24 Stunden Angst

Ausführlicher Inhalt

Will Jennings (Stuart Townsend), ein erfolgreicher Mediziner, verabschiedet sich von seiner Frau Karen (Charlize Theron) und seiner Tochter Abby (Dakota Fanning). Er steigt in sein Wasserflugzeug, und wenig später, nach einem "Gruß-Schlenker" über den Köpfen seiner Lieben, ist die Maschine nur noch ein kleiner Punkt im Blau des Himmels. Will Jennings fliegt zu einem Ärzte-Kongress nach Seattle, um dort einen Vortrag zu halten.

Unbemerkt hat sich in der Zwischenzeit Joe Hickey (Kevin Bacon) in die Villa geschlichen. Während Karen in der Küche etwas zu essen vorbereitet, schnappt sich Hickey das kleine Mädchen und betäubt es mit Chloroform. Er schleust seinen Cousin Marvin (Pruitt Taylor Vince) ins Haus, übergibt ihm Abby und fordert ihn auf, das Kind in das vorbereitete Versteck zu bringen.

Als Karen den fremden Mann in ihrem Haus bemerkt, flüchtet sie ins obere Stockwerk, sucht einen Revolver und bedroht ihn damit. Hickey mahnt Karen zur Besonnenheit. Wenn sie ihn erschießt, würde sie mit diesem Schuss gleich zwei Menschen töten: ihn und ihre Tochter Abby. Denn alle 30 Minuten wird er Marvin anrufen und bleibt ein Anruf aus ... ist Abby tot. Hickey erklärt Karen weiter, dass das nicht irgendein Kidnapping sei, es sei das perfekte Kidnapping! Alles solle exakt 24 Stunden dauern: keine Ausnahmen, keine Ablenkungsmanöver, keine Überraschungen: "Die ganze Show dauert genau 24 Stunden." Vier mal bereits habe sich diese Methode bewährt, und für alle Beteiligten sei nach nur einem Tag die Welt wieder in bester Ordnung gewesen.

Unterdessen in einem Hotelzimmer in Seattle: Cheryl (Courtney Love), Hickeys Frau, hält Will Jennings mit vorgehaltenem Revolver in Schach. Auch Cheryl soll alle 30 Minuten von Hickey hören - so soll sichergestellt werden, dass niemand sich zu "Dummheiten" hinreißen lässt.

Karen verfällt in panische Angst und schreit Hickey an, dass ihre Tochter unter schwerem Asthma leide. 24 Stunden seien zu lang. Abby braucht ihre Medikamente, sonst werde sie sterben. Jede kleinste Aufregung, Zigarettenqualm oder Staub könnten einen Anfall auslösen, bei dem sie ohne ihr Asthma-Spray keine Chance habe. Hickey will nicht glauben, dass er so ein wichtiges Detail bei der Vorbereitung seines Plans übersehen haben soll, aber der Schrank voller Asthma-Medikamente für Abby überzeugt ihn.

Selbst aus diesem Missgeschick sucht Hickey aber noch perfide seine Vorteile zu schlagen: wie sie ihm gegenüber ihre Dankbarkeit zeigen wolle, wenn er zulassen würde, dass Abby ihre Medikamente bekommt. Karen ist zu allem bereit, aber erst nachdem ihre Tochter das lebensnotwendige Spray bekommen hat.

Die Zeit läuft, und Hickey willigt schließlich ein, Karen zu einem vereinbarten Treffpunkt zu fahren, um Abby ihre unerlässlichen Arzneien zu bringen. Während der Fahrt fragt Hickey, wie und wo Karen eigentlich ihren Mann kennen gelernt hat. Widerwillig und stumm erträgt Karen die räumliche Nähe mit dem Entführer, bis der irgendwann von sich aus und ironisch ausgeschmückt erzählt, wie Will und sie einander begegnet sind. Karen ist erschrocken: Woher kann er das alles wissen?

In der Zwischenzeit ist Abby in einer staubigen Hütte erwacht. Die Aufregung, die Umstände und die räumlichen Bedingungen sind so, dass sie einen Asthma-Anfall regelrecht provozieren. Immerhin ist Marvin bemüht, Abby ein gewisses Zutrauen einzuflößen. Ratlosigkeit bricht jedoch aus, als die Kleine anfängt, nach Luft zu schnappen. Ohne Asthma Spray, wird sie nach drei Minuten ins Koma fallen. Das Einzige, was den Anfall jetzt kurzfristig lindern kann ist starker Kaffee. Während er ihr vorsichtig die heiße und schwarze Flüssigkeit einflößt, betet er, dass sie bald zu dem Treffpunkt fahren können, um die Medizin in Empfang zu nehmen.

In der Zwischenzeit hat Cheryl auch dem aufgebrachten Will die Regeln erklärt: Morgen früh werde seine Frau 250.000 Dollar für ihn anweisen, er werde das Geld abholen, es Cheryl übergeben, und dann seien seine Frau und Abby frei. Alles sei ganz einfach, es mußs sich nur jeder an die Regeln halten.

Aber Will kann sich nicht an die Regeln halten. Als Arzt weiß er nur allzu genau, in welcher Gefahr seine Tochter schwebt. Im Affekt schlägt er Cheryl ins Gesicht, entreißt ihr die Waffe und stößt sie zu Boden. Er bemerkt, dass ihr Körper überall Schwellungen und blaue Flecken aufweist: Hickey mußs ein brutaler Mann sein. Will redet auf Cheryl ein, die Finger von der Sache zu lassen. Bestimmt sei sie doch auch selbst Mutter eines Kindes ... Er glaubt eine empfindliche Stelle bei ihr getroffen zu haben, doch alle Versuche, sie auf seine Seite zu ziehen, sind vergeblich.

Auf einem nächtlichen Waldweg übergibt Karen ihrer Tochter die Medizin. Abby hofft, dass der ganze Spuk jetzt zu Ende ist. Aber sie darf ihre Mutter nur für den Bruchteil eines Augenblicks eng umschlungen halten.

Nachdem Abby sich fürs Erste außer Gefahr befindet, fahren Hickey und Karen zurück in die Jennings-Villa. Dort angekommen schiebt der Kidnapper die Frau zielstrebig ins Schlafzimmer. Aber mit souverän gespielter Koketterie kann sich Karen den Zudringlichkeiten entziehen. Sie will "vorher" noch einmal kurz ins Bad. Dort sucht sie nach einer Waffe, findet ein Skalpell und steckt es sich vorsichtig in den Slip. Zurück im Zimmer, lässt sie sich küssen und zieht Hickey sogar die Hose aus. Als der sich dann aber genüsslich auf dem Bett ausstreckt, setzt sie das Skalpell direkt an seinen Genitalien an, und weder Gesten noch Worte lassen Zweifel an ihrer Entschlossenheit: Hickey soll Marvin anrufen, damit der Abby auf der Stelle wieder nach Hause bringt ...

In der Zwischenzeit ist Abby aus der Hütte in den finsteren Wald geflüchtet. Marvins Handy hat sie sich sicherheitshalber mitgenommen. Völlig aufgelöst ist der Entführer hinter ihr her. Er hat nicht die geringste Ahnung, wo sich das Mädchen versteckt haben könnte, bis er das Rufsignal seines Telefons ganz in der Nähe aus einem Gebüsch hört ...

Mit einem brutalen Tritt stößt Hickey Karen weg, die ihm dabei aber noch einen tiefen Schnitt in die Leisten versetzt. Instinktiv schnappt sie sich die Pistole des Verbrechers, läuft davon und verschanzt sich im Bad. Als dort das Telefon klingelt, hört sie am anderen Ende der Leitung noch kurz die verzweifelte Stimme ihres Mädchens, gleich darauf aber ist Marvin schon am Apparat. Im selben Moment tritt Hickey die Tür ein. Mit schmerzverzerrtem Gesicht, doch letztlich unbeeindruckt schaut er Karen an, die die Pistole auf ihn richtet und ihn anschreit, er solle dafür sorgen, dass Abby kein Haar gekrümmt werde. Hickeys Stimme ist eiskalt, als er Marvin seine kurze Anweisung gibt: "Sobald du einen Schuss hörst, bring das Mädchen um!"

Verzweifelt über die Tatenlosigkeit, zu der er verdammt ist, entschließt sich Will schließlich aufs Ganze zu gehen: er holt aus seinem Arztkoffer eine Spritze und zieht ein lähmendes Serum auf. Bei einer Injektion fällt der Körper innerhalb von Sekunden in eine Todesstarre - und das bei vollem Bewusstsein. So bewaffnet, droht er Cheryl forsch, ihr diesen "lebendigen Tod" zu injizieren, wenn sie ihm nicht verrät, wo Abby sich befindet, und um ihr zu demonstrieren, wie Ernst es ihm ist, fackelt er nicht lange, ihr die Spritze auch tatsächlich zu verabreichen: "Das machen wir jetzt so lange, bis Sie reden oder bis das Gegenmittel versagt." Eine halbe Ewigkeit lässt er sie zwischen Leben und Tod hängen, bis er sie im letzten Moment doch wieder reanimiert.

Langsam, leise schluchzend und völlig am Ende, beginnt sie schließlich zu sprechen. Will habe ihre Tochter Cathy auf dem Gewissen. Vor langer Zeit, als Will noch Assistenzarzt war, habe er eine Operation verpfuscht, und an den Folgen sei ihre Tochter gestorben. Will begreift nichts, bis er ein Foto von Cathy sieht und sich genau an die kleine Patientin erinnert. Sie ist tatsächlich einem unheilbaren Krebsleiden zum Opfer gefallen, und kein Arzt der Welt hätte etwas gegen die Aggressivität des Tumors ausrichten können. Was Will in diesem Moment auch aufgeht ist, dass Abbys Entführung alles andere als das perfekte Kidnapping ist, sondern in erster Linie ein unberechenbarer Racheakt.

Die nächsten Telefonate mit Hickey machen schließlich auch Cheryl klar, dass Abby ihre Eltern nie wieder sehen soll. So war das nicht abgemacht: Verwirrung und Empörung über seinen selbstherrlichen Verstoß gegen die eigenen Regeln, aber auch Mitgefühl für die Familie des Arztes bringen sie schließlich dazu, Will zu helfen.

Cheryl weiß, dass Hickey und Karen sich mit Marvin und Abby auf einem vielbefahrenen Highway treffen werden. Kurz vor Ablauf der 24 Stunden läuft plötzlich alles aus dem Ruder, und Will ist entschlossen, notfalls auch mit einem halsbrecherischen Manöver per Sportflugzeug seine Tochter und seine Frau aus der Gewalt der Entführer zu befreien ...

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© 1994 - 2010 Dirk Jasper