X-Men 2

Produktionsnotizen

EIN QUANTENSPRUNG DER EVOLUTION Für Bryan Singer, Regisseur von X-MEN ("X-Men", 2000), war X-MEN 2 viel mehr als nur ein traditionelles Sequel. Seine Entschlossenheit überraschte weder das Studio noch die Produzenten: Schließlich brachte ihm sein Respekt für die Comic-Helden - die Ernsthaftigkeit und Willenskraft sowie der Spaß, mit dem er X-MEN realisiert hatte - die Achtung vieler Comic-Fans ein. Und er überzeugte weltweit Millionen von Kinogängern, die bislang nichts mit dem Comic-Universum zu tun hatten.

Singer betrachtete das Genre als Realfilm und bescherte X-MEN so eine Dreidimensionalität in Stil und Wirkung, die zum Auslöser einer Renaissance der Comic-Verfilmungen wurde. "Bryan hat sich geradezu in die Charaktere aus X-MEN verliebt, deshalb stellte sich für uns die Frage nach einem neuen Regisseur für X-MEN 2 gar nicht", verdeutlicht Lauren Shuler Donner. Die Produzentin begann bereits Anfang der 90er mit den Vorbereitungen zu X-MEN. Produzent Ralph Winter stimmt zu: "Bryan weiß genau, warum die X-Men zu den Ikonen der Popkultur zählen. Seine Fähigkeit, diese Charaktere zum Leben zu erwecken - so als ob sie unsere Nachbarn wären -, obwohl sie unglaubliche, manchmal sogar gefährliche Kräfte haben, ist ziemlich außergewöhnlich."

Für X-MEN 2 konnte Bryan Singer auf die Möglichkeiten eines großen Studios zurückgreifen und das Filmemachen zu einem Event stilisieren, denn er hatte ein größeres Budget und wesentlich mehr Zeit als beim Vorgänger. X-MEN 2 enthält deshalb noch mehr Actionszenen, Effekte, Drehorte und Stunts, die ja bereits bei X-MEN Comic-Fans wie auch Genre-Neulinge begeistert hatten.

Singer nutzte die große Chance und die Freiheit, seine Charaktere nicht mehr einführen zu müssen zu einer hintergründigen Expedition in den Mythos der X-Men, in ihre Fähigkeiten und Beziehungen. "X-MEN 2 ist kein Sequel", verdeutlicht auch er. "Es ist das nächste Abenteuer einer Saga - die natürliche Evolution des ersten Films.

Wir treffen nicht nur die Hauptfiguren aus dem ersten Abenteuer wieder und erfahren, was in der Zwischenzeit passierte, sondern wir lernen eine völlig neue Generation der X-Men kennen und ganz neue Bösewichte."

"Wie jeder gute Comic ist auch das X-Men-Universum geradezu prädestiniert, erweitert zu werden", erzählt Singer. "Man kann diese Story unendlich weitererzählen. Die Fortsetzung der Saga gab mir die Möglichkeit, die Geschichte und die Charaktere weiterzutreiben - und so noch mehr Spaß zu haben. X-MEN 2 ist härter, düsterer, witziger und romantischer als sein Vorgänger."

Doch auch X-MEN 2 beschäftigt sich mit den Themen Toleranz und der Angst vor dem Unbekannten. Problemen, mit denen die X-Men zu kämpfen haben, seit Stan Lee ihr Universum vor vierzig Jahren ins Leben rief. "Die Story dreht sich immer noch um Außenseiter, Vorurteile und darum, unangepasst und unverstanden zu sein", erläutert Lauren Shuler Donner. Bryan Singer fügt hinzu: "Die X-MEN-Filme stellen die Fragen, mit denen auch wir uns herumschlagen müssen. Bin ich alleine auf der Welt? Warum bin ich so anders, wie kann ich mich anpassen? Diese Fragen gelten immer und überall, besonders bei den Heranwachsenden. Wir alle haben uns doch manchmal schon wie Mutanten gefühlt."

Ein neues Thema bei den X-Men ist die Einheit. Denn zwei Generationen von X-Men vereinen ihre Kräfte mit einem unerwarteten Verbündeten, um eine neue und sehr menschliche Bedrohung zu bekämpfen. Zu Beginn des Abenteuers befinden sich die Mutanten immer noch im Kampf gegen eine Gesellschaft, die ihnen misstraut und sie fürchtet. Ihre Anstrengungen werden immer verzweifelter, als ein schockierender Angriff von einem unbekannten Angreifer mit übermenschlichen Fähigkeiten verübt wird. Den Anzeichen nach scheint ein Mutant die Tat verübt zu haben.

Der Anschlag erneuert die politische und gesellschaftliche Forderung nach einem Gesetz, das alle Mutanten zwingt, sich registrieren zu lassen: dem Mutant Registration Act. Neuer Anführer der Anti-Mutanten-Bewegung ist William Stryker, ein wohlhabender ehemaliger Armeekommandant und Wissenschaftler, von dem das Gerücht umgeht, er habe selbst Versuche an Mutanten durchgeführt.

Strykers Arbeit an Mutanten scheint irgendwie mit Wolverines mysteriöser und vergessener Vergangenheit in Zusammenhang zu stehen. Während sich Wolverine auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt, startet Stryker sein Anti-Mutanten-Programm mit einer groß angelegten Militäroffensive auf Xaviers Villa und die School for the Gifted. Magneto, der eben erst aus seinem Plastikgefängnis fliehen konnte, in das er am Ende von X-MEN eingekerkert wurde, geht eine Partnerschaft mit den X-Men ein, um den gemeinsamen neuen und gefährlichen Feind zu bekämpfen: Stryker.

Viele Bekannte aus X-MEN treffen bei X-MEN 2 erneut aufeinander. So etwa Patrick Stewart als Professor Xavier, der mächtigste Telepath der Welt; Hugh Jackman als kämpferischer Einzelgänger Wolverine mit erstaunlichen Heilkräften, versenkbaren Adamantium-Krallen und einer animalischen Wut; Ian McKellen als Magneto, ein mächtiger Mutant, der Metall beherrschen und verändern kann; Halle Berry als Storm, die das Wetter beherrscht; Famke Janssen als telepathisch und telekinetisch begabte Jean Grey; James Marsden als Cyclops, dessen Augen Energiebündel aussenden, die Löcher durch Berge brennen; Anna Paquin als Rogue, die Kräfte und Erinnerungen der Menschen absorbieren kann, sobald sie sie berührt; Rebecca Romijn-Stamos als Mystique, die sich in beliebige Formen und Wesen zu verwandeln vermag, sowie Bruce Davison als Senator Kelly, der frühere Führer der Anti-Mutanten-Bewegung.

Auch Shawn Ashmore kehrt zurück, der bereits im ersten Film als Bobby Drake alias Iceman eingeführt wurde. Der Klassenkamerad Rogues kann seine Körpertemperatur absenken und intensive Kälte ausstrahlen. Er spielt als einer der jungen X-Men eine größere Rolle.

Neben den vielen bekannten Gesichtern werden neue Figuren aus den X-Men-Comics in das Filmuniversum eingeführt. So übernimmt Alan Cumming (THE ANNIVERSARY PARTY, "Beziehungen und andere Katastrophen", 2001) die Rolle von Nightcrawler, einem Mutanten, der sich von einem Ort zum anderen teleportieren kann. Brian Cox (THE BOURNE IDENTITY, "Die Bourne Identität", 2001) verkörpert den bösartigen Stryker.

Der ehemalige Armeekommandant hält den Schlüssel zu Wolverines Vergangenheit und der Zukunft der X-Men in der Hand. Kelly Hu (THE SCORPION KING, "The Scorpion King", 2002) spielt Strykers Assistentin, die als Deathstrike für einige Überraschungen unter den X-Men sorgt. Aaron Stanford (TADPOLE, 2001) gehört zur Besetzung als John Allerdyce, aka Pyro, ein viel versprechender Student an Professor Xaviers School for the Gifted, der das Feuer beherrscht.

Und auch hinter der Kamera kehrten neben Bryan Singer viele weitere Kreative aus dem ersten Film an das Set von X-MEN 2 zurück. So etwa die Produzenten Lauren Shuler Donner und Ralph Winter sowie die ausführenden Produzenten Avi Arad, Stan Lee und Tom DeSanto.

Eine neue Bedrohung ... X-MEN 2 führt den zentralen Konflikt aus X-MEN noch eine Stufe weiter: Xaviers Glauben an eine friedliche Koexistenz von Menschen und Mutanten im Gegensatz zu Magnetos Streben nach der Mutanten-Herrschaft. Dabei geht die Bedrohung nicht von einem mächtigen Mutanten aus, sondern von einem Menschen. "Mir erschien es wichtig, der Geschichte das menschliche Element als das Böse beizufügen", erklärt Singer. "Diese Bedrohung gefährdet alle Mutanten und in der Folge auch die Menschheit. Der Konflikt ist eine Referenz an die großen Themen der Comic-Welt. In diesem Film könnte die Angst eines Einzelnen vor dem Unbekannten zu einem Level von Intoleranz mit katastrophalen Ausmaßen führen."

Der Mann, von dem diese mächtige Bedrohung für die X-Men ausgeht, heißt William Stryker, eine Figur, die alles Böse aus dem ersten X-MEN-Film in den Schatten stellt.

Strykers infame Pläne werden offenbar, als seine Einsatzkräfte Xaviers als "X-Mansion" bekannte Begabtenschule angreifen. Diese Szene knüpft an den Schluss von X-MEN an, wo man Xavier und Magneto sieht, die in dem Plastikgefängnis, Magnetos letztes Zuhause, Schach gegeneinander spielen. Magneto fragt Xavier: "Was wird passieren, wenn das Gesetz (der Mutant Registration Act) verabschiedet wird und sie in dein Anwesen eindringen und deine Kinder mitnehmen?" Xavier antwortet mit eiserner Entschlossenheit: "Jeder, der auf der Suche nach Ärger dieses Anwesen betritt, tut mir jetzt schon Leid."

"Nun", stellt Lauren Shuler Donner fest, "Stryker und seine Soldaten stehen also tatsächlich vor der Villa und es gibt mit Sicherheit Ärger. Doch das ist eigentlich nur der Anfang dessen, was er eigentlich mit den X-Men vorhat."

"Was mir an Stryker so gefällt", verdeutlicht Bryan Singer, "ist, dass er das perfekte Abbild eines Bösewichts ist, der nicht aus Machtgier, Religiosität oder Neid gewalttätig und terroristisch agiert. Sein Hass und seine Abneigung rühren aus einem schwer wiegenden Verlust, der seine Familie betrifft. Irgendwann in der Vergangenheit wurde etwas verletzt ... ihm etwas genommen ... und seine Verzweiflung darüber treibt ihn, in den Krieg gegen jene, die er für die Zerstörung seiner Familie verantwortlich macht."

"Stryker ist einfach die spannendste Rolle", schwärmt Schauspieler Brian Cox, dessen Parts als erster Hannibal Lecter in MANHUNTER ("Roter Drache", 1986) und in dem Independentfilm L.I.E. ("L.I.E. - Long Island Expressway", 2001) Singer auf ihn aufmerksam machten. "Er hat ein Geheimnis und verhält sich nicht gerade nett. Als Wissenschaftler und Soldat verfügt er über ein beachtliches Vermögen und agiert auf ganz unterschiedlichen Ebenen, weshalb der Charakter für jeden Darsteller äußerst interessant sein dürfte."

"Stryker stellt genau jene repressive, rassistische und intolerante Person dar, vor der sich die Mutanten am meisten fürchten", verdeutlicht Cox. "Er will nicht die Welt beherrschen. Er möchte die Welt einfach von jenen befreien, von denen er glaubt, sie seien verantwortlich für die Entzweiung seiner Familie und den Zerfall der Gesellschaft: Mutanten. Erst will er sie kontrollieren, anschließend zerstören."

Ironischerweise ist nicht einmal Strykers eigene Assistentin Yuriko Oyama alias Deathstrike hundertprozentig menschlich. Wie Wolverine verfügt sie über Krallen aus Adamantium und erstaunliche Heilkräfte. "Deathstrike und Wolverine sind aus demselben Holz geschnitzt", erklärt Singer. "Auch mit ihrem Körper und Geist wurde herumexperimentiert, weshalb sie für Wolverine körperlich und geistig eine ebenbürtige Gegnerin ist."

"Deathstrike ist so etwas wie eine verbesserte, schlankere Version von Wolverine", verdeutlicht Kelly Hu, die die Krallen der Mutantin schwingt (anders als bei Wolverine ragen sie aus ihren Fingern heraus). "Darüber hinaus verfügt sie über eine unglaubliche Schnelligkeit und angeborene Kampfsport-Fähigkeiten." Hus eigenes Können als Trägerin des schwarzen Gürtels wurde besonders für den ultimativen Showdown zwischen den beiden Figuren benötigt, dessen Choreographie und Dreh mehrere Tage in Anspruch nahmen.

Nightcrawler ist ein neuer Charakter und zählt zu den weitaus sanfteren Figuren. Der in Deutschland geborene Kurt Wagner wuchs in einem Wanderzirkus auf und sieht mit seinen spitzen Ohren, gelben Augen, Hufen und dem Greifschwanz aus wie ein blauhäutiger Dämon. Dennoch hat der Tiefgläubige ein freundliches, sanftes Wesen. Er entwickelt sich durch den Einsatz seiner Teleport-Fähigkeiten für die X-Men zu einem wichtigen Verbündeten für die gute Sache - sein Teleport wird übrigens stets von einem "BAMPF!"-Geräusch begleitet, einem den Comics entlehnten Soundeffekt.

Singer zog verschiedene Gestalten aus dem X-Men-Universum in die engere Wahl, bevor er sich für Nightcrawler entschied. "Ich habe Nightcrawler wegen seiner faszinierenden Gegensätze ausgewählt", erzählt Singer. "Sein dämonisches Aussehen und seine Religiosität bieten Stoff für vielerlei Vorurteile und Ausgrenzung. Wer könnte das nicht nachvollziehen? Außerdem finde ich seine Kräfte und Soundeffekte am coolsten."

Alan Cumming, der für seine Verwandlung zu Nightcrawler täglich mehrere Stunden in der Maske saß, genoss vor allem, dass seine Figur gleich mehrere Überraschungen für das Publikum in petto hält. "Wenn wir Nightcrawler zum ersten Mal begegnen, ist er nicht ganz er selbst", sagt Cumming lächelnd und meint damit ein Ereignis zu Beginn der Handlung. "Ich liebe es Rollen zu spielen, in denen ich zuerst wie ein Bad Guy wirke, dann aber klar wird, dass mein Charakter eigentlich zu den Guten zählt und wahrscheinlich selbst in irgendeiner Weise ausgebeutet wurde. Nightcrawler zählt da definitiv dazu."

"Außerdem hat mir das Physische an der Rolle gefallen, denn ich bin ein Schauspieler, der viel mit dem Körper ausdrückt. Ich hatte das Glück, mit einem Zirkustrainer arbeiten zu dürfen, der mit mir die akrobatischen Bewegungen von Nightcrawler perfektionierte. Das richtige körperliche Maß zu finden stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Doch es macht viel Spaß, jemanden zu haben, der einem bei der Entwicklung von solch extremen Bewegungsabläufen hilft."

Die nächste Generation Eine neue Generation von "Nachwuchs-X-Men" schließt sich den X-Men im Widerstand gegen die von Stryker und Deathstrike ausgehende Gefahr an. "Diesmal sind drei Generationen dabei", verdeutlicht Singer, "und alle sind bereit, in dieser ?evolutionären Revolution' für ihr Überleben zu kämpfen. Großartigerweise konnten wir da anknüpfen, wo wir bei den älteren X-Men wie Wolverine, Cyclops und Storm aufgehört hatten, doch es machte riesigen Spaß, diese neue Generation einzuführen. Denn da existiert ja noch eine ganze Schule voller begabter Studenten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Die Chance, einige dieser jungen Charaktere auszuloten, bereichert die Story - und eventuell können wir sie dann auch noch in einem nächsten Teil der Saga wieder mit einbauen."

Als Besonderheit für die vielen Comics-Fans schufen die Filmemacher, darunter die Drehbuchautoren Dan Harris und Michael Dougherty, zahlreiche Cameos für einige der beliebtesten jungen X-Men aus den Bildergeschichten. So etwa für Colossus, der seinen Körper in Stahl verwandeln kann; Siryn, die durch ihre Schreie markerschütternde Schallwellen aussendet; Kitty Pryde, die durch Wände und Decken gehen kann und die bereits in X-MEN kurz auftauchte; Jubilee, die Feuerwerke beherrscht; Jones, der sein Augenblinzeln wie eine Fernbedienung von TV-Geräten nutzen kann, sowie Artie mit der gespaltenen Zunge.

Drei der jungen X-Men werden zu vollwertigen Mitgliedern des Teams. Rogue, die erneut von der Oscar®-Gewinnerin Anna Paquin verkörpert wird, fungiert als Herz und Seele der jungen Generation. Weil sie bereits im ersten Leinwandabenteuer der Mutanten Unglaubliches erlebte, hat sie ihren Klassenkameraden einiges voraus. Ebenso wichtig erscheint Rogues Weiterentwicklung in Herzensdingen. "Im ersten Film verliebte sich Rogue in Wolverine - sie fanden zueinander, als er ihr Leben rettete", erinnert sich Paquin. "Doch in X-MEN 2 kommt es zu einer echten Romanze zwischen ihr und Bobby Drake."

"De facto geht die beginnende Liebe der beiden in X-MEN 2 auf Bobbys Flirtversuche mit Rogue in X-MEN zurück. Shawn Ashmore, der erneut seine Rolle aus X-MEN übernimmt, führt Bobbys Gefühle für Rogue und seine Erfahrungen als Mutant auf die eigene Reifung seiner Figur zurück. "Bobby fühlt sich wohler in seiner Haut", erklärt Ashmore. "Außerdem weiß er sich besser in die X-Men integriert. Seine Gefühle für Rogue nehmen immer mehr Gestalt an. Sie wird an der Schule zu einer Art Rettungsanker - und ihre Liebe wird immer stärker."

Als wäre die Liebe zwischen Teenagern nicht schon kompliziert genug, besitzt die Konstellation Rogue und Bobby ihre ganz eigenen Herausforderungen. "Rogue hat das ?Problem'", verdeutlicht Anna Paquin, "dass sie dir die Energie entzieht und dich richtig verletzen kann, sobald sie dich berührt. Wie drückt so jemand seine Zuneigung aus? Die Klärung dieser Frage hat mir wirklich Spaß gemacht."

Während Iceman und Rogue eher im Team arbeiten, legt Pyro, ein Neuzugang bei den X-Men, eine verstörtere, gefühlskalte und aufsässigere Haltung an den Tag. Pyros mächtige Fähigkeiten im Umgang mit Feuer entwickeln sich sehr schnell, sie drohen sein Entscheidungsvermögen und den Glauben an die Philosophie der X-Men zu trüben.

"Ich empfinde Pyro und Wolverine als sehr ähnlich", erzählt Aaron Stanford, der bereits in TADPOLE (2001) Publikum wie Kritik begeisterte und das Interesse der X-MEN 2-Filmemacher weckte. "Im Grunde genommen rebellieren beide und haben kein Interesse an einer Anpassung an die Gesellschaft, egal ob es die Gesellschaft innerhalb Xaviers Schule betrifft oder die in der realen Welt. Pyro hegt einen großen Groll gegen den Rest der Menschheit und trägt einen potenziell gefährlichen inneren Konflikt aus."

Die X-Men (wieder-)vereint Bryan Singer, die Produzenten Lauren Shuler Donner und Ralph Winter sowie das Studio waren sehr froh, dass alle Hauptdarsteller aus X-MEN an das Set von X-MEN 2 zurückkehrten. Hugh Jackman avancierte zum Superstar, nachdem er kurzfristig die Rolle des Wolverine in X-MEN für sich beanspruchen konnte. Erneut bildet er auf der Suche nach seiner Vergangenheit und seinem gefährlichen inneren Konflikt eine der treibenden Figuren des X-Men-Mythos. Jackman genoss den Part des Wolverine beim zweiten Mal sogar noch mehr als zuvor.

"Oh Mann, das war super", schwärmt der Schauspieler. "Wolverine kommt dem Geheimnis um seine Herkunft immer näher ... Die Puzzlestücke fügen sich zusammen ... Immer mehr Informationen stehen ihm zur Verfügung. Weil er aber gleichzeitig mehr Alpträume und Gedächtnisblitze durchlebt, werden auch seine seelischen Qualen immer stärker. Er versucht seine Emotionen zu unterdrücken, doch er wird immer missmutiger und wütender. Plötzlich brechen die Gefühle aus ihm heraus und dann ... Habt Acht, wenn es soweit ist."

"Gegen Ende des Films hat er eine ziemlich genaue Vorstellung von seinem Vorleben. Die Verantwortlichen können sich auf seine Vergeltung gefasst machen."

Wolverine fühlt sich immer mehr zu Jean Grey hingezogen, während die zarten Bande der beiden aus X-MEN in X-MEN 2 weiter gefestigt werden. "Es verbindet sie mehr als nur Zuneigung zueinander", erklärt Famke Janssen, die erneut die schöne Telepathin verkörpert. "Ihre Beziehung wächst über die sexuelle Attraktivität, auf die in X-MEN angespielt wurde, hinaus." Zugleich mußs sich Jean aber mit Problemen herumschlagen, die durch ihre Fähigkeiten ausgelöst werden. "Ihre Erfahrungen, die sie in X-MEN auf Liberty Island machen mußste, haben sie verändert. Wie genau, erfahren wir in X-MEN 2", verrät Janssen.

Jean hat sich in einem Dreicksverhältnis zwischen Wolverine und ihrem langjährigen Verlobten Scott Summers alias Cyclops verstrickt, der in X-MEN 2 immer mehr an Bedeutung gewinnt. "Seit langem flogen die Funken zwischen den dreien, doch in diesem Film sind sie zu einem Feuer geworden", verdeutlicht James Marsden, der erneut den Helden mit dem Visier spielt. "Doch was auch immer zwischen Jean und Wolverine passiert, man hat immer den Eindruck, sie und Scott würden alles füreinander tun - und dass sie unzertrennlich sind."

In der Tat legt der neueste X-Men-Film mehr Wert auf romantische Aspekte. "X-MEN 2 ist wesentlich romantischer als sein Vorgänger", erklärt Bryan Singer. "In X-MEN haben die Figuren sozusagen nur die Telefonnummern ausgetauscht, diesmal gehen sie miteinander aus", schmunzelt der Regisseur.

Selbst die blauhäutige Metamorphin Mystique, erneut verkörpert von Rebecca Romijn-Stamos, zeigt ihre verführerische Seite. "Sie wirkt in diesem Abenteuer viel erotischer", verdeutlicht Romijn-Stamos. "Und sie versucht ihre Transformationsfähigkeiten zur Befriedigung ihrer eigenen körperlichen Bedürfnisse zu nutzen."

"Gleichzeitig darf Mystique aber auch ihren Humor zeigen - und ihre Wut", fügt Romijn-Stamos hinzu. "Als Mystique gefragt wird, warum sie denn ihren verstörenden Look beibehält, obwohl sie sich doch in jeden anderen Menschen verwandeln könnte, antwortet sie viel sagend: "Weil ich es nicht müssen sollte." Die Darstellerin wusste die Fortschritte in der Make-up-Technik zu schätzen, die ihre Zeit in der Maske von acht auf immer noch ermüdende fünf Stunden reduzierten. Außerdem durfte sie in einer Schlüsselszene mehr oder weniger als sie selbst - ohne blaue Haut - erscheinen.

Auch Halle Berrys Figur Storm unterläuft einige Entwicklungen - und erhält, ebenso wie Famke Janssens Jean Grey, einen neuen Haarschnitt. Laut der Oscar®-Gewinnerin, die ihre Drehzeit für X-MEN 2 unterbrach, um die Statue für MONSTER'S BALL ("Monster's Ball", 2001) entgegenzunehmen, hat Storm im neuen Film wesentlich mehr zu tun. "Das Publikum wird etwas mehr über Storm erfahren. Sie wirkt aggressiver und vertritt ihre Meinung diesmal viel deutlicher."

Über die erneute Zusammenarbeit mit ihren X-MEN-Gefährten freute sich Berry besonders. "X-MEN 2 ermöglichte es uns, da weiterzumachen, wo wir aufgehört hatten", strahlt sie. "Das machte einen Großteil des Vergnügens bei diesen Dreharbeiten aus."

Wie Berry kehrte auch Patrick Stewart alias Professor Charles Xavier an das vergrößerte und vielfältigere Set von X-MEN 2 zurück. Er ist überzeugt, dass X-MEN 2 noch mehr den Nerv des Publikums treffen wird als sein Vorgänger.

"Wenn man einen Stoff nimmt, der bereits existiert und derart geliebt wird", erklärt Stewart, "dann wird mit großer Ernsthaftigkeit daran gearbeitet, die Qualität der Vorlage zu bewahren. Bei einem Drehbuch über die X-Men und ihre Welt kann man die Geschehnisse nicht ironisch oder scherzhaft beschreiben, um sich darüber lustig zu machen. Das Wesen ... das Herz ... der Original-Comics mußs das Hauptaugenmerk bleiben und das haben Bryan Singer, die Autoren und das Studio getreu befolgt."

"Die kreative Ausschmückung und Erweiterung bei diesem zweiten Film haben mich begeistert", schwärmt Stewart. "Wie sie der Geschichte eine neue Dimension gegeben und Perspektiven verändert haben, empfinde ich als wegweisend. Das Publikum wird nach mehr verlangen."

Wie auch "Star Trek"-Veteran Stewart ist Ian McKellen das Gefühl nicht fremd, einen Charakter in einer erfolgreichen Serie zu verkörpern.

"Der Erfolg des ersten Abenteuers gab uns viel Selbstvertrauen", verdeutlicht McKellen, "denn wir fühlten uns wie eine Familie, die sich vor und hinter der Kamera zu einem Treffen versammelt. Wir alle erkannten aber, dass der Film von allem mehr enthielt ... mehr Charaktere, mehr Action und einen wendungsreicheren Plot."

McKellen hält die Qualität des Skripts und die Ausarbeitung der Figuren für essenziell bei Film-Fortsetzungen. "Charaktere wie Magneto und Gandalf (aus THE LORD OF THE RINGS; "Der Herr der Ringe", 2001 - 2003) besitzen spezielle Fähigkeiten, die für den Plot notwendig sind. Für einen Darsteller sind das jedoch nicht notwendigerweise die interessantesten Aspekte eines Charakters. Das Innenleben der Charaktere, dessen Stärken und dessen Probleme im Umgang mit anderen Menschen bereichern die Aussage von Filmen."

"Ich glaube an Magneto", gesteht McKellen. "Er ist ein Mann mit einer Vergangenheit, einem handfesten Dilemma und einem Grund für seine Existenz. Deshalb mag ich ihn auch so gerne."

Eine der weniger leichteren, nichtsdestotrotz wichtigen Entscheidungen trafen die Produzenten bei der Wahl des Drehortes. 1999 verbrachte die Produktion von X-MEN fünf Monate an der Location in Toronto. Dieses Mal jedoch waren sich die Filmemacher einig, dass es sinnvoller wäre, das Projekt in Vancouver zu realisieren.

"Wir entschieden uns für Vancouver, weil es mehr Platz zur Unterbringung unserer wahrhaft gigantischen Kulissen bot. Außerdem brauchten wir Schnee - viel Schnee - für den dritten Akt", verrät Produzent Ralph Winter. "Die kanadischen Rockys sind auch nicht so weit von Vancouver entfernt und das kam uns sehr gelegen." Winter führt darüber hinaus die größere Nähe zu Los Angeles als wichtiges Kriterium an.

Die Filmarbeiten begannen in Victoria, der Provinzhauptstadt von British Columbia, wo das Hatley House an der Royal Roads University Professor Xaviers Villa beherbergte.

Obwohl auch zahlreiche echte Locations in und um Vancouver zum Einsatz kamen, wurde meist in den Vancouver Film Studios und den Mammoth Studios gedreht, einem ehemaligen Sears Kaufhaus, das die Produktion zum größten Filmstudio Nordamerikas umbauen ließ. Tatsächlich hatte X-MEN 2 nicht nur das größte Produktionsbudget, das je bei Filmarbeiten in Kanada zur Verfügung stand, auch die Kulissen waren die größten in Sachen Masse, Zeitaufwand, Personal und Studiofläche.

Ein Großteil dieser Verantwortung lastete auf den Schultern von Produktionsdesigner Guy Hendrix Dyas, der neu zum Team von X-MEN 2 stieß. Dyas beaufsichtigte den Entwurf und den Bau von zwanzig aufwändigen Kulissen.

"Wir durften die wunderbaren Arbeiten, wie etwa die blauen Wände im Keller von Xaviers Villa und natürlich das großartige Cerebro, wieder verwenden, die ja beide vom X-MEN-Produktionsdesigner John Myhre entworfen wurden", erklärt Dyas. "Der Design-Prozess war um vieles einfacher als bei X-MEN, denn vieles ist ja schon im ersten Teil festgelegt worden."

Bei der Entwicklung des Looks von X-MEN 2 fertigte der frühere Illustrator Dyas persönlich mehr als 2.000 Zeichnungen an, die von einfachen Bleistiftskizzen bis hin zu voll durchgerechneten Photoshop-Dateien reichten. "Bryan wollte, dass ich ihm mehr räumliche Tiefe zur Verfügung stelle", erinnert sich Dyas. "Er versuchte auch die Außenaufnahmen von X-MEN 2 zu vergrößern, größere Maßstäbe anzuwenden und weiter Ausblicke zu erzielen. Der Look des Films sollte die Ausweitung der Geschichte widerspiegeln. X-MEN 2 sollte größer wirken und gleichzeitig visuell imposanter. Man will ja schließlich nicht in einem Film sitzen, der einem den Eindruck vermittelt, man sei an derselben Stelle wie vor drei Jahren."

Dyas wollte, X-MEN 2 mit einer großen ästhetischen Vielfalt ausstatten, und variierte deshalb Stile, die von klassisch bis zu modern und High Tech reichten und sogar echte 30er-Jahre-Architektur mit einbanden. Der Film wirkt anspruchsvoller, zugleich aber auch Comic-mäßiger als sein Vorgänger. Er zeigt kontrastreicheres Licht und aufwändigere Kamerawinkel. Dyas Entwürfe öffneten die Welt der X-Men, die von gepflegten italienischen Gärten über unwirtliche Landschaften bis hin zu verfallender Architektur alle Fassetten umspannt. "Alle paar Minuten befindet man sich in einer neuen Umgebung", fährt Dyas fort. "Dabei lernt man neue Teile der X-Mansion kennen, wie auch den X-Jet und bislang in der Saga noch nie gesehene Orte."

Zu Dyas' Kreationen zählt auch eine verlassene Kirche im gotischen Stil, ein Wissenschaftsmuseum mit gläsernen Wänden, das in Vancouvers Plaza of Nations gedreht wurde, detailgenaue Duplikate von Dinosaurierknochen, ein klassisches viktorianisches Herrenhaus sowie Strykers Stützpunkt, ein bunkerartiges Gebäude aus Beton, direkt unterhalb eines Dammes am Alkali Lake gelegen.

Strykers Stützpunkt, zu dem auch ein drei Stockwerke hohes Wasserüberlaufbecken gehört, nahm allein mehr als die Hälfte der 60.000 Quadratmeter großen Fläche in den Mammoth Studios ein. Die Produktion verlegte knapp 100 Kilometer Elektrokabel so durch das riesige Areal, dass Chefkameramann Newton Thomas Sigel, ein weiterer Veteran von X-MEN, jeden Teil der Kulisse in kürzester Zeit ausleuchten konnte. "Obwohl es ein extravagantes Unternehmen war, machte es aus Zeitgründen einfach Sinn", erklärt Produzent Ralph Winter.

In der Kulisse von Strykers Basis winden sich dunkle, Verlies-artige Gänge. Der Bunker wirkt, als entstamme er einem Horrorkabinett und an seinem Ende befindet sich der gefürchtete "Augmentation Room", in dem Stryker seine Experimente an Mutanten - einst auch Wolverine - durchführt.

"Wir haben den Beton etwas verwittern lassen", erklärt Dyas. "Ich wollte den Horror des Ganzen noch durch die Verwendung gefliester dunkler Räume verstärken, die einst vom Wasser beschädigt und nun dem Verrotten überlassen werden. Man konnte den Schimmel und den Verfall förmlich riechen, sobald man das Set betrat."

Im Gegensatz dazu wirkt Magnetos Plastikgefängnis sauber, klar und zeitgemäß. "Darin gibt es kein Gramm Metall", verrät Dyas. "Selbst die Überwachungskameras, die wir entwarfen, bestehen aus transparentem Kunststoff."

Dyas und sein Team kreierten auch einige Räume des Weißen Hauses, darunter eine überdimensionierte Kopie des Oval Office, mitsamt einer exakten Kopie des neuen Teppichs, den die derzeitige First Lady entworfen hat. Die Kronleuchter wurden per Hand gefertigt, die vielen echt wirkenden Gemälde, darunter Porträts der früheren Präsidenten und First Ladys, sind Drucke, die nachbearbeitet wurden, um wie Ölgemälde zu wirken.

"Auf die Kopie des Präsidenten-Schreibtisches verwendeten wir besonders viel Mühe", erinnert sich Dyas. "Die Verzierung an der Stirnseite wurde aus Ton nachgeformt. Es brauchte zwei Monate harter Arbeit, um diesen aufwändigen Tisch zu schaffen."

Eine der neuen Kreationen, auf die Dyas besonders gespannt wartete, war der X-Jet, der auch zu den beliebtesten "X-Otikas" der Fans zählt. Eine neue und verbesserte Version des Fluggeräts wurde benötigt, denn mehr Actionszenen als im alten Film spielen in diesem Düsenjet. Neben der Verlängerung von 18 auf knapp 26 Meter bekam das Gefährt außerdem einen stromlinienförmigen neuen Look.

Der Jet besteht nun aus drei Komponenten, dem vergrößerten Cockpit, dem Mittelteil, das mit mehr Sitzen bestückt und einem Umkleideraum ausgestattet wurde, sowie der hinteren Ladefläche, die auch die Treppe beherbergt. "Viele Leute betreten und verlassen den Jet", verdeutlicht Dyas. "Deshalb mußsten wir ihn diesen Anforderungen anpassen - sowie natürlich dem Filmgerät, das ja auch noch Platz finden mußste. Ich bin mit dem Ergebnis des X-Jets äußerst zufrieden und ich hoffe, den Zuschauern gefällt er auch."

Dyas empfand diebischen Spaß beim Verstecken beinahe unsichtbarer X-Buchstaben auf dem Set - auf Vorhängen, im X-Jet, in einem Museum. "Das war ja eigentlich Bryans Idee", gibt Dyas zu. "Doch wir glauben, auch das Publikum wird beim Suchen der X seinen Spaß haben. Wir veranstalten sozusagen die X-Men-Version von ,Where's Waldo?'." Darüber hinaus modernisierte Dyas auch Cyclops' Visier und entfernte die Ohrenschützer-artigen Kopfhörer.

Das größere Umfeld von X-MEN 2 erforderte auch aufwändigere Spezialeffekte, die erneut von Michael Fink, dem Visual Effects Supervisor, verantwortet wurden. Ein Großteil von Finks Energie wurde auf den dritten Akt verwendet, wo, wie er bemerkt, beinahe jeder Schnitt einen Special Effect enthält. Bombastische digitale Zaubereien wurden auch in die Szenen eingebaut, in denen der X-Jet von Boston in die schneebedeckten Berge von Colorado fliegt und dabei in einen Luftkampf verwickelt wird.

Auch die Sequenzen im Cerebro dem wahrscheinlich bestgehüteten Geheimnis der Story - sowie Nightcrawlers "BAMPF!"s erforderten das Know-how der Computerzauberer. "Wenn sich Nightcrawler durch schiere Willenskraft von einem Fleck zum anderen "beamt", wird er von unseren Effekten begleitet, die so wirken, als löse er sich dreidimensional auf und materialisiere sich an einem anderen Ort wieder", verdeutlicht Fink.

Gordon Smith, der Leiter des Make-up-Departments, entwarf Nightcrawlers Look und setzte ihn um. Smith, der bereits Mystiques atemberaubendes Make-up für den ersten Teil geschaffen hatte, kümmerte sich auch um Nightcrawlers Körperanhänge, so etwa seinen Greifschwanz. Er erklärt, dass der Schwanz im Film eine Kombination aus verschiedenen echten Teilen und einem Computer-generierten Anhang sei, den wiederum Michael Fink kreiert hat.

Nach viereinhalb Monaten in einem trockenen Rekordsommer in Vancouver beendete die Produktion die Hauptfilmarbeiten mit einem sechstägigen Dreh in den kanadischen Rockys in der Nähe von Kananaskis, Alberta. Von ihrem Quartier, der luxuriösen Ferienanlage, die auch den letztjährigen G-8-Gipfel beherbergt hatte, fuhr der 225-Mann starke Tross täglich eineinhalb Stunden zu einer entlegenen Location im Peter Lougheed Provincial Park.

Der Alkali Lake ist in Wahrheit eine Berglichtung zwischen dem Upper Kananaskis Lake und dem Lower Kananaskis Lake. Dies ist zwar eine der malerischsten Landschaften Nordamerikas, zugleich aber auch die raue Heimat für Rocky-Mountain-Schafe, Schwarzbären, Wölfe, Kojoten, Füchse, Rotwild und Elche. Mit seinen rund 2.000 Höhenmetern und seiner Lage zwischen den beiden Seen ist der Ort auch ein natürlicher Windkanal. Mannschaft und Schauspieler trotzten starken Winden von 90 km/h, Böen von bis zu 130 km/h und eisigen Temperaturen. Wie ein cleveres Teammitglied trocken bemerkte: "Das ist Wolverines Heimat."

Während sich das Team täglich durch die manchmal chaotische Herausforderung kämpfte, X-MEN 2 "größer und besser" zu machen, breitete sich aber auch ein Gefühl der Vertrautheit und der Zuversicht auf dem Set aus. Obwohl inzwischen drei Jahre seit Start des ersten Films ins Land gegangen waren, erzählt Singer, habe jeder sofort in seine Rolle zurückgefunden. "Es herrschte eine Zuversicht, wie sie nur aus gegenseitigem Vertrauen und Vertrautheit entsteht", schwärmt der Regisseur. "Ich denke, wir haben uns diesmal gegenseitig noch viel wohler miteinander gefühlt. Natürlich hatten wir deswegen auch viel mehr Spaß."

"Wir sind hier, haben es geschafft und waren erfolgreich", stellt Patrick Stewart fest. "Ich bin sicher, die Fans und auch die anderen Kinogänger werden den Quantensprung zu schätzen wissen, den wir mit dem zweiten Film geschafft haben."

Hugh Jackman bezeichnet die Chance einer Nachfolgeproduktion als puren "Luxus". "Im Film bekommt man ja selten die Chance, seine Figur vom ersten Drehtag an so gut zu kennen", erklärt Jackman. "Bei X-MEN 2 konnten wir jedoch vom ersten Take an unsere Rollen mit viel Vertrauen auf den Punkt spielen ... Vertrauen in die eigenen Schauspielfähigkeiten, aber auch Vertrauen in die Vision und den Stil des Films."

Regisseur Singer erinnert sich mit offensichtlichem Wehmut an Jackman und den Rest seines zurückgekehrten Ensembles. "Ich denke immer wieder daran, dass man einfach ins Küchenzelt gehen konnte", schwärmt Singer, "und da sah ich dann Patrick, wie er mit Ian aß, oder Hugh im Gespräch mit Halle und Anna oder Rebecca und Famke, wie sie über Jimmy Marsden lachten, der mich wieder einmal nachmachte. Es ist ein tolles, erstaunliches und unvergessliches Gefühl. Ich fand es sehr cool, alle meine Superhelden miteinander herumhängen zu sehen."

"Die Arbeit am ersten X-MEN-Film versorgte mich mit unermesslichen Erfahrungen und die Reaktionen darauf machten mich glücklich. Doch nach dem Dreh von X-MEN 2 kommt mir X-MEN beinahe wie eine Preview für X-MEN 2 vor", lächelt er.

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