

Michael Zaidan, der mit dem Drehbuch zu "Extreme Ops" sein Spielfilmdebüt gibt, sagt, dass der Regisseur Christian Duguay sehr bei der Entwicklung des Drehbuches involviert war. "Zusammen kreierten wir einen respektlosen, Action-orientierten Film", erklärt Zaidan. "Es ist eine intensive Story über eine traumhafte Gruppe von Extremisten, die zu einem Vorhaben zusammenkommt, das eigentlich nicht möglich erscheint - sie drehen einen Werbefilm, wo Extrem-Skifahrer vor einer Lawine herfahren.

"Das großartige an diesen Chrakteren ist, dass ihnen dabei die Bezahlung und überhaupt die Tatsache, dass sie in einem Film zu sehen sind, ziemlich egal ist", sagt der Drehbuchautor. "Für sie bedeutet es einfach die Tatsache, dass sie die Möglichkeit haben, in dieser wahnsinnigen Bergwelt Ski laufen zu können".

"Dieser Film will unter keinen Umständen dafür sprechen, jegliches Risiko um jeden Preis einzugehen, nein, er will zeigen, wie man Spaß haben kann", erklärt Regisseur Duguay, der sich während des Drehs mit Stunt-Doubles, Sicherheitsleuten und sogar Bergführern umgab, um für die Sicherheit der gesamten Crew und Besetzung zu sorgen. "Der Film zahlt auch all denen Respekt, die Extremsport betreiben. Diese Stunts kann nicht einfach jeder tun, und es gehört schon sehr viel Geschick dazu, das man einfach nur bewundern kann. Aber auch Extremsportler lassen Sicherheitsmaßnahmen nicht außer Acht, und diese zeigen wir während des ganzen Films".

Um das durchführen zu können, heuerte der Stunt-Koordinator Tom Delmar insgesamt 178 Stuntmen aus der ganzen Welt an. Sie kamen aus Frankreich, Österreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten von Amerika, von United Kingdom, aus Norwegen, Luxemburg und Hongkong. Allein die Szene, bei dem ein Sprung aus der Gondel in eine Gletscherspalte gedreht wurde, bedurfte 18 Stuntment.

Delmar wuchs in einem Skiort in den schottischen Bergen auf, wo er bereits im Alter von vier Jahren auf den Skiern stand. Er war später als Abfahrts- und Riesenslalomläufer Mitglied des britischen Esquire-Skiteams. Von Anfang an wollte er und der Regisseur, dass alles real gedreht werden sollte und nicht vor einer Blue Screen oder einer Nachbearbeitung bei der Postproduktion.

"Christian ist der dynamischste Regisseur und mutigste Steadicam-Operator, den ich in den 20 Jahren, die ich im Filmbusiness beschäftigt bin, getroffen habe", sagt Delmar, der kürzlich die Stunts bei der britischen Produktion von "Star Wars: Episode II" koordiniert hatte. Weiterhin sagt er, dass Duguay selbst die Szene drehen wollte, als in der Anfangssequenz der Sprung in den Wasserfall gezeigt wurde. Die meisten Leute hätten derart Angst, dies nur einmal zu drehen, aber wir mußsten es ein zweites Mal machen", erinnert sich Delmar. "Und dann fragte Christian, ob wir es nochmals machen wollten - nur so zum Spaß!"

Um alles so realistisch wie möglich zu zeigen, haben sie versucht, die Schauspieler in Positionen zu bringen, die sehr gefährlich aussahen, aber dadurch, dass sie angeseilt waren, war es letztendlich für sie doch nicht so gefährlich. Sie sollten aber so viel wie möglich selbst ihre Stunts machen, bevor ein Stunt-Double eingesetzt wurde.

"Jeder wurde mit soviel Sicherheitsmaßnahmen belegt, dass er sich wohl fühlte", erklärt Delmar. "Zum Beispiel sah es, was Devon Sawa und Jana Pallaske machten, die Will und Kittie darstellten, manchmal schlimm aus. Ich meine damit, dass wir Devon wie ein Huhn zusammenbündelten und ihn unter einen fahrenden Zug banden und Jana kopfüber 30 Meter über Airbags aufhingen."

Die schwierigste Szene war, als die Snowboarder hinter dem fahrenden Zug, der mit 50 Meilen fuhr, herjagten. Dafür war der Sicherheits-Koordinator John Falkiner, der die Schnee-Stunts bei dem Film "James Bond - Der Hauch des Todes" machte, zuständig. "Ich unterstützte die Schauspieler persönlich und sorgte für ihre Sicherheit", sagt Falkiner, der hinzufügt, dass fast alle Skisequenzen durch Lawinengefahr erschwert wurden, da immer sehr viele Skiläufer gleichzeitig am Hang waren. "Um das Problem in Griff zu bekommen, sprengten wir einige Lawinen, doch es war eine konstante Bedrohung."

Stunt-Koordinator Delmar sagt, dass große Plattformen über dem Drehgebiet angebracht wurden, um vor unvorhergesehenen Lawinen zu schützen. "Im Falle, dass eine Lawine losgegangen wäre, wäre der Schnee über uns hinweggerollt, ohne jemanden zu verletzen."

Ein wichtiger Punkt für den Film war für Regisseur Christian Duguay und die Filmemacher, für diese extremen Stunts und die extremen Wetterbedingungen die richtigen Darsteller zu finden. "Ich war sehr froh und glücklich über die Darstellungen", sagt Duguay. "Keiner dieser Schauspieler waren unbedingt großartige Skiläufer, aber jeder einzelne gab sein Bestes, um die Szenen so real wie möglich aussehen zu lassen. Im Grunde genommen gab jeder von ihnen 100 Prozent, auch was die Kondition betraf."

Rufus Sewell bemerkt, dass die körperliche Anstrengung während des Drehs oft sehr schwer war, trotzdem hat es ihm eine Menge Spaß gemacht - vor allen Dingen mit einem Regisseur vom Kaliber eines Christian Duguay. "Christian war einfach toll", sagt Sewell. "Ich bewundere ihn, mit welcher Leidenschaft, Spannung und Energie er diesen Film anging."

Duguay war mit der Darstellung von Sewell als Ian sehr zufrieden. "Rufus war wirklich großartig, wie er seinem Charakter Ian seine eigene Persönlichkeit gab", sagt Duguay. "Er gab ihm einen Touch, der einfach brillant war."

Der kanadische Schauspieler Devon Sawa porträtierte Will, Ians furchtlosen Videokamera-Operator. Seine Aufgabe war es, einerseits draufgängerisch und andererseits cool zu wirken. "Devon ist eine wirkliche Entdeckung", sagt Duguay. "Er hat eine besondere Art von Humor und gibt seiner Rolle eine bezwingende Eigenschaft".

Für Sawa war diese Rolle mehr als eine extreme Erfahrung. "Sie hingen mich an einen Felsvorsprung und banden mich unter einen schnell fahrenden Zug", sagt der 24 Jahre alte Schauspieler. "Das war verdammt wahnsinnig".

Eine der etwas seriöseren Rollen war Chloe, die wunderschöne Abfahrtsläuferin, die in eine Situation kam, der sie eigentlich nicht gewachsen war. Die Rolle wird von der ehemaligen Miss Teen USA, Bridgette Wilson-Sampras, dargestellt.

"Bridgette spielte die Rolle von jemanden, der immer in einer Welt von Wettbewerb und Disziplin gelebt hatte und der ganz vergaß, dass man auch einfach nur Spaß haben könnte", sagt Duguay.

Für Wilson-Sampras war die Rolle der Chloe eine willkommene Herausforderung. Sie lobt Duguay, dass er ihr bei der Bewerkstelligung sehr hilfreich war.

"Christian wusste genau, was er von jedem Schauspieler verlangte, und er gab uns die Freiheit, das auf unsere Weise auszudrücken", sagt Wilson-Sampras. "Ich glaube, das kommt im Film sehr gut rüber."

Den spaßigsten Part im Film bringt Rupert Graves als Jeffrey ein, der alles daran setzt, für seinen Werbefilm das beste Bildmaterial zu bekommen. "Mein Part ist schon fast eine Parodie, und es hat mir wahnsinnigen Spaß gemacht ihn zu spielen", sagt der in England geborene Schauspieler.

"Rupert war fantastisch", sagt Duguay. "Man hatte niemals bemerkt, dass er Brite ist. Er brachte in seine Rolle sein eigenes Ego ein, ohne aber jemals zur Karikatur zu werden."

Die Rollen von Kittie und Silo, die beiden Snowboarders, zu besetzen, war das schwierigste Unterfangen. Produzent Moshe Diamant erzählt, die Filmemacher hätten hunderte von Tapes durchgeschaut und Besetzungsbüros in Deutschland, England und der Schweiz eingeschaltet.

"In dem Moment, als wir Jana Pallaske sahen, waren wir uns einig, dass wir uns Kittie so vorgestellt hatten", sagt Diamant. "Eigentlich besitzt sie auch in der Wirklichkeit eine gewisse Wildheit, so wir es ihr Filmcharakter auch ist. Und Joe Absoloms Energie schien auf der Leinwand fast zu explodieren. Er war genau der Richtige, den wir für die Besetzung des Silo wollten."

Den Hauptbösewicht im Film, Pavle, wird von dem gerade verstorbenen Klaus Löwitsch dargestellt. "Klaus hatte viele Filme mit dem berühmten deutschen Regisseur Rainer Werner Fassbinder gedreht", sagt Duguay, dessen Ehefrau Liliana Komorowska Pavles Geliebte spielt. "Es war mir eine Ehre, dass ein Schauspieler dieses Kalibers unter meiner Regie spielt."

Es ist kein Wunder, dass der Film "Extreme Ops" heißt - gibt er doch den Schauspielern die Gelegenheit, ihre Talente auf extremste Art und Weise darzulegen. Der Film verspricht seinem Publikum die extremsten Ski-Sequenzen, die es jemals auf der Leinwand zu sehen gab.

"Extreme Ops" wurde in Vancouver, im Studio Babelsberg in Berlin, in den Rocky Mountains von Kanada und den Vereinigten Staaten sowie in den Österreichischen wie auch in den Schweizer Alpen gedreht. Bei Temperaturen von 30 Grad unter Null und in einer Höhe von über 3.000 Metern wurde den Darstellern und der Crew einiges abverlangt, was sie aber alle bravourös meisterten.

"Manchmal hat es zwei bis drei Stunden gedauert, um auf die Berge zu kommen, dann änderte sich das Wetter und wir konnten nicht drehen", erinnert sich Duguay. "Zwischen Eisregen und pfeifenden Winden und den allgemein extremen Wetterkonditionen hatten wir oft nur eine kleine Zeitlücke zum Drehen. Aber dankenswerterweise war jeder immer bereit, sein Bestes zu geben, und ich denke, wir haben einen Film gemacht, der den Adrenalinspiegel der Zuschauer in die Höhe treiben wird, mit Szenen, die sie zuvor noch nie gesehen haben."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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