Der Kindergarten Daddy

Produktionsnotizen

Drehbuchautor - Allein zu Haus Wie man aus der Not eine Tugend macht, bewies Drehbuchautor Geoff Rodkey, als er während eines Auftrags-Engpasses die Aufgabe übernahm, daheim auf sein Kind aufzupassen. Nicht nur, dass er die ungewohnte Rolle des Hausmannes schon bald zu meistern verstand, sie inspirierte ihn auch zu dem Skript einer wunderbaren Familienkomödie: Der Kindergarten Daddy.

"Ich war zuhause und kümmerte mich um unseren sieben Monate alten Sohn, da meine Frau wieder angefangen hatte, ganztags zu arbeiten", erinnert sich Rodkey. "So sehr ich meinen Kleinen auch liebe, hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten damit, meine gesamte Zeit mit ihm zu verbringen.

Ich sprach mit dem Produzenten Wyck Godfrey, der ebenfalls kleine Kinder daheim hat, und wir waren beide der Meinung, dass die Idee von Vätern, die sich um Kinder kümmern müssen, eine perfekte Grundlage für eine Komödie sei. Und so verbrachte ich das nächste Jahr damit, die Story zu Der Kindergarten Daddy zu entwickeln."

Für sein Drehbuch analysierte Geoff Rodkey sehr genau die Feinheiten des Vater-Kind-Verhältnisses, das - wie sich heraus stellte - gar nicht so feinsinnig ist: "Wie Männer mit Kindern spielen, wenn ihre Ehefrauen nicht zusehen - das ist pures Chaos! Wir tauchen wieder völlig in unsere eigene Kindheit ein."

Der ausführende Produzent Joe Roth ergänzt in Anspielung auf den Film: "Außerhalb des Berufslebens sind diese Väter völlig aufgeschmissen. Sie sind einfach nicht in ihrem Element. Ihre Ausbildung, ihre Erfahrung und ihr berufliches Know How ist absolut nichts wert, wenn es darum geht, eine Horde außer Kontrolle geratene Vierjährige zu bändigen."

Rodkey widmete sich in seiner Story außerdem einem Aspekt, der nach Ansicht von Produzent John Davis noch in keinem anderen Film thematisiert wurde: "Die meisten Väter kommen ganz wunderbar mit ihren Kindern aus, wenn sie etwas älter sind. Aber solange sie noch klein sind, stehen ihre Daddys ihnen oft eher ratlos gegenüber. Es ist einfach eine absurde Vorstellung, dass eine Handvoll Väter eine Kindertagesstätte leitet. Diese Kerle haben nicht den Hauch einer Ahnung, worauf sie sich da einlassen."

Als die Idee entstand, schien sie noch ein wenig weit hergeholt zu sein, gesteht Autor Geoff Rodfrey freimütig. Doch die Zeiten haben sich geändert. "Als wir das Drehbuch entwickelten, ging es der Wirtschaft noch ziemlich gut.

Wir grübelten lange, wie wir dem Publikum glaubhaft vermitteln konnten, dass die Helden unseres Films, zwei wirklich talentierte Männer, einfach gekündigt werden und partout keinen neuen Job finden. Doch dann kippte die Wirtschaftslage um und zu dem Zeitpunkt, als wir drehten, waren Tausende von talentierten Business-Hochkarätern arbeitslos und kümmerten sich daheim um ihre Kinder."

Eddie Murphy: Family Man Angesichts der Komödien-Klassiker Mr. Mom (1983) und Three Men and a Baby (Drei Männer und ein Baby, 1987) erkannte Eddie Murphy sofort das Comedy-Potential von Der Kindergarten Daddy: "Sobald man ein paar Männer zeigt, die keine Ahnung davon haben, wie man Kinder betreut und versorgt, und sowie diese Männer dann versuchen, diese Aufgabe genauso gut zu erledigen wie die Mütter, ist die Situationskomik einfach vorprogrammiert."

Doch nicht nur das Potential für reichlich Lacher war vorhanden, sondern auch für eine gehörige Portion Herz. "Wenn Eddie in einem Film auftritt, der sich auch an ein jüngeres Publikum richtet, verströmt er automatisch einen ganz eigenen Charme, der perfekt mit seiner komischen Seite harmoniert", erklärt Produzent Davis, der mit Eddie Murphy bereits bei den Dr. Dolittle-Filmen zusammenarbeitete. "Nur ein Mensch, der Kinder so aufrichtig mag wie Eddie, hat diese ganz besondere Aura."

"Mit Kindern zu arbeiten heißt, spontan zu sein. Die Kleinen sind nämlich völlig unkalkulierbar und tun stets das Unerwartete", fügt Produzent Roth an. "Niemand kann in so einer Situation besser reagieren und improvisieren als Eddie!"

Auch Regisseur Steve Carr ist voll des Lobes für die Flexibilität seines Stars: " Eddie ist einfach perfekt für Familien-Entertainment. Es hat mich bereits bei Dr. Dolittle 2 begeistert, wie Eddie mit den sprechenden Tieren interagierte. In Der Kindergarten Daddy gehen wir sogar noch einen Schritt weiter und profitieren noch mehr von seiner unglaublichen Spontaneität."

Drei Männer und keine Ahnung Die Art, wie Eddie Murphy seine kleinen Co-Stars behandelte, sorgt auf der Leinwand neben Lachern auch für eine ganz besondere, gelassene und warmherzige Stimmung. "Bei den Murphys zuhause mußs es rasend komisch zugehen", lächelt Regisseur Carr.

"Eddie ging so unendlich natürlich mit den Kindern um, war pausenlos clever und witzig. Sein wahres Ich kommt in diesem Film immer wieder durch. Seine eigenen Erfahrungen als Familienvater sind unübersehbar."

Und doch gibt es einen gravierenden Unterschied, ob man es zuhause mit seinen eigenen Kindern zu tun hat, oder an einem Filmset mit kleinen Kollegen. "Wenn die Kids daheim zu sehr durchdrehen, dann kann man ihnen sagen, dass sie sich gefälligst hinsetzen und still sein sollen", erklärt Eddie Murphy.

"Aber beim Dreh geht das natürlich nicht. Da muß man viel diplomatischer sein und den Kleinen ganz ruhig erklären, dass die Uhr tickt und tickende Uhren in Hollywood eine Menge Geld kosten. Mit den Film-Kindern habe ich erheblich mehr verhandeln müssen, als mit meinen eigenen."

Den zweiten "Kindergärtner" im Film verkörpert der Komiker Jeff Garlin, der auf der Leinwand bestens mit Eddie Murphy harmoniert. "Es herrscht eine wunderbare Balance zwischen den Figuren, die die beiden spielen", erklärt Produzent Wyck Godfrey. "Eddie verkörpert den enthusiastischeren der beiden. Er hat schon fast etwas manisches. Jeff dagegen spielt die vernünftigere Hälfte des Duos."

"Jeff ist ein warmherziger, liebenswürdiger, knuffiger Teddybär", erklärt Produzent Davis. "Seine Energie und seine ganz eigene Persönlichkeit ergänzen sich perfekt mit Eddies Qualitäten."

Noch wichtiger als ihr natürliches Charisma, erklärt Carr, ist jedoch die komödiantische Professionalität seiner Hauptdarsteller: "Sowohl Jeff als auch Eddie verfügen über ein großartiges Gespür für Timing. Sie spielten sich am Set permanent die verbalen Bälle zu. Jeff ist der perfekte 'Sidekick' für Eddie. Sie erwecken wirklich den Eindruck, als würden sie sich schon jahrelang kennen, dicke Freunde sein und ständig zusammen etwas unternehmen."

Auch in Bezug auf ihren Umgang mit den Kindern weisen die Charaktere, die Murphy und Garlin verkörpern, beträchtliche Unterschiede auf, wie Regisseur Carr erklärt: "Im Endeffekt handelt dieser Film davon, wie Väter eine Verbindung zu ihren Kindern herstellen. Der Mann, den Eddie spielt, hat das auch dringend nötig.

Denn bislang hat er die meiste Zeit darauf verwandt, dem amerikanischen Traum nachzujagen und hat dabei seinen Sohn ziemlich vernachlässigt. Der Vater dagegen, den Jeff verkörpert, ist schon immer prima mit seinem Kind ausgekommen, hat dafür aber ein anderes, schwerwiegendes Problem: Er schafft es einfach nicht, seinem Sohn die Windel zu wechseln!"

"Der Grund für das Windel-Problem", erklärt Garlin, "liegt darin, dass Phil ein paar echt traumatische Windel-Erlebnisse hinter sich hat. Er liebt seine Kind und verbringt wirklich gern Zeit mit ihm, aber sowie es ums Wickeln geht, setzt sein Trauma ein."

Das Verhältnis zwischen Charlie (Eddie Murphy) und seinem Sohn ist keineswegs schlecht, aber trotzdem nicht ganz unproblematisch. "Charlie ist so sehr damit beschäftigt, eine finanzielle Basis für seine Frau und sein Kind zu schaffen, dass er gar nicht merkt, wie wenig er sich um seinen Sohn kümmert", erklärt Murphy.

"Durch die gemeinsame Zeit im Kindergarten wird die Beziehung der beiden jedoch langsam immer enger und entwickelt sich schließlich zu einer wirklich starken und soliden Bindung."

Als sich der Daddy-Kindergarten langsam als Erfolg erweist, stößt ein dritter Mann zum Team: Marvin (Steve Zahn). Der ist zwar selbst kein Vater, kann aber sehr wohl mit Kindern kommunizieren. "Am Anfang hält man Marvin einfach nur für einen schrägen Vogel", erklärt Regisseur Carr.

"Doch er hat eine echte Affinität zu Kindern, vermutlich weil er selbst im Herzen immer noch ein Kind ist. Und so hat er auch nicht die lästigen Hemmungen, die viele andere Erwachsene im Umgang mit Kids an den Tag legen."

"Das Tolle an Marvin," ergänzt die ausführende Produzentin Heidi Santelli, "ist, dass er die Dinge auf den Punkt bringt. Charlie und Phil geben sich wirklich alle Mühe mit den Kindern, doch als Marvin auftaucht, erkennen sie, dass es eigentlich gar keine Mühe ist. Alles, was man tun mußs, ist auf die Kinder zugehen und ihre Sprache sprechen."

"Marvin ist wie ein erwachsenes Kind", erklärt Steve Zahn seine Rolle. "Er ist der personifizierte Lieblingsonkel. Er betrachtet Kinder als ebenbürtig. Er glaubt nicht, dass er besser oder wichtiger ist als sie - er ist nur zufällig größer und älter."

Regina King, die Charlies Ehefrau Kim spielt, sieht den grundlegenden Unterschied bei der Erziehung von Kindern zwischen Männern und darin, dass Männer am Ende meist die besten Kumpel der Kleinen geworden sind. Im Film wie im wirklichen Leben sorgt die engere Bindung zwischen Vater und Sohn meist auch für eine Intensivierung der Gefühle zwischen den beiden Eltern.

"Wenn du siehst, dass dein Kind seinen Vater liebt, dann liebst du selbst ihn auch gleich noch ein bißchen mehr", meint Regina King. "Es gibt nichts attraktiveres als einen Vater, der seine Kinder liebt und auch keine Angst hat, es zu zeigen. Das ist für eine Frau die beste Bestätigung, dass sie den richtigen Mann geheiratet hat."

Teaching Mrs. Harridan Wie in allen guten Komödien gibt es natürlich auch in Der Kindergarten Daddy einen bösen Gegenspieler, der die Helden bedroht. Und zwar just in dem Moment, in dem sie endlich herausgefunden haben, wie sich so ein Kindergarten meistern lässt.

"In einer Familien-Komödie mußs dieser Schurke überlebensgroß und extra-fies sein", erklärt Godfrey. "In unserem Fall handelt es sich um die urkomische Schreckschraube Gwyneth Harridan (Anjelica Huston), die die vornehme "Chapman Academy" leitet und fest entschlossen ist, das unorthodoxe Kinder-Aufbewahrungsunternehmen von Charlie, Phil und Marvin zu zerstören."

"Ich liebe es, extreme Figuren zu verkörpern", erklärt Anjelica Huston. "Ich habe im Laufe meines Lebens ja auch schon die eine oder andere Hexe gespielt. Solche Rollen machen einfach Spaß und geben einem obendrein die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Außerdem drehe ich prinzipiell gern Komödien, denn der Witz des Stoffes überträgt sich meist auch auf die Atmosphäre am Set. Da kommt man morgens einfach gern zur Arbeit."

Mit einer Schauspielerin wie Anjelica Huston wurde aus der Figur der Gwyneth Harridan eine ausgewachsene und komplexe Schurkin. "Anjelica ist in diesem Film auf eine hochinteressante Art böse", erklärt Steve Carr. "Es war faszinierend zu sehen, wie sie den Worten im Drehbuch einen schauspielerischen Ausdruck und ihrer Rolle obendrein eine echte Seele verlieh. Während man sie beobachtet, versteht man langsam, warum die böse Mrs. Harridan ist, wie sie ist und warum sie tut, was sie tut."

Allein unter Kindern "Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich im Laufe meiner Karriere ausschließlich die schwierigen Dinge mache", scherzt Regisseur Steve Carr. "Ich habe mit Tieren gearbeitet, mit komplizierten visuellen Effekten, und jetzt mit Kindern. Ich scheue kein potentielles Problem. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein effektgeladenes Weltraumabenteuer, in dem eine Horde Kinder gegen außerirdische Tiere kämpft."

Das größte Problem bei Der Kindergarten Daddy bestand darin, das halbe Dutzend kindlicher Sprechrollen zu besetzen. "Kinder können tolle Schauspieler sein, viele können die unglaublichsten Dinge mit ihren Gesichtern anstellen", erklärt Produzent Davis.

"Doch leider manifestiert sich dieses Talent oft erst, wenn sie sechs oder sieben Jahre alt sind. Wir brauchten jedoch vierjährige Hauptdarsteller - und die mußsten in der Lage sein, eine große Bandbreite verschiedener Emotionen darzustellen. Es war eine aufwändige Suche und so kamen buchstäblich Tausende von Kindern zum Vorsprechen."

"Wir haben in den gesamten USA nach unseren kleinen Stars gesucht" erinnert sich Carr. "Ich fand es wichtig, dass jedes der Kinder eine ganz eigene Persönlichkeit besitzt und dass sich diese verschiedenen Charaktere dann auf der Leinwand auch gut ergänzen. Glücklicherweise ging der Plan am Ende auf und all die Mühe hat sich gelohnt."

Murphy bewunderte die kleinen Stars für ihr natürliches Schauspieltalent: "Es war wirklich wunderbar zu sehen, wie schnell diese kleinen Vierjährigen den Prozess des Filmemachens begriffen. Wenn die Kamera aus war, durften sie sie selbst sein und herumalbern, doch sowie jemand ?Action' rief und eine Szene begann, schlüpften sie unverzüglich in ihre Rollen."

Regina King war besonders von dem kleinen Khamani Griffin, der auf der Leinwand ihren Sohn spielt, beeindruckt: "Er ist ein außergewöhnlich kluger Junge. Er konnte bereits lesen, obwohl er erst Vier war und beherrschte sogar schon gewisse Nuancen in seiner Schauspielerei. Einmal zum Beispiel beobachtete er, dass Eddie sich vor jedem Take einmal räuspert, um keine Stimmprobleme während des Dialogs zu haben, und siehe da: Fortan räusperte sich auch der kleine Khamani vor jeder Einstellung."

Eddie Murphy stimmt zu: "Khamani ist zweifelsohne ein Naturtalent". "Wir konnten Kharmani problemlos eine ganze Bandbreite von Emotionen in seinem Spiel entlocken", erinnert sich Regisseur Carr. "Das ist natürlich auch das Verdienst des Schauspiellehrers, der Khamani und den anderen Kindern beibrachte, auch in ihren Rollen immer ein Stück sie selbst zu bleiben. Die Kinder waren erstaunlich gute Zuhörer und bewiesen am Set eine bemerkenswerte Flexibilität."

Auch Anjelica Huston war von der ungekünstelten schauspielerischen Leistung der kleinen Darsteller beeindruckt: "Ihr Talent war unübersehbar. Und obendrein besaßen sie eben auch eine wunderbare, kindliche Spontanität. Die Kids kamen ganz von selbst auf Ideen, die wir uns niemals hätten ausdenken können."

Die kleinen Stars gaben während des Drehs ziemlich genau den Zeitplan vor. Sie hatten spezifische Zeiten für ihre Mittagsschläfchen, um ihre Milch zu trinken oder mit dem Gameboy zu spielen. "Die Kleinen haben eine echt gute Lobby", grinst Steve Zahn. "Die haben ihre eigene Kinder-Gewerkschaft. Ich wünschte, meine Gewerkschaft wäre auch so mächtig und würde ein regelmäßiges Mittagsschläfchen für mich durchsetzen."

Für Jeff Garlin waren die Dreharbeiten keine Mühe. "Mit Kindern zu arbeiten ist einfach", sagt er. "Du mußst einfach nur aufpassen, dass du in ihrer Gegenwart keine schmutzigen Wörter sagst. Als wir anfingen, sagte ich zu den Kindern: 'Wenn ihr irgendwann mal keinen Spaß habt oder euch irgendetwas nervt, dann sagt mir einfach Bescheid. Ich kümmere mich dann darum'. Aber kein Kind hat sich je bei mir beschwert. Die waren wirklich die ganze Zeit gut drauf."

Obwohl Anjelica Huston ihre Rolle als Schurkin durchaus genoß, legte sie großen Wert darauf, dass die Kinder zwischen der Figur, die sie im Film darstellte, und ihrem wahren Ich unterscheiden konnten. "Das ist das Problem, wenn man eine böse Figur spielt," erklärt sie.

"Man will auf keinen Fall, dass man morgens ans Set kommt und die Kleinen Angst vor einem haben. Deshalb gab ich mir in den Drehpausen ganz besondere Mühe, ein gutes Verhältnis zu ihnen aufzubauen. Die Kinder waren wirklich sehr offen und kommunikativ. Ich glaube am Ende haben sie sogar ein bißchen ihr Herz für die böse Miss Harridan entdeckt."

The Kids are alright Der Witz von Der Kindergarten Daddy basiert nicht zuletzt auf dem Gegensatz der verschiedenen Erziehungsmodelle. Da ist einerseits der Daddy-Kindergarten, den Charlie, Phil und Marvin leiten (und deren Philosophie Steve Zahn so beschreibt: "Hauptsache alle kommen irgendwie lebendig durch den Tag") und andererseits gibt es die straff durchorganisierte Welt in Miss Harridans "Chapman Academy".

Mit der fiktiven "Chapman Academy" macht sich Autor Rodkey über den zunehmenden Leistungsdruck lustig, dem viele Kinder inzwischen unterliegen. "Immer mehr Kids werden immer früher genötigt, sich bestimmtes Wissen und spezifische Fähigkeiten anzueignen", erklärt er.

"Ihre gesamte Kindheit ist nur noch eine einzige lange Vorbereitung darauf, dass sie später einmal ins richtige College kommen. Und so werden schon Vier- und Fünfjährige völlig verplant - Karateunterricht, Computerschulung, Sprachtraining... Diesen Wahnsinn wollten wir satirisch kommentieren.

Produzent Davis ergänzt: "Die 'Chapman Academy' ist, wie so vieles in unserer Gesellschaft, furchtbar leistungsorientiert. Hier regiert völlig überzogener Ehrgeiz. Im Daddy-Kindergarten dürfen die Kinder einfach Kinder sein. Sie werden später den größten Teil ihres Lebens damit verbringen, bestimmte Erwartungen zu erfüllen. Bis dahin sollten sie einfach ihren Spaß haben dürfen."

Und es geht keineswegs immer nur darum, den Kindern die erwachsene Sicht aufzudrängen. Es geht sehr wohl auch anders herum. "Die Botschaft unseres Films", erklärt Regisseur Carr, "besteht darin, dass man seine Kinder beobachten und ihnen zuhören soll. Kinder sind sehr wohl in der Lage, einem zu erklären, was sie lernen möchten und wenn sie sich dann mit dem beschäftigen, was sie interessiert, ist es für alle Beteiligten eine viel schönere und befriedigendere Erfahrung als wenn man ihnen etwas aufzwängt, was man selbst für wichtig hält."

"Kinder brauchen ein System, sie brauchen auch Regeln", fügt Regina King an, "aber ebenso sehr brauchen Kinder Spaß und physische Betätigung. Auch das macht sie klüger und trainiert ihr Gehirn."

Eddie Murphy ergänzt: "Jedes Kind ist anders. Manche brauchen mehr Regeln als andere. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich meinen eigenen Nachwuchs in die Chapman Academy oder in den Daddy-Kindergarten geben würde, würde ich mich immer für die lockere und lustige Daddy-Variante entscheiden".

... und mal ganz abgesehen von den lieben Kleinen: Der gesamte Film Der Kindergarten Daddy wurde in Los Angeles gedreht. Das Team baute ein komplettes Haus inklusive Vorgarten und Hinterhof im Studio in Century City nach. Die Szenen in der "Chapman Academy" wurden in einer Villa mitten in L.A. gedreht.

Die aufwändigste Kulisse wurde im Verdugo Park errichtet, wo eine große Wohltätigkeitsveranstaltung gefilmt wurden. Die Produzenten mieteten eigens ein Dutzend Ponys, auf denen die Kinder den ganzen Tag lang reiten durften, und errichteten extra für die Dreharbeiten einen kompletten Streichelzoo inklusive Lamas, Ziegen und Lämmern.

Einer der Höhepunkte dieser Sequenz war ein Auftritt der Hardrock-Band "Cheap Trick", bei dem Jeff Garlin auf die Bühne kommen und mitsingen durfte. "Es war einfach grandios!", schwärmt Garlin. "Und das Beste daran war, dass sie so laut spielten, dass es gar nicht störte, das mein Gesang klang, als würde ich mit Tabasco-Sauce gurgeln".

Ein eindeutiger Fall von Tiefstapelei, denn einige Wochen später lud "Cheap Trick" den Schauspieler ein, während eines regulären Konzertes im "House of Blues" in Orange County als Gaststar mitzuwirken.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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