Produktionsnotizen zu Three Below Zero - Drei unter Null

Manhattan, New York. An einem zauberhaften Frühlingstag begannen Simon Aeby, seine Crew und drei passionierte Schauspieler mit den Dreharbeiten zu Three Below Zero - Drei unter Null. In einem kleinen Studio im Westen der 42nd Street, nah am Hudson River, war in drei Wochen ein schäbiger New Yorker Waschkeller nachgebaut worden. Für die folgenden 18 Tage sollte der enge Raum ohne Air-Condition die Schauspieler und das 35 köpfige Team beherbergen.

Die 90minütige, klaustrophobische "Huis Clos"- Geschichte forderte Crew und Schauspieler viel ab. Dank des linearen Drehbuchs und einer Geschichte, die zum größten Teil in einem Raum spielte, konnte chronologisch gedreht werden. Dies erleichterte es den Schauspielern echte Emotionen und Leidenschaften zu spüren und zu vermitteln.

Aeby und sein Kameramann Jamie Silverstein hatten sich keine leichte Aufgabe gestellt, über 60 Minuten ihres Films in einem Keller spielen zu lassen. "Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, keinen Einstellungswinkel zweimal zu zeigen" meint Aeby. "Das Set war dementsprechend gebaut - wir konnten jederzeit Vor- und Hintergründe vollständig umbauen. Sämtliche Wände waren mobil, so dass sie beliebig verschoben werden konnten, falls die Kamera mehr Platz benötigte. Aeby: "Ich wollte die Darsteller mit einer allgegenwärtigen Kamera "umzingeln", so dass sie den zunehmend stärker werdenden Konflikten nicht entfliehen konnten - eben wie in einem verschlossenen Kellerraum."

Für den Effekt des "schwebenden Papstes" wurde eine ganze Nacht benötigt. Ein SFX-Team fertigte ein massgeschneidertes Hängekorsett für Don Creech an, der in einer Doppelrolle auch den grantigen Hausmeister spielt. An einen Gleitsitz geschnürt, der an einer Schiene in der Studiodecke aufgehängt war, konnte Don sanft durch die Kellertür schweben. Wenn man genau hinsieht, kann man an Dons Gesichtsausdruck erkennen, dass er die fünf Stunden im eng geschnürten Korsett nicht gerade genossen hat.

Drei Drehtage waren für alle Aussendrehs reserviert. Christopher Street in Greenwich Village wurde von der Polizei zur Rush-Hour abgesperrt. Ausserdem fuhr die New Yorker Feuerwehr mit riesigen Regenmaschinen auf um es auf der gesamten Strasse regnen zu lassen. Aebys Wohnungsvermieter gestattete Dreharbeiten in der Lobby seines Gebäudes. Während einer Nacht wurde der Eingangsbereich gesperrt und zu einem Filmset umfunktioniert.

Die letzte Szene die gedreht wurde war zugleich auch die letzte Szene des Filmes. Trotz des geringen Budgets konnte das Team eine Second-Unit-Kamera auf einem Dach montieren, um das "Café Reggio" an der McDougal Street aufzunehmen, wo sich Julian und Moriat am nächsten Morgen treffen. Dies erlaubte es der Crew, das "magische Morgenlicht" an nur einem Drehtag einzufangen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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