Barber Shop

Produktionsnotizen

Die Vorbereitungen "Dein Vater war ein Mann, der noch Integrität besaß und an etwas glaubte. Er war der festen Überzeugung, dass ein einfacher Haarschnitt die Laune eines Menschen ändern konnte." (Eddie)

In den BARBERSHOP gehen die Leute, um einen Haarschnitt zu bekommen, und sie verlassen den Laden dann mit neuen Informationen - von Politik über Sport bis hin zu Geschichten, die sie eigentlich gar nichts angehen. In jeder Gemeinde gibt es solch einen Ort, an dem sich die Leute zusammenfinden, um von ihren Erlebnissen zu erzählen und miteinander zu lachen, Rat zu suchen oder einfach abzuhängen. Calvins Frisörladen ist so ein Ort.

Den Produzenten Robert Teitel und George Tillman, Jr. stach das Potenzial eines Haarsalons als starke Location für eine große Komödienproduktion nicht sofort ins Auge. Doch im Endeffekt braucht jeder irgendwann einen Haarschnitt. Die unterschiedlichsten Menschen gehen von Zeit zu Zeit zum Frisör: Reiche und Arme, Schwarze und Weiße, Junge und Alte. So wird ein Frisörsalon zu einem gesellschaftlichen Mikrokosmos und erlaubt es dem Film, ein buntes Sammelsurium an abwechslungsreichen, vielfältigen und witzigen Figuren aufeinander zu treffen zu lassen und somit eine Geschichte zu erzählen.

Den Produzenten gefiel es, dass das Drehbuch vom "gemeinen Volk" und den Beziehungen innerhalb einer Gemeinschaft erzählt - Sujets, die dem charakteristischen Stil ihrer Produktionen entsprechen.

"Der Film dreht sich hauptsächlich um Zusammengehörigkeit", erzählt Tillman. "Er handelt von Beziehungen und davon, wie viel man anderen Menschen bedeutet. Manchmal schaut man ja in den Spiegel und wünscht sich, man würde etwas Besseres aus seinem Leben machen. Plötzlich aber passiert etwas, was uns wieder beweist, dass unser Dasein und das, was wir tun, doch von großem Nutzen sind. Ich denke, so etwas passiert auch Calvin, unserer Hauptfigur, die von Ice Cube gespielt wird. Manchmal merkt man einfach nicht, wie viel man anderen Leuten bedeutet. Dann aber passiert etwas, was dich wieder wachrüttelt."

Diejenigen, die sich an der Entwicklung dieser Story beteiligten, hatten alle dieselbe Vision vor Augen: Sie wollten das wahrheitsgemäße Abbild der Vorgänge in einem Frisörgeschäft schaffen - die Diskussionen, Meinungen und Auseinandersetzungen schildern. Mark Brown schrieb seine Urversion in Zusammenarbeit mit Don D. Scott und Marshall Todd zu einem Drehbuch um. Während sie die Charaktere der verschiedenen Personen vertieften, streiften die Autoren einige brisante Themen und Alltagsprobleme, die jederzeit und überall erörtert werden, wenn Leute zusammenkommen und sich unterhalten.

"Wir scheuten uns nicht, einige heiße Eisen anzufassen und kontroverse Meinungen zu vertreten", verdeutlicht Scott. "Es gibt schließlich immer Befürworter, Gegner und solche Leute, die mit dem Strom schwimmen. Genauso läuft es auch im Laden; nicht immer sind sich alle einig. Nicht jeder Schwarze vertritt zwangsläufig die gleiche politische Meinung. Genauso wenig wie jeder Schwarze die gleichen Ansichten über Sex, Religion und Rassenthemen hat. Deshalb tut es gut, darüber zu reden und auch seinen Spaß daran zu haben."

Obwohl die Handlung ursprünglich in Los Angeles angesiedelt ist, wollten die Produzenten Teitel und Tillman die Produktion in ihre Heimatstadt Chicago verlegen, um den räumlichen Zusammenhängen mehr Tiefe zu verleihen. "Als wir das Skript bekamen und den Titel lasen, wussten wir sofort, was er bedeutete und was für eine Funktion so ein Salon in einer Gemeinschaft erfüllt", erklärt Teitel. "Die Geschichte enthält viel Herz, aber auch unglaublich witzige Comedy-Szenen. Beide Elemente halten sich die Waage, was wir für eine perfekte Kombination halten."

Als die Frage nach dem geeigneten Regisseur im Raum stand, wussten Teitel und Tillman, dass BARBERSHOP die erste Produktion werden würde, bei der Tillman nicht auf dem Regiestuhl saß. Die beiden hatten zuvor schon erfolgreich bei SCENES FOR THE SOUL (1995), SOUL FOOD ("Soul Food", 1997) und MEN OF HONOR ("Men of Honor", 2000) kooperiert. "George und ich arbeiten seit dreizehn Jahren zusammen", erzählt Teitel. "Wir hatten immer eine Arbeitsbeziehung, bei der er Regie führte und ich die Produktion übernahm. Zum ersten Mal produzieren wir beide jedoch gemeinsam. Das wollten wir schon lange einmal ausprobieren und wir hatten das Gefühl, jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt dafür."

Darauf angesprochen, warum er bei diesem Projekt die Produktion dem Regieführen vorzog, antwortet Tillman: "Die Produktionsseite erwies sich für mich als äußerst befriedigend. Weil ich selber Filme mache und Regie führe, macht es mir Spaß, einem anderen Regisseur dabei zuzusehen, wie er seine Visionen umsetzt. Und es ist schön, in einer Position zu sein, wo man diesen Realisierungsprozess ermöglichen und unterstützen kann. Als Regisseur und als Bobs Produktionspartner versuche ich stets, jungen Regisseuren eine Gelegenheit zu geben, ihre Geschichte zu erzählen. Sie sollen ihre Vorstellungen unter den Fittichen unserer Produktionsfirma State Street Pictures realisieren."

Die Produzenten wandten sich an Tim Story, weil seine früheren Arbeiten als Regisseur gefeierter Musik-Videos und Independent-Filme sie überzeugt hatte. Er sollte mit BARBERSHOP sein Regiedebüt bei einer Studio-Produktion geben. Nachdem er bereits für zwei Independent-Dokumentarfilme auf dem Regiestuhl gesessen hatte, fand Story großes Gefallen am starken Skript für BARBERSHOP, welches ihm aufgrund der vielfältigen kreativen Freiheiten als perfekt geeignet für eine erste größere Regiearbeit erschien.

"BARBERSHOP enthält viele verschiedene Charaktere. Ich mußste die Geschehnisse aus dem Blickwinkel eines jeden Einzelnen betrachten", verdeutlicht Story. "Vom Standpunkt eines Regisseurs aus gesehen, dreht sich der Film vor allem um Familie, Gemeinschaft, die eigenen Wurzeln und Zusammenhalt. Es geht darum, mit wem man aufwächst, welche Verbindungen man in seinem Leben eingeht und was diese einem bedeuten. Damit kann sich jeder identifizieren."

"Von so einer Geschichte träumt jeder Regisseur", erzählt Story. "Sie ist ein vielschichtiges Ensemblestück mit zahlreichen Fassetten. Die Lebenslinien aller Personen sind ineinander verwoben. Ich mag Geschichten, die in Bewegung bleiben, sich kontinuierlich weiterentwickeln und überraschende Wendungen enthalten. Wir bemühten uns, einen Plot zu entwickeln, der in eine Richtung zu laufen scheint, aber dann plötzlich einen Haken schlägt. Bei solch einer Handlung wartet man immer gespannt darauf, was als Nächstes passiert - und während man wartet, lacht man die ganze Zeit."

Die Haareschneider: Wie man einen Frisörsalon besetzt Menschen der verschiedensten Religionen, Hautfarben und Geschlechter kommen in einen Frisörsalon, um sich zu unterhalten und auszutauschen. Für diese kurzen Momente, in denen sie sich die Haare schneiden lassen, existiert in diesem Raum eine perfekte Utopie. Idealerweise sollte die Gesellschaft wie ein Frisörladen sein, nur ohne die gesplissten Haare auf dem Boden.

Ein Frisörsalon braucht Frisöre und Kunden, deshalb gingen Story und seine Produzenten nach Fertigstellung des Drehbuchs auf die Suche nach der richtigen Besetzung. Für die Rolle des unterschwellig frustrierten Ladenbesitzers Calvin konnten sich die Filmemacher niemand Besseren vorstellen als Ice Cube. Der Schauspieler wurde bekannt durch die wiederholte Darstellung knallharter Charaktere in Filmen wie BOYZ'N THE HOOD ("Boyz'n the Hood - Jungs im Viertel", 1991), THREE KINGS ("Three Kings - Es ist schön, König zu sein", 1999) sowie der erfolgreichen FRIDAYS-Trilogie (FRIDAY, "Friday", 1995; NEXT FRIDAY, "Next Friday", 2000; FRIDAY AFTER NEXT, 2002). Die Rolle des Calvin gab ihm die Möglichkeit, neue Seiten seines Schauspieltalents zu entfalten.

Cube konnte sich in die innere Zerrissenheit seiner Figur - die Frustration und das permanente Gefühl, im Leben auf der Stelle zu treten - gut einfühlen. "Ich denke, Calvin realisiert trotz seiner Ambitionen nicht, dass er etwas sehr Wertvolles in seinen Händen hält", verdeutlicht Ice Cube. "Er strebt nach Besserem. So ergeht es vielen anderen auch. Wir erreichen einen bestimmten Punkt, ab dem wir immer mehr wollen, aber nicht wissen, wie wir diesen Wunsch befriedigen können."

Auf seine Karriere angesprochen, erzählt er: "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, mich nur an guten Produktionen zu beteiligen. Sobald eine davon auf meinen Schreibtisch landet, ich mich für den Part geeignet fühle und überzeugt bin, den Film durch meine Präsenz verbessern zu können, dann passt alles zusammen. Mich motivieren das Drehbuch, die Handlung und ihre Charaktere und darüber hinaus die Leute, mit denen ich zusammenarbeite. Diese Dinge reizen mich am meisten."

Neben dem künstlerischen Anspruch seiner Rolle bot ihm BARBERSHOP auch die Gelegenheit, mit Teitel und Tillman, Jr. zu kooperieren. "Ich halte sie für extrem clever und talentiert", erklärt er. "Ihre Filme besitzen immer Tiefe, eine gewisse Vielseitigkeit und kratzen nicht nur an der Oberfläche. In ihren Projekten gibt es stets anschauliche Charaktere. Und auch das Skript traut sich was. Unter Schwarzen werden eine Menge Dinge angesprochen, die anderenfalls nicht an die Öffentlichkeit kommen. In diesem Film werden viele Geheimnisse gelüftet."

Obwohl sich viele Schauspieler davor scheuen, mit einem Regiedebütanten zusammenzuarbeiten, erkannte Cube Tim Storys Begabung. "Tim ist sehr, sehr klug", erzählt Cube. "Wenn Regisseure das alles zum ersten Mal durchmachen, verrennen sie sich oft in dem Bestreben, allen zu beweisen, dass sie es schaffen. Tim hingegen war ganz anders. Er war sich seiner Macht als Anführer dieses Ensembles aus lauter begabten Darstellern bewusst und wollte so die Möglichkeiten nutzen, einen großartigen Film zu schaffen. Ich finde, er ist ein toller Regisseur."

Für die Rolle des älteren, kurz vor der Rente stehenden Frisörs Eddie, der seit mehreren Generationen im Laden steht (und kaum mehr Haare schneidet), wandten sich die Filmemacher an die Comedy-Legende Cedric the Entertainer. Nach seinem fulminanten Erfolg mit The Original Kings of Comedy brannte Cedric darauf, sich in eine ernstere Rolle hineinzuversetzen, die ihm und seinem komödiantischen Talent dennoch Freiraum ließ. "Laut Drehbuch hat Eddie zu allem eine Meinung und äußert ständig irgendwelches Halbwissen", erklärt Cedric. "Darin liegen viele komödiantische, aber auch ernste Ausdrucksmöglichkeiten. Außerdem lässt man bei solch einem Charakter viel Milde walten."

"Eddie verbringt seit Generationen seine Zeit im Laden und ist deshalb so etwas wie der Häuptling", fährt Cedric fort. "Er fungiert als Mahnmal für die Bedeutung des Ladens in dieser Nachbarschaft; außerdem bildet er die jungen Frisöre aus. Im Grunde genommen genießt Eddie die Atmosphäre des Geschäfts. Für ihn ist es so etwas wie sein Country Club. Er gehört zum Inventar des Salons. Sein Konterfei hängt sozusagen in der Hall of Fame und er lässt keine Gelegenheit aus, dies allen mitzuteilen."

"Mich haben zahlreiche Elemente des Drehbuchs sofort angesprochen", erinnert er sich. "Alles wirkt sehr realistisch. Ich mag es, wie die verschiedensten Leute ein und aus gehen. Besonders weil ich aus St. Louis stamme, kann ich mich da hineinversetzen. St. Louis hat das typische Flair des Mittleren Westens. Es kommt mit seiner Atmosphäre der von Chicago ziemlich nahe; deshalb wusste ich, dass die Umsetzung der Geschichte stimmte."

Über die Zusammenarbeit mit Tim Story berichtet Cedric: "Was mich darüber hinaus an dem Projekt interessierte, war die Arbeit mit Bob und George. Sie setzten großes Vertrauen in Tim. Er ist unglaublich dynamisch und besitzt die richtige Art, an die Dinge heranzugehen. Tim hat immer gute Laune. Außerdem ist es ihm gelungen, die Räumlichkeiten optimal auszunutzen, schließlich spielt sich ja das Geschehen hauptsächlich in einem Raum ab. Mit so einem Drehort mußs man äußerst kreativ umgehen, um dessen Lebendigkeit und Frische zu erhalten. Das ist ihm wunderbar geglückt."

Um Eddies einzigartiger Persönlichkeit auch ein einzigartiges Aussehen zu verleihen, ließ sich Cedric die Haare wachsen und beteiligte sich an der Kreation eines unnachahmlichen Haarschnitts für seine Rolle. Cedric bezeichnet seine Frisur als Kreuzung zwischen Frederick Douglass (einem schwarzen Exsklaven des 19. Jahrhunderts) und dem gescheitelten Afrolook des farbigen Kinderstars Gary Coleman.

"Ursprünglich war Eddie altersmäßig weit in den 70ern angesiedelt", verdeutlicht Cedric, "doch wir kamen zur Überzeugung, dass das nicht leicht umzusetzen wäre. Meine Haut ist nämlich ziemlich zart und wir wollten nicht mit Prothesen hantieren. Wir wollten sein Aussehen natürlich und glaubwürdig gestalten. Eddie kommt noch aus der alten Schule und kennt sich selbst sehr gut. Außerdem gehört er, ehrlich gesagt, zu Frederick Douglass größten Fans, deshalb zollt er ihm mit seiner Frisur Tribut. Solange sein Scheitel sitzt, geht's ihm gut."

Der R'n'B-Superstar Eve wurde für den Part der einzigen Frau im Shop, Terri, ausgewählt. "Was mich an dieser Produktion faszinierte", erzählt Eve, "war ihr Realitätsbezug. Der Frisörladen ist der Ort, an den jeder kommt und in dem jeder über dich Bescheid weiß. Wenn du jemandem die Haare schneidest, spricht er mit dir. Man fungiert sozusagen als Berater, wenn jemand Probleme hat. Egal ob die Leute nun glücklich sind oder einen schlechten Tag haben, im Salon lassen sie alles heraus."

Obwohl Terri recht zickig sein kann und Haare auf den Zähnen hat, mußste Eve nicht allzu tief graben, um Terri in sich selbst zu entdecken. "Die Figur hat große Ähnlichkeit mit mir selbst", gesteht Eve. "Ich bin schließlich auch das einzige weibliche Wesen, das zum Hip-Hop-Label Ruff Ryders gehört. Deshalb habe ich mich schon daran gewöhnt, ständig von Testosteron umgeben zu sein. Man mußs ihnen zeigen, wo es langgeht, und genau das tut Terri auch im Laden. Sie ist eigenwillig und stolz, denn es ist sehr wichtig, dass die anderen sie respektieren."

Nach dem ersten Lesen des Drehbuchs wusste Story sofort, dass Eve für diese Rolle prädestiniert war. "Ich bestand darauf, genau die richtige Darstellerin für Terri zu finden", erinnert er sich. "Als Eve zum Vorsprechen kam, hat sie von dem Zeitpunkt an mein Interesse geweckt, als sie den Mund aufmachte. Wir hatten bereits viele Schauspielerinnen gecastet, doch ich suchte immer noch nach jemandem, der Terri war, und nicht nur versuchte, so zu sein. Obwohl Eve hier ihr Kinodebüt gibt, hat sie sich prächtig geschlagen. Sie ist die einzige weibliche Figur in einem männerdominierten Frisörsalon, deshalb mußste Terri zeigen, dass sie gut alleine zurechtkommt. Das hat sie auch gemacht. In jeder Einstellung hat sie meine Erwartungen übertroffen."

Sean Patrick Thomas wurde als Nächstes engagiert, um Jimmy zu spielen, einen klugen, aber etwas eingebildeten Typen. "Mein Charakter Jimmy James besucht eigentlich das College, schneidet aber Haare, um sich das Studium zu finanzieren", erklärt Thomas. "Er gibt ziemlich mit seiner Bildung an und damit, dass er wohl nicht mehr lange als Frisör arbeiten wird. Zudem hat er so seine persönlichen Probleme mit einigen Leuten im Laden. Wie etwa dem Exsträfling Ricky oder Isaac, einem Weißen, der sich aber benimmt wie ein Schwarzer. Jimmy kann ein richtiger Mistkerl sein und provoziert so eine Menge Konflikte im Geschäft."

Die Arbeit mit einer derart vielschichtigen Besetzung erwies sich als großartige Erfahrung für Thomas. Der Schauspieler konnte zuvor unter anderem mit Teen-Filmen wie CRUEL INTENTIONS ("Eiskalte Engel", 1999) und dem Kassenschlager SAVE THE LAST DANCE ("Save the Last Dance", 2001) große Erfolge feiern. "Bei BARBERSHOP arbeitete ich mit Menschen verschiedenster Herkunft und Arbeitseinstellung zusammen, deshalb sehe ich jetzt vieles mit anderen Augen. Die Art, wie Eve oder Ice Cube ihren Job erledigen, unterscheidet sich vollkommen vom Stil Cedrics, der sich wiederum von meiner Arbeitsweise deutlich abhebt. Daraus kann man viel lernen. Cedric zum Beispiel halte ich für ein richtiges Genie. Ich mußste mich ziemlich anstrengen, um mit ihm mithalten zu können. Er hat sich einfach während des Drehs irgendwelche Sachen einfallen lassen, das hat wirklich Spaß gemacht."

Troy Garity, ein junger Schauspieler, der zuletzt für BANDITS ("Banditen!", 2001) vor der Kamera stand, spielt Isaac, den einzigen weißen Frisör im Laden. Über seine Figur erzählt Garity: "Isaac wurde in einer vorwiegend von Schwarzen bewohnten Gegend geboren und wuchs unter dem Einfluss der Farbigen-Kultur auf. Er versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Er schneidet leidenschaftlich gerne Haare und fühlt sich auch im Laden wohl. Doch als eine Art Außenseiter hat er Probleme damit, Kunden zu finden, die ihm vertrauen. Er kämpft immer um neue Kunden, um Leute, die sich trauen und ihm Gelegenheit geben, sein Können unter Beweis zu stellen."

Garity empfand eine besondere Bindung zu Isaac und konnte sich in dessen innere Zerrissenheit gut hineinversetzen. "Ich entscheide mich für Rollen, die mich ansprechen und emotional berühren", verdeutlicht er. "Ich habe meine Jugend unter ähnlichen Umständen verbracht wie Isaac. Meine Familie ist ziemlich gut situiert, doch ich habe mich in meinem typischen Umfeld nie wohl gefühlt. Ich konnte mich mit den stereotypen weißen Amerikanern der Oberschicht nie solidarisieren, zu denen ich laut Meinung anderer eigentlich gehörte. Ich erinnere mich, dass ich eines Tages diesen Beat im Radio hörte, der mein ganzes Leben veränderte. Er brachte mich dazu, die Dinge klarer zu sehen und neue Seiten an mir zu entdecken. Ich kann mich mit Isaac identifizieren und finde seine Persönlichkeit auch ziemlich interessant. Besonders wenn man die gegenseitigen Einflüsse der verschiedenen Jugendkulturen heutzutage bedenkt."

Cedric erklärt Garitys Figur so: "Er scheint nicht zu uns zu passen, doch er bleibt sich treu. Meiner Meinung nach leben wir in einer Zeit, in der sich Hip-Hop und die afroamerikanische Kultur von einem Nischenprodukt zu echter Popkultur entwickeln. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass jemand sich nicht damit auskennt, nur weil er Weißer ist. Dieser Typ ist mit all den Einflüssen aufgewachsen, von denen wir annehmen, dass nur wir Schwarzen sie erleben, doch er kennt diese Dinge genauso gut wie wir. Der Film macht das ziemlich deutlich. Man lernt, dass alle Menschen gleich sind und man jedem die Gelegenheit geben mußs, sich selbst treu zu sein. Man kann von jedem etwas dazulernen und jedes Individuum für sich akzeptieren."

Garity genoss die Arbeit mit seinen Kostars. "Mit Ice Cube zusammenzuarbeiten war ein surreales Erlebnis", erzählt er. "Ich bin mit seiner Musik aufgewachsen und kenne, ehrlich gesagt, niemanden, der nicht durch ihn beeinflusst wurde. Die Zeit mit ihm am Set war einfach toll. Jedes Mal, wenn ich seine Stimme hörte, kamen all diese Erinnerungen in mir hoch. Außerdem habe ich mich zum großen Cedric-Fan entwickelt, den ich zuvor kaum kannte. Ich finde ihn genial und glaube, dass seine Figur jetzt überall kopiert werden wird."

Newcomer Michael Ealy wurde für die Rolle des Ricky verpflichtet. Der Exsträfling versucht, sich aus allen Schwierigkeiten herauszuhalten und nicht wieder auf die schiefe Bahn zu geraten. "Mich brachte dieser Job wirklich von null auf Hundert!", schwärmt Ealy. "Zuvor wusste niemand, wer ich bin. Absolut niemand! Als Tim mir von der Zusage zum Part erzählte, verbrachten wir die ersten 30 Sekunden unseres Gesprächs damit, uns gegenseitig zu gratulieren. Wir freuten uns beide riesig über unseren Debütfilm und ich war wirklich glücklich darüber, dass ich in meiner ersten Produktion mit Tim zusammenarbeiten durfte."

"Als ich das Skript las", erzählt Ealy, "erkannte ich, dass sowohl negative wie auch positive Themen angesprochen werden. Doch hauptsächlich geht es um die Schönheit dieser Innenstadt und darum, welche Bedeutung der Frisörsalon für die Nachbarschaft besitzt. In BARBERSHOP spielt der Laden selbst eine Rolle."

"Wir arbeiteten alle zusammen, um den bestmöglichen Film zu drehen", erinnert sich Ealy. "Die Beziehungen, die sich am Set entwickelten, machen sich auch auf der Leinwand bemerkbar. Wir hatten viel Spaß und es war für mich als Schauspieler eine tolle Erfahrung."

Auch Leonard Earl Howze gibt als Nebendarsteller sein Kinodebüt. Er verkörpert Dinka, den nigerianischen Frisör, der ein Auge auf Terri geworfen hat. "An Dinka faszinierte mich die Lebenseinstellung. Ich mochte seine ehrliche und unbeschwerte Art."

Darüber hinaus überzeugten Howze die bisherigen Werke des Produzententeams sowie Tim Storys dynamische Art. "Was kann man sich mehr wünschen", verdeutlicht Howze, "als Produzenten wie George und Bob? Die beiden sind ein unschlagbares Team. Durch Filme wie SOUL FOOD ("Soul Food", 1997) und MEN OF HONOR ("Men of Honor", 2000) haben sie sich in der schwarzen Bevölkerung ein Denkmal gesetzt. Sie sind einfach unglaublich."

"Auch die Kooperation mit Tim hat großartig funktioniert", fährt er fort. "Diese Energie und Voraussicht! Er erklärte mir, dass er versuchen würde, wie bei einem Theaterstück zu arbeiten. Er ließ gleichzeitig zwei oder drei Kameras laufen, so dass man immer in der Rolle bleiben mußste. Man mußste sich von Anfang bis Ende in die Rolle hineinversetzen, ungeachtet dessen, ob man nun im Bild war oder nicht. Das ist eine wunderbare Art zu arbeiten."

Der Komiker Anthony Anderson übernahm den Part von JD, einem erfolglosen Kriminellen. Zusammen mit seinem Partner Billy versucht er, einen Bankomaten zu knacken. Die Sache endet damit, dass er die unglaublich schwere Maschine herumwuchtet, um herauszufinden, wie man sie aufbekommt. "Ich habe die Rolle hauptsächlich angenommen, um Spaß zu haben", gesteht Anderson. "Das Drehbuch brachte mich schon zum Lachen, die Charaktere besitzen Tiefe und außerdem produzieren Bob und George - da kann man schlecht ablehnen."

Anthony wurde ermutigt, während der Takes zu improvisieren. So probierte er immer neue und witzige Möglichkeiten aus, eine Szene zu gestalten. "Viel Freiheit beim Dreh kommt mir sehr entgegen", betont er. "Es ist mir wichtig, am Set Spaß zu haben, mich wohl zu fühlen und zu sehen, dass auch die anderen Leute um mich herum zufrieden sind. Ich denke, diese unglaubliche Energie des Films rührt auch von der familiären Atmosphäre am Set her."

Während des Hantierens mit dem Bankomaten verletzen sich JD und Billy ständig - sehr zum Amüsement der Zuschauer. Die Szenen gaben Anderson und dem Darsteller des Billy, Lahmard Tate, viel Freiraum für Slapstick-Einlagen. "Ich hatte viel Spaß dabei, mir in diesem Film weh zu tun", grinst Anderson. "Ihr solltet mal meine Füße sehen! Es gibt Szenen, in denen ich mir die Zehen anschlage, das Bein breche, den Knöchel verstauche und gleichzeitig ständig den kleinen Klugscheißer anbrülle."

Tim Story genoss die Zusammenarbeit mit einem solch großen Ensemble. "Die Dreharbeiten waren unglaublich", erzählt er begeistert. "Wir hatten eine eindrucksvolle Menge talentierter Schauspieler. Ich sah mich selbst sozusagen als Torwart und habe mich einfach bemüht, den Ball im Spiel zu halten. Die Schauspieler bekamen von mir alle Freiheiten - mit phänomenalen Resultaten in komischer wie ernster Hinsicht."

Haare schneiden für Anfänger "Calvin, ich brauche einen Haarschnitt. So einen, wie du ihn Ronnie letzte Woche verpasst hast: oben bisschen kürzer, hinten länger, aber keine Nackenmatte, links etwas schwungvoller, so wie Gumbo, vorne was Eddie-Munster-Mäßiges und rechts die Wyclef-Nummer ..."

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was es heißt, ein Frisör zu sein, mußste die gesamte Crew einen einwöchigen Trainingskurs in Mr. Voiners Barber School in Los Angeles absolvieren. Produzent Tillman erinnert sich. "Wir haben BARBERSHOP genauso aufgezogen wie schon MEN OF HONOR ("Men of Honor", 2000). Damals ließen wir die Darsteller einen Crashkurs für Marinetaucher absolvieren - diesmal gab es einfach einen Crashkurs für Frisöre. Sie mußsten lernen, wie man Haare schneidet, aber auch, wie man mit Kunden umgeht, und zu einem Psychiater, einem Freund, einem Berater wird. Denn nichts anderes ist man als Frisör, deshalb mußsten sich die Jungs da erst hineinversetzen."

Einige Schauspieler hatten mehr Schwierigkeiten mit dem Haareschneiden, als angenommen. "Wir erfuhren etwas über die verschiedenen Klingen und darüber, wie man die Schere richtig hält", erklärt Eve. "Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie das funktionieren soll und hatte es vorher auch noch nie probiert. Nach dem Training war mit klar, dass ich für diesen Beruf nicht geeignet bin. Ich habe viel zu viel Angst davor, jemanden kahl zu scheren."

Obwohl sich die Schauspieler in ihrer neuen Rolle wohl fühlten und sich auch imstande sahen, die Schere anzusetzen, ließ sich keiner so recht von einer neuen Karriere überzeugen. "Ich habe einige Haarschnitte ziemlich vermasselt und ein paar Leute recht hässlich nach Hause geschickt", gesteht Sean Patrick Thomas. "Doch das gehört zum Lernprozess dazu. Schließlich mußs man es zumindest versuchen. Mir hat es Spaß gemacht und gegen Ende der Produktion konnte ich es auch einigermaßen - zumindest so, dass keiner dabei den Kopf verliert", lacht er.

Auch wenn Cedric the Entertainer im Film nicht mehr zur Schere greift, vollführt er doch eine Paradenummer des Barbierhandwerks: das Rasieren mit dem Messer. "Der Produktionsberater in Frisör-Dingen brachte mir die Technik und Handhabung des Rasiermessers bei", erzählt er. "Als ich es dann einmal intus hatte, war alles kein Problem mehr. Es machte mir sogar Spaß. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Schauspieler, den ich rasierte, genauso viel Spaß hatte. Wir brauchten aber im Endeffekt nur ein paar Pflaster und etwas Betäubungsmittel."

Chicago: Stadt der Filmemacher Von Beginn an waren sich Robert Teitel und George Tillman, Jr. darüber einig, ihren Film in Chicago anzusiedeln. Teitel, der in der Stadt geboren und aufgewachsen ist, und Tillman, der ebenfalls aus dem Mittleren Westen stammt, lernten sich auf der Filmschule des Columbia Colleges kennen. Nach Fertigstellung ihres ersten Spielfilms SCENES FOR THE SOUL (1995) und dem gemeinsamen Durchbruch SOUL FOOD ("Soul Food", 1997) haben sie eine besondere Bindung zu den Produktionseinrichtungen der Stadt aufgebaut und sich in das Aussehen und die Atmosphäre der Stadt verliebt.

"George und ich kennen die meisten Leute dort seit zehn oder zwölf Jahren, deshalb fühlen wir uns hier wie zu Hause", verdeutlicht Teitel. "Außerdem leben in Chicago viele begabte Leute. Das ermöglicht uns, zahlreiche Mitarbeiter vor Ort anzuheuern, so dass wir nicht die ganzen Schauspieler aus Los Angeles kommen lassen müssen."

Auf seine Verbundenheit mit Chicago angesprochen, erzählt Tillman: "Sehen Sie sich einfach einmal Regisseure wie Spike Lee oder Woody Allen an, die ich beide bewundere. Sie beziehen alle Filmstoffe aus ,ihrer' Stadt New York. Bislang gibt es noch keine ,Chicago'-Regisseure, doch als genau das sehen wir uns. BARBERSHOP spielt in der 79. Straße rund um die South Side.

Die Geschichte soll in Chicago spielen und die Stadt ist fest in die Handlung eingebunden. Deshalb wollten wir auch unbedingt an Originalschauplätzen drehen und die Produktion nicht nach Toronto verlegen. Es war uns wichtig, mit demselben Team wie bei SOUL FOOD ("Soul Food", 1997) zusammenzuarbeiten. Mit Leuten, die sich für das Projekt einsetzen und auch gewillt sind, hart für uns zu arbeiten."

Bei der Auswahl der Drehorte hatte das Produktionsteam erstaunlich wenig Probleme, die perfekte Location zu finden. "Schon am ersten Tag unserer Recherche entdeckten George, Tim und ich diese großartige Straße", schwärmt Teitel. "Verschiedenste Läden lagen dicht beieinander und wir wussten einfach, dass dies unser Drehort werden würde. Alles schien perfekt und repräsentierte genau jenes Chicago, das wir suchten."

Natürlich mußste sich das Team auch mit einem ganz typischen Problem für Chicago herumschlagen - dem Wetter. Die Produktion startete im Januar und Einwohner von Chicago wissen: Es wird kalt. Die niedrigen Temperaturen erwiesen sich für einige Schauspieler, besonders jene aus Los Angeles, als Schock. Doch sie gewöhnten sich daran und einige genossen die Kälte schließlich sogar.

"In Chicago war es kalt, kalt, kalt. Dennoch hat es die Leute die ganze Zeit nicht gefroren", erinnert sich Ice Cube. "Chicago zählt wegen seiner Einwohner, der Atmosphäre und dem typischen Flair des Mittleren Westens zu meinen Lieblingsstädten. Da kann man auch das bisschen Kälte besser ertragen. Jetzt, wo ich eine Zeit lang in der Stadt gelebt habe und sie kennen lernen durfte, liebe ich sie noch mehr."

Der im sonnigen Los Angeles geborene und aufgewachsene Regisseur Story hatte noch nie zuvor einen Schneesturm erlebt. Außerdem geisterten Horrorgeschichten über den vom See heraufwehenden eisigen Wind, genannt "The Hawk", durch seinen Kopf. Überraschenderweise lernte Story jedoch das Wetter und seinen einzigartigen Einfluss auf die Dreharbeiten schätzen. "Ich wollte den Film von Anfang an im Winter drehen", verdeutlicht er. "Denn der Winter spielt eine wichtige Rolle in dieser Produktion. Der Salon sollte einen warmen, gemütlichen Ort inmitten eines Kühlschranks darstellen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe gefroren wie ein Schneider. Doch für so ein Ergebnis friert man gerne."

Einige ortsansässige Berühmtheiten und Künstler fanden sich ebenfalls am Set ein und wurden sogleich als Kunden oder Nachbarn des Frisörsalons in die Produktion eingebunden. Darunter befanden sich Jalen Rose, der Neuzugang der Chicago Bulls, der ehemalige Spieler der Chicago Bears, Shaun Gayle, der frühere Profi-Basketballer Malik Abdul sowie der im Bereich Black Music international renommierte Händler George Daniels. Die Rolle des Kunden Sam, der versucht Geld zu sammeln, um Johnny Brown neue Turnschuhe für ein entscheidendes Spiel zu kaufen, ging an den ehemaligen Spieler der Chicago Bulls und jetzigen Sportreporter Norm Van Lier.

"Man bat mich, die Rolle zu übernehmen, und ich fand sofort Gefallen daran", erinnert sich Van Lier. "Ich bin in L.A. im Dunstkreis der Filmindustrie aufgewachsen, deshalb genoss ich die Dreharbeiten sehr. Außerdem gab mir Ice Cube während des Filmens immer wieder Tipps - technische Feinheiten wie etwa das richtige Drehen des Kopfes. Das gefiel mir, denn ich bin sehr lernfähig. Egal was viele Leute sagen, ich bin lernfähig!"

Der Frisörsalon Das Set-Design von Calvins Salon wurde nicht einem spezifischen Frisörladen nachempfunden, sondern durch zwei verschiedene Geschäfte inspiriert. Terrell's Afro Barber Shop in Chicagos Northside sowie der Victory Barber Shop in Harlem standen Pate für die visuellen Eigenheiten. Wie auch viele andere Läden in der Umgebung ist Terrell's mit afrikanischer und afroamerikanischer Kunst, diversen Memorabilia und Fotos von historischen Persönlichkeiten und Kunden vollgestopft. Der Laden verkörpert eine Art Museum für die afroamerikanische Einwohnerschaft Chicagos und ist ein Zwischending zwischen einem Wohnzimmer und einem Tante-Emma-Laden.

Der Victory Barber Shop in Harlem wurde von dessen Besitzer nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Seit jener Zeit führt der Inhaber den Laden ohne Unterbrechung und dekoriert ihn mit Memorabilia lokaler Events und Bilder bekannter Berühmtheiten. Eines der legendären Fotos zeigt den Menschenrechtler Dr. Martin Luther King, den Romanautor James Baldwin und den Entertainer Sammy Davis, Jr. in einer Umarmung. Ein Ofen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs heizt den Raum derart auf, dass der Betreiber die Türe selbst mitten im Winter offen stehen lässt. Ortsansässige Herren im Rentenalter sitzen vor dem Laden, tratschen, scherzen und spielen Karten. Der Inhaber des Victory-Salons bezeichnet sein Etablissement als das Herzstück der Nachbarschaft.

Produktionsdesigner Roger Fortune orientierte sich für die Entwürfe zu Calvins Salon am Look dieser knallbunten Räumlichkeiten. Wie auch Calvins Laden besitzt der Victory-Salon warme, goldgelb verputzte Wände mit Stockflecken und feinen Rissen. Darüber hinaus bedecken dunkle, braungefleckte Holzvertäfelungen die Seiten und der Boden ist teilweise gefliest, teilweise mit Parkett ausgelegt. Die Lampen stammen aus den 70er Jahren, die Frisörstühle sind noch einmal zwanzig Jahre älter. Obwohl der Salon erst 1958 gegründet wurde, stammt das Gebäude selbst aus den 20er Jahren. Zuvor hatte es ein anderes Geschäft beheimatet. All diese kleinen Details wurden wahrheitsgetreu für Calvins Shop übernommen.

Das Interieur von Calvins Salon wurde darüber hinaus so gestaltet, als ob es von Zeit zu Zeit Renovierungsversuche gegeben hätte, die aber aus Geldmangel nie vollendet wurden. Nichts passt wirklich zusammen: Die Stühle, Schränke, Lampen und Frisiertische sind eine wild zusammengewürfelte Mixtur. Die an der Wand befestigten und reichlich verzierten Spiegel sind Originale. Die Decke hingegen besteht aus altem, verbeultem und übermaltem Blech. Fotografien bekannter Einwohner wie etwa dem geliebten Chicagoer Bürgermeister Harold Washington und dem Chicago Bear Walter "Sweetness" Payton sowie einige Porträts bekannter Schauspieler zieren die Wände. Eine gesamte Front wird von der "Wall of Fame" eingenommen, einem Gemälde, das Calvins Vater im Kreise verschiedener Frisöre und dem jungen Calvin zeigt.

Jeder Frisiertisch wurde mit Fotografien und individuellen Erinnerungsstücken dekoriert, um dem Arbeitsplatz eine jeweils persönliche Note zu geben. An jeder Station wurden Bilder der Kinder der Schauspieler sowie Highschool-Schnappschüsse und Statisten-Fotos angebracht. Diese kleinen Details halfen den Darstellern, sich zu Hause zu fühlen, es erleichterte ihnen das Haareschneiden und Text-Rezitieren in Calvins BARBERSHOP.

Szenenfoto
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