The Core - Der innere Kern

Produktionsnotizen

Über die Geschichte Als unerklärliche Katastrophen an verschiedenen Orten der Erde auftreten, werden der Geophysiker Dr. Josh Keyes (Aaron Eckhart) und der französische Atomwaffenexperte Dr. Sergei Leveque (Tchéky Karyo) von General Thomas Purcell (Richard Jenkins) nach Washington, D.C. einberufen und erhalten den Auftrag, festzustellen, ob verschleierte feindliche Aktivitäten für diese Vorkommnisse verantwortlich sind. Dr. Keyes arbeitet mit seinem Team an der Universität von Illinois; er lüftet das Geheimnis hinter den Tragödien und entdeckt etwas noch viel Schlimmeres als einen kriegerischen Angriff: der innere Kern der Erde rotiert nicht mehr.

Als Folge davon wird das elektromagnetische Feld der Erde beschädigt: es bricht zusammen, und kann so die Erde nicht länger vor der tödlichen Sonneneinstrahlung schützen. Wenn das Problem nicht schnell behoben wird, werden Flugzeuge vom Himmel fallen und alle elektronischen Geräte zerstört. Statische Entladungen in der Atmosphäre werden "Superstürme" entfachen, mit hunderten von Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Und es kommt noch schlimmer: Mikrowellen aus dem All werden den Planeten im wahrsten Sinne des Wortes zum Kochen bringen.

Keyes ist angesichts seiner Entdeckung starr vor Angst und sucht Rat bei dem renommierten Geophysiker Dr. Conrad Zimsky (Stanley Tucci), einem arroganten Wissenschaftler, der zu dem gleichen entsetzlichen Fazit kommt. Gemeinsam stellen sie fest, dass es nur einen Weg gibt, um die Rotation wieder zu aktivieren: Zum inneren Kern vorzudringen. Aber wie? Zwar ging der Mensch bereits auf dem Mond spazieren und ist sogar auf dem Mars gelandet, doch niemand hat es jemals gewagt, das Innerste, den geheimsten Kern der Erde zu erforschen - bis jetzt.

Dr. Ed "Braz" Brazzelton (Delroy Lindo) lebt in einer weit abgelegenen Gegend mitten in der Wüste von Utah; er ist ein brillanter Wissenschaftler und hat ein noch nie getestetes High-Tech-Vehikel entwickelt, das hoffentlich imstande sein wird, tief in die Erde vorzudringen - vielleicht bis zum inneren Kern. Nun müssen Keyes, sein Team von Wissenschaftlern und die Astronauten Major Rebecca "Beck" Childs (Hilary Swank) und Commander Robert Iverson (Bruce Greenwood) - die gerade als allererste Terranauten engagiert wurden - dieses "Erdtorpedo" in die Tiefen der Erde hinein steuern, einen atomaren Sprengkopf zünden und somit den Planeten wieder ins Gleichgewicht bringen. Es ist die letzte Hoffnung - und sie liegt nicht weit draußen im All, sondern tief im inneren Kern, auf einer Reise in unbekannte Gefilde, in die sich noch nie ein Mensch hineingewagt hat.

Science und Fiction Zahllose Wissenschaftler, darunter auch Albert Einstein, haben jahrzehntelang über das elektromagnetische Feld der Erde gerätselt, und Einstein selbst gab zu, dass es "eine der wichtigsten Fragestellungen der Physik darstellt". Dr. Sten Odenwald, Doktor der Astronomie in Harvard, stimmt dem zu: "Falls das elektromagnetische Feld der Erde sich plötzlich verändert - und das geschieht auf natürliche Weise etwa alle 250.000 Jahre -, dann wären die Auswirkungen faszinierend. Geophysiker haben schon jetzt einen Rückgang der Stärke des Magnetfelds registriert. Wir wissen nicht, ob diese Abschwächung einfach vorübergehend, oder doch der Vorbote einer weitaus düsteren Entwicklung ist."

Genau dieser unbekannte Aspekt der Geschichte macht aus "THE CORE - DER INNERE KERN" weitaus mehr als nur einen weiteren Science-Fiction-Film. Produzent David Foster sagt: "Wir haben Abenteuer in den Tiefen des Meeres und Odysseen im Weltraum gesehen, aber eine Reise in den innersten Kern der Erde ist weitgehend unbekanntes Territorium."

"THE CORE - DER INNERE KERN" hat als Quelle der Inspiration sowohl die reale als auch die fiktionalisierte Wissenschaft - aber am wichtigsten war dennoch die Vorstellungskraft. Regisseur Jon Amiel betont: "Auch die Wissenschaft kann nur darüber spekulieren, was es dort unten wirklich gibt. Sie vermessen das Innere mit Schallwellen, und durch die Rückstrahlung dieser Wellen können sie darauf schließen, dass es einen äußeren, flüssigen Kern gibt, und dann einen inneren, harten Kern aus Nickel und Eisen. Aber niemand weiß es wirklich genau. Dieser Film könnte zum Genre der "Science Faction" gehören: er besteht aus einer ordentlichen Portion Wissenschaft, einer beträchtlichen Menge Fakten und einer klitzekleinen Prise Fiktion!"

Eine weitere Frage, die von der Wissenschaft noch nicht vollständig beantwortet wurde, lautet: Könnte der Erdkern jemals aufhören zu funktionieren? Kontroverse Debatten werden noch immer um dieses Thema geführt. Ist die Hitze, die der Erdkern ausstrahlt, das Ergebnis der Abkühlung von Nickel und Eisen, oder gibt es, wie eine Theorie besagt, direkt unter unseren Füßen einen gigantischen Atomreaktor, in dem Plutonium und Uran glühen? Und warum verlagern sich die magnetischen Pole anscheinend ungefähr alle 250.000 Jahre?

"Wir dachten immer, der Weltraum sei die letzte Grenze", sagt Amiel, "doch es gibt ungeheure, rästelhafte Mysterien, die sich nur etliche Kilometer unter unseren Füßen verbergen. So lautet eine der Fragen, die dieser Film auf sehr interessante Weise aufwirft: Was wäre wenn man selbst, ein Durchschnittsmensch, in eine solche Situation hineingeraten würde? Wäre man ein Held? Welche Kräfte würde man den Aufgaben widmen und welche unerwartete Stärke würde man in sich selbst entdecken?"

"THE CORE - DER INNERE KERN" war sowohl durch die Entwicklung der Charaktere als auch aufgrund der provokativen Fragen, die aufgeworfen werden, für die Schauspieler interessant; sie alle sind stolz darauf, Helden zu verkörpern, die ihr Leben riskieren, um die Menschheit zu retten.

"Dies ist ein Film über ein ganz besonderes Team von Menschen, deren Mission es ist, die Welt zu retten", sagt Aaron Eckhart. "Das ist meiner Meinung nach einzigartig".

Hilary Swank ist genau der gleichen Meinung: "Dieser Film beschäftigt sich aus einem menschlichen Standpunkt mit einem interessanten Konzept. Er trifft wirklich mitten ins Herz der Frage, was uns dieser Planet wirklich bedeutet."

Delroy Lindo meint dazu: "Jon Amiel möchte das Publikum wirklich dazu bringen, mit den Figuren mitzufühlen. Und er kümmert sich darum, dass die Spezialeffekte nicht Überhand nehmen und die Filmfiguren erdrücken."

Eine weitere Priorität ist für Amiel, die Action spannend und aufregend zu gestalten, während gleichzeitig die Gruppendynamik im inneren des Vehikels ausgelotet wird. Der Regisseur sagt: "Konflikte zwischen den Charakteren ist der Stoff, aus dem jedes gute Drama gemacht ist. Man setzt eine ungewöhnliche Gruppe zusammen - einen zerstreuten Geophysik-Professor, einen erfolgreichen NASA-Kommandanten, einen führungsstarken Astronauten, eine attraktive, dynamische Frau, die als jüngste Astronautin aller Zeiten in den Weltraum reisen soll, einen französischen Atomexperten, einen arroganten Wissenschaftler und seinen Kollegen, die beide durch eine 20jährige Rivalität verbunden sind - da haben wir das perfekte Rezept für einen wundervollen, üppigen Charakter-Cocktail."

Alfre Woodard beschreibt diese sechsköpfige Crew als bestehend aus "allen verschiedenen Bereichen unseres Gehirns", und Stanley Tucci fügt hinzu, dass "alle sechs Personen zu einer einzigen verschmelzen, um die Menschheit zu retten."

Der gebürtige Türke Tchéky Karyo verkörpert den Franzosen Dr. Leveque und betont außerdem, wie multikulturell die Truppe um das und in dem Vehikel der Terranauten ist: "Es gibt kulturelle Unterschiede, aber Menschen sind eben Menschen. Und man braucht alle diese verschiedenen Menschen, um die Welt zu retten."

"Der interessanteste Teil des Films dreht sich um die Entwicklung, wie so unterschiedliche Menschen ungeheuerliche Schwierigkeiten meistern", sagt Tucci. "Sie müssen sich auf ihre Stärken besinnen, auf innere Werte, die vielleicht niemals zuvor zum Tragen gekommen sind."

"Dieser Film hat einfach alles", meint Eckhart. "Er hat Humor, eine Liebesgeschichte und viel Heldentum. Und er begibt sich definitiv auf ganz neues Terrain."

Regisseur Jon Amiel ist sich sicher, dass das Publikum im Kino ebensoviel Spaß haben wird wie die Schauspieler und die Filmemacher bei der Arbeit. "Es ist eine atemberaubende Reise in eine Welt, die noch niemand jemals zu Gesicht bekommen hat."

Über die Produktion Cooper Layne, Produzent und Ko-Autor des Drehbuchs, war gerade auf Hawaii und beobachtete, wie heiße Lava aus einem Vulkan ins Meer floss und bei der Berührung mit dem Wasser abkühlte. "Da dachte ich mir: Wäre es nicht toll, wenn man wirklich in einen Vulkan hineingelangen könnte, mit einer Art Raumschiff zum Beispiel, das uns bis zum flüssigen Kern der Erde bringen könnte?", erinnert sich Layne. "Und dann wurde mir klar, dass der Krater eines Vulkans wie ein Fenster ist, durch das wir direkt in den inneren Kern der Erde blicken können."

So entstand die Idee zu "THE CORE - DER INNERE KERN". Layne brachte sein Konzept dann zu Produzent David Foster, und gemeinsam mit Laynes Produktions-Partner Sean Bailey brachten sie die Geschichte zu John Goldwyn bei Paramount.

Foster hat bereits über 25 Erfolgsfilme produziert, darunter z.B. Klassiker wie "The Getaway", "McCabe & Mrs. Miller", "Am wilden Fluss" und "Die Maske des Zorro", und so erkennt er einen Hit auf den ersten Blick. Er wandte sich an seinen Freund, den Regisseur Jon Amiel, mit dem er schon seit Jahren zusammenarbeiten wollte, und so war der Deal um diese faszinierende Geschichte perfekt.

Nachdem John Rogers als Ko-Autor mit an Bord kam, wurde das Drehbuch fertiggestellt, und der nächste Punkt auf der Tagesordnung war die hochkarätige Besetzung: Foster und Amiel wussten, dass sie mit erstklassigen Schauspielern rechnen konnten, und damit hatten sie Recht.

Für Eckhart, der den "widerstrebenden Helden" spielt, war nicht nur das fesselnde Drehbuch interessant, sondern auch die Gelegenheit, einen Film zu machen, der sowohl Kinder als auch Erwachsene in seinen Bann zieht. "Es geht dabei um Menschen, die zusammen arbeiten, um den Planeten zu retten", berichtet Eckhart. "Darauf bin ich nicht nur stolz, sondern ich denke auch, dass die Menschen unseren Planeten mit ganz anderen Augen betrachten werden."

Hilary Swank verkörpert einen der Terranauten, die das unterirdische Vehikel zum inneren Kern steuern; sie fand Gefallen daran, eine so starke Figur wie Major Rebecca "Beck" Childs zu spielen, und war gespannt auf die Arbeit mit Regisseur Amiel. "Ich liebe Jon Amiel!", meint Hilary Swank. "Und als ich hörte, wer meine Schauspielkollegen sein würden, konnte ich so viel geballtem Talent einfach nicht widerstehen. Und wie oft bekommt man eine so faszinierende Rolle wie die eines Terranauten angeboten? Das ganze Konzept des Films war sehr attraktiv."

"In jedem Moment ist diese Geschichte unterhaltsam, interessant und ziemlich humorvoll", sagt Bruce Greenwood, der Commander Iverson spielt. "Die Dialoge sind intelligent, und die Beziehungen zwischen den Figuren bringen eine ganze Menge Spannung."

Stanley Tucci spielt den von Dünkel umflorten Wissenschaftler und war beeindruckt von der guten Mischung aus Charakterentwicklung und Action in diesem Drehbuch: "Es ist ein wirklich gutes Ensemble-Stück, in dem jeder seine Talente zur Geltung bringen kann und viel Spaß hat. Außerdem macht einen diese Geschichte wirklich nachdenklich."

"Es gibt eine unglaubliche Welt im Inneren unseres Planeten", sagt Alfre Woodard. Sie spielt die Frau, die den Terranauten auf ihrer Reise zum inneren Kern den Weg weist. "Kein Film hat dieses Thema bisher so behandelt."

Um dem Film noch mehr Abenteuer und Authentizität zu verleihen, stellte Regisseur Amiel seinen Schauspielern jeweils geeignete Berater zur Seite, darunter Wissenschaftler von CalTech, NASA-Astronauten, Universitäts-Professoren und Militärpersonal.

D.J. Qualls spielt das Computer-Genie Rat und sprach im Vorfeld mit vielen Hackern, die Gefängnisstrafen abgebüßt hatten und nun teilweise sogar für die Regierung arbeiten - diese Recherchen machten ihm besonders zu schaffen. "Ich habe gesehen, wie diese Kerle Computerdaten manipulieren können, und ich bekam richtig Angst", berichtet Qualls. "Zu einem bestimmten Zeitpunkt wollte ich gar nicht mehr alles wissen - ich hatte genug über ihre Fähigkeiten erfahren."

Jeder Schauspieler fügte seiner Figur auch eine persönliche Note hinzu. Aaron Eckhart und Delroy Lindo z. B. besuchten das Jet Propulsion Laboratory (JPL) am California Institute of Technology in Pasadena, wo sie die Wissenschaftler bei der Arbeit beobachteten. Lindo sah sich außerdem Filme über wissenschaftliche Forschung an, und fühlte sich "von diesen Erfahrungen wirklich stimuliert."

Alfre Woodard ist die Chefin der Mission, eine Funktion, die noch keine Frau innehatte; sie setzte sich hin und entwarf tatsächlich einen umfassenden Werdegang für diese Figur, mit sämtlichen Stationen, die sie auf dem Weg zu einer so verantwortungsvollen Position durchlaufen haben sollte. "Ich habe mit einem Wissenschaftler über die Luft- und Raumfahrtindustrie gesprochen und über das NASA-Programm", berichtet Woodard. "So erhielt ich Informationen darüber, wie Frauen in dieser Hierarchie aufsteigen. Schließlich wusste ich alles über das Berufsleben meiner Figur - ihren Geburtsort, ihre Schulzeit, erste Erfahrungen im Job, Beförderungen und wie sie sich durchgesetzt hatte."

Für ihre Rolle als Astronauten, die zu Terranauten werden, haben Bruce Greenwood und Hilary Swank mit echten Astronauten gesprochen: mit Dr. Tom D. Jones und Colonel Susan Helms. Jones ist derzeit Berater in der Raumfahrt, Autor und renommierter Redner; er verbrachte insgesamt 53 Tage im All und berichtete Greenwood über seine Erfahrungen.

"Es war sehr aufregend. Tom zeigte mir ein Video, das er im All gedreht hat, und es war einfach unglaublich", begeistert sich Greenwood. "Beide Astronauten waren sehr professionell. In meinen Augen sind alle Astronauten wahre Helden."

Das Treffen mit Susan Helms, der Astronautin, die ca. zwei Monate lang in der US-Raumstation verbrachte, war für Hilary Swank besonders interessant, denn sie hat selbst einmal daran gedacht, in die Raumfahrt zu gehen. "Bevor ich Schauspielerin wurde, wollte ich Astronautin werden", gesteht Swank. "Noch immer möchte ich irgendwann in den Weltraum reisen. Es scheint eine so spirituelle Erfahrung zu sein, es ist umfassender als alles, was wir uns vorstellen können, und wahrscheinlich eine Erfahrung, die man niemals vergisst - wie klein wir wirklich sind im Verhältnis zum großen Ganzen."

Während die Schauspieler für ihre Rollen recherchierten, begann das Design-Team mit der Arbeit. Das Innere der Erde zu erschaffen war für sie eine Aufgabe, die eine unglaubliche Vielfalt von Möglichkeiten bot - und doch eingeschränkt war durch die Erwartungen des Publikums. Bei dieser kreativen Herausforderung standen zwei Themen im Mittelpunkt: frühere Darstellungsweise des Erdinneren und das unvollständige Wissen der Experten über die wahre Beschaffenheit des Erdkerns.

Mit Bezug auf den einzigen anderen Film, der sich diesem Thema widmete - "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" aus dem Jahre 1959 - sagt Jon Amiel: "Jules Verne berichtete von gutbürgerlichen Abenteurern in viktorianischen Tweed-Anzügen, die zum Mittelpunkt der Erde hinabwanderten und eine große Echse, einen gigantischen See und die verlorene Stadt von Atlantis fanden. Wir haben den Vorteil, auf zusätzliche 150 Jahre wissenschaftliche Forschung zurückgreifen zu können - also haben wir versucht, das Bild geradezurücken. Wer auf verschollene Zivilisationen hofft, wird enttäuscht werden - das kommt bei uns nicht vor."

"In unserem Film geht es nicht um Monster oder solche Dinge", fügt Special Effects Supervisor Gregory L. McMurry hinzu. "Es geht um echte Wissenschaft. Doch wir wissen über das Innere der Erde längst nicht so viel wie über den Weltraum, also haben wir uns bemüht, eine Realität zu erschaffen, die das, was wir aus der Forschung übernehmen konnten, mit einer großzügigen Prise Fantasie kombiniert."

Um dem Film noch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurden Dr. Conrad Foster und Dr. Richard Terrile hinzugezogen; sie arbeiten im Jet Propulsion Laboratory (JPL) bei CalTech und waren als Berater zuständig für Fragen nach den Größenverhältnissen, wie heiß es im inneren Kern werden kann und welche Materialien solchen Temperaturen standhalten könnten. Um "Virgil" zu erschaffen, das unterirdische Vehikel, durchliefen die Designer eine Reihe von Versuchen, bevor sie das Modell fanden, das alle zufriedenstellte. "Etliche der Entwürfe waren überwältigend", erinnert sich Produzent David Foster. "aber Jon Amiel erinnerten sie zu sehr an die Raumschiffe von "Star Trek" oder "Star Wars". Also suchten wir nach der aussagekräftigsten Kreatur, die sich durch die Erde wühlen kann - so kamen wir auf den Regenwurm und wussten, genau das ist es!"

Mit der Idee des Regenwurms bestand die nächste Aufgabe darin, zu entscheiden, wie genau das Fahrzeug aussehen sollte. Es war länglich und in Abteile untergliedert, aber wie ging es nun weiter? Amiel berichtet über den kreativen Prozess: "Es war eine große Herausforderung, ein Vehikel zu entwerfen und zu bauen, das glaubwürdig aussieht, um die Reise zum inneren Kern der Erde anzutreten. Wie sollte es sich durch festes Material bohren? Wie sollte es angetrieben werden? Wie funktioniert die Steuerung? Unsere drei Leitlinien waren der Regenwurm, die Raketenform und das U-Boot; "Virgil" ist eine Kombination aus diesen drei Grundkonzepten."

Ein Vehikel in Originalgröße wurde gebaut, denn die Filmemacher hatten beschlossen, es sei besser, als nur Miniaturen abzufilmen; so ging Produktionsdesigner Philip Harrison an die Arbeit. Ein großer Sound Stage mit schwenkbarem Kran wurde angemietet, und Harrison begann mit dem Bau genau wie eine richtige Werft, zunächst mit dem Rumpf des Vehikels, das schließlich beeindruckende 60 Meter lang und neun Meter hoch war. Will man die Ausmaße des Vehikels in die richtige Perspektive setzen, so meint Jon Amiel: "Um sich eine Vorstellung von den Dimensionen zu machen, mußs man sich die Größe eines 737-Jumbos und die Höhe eines ICE-Zuges vorstellen - das trifft es ziemlich genau." Obwohl die Außenelemente des Vehikels per Computer generiert wurden, mußste die Innenausstattung sehr real sein.

"Statt eines futuristischen, glänzend-ästhetischen Interieurs entschieden wir uns für einen eher dunklen Look, in Erdfarben und Ockertönen gehalten, der ausschließlich funktional gestaltet sein sollte", sagt Amiel. "Das Fahrzeug sollte so aussehen, als sei es in drei Monaten zusammengedengelt worden, als habe man eben keine Zeit gehabt, an den Komfort der Innenausstattung zu denken. Hat man jemals die beängstigende Erfahrung gemacht, das Innere eines Flugzeuges zu sehen - und zwar ohne die ganze Ausstattung, die uns vorgaukelt, wir wären im eigenen Wohnzimmer -, dann sieht man eben nur kilometerlange Kabel und Röhren, die mit Plastik und Klebeband zusammengehalten werden. Genau so sollte "Virgil" aussehen."

"Das bedeutete aber, dass die Dreharbeiten auf ziemlich engem Raum stattfanden", merkt Special Effects Supervisor Garry Elmendorf an. "Und deswegen bauten wir das Set mit beweglichen Abteilen, sodass Kamera und Crew in das Vehikel hineinpassten, um die Action zu filmen."

Um die Bewegungen des Fahrzeugs zu simulieren, entwarf Elmendorf ein auf Airbags basierendes System, das viel geräuschloser als die herkömmlichen Hydraulik-Systeme arbeitet. "Es waren Airbags in LKW-Größe, vollständig aufgeblasen, die jeweils bis zu 20.000 Pfund Gewicht tragen können. Je nachdem, was die Szene gerade forderte, haben wir den Aufbau sanft geschaukelt, heftig durchgeschüttelt oder abrupt zum Stoppen gebracht. Wir konnten die Schauspieler praktisch in jede Richtung kippen, und das Vehikel auch abtauchen lassen, nach hinten und nach vorne."

Eines der anspruchsvollsten Sets war die gigantische Geode, durch die sich Virgil auf dem Weg zum inneren Kern bohren mußs. Produktionsdesigner Philip Harrison entdeckte während seiner Recherchearbeit zu diesem Thema, dass unglaublich riesige Geoden in den Tiefen der Erde tatsächlich existieren. "Sie haben gigantische, fast zehn Meter lange Kristalle", erzählt Harrison, der ungefähr 80.000 Meter Acrylverkleidung verarbeitete, um die großen Kristallnachbildungen zu erschaffen, die teilweise bis zu sechs Meter hoch waren.

Neben der Geode verbirgt das Erdinnere noch viele weitere Überraschungen - ein Labyrinth aus vulkanischen Röhren, die großen spiegelverkehrten Berglandschaften an der Grenze zwischen der Kruste und dem Erdmantel, Diamantenfelder mit Edelsteinen so groß wie Hochhäuser und das erstaunliche Inferno im Herzen unseres Planeten. Insgesamt wurden über 400 Einstellungen für die visuellen Effekte benötigt, um diese Umgebungen entstehen zu lassen.

Die Dreharbeiten fanden auf der ganzen Welt statt, z. B. in London, Paris, Rom, Montreal, Washington und San Francisco. Sie begannen am 9. Dezember 2001 in Vancouver, British Columbia; Außenszenen wurden in Utah gedreht, weitere Szenen an Bord der Flugzeugträger USS Constellation (CV-64) in der San Diego Naval Base sowie an Bord der USS Abraham Lincoln (CVN-72) in der Naval Station Everett, 40 Kilometer nördlich von Seattle, Washington.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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