Produktionsnotizen zu Spirit - Der wilde Mustang
Die Tradition wird gebrochen Spirit - Der wilde Mustang ist der neue Zeichentrickfilm aus dem Hause DreamWorks, mit dem bewiesen wird, dass die traditionelle Zeichentrickkunst alles andere als traditionell ist. Die Einführung des Computers im Animationsbereich hat das Genre revolutioniert. Der nachhaltigste Einfluss ging vielleicht von Filmen wie Shrek - Der tollkühne Held aus, der komplett am Rechner entstand. Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gewann Shrek - Der tollkühne Held in der erstmals eingeführten Kategorie Bester Trickfilm. Die Möglichkeiten der Computeranimation wirken sich allerdings immer stärker auf den 2D-Bereich, d.h. des klassischen Zeichentricks aus. Spirit - Der wilde Mustang ist der beste Beweis dafür. Neben seiner charakteristisch malerischen Qualität ist es der technologisch anspruchsvollste Zeichentrickfilm, der bei DreamWorks jemals realisiert wurde.

Auch wenn die Maus inzwischen zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Zeichner avancierte, unterstreicht Produzent Jeffrey Katzenberg noch einmal, dass der Computer die künstlerische Handschrift, die den klassischen Trickfilm auszeichnet, weder ersetzen kann, noch darf.

"Was die traditionelle Animation so einzigartig macht, ist der Moment, wenn der Zeichner seine Figur mit eigener Hand zum Leben erweckt," erklärt Katzenberg.

"Das ist einzigartig auf der Welt. Man kann dies sehr gut mit einer e-mail oder handgeschriebenen Zeilen vergleichen. Letzteres ist persönlicher und intimer. Ein mit der Hand verfasster Text ist eine direkte Schöpfung des Lebens mit Hilfe eines Bleistifts und einem Blatt Papier. Computer können das nicht. Jedenfalls jetzt noch nicht." Katzenberg fügt hinzu: "Dennoch sollte man den Computer nicht verteufeln. Ich wollte mit diesem Film handgemalte Bilder mit allerneuster Technologie verschmelzen, um einen Film zu schaffen, der das Beste beider Welten vereint. Ich habe versucht, ein Wort dafür zu finden. Ich betrachte es fast als die Wiedererfindung der traditionellen Animation und nenne es ?tradigital'."

Spirit - Der wilde Mustang ist jedoch nicht der erste traditionelle Zeichentrickfilm, in dem computeranimierte 3D-Elemente eingefügt wurden. Im Unterschied zu früheren Versuchen fand hier eine Verbindung beider Techniken statt, sodass einige im Produktionsteam sogar von einer Animationskreuzung sprechen. Bisher beschränkte sich die Animation von Figuren im 2D-Bereich auf computerausgeführte Extras im Hintergrund. In Spirit - Der wilde Mustang wurden sogar, wenn es für die jeweilige Einstellung erforderlich war, die Hauptdarsteller computeranimiert. Dennoch sind die Übergänge zwischen Computer-Animationen und handgemalten Bildern nicht einmal für einen erfahrenden Zeichner zu erkennen. Ein Beispiel dafür findet sich gleich am Anfang des Films, wenn wir den ausgewachsenen Spirit mit seiner Herde galoppieren sehen. Während die Pferde nach vorne stürmen, ist nicht nur die Herde dreidimensional animiert, sondern auch Spirit. Erst als sich Spirit von der Herde entfernt und den Bergkamm erreicht, zoomt die Kamera ganz nah an ihn heran. In diesem Moment wandelt sich die Einstellung in ein zweidimensionales Bild, ohne dass der Zuschauer es wahrnimmt. Anschließend fährt die Kamera erneut zurück, und wiederum übernimmt die 3D-Technik, unbemerkt vom Zuschauer, das Bild. In Spirit - Der wilde Mustang ist das nur eines von vielen Beispielen für die künstlerische Synergie von Computeranimation und klassischer Trickfilmkunst.

Egal, ob nun 2D oder 3D, Pferde sind generell schwer zu zeichnen. Noch schwieriger sind sie in Bewegung zu setzen. Das erklärt auch, warum Spirit - Der wilde Mustang der erste Animationsfilm ist, in dem ein Pferd die Hauptrolle spielt. Eine weitere Herausforderung stellte sich dadurch, dass die Pferde im Film nicht sprechen. "Wir wollten alle Regeln brechen. Das beginnt schon mit der Tatsche, dass die Geschichte aus der Sicht eines Pferdes, das nicht redet, erzählt wird. In unserem Film gibt es keine sprechenden Tiere," so Katzenberg.

Die Entscheidung, die Tiere nicht wie Menschen sprechen zu lassen, wurde bereits im Anfangsstadium der Produktion getroffen. Der Regisseur Kelly Asbury erinnert sich: "Uns wurde ziemlich schnell klar, dass sobald ein Pferd spricht, der Film zu einer Komödie geworden wäre. Ein sprechendes Pferd kann man nicht ernst nehmen. Egal, was wir taten, es war einfach nur komisch. So trafen wir die Entscheidung, die Tiere natürlicher zu gestalten und sie durch die Möglichkeiten der Animation sprechen zu lassen."

Obwohl die Tiere im Film nicht miteinander sprechen, und auch die menschlichen Charaktere nur wenige Dialoge haben, war ein Drehbuch erforderlich. Es wurde von John Fusco verfasst. Die Produzentin Mireille Soria erzählt: "John war der ideale Autor für dieses Projekt. Nicht nur, weil er bereits an mehreren Filmen über den Wilden Westen beteiligt war, sondern weil er selbst auch Mustangs besitzt und sogar Ehrenmitglied des Oglala-Lakota-Stammes ist."

Soria erklärt, dass Fusco durch seine Kenntnisse den richtigen Zugang zum Thema fand. "Zuerst machte er einen Entwurf, was ganz normal ist. Aber dann schrieb er statt eines Drehbuchs eine Novelle, die das Majestätische des Wilden Westens einfing und das Gefühl von Freiheit vermittelte. Diese war viel poetischer als ein Drehbuch, und Johns Beschreibungen waren für die Künstler sehr informativ. Auch wenn er nicht viele Dialoge schreiben mußte, war John am Entstehungsprozess sehr wesentlich beteiligt."

Bisher hatte John Fusco kein großes Interesse am Zeichentrickfilm. Mit dem Anruf von DreamWorks änderte sich das: "Man bot mir das Projekt mit einem entscheidenden Satz an: ?Es ist die Geschichte des amerikanischen Westens aus der Sicht eines Pferdes'. Daraufhin fragte ich nur: ?Wann fangen wir an?'"

Dieser eine Satz war für den Autor eine Offenbarung. "Wir alle kennen die Geschichten von der Eroberung oder auch vom Verlust des Westens, doch immer nur aus der Perspektive des Menschen. Aber zum Drama des amerikanischen Westens gehört zweifelsohne auch das Pferd. Nie ist die Geschichte durch die Augen eines Pferdes betrachtet worden. Für mich war es Inspiration und Herausforderung zugleich."

Fusco, der sich auch von den zweiundzwanzig Mustangs auf seiner Farm in Neu-England inspirieren ließ, fährt fort: "Von dieser grundlegenden Idee ausgehend, schickte ich Spirit auf eine Reise. Zuerst lebt er in Freiheit in den weiten Ebenen, dann gerät er in die Gefangenschaft der Kavallerie, und schließlich lernt er die Welt der amerikanischen Indianer kennen. Spirit erlebt alle entscheidenden Veränderungen im Wilden Westen, die schließlich zur Geburtsstunde der Eisenbahn führten. Damit waren die Tage des Wilden Westens gezählt. Aber die Geschichte handelt auch von Themen, die uns noch heute betreffen. Letztlich geht es im Film um die Unbezwingbarkeit des Willens."

Regisseurin Lorna Cook stimmt dem zu: "Ich war immer der Überzeugung, dass der Film Themen anspricht, die unabhängig von Zeit und Ort existieren. Mehr denn je schätzen wir unsere Freiheit, spüren die Bindung zu unseren Wurzeln und jenen, die wir lieben. Was könnte von größerer Bedeutung sein?"

Die Empfindungen eines Pferdes Schon mit dem Titel Spirit - Der wilde Mustang stand man vor der ersten und vielleicht entmutigendsten Herausforderung, der man sich mit diesem Projekt stellen würde. Denn im Mittelpunkt der Geschichte steht ein stolzer Hengst, der letztendlich aber nur ein Pferd ist.

"Pferde zählen zu den beliebtesten und schönsten Kreaturen unserer Erde", so Katzenberg, "und ich glaube, dass es zwischen Menschen und Pferden eine besondere Beziehung gibt, die bereits viele tausend Jahre zurück reicht. Aus all diesen Gründen war ich von der Idee, einen Zeichentrickfilm über Pferde zu machen, sofort begeistert. Gleichzeitig wurde mir klar, dass es kein Tier gibt, das schwieriger zu animieren ist."

Es gab mehrere Gründe, warum sich bislang Zeichner von Pferden fernhielten. Pferde haben ein langes unbewegliches Rückrat, eine starke Muskulatur, die bei jeder Bewegung sichtbar wird und eine Vielzahl von Gangarten. Ihr Gesicht, das von einem langen Maul, hoch angesetzten und weit auseinander stehenden Augen bestimmt ist, stellt für jeden Zeichner eine zusätzliche Herausforderung dar. Katzenberg, der diese Probleme von Anfang an kannte, wusste, dass er seinem Animationsteam "Pferde" mit dieser Aufgabe den Fehdehandschuh zuwarf. Dennoch wusste er genau, wer ihn zuerst fangen würde.

"Zählt man alle Animationskünstler, die derzeitig in der Branche arbeiten, auf, darf der Name James Baxter nicht fehlen," meint Katzenberg. "Ich ging zu ihm und sagte: ?James, ich möchte dich vor eine Herausforderung stellen ...' Augenblicklich war er von meiner Idee begeistert und übernahm die Verantwortung für das Projekt. Als nächstes versammelte er die weiteren Zeichner um sich. Gemeinsam wollten sie neue Maßstäbe setzen."

Baxter war als leitender Senior-Animator für den Charakter von Spirit verantwortlich. Zurückblickend gesteht er, dass sein anfänglicher Optimismus durch die Realität der vor ihm liegenden Aufgabe dann doch etwas gedämpft wurde. "Das war die größte Aufgabe, mit der ich jemals konfrontiert wurde. Die ersten Wochen verbrachte ich hinter geschlossenen Türen und wies jeden ab, der sich mir näherte. Ich mußste mich stark konzentrieren, und als ich begann, die ersten Pferde zu zeichnen, wurde mir erschreckend klar, wie wenig ich tatsächlich über Pferde wusste."

Dieses Manko mußste ausgeglichen werden. Alles, was die Zeichner nicht wussten, eigneten sie sich an. Das gesamte Animationsteam belegte einen Intensivkurs für Anatomie, Bewegung und Verhalten von Pferden. Das Reiterzentrum in Los Angeles war glücklicherweise nur eine Meile vom Animationsgelände entfernt, sodass die Zeichner Stunde um Stunde damit verbrachten, Pferde zu studieren und zu skizzieren. Viel Zeit nahm die genaue Beobachtung eines herrlichen braunen Mustangs in Anspruch, der schließlich zur Vorlage für Spirit wurde.

Mit Dr. Deb Bennett und Dr. Stuart Sumida standen den Zeichnern zudem auch noch zwei der bedeutendsten Pferdeexperten zur Seite.

Die Berater boten den Zeichnern ein Trainingsprogramm, um sie aus verschiedenen Perspektiven an das Thema heranzuführen. Ihnen wurde alles beigebracht, was man über Pferde wissen mußs. Anfangs sahen sich die Zeichner mit unüberwindlichen Hindernissen konfrontiert. Abgesehen von der Tatsache, dass Pferde ein langes unbewegliches Rückrat haben, befinden sich die anderen Teile ihres Körpers in ständiger Bewegung: Von ihrem langen Hals, der sich krümmt und schwingt, über die Ohren, die hauptsächlich der Aufnahme von Geräuschen dienen, bis hin zu ihren Lippen.

Um das alles in die richtige Bewegung umzusetzen, lernte das gesamte Animationsteam auch die verschiedenen Gangarten eines Pferdes kennen: Langsames Gehen, Trab, leichter Galopp und voller Galopp.

Nicht nur die Geschwindigkeit, sondern vor allem die individuellen Merkmale jeder Gangart mußsten die Zeichner verinnerlichen, inklusive der Emotionen, die sich dahinter verbergen. So unterscheidet sich der ausgelassene Galopp eines Pferdes grundsätzlich von dem durch Angst ausgelösten Galopp.

Um Bewegung darzustellen, verwenden Zeichner eine Technik, die sich "Squash and Stretch" (Drücken und Ziehen) nennt. "Im Zeichentrick wird der Körper zusammengedrückt oder gedehnt, je nachdem wie er sich bewegen soll," erklärt Baxter. "Je klarer herausgestellt werden soll, dass es sich um eine Zeichentrickfigur handelt, desto übertriebener kann diese Technik eingesetzt werden. Will man die Figur so realistisch wie möglich darstellen, mußs viel subtiler vorgegangen werden. Wir haben "Squash and Stretch" zwar für unsere Pferdedarstellungen genutzt, es aber nur sehr vorsichtig und reduziert für bestimmte Körperteile, wie Schultern und Fesseln, angewandt."

Den Pferdeexperten Dr. Bennett und Dr. Sumida war es ausgesprochen wichtig, den Zeichnern einen gesunden Respekt für die Intelligenz der Pferde und deren komplexe Emotionen zu vermitteln. "Pferde sind in der Tat sehr schlaue und neugierige Tiere, die sehr gefühlsbetont reagieren. Es sind sehr intelligente Geschöpfe", sagt Sumida.

"Pferde sind auch sehr ehrlich," fügt Bennett hinzu. "Ich meine damit, dass sie durchaus in der Lage sind, sich mitzuteilen. Man kann aufgrund ihrer Reaktionen deuten, was in ihrem Inneren vorgeht. Für die Zeichner war es wichtig, das zu verstehen. Die gewonnenen Informationen konnten sie auf der Leinwand umsetzen."

Für James Baxter und sein Team war das die Schlüsselqualifikation, die ihnen den Zugang zu Spirits Gefühlen eröffnete. Dabei reichen die Gefühle von Freude und Freiheit, über die Verzweiflung in der Gefangenschaft bis hin zu seinem Widerstand gegen die unternommenen Zähmungsversuche. Baxter erklärt, dass ihn vor allem der Name ?Spirit' inspirierte. "Wir begannen unsere Arbeit mit der Absicht, ein Pferd zu kreieren, dass unbezwingbar und außerordentlich stolz und sehr mutig ist. Mit seiner leidenschaftlichen Freiheitsliebe überwindet es alle Hindernisse. Im Herzen dieser Figur herrscht der Wille der Unbezwingbarkeit."

Auch wenn die anderen Pferde im Film erheblich weniger Leinwandpräsenz haben, war es für William Salazar, verantwortlicher Animator für die Stute Rain, eine ebenso große Herausforderung, ihre Gedanken und Gefühle zu vermitteln. Die Pferdedame Rain wird Spirits Liebesgespielin. Vor der gleichen Herausforderung stand Sylvain Debossy, die leitende Animatorin für Spirits Mutter Esperanza und den Rest der Cimarron-Herde. Jeder Gedanke und jedes Gefühl von Rain, Esperanza und der anderen Pferde mußsten ausschließlich durch Körpersprache und Gesichtsausdruck kommuniziert werden.

Kristof Serrand, der künstlerische Leiter der gesamten Figurenanimation, merkt an: "Wenn man die Stimme eines Schauspielers hat, mit der man arbeitet, ist das der Ausgangspunkt für eine Rolle. Wenn aber die Figur nicht spricht, mußs alles durch Pantomime ausgedrückt werden, was eine große Herausforderung darstellt. Und diese Herausforderung gestaltete sich noch schwieriger, weil nicht mal Hände zum Ausdruck genutzt werden konnten. Pferde haben keine Hände, sie haben Hufe, wodurch die Möglichkeiten der Gestik nochmals eingeschränkt wurden."

Bei jeder Figur, vor allem wenn sie nicht spricht, ist der Zeichner, um Gefühle auszudrücken, auf die Augen und Augenbrauen angewiesen. Jedoch haben Pferde nicht das, was man gewöhnlich als Augenbrauen bezeichnet, und ihre Augen befinden sich an der Seite des Kopfes. Man schaut gewöhnlich nicht gleichzeitig in beide Augen. Die Zeichner nahmen sich die künstlerische Freiheit, Veränderungen vorzunehmen: Die Augen der Pferde wurden enger beieinander positioniert. Die Iris mit etwas mehr Weiß umrandet und die Augenbrauen stärker definiert.

Als die Berater die animierten Pferde auf der Leinwand sahen, hätten ihre Erwartungen trotz dieser Veränderungen nicht besser erfüllt werden können. "Sie haben das toll hinbekommen," bestätigt Bennett.

Die gleiche Aufmerksamkeit für Details wurde auch den Geräuschen entgegengebracht. Die Pferdelaute in Spirit - Der wilde Mustang sind absolut authentisch. Nick Fletcher, verantwortlich für den Gesamtschnitt und Tim Chau, verantwortlich für den Tonschnitt, besuchten gemeinsam diverse Stallungen, um die verschiedenen Arten des Pferdewieherns und anderer Laute aufzunehmen. Dadurch konnten die Pferde in den Hauptrollen des Films tonal verschieden charakterisiert werden. Sie schlossen sich später mit der Regisseurin Lorna Cook zusammen, um die Laute den entsprechenden Figuren und dem richtigen Kontext zuzuordnen.

"Lorna Cook hatte so viel Erfahrung mit Pferden, es schien fast, als verfüge sie über ein angeborenes Verständnis für die Sprache der Pferde", erinnert sich Fletcher, "sie wusste genau, welches Geräusch zu welcher Szene passte. Diese Informationen gaben wir an die Zeichner weiter, die dann das jeweilige Geräusch animierten."

Cook sagt: "Uns war klar, dass wir herkömmliche Dialoge durch passende Pferdelaute ersetzten mußsten. Deshalb war es wichtig, den angemessenen Ton zu finden, um auch ohne Worte das auszudrücken, was die Pferde bewegte."

Worte und Musik Einmal von den Pferdelauten abgesehen, entstand Spirit - Der wilde Mustang in der Art eines Stummfilms. Die Erzählungen, die Musik und die Songs wurden erst nach Fertigstellung der Bilder hinzugefügt.

"Wir verfolgten von Anfang an die Absicht, unsere Geschichte visuell zu erzählen," erklärt Asbury. "Die wenigen Dialogszenen dienen den Schlüsselmomenten des Films, um den Handlungsablauf zu unterstützen. Das entspricht in etwa der Funktionsweise von eingeblendeten Texttafeln im Stummfilm."

Produzentin Mareille Soria fügt hinzu: "Die Erzählungen dienen eigentlich nur zur Erläuterung der grundsätzlichen Handlungsstrukturen. Vom schöpferischen Gesichtspunkt aus gesehen, half es uns, Spirits Persönlichkeit und seinen Sinn für Humor herauszustellen."

Der Schauspieler Matt Damon leiht dem Charakter von Spirit als Ich-Erzähler an den entscheidenden Stellen der Geschichte seine Stimme. Es war Katzenberg, der Damon ansprach und ihm den fertigen Zeichentrickfilm zeigte. Das war für den Star schließlich ausschlaggebend, an dem Projekt teilzunehmen.

"Jeffrey rief an und sagte, dass er mir gern einen Zeichentrickfilm zeigen möchte, bei dem er mich gern dabei hätte", erinnert sich Damon, "ich kam, nahm Platz und war völlig hingerissen. Die Bilder und die Figuren waren so umwerfend, dass schon damals auf der Leinwand die charakteristischen Merkmale der Protagonisten sichtbar wurden. Ich teilte Jeffrey sofort mit, dass ich wahnsinnig gern mitmachen wolle."

Katzenberg erzählt: "Wir fühlten uns unendlich glücklich, dass wir einen Schauspieler vom Kaliber eines Matt Damon als Erzähler gewinnen konnten. Ich kann nicht genug herausstellen, wie sehr Damon dazu beigetragen hat, dem Zuschauer die Gedanken von Spirit mitzuteilen. Er hat eine zusätzliche Dynamik in die Rolle eingebracht, die einfach unbezahlbar ist."

"Matt stattete den Erzähler mit ungeheurer Energie und jugendlicher Vitalität aus, die für Spirits Darstellung von großer Bedeutung sind," stimmt Asbury zu, "wir haben lange nach der richtigen Stimme gesucht und waren froh, als wir sie endlich gefunden hatten. Matt Damon ist Spirit! Es war fast unheimlich, wie gut seine Stimme zu der Rolle passte. Außerdem ist er bei der Arbeit ein absoluter Profi. Er befolgte Anweisungen und war für jeden Vorschlag offen. Die Aufnahmen mit ihm machten so viel Spaß, dass wir dem Ende mit Bedauern entgegen sahen."

Damon stieß kurz vor Abschluss der Produktion hinzu und war dankbar für jeden Einblick, der ihm seitens der Filmemacher gewährt wurde. "Sie hatten eine großartige Vorstellung von dem Film und davon, wie sich Spirit anhören sollte", erinnert sich Damon, "es hat meine Aufgabe sehr erleichtert, erst kurz vor Fertigstellung des Films hinzuzukommen und von Menschen umgeben zu sein, die schon so lange an dem Film mitgearbeitet hatten. Sie waren total motiviert und voller Leidenschaft."

"Die Geschichte ist wunderschön und hat eine poetische Qualität," ergänzt Damon, "man hat das richtige Verhältnis gefunden zwischen den Szenen, in denen der Erzähler zu hören ist, und jenen Szenen, die ohne Worte für sich sprechen."

Damon, der schon einmal im Trickfilmbereich gearbeitet hatte, als er dem Held in Titan A. E. seine Stimme lieh, empfand das Erzählen einer Geschichte als völlig anders. "Es stellte sich immer wieder die heiß diskutierte Frage, zu wem man eigentlich spricht. Wir einigten uns schließlich darauf, das Gefühl zu vermitteln, man säße am Lagerfeuer und würde sich Geschichten erzählen. Dabei dachte ich an meinen kleinen Neffen und stellte mir vor, ihm die Geschichte zu erzählen. Wir können stolz sein, dass wir die Botschaft des Films auch Kindern vermitteln können, ohne dabei autoritär zu erscheinen. Für Erwachsene funktioniert der Film auf einer anderen Ebene. Für sie ist es eine Feier des Lebens, die sie in eine Zeit zurückführt, als der halbe Norden Amerikas noch nicht zugepflastert war. Es war ein wunderschönes Land mit wilden Pferden. Das ist eine Vorstellung, die man wirklich genießen kann."

Die reduzierten Erzählungen sollen vermitteln, was Spirit denkt, während seine Gefühle durch die Songs von Bryan Adams und durch die Musik von Hans Zimmer ausgedrückt werden. "Die Songs sind die emotionale Stimme von Spirit," sagt Asbury, "Bryan Adams hat einen sehr emotionalen und zu Herzen gehenden Gesangsstil. Das ist angemessen, denn seine Lieder erzählen die Geschichte von Spirits Herzen. Insofern darf man Bryan Adams durchaus als das Herzstück des Films bezeichnen."

Dazu Adams: "Im Grunde genommen haben wir versucht, ein Musical zu kreieren, indem die Gefühle des Pferdes durch Lieder wiedergeben werden. Da die Geschichte aber bereits umgesetzt war, bevor die Musik hinzukam, wurden ganz charakteristische Songs benötigt. Für mich als Songschreiber stellte sich damit eine große Herausforderung. Als Sänger sah ich mich in der Rolle des Geschichtenerzählers. Spirits Gefühle werden durch meine Stimme zum Leben erweckt."

"Bryan ist ein begnadeter Sänger und Songschreiber," stellt Katzenberg fest. "Er hat einige der schönsten und einfühlsamsten Songs geschrieben, die unvergesslich bleiben. Gleichzeitig war Bryan Adams auch immer ein Rock'n Roller, und von dieser Aufmüpfigkeit schimmert immer etwas durch. Genau das brauchten wir für unseren Spirit. Diese starke und ursprüngliche Qualität, die so charakteristisch für Bryans Stimme ist, passt perfekt zu unserem Leinwandhelden."

Spirit - Der wilde Mustang brachte Katzenberg wieder mit dem Komponisten Hans Zimmer zusammen, den der Produzent als einen seiner besten Mitarbeiter bezeichnet. Der König der Löwen begründete die erste Zusammenarbeit der beiden. Zimmer gewann dafür einen Oscar. Danach untermalte er für DreamWorks die Zeichentrickfilme Der Prinz von Ägypten und "Der Weg nach El Dorado". Dennoch war seine Musik niemals zuvor ein derart integraler Bestandteil für die Geschichte des Films."

"Das war etwas völlig anderes als die Musik für Der König der Löwen zu schreiben, wo jede Figur spricht und die Songs bereits lange vor Produktionsbeginn fertig sein mußsten", erzählt Zimmer. "Jeffrey rief mich an und sagte: ?Ich möchte einen Zeichentrickfilm über ein Pferd im Wilden Westen produzieren. Und übrigens das Pferd spricht nicht.' Das Großartige an einer Zusammenarbeit mit Jeffrey ist, dass er genau wie ich ein Abenteurer ist. Warum sollte man morgens aufstehen, wenn keine Abenteuer vor einem liegen? Es ist schon merkwürdig, dass ich in einem Trickfilm zum ersten Mal die Stimme bin. Das war sehr faszinierend für mich"

"Für den gesamten Film hat Hans Themen gefunden, um die Emotionen der Geschichte heraufzubeschwören," sagt Soria, "er schrieb ein Heimatland-Thema, ein Thema für die Mutter und das Liebesthema. Hans erzählt die Geschichte mit seiner Musik."

Filmmusik und Songs sind in Spirit - Der wilde Mustang stark miteinander verbunden. Die Musik geht oft in eine Melodie über, die wiederum in den Songs aufgenommen wird. Durch Tourneen und weit entfernte Wohnorte waren Zimmer und Adams zeitlich und räumlich oft voneinander getrennt, sodass ihnen eine total verrückte Arbeitsmethode einfiel.

"Wir haben meistens über das Telefon komponiert und nutzten die Anrufbeantworter als Aufnahmegeräte," lacht Zimmer, "wenn Bryan einen guten Text hatte, sprach er ihn auf meinen Anrufbeantworter oder ich rief an und spielte eine Melodie dazu. Eine völlig verrückte Methode, die aber mit viel Spaß verbunden war."

Der erste Song, der durch diese ungewöhnliche Zusammenarbeit entstand, war "I Will Always Return". Er diente dem Film als musikalisches Hauptmotiv. "Das ist ein Song, der uns sofort mitreißt," erzählt Lorna Cook, "es ist ein sehr gefühlvoller Song. Jeder, der schon mal weit von Zuhause weg war und dann irgendwann zurückkehrte, kann nachvollziehen, was ich meine."

Dazu Zimmer: "Was dieser Song sofort transportiert, ist ein Zugehörigkeitsgefühl und die Sehnsucht nach der Familie. Egal wie weit man sich von seinem Zuhause entfernt, es wird immer diesen Platz für uns geben, an den wir zurückkehren können. Man mußs ihn sich nur bewahren. Das kann man symbolisch verstehen oder als Bild, das nur in unseren Träumen und Herzen existiert. Aber es kann auch ein realer Ort sein."

Auch wenn "I Will Always Return" der erste Song war, der geschrieben wurde, ist "Here I Am" der erste Song, der im Film zu hören ist. Mit diesem Song wird uns Spirit als neugeborenes Fohlen vorgestellt und er unterstreicht seine prägenden Jahre. "Das Großartige an diesem Song ist, dass er alles umfasst, was wir über Spirit und seine Heimat vermitteln wollen," bemerkt Soria, "es ist Spirits joie de vivre. Sein Erstaunen über die Welt und seine Liebe zur Heimat. Wir sehen das alles in animierten Bildern, aber der Song führt uns noch auf eine ganz andere Ebene."

Spirit wächst zum Führer der Cimarron-Herde heran und nimmt die Herausforderung an, sie zu beschützen. Eines Nachts hört er von den Hügeln die Klänge einer Mundharmonika. Für einen wilden Mustang ist das ein völlig neues Geräusch. Auf der Suche nach dem Ursprung dieses rätselhaften Geräuschs wird Spirit von einem ungewöhnlichen Licht in der Ferne angezogen. Er macht sich auf, dieses Licht zu finden. Spirit steht plötzlich vor einem Lagerfeuer und trifft dadurch erstmals auf einen Menschen. Der Beginn einer dramatischen Verfolgungsjagd, die mit Spirits Gefangenschaft endet. Als er mit dem Lasso eingefangen und weggeführt wird, erzählt der Song von seinem Entschluss, zu kämpfen. Der Song "You Can't Take Me" verdeutlicht seinen Willen, seine Freiheit zurückerlangen zu wollen.

"Das war einer der schwierigsten Songs," bestätigt Adams, "denn das ist der Moment, in dem Spirit erstmals bewusst wird, dass es etwas gibt, das größer und stärker ist als er selbst. Er mußs versuchen, diese Situation physisch, emotional und geistig zu überwinden. Spirit mußs lernen, dass er nicht mehr die Kontrolle über sein Schicksal hat, und er mußs zu einer inneren Stärke finden."

Spirit wird an die Kavallerie verkauft, wo er einem Colonel begegnet. Der Colonel befiehlt seinen Männern, das Pferd zuzureiten. Nacheinander versuchen die Soldaten, Spirit zu besteigen. Dieser reagiert mit Abwehr, stärker als es die lautesten Worte vermögen würden. "Get Off My Back" heißt der entsprechende Song dazu. "Dieser Song zeigt Spirits spielerische Seite, obwohl es kein Spaß ist", so Adams, "er ist jung, vermessen und will klarstellen, dass ihn niemand reiten kann. Deshalb schrieb ich den Song ?Get Off My Back'. Spirit will ausdrücken: ?Versucht nur, mich zu reiten. Aber ihr werdet es nicht schaffen! Egal, wie sehr ihr euch anstrengt, es wird euch nicht gelingen. Ihr werdet im Dreck landen!"

Nachdem Spirit deutlich seine Absicht kundgetan hat, überlegt sich der Colonel eine andere Taktik. Er lässt Spirit an einem Pfosten ohne Futter und Wasser darben. Zu diesem Zeitpunkt trifft Spirit einen anderen ?Zweibeiner'; den jungen Krieger Little Creek vom Stamm der Lakota-Indianer. Zu Spirits großer Überraschung ist er ebenfalls ein Gefangener der Kavallerie. Mit gegenseitiger Hilfe gelingt beiden eine wagemutige Flucht. Little Creek nimmt Spirit mit zu seinem Dorf. Dort trifft der Mustang auf Little Creeks wunderschöne weiße Stute, die auf den Namen Rain hört. Die beiden Pferde beginnen, zaghaft umeinander zu werben. Doch Spirits Glück ist von kurzer Dauer. Bei einem Angriff auf das Dorf wird Rain schwer verwundet. Spirit gerät erneut in Gefangenschaft, als er sich auf einem Güterwagen der Eisenbahn mit unbekanntem Ziel wiederfindet.

Die erneute Gefangennahme bewirkt, was zuvor unmöglich erschien: Scheinbar ist der unzähmbare Wille des stolzen Hengstes gebrochen worden. Als der Zug ihn immer weiter von seinem Zuhause wegbringt, spiegelt sich sein Schmerz in der Ballade "Sound the Bugle" wieder.

Dazu Kelly Asbury: "Spirit hat eine Vision von seiner Heimat, seiner Herde und seiner Mutter. Diese Vision erinnert ihn, dass er etwas hat, für das es sich zu leben und zu kämpfen lohnt. Mit dem Song wollen wir eine Analogie zu einem Soldaten aufbauen, der eine Schlacht der Befreiung führt."

"Einer meiner Lieblingssongs ist tatsächlich ?Sound The Bugle'", erzählt Zimmer, "er führt uns vor Augen, wie ein Verzweifelter kurz davor steht, sein inneres Gleichgewicht zu verlieren, und sich dann wieder aufrichtet. Diesmal mit mehr Stärke und Überzeugungskraft als jemals zuvor. Ich glaube, dieser Song ist ein wahres Meisterstück."

Katzenberg stimmt dem zu: "Es ist ein prachtvoller Song. Die Stimme drückt alles aus. Man fühlt die Erschütterung seines Herzens. Die Wirkung des Songs wird gleichermaßen von der Melodie und dem Text bestimmt. Für Bryan war das eine große Herausforderung, weil er den gesamten Film als Sänger, Songschreiber und Schauspieler begleitet."

Die Wiederholung des Songs "I Will Always Return" dient als Schlussakkord für das Finale der Geschichte, aber nicht für das Ende des Films. Drei andere Songs beenden schließlich den Film. Einer davon ist "Here I Am", der aber mit einer anderen Geschwindigkeit gespielt wird. Diese völlig andere Version, die wiederum von Bryan Adams gesungen wird, wurde von den Popschreibern Jimmy Jam und Terry Lewis produziert.

Die beiden anderen Songs, die nur den Abspann begleiten, reflektieren die zentralen Beziehungen des Films: In "Brother Under The Sun" singt Adams von der unzerbrechlichen Freundschaft zwischen Spirit und Little Creek, und "Don't Let Go" ist das Liebesthema von Spirit and Rain.

Das ist der einzige Song, der nicht von Adams allein gesungen wird, sondern im Duett mit der berühmten Songschreiberin Sarah McLachlan. Adams erinnert sich, dass es während der Aufnahme zu einem zeitlichen Engpass gekommen ist, der nichts mit dem Film zu tun hatte. MacLachlan war damals im neunten Monat schwanger, und jeden Moment hätten die Wehen einsetzen können. Über die Möglichkeit, dass aus dem Duo ein Trio hätte werden können, kann Adams heute nur noch lachen: "Ich sagte die ganze Zeit: Sarah, bitte lass uns schnell die nächste Zeile beenden." Glücklicherweise kooperierte Sarahs Baby und kam erst zwei Tage nach Beendigung der Aufnahme zur Welt.

Die Zweibeiner Im Gegensatz zu den Songs und den Texten des Erzählers, die erst später aufgenommen wurden, mußsten die wenigen Dialogszenen zwischen den menschlichen Charakteren schon vorher von den Schauspielern gesprochen werden. Das war unbedingt notwendig, damit die Zeichner der Figuren in der Lage waren, die Lippenbewegungen auf ihren Zeichnungen den Stimmen anzupassen. In Spirit - Der wilde Mustang gibt es nur zwei menschliche Hauptdarsteller: Der junge Lakota-Indianer Little Creek und der unnachgiebige Colonel der Kavallerie.

"Der Colonel personifiziert die Erschließung des Westens", erklärt Asbury, "Little Creek steht dagegen als der Teil des Westens, der sich dem Eroberungsgedanken entgegensetzt. Das sind die beiden Dimensionen der menschlichen Welt, die Spirit kennenlernt."

Dazu Lorna Cook: "Der Colonel ist ein extremer Militarist, der den Westen als Ganzes wahrnimmt, den es zu bezwingen gilt. Er ist der Typ, der glaubt, diese Aufgabe erledigen zu müssen. Dabei ist es ihm völlig egal, welche Konsequenzen es für das Land, für die Indianer und für die Pferde haben könnte. Jedoch stellt sich heraus, dass der Colonel eine komplexere Person ist, als es anfangs scheint. Little Creek ist in gewisser Hinsicht das menschliche Gegenstück zu Spirit. Auch er wurde gefangengenommen, und auch sein Leben hat sich durch die Ankunft der Kavallerie verändert. Die Freundschaft zu Spirit mußste er sich zwar hart erkämpfen, doch dafür würden die beiden füreinander bis ans Ende der Welt gehen."

Little Creek und Spirit spiegeln zwei ähnliche Aspekte des unerschlossenen Westens wieder," meint auch der indianische Schauspieler Daniel Studi, der im Film Little Creek spricht. "Einerseits ist da das kraftvolle Pferd, das nicht gezähmt werden kann, andererseits gibt es den jungen Indianer, der wild und kampfbereit ist. Beide befinden sich in der gleichen Situation. Sie sind Gefangene und müssen für ihr beiderseitiges Wohlergehen zueinanderfinden." Studi ist cherokesischer Abstammung und in der in der Tradition indianischer Stämme aufgewachsen. Dadurch war er in der Lage, die Eigenarten und die Sprache seiner Figur authentisch zu gestalten. "Daniel ist in der Rolle des Little Creek sehr glaubwürdig", sagt Mireille Soria, "er war eine große Hilfe, die Figur zu formen und eine wirkliche Inspiration für den Zeichner Pres Romanillos."

Pres Romanillos war als leitender Animator für Little Creek verantwortlich. Übereinstimmend mit Soria sagt er: "Als ich Daniel das erste Mal traf, war er für mich die Verkörperung von Little Creek schlechthin. Er war genauso, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Er ist sehr selbstbewusst und verfügt über eine starke Präsenz. Man nimmt ihm den jungen Krieger sofort ab. Gleichzeitig besitzt er eine große Sensibilität, die ebenso charakteristisch ist für Little Creek. Es gibt eine Szene, in der Little Creek sein Pferd Rain umsorgt, nachdem es verletzt wurde. In dieser Szene rührte uns seine Stimme zutiefst und trieb uns die Tränen in die Augen."

Studi konnte sich gut in die Beziehung zwischen Little Creek und Rain hineinsetzen: "Ich bin mit Pferden aufgewachsen, und schon als Kind war mein bester Freund ein Pferd. Ich kannte auch Pferde wie Spirit, die wild und ungezähmt waren. Ich habe sie immer respektiert. Es gibt Dinge, die nicht dazu bestimmt sind, erobert zu werden."

Was die Sprache und Lebensweise der Lakota-Indianer betraf, konnten die Produzenten auf zwei weitere Informationsquellen zurückgreifen. Die erste war Drehbuchautor John Fusco. Er wurde von einer Lakota-Familie aus dem Pine Ridge Reservat in Süd-Dakota adoptiert und beherrscht ihre Sprache. Die Sprache, die man im Lakota-Dorf des Films hört, ist also authentisch.

Die zweite Informationsquelle war Schauspieler James Cromwell, der ironischerweise die Rolle des Colonel spricht. Er konnte der Produktion herausragende Ratschläge für Little Creek und Spirit geben. Cromwell hat nicht nur enge Beziehungen zu Lakota-Indianern, sondern ist aufgrund seiner Rolle in dem Kinohit "Ein Schweinchen namens Babe" zum Veganer und Tierschützer geworden. Folglich würde Cromwell im richtigen Leben auf der Seite des Pferdes und der Indianer stehen.

Sein Engagement für Indianer und Tiere ließ ihn zunächst zweifeln, die Rolle des Colonel zu sprechen. "James hatte richtige Bedenken, im Film den Bösewicht zu sprechen", sagt Soria, "da er sich stets für die indianische Gemeinschaft stark macht, wollte er sichergehen, dass wir die Indianer in kein schlechtes Licht setzen würden. Ich bat ihn, er solle mal bei DreamWorks vorbeischauen, um sich selbst ein Bild zu machen, was wir mit unserem Film beabsichtigen. Danach sagte er: ?Ich sehe, in welche Richtung ihr gehen wollt. Ich finde es wundervoll und werde dabei sein.' Es war wirklich großartig, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist ein wundervoller Schauspieler."

"Er füllte die Rolle mit Autorität aus; getreu dem Motto: ?Ich werde den Westen schon züchtigen'. Dabei war er sehr überzeugend", erklärt Cook.

Auch für Fabio Lignini, der den Colonel zeichnete, erwies sich die Zusammenarbeit als sehr fruchtbar. So konnte er sich bei der Animation der Figur von Cromwells Stimme inspirieren lassen. Cromwell selbst hat es regelrecht genossen, den Colonel mit seiner Stimme zu kreieren: "Er hat mich irgendwie an meinen Vater erinnert, der aber eigentlich ein Pferdeliebhaber war. Aber er war genauso beherrscht und manchmal etwas grimmig wie der Colonel. Jedenfalls habe ich meinen Vater so erlebt," lacht Cromwell.

Der Schauspieler hatte keine Probleme, sich in seine Rolle hineinzuversetzen: "Ich glaube, der Colonel symbolisiert einen für damalige Zeiten bestimmten Typ von Mensch. Einer, der an ein offenkundiges Schicksal glaubte, an die Eroberung des Westens und daran, dass sich alle Menschen und Lebewesen, die dort ihre Heimat haben, unterdrücken lassen würden. Der Colonel ist hartgesotten und vollkommen von sich überzeugt. Doch er bekommt seine Quittung von einem Pferd. Was ich an dieser Figur mochte, war ihre Entwicklungsfähigkeit. Durch die Begegnung mit Spirit wird der Colonel mitfühlender. Ich hoffe, dass sich das auch auf die Zuschauer auswirkt. Nach dem Film sollen sie sich fragen: Was ist mit all diesen Pferden passiert? Gibt es noch Mustangs in freier Natur? Sind sie geschützt? Kann ich etwas für sie tun?

John Fusco teilt Cromwells Wunsch: "Der Mustang ist das erste Pferd Amerikas gewesen, und es lohnt sich, ihn zu schützen. Pferde müssen keine großen Springer sein, die Rennen gewinnen und dem Menschen von Vorteil sind. Frei in der Natur vorkommende Wildpferde stellen etwas Wertvolles dar, und ich hoffe, dass der Film dazu beitragen wird, dass die Zuschauer genauso empfinden werden."

Der Gedanke des Westens Ein wichtiger Bestandteil von Spirit - Der wilde Mustang ist die Landschaft des amerikanischen Westens. Ein unerschlossenes Gebiet, das den Wildpferden als Heimat diente. Dazu Produktionsdesignerin Kathy Altieri: "Sowohl die physische als auch die emotionale Reise, die Spirit antritt, findet ihr Echo in den Farben und der Beschaffenheit der Umgebung. Jeder Ort hat seine eigene emotionale Echtheit. Um das Design des Films zu schaffen, war es einerseits wichtig, die Gefühle der Geschichte zu reflektieren, andererseits aber auch, die Schönheit und die Würde der Natur zu ehren."

Mit der Zivilisation wurde die Landschaft unwiederbringlich verändert. Altieri als auch die künstlerischen Leiter Ron Lukas und Luc Desmarchelier mußsten erst einmal in Büchern über den Wilden Westen nachsehen. Sie schauten sich alte Westernfilme an und beschäftigten sich mit Malern wie Frederick Remington, Charles M. Russell, Frank Tenny-Johnson und James Reynolds, die die Landschaft des Westens immer wieder malten.

Aber kein Gemälde, kein Film und keine Fotografie kann so inspirierend sein wie der Augenblick, wenn man den atemberaubenden Westen mit eigenen Augen erblickt. Kelly Asbury, Lorna Cook, Mireille Soria, Jeffrey Katzenberg, Kay Altieri, Luc Desmarchelier, Ron Lucas und Ronnie del Carmen begaben sich auf eine viertägige Tour und grasten wie ein Wirbelwind acht amerikanische Nationalparks ab. Ihre Forschungsreise führte sie in den Glacier National Park, zur National Bison Range, den Yellowstone National Park, Grand Teton National Park, Monument Valley, Bryce Canyon, Grand Canyon und in den Yosemite National Park.

Altieri erinnert sich: "Niemand, der einigermaßen beieinander ist, besichtigt acht Nationalparks in nur vier Tagen. Ich mußs aber sagen, dass die schnelle Aufeinanderfolge der Parks auf uns alle einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Es trifft Herz und Geist, wenn man die phänomenalen Landschaften, die uns umgeben, sieht. Die Nuancen der Farben wahrzunehmen, die Luft zu atmen und die Beschaffenheit der Natur zu fühlen, war einfach großartig. Es war so beeindruckend, dass wir alles, was wir bis dato bereits kreiert hatten, neu überdachten."

Seine Abenteuer führen Spirit an symbolträchtige Orte, und es wird der Eindruck vermittelt, als lägen sie in unmittelbarer Nähe. Jeder, der über einigermaßen gute Geographiekenntnisse verfügt, weiß, dass das nicht der Fall ist. Die Filmemacher aber waren der Ansicht, dass die Verwendung geographischer Besonderheiten notwendig wäre, um den mythischen Westen authentisch auferstehen zu lassen. "Mythisch" wurde bei diesem Projekt zu einem geflügelten Wort."

"Durch unsere Reisen an diese verschiedenen Orte wurden wir daran erinnert, dass es ein herrliches Land ist", so Cook, "für uns war es gewissermaßen ein Weg, die Herrlichkeit dieses prachtvollen Gartens zu ehren und zu feiern. Dabei verabschiedeten wir uns allerdings von der geographischen Genauigkeit. Wir haben das Beste aus der Natur ausgewählt, es nach unseren Vorstellungen geformt, und letztlich ist das der Geschichte sehr gut bekommen."

Der Glacier National Park wurde zum Modell für Spirits Heimat. Die herrliche Landschaft aus saftigem grünen Gras, blauem Himmel und sanften Hügeln und Tälern wird zu einem Heimatort für die Pferde. "Ein Ort, an dem sich Pferde frei bewegen können," so Altieri.

Im krassen Gegensatz dazu befindet sich der Stützpunkt der Kavellerie, zu dem Spirit nach seiner Gefangennahme gebracht wird, in einer Nachbildung des Monument Valley. Dort ist das Gelände viel öder und eckiger, und man kann förmlich die heiße, trockene und staubige Luft spüren. Asbury erinnert sich: "Man mußs sich vorstellen, was dieser plötzliche Ortswechsel für einen wilden Mustang bedeuten mußs, der in seinem Leben bisher nur grüne Wiesen und Berge und plätschernde Bäche gesehen hat. Es mußs ihm wie ein anderer Planet vorkommen. Jeder, der das Monument Valley zum ersten Mal sieht, empfindet genau das."

Eindrücke vom Yosemite National Park und vom Yellowstone National Park wurden zusammengefügt, um das Dorf der Lakota-Indianer zu gestalten, wo sich Rain und Spirit begegnen. Bryce Canyon mit seinen einzigartigen Felsformationen diente als Hintergrundprospekt für die aufregende Verfolgungsjagd, als Spirit versucht, zu entkommen.

Für jede Umgebung verwendete die künstlerische Abteilung eine emotionale Farbpalette, die genau die Stimmung der Handlung wiedergibt. Kühle Blau- und Grüntöne vermitteln das Gefühl von Freiheit und Freude. Gedämpfte warme Farben wie Gelb und Braun wurden verwendet, um eine bedrückende Stimmung zu schaffen. Eine reduzierte Farbigkeit benutzten die Künstler, um Spirit in seiner dunkelsten Stunde zu zeigen, als er in einen Wagon verladen wird. Diese Szene hat im Grunde genommen keine Farbigkeit. Sie ist fast schneeweiß, wirkt kalt und ist bis auf die Schatten in verschiedenen Grautönen fast frei von Licht.

Die offene Prärie und die Wüste, die sich bis zum Horizont erstrecken, und die herrlichen Bergketten der weiten Canyons des amerikanischen Westens ergeben jeweils ein wunderbares Panorama. Um dem auf der Leinwand gerecht zu werden, gab es für die Filmemacher nur eine Wahl: Spirit - Der wilde Mustang mußste in Cinemascope gedreht werden. Für das Animationsteam bedeutete das bis zu vierzig Prozent mehr Trickszenen zu gestalten, um den größeren Rahmen auszufüllen. Mit vierundzwanzig Einzelbildern pro Sekunde war das sowohl für die traditionellen Animatoren als auch für die digitalen Künstler ein gutes Stück Arbeit.

Ed Leonard, der Leiter für die Technologie bei DreamWorks Animation erklärt: "Jedes einzelne Bild dieses Films ist mit digitaler Technologie in Berührung gekommen. Weil wir in Cinemascope drehten, waren wir gezwungen, mehr Bilder mit einer größeren Auflösung herzustellen, um so die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Das war anspruchsvoller, als alles, was wir bisher gedreht hatten."

Um diese Forderungen zu erfüllen, entwickelte DreamWorks einen speziellen Bleistifttest, der "ToonShooter" genannt wurde. Dieser Test erlaubte es den Animatoren, handgezeichnete Trickvorlagen einzuscannen und sie mit anderen Elementen wie Figuren, Hintergründe und Effekte zu kombinieren. Anschließend wurde das so geschaffene Bild in tatsächlicher Geschwindigkeit abgespielt, um zu testen, ob die angestrebte Naturtreue auch auf der großen Leinwand zur Wirkung kommt.

Ein weiterer Durchbruch gelang mit der Verwendung des Betriebssystems Linux. Dadurch war es möglich, die komplexe Animationssoftware auf standardisierten Hewlett-Packard-PCs laufen zu lassen, anstatt weniger hoch spezialisierte Fertigungsstationen zu verwenden. Dadurch konnten wiederum die neuesten Animations-Technologien direkt von den Zeichnern selbst angewandt werden.

Soria erzählt, dass die Vorteile, den Film im Cinemascope zu drehen, alle auftretenden Hindernisse wieder wettmachen würde: "Wir brauchten eine breite Leinwand, um das Gefühl des Westens einzufangen. Dabei durfte nicht vergessen werden, dass unsere Hauptdarsteller horizontal wirken. Für uns gab es nur diese Möglichkeit, um für den Zuschauer eine Welt des romantischen Realismus zu schaffen."

Zu Beginn des Films wird das Publikum auf den Schwingen eines Adlers - was vom Produktionsteam schlicht als "Heimatschwenk" bezeichnet wurde - in Spirits Welt getragen. Es ist ein Kameraflug, der drei Minuten dauert, und der uns über die bekanntesten Wahrzeichen des amerikanischen Westens führt. Diese Flugsequenz besteht aus sieben einzelnen Teilen. Handgezeichnete Figuren, traditionell gemalte Hintergründe sowie digitale Naturaufnahmen und CGI-Charaktere verschmelzen dabei zu einer Einheit. Digital Supervisor Doug Cooper merkt dazu an: "Man kann es vielleicht als das größte 3D-Gemälde bezeichnen, das jemals in Angriff genommen wurde. Ganz ohne Schnitt geht jedes Element in ein anderes über."

Mit einer Entwurfsdauer von neun Monaten war der "Heimatschwenk" zwar eine der ersten Sequenzen, die in Produktion gingen, aber auch eine der letzten, die fertiggestellt wurden. Diese ausgesprochen komplexe Einstellung erforderte Zehntausende von 2D- und 3D-Elementen, die mehr als 700 traditionell gemalte Hintergründe und 2.500 Zeichnungen beinhalteten. Dazu kamen noch einmal mehr als 1.800 gemalte Bestandteile, die anschließend in ihrer strukturellen Beschaffenheit auf eine 3D-Geometrie übertragen wurden. Daraus konnte die virtuelle Welt entstehen. Insgesamt entstanden mehr als 12.000 computeranimierte Bilder. Ein Einzelbild beinhaltete durchschnittlich dreißig verschiedene Ebenen. Die realisierte Filmfassung dieser Flugsequenz besteht aus insgesamt 4.183 Bildern. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Filmsequenz, die die Illusion einer lang andauernden Kamerafahrt vermittelt und somit das Publikum auf eine Reise durch die amerikanische Weite mitnimmt.

Der "Heimatschwenk" ist sicherlich die aufwendigste Filmsequenz des Films, aber bei weitem nicht die einzige. Fast genauso schwierig waren die zwei Szenen, in denen Spirit in Gefahr gerät. In der Sequenz "Rette Rain" werden Spirit und Rain von Stromschnellen fortgerissen. Beide Pferde, die auf herkömmliche Weise gezeichnet sind, wurden dann in 3D-Wasser getaucht. Die Wasserspritzer wurden wiederum in 2D hinzugefügt, um die Pferde glaubwürdiger in dem 3D-Wasser integrieren zu können. Wir standen vor der berühmten Frage, was zuerst da war: Das Huhn oder das Ei. "Übertragen hieß das, ob wir zuerst die Pferde oder das Wasser animieren sollten", erzählt DreamWorks Software-Animations-Direktor Jim Mainard.

Die Lösung fand man, indem man zuerst die Wasseroberfläche animierte. Animierte Pferde wurden als Platzhalter eingesetzt, um sie später gegen handgezeichnete Pferde einzutauschen. Computeranimierter Schaum und Wasserspritzer wurden der Wasseroberfläche hinzugefügt, um den Eindruck gefährlich wirbelnder Stromschnellen zu vervollkommnen. Zuletzt wurden handgemalte Wasserspritzer um die Pferde herum eingefügt, um alle Elemente der Szene fest miteinander zu verankern.

Eine weitere extrem anspruchsvolle Sequenz ist das Zugunglück, bei dem eine riesige Lokomotive den Hügel hinunter schießt. Sie rast direkt auf Spirit zu, der um sein Leben bangt. Wendy Rogers, verantwortlich für die 3D-Effekte, erzählt, dass die Herausforderung schon in der vorhergehenden Szene einsetzte. In dieser versucht eine Horde von Pferden, die Lokomotive den Hügel hinaufzuziehen. "Das war sehr schwierig, weil wir einige der Pferde in 2D, andere in 3D gestalteten, die alle durch Ketten und Geschirr miteinander verbunden waren. Hier findet man die Kombination von Elementen aus zwei verschiedenen Welten, die miteinander verbunden und zusammengeführt werden müssen."

Der Zug ist eine Mischung aus 2D- und 3D-Animation. Als der Zug den Hügel hinaufgezogen wird, handelt es sich um ein gemaltes Element. Als er losgerissen den Hügel wieder hinunter rast, sehen wir ein computeranimiertes Objekt, das ein ebenso computeranimiertes Trümmerfeld hinterlässt. Schmutz und Steinbrocken werden in alle Richtungen geschleudert, Bäume und Häuser vernichtet, und auf Spirit stürzen riesige Brocken ein. Am Ende explodiert die Lokomotive in einem riesigen Feuerball, der einen Waldbrand auslöst und den fliehenden Mustang einzuschließen droht.

"Der Charakter von Spirit hat etwas Wunderbares an sich. Er hat die Genügsamkeit, Sorgen hinzunehmen, ohne dabei seinen Mut und seine Stärke zu verlieren", erklärt Lorna Cook, "er hat die außergewöhnliche Gabe, Not und Widrigkeiten zu überstehen. Er kommt aus einer perfekten Welt, für Pferde sozusagen der Himmel auf Erden. Dann wird Spirit gefangengenommen und macht eine schreckliche Erfahrung, den er niemals für möglich gehalten hätte. Manchmal sind es solche unerwarteten Schicksalsschläge, aus denen man für das Leben lernt. Spirit mußs Ausdauer beweisen und entdeckt sich dadurch selbst."

Mireille Soria fügt hinzu: "So gesehen, ist Spirit eine wahre Inspiration. Er vergisst niemals, wer er ist, oder was ihm wichtig ist. Das ist eines der Hauptthemen der Geschichte. Egal, was im Leben auch passiert, egal, was einem abverlangt wird, wenn man sich nicht davon unterkriegen lässt, wird es einen stärker machen. Wenn man sich erinnert, wer man ist, steht am Ende der Triumph."

"Es ist eine vielschichtige Geschichte", so Kelly Asbury, "Liebe, Mut, Loyalität gegenüber dem Zuhause und der Familie. Aber wenn es ein alles überragendes Thema in dieser Geschichte gibt, dann ist es der Freiheitsgedanke. Die Freiheit ist ein Grundrecht, das jedem zugestanden werden mußs und für das es sich zu kämpfen lohnt.

Jeffrey Katzenberg sagt zusammenfassend: "In vielerlei Hinsicht ist es ein Sinnbild für uns alle. Besonders heutzutage, wenn wir uns mit Herausforderungen konfrontiert sehen, die wir niemals erwartet hätten. Wie auch immer: In erster Linie ist Spirit - Der wilde Mustang ein Stück Unterhaltung, das alles bietet: Abenteuer, Humor, Spannung und Liebe. Es ist das klassische Erlebnis eines Helden. Mit dem Unterschied, dass der Held ein Pferd ist."

Dirk Jasper FilmLexikon
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