Born 2 Die

Produktionsnotizen

"Die aktuellen Beispiele hipper Action-Stories im Großstadtdschungel - "Romeo Must Die", "Exit Wounds" und jetzt "Born 2 Die" - basieren alle auf demselben ästhetischen Prinzip", sagt Joel Silver, Produzent der "Matrix"-Trilogie, "Die Hard" (Stirb langsam) und der "Lethal Weapon"-Serie. "Jeder treibt die Entwicklung weiter voran, und ,Born 2 Die' überragt sie alle."

Das Drehbuch zu "Born 2 Die" stammt von John O'Brien ("Starsky & Hutch") und Channing Gibson ("Lethal Weapon IV"): Es geht um die komplexe Geschichte des windigen Geschäftemachers Tony Fait, gespielt von DMX, der mit dem rätselhaften Geheimagenten Su aus Taiwan (Jet Li) aneinander gerät, weil beide hinter denselben geheimnisvollen schwarzen Diamanten her sind.

"Ein komplizierter Film - er lässt sich nicht so einfach nacherzählen", warnt Silver. "Es handelt sich nicht um einen der üblichen Buddy-Action-Movies, aber auch das Klischee der Hassbeziehung zwischen den Gegnern spielt hier keine entscheidende Rolle. Fait und Su sind Rivalen, die gemeinsame Sache machen müssen, weil sie einen gemeinsamen Feind haben - in der Geschichte geht es also darum, wie sie gemeinsam vorgehen, damit sie die Diamanten in ihre Hand bekommen und beide ihr Ziel erreichen."

Fait braucht die Steine, um sie gegen das Leben seiner kleinen Tochter Vanessa einzutauschen, denn die ist von Sus abtrünnigem ehemaligen Partner gekidnappt worden. "Ich kann mich sehr gut in Fait hineinversetzen, ich weiß, wie ein Vater sich fühlt, wenn sein Kind in Gefahr schwebt", sagt DMX, der selbst drei Söhne hat. "Diese Gefühle will ich in meiner Rolle ausdrücken - Wut, Hoffnungslosigkeit, Panik."

Die Methoden, mit denen der leidenschaftliche, aber immer beherrschte Fait die Sache in die Hand nimmt, verlangen DMX größeres darstellerisches Engagement ab als seine bisherigen Rollen, die er mit dem schon vertrauten Film-Team erarbeitet hat, allen voran Silver und Regisseur Andrzej Bartkowiak. "Ich drehe sehr gern mit Joel und Andrzej", sagt X, wie ihn die Kollegen und Teammitglieder nennen. "Sie machen mir Mut, indem sie mich auffordern, einfach mich selbst zu spielen."

"X ist der geborene Schauspieler", stellt Silver fest. "Er verfügt über ein ungeheures Charisma, hat in ,Exit Wounds' eine fantastische Leistung gezeigt, und inzwischen hat er sich zu einem hervorragenden Darsteller entwickelt."

Ähnlich wie Fait wirkt auch Su sehr ausgeglichen und zielgerichtet. Er ist ein Mann, der zupackt. "Su konzentriert sich völlig auf seine Aufgabe", sagt Li. "Die Menschen sind ihm egal. Er will einfach nur seinen Job erledigen und den Bösewicht zur Strecke bringen - in diesem Fall heißt der Ling: Ling hat Su verraten und ihm nach dem Leben getrachtet."

"Jet zeigt eine bravouröse Leistung", berichtet Silver. "Er wirkt stoisch und extrem energiegeladen. Die Szenen, in denen er mit X gemeinsam auftritt, sind einfach hinreißend. Kräftemäßig stehen beide sich in nichts nach, aber sie setzen höchst unterschiedliche Methoden ein, und wenn sie aneinander geraten, weiß niemand, was passieren wird." Es war Jet Li, der den Kickbox-Champion und Martial-Arts-Spezialisten Mark Dacascos als Sus Erzfeind, den sadistischen Ling, vorschlug. "Auf meiner Website haben wir eine Umfrage gemacht", erklärt Li. "Wir wollten von meinen Fans wissen, mit wem sie mich am liebsten kämpfen sehen möchten. Die überwältigende Mehrheit stimmte für Mark."

"Ich bin seit 17 Jahren Jet-Li-Fan", sagt Dacascos begeistert. Seine Eltern waren Kung-Fu-Trainer, die schon dem Vierjährigen Martial Arts beibrachten. "Der erste Film mit Jet Li, den ich gesehen habe, war ,The Shaolin Temple' (Shaolin - Kloster der Rächer): Das war einfach unglaublich - seitdem ist er für mich eine Heldenfigur. Natürlich war ich wie elektrisiert, als ich jetzt die Chance bekam, mit ihm in , Born 2 Die' aufzutreten."

"Ich habe Mark in dem französischen Film ,Le pacte des loups' (Der Pakt der Wölfe) gesehen, in dem er eine überragende Leistung zeigt", sagt Silver. "Und zwar nicht nur als fähiger Darsteller: Er hat das Zeug, einen echten Hardcore-Kampf mit Jet zu bestehen. Das wird die Fans umhauen."

Tatsächlich bereitete sich Dacascos intensiv auf die physisch äußerst anspruchsvolle Rolle vor. "Ich versuchte mich darauf einzustellen, was Jet mir im Kampf zumuten würde, aber bald merkte ich, dass das völlig egal ist: Er ist so unglaublich schnell, dass ich es wahrscheinlich sowieso nicht mitbekommen würde", witzelt er. "Dennoch habe ich härter trainiert als üblich, damit ich ihm einen außergewöhnlich guten Kampf liefern kann."

Die Rolle des weiblichen Bösewichts, Lings mörderischer Gefährtin Sona, übernimmt Kelly Hu ("The Scorpion King"), Trägerin des Schwarzen Gürtels. Die Medien haben sie "Karate Babe" getauft, weil sie nicht nur atemberaubend aussieht, sondern auch Martial-Arts-Expertin ist. "Die Arbeit mit Mark war eine erstaunliche Erfahrung", sagt Hu. "Er überrascht mich immer wieder mit seiner Geschicklichkeit - er bringt Bewegungsabläufe zustande, die ich für unmöglich gehalten hätte. Er ist ein wahrer Meister der Martial Arts - und ein Gentleman."

Nachwuchsstar Gabrielle Union ("Bring It On"/Girls United; "Deliver Us From Eva") spielt Daria, das einzige weibliche Mitglied in Tony Faits Spezialistenteam. "Sie ist stark, zuverlässig, und sie passt sich gut ins Team ein", sagt Union über Daria, die nicht nur ihre Nahkampftechnik auf der Straße gelernt hat, sondern sich auch auf verführerisches Lapdancing versteht, um von den Aktionen der anderen Teammitglieder abzulenken.

"Gabrielle verzaubert uns alle", sagt Silver. "Sie bringt eine große Begabung mit, sieht blendend aus, arbeitet absolut professionell und liefert verlässlich alles, was wir von ihr brauchen."

Im Film pflegt die vielseitig talentierte Daria eine enge Beziehung zu Fait - das ist die erotische Variante zu Gabrielles platonisch-verspielter privater Beziehung zu DMX. "Ich fand Xs Musik schon toll, bevor ich diese Rolle bekam, und ich hatte einen echt hartgesottenen Typen erwartet", erinnert sich Union. "Dabei ist er sanft wie ein Kätzchen. Er ist so süß, wenn er lacht - ich nenne ihn immer nur mein Püppchen. Was ihm überhaupt nicht passt. Er reagiert dann meist mit ,Wenn's denn unbedingt sein mußs, Gab.'"

Zweifellos wird sich die erotische Spannung zwischen den beiden nahtlos in die spektakulären Action-Sequenzen einfügen. "Zwischen Gabrielle und DMX knistert es, dass die Funken stieben", verrät Silver. "Beide haben ein ausgeprägtes Charisma, und auf der Leinwand kommen sie sich sehr nahe."

"Ich drehe schon zum drittenmal mit X und zum zweitenmal mit Gabrielle", sagt Anthony Anderson ("Exit Wounds", "Romeo Must Die"), der 2001 neben Union in der Liebeskomödie "Two Can Play That Game" (Die 10 Regeln der Liebe) zu sehen war. "Die tägliche Arbeit mit ihnen erlebe ich wie ein Familientreffen mit meinen Lieblingscousins."

Der erfahrene Silver-Pictures-Darsteller darf sich auf bewährte Art in die komische Rolle des Tommy verbeißen - er ist Faits Mann für besondere Aufgaben. "Er fährt Panzer, brettert durch Wände, ballert mit der Kanone herum? das ist Tommy", frotzelt Anderson. "Normalerweise mußs ich auf der Leinwand immer einstecken. Diesmal darf ich mich zurücklehnen und zuschauen, wie die anderen verdroschen werden. Yeah! HA! Wie schmeckt dir das? Hä??"

"Anthony ist fantastisch - ein wahrhaft komischer Typ, immer hundertprozentig präsent. Und er leistet immer mehr, als das Drehbuch von ihm verlangt", sagt Silver.

Zu Faits Team zählen weiterhin der Mechaniker Miles, gespielt von DMXs gutem Freund und "Exit Wounds"-Kollege Drag-On, und sein Hehler Archie, den Tom Arnold darstellt. "Archie beschafft dir, was du willst: Waffen, Flachbild-Fernseher oder Kühlschränke", sagt Arnold. "Wenn es auf einen Lastwagen passt, kann er es auch besorgen." "Tom ist in ,Exit Wounds' beim Publikum hervorragend angekommen - uns gefiel der Humor, für den er in dem Film gesorgt hat. Also haben wir ihn für , Born 2 Die' wieder engagiert", sagt Silver.

Sogar ein Jet Li mußste vor Arnold passen. "Im Kampf bin ich sehr schnell", sagt Li. "Aber mit Toms Mundwerk kann ich nicht mithalten."

All diese talentierten Schauspieler unter einen Hut zu bringen - und zwar in einem Film, der in kein Genre passt -, das ist die Aufgabe des Regisseurs Andrzej Bartkowiak, der einst als Kameramann mit seinen überwältigenden Bildern berühmt wurde ("Lethal Weapon IV", "Speed" und "Terms of Endearment"/Zeit der Zärtlichkeit).

Bei "Born 2 Die" arbeitet Silver bereits zum vierten Mal mit dem Regisseur zusammen. Ihr erster gemeinsamer Film war "Lethal Weapon IV". "Bei ,Lethal Weapon IV' habe ich Andrzejs Können natürlich sofort registriert", erinnert sich Silver. "Aber es war Keanu Reeves, der mir dann vorschlug, Andrzej einen Film auch mal selbst inszenieren zu lassen. Keanu hatte gerade ,The Devil's Advocate' (Im Auftrag des Teufels) mit ihm gemacht und sagte: ,Den würde ich als Regisseur akzeptieren.' Keanu nimmt seine Arbeit äußerst genau, er ist dabei übervorsichtig. Deshalb weiß ich, dass er so etwas nie unüberlegt sagen würde. Bald darauf bereiteten wir ,Romeo Must Die' vor, und Andrzej wechselte in den Regiestuhl - mit hervorragendem Ergebnis. Meine Partnerschaft mit ihm hat sich wirklich bewährt."

Bartkowiak ist für seinen unermüdlichen Einsatz bekannt ("Er wird niemals müde", berichtet Dacascos), und er dreht gern mit mehreren Kameras gleichzeitig - manchmal surren insgesamt neun Kameras, um eine Szene aus allen nur denkbaren Blickwinkeln festzuhalten. Doch seine Crew mußs sich an solche Ansprüche natürlich erst gewöhnen. Besonders die Beleuchter haben es schwer, denn der Schauplatz mußs so neutral ausgeleuchtet sein, dass jede Kamera ein zufriedenstellendes Bild einfängt. Gewöhnlich arbeitet das Team so, dass die Szene nur für einen bestimmten Kamerawinkel ausgeleuchtet wird.

"Der Vorteil der Arbeit mit mehreren Kameras liegt auf der Hand: Das eigentliche Drehen läuft viel schneller, und die Schauspieler ermüden nicht so sehr, weil sie keine ewigen Wiederholungen spielen müssen. Außerdem können sie viel freier improvisieren, weil man ihr Spiel ja aus allen Winkeln aufzeichnet", erklärt Silver. "Als ehemaliger Kameramann weiß Andrzej genau, wie man die Szene für mehrere Kameras gleichzeitig ausleuchtet und wo man die Kameras am effektivsten platziert, um genau das gewünschte Resultat zu erhalten."

"So lange Joel und Andrzej Filme machen wollen, bin ich dabei", sagt Anderson.

Der Feuerkreis: Kampf bis zum Letzten - und darüber hinaus "Born 2 Die" vereint die ästhetische Dynamik der östlichen Martial Arts und die raue Unmittelbarkeit des Überlebenskampfes in westlichen Großstädten mit ausgefeilten Stuntszenen, wie sie so spektakulär noch nie zu sehen waren. "Die Kämpfe in diesem Film sind höchst originell und innovativ", verspricht Silver. Er benutzt den Ausdruck "Hip-Hop Kung Fu", um jenes Genre zu beschreiben, das er und Bartkowiak mit der Silver-Pictures-Trilogie der hippen Großstadt-Actionfilme "Romeo Must Die", "Exit Wounds" und jetzt "Born 2 Die" geprägt haben.

"Was uns bei der Arbeit mit Jet so begeistert: Er kämpft immer selbst. Dadurch wirken diese Sequenzen absolut authentisch, und das Publikum weiß das zu schätzen. Gleichzeitig steuert DMX unglaublich überzeugende Musik-Tracks bei, und auch auf der Leinwand wirkt er völlig überzeugend. Wenn man seine Kampfszenen sieht, nimmt man ihm den Streetfighter unbedingt ab."

Eine weitere Schlüsselfigur bei den dynamischen Kampfsequenzen ist der legendäre Martial-Arts-Regisseur Corey Yuen ("Lethal Weapon IV", "Romeo Must Die"). "Corey bringt ein überragendes Talent mit - zusammen mit Jet ist er ständig auf der Suche nach einem originellen Ansatz, um die Kämpfe mitreißend und unverwechselbar zu gestalten", sagt Silver. "In ,Born 2 Die' sollen die Kampfszenen brutal und unmittelbar wirken, also nicht stilisiert - wir verzichten daher weitgehend darauf, die Darsteller an Drahtseilen durch die Luft fliegen zu lassen", fährt Silver fort. "Die Kampfchoreografie wirkt in diesem Film weniger abgehoben - sie gründet sich viel mehr auf die physische Realität handgreiflicher Auseinandersetzungen, wirkt also weniger theatralisch, härter und zupackender."

Schon Wochen vor Drehbeginn entwickelten und choreografierten Li und Yuen die zahlreichen sehr komplizierten Kampfsequenzen. "Corey und ich machen Action-Filme nach derselben Philosophie", sagt Li, der mit Yuen nicht nur in den USA, sondern auch schon in Hongkong intensiv zusammengearbeitet hat. "Die Figuren und die Geschichte sind immer wichtiger als die Schläge."

Lis und Yuens Choreografie der äußerst brutalen Kämpfe in "Born 2 Die" ergeben sich aus der Situation der Figuren und aus einem bewussten Einsatz jener Kampfstile, die die jeweiligen Darsteller bereits mitbringen. "Wir haben die Figuren genau unter die Lupe genommen und die verschiedenen Situationen analysiert. Daraus ergab sich der Entwurf für die Bewegungsabläufe und Kampfstile, die den Figuren entsprechen", erklärt Yuen. "Zunächst haben die Figuren einen ausgeprägt persönlichen Kampfstil, aber sie passen ihre Bewegungen auch der jeweiligen Situation an. Sie verwenden verschiedene Martial-Arts-Techniken - je nachdem, was sie erreichen wollen: jemanden aufhalten, unschädlich machen oder töten."

Von vornherein legten Yuen und Li einen besonderen Kampfstil für Lis Figur Su fest. Der undurchschaubare Geheimagent aus Taiwan beweist schnell, dass er über Fertigkeiten verfügt, die ihm niemand nachmacht. "Wir drehten die erste Kampfszene in der U-Bahn - dort gerate ich mit Drag-On aneinander", berichtet Li. "Der schnelle Bewegungsablauf ist von Corey choreografiert. Ich hatte dabei mit meiner linken Hand nichts zu tun, steckte sie also in die Tasche und setzte im Kampf nur meine rechte Hand ein. Das gefiel Andrzej, und so beschlossen wir, das zu Sus Markenzeichen zu machen. Er kämpft immer nur einhändig - außer wenn er töten will - am Ende des Films, als Su seinem Erzfeind Ling im Feuerring gegenüber steht."

Bevor eine Kampfsequenz gefilmt wird, studiert Yuen die Choreografie mit den Stuntleuten ein. Die so vorbereitete Szene wird auf Video aufgezeichnet, damit die Schauspieler anhand dieser Vorgaben trainieren und proben können. Dan Bradley, Stunt-Coordinator und Regisseur des 2. Drehteams ("Panic Room", "Swordfish/Passwort: Swordfish", "Three Kings") stimmte sich bei der Inszenierung der aufwändigen Kämpfe genau mit Yuen ab. "Wir haben nicht versucht, DMX' oder Drag-Ons Kampfstil zu verändern", sagt Bradley. "Wir übernehmen, was ihnen liegt, und bauen es in die Choreografie ein - so wirken die Kämpfe realistischer und unmittelbarer."

"Corey und sein Team bauen ihre Choreografie so auf, dass sie meinen Stil ergänzt, und er hat die Gabe, mir das auf einfache Art beizubringen", fügt DMX hinzu.

Gabrielle Union unterzog sich einem intensiven Training, um den Anforderungen ihrer Rolle als die vielseitig begabte Daria gerecht zu werden - sie gibt damit ihr Action-Film-Debüt. "Das macht riesigen Spaß - besonders, wenn ich Kelly Hu verhauen darf", sagt Union. Sie ließ sich unter anderem von Fatima instruieren, jener preisgekrönten Choreografin, die für Aaliyahs Hit-Musik-Video "Try Again" aus dem "Romeo Must Die"-Soundtrack verantwortlich war. Von Fatima lernte sie, wie man einen verführerischen Lapdance ausführt, den Daria in einer Schlüsselszene der Story zeigt. "Die Lapdance-Szene beweist, wie sehr Daria sich für Fait einsetzt", erzählt Union. "Sie stellt ihre eigenen Gefühle völlig zurück, um Faits Team bei der Durchführung seines Plans zu unterstützen."

"Gabrielle ist nicht nur eine talentierte und intelligente Schauspielerin, sie tanzt und kämpft auch, als ob sie dafür geboren wäre", bestätigt Silver.

Auch DMX zeigt sich schwer beeindruckt: "Vor Gabrielle ziehe ich den Hut", knurrt der Platin-Rapper. "Wir haben zusammen trainiert, und ich bin sicher nicht der angenehmste Trainingspartner. Ich habe eine Menge von ihr gelernt." Bei ihrer bravourösen Martial-Arts-Demonstration ließ sich Union vor allem von Li inspirieren. "Jet ist der professionellste Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe. Wenn es heißt: Kameras fertig um 7.15 Uhr, dann steht Jet um 7.14 Uhr auf seiner Markierung - bereit, loszulegen. Ihm zuzusehen ist ein ganz erstaunliches Erlebnis. In puncto Hand- und Fußtempo kann ihm niemand das Wasser reichen."

"Jet ist für seine atemberaubende Leinwandtechnik bekannt, aber in diesem Film legt er die Meßlatte nochmals um eine Stufe höher", sagt Kelly Hu, die Martial Arts von Grund auf gelernt hat und Trägerin des schwarzen Karate-Gürtels ist. "Aber auch die anderen Beteiligten legen sich ins Zeug wie nie zuvor. Natürlich hatte ich durch meine Ausbildung einen großen Vorteil, denn mir fällt das Einstudieren der Choreografie leichter - ich kenne mich in den Martial Arts aus. Und durch meine Karate-Erfahrung wirke ich sicher überzeugend, wenn ich eine hartgesottene Kämpferin darstelle. Eine Anfängerin bin ich wirklich nicht mehr."

"Ich wusste zwar, dass Kelly Schönheitswettbewerbe gewonnen hat, aber wer ahnt schon, dass sie den Schwarzen Gürtel trägt?" staunt Union. "Ich habe sie beobachtet, als sie den Luftsprung in unserer Kampfszene übte, und war völlig verblüfft, wie gewandt und geschmeidig sie sich bewegt."

In einer der kompliziertesten Kampfphasen mußste auch DMX akrobatisch durch die Luft fliegen. Er bekommt es in einer Gasse mit ein paar schweren Jungs zu tun, springt an einer Mauer hoch, vollführt einen Salto und landet wieder auf der Straße. "Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Überschlag rückwärts gemacht habe", sagt DMX, der dabei mit Hilfe eines Korsetts durch unsichtbare Drahtseile gesichert war.

Im Verlauf dieses Kampfes gehen Fait und Su gemeinsam gegen ihre Gegner vor - sie treiben sie in einen Zaun, der nachgibt und zwei zähnefletschende Dobermänner auf den Plan ruft. Fait und Su versuchen sich in einem Wagen in Sicherheit zu bringen, die Hunde verfolgen sie. "Unser Timing klappte tadellos", sagt DMX über seinen Einsatz mit Li in dieser Szene. "Jet und ich haben das nicht nur hinbekommen, wir sorgen auch dafür, dass es gut aussieht."

Eine der originellsten und packendsten Szenen des Films ergab sich aus Silvers und Bartkowiaks Leidenschaft für Ultimate Fighting, eine kompromisslose Kampfsportart, in der Spitzenkämpfer eine Kombination der verschiedensten Martial Arts einsetzen, um ihre Gegner zu überwinden. "In normalen Kung-Fu-Filmen kommt es einfach nicht vor, dass ein Martial-Arts-Kämpfer wie Jet sich einer Horde von Ultimate-Fighting-Champions stellt, die auch noch größer, stärker und vielleicht sogar zäher sind als er", bemerkt Silver.

Zehn Tage dauerten die Dreharbeiten der Schlacht, in der Li es mit 15 Freistil-Kämpfern zu tun bekommt. Der Kampf findet in einem Gitterkäfig statt und wird vom Gebrüll einer rasenden Menge angeheizt, die Blut sehen will. Produktionsdesigner David Klassen baute den Set für diesen illegalen Fightclub in einer Tiefgarage im Zentrum von Los Angeles - inklusive des Käfiggitters, das über der Menge zusammenbricht, als Li und seine Gegner darauf herumturnen. "Das Drehbuch sah vor, dass ich in dem Käfig mit vier oder fünf Typen kämpfe, aber Joel wollte das Risiko erhöhen, und so kamen immer mehr Kämpfer hinzu", erinnert sich Li. "Im realen Leben würden die mich innerhalb von Sekunden umbringen, aber in meiner Rolle habe ich solche lebensgefährlichen Situationen schon oft gemeistert - ich weiß, wie ich damit umgehen mußs."

"Meine schwierigste Aufgabe bestand darin, 15 Jungs zu finden, die es zumindest ansatzweise mit Jet aufnehmen können", sagt Stunt-Coordinator Bradley. "Bei unseren Vorsprechterminen haben wir intensiv gesiebt, um die besten Typen auszuwählen."

Su bekommt es mit drei Kämpfern zu tun, die tatsächlich Ultimate-Fighting-Titel gewonnen haben: der zweifache Schwergewicht-Champion Randy "The Natural" Coture; der derzeitige Leicht-Schwergewicht-Champion Tito Ortiz; und der derzeitige Leicht-Schwergewicht-Herausforderer Nummer eins, Chuck Liddell.

Als technischer Berater in Sachen Martial Arts wurde Stephen "The Fight Professor" Quadros engagiert. Er gehört zu den besten Kennern des Kampfsports, er kommentiert die Übertragungen von Martial-Arts- und Kickboxing-Events in aller Welt. Bei "Born 2 Die" übernahm er die Koordination und Überwachung der kompromisslosen Kämpfe zwischen Tito Otiz, Chuck Liddell und etlichen Kämpfern des 2. Drehteams. "Der wesentliche Unterschied zwischen Martial Arts beziehungsweise Ultimate Fighting und Kämpfen im Film ist, dass bei tatsächlichen Kämpfen kein Beteiligter Schmerz oder Emotionen zeigen will - vor der Kamera ist genau das Gegenteil wichtig", stellt Quadros fest.

"Die UFC-Jungs schlagen wirklich zu - die meinen es ernst", betont Silver. "Die brüllen sich an, dass man es mit der Angst bekommt. Bei den Aufnahmen haben wir immer wieder gesagt, dass sie einander nicht so hart rannehmen sollen, denn wir mußsten die Einstellungen zigmal wiederholen. Aber sie sagten nur: ,Ist schon in Ordnung, wir wissen, was wir tun.' Dann läuft die Kamera wieder und Krach! Bumm! Überall Blut!"

Bei der Choreografie dieser anspruchsvollen Sequenz bereitete sich Corey Yuen mit den Ultimate Fighters sehr ausführlich vor. "Die Jungs erwarten, dass man hart zuschlägt, aber natürlich will Jet sie nicht wirklich treten", sagt Yuen. "Martial Arts, und besonders natürlich die Martial Arts im Film, bestehen deutlicher aus choreografierten Bewegungsabläufen als Freistilkämpfe. Aber die Kämpfer haben sich sehr schnell angepasst und großartige Leistungen gezeigt."

"In dieser Szene übertrifft Corey sich selbst - eine wunderbare Choreografie", sagt Silver über Lis Ultimate-Kampf. "Das ist eine der besten Kampfszenen im Film."

Die unmittelbare Intensität der Ultimate-Fighting-Sequenz wird nur noch vom explosiven Finale des Films übertroffen: Endlich gebraucht Su seine beiden tödlichen Hände, um mit seinem ehemaligen Partner und Erzfeind Ling abzurechnen - dabei sind sie von einem Ring aus 2,50 Meter hohen Flammen umgeben.

Der Feuerring entsteht auf einer Asphaltfläche, unter der unsichtbar Gasleitungen verlegt wurden. Das Special-Effects-Team speiste Propangas in die Leitungen, und je nach der Stellung der Kamera brannten immer nur bestimmte Sektoren des Rings. Ursprünglich wollte Bartkowiak die gesamte Szene mit den Darstellern im kompletten Feuerring drehen, doch der entwickelte eine derartige Hitze, dass es für die Kämpfer und das Kamerateam zu gefährlich wurde. (Der für die Visuellen Effekte zuständige Boyd Sherman und sein Trickteam "vervollständigten" den Kreis später bei der Endfertigung.)

Die Dreharbeiten dauerten mehrere Nächte: Das Duell zwischen Su und Ling kam im Wesentlichen ohne den Einsatz von Luftsprüngen an Drahtseilen aus. "In ein paar Bewegungsabläufen haben wir Drahtseile eingesetzt, aber meistens haben wir Hand gegen Hand und Fuß gegen Fuß gekämpft - das liegt mir mehr", berichtet Dacascos. "Und wir beide müssen ordentlich einstecken."

Sus und Lings hitziger Kampf entbrennt nach einem gewaltigen Helikopter-Absturz, den Special-Effects-Chef Mike Meinardus orchestrierte. Ling versucht per Helikopter zu fliehen, wird aber von Faits Crew abgeschossen: Der Hubschrauber kracht in eine Wand und explodiert in einem riesigen Feuerball. Dabei wird eine große Wasserleitung zerstört - Tausende Liter Wasser strömen über Su und seinen Erzfeind, während sie im Feuerring gegeneinander kämpfen.

Bei der Vorbereitung dieser Sequenz montierten Meinardus und sein Team einen Helikopter auf ein kompliziertes Schienensystem, das im Asphalt verborgen war - so konnte die Effekte-Crew die Bewegung des Hubschraubers präzise kontrollieren. Ein zweiter Helikopter hing an einem riesigen Kran zehn Meter in der Luft, als der Sprengstoff gezündet wurde.

Im Zuge dieses pyrotechnischen Finales trifft Fait endlich seine gekidnappte Tochter Vanessa wieder und stellt sich jenem Bösewicht entgegen, der Vater und Tochter als Letzter voneinander trennt. "Er stößt Vanessa auf mich zu, und als ich sie an mich reißen will, schlägt er mir die Waffe aus der Hand. Also mußs ich mich mit dem Typen herumschlagen, während sich meine Tochter an mich klammert, als ob ihr Leben davon abhängt", erzählt X. "Beim Drehen dieser Szene stellte ich mir wirklich lebhaft vor, wie es wäre, wenn jemand meinem kleinen Mädchen etwas antun würde."

Stunts auf heißem Pflaster: Vom Hexenkessel zum Pacific Coast Highway Neben den spektakulären Kampfszenen zerfetzt "Born 2 Die" die Leinwand mit Actionsequenzen, wie sie noch nie zu sehen waren - zum Beispiel Faits hochtourige Innen- und Außen-Verfolgungsjagd auf ATVs (einem Sportfahrzeug, das eine Art Kombination aus Auto und Motorrad darstellt). "X steht auf ATVs, und so überlegte ich mir, dass sie bestens zu ,Born 2 Die' passen würden, zumal wir sie noch nie in einer Filmverfolgungsjagd erlebt haben", sagt Silver. "Sie lassen sich leichter beherrschen als Autos, sind interessanter als Motorräder, und man kann echt mit ihnen abheben. X ist in vielen Einstellungen selbst gefahren, obwohl wir ihn davon abhalten wollten, weil er in höchster Gefahr schwebte."

"Ich habe alle Stunts selbst ausgeführt, die sie mir erlaubt haben", sagt DMX, der die irre ATV-Jagd als seine Lieblingsszene in "Born 2 Die" bezeichnet. "Ich finde diese vierrädrigen Gefährte einfach toll. Am Ende der Dreharbeiten hatte ich meine Technik, allein auf den Hinterrädern zu fahren, so weit verbessert, dass ich jetzt einen ganzen Straßenblock lang durchhalte."

In der hektischen Sequenz befreit Fait sich von seinen Handschellen, schaltet zwei Cops aus, klaut ein Quad-Bike und brettert durch die Straßen - dicht verfolgt von einem Motorradfahrer. Die Fahrer durchbrechen die Fensterfront eines Fabrikgebäudes, rattern eine Treppe hoch und pflügen durch die Kleiderregale eines gut besuchten Textilgeschäfts. Schließlich springt Fait auf dem Gefährt sitzend durch ein Fenster auf das Nachbardach. Es folgt eine atemberaubende Serie von Dachsprüngen.

Das Konzept zu der furiosen ATV-Jagd stammt von Dan Bradley. "Die Entwicklung von Stunts, die es noch nie gab, ist immer eine riesige Herausforderung", gibt Bradley zu. Als DMXs Stunt-Double für die gefährlichsten Einstellungen dieser "Spazierfahrt" engagierte Bradley Jalil "Jay" Lynch, einen Motocross-Rennprofi.

Stunt-Coordinator Scott Rodgers entwarf ein kompliziertes Flaschenzug-System, durch das sich das Risiko der springenden Fahrer auf ein Minimum reduzieren ließ. Den abschließenden ATV-Schwebeflug absolvierte Lynch in einem einzigen verblüffenden Take - dabei wurde er von einer Kamera gefilmt, die an einem Kabel zwischen zwei riesigen Kränen hing. Gleichzeitig war eine Steadicam in einem Helikopter im Einsatz.

Die ATV-Jagd zeigt Faits Fähigkeiten, aber auch seine Kaltblütigkeit in einer Krisensituation. Auf ähnliche Weise kann Su seine Gewandtheit und sein bestechendes Timing demonstrieren, als er vom Dach eines Hochhauses springt: Mit einem Salto rückwärts stürzt er im freien Fall nach unten, bis er ein Balkongitter zu fassen bekommt. Er lässt wieder los, fällt weiter und packt weitere Geländer unter sich, bis er auf dem Balkon von Christophe ankommt, jenem Käufer, der Fait und sein Team angeheuert hat, um die begehrten schwarzen Diamanten zu stehlen.

"Als wir die Eröffnungssequenz des Films diskutierten, saßen wir mit den Autoren, dem Produktionsdesigner und den Stuntleuten zusammen, um zu überlegen, was wir noch nie auf der Leinwand gesehen hatten", erinnert sich Silver. "Was hat noch keiner gemacht? Was haben wir noch nie erlebt?"

Entsprechend fertigte Silvers und Bartkowiaks Team ein spezielle Vorrichtung, wie sie bei Stunt-Stürzen aus großer Höhe eingesetzt wird. "Solch ein Flaschenzugsystem erlaubt dem Stuntman einen freien Fall, der langsam abgebremst wird, ohne dass der Zuschauer das wahrnehmen kann. Ein Aufprall auf dem Boden ist ausgeschlossen - was sehr viel sicherer ist als ein Sprung in ein Luftkissen", erklärt Silver. "Als wir erfuhren, dass man die Fallvorrichtung per Computer auf Fallen, Stoppen, weiter Fallen, Stoppen und so weiter programmieren kann, überlegten wir, dass Jet sich über das Dach Zugang zu dem Gebäude verschaffen sollte: Wäre es nicht cool, wenn er ganz locker von der Dachkante springt und sich von Stockwerk zu Stockwerk fallen lässt, bis er ankommt, wo er hin möchte? Das ergab eine wahrlich spektakuläre Szene."

Diese atemberaubende Sequenz entstand auf einem Gebäude am Pacific Coast Highway in Santa Monica. Li und sein Stunt-Double führten den Fall mit Hilfe eines Spezialkorsetts aus, das das Risiko des Stuntmans beim Sturz möglich gering hält. "Ich finde, dass diese Szene bestens demonstriert, wie Su seinen Körper auch in der extremsten Situation völlig beherrscht", sagt Li.

DMX sorgt für Stimmung: Ein wahrhaft organischer Soundtrack "Born 2 Die" ist nicht nur die Summe aller kreativen Beiträge der Filmemacher, Darsteller und Mitglieder des Produktionsteams - auch eine ganze Reihe von Spitzenkünstlern der Musikbranche steuern maßgeblich dazu bei. Mehrere der Stars sind bei DMXs Label Bloodline Records unter Vertrag. "Bloodline und Def Jam haben zusammen mit uns in sehr intensiver Arbeit ein wirklich organisches Album zusammengestellt, das atmosphärisch wunderbar zu unserem Film passt", sagt Silver. "Es besteht nicht einfach nur aus ein paar zusammengewürfelten Tracks. Alle am Album beteiligten Musiker kannten das Drehbuch, sahen sich Ausschnitte an und wussten genau, worauf wir hinaus wollten. Sie alle liefern Songs, die unsere Geschichte erheblich bereichern."

DMX selbst nahm für "Born 2 Die" drei von ihm selbst geschriebene Original-Songs auf. Dazu zählt der Titel "Right Wrong", der das Hauptthema des Films formuliert. "Jeder steht ständig vor Entscheidungen - welchen Weg man auch einschlägt, immer mußs man für die Konsequenzen gerade stehen", philosophiert DMX. "Als ich den Text zu ,Right Wrong' aufschrieb, stiegen mir fast die Tränen in die Augen. Er berührt mich ganz tief drinnen."

"X Gon' Give It to Ya", die erste Single und das erste Video aus dem Film, nahm DMX in knapp zwei Stunden in einem Chicagoer Studio auf. "Der Produzent schaltete den Beat ein, und als ich mich darauf eingestellt hatte, schrieb ich den gesamten Song sofort auf", sagt DMX.

Auf dem "Born 2 Die"-Soundtrack ist außerdem "Go to Sleep" zu hören - dafür tat sich DMX mit dem Hip-Hop-Impresario/Schauspieler Eminem zusammen. Der Song heizt im Film den temporeichen Diamantenraub an. Weitere Tracks steuern 50 Cent, Clipse, Fat Joe, Foxy Brown, Drag-On sowie die Bloodline-Vertragssänger Bazaar Royale, Kashmir und Big Stan bei.

"Die Zusammenstellung des Soundtracks hat reibungslos funktioniert - das war eine tolle Erfahrung", sagt Silver. "Und jetzt ist das Album in trockenen Tüchern."

Szenenfoto
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