Chihiros Reise ins Zauberland

Ausführlicher Inhalt

Die zehnjährige Chihiro ist mit ihren Eltern im Auto unterwegs in ihr neues Zuhause in einem kleinen Vorort von Tokio. Schlecht gelaunt nörgelt sie darüber, dass sie ihre Spielkameraden verliert und bemerkt traurig das Dahinwelken eines kleinen Blumenstraußes in ihrer Hand, ein Abschiedsgeschenk der Freunde und letztes sichtbares Zeichen des hinter ihr liegenden Lebens.

Teilnahmslos verfolgt Chihiro die Diskussion der Eltern, die an einer Abzweigung überlegen, welchen Weg sie einschlagen sollen. Der Vater trifft eine Entscheidung, die sie bald in eine Sackgasse führt. Überrascht steht die Familie vor einem riesigen roten Gebäude, in dessen Mitte sich ein Tunnel öffnet, wie ein großer Mund. Neugierig gehen die Eltern hinein, Chihiro folgt beunruhigt.

Am anderen Ende der Passage liegt eine schöne Stadt vor ihnen - oder ist es nur ein Trugbild? Sie gehen auf Entdeckungstour, doch alles scheint menschenleer und verlassen. In einem Restaurant biegen sich die Tische vor leckeren, noch warmen Speisen. Ausgehungert stürzen sich die Eltern darauf. Sie essen und essen, bis sie sich zu Chihiros Entsetzen in zwei ausgewachsene Schweine verwandeln! Voller Panik stürzt Chihiro davon.

Verloren hockt sie am Flussufer und wartet darauf, dass auch mit ihr etwas Schreckliches geschehen werde. In dieser Lage findet sie Haku, ein gleichaltriger Junge, der zum Glück weiß, wie das merkwürdige Universum funktioniert, in das die Familie unerlaubterweise eingedrungen ist. Hakus Ratschläge sind überlebenswichtig für Chihiro, denn die Welt auf dieser Seite des Tunnels, die von alten Göttern und Geistern bevölkert ist, folgt ganz anderen Gesetzmäßigkeiten als Normalsterbliche sie kennen.

Herrscherin ist die Hexe Yubaba, der auch Haku dient, eine Figur mit übergroßem Kopf und langer Nase, die ihrem erschreckenden Äußeren durchaus gerecht wird. In der Schattenstadt herrscht die Sitte, alle Neuankömmlinge in Tiere zu verwandeln und anschließend zu verspeisen. Nur wenigen gelingt es, diesem dunklen Schicksal zunächst zu entgehen, indem sie sich als nützlich erweisen. Für Chihiro bedeutet das, dass sie Arbeit finden mußs im Palast der Hexe, wo ein großes Badehaus betrieben wird.

Hakus Anweisungen folgend macht sie sich auf den abenteuerlichen Weg in den Badepalast. Durch den Heizungskeller, in dem ein vielarmiger alter Mann Millionen von kohlenschleppenden Wesen dirigiert, gelangt Chihiro in Yubabas Gemächer. Mutig und beharrlich gelingt es ihr, die Hexe, die ihr zunächst keine Arbeit geben will, von ihren Fähigkeiten zu überzeugen und ihr einen Arbeitsvertrag abzutrotzen. Als Pfand ihrer Treue zieht Yubaba ihren Namen ein: Chihiro soll fortan Sen heißen.

Aber wie Chihiro noch lernen soll, ist es äußerst wichtig, sich stets an seinen wirklichen Namen zu erinnern, denn nur mit diesem kann man aus der Schattenwelt jemals wieder entkommen ... Lin, eine von Yubabas Dienerinnen, nimmt Chihiro unter ihre Fittiche und weist sie ein. Im Badehaus mußs sie als Neue die schwierigsten Arbeiten verrichten, oft unter dem Spott der Bewohner von Aburaya, die in den unförmigsten Erscheinungen daherkommen.

Als sie versehentlich einem einsamen Wesen namens Ohngesicht die Tür öffnet, kommt es fast zur Katastrophe, denn alle lassen sich vom unermesslichen Reichtum des schwarz-weißen Gespensts blenden. Alle außer Chihiro, die nicht an seinem Geld interessiert ist und die er dafür in sein Herz schließt.

Inzwischen hat sich Haku in einen Drachen verwandelt und auf Yubabas Befehl hin ihrer Zwillingsschwester Zeniba das Zaubersiegel geraubt. Zeniba ist, im Gegensatz zu ihrer Schwester, eine liebenswürdige Hexe. Doch jetzt ist sie böse und hetzt einen Schwarm Papiervögel auf Haku, die ihn schwer verletzen. Und im Palast verwandelt sie Yubabas Riesenbaby Boh in eine Baby-Maus sowie ihr Wachtier, den Yu-Vogel, in einen harmlosen Fliegenvogel.

Chihiro macht sich auf den Weg zu Zeniba, um das Siegel zurückzugeben und Hilfe für ihre Eltern und Haku zu erbitten. Sie tritt die lange Fahrt mit dem Zug über den Ozean an, begleitet von Baby-Maus, Fliegenvogel und Ohngesicht. Sie wird von Zeniba herzlich in ihrem Haus empfangen. Zwar kann die Hexe den Zauber über Chihiros Eltern nicht lösen, doch sie macht dem Mädchen Mut, auf seine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Der Bann über Haku ist bereits gebrochen, weil Chihiro sich an seinen richtigen Namen erinnert hat.

Und schließlich findet sie auch ein Mittel, Yubabas Herz zu erweichen. Denn auch eine Hexe ist nur eine Mutter, und Yubaba ist zu allem bereit, um ihr geliebtes Baby in seiner richtigen Gestalt wieder in die Arme schließen zu können ... So gelingt es Chihiro, mit Yubaba ein Abkommen zu schließen, das am Ende alle, nach vielen denkwürdigen Erfahrungen, wieder in ihre eigene Welt entlässt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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