Das Dschungelbuch 2

Produktionsnotizen

Die Produktion Es gehört zu den Meisterwerken des Zeichentrickfilms und ist gleichzeitig Deutschlands erfolgreichster Kinofilm aller Zeiten: Disney's "Das Dschungelbuch" ("The Jungle Book") basiert auf Rudyard Kiplings gleichnamigem Literaturklassiker und kam am 18. Oktober 1967 in die US-Kinos. Der 78 Minuten lange, von Wolfgang Reitherman inszenierte Film - übrigens der letzte Animationsfilm, den Walt Disney persönlich überwachte - wurde zu einem der erfolgreichsten der Disney-Studios.

Die mittlerweile legendären Songs, darunter "I Wanna Be Like You", "Trust in Me", "My Own Home", "That's What Friends Are For" und "Colonel Hathi's March" wurden von Richard M. und Robert B. Sherman geschrieben, ihr Kollege Terry Gilkyson steuerte den Oscar®-nominierten Evergreen "Bare Necessities", auf deutsch "Probier's mal mit Gemütlichkeit", bei. "Das Dschungelbuch" wurde 1978, 1984 und 1990 in den Kinos wiederaufgeführt und im Jahr 1991 erstmals auf Video veröffentlicht. Allein in Deutschland faszinierte der Film über 27 Millionen Kinobesucher.

Bei der Fortsetzung des Dschungelabenteuers waren sich der Regisseur Steve Trenbirth und die Produzenten Chris Chase und Mary Thorne darüber im Klaren, dass ihre neue Geschichte etliche Themen des Originals wieder aufleben lassen sollte. Dazu gehörten vor allem der Fokus auf die herzliche, tiefe Freundschaft zwischen Balu und Mogli, die Kreation von neuer, mitreißender auf Jazz basierender Musik und die Möglichkeit für das Publikum, sich neu mit den liebenswerten Helden und heimtückischen Schurken des Films anzufreunden - und den einzigartigen Sinn für Humor und die exotische schöne Welt des Originals neu einzufangen.

"Das Dschungelbuch" hat uns die Tür weit geöffnet, hinter der wir die Zukunft all dieser wundervollen Figuren entdecken können", sagt Mary Thorne. "Sie führt uns naturgemäß in eine Coming-of-Age-Geschichte, in der Mogli langsam erwachsen wird. Er steht vor der universellen Frage, mit der jeder von uns an irgendeinem Punkt seines Lebens konfrontiert wird: die Entscheidung zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft."

Der Status des Originals als Klassiker machte es für die Filmemacher "nicht gerade leichter", wie Thorne zugibt. Aber ihr Kollege Chris Chase erläutert, dass die Filmemacher so die Möglichkeit hatten, alte Freunde zu besuchen - besonders die Möglichkeit zur Neugestaltung der Freundschaft zwischen Balu und Mogli - und neue, liebenswerte Figuren wie Shanti und Ranjan zu erschaffen.

"Es ist unwiderstehlich, wenn man eine neue Geschichte mit diesen Figuren erzählen kann, besonders wenn man es mit einer so speziellen Beziehung zu tun hat wie der zwischen Mogli und Balu", erläutert Chase. "Man kann sich nicht helfen: Man will einfach mehr Zeit mit diesen Figuren verbringen. Je länger wir über unsere Geschichte nachdachten, desto klarer wurde uns, dass Mogli sich unter seinesgleichen sehr wohl fühlen sollte - aber dass er die exotischen und fantastischen Einflüsse seiner Kindheit vermissen würde."

Nachdem das Grundgerüst der Story feststand, kümmerten sich die Filmemacher um den "Beat" des Films - jenen unentbehrlichen Schwung aus Dixieland-Jazz und Big-Band-Einflüssen, der schon den Charme des Originals ausgemacht hat. Der Komponist Joel McNeely ("Peter Pan: Neue Abenteuer in Nimmerland" - "Peter Pan in Return to Neverland", 2002) entwickelte für "Das Dschungelbuch 2" einen mitreißenden Score aus neuer, flotter Musik mit einer jazzigen Basis, die auch viele der klassischen Themen des Originals wieder aufgreift. "Joels Musik erlaubt uns, in eine andere, schöne Welt zu tauchen und herzergreifende Momente zu genießen - Momente, in denen sich die Figuren entfalten", sagt Chase.

Das Songschreiber-Duo Paul Grabowsky und Lorraine Feather sorgte mit einigen neuen Musical-Nummern dafür, dass die Figuren - ebenso wie das Publikum - die Füße nicht still halten können. Mit "Jungle Rhythm" gaben Grabowsky und Feathers Mogli die Gelegenheit, den Kindern der Menschensiedlung seine fröhliche Sicht auf die Besonderheiten des Dschungels zu erklären - im Lauf des Songs wird Mogli zum Anführer einer Schar Kinder, die die Rollen von wilden Tieren spielen. Und mit dem Song "W-I-L-D" schuf das Duo die ultimative Freiheitshymne für Balu, dem definitiv größten "Partytier" des Dschungels.

Nachdem sie Story und Songs in trockenen Tüchern hatten, konzentrierten sich Regisseur Steve Trenbirth und Art Director Mike Peraza auf den Look des Films. Die beiden verbrachten zahllose Stunden damit, das Original und sämtliches verfügbares Referenzmaterial des Films zu studieren. Die Filmemacher nutzten "Das Dschungelbuch" als Modell, schufen aber eine neue, intensivere Kameratiefe und arbeiteten bei der Gestaltung klarere, schärfere Linien hervor. Außerdem entschlossen sie sich, eine breitere Farbpalette zu nutzen, um den Dschungel als lebendigen, vibrierenden Ort zu zeigen.

"Die Technik von heute gibt uns bei den Kamerabewegungen viel mehr Freiheiten", erklärt Trenbirth. "Wir waren in der Lage, die Kunst der Kameraführung zu steigern und in Bezug auf Ausgangsbilder und Fahrten bei den Aufnahmen einen flexibleren Zugang mit mehr Bewegung zu finden. Dennoch war der Trick, eine Kombination aus den aktuellen technischen Möglichkeiten und den traditionellen Animationen zu erreichen. Wir wollten auf keinen Fall, dass die modernen Effekte vom Look und dem Charme des Films ablenken - sie sind allein dazu da, die Geschichte zu erzählen."

Computergenerierte Bilder waren letztendlich unverzichtbar, besonders während der musikalischen Sequenz bei dem Song "W-I-L-D". In der Szene treten rund 100 verschiedene Tiere auf, die singen und tanzen, während sie durch eine Turmruine marschieren - durch den Computer war die Kamera in der Lage, sich zwischen den Tieren frei zu bewegen.

"Diese Sequenz ist das komplexeste Stück Film, an dem ich jemals gearbeitet habe, und zugleich eines der komplexesten, das ich jemals gesehen habe", erzählt Thorne. "Eine wahre Revue der Tiere, die aus der Leinwand herauszuspringen scheint."

In Bezug auf die traditionelle Animation arbeiteten die Künstler pausenlos, um die Darstellung der animierten Figuren auf ein noch höheres Niveau zu heben. Besonderes Augenmerk wurde in den dialogfreien Szenen auf die Performance der Charaktere gerichtet. Hier mußsten die Animatoren die Gefühle und Gedanken der Figuren durch deren Augen und Gesichtsausdruck herausarbeiten. "Die größten Herausforderungen bei einem Zeichentrickfilm bestehen aus den stillen Momenten, wenn die Figuren im wahrsten Sinn des Wortes schauspielern und ihr Innenleben zeigen müssen.

Wenn wir in der Lage sind, ihre Freuden und Leiden zu zeigen, ohne Worte zu benutzen - dann kann man die Seele der Figur erkennen. Die Momente, in denen die Charaktere kein einziges Wort sagen, können die kraftvollsten Augenblicke eines Film sein. Einige der schönsten Momente unseres Films haben wir durch die Gefühle erreicht, die diese Kunst hervorruft."

Trenbirth und Peraza legten besonderen Wert auf die langsame und detaillierte Entwicklung von Shir Khans Figur: Am Anfang des Films verbergen sie ihn noch im Schatten, um seinen verletzten Stolz, sein von Hass und Rachsucht getriebenes Wesen zu verdeutlichen. Erst langsam bringen sie den Schurken im Lauf des Films ans Tageslicht.

"Shir Khan ist sozusagen ein wandelnder, redender und schleichender Sonnenuntergang - man kann einfach seine Augen nicht von dem Kerl abwenden", sagt Peraza. "Wir haben seine Farben verstärkt und ihm Farbtöne und Schattierungen gegeben, die im Kontrast zum Hintergrund des Dschungels noch besser funktionieren und seinen Charakter künstlerisch besser unterstreichen."

Auf der anderen Seite wurde die Figur von Balu mit einer Knuddeligkeit versehen, die es erforderte, alle scharfen Linien abzuschwächen - besonders die seiner Krallen und der Pelzbüschel um seine Ohren herum. "Walt Disney hat herausgefunden, dass ein Grund für die Popularität von Micky Maus die Kreise in seiner Gestaltungsfigur waren", erklärt Peraza. "Kreisförmige Gestaltungselemente und weiche Formen wirken auf Kinder unbedrohlich und werden demnach gut aufgenommen. Das ist der Grund, warum man bei Disney-Schurken wie Shir Khan oder Cruella de Vil immer viele dramatische Kanten benutzt: Diese Kanten implizieren ein Gefühl der Gefahr und der Bösartigkeit."

Letztlich wurden die Filmemacher besonders von dem Original inspiriert, von dessen legendären Schöpfern und von der Tatsache, dass "Das Dschungelbuch" das letzte Zeichentrickabenteuer ist, das unter Walt Disneys persönlicher Aufsicht produziert wurde. "Beinahe jeder Künstler in diesem Gebäude ist wegen Walt Disney ins Animationsgeschäft gegangen", erklärt Chase. "Und die Arbeit an speziell diesem Film war - wenn man sich die historische Bedeutung des Originals vor Augen führt - für uns alle eine absolute Inspiration."

Die Charaktere Er ist immer noch der kleine, sorglos in den Tag lebende Junge, den wir aus "Das Dschungelbuch" kennen: Trotz seiner Wildheit und der Sehnsucht nach dem Dschungel hat Mogli in der Menschensiedlung bei seiner neuen Familie Geborgenheit und Schutz gefunden. Als ihm die Anforderungen, ein normales Leben nach den Regeln der Menschen in der Siedlung zu führen, über den Kopf wachsen, kehrt Mogli überglücklich zurück zu seinem Leben als Bär - an der Seite seines alten Freundes Balu. Mogli und Balu genießen die Abenteuer, die ihnen der Dschungel bietet - aber in deren Verlauf stellt Mogli fest, dass ihm seine neue Familie mehr fehlt, als er gedacht hat. Ihre Liebe zu ihm stellt ihn letztlich vor die schwierige Entscheidung, welchen Weg er nun gehen soll...

"Unsere zentrale Idee war: ?Man kann dem Jungen den Dschungel nicht austreiben' - und so mußs Mogli mit dieser Fisch-aus-dem-Wasser-Situation umgehen", erläutert Regisseur Trenbirth. "Mogli hat sich einige Verhaltensweisen im Lauf der Geschichte des Originalfilms angeeignet, die für ein Dschungeltier einzigartig sind - die Art sich zu bewegen und seine Umwelt zu nutzen zum Beispiel. Dies haben wir jetzt einen Schritt weiterentwickelt, um die Probleme zu verdeutlichen, mit denen er in der Siedlung fertig werden mußs."

Moglis alter Kumpel Balu ist immer noch das ultimative Partytier - ein großherziger Bär mit einem unbändigen Spieltrieb. Er lebt für den Moment und verschwendet keinen Gedanken an die Zukunft - aber er vermisst schmerzlich seinen Freund Mogli. Der zu jedem Spaß aufgelegte Balu bestimmt das Tempo des Dschungels. Und seine jazzige Attitüde markiert einen Weg, dem jeder leicht folgen kann ...

Die hübsche, behütet aufgewachsene Shanti ist das Menschenkind, das Mogli in die Siedlung gelockt hat. Obwohl sie sehr beherrscht ist, hat sie eine feurige Seele, die in unerwarteten Momenten zum Vorschein kommt. Im Stillen schwärmt sie für Mogli - aber sie fürchtet sich auch vor dem Dschungel und ist peinlich berührt, als Mogli von ihrer Angst erfährt. Als Shanti beobachtet, dass ihr Freund von einem vermeintlich wilden Bären in den Dschungel entführt wird, hält sie selbst ihre Furcht vor gefährlichen Tieren nicht davon ab, Mogli zu retten. Schließlich verwandelt sich die zarte Shanti in ein tapferes junges Mädchen, das an der Seite ihres Freundes Mogli den Gefahren des Dschungels trotzt ...

"Shanti gab uns die Möglichkeit, viele Fragen zu beantworten, die der erste Teil aufgeworfen hatte", erzählt Trenbirth. "Wer ist dieses Mädchen? Wie entwickelt sich die Freundschaft zwischen ihr und Mogli? Sie war ein wichtiger Teil bei der Entwicklung der Idee für eine Fortsetzung, und sie gab uns einen großartigen, neuen Charakter, an dem wir arbeiten konnten. Sie fürchtet den Dschungel und all die Tiere, die Mogli so verehrt, und das bringt eine fantastische Dynamik in die Beziehung der beiden."

Moglis neuer kleiner Bruder ist der freche Ranjan, ein unhaltbares Energiebündel mit einer übersprudelnden Fantasie. Mogli ist Ranjans großes Vorbild, und er ist fasziniert von den Geschichten des Dschungels. Ranjan würde nichts mehr lieben als ebenfalls wie ein wildes Dschungeltier zu leben. Er bekommt seine Chance, indem er von Zuhause ausreißt und Shanti in den Dschungel folgt, um ihr bei der Suche nach dem verschwundenen Mogli zu helfen.

"Ranjan ist eine wirklich großartige, abenteuerlustige, unaufhaltsame Figur", erklärt Chase. "Er möchte so gern wie Mogli sein, und seine Neigung zu kindlicher Imagination und animalischen Verhaltensmustern bringt sehr viel Comedy und Spaß mit sich - ganz abgesehen von den großen Gefühlen, denn er sorgt sich sehr um seinen Freund Mogli."

Der gemeine, gefährliche Tiger Shir Khan ist nur von einem Drang beseelt: Er will seinen Rachedurst stillen und den Menschenjungen töten, der ihn einst besiegt und gedemütigt hat. Ein weiteres Mal stehen Shir Khans Stärke und Verschlagenheit gegen die menschliche Cleverness von Mogli - und diesmal will sich der Tiger nicht von einem von Menschenhand entfachten Feuer aufhalten lassen ...

Die Filmemacher widmeten sich während der Vorbereitungszeit intensiv dem Studium von echten Tigern, um die eleganten, beherrschten Bewegungen der Raubkatzen einzufangen. Die Prämisse war es, Shir Khan in "Das Dschungelbuch 2" noch wilder und bedrohlicher wirken zu lassen und die Gefahr, die von ihm ausgeht, in jeder seiner Bewegungen zum Ausdruck zu bringen. Das Resultat kommt besonders in den stilleren, subtileren Momenten des Films zum Ausdruck, wenn Shir Khan sich präzise und zielstrebig bewegt, um seine Beute in die Ecke zu treiben.

Peraza ist besonders stolz auf die Szene, in der Shir Khan am Ende schließlich Mogli gegenübersteht und langsam das Menschenkind umkreist - er fixiert seine Mahlzeit und genießt den Augenblick der Rache. Mogli hält Shir Khan so lange auf, bis sich Shanti in Sicherheit gebracht hat - und rennt dann selbst davon.

"Shir Khan verfolgt Mogli in einer Art Katz-und-Maus-Spiel, und dann läuft ihm Mogli davon - aber statt ihm sofort hinterher zu sprinten, hält der Tiger einen Moment inne", erinnert sich Peraza. "Er hat einen Ausdruck tiefer Zufriedenheit in seinem Gesicht, dann sagt er mit einem kleinen, spöttischen Lächeln: ?Ha, ha ? er läuft davon.' Und beginnt ganz langsam, seine Beute zu verfolgen. In dieser Sequenz kommt die ganze Kunst der Darstellung von Shir Khan zum Ausdruck - das ist meine Lieblingsszene im Film."

Für die berüchtigte Boa constrictor Kaa dreht sich alles nur um eins: das Mittagessen. Aber ein weiteres Mal mußs die hungrige Schlange feststellen, dass Menschen - besonders clevere kleine Kinder wie Ranjan - ihr nur schwer im Magen liegen. Schleichend und gleitend bringt Kaa erneut etliche Momente physischer Comedy in den Film ein.

Der weise Panther Baghira ist die Stimme von Autorität und Vernunft im Dschungel, aber selbst wenn er Recht hat, redet er oftmals gegen eine Wand an. Er tadelt Balu wegen seiner egoistischen Ader und will ihn überzeugen, dass Mogli unter seinesgleichen gehört - aber selbst Baghira mußs einsehen, dass solche Dinge nicht so einfach zu kategorisieren sind und dass ein Teil von Mogli immer in den Dschungel gehören wird.

Der liebenswerteste Schaumschläger des Dschungels, Colonel Hathi, führt seine Elefantenpatrouille durch den Urwald, um Balu daran zu hindern, in die Menschensiedlung zu gelangen - und Hathi mußs dem Ansturm der Menschen standhalten, die danach ihrerseits den Dschungel durchforsten.

Moglis Freunde und Verbündete aus dem Original, die Geier, sind ebenfalls zurück, inklusive eines neuen Rekruten namens Lucky. Ursprünglich waren die schrägen Vögel als Tribut an die Beatles gestaltet - mittlerweile hat das vorwitzige wüst frisierte Quartett seine Lektion über Shir Khan gelernt.

Nur Lucky will seine Kumpane beeindrucken und kann seinen frechen Schnabel nicht halten. Bei einer Begegnung mit dem Tiger plappert Lucky versehentlich den Aufenthaltsort von Mogli aus und beleidigt darüber hinaus den ungnädigen Tiger ? bis Shir Khan zuschnappt und Lucky die wahre Bedeutung seines Namens kennen lernt ...

Die Filmmusik: 'the ten tenors' - "Dschungel-Rhythmus" Zehn exzellente Tenöre, allesamt ausgestattet mit der beschwingten australischen Mentalität, sich selbst nicht allzu ernst nehmen zu müssen, verzaubern ihr Publikum mit neuen zeitgemäßen Tenorklängen in noch nie erlebter Frische. Die charmanten jungen Australier zwischen 22 und 32 begeistern längst nicht mehr nur die Fangemeinde in Down Under, all ihre Konzerte in Deutschland waren bereits monatelang im Vorfeld ausverkauft. Das Repertoire der zehn Tenöre ist breit gefächert: von Opern über Musicals bis hin zum Rock'n'Roll und Pop, alle Bereiche der Musik vereinen sie zu einer einzigartigen musikalischen Mischung.

Jetzt sind the ten tenors erstmals auch im Kino zu hören, denn Australiens erfolgreicher Musikexport sorgt für ein musikalisches Highlight in "Das Dschungelbuch 2" mit einer außergewöhnlichen Interpretation des "Dschungel-Rhythmus" als End-Credit-Song. Neben bekannten Ohrwürmern wie "Probier's mal mit Gemütlichkeit", ist "Dschungel-Rhythmus" der neue Hit im kommenden Disney-Abenteuer.

the ten tenors sind: Jason (Chopper) Turnbull, Drew Graham, Stewart Morris, George Forgan-Smith, Dominic Smith, Matt Hickey, Nathan Kneen, David Kidd, Dion Molinas und Craig Atkinson

Wie alles begann ...

1995 plante Network Ten (ein Fernsehsender aus Brisbane, dem Heimatort der zehn Jungs) eine große Geburtstagsfeier, die unvergesslich werden sollte. Etwas noch nie zuvor Gesehenes sollte organisiert werden. Der Entertainment-Guru Ken Lord hatte einen Geistesblitz. Warum nicht zehn Tenöre für Network Tens Geburtstagsfeier engagieren?! Die Idee war brillant, aber wo sollte man zehn Tenöre herbekommen ...?

Eine Gruppe von zehn Tenören konnte nach vielem Suchen zwar ausfindig gemacht werden, aber wie sich herausstellte, sollten zum benötigten Termin einige unterwegs sein. Also wurden kurzerhand ein Bariton und ein paar andere fragwürdige Stimmen hinzugefügt, um die erforderliche Anzahl an Männern zu erhalten. Sie waren zwar nicht alle Tenöre, aber immerhin waren es zehn! Die Gruppe bekam drei Lieder, die sie einstudieren mußste, und ein paar Proben später waren the ten tenors geboren.

Bill Lenehan, zu der Zeit General Manager bei Network Ten, erinnert sich genau an den Tag des Auftrittes. Bei der Ankunft sahen die zehn eher aus wie eine Rockband als wie eine Gruppe von Opernsängern aus. "Ich hab gedacht: ?Oh nein! Worauf habe ich mich da bloß eingelassen?'", erinnert sich Bill. "Dann sind sie zum Soundcheck auf die Bühne gegangen, und der ganze Raum verstummte und lauschte. Ich habe gesagt: ?Diese Jungs werden sensationell sein!' Das war der Beginn ihrer Karriere."

In den nächsten zwei Jahren hatten sie acht Auftritte, bis 1997 Kim Kirkman sich ihrer annahm und ihnen geduldig ein neues Repertoire beibrachte. Mit ein bisschen Übung würden die zehn schon eine Anstellung finden, dachte Kim, und bald darauf hatten sie auch schon ihren ersten Job außerhalb der Stadt.

Anfang 1998 konnten the ten tenors lauter kleine Erfolge verbuchen, bis sie am Valentinstag zufällig erfuhren, dass die Manager aller größeren Theater von Queensland in einem Restaurant zusammenkamen. Innerhalb von Minuten hatten sich die zehn in ihre Anzüge geschmissen, das Keyboard ins Auto eingeladen und hechteten zu besagtem Restaurant.

Die Theatermanager gingen davon aus, das Restaurant hätte die Musikeinlage organisiert und die Restaurantleitung dachte, die Theatermanager seien dafür verantwortlich.

the ten tenors hatten zwar befürchtet, sie könnten das Restaurant im Streifenwagen verlassen, doch sie gingen mit einem Vertrag in der Tasche nach Hause!

Inzwischen haben sie längst das ganze Land bereist, das australische Publikum begeistert und den Sprung auf andere Kontinente gewagt: Sowohl in Europa als auch in Amerika wächst die Fangemeinde der ten tenors unaufhaltsam ...

Der Score Für "Das Dschungelbuch 2" schuf der Komponist Joel McNeely einen mitreißenden, unterhaltsamen Score, während Paul Grabowsky und Lorraine Feather für die Musik und die Texte der neuen Songs im Film zuständig waren.

Als Absolvent im Fach Komposition an der renommierten Eastman School of Music hat Joel McNeely die Originalmusik für rund 40 Filme und TV-Serien geschrieben, darunter Walt Disney Pictures' "Peter Pan: Neue Abenteuer in Nimmerland" (Peter Pan in Return to Neverland", 2002) , für Live-Action-Filme wie "Star Force Soldier" ("Soldier", 1998) und "Viva Las Vegas - Hoppla, wir kommen!" ("Vegas Vacation", 1997) sowie James Camerons TV-Serie "Dark Angel" (2000) und die Zeichentrickserie "Tiny Toon Adventures" (1990).

Darüber hinaus hat er als Dirigent über 30 Alben mit klassischer Filmmusik eingespielt, unter anderem eine Kollektion der Werke des bekannten Hitchcock-Filmkomponisten Bernard Herrmann für Varese Records. Für die Arbeit an dem Album mit dem Score zu "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" ("Vertigo", 1958) wurde er mit dem ersten Gramophone Award ausgezeichnet.

Paul Grabowsky kam in Australien zur Welt und komponierte die Musik für zahlreiche populäre australische Primetime-Serien, wie zum Beispiel das Gerichtsdrama "Janus" (1994) und die Detektiv-Serie "Phoenix" (1992). Zu seinen jüngsten Arbeiten zählen die Scores für den TV-Film "Arche Noah - Das größte Abenteuer der Menschheit" ("Noah's Ark", 1999) mit Jon Voight und für die beiden Michael-Caine-Filme "Letzte Runde" ("Last Orders", 2001) und "Shiner" (2000).

Lorraine Feather ist die Tochter des legendären Jazz-Historikers Leonard Feather. Ihre professionelle Erfahrung erstreckt sich vom Schreiben von Songs für Cleo Laine, Diane Schuur und Kenny Rankin bis zu den Texten für die Pianosoli von Fats Waller. Feather kann sich rühmen, auf einen ebenso eindrucksvollen wie einzigartigen Hintergrund in der Jazz-Musik zurückgreifen zu können - dank der Kollegen ihres Vaters und einer innigen Freundschaft der Familie zu Künstlern wie Peggy Lee und ihrer Patentante Billie Holiday. Lorraine Feather schrieb unter anderem Songs für "The Lionhearts" (1998) und für "An All Dogs Christmas Carol" (1998), ein Weihnachtsvideo der "All Dogs Go To Heaven"-Serie. Diese Songs weckten ihre Lust auf das Schreiben von Musik für Zeichentrickfilme.

McNeelys frühe Ausbildung als Jazz-Musiker mit dem Schwerpunkt Saxophon war die beste Voraussetzung für einen Score, der sich aus Einflüssen von Dixieland- und New Orleans Jazz, Big-Band-Sound und gelegentlichen Boogie-Woogie-Elementen zusammensetzen sollte. McNeely wartet mit einer vielfältigen und variationsreichen Musik auf, die sich zwischen großen, eindrucksvollen orchestralen Tönen und einer jazzigen Sensibilität bewegt. Zu seinem Score gehören auch clevere musikalische Zitate, die emotionale und verspielte Momente ermöglichen, indem sie die Themen der Figuren aus dem Original aufgreifen.

"Der Jazz bewegt den Zuschauer und lässt ihn in seinem Sitz wippen - und der Score und die Songs des Films lassen einem gar keine Gelegenheit, sich zurückzulehnen und die Verbindung zur Geschichte zu verlieren", lächelt Trenbirth. "Unsere Absicht war es, den Zuschauer in den Film einzubeziehen und dort zu halten. Man sieht "Das Dschungelbuch 2" nicht einfach an, man ist dabei."

Feather und Grabowsky ergänzten McNeelys Score mit einer Handvoll Songs, die die Perspektiven einiger Schlüsselfiguren erklären und darüber hinaus die einzigartige Verspieltheit und den Zauber des Films verstärken. Das erste Stück, "Dschungel-Rhythmus", ist ein ansteckender Song, der - wenn man ihn mit Moglis Augen sieht -den Dschungel als eigenen, lebenden Charakter beschreibt. Der Dschungel repräsentiert Moglis Freiheit, den Ruf der Wildnis, und Feather und Grabowsky übersetzten diesen Ruf in eine unwiderstehliche Melodie, die das Herz jedes Zuschauers berührt.

Als Tierliebhaberin verbrachte Feather zahllose Stunden damit, alle Dschungeltiere zu studieren, um herauszufinden, welche am besten zu ihren Texten passen würden. "Es war schon immer ein Traum von mir, dass wundervoll gezeichnete Tiere meine Songs singen", schwärmt Feather. "Meine Musik tendiert dazu, gute Laune zu verbreiten, so passt sie hervorragend zu Dschungel- oder Waldbewohnern. Darum war es für mich sehr leicht, die Texte zu schreiben. Und ich liebe die Szene, wenn "Dschungel-Rhythmus" beginnt und sich die Nashörner bei Tagesanbruch die Augen reiben."

Nachdem die Filmemacher einen zusätzlichen Song haben wollten, setzten sich Feather und Grabowsky 24 Stunden lang zusammen und erarbeiteten die Musik und den Text für einen fantastischen Partysong und das ultimative Partytier: den Bären Balu. Das Ergebnis ist ein Show-Stopping-Stück, das dem legendären Choreographen Bubsy Berkeley gefallen hätte - eine Hymne für einen tierischen Nachtclub, in dem Balu der Leadsänger ist.

Den Filmemachern war schon früh klar, dass der von Terry Gilkyson geschriebene und Oscar®-nominierte Song "Bare Necessities" ("Probier's mal mit Gemütlichkeit") nicht nur ein essenzielles Stück und die perfekte Brücke zwischen den beiden Dschungelbuch-Filmen sein würde, sondern auch die Wärme und Fröhlichkeit der Beziehung zwischen Balu und Mogli erneut zum Ausdruck bringt.

"Er ist der perfekte Song, um Altes mit Neuem zu verbinden", ist Walker überzeugt. "Der Song ist auf einzigartige Weise untrennbar mit Balu verbunden, und man hört ihn sofort, wenn er zum ersten Mal zu sehen ist. Nur mußs Balu traurigerweise den Song allein singen. Das sagt schon alles."

Darüber hinaus benutzten die Filmemacher einige von Balus tänzelnden Schritten und patentierten Bewegungen aus dem Original als Tribut an "Das Dschungelbuch". "Das gehörte zu den Dingen, die der Song leisten sollte", erklärt Thorne. "Er vereint unser Team und führt uns direkt zurück zum Original. Die Jungs sind zurück ? im Dschungel."

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© 1994 - 2010 Dirk Jasper