Swimfan

Produktionsnotizen

Swimfan ist das Ergebnis gemeinsamer Arbeit der beiden unabhängigen Produktionsfirmen GreeneStreet Films - die den für einen Oscar® nominierten Film In the bedroom und den viel gerühmten Piñero produziert hat - und Michael Douglas' Furthur Films sowie eines Teams talentierter Filmemacher und Schauspieler, die das Thriller-Genre um eine Facette bereichern wollten.

Da die Hauptrollen junge Männer und Frauen porträtieren, waren die Produzenten entschlossen, alles zu vermeiden, was herablassend gegenüber ihrem potenziellen Publikum wirken könnte. Während der Produktionsvorbereitung besuchten die Filmemacher daher eine High School in Westchester, New York, und hatten einige aufschlussreiche Begegnungen mit den Schülern.

"Uns wurde klar, dass diese Jugendlichen einen Film sehen wollten, der sie sowohl herausfordert als auch die genretypischen Spannungsmomente bereithält", sagt Produzent John Penotti. "Sie wollten einen Film sehen, der auf Augenhöhe mit ihnen ist."

GreeneStreet und Furthur, bewaffnet mit einem Drehbuch von Charles Bohl und Phillip Schneider, trafen sich mit dem preisgekrönten australischen Schauspieler und Regisseur John Polson und fragten ihn, ob er den Film inszenieren wolle.

John Polson, der gerade bei der auf Festivals weltweit erfolgreichen Komödie Siam Sunset Regie geführt hatte und als Erfinder des populären australischen Kurzfilm-Festivals "Tropfest" bekannt ist, bot sich vielleicht nicht zwingend als erste Wahl an, einen Thriller zu inszenieren.

Aber Polsons Vision einer "frischen" Annäherung an das Genre und das, was Produzentin Allison Lyon Segan als seine "strenge Hand als Regisseur" in Siam Sunset entdeckt hatte, waren die herausragenden Eigenschaften, die die Produzenten für den Film suchten.

John Polson freute sich über die Herausforderung, die das für ihn neue Genre mit sich bringen würde. "Die Vorstellung, einen Film zu machen, der die Zuschauer in die Sitze pressen würde, gefiel mir sehr gut", erinnert er sich.

Der Regisseur war auch fasziniert von den Themen des Drehbuchs von Bohl und Schneider. "Ich interessiere mich für menschliche Schwächen und Fehler", erklärt John Polson. "Swimfan ist eine moralische Geschichte über einen Typen, dem alle Türen offen stehen und dem die Welt zu Füßen liegt. Er hat ein Mädchen, in das er total verliebt ist, und eine wundervolle Karriere vor sich. Dann, eines Tages, macht er einen einzigen Fehler - aber einen riesigen!"

Polson war vollkommen auf einer Linie mit dem Wunsch der Produzenten, einen Teen-Thriller der anderen Art zu machen. "Ich wollte einen intelligenten Film machen, der beim Zuschauer alle richtigen Register zieht", sagt der Regisseur. "Einen Thriller über Teens, aber keinen Teen-Thriller."

Mitten im Strudel der Aufregung in Swimfan steht Ben Cronin, ein High School Senior, dessen glänzende Zukunft durch das Auftauchen einer neuen, sehr verführerischen jungen Frau an der Schule zerstört zu werden droht.

Die Rolle des Ben verkörpert Jesse Bradford, der mit Steven Soderberghs gefeiertem King of the Hill (König der Murmelspieler, 1993) die Gunst des Publikums eroberte und später in Filmen wie William Shakespeare's Romeo and Juliet (William Shakespeares - Romeo & Julia, 1996) und Clockstoppers (2002) zu sehen war.

Letzteren hatte Bradford gerade abgedreht und wenig Lust, sofort ins nächste Projekt einzusteigen. Nachdem er das Swimfan-Drehbuch gelesen hatte, änderte er seine Meinung schlagartig.

"Die Bandbreite der Rolle des Ben Cronin beeindruckte mich sehr", erinnert sich Bradford. "Ben macht einen emotionalen Spießrutenlauf mit - im Verlauf der Geschichte sieht er, wie ihm sein ganzes Leben kaputtgemacht wird."

"Ben ist ein Schwimmer mit Olympia-Ambitionen, der - als wir ihn kennen lernen - sein Leben gerade in Ordnung gebracht hat, denn in der Vergangenheit hat er ziemlich viel Unsinn gemacht", fährt Bradford fort. "Dabei hat ihm seine Freundin Amy sehr geholfen. Dann taucht diese neue Frau in seinem Leben auf und er macht einen verdammt großen Fehler."

Die neue Frau ist Madison und wird gespielt von Erika Christensen, die als Michael Douglas' Tochter in Traffic (Traffic - Die Macht des Kartells, 2000) zu Weltruhm gelangte. Als für Swimfan gecasted wurde, war Traffic noch nicht in den Kinos gewesen und Christensen war zuerst für die Rolle von Bens all-American Sweetheart Amy vorgesehen.

Aber als Polson und die Produzenten ihre Arbeit in Steven Soderberghs Oscar-Gewinner sahen, wussten sie, dass sie ihre Madison gefunden hatten. "Erika brachte Zartheit und Verletzlichkeit in ihre Rolle in Traffic ein", sagt John Polson, "und das ist genau das, was wir für Madison suchten."

Wenn man sich ihre Rollen in diesen beiden Filmen ansieht, scheint eine gewisse Affinität zu "dunklen Charakteren" auf der Hand zu liegen. Aber sie besteht darauf, dass Madison sich nicht allein auf das pure Böse reduzieren lässt.

"Mir gefällt es, dass Madison zwar das wirklich Böse in diesem Stück verkörpert, aber andererseits hat hat auch sie eine verletzliche Seite", sagt die Schauspielerin. "Sie wird missverstanden." Christensen gefiel auch der zum Teil unkonventionelle Zugang des Films zum Thriller-Genre.

"Einiges an Swimfan ist wirklich neben der Spur", sagt sie, "und das gefiel mir sehr gut." Eines dieser irritierenden Elemente war die Tatsache, dass Madison eine hochbegabte Cellistin ist, wofür Christensen intensiven Unterricht nehmen mußste.

"Ich habe eher gelernt, wie man als Cellistin gut aussieht, nicht so sehr, wie es sich gut anhört", lacht sie.

Die Rolle der Amy Miller ist das genaue Gegenteil von Christensens Madison Bell. Ist Madison besessen, verführerisch und gefährlich, so ist Amy süß und Balsam für die Seele, sie tut Ben einfach gut und bringt Stabilität in sein Leben.

Um diese Qualitäten Amys auszustrahlen, engagierten die Filmemacher Shiri Appleby, die durch ihre Rolle der Liz Parker in der Fernsehserie Roswell (1999) bekannt wurde, die drei Jahre lang mit großem Erfolg ausgestrahlt wurde.

"Uns hatte Shiris Arbeit in Roswell sehr gefallen und wir dachten, sie wäre das genaue Gegenteil von Erika - und die perfekte Ergänzung des Liebes-Dreiecks", sagt Polson. "Shiri hat die nötige Stärke um uns glauben zu machen, dass sie gegen Madison bestehen kann, die eine Furcht erregende Naturgewalt ist."

Shiri Appleby beschreibt Amy als eine "offene Person, unglaublich ehrlich in Bezug auf ihre Gefühle gegenüber Ben, kreativ und einfach jemand, mit dem man ganz viel Spaß haben kann." Appleby freute sich über die physischen Anforderungen an die Rolle - inklusive Tauch-Unterricht für ihre Unterwasserszene zum Höhepunkt des Films.

"Ich kann nicht viel über diese Szene erzählen, weil es die Spannung zerstören würde", führt sie aus. "Aber ich mußs zugeben, dass der Tauchkurs mir sehr gelegen kam!" Während Shiri Appleby alles über das Überleben unter Wasser lernte und Erika Christensen Cello-Unterricht nahm, arbeitete Jesse Bradford mit einem Schwimm-Trainer und machte eine strikte Diät, um den muskulösen, straffen Körper eines Erfolgsschwimmers zu bekommen.

"Ich bin stolz auf das Schwimmen", sagt er. "Ich glaube ich habe genug Technik gelernt, um Leuten etwas vorzumachen, die keine Ahnung davon haben - und manchmal sogar Leuten, die meinen, sich auszukennen", ergänzt er lächelnd.

Die Unterwasserszenen bedeuteten für die Filmemacher, die die letzte Woche der Dreharbeiten in einem Pool arbeiteten, zahlreiche Herausforderungen. "Unterwasserdrehs sind hart", sagt John Polson. "Es dauert fünfmal so lange wie an Land, man kann nirgends hingehen, mußs dafür aber überall Gerüste aufbauen, um die Kamera unterzubringen."

Dafür eröffnete die Unterwasserarbeit John Polson und seinem Chefkameramann Giles Nuttgens etliche kreative Chancen. Nuttgens hatte im Jahr 2001 den Sundance Cinematography Award für seine Arbeit an der von der Kritik hochgelobten Fox-Searchlight-Produktion The deep End (Trügerische Stille, 2001) erhalten.

Zu Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger lieferte er wichtige Beiträge als Chefkameramann für zusätzliche Aufnahmen. Laut Produzent Joe Caracciolo Jr. ist "Giles ein Künstler und ein Filme-macher, aber in erster Linie ist er Fotograf und alles, was er gedreht hat, auch das Unterwassermaterial, zeichnet sich durch eine wunderschöne künstlerische Handschrift aus."

Nuttgens benutzte ein neues Kodak-Material, das zusätzlichen Kontrast ermöglicht. Er verstärkte die Stimmung der Bilder zusätzlich durch einen Bleichungsprozess, der die Farben entsättigte und den Bildern einen cooleren Look verlieh. Die besonderen Kamerabewegungen, die Polson und Nuttgens gemeinsam entwickelten, trugen wesentlich zum visuellen Stil des Films bei.

Der Regisseur John Woo, bei dem John Polson als Schauspieler in Mission: Impossible II (M: I-2, 2000) vor der Kamera gestanden hatte, hatte entscheidenden Einfluss auf dessen Kameratechnik.

"Neun Monate Arbeit mit John an ?Mission' und die Chance zuzusehen, wie er die Kamera bewegt und dadurch das Interesse hält und sehr visuell erzählt, das hat mich schon sehr inspiriert", sagt John Polson.

Auch die Locations waren sehr wichtig für den Look des Films. Obwohl das Original-Skript im sonnigen Santa Barbara spielen sollte, bestanden die Filmemacher darauf, den Film an der Ostküste zu drehen, wo sie viel leichter ein düsteres und eingeengtes Gefühl einfangen konnten.

Swimfan wurde in Vororten in New Jersey, in Westchester, Brooklyn, Manhattan und auf Long Island gedreht.

Szenenfoto
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