Gott ist tot

Ausführlicher Inhalt

Köln. Auf dem Odeonsplatz im vornehmlich von Arbeiterfamilien bewohnten Stadtteil Ehrenfeld zeigt sich wie jeden Morgen das gleiche Bild: die Müllabfuhr hat im Morgengrauen mit ihrer Arbeit begonnen, Fritz der Briefträger hält ein Schwätzchen mit Reis, dem türkischen Müllarbeiter, die Metzgerin Gisela öffnet ihren Laden ... Hier kennt jeder jeden ...

Es ist der Tag, an dem Mike aus dem Gefängnis entlassen wird. Sein bester Freund Ulli wartet bereits seit Stunden aufgeregt vor den Toren der Justizvollzugsanstalt.

Als sich die Tore öffnen, kommt Mike heraus. Nach einem kurzen Augenblick fallen Ulli und er sich in die Arme, als wollten sie dem grauen Himmel ihre Freundschaft, ihre Sehnsucht kundtun. Als Mike zu Hause ankommt, sieht er wie sein Vater vor der Haustür an seinem selbstgebauten Wohnmobil arbeitet.

Sein "kleiner", geistig behinderter Bruder Günni ist ebenfalls dabei. Günni freut sich wie ein kleiner Junge über das Wiedersehen, während sein Vater teilnahmslos mit der Arbeit fortfährt. Mike ist über die kühle Begrüßung kaum erstaunt.

Als sie aber in die Wohnung gehen und Mike den für drei gedeckten Tisch sieht, ist er gerührt. Die zaghafte Annäherung von Vater und Sohn wird von altem Groll überschattet. Heinrich hat Mike zwar regelmäßig Geld ins Gefängnis geschickt, doch besucht hat er ihn kein einziges Mal.

Die erste Nacht in Freiheit zieht es Mike mit Ulli in die Musikbar. Dort trifft er auf Dotte, den Hehler, der mit Mike beim letzten "Job" gefasst wurde. Dotte wollte Mike eine Ladung gestohlener Laptops andrehen, als sie von der Polizei überrascht und geschnappt wurden. Er glaubt, dass Mike mehr weiß, als er zugibt. Deshalb erwartet er von Mike Wiedergutmachung: den Namen desjenigen, der sie verpfiffen hat, und EU 50.000,- für den Verlust, den er erlitten hat.

Mike mußs handeln, denn Dotte versteht bei geschäftlichen Dingen keinen Spaß. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, rammt Dottes Freund Ulli ein Messer durch den Sitz in den Rücken. Mike mußs herausfinden, wer sie tatsächlich verraten hat.

Während Ulli in dubiosen "Reifengeschäften" das große Geschäft wittert, bemüht sich die Metzgerin Gisela darum, den bärbeißigen Heinrich mit mütterlicher Fürsorge und Interesse an seinem Wohnmobil für sich zu gewinnen. Obwohl sie sich seit Jahren kennen, kam es bisher nie zu einer Annäherung. Nur widerwillig nimmt Heinrich die Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier an.

Abends ziehen Mike und Ulli los; sie müssen Peter finden, der beim letzten "Job" Schmiere stand. Sie wollen von ihm erfahren, wer damals gesungen hat, denn außer ihnen wusste nur Peter von dem Deal. Obwohl sie ihn verprügeln bis er regungslos am Boden liegt, erfahren sie von ihm nichts.

Heinrich trifft mit seinem Freund, dem Meister der kleinen Autowerkstatt, in der er immer die Ersatzteile für sein Wohnmobil holt und repariert, eine Vereinbarung: wenn der Meister Mike einstellt, wird Heinrich dessen Lohn übernehmen. Hauptsache, der Junge macht "was Anständiges" und "kommt von der Straße".

Heinrich und Günni arbeiten wieder mal am Wohnwagen. Heinrichs Heftigkeit, als Günni etwas beschädigt, macht die Liebe zu seinem Wagen deutlich. Eine Liebe, die fast schon krankhaft zu sein scheint.

Zwei Beamte vom Sozialamt kommen zu einem "Kontrollbesuch". Als Sozialhilfeempfänger hätte Heinrich seinen Wohnwagen bei der Behörde melden müssen. Immerhin wird ein Fahrzeug wie ein vorhandenes Vermögen gewertet - auch wenn es ein uralter VW-Bus ist. Und ein Vermögen mußs dem Amt gemeldet werden. Die Beamten fordern ihn auf, mit seinem Sachbearbeiter zu sprechen. Heinrich ist verwirrt und fürchtet, dass ihm der Wagen weggenommen wird.

Am Abend haben sich Heinrichs Zorn, Angst und Verwirrung immer noch nicht gelegt. Im Gegenteil, er steigert sich immer mehr in seine Wut hinein. Günni spürt die Unruhe seines Vaters. Um ihn ein wenig aufzuheitern, albert er herum. Doch Günnis Bemühungen schlagen ins Gegenteil um. Heinrich wird immer zorniger, schlägt gar auf Günni ein und bindet ihn schließlich an der Heizung fest.

Günni zappelt wie ein Fisch auf dem Trockenen, bis er vor Erschöpfung nahezu regungslos erstarrt. Ihm gegenüber sitzt Heinrich vor der Glotze, in der Hand eine Bierflasche, die fast leer ist. Mike kommt in der Nacht nach Hause. Günni ist inzwischen eingenickt.

Beim Anblick der beiden armseligen Gestalten gerät Mike außer sich vor Wut. Es kommt zum Streit. Heinrich droht ihm, schlägt auf ihn ein. Immer wieder brüllt Heinrich seinen Zorn hinaus: Sein Wohnwagen, die Gleichgültigkeit seines Sohns gegenüber seinem Leben? Nur mit Mühe und Not kann Mike ihn beruhigen.

Mike nimmt Günni mit zu sich und Ulli. Während Günni in der Küche Geschirr spült, kommt Ulli mit einer neuen "grandiosen" Idee: gebrauchte Reifen für wenig Geld kaufen und in die Mongolei verschieben. Doch Mike nimmt die "grandiosen Ideen" seines Freundes schon lange nicht mehr ernst und erzählt von seinem Job in der Werkstatt.

Am nächsten Morgen holt Heinrich Günni ab und begibt sich zum Sozialamt. In seiner Panik, sein Wohnmobil könne ihm weggenommen werden, ignoriert er den gut gemeinten Hinweis seiner Sachbearbeiterin, mit der Abmeldung des Wohnmobils sei alles erledigt. Er redet sich in Rage, brüllt herum, fängt schließlich an, die Einrichtung der Amtsstube zu verwüsten und mit Büromaterial nach den Beamten zu werfen. Günni tut es ihm vergnügt nach. Die Polizei wird gerufen.

Am nächsten Tag im Morgengrauen holt Mike seinen Vater und seinen Bruder von der Polizeiwache ab. Heinrich ist beschämt, aber vor ihrem Haus angekommen, flammt seine Wut wieder auf. Er sei doch immer anständig gewesen, habe gearbeitet, nie hätte er was mit der Polizei zu tun gehabt. Jetzt hätten sie ihn zum Bettler gemacht und wollten sogar sein ein und alles: sein Wohnmobil.

Wie von Sinnen schlägt er nun auf seinen geliebten VW-Bus ein, bricht Antenne und Rückspiegel ab. Erst in den Armen seines Sohnes beruhigt er sich allmählich. Mike verspricht Heinrich, den Job in der Autowerkstatt anzunehmen.

Mike weiß nicht, ob er seiner familiären Situation noch gewachsen ist. Er ist nah dran, Heinrich und Günni ganz aufzugeben. Doch dann erfährt er von Walter, dem Kioskbesitzer, dass Heinrich aus Protest gekündigt hat, als sein Sohn aus der Firma flog. Mikes Verwirrung wird dadurch noch größer.

Bei seinem Einstand in der Werkstatt trifft Mike seine alte Freundin Petra, die ihren Wagen immer auf dem Werkstattgelände parkt, wieder. Sein Annäherungsversuch verläuft zunächst im Sand. Sie will nichts mehr von ihm wissen.

Am Abend kommt Heinrich wie versprochen zu Giselas Geburtstagsfeier. Verlegen und steif sitzt er da und überreicht ihr sein Geschenk: ein 4711-Set. Gisela ist hingerissen. Als Heinrich von seinem Wohnmobil und seinen Reiseträumen zu erzählen beginnt, lebt er auf. Gisela ist gerührt. Halb forsch, halb verlegen bittet sie ihn, sie mitzunehmen, wenn er losfährt.

Im Wettbüro, in dem Ulli mal wieder sein letztes Geld verzockt, lauert ihm Dotte auf. Er hat erfahren, dass Ulli inzwischen durch seine Zockerei ziemlich verschuldet ist und fordert von ihm, Mike ans Messer zu liefern. Nur so könne Ulli seine Haut retten und von seinen Schulden loskommen. Mike müsse mehr wissen, als er zugebe.

Durch den Streit mit dem Sozialamt hat sich Heinrichs finanzielle Situation noch weiter verschlechtert. Er kann dem Meister der Autowerkstatt Mikes Lohn nicht zahlen. In seiner Verzweiflung versucht er, seine alte Pistole zu verkaufen. Doch weder die Pfandleihe noch sein alter Freund Walter wollen ihm die Vorkriegswaffe abnehmen.

Als Mike nach Hause kommt, hockt Günni vor dem Fernseher. Er schaut sich eine Wiederholung einer der unzähligen nachmittäglichen Talksendungen mit dem Thema "Hilfe meine Brust ist zu groß" an und onaniert dabei hemmungslos. Mike kann das nicht mit ansehen. Er zerrt Günni von der Couch und verspricht, ihm "was Anständiges" zu besorgen. Immerhin hat er gearbeitet und einen Vorschuss auf seinen ersten Lohn erhalten.

Mike und Günni fahren in ein Bordell. Doch die Prostituierte will sich unter keinen Umständen mit Günni einlassen. Schließlich seien sie ja "im Bordell, nicht im Irrenhaus!" Mike wird wütend und lässt sich auf einen Streit ein, um dann samt seinem Bruder von einigen Zuhältern unsanft rausgeschmissen zu werden.

Von Walter erfährt Mike von Heinrichs Versuchen, seine Pistole zu verkaufen. Mike kocht vor Wut: Heinrich dürfte diese Pistole gar nicht besitzen, Mike trug sie bei seinem letzten "Job" bei sich! Er stellt Heinrich zur Rede und erfährt, dass sein eigener Vater ihn bei der Polizei angezeigt hatte. Außer sich vor Wut schlägt er solange auf Heinrich ein, bis dieser mit einem Herzanfall zu Boden geht ...

Nachdem sein Vater im Krankenhaus und außer Lebensgefahr ist, nimmt Mike Günni endgültig zu sich. Und während Gisela sich mütterlich rührend um Heinrich kümmert, kocht Mikes Wut in ihm weiter. Sein eigener Vater hat ihn verraten und in den Knast gebracht!

Gisela holt Heinrich aus dem Krankenhaus ab. Sie setzt ihn auf eine Bank und fordert ihn auf, einen Moment auf sie zu warten - um dann mit einem niegelnagelneuen Wohnmobil vorzufahren. Wenn Heinrich möchte, würde sie dafür ihren Laden verkaufen. Sie habe lang genug gewartet, jetzt möchte sie ein gemeinsames Leben mit Heinrich anfangen, und dafür steht das neue Wohnmobil. Doch Heinrichs Herz schlägt nach wie vor für sein selbstgebautes Schätzchen ...

Als Heinrich am nächsten Tag Günni abholen will, schlägt ihm Mike die Tür vor der Nase zu. Heinrich soll sich hier nie mehr blicken lassen! Und beim Sozialamt mußs Heinrich erfahren, dass seine Sozialhilfe gesperrt ist und er kein Geld erhält ...

Mike hat ebenfalls Geldsorgen. Abends klingelt unerwartet ein Techniker der Elektrizitätswerke, um den Strom abzustellen. Die Rechnung sei monatelang nicht bezahlt worden. Mike ist außer sich. Was ist aus dem Stromgeld geworden, dass er Ulli gegeben hat? Ulli kann Mikes Fäusten und Beschimpfungen gerade noch entwischen.

Gisela taucht in der nur von Kerzen beleuchteten Wohnung auf. Sie versucht, bei Mike gut Wetter für seinen Vater zu machen. Ohne ihn wäre Mike doch erst recht auf die schiefe Bahn geraten. Er habe doch nur versucht, Mike vor einer schlimmen Tat zu bewahren, daher die Anzeige bei der Polizei. Gegen Mikes Wut kann jedoch selbst Gisela nichts ausrichten.

Ulli läuft vor dem Wettbüro, in das er sich verzogen hat, wieder Dotte in die Arme. Diesmal belässt der es nicht bei Worten: seine Schläger fallen über Ulli her ...

Mike hat sich und seinen Bruder unterdessen notdürftig in der Werkstatt untergebracht. Gisela bemüht sich weiterhin um Versöhnung zwischen Vater und Sohn, diesmal bei Heinrich. Sie berichtet von ihrem Besuch bei Mike, und dass ihm der Strom abgestellt worden ist. Heinrich ist bedrückt. Bis zum Abend ringt er sich mühselig dazu durch, Giselas Angebot abzulehnen, er hängt zu sehr an seinem selbstgebastelten Wohnmobil.

Mike erfährt von Petra, dass Ulli übel zugerichtet wurde. Mit einem Kickboard als Geschenk kommt Mike mit Günni bei Ulli vorbei. Es soll eine Entschädigung für das Fahrrad sein, das er ihm als Kind gestohlen hat, und ein Zeichen der Versöhnung mit dem alten Freund. Ulli versucht die Spuren von Dottes Prügel zu verstecken. Mike ist entsetzt und vergisst seinen Groll. Ulli warnt ihn vor Dotte.

Heinrich ist beim Straßenverkehrsamt. Er meldet seinen Wohnwagen ab. Als die Plaketten von den Nummernschildern abgekratzt werden, ist es fast so, als würden sie Heinrich das Herz herauskratzen.

An diesem Abend schließt sich das Tor der Werkstatt, als Petra die Halle mit ihrem Wagen verlassen will. An der Wand sind plötzlich alte Super-8-Filme von Mike zu sehen, und einen Augenblick später sitzt Mike neben ihr im improvisierten Autokino. Die Aufmerksamkeit der beiden richtet sich bald weg von der "Leinwand" und aufeinander. Ihr Liebesakt findet ein abruptes Ende, als der neugierig gewordene Günni direkt zwischen ihnen auftaucht.

Heinrich versucht, bei seiner Hausbank einen Kredit über EU 10.000,- zu erhalten. Die Sachbearbeiterin macht ihm klar, dass er als Sozialhilfeempfänger, dessen einziges "Vermögen" ein schrottreifes, selbstgebautes Wohnmobil sei, keine Aussicht auf eine solche Summe habe.

Beim abendlichen Kneipenbesuch mit Ulli und Petra wird Mike von Dotte gestellt. Mike macht ihm deutlich, dass Dotte nach seiner "Behandlung" Ullis nichts von ihm zu erwarten habe. Damit reizt er Dotte genug, seine freundliche Art fahren zu lassen und die Fratze des Psychopathen zu zeigen. Ohne Rücksicht auf die anderen Gäste im Lokal brüllt Dotte herum, er werde Mike abknallen. Der Tobende kann von seinen Begleitern mit Mühe und Not aus der Kneipe geschafft werden.

Und während Heinrich mit Günni in seinem geliebten Wohnmobil sitzt und darüber sinniert, dass jetzt "alles kaputt ist", bereiten sich Mike und Ulli darauf vor, ein mit Drogen präpariertes Auto aus der Werkstatt zu klauen. Mike mußs jetzt handeln. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr. Das aus der Autowerkstatt herausfahrende Auto wird mit Petras Hilfe überfallen und geklaut.

Die erwarteten Drogen entpuppen sich als alte DM-Scheine die wohl im Ausland gewaschen werden sollten. Ausgelassen feiern sie auf einem Schrottplatz ihren Coup.

Den nächsten Tag verbringt Mike auf den Poller Wiesen. Günni lässt seinen Drachen den Himmel, die Wolken umarmen. Man hat das Gefühl, dass Günni jeden Augenblick mit dem Drachen in die Luft steigt. Ulli mußs sich bei Günni einhaken, um ihn am Boden zu halten.

Heinrich verbringt den Tag damit, sich still und leise zu betrinken. Erst Gisela bringt ihn dazu, sich auszusprechen: das Sozialamt hat ihn aufgefordert, sein Wohnmobil abzugeben. Die Abmeldung reicht nach Heinrichs Auftritt im Amt nicht mehr. Gegen seine Verzweiflung stemmt sich Gisela mit der rettenden Idee, ihm den Wagen abzukaufen und ihn auf sich anzumelden, um ihn so dem Zugriff des Sozialamts zu entziehen.

Aus Rührung und Erleichterung wird Zärtlichkeit. Behutsam lieben sich Heinrich und Gisela. Unterdessen sucht Günni nach seinem Vater. Mit einem Obdachlosen verbringt er die Nacht auf einer Parkbank.

Mike holt Günni ab und bringt ihn zu Heinrich nach Hause. Zwischen Vater und Sohn entbrennt ein heftiger Streit um Geld, Günni und die Tatsache, dass Heinrich Mike ins Gefängnis gebracht hat. Heinrichs Vorstellung von Anstand widerspricht Mikes Versuchen, sich und seine Familie durchzubringen. Türenknallend verlässt Mike die Wohnung.

Mittlerweile hat Dotte herausgefunden, dass es Heinrich war, der sie beim letzten "Job" verpfiffen hat. Er droht Mike, seinen Vater zu töten, wenn er nicht heute Nacht sein Geld bekommt. Der wutentbrannte Mike brüllt ihn an, die Kugel für seinen Vater würde er ihm schenken. Erst als Dotte abrauscht, wird Mike klar, was er da eben gesagt hat.

Gisela macht ihren Plan wahr: sie kauft Heinrich sein Wohnmobil für EU 500,- ab. Beide sind beschwingt, Heinrich schöpft zum ersten mal wieder Hoffnung für die Zukunft. Gleich am nächsten Morgen wird er mit dem Vertrag zum Sozialamt gehen.

Dotte und seine Schläger nutzen Heinrichs Abwesenheit, um seine Wohnung kurz und klein zu schlagen. Den härtesten Schlag erhält Heinrich aber auf dem Sozialamt: die Sachbearbeiterin weigert sich, den Kaufvertrag anzuerkennen: er sei offensichtlich fingiert, der Bus sei laut amtlicher Tabelle immerhin EU 5900,- wert.

Mit zerstörten Hoffnungen steht Heinrich inmitten seiner zertrümmerten Wohnung. Der herbeigeeilte Mike ist entsetzt. Ulli und Mike verständigen sich darauf, das erbeutete Schwarzgeld zu tauschen, um Dotte auszulösen. Ihnen ist klar, entweder sie verabschieden sich von dem Geld, oder von Mikes Vater. Mikes Hoffnung, die Autowerkstatt zu übernehmen, ist damit endgültig zerstört. Trotzdem macht er einen Termin mit einem alten Knastkumpan aus, der ihm die alten Geldscheine abkaufen will.

Es ist später Nachmittag. Neugierig beobachten Kinder der Nachbarschaft, wie Heinrichs Wohnmobil auf einen Abschleppwagen der Stadt verladen wird. Eine Polizeistreife beaufsichtigt das ganze Geschehen.

Langsam wird das Wohnmobil mit Ketten auf den Abschlepper gezogen. Jeder Ruck - ein Stoß, jeder Stoß - ein Schmerz. Man würde meinen, dass hier nicht nur ein Wohnmobil verladen wird. Es ist vielmehr Heinrichs Gegenwart, die hier in Ketten gelegt wird, Heinrichs Zukunft, um die man ihn beraubt. Und als die Fahrzeuge losfahren, rollt auch Heinrichs Hoffnung davon.

Als Heinrich aus dem Supermarkt kommt, sieht er gerade noch die flackernden Lichter entschwinden. Als er begreift, was hier geschieht, bricht seine Welt zusammen. Wie wildgeworden rennt er seinem Wohnmobil nach. Er rennt quer über Straßen, stößt Menschen um, fällt schließlich selbst zu Boden. Mit letzter Kraft versucht er sich aufzurichten, doch sein Wohnmobil ist nicht mehr zu sehen. In sich zusammengesunken sitzt er vor seinem Haus auf dem Bordstein. Dort wo einst sein Wohnmobil stand. Er weint.

In den Trümmern seiner Wohnung schaut Heinrich alte Super-8-Filme an. Mike begegnet er gefasst und wehmütig, aber auch ungewohnt offen und herzlich bei seinem Versuch, den Schwierigkeiten ihrer Vater-Sohn-Beziehung ins Auge zu sehen. Endlich sind die beiden versöhnt, begegnen sich ohne Groll.

Am nächsten Morgen sind Ulli und Mike außerhalb der Stadt unterwegs. Sie wollen Mikes Knastkumpan treffen und ihm das alte Geld verkaufen. Sie fahren zum Treffpunkt, einem Reiterhof. Statt des Knastkumpanen erwarten sie dort Dotte und Peter mit einer Gruppe bewaffneter Schläger. Vor den auf sie gerichteten Schrotflinten müssen Mike und Ulli kapitulieren: Dotte kassiert das Geld ein. Mike und Ulli werden von Dottes Schlägern zusammengeschlagen.

Petra mußs Mike und Ulli notdürftig verarzten. Sie ist außer sich vor Zorn. Sie hält Mike vor, dass er niemals zur Vernunft kommen wird. Sie hält ihm vor, dass sogar sein Vater die ganze Zeit in der Werkstatt für ihn Bezahlt hat.

Mike ist erstaunt und gerührt zugleich. Er mußs jetzt handeln. Zusammen mit Ulli will er Heinrichs Wohnwagen aus dem Parkplatz für abgeschleppte Fahrzeuge klauen. Gemeinsam mit Heinrich und Günni gelingt es ihnen, den Wohnwagen zurückzuerobern. Auf dem Weg in die große "Freiheit" stirbt Heinrich an einem Herzanfall.

Das Wohnmobil steht wieder vor dem Haus. Mike bringt neue Nummernschilder an, repariert die Antenne. Das Leben auf dem Odeonsplatz geht weiter: Ein Betrunkener torkelt über den Platz ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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