Die Versuchung des Padre Amaro

Ausführlicher Inhalt

Der Bischof einer Diözese in Mexiko hegt große Pläne für den jungen, 24-jährigen Padre Amaro. Um ihn auf den richtigen Karriereweg zu setzen, schickt er ihn aus der Großstadt in eine kleine abgelegene Dorfgemeinde nach Los Reyes, wo der kürzlich ordinierte Priester den älteren Padre Benito unterstützen soll, der seit Jahren in der dortigen Kirche seinen Dienst tut.

Auf der Fahrt mit einem klapprigen Bus lernt Amaro am eigenen Körper den Unterschied zwischen Stadt und Provinz, zwischen Arm und Reich kennen. Als die Passagiere überfallen und ausgeraubt werden, hilft er seinem Sitznachbarn, einem alten Mann, der sich mit seinen Ersparnissen bei seiner Tochter eine neue Existenz aufbauen wollte und nun seine Zukunft in Scherben sieht.

Die Ankunft des neuen Priesters erregt naturgemäß Aufsehen in dem kleinen Bergdorf, doch einer Person fällt der Padre mit den dunkel funkelnden Augen besonders auf: der 16-jährigen Amelia, der Tochter der Dorfwirtin Sanjuanera. Der Teenager ist eine besonders ergebene Kirchgängerin und aufrechte Katholikin.

In ihrem Freund, dem angehenden Journalisten Ruben, baut sich eine immer stärkere Frustration auf, da sie ihn aus religiösen Gründen immer wieder zurückweist, wenn er sich mehr als einen keuschen Kuss von ihr wünscht.

Dabei - so beichtet sie Padre Benito - wird sie oft von unkeuschen Gedanken und Sehnsüchten gequält, in deren Mittelpunkt Jesus selbst steht. Enttäuscht wird sich Ruben schließlich von ihr abwenden und in der Provinzhauptstadt eine Stelle in einer Zeitungsredaktion annehmen.

Es vergeht nur wenig Zeit, bis Amaro das geheime Doppelleben seines Kollegen entdeckt. Denn seit Jahren schon unterhält Padre Benito eine Beziehung zu Amelias Mutter Sanjuanera. Doch er findet noch mehr heraus: Benito geht bei Chato Aguilar ein und aus, dem größten und berüchtigtsten Drogendealer der Region.

Der Priester wäscht seit langem sein Drogengeld und erhält dafür finanzielle Unterstützung für das geplante neue (und dringend benötigte) Krankenhaus - ein Arrangement, dessen Brisanz Benito nicht bewusst ist, denn er handelt im guten Glauben, das Richtige zu tun.

Und noch etwas ist beileibe nicht so, wie es sich der Bischof wünscht: Padre Natalio, ein weiterer Priester der Diözese, lebt in den Bergen und steht im Verdacht, dort die Bewegung der Guerillas zu unterstützen.

Bei einem der seltenen Treffen der Priester in Los Reyes leugnet Natalio allerdings jede Verbindung mit den Rebellen und erklärt, er helfe lediglich den örtlichen Bauern, die von den einflussreichen Drogenbaronen verfolgt und bedroht werden.

Als Ruben in einem Artikel Padre Natalios Sympathie für die Befreiungskirche und die Rebellen sowie auch die Verbindungen zwischen Aguilar, seinem Drogengeld, der Kirchengemeinde und dem neuen Krankenhaus enthüllt, droht ein riesiger Skandal.

Doch mit Padre Amaros Hilfe kann der Bischof den Eklat abwenden und die Zeitung zwingen, eine Gegendarstellung zu drucken, laut der das Krankenhaus durch den Fonds der Kirche sowie vom Bürgermeister der Gemeinde finanziert wird. Bleibt noch Padre Natalio.

Wieder soll Amaro als Vermittler auftreten und dem Priester eindringlich verdeutlichen, dass er suspendiert, wenn nicht sogar exkommuniziert wird, wenn er nicht den Anweisungen des Bischofs folgt und sein Leben in den Bergen aufgibt, um in eine andere Kirchengemeinde zu wechseln. Doch Natalio weigert sich, seine Gemeindemitglieder in Stich zu lassen. Lieber riskiert er es, als Priester suspendiert zu werden.

Längst hat sich Amaro in Amelia verliebt. Anfangs entsetzt über Padre Benitos heimliche Liebschaft, verspürt er nun in sich selbst immer stärkere Sehnsucht und Verlangen. Er arrangiert ein Liebesversteck, um sich heimlich und ungestört mit Amelia treffen und mit ihr schlafen zu können, während er nach außen hin der engagierte Priester ist, der das junge Mädchen in der Bibel unterweist.

Einmal bringt er ihr sogar den Seidenumhang der heiligen Mutter Gottes in das Liebesnest mit. Für Amelia ist die Liebe zu Amaro stärker als alle anderen Gefühle, und sie bittet ihn, sein Priesteramt aufzugeben und sie zu heiraten. Doch Amaro hat Ambitionen. Er will seine vom Bischof protegierte Karriere in der Kirche nicht auf dem Altar der Liebe opfern.

Da wird Amelia schwanger! Amaro ist am Boden zerstört. Er schlägt ihr vor, wegzuziehen und das Kind in einer anderen Stadt allein zur Welt zu bringen. Oder aber sich mit Ruben zu versöhnen und ihn zu bitten, die Vaterstelle für das Baby zu übernehmen und so einen Skandal zu vermeiden. Doch keine dieser Ideen lässt sich in die Realität umsetzen.

Amaro fühlt Panik in sich aufsteigen und drängt Amelia zur Abtreibung. Aus ihrer unerschütterlichen Liebe zu ihm stimmt Amelia nach langem Zögern schließlich zu. Amaro fährt seine Geliebte heimlich nachts zu einer illegalen Abtreibungsklinik in der Nähe des Dorfes, doch beim Eingriff ergeben sich lebensgefährliche Komplikationen ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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