Matrix Reloaded

Produktionsnotizen

Kapitel zwei: tiefer hinein in den Kaninchenbau 1999 brachten die Wachowski-Brüder und Produzent Joel Silver Matrix in die Kinos - die visionäre Kombination überwältigender Action und einer auf mehreren Ebenen präzise durchkomponierten Geschichte.

Die Filmemacher ließen sich stilistisch von japanischen Animés wie Akira und Ghost in the Shell inspirieren und warfen Fragen auf, die philosophische, mythologische, religiöse und mathematische Dimensionen durchdringen.

Der Comic-Zeichner Geof Darrow stand mit seinen hyperkinetischen Illustrationen ebenso Pate wie die Science-Fiction-Autoren William Gibson, Philip K. Dick und der Klassiker Lewis Carroll. Aus diesen Motiven spannen die Brüder ein Epos, in dem es um Entfremdung durch Technik, um freie Entscheidung, den Tribut der Ignoranz und den Wert des Wissens geht.

Letztendlich begeisterten die Filmemacher die Kinozuschauer nicht nur mit ihrer kühnen, innovativen Optik, die mittlerweile in zahllosen Werbespots, Musikvideos und Filmen nachgeahmt wurde, sondern sie schufen auch einen provokanten Action-Film, der die Frage nach dem Wesen von Realität und Identität stellt und Schlaglichter auf die Entscheidungsprozesse wirft, die wir alle durchlaufen: Welche Stärken und Schwächen beeinflussen uns, wenn wir die Qual der Wahl haben?

Von Anfang an planten die Wachowskis ihre umfangreiche Matrix-Saga als Trilogie, und nach dem erfolgreichen ersten Film konnten die Autoren/Regisseure tiefer in jene Mythologie vorstoßen, von der sie bisher nur die Oberfläche angekratzt hatten. Sie betrachten Folge 2 und 3 der Trilogie, Matrix Reloaded und Matrix Revolutions, als Produktionseinheit, als einen einzigen Film, der in zwei Teilen ins Kino kommt.

Das Ergebnis ist an und für sich schon eine Revolution. Die optischen Maßstäbe, die diese Trilogie setzt, eröffnen dem Prozess des Filmemachens immer wieder neue Dimensionen (zum Beispiel die innovative Aufnahmetechnik, die speziell entwickelt wurde, um die von Animés inspirierte Darstellung blitzartiger Aktionen durch optisches "Einfrieren" zu ermöglichen, oder das neuartige "Universal Capture"-Verfahren, mit dem man in Matrix Reloaded und Matrix Revolutions Menschen fotorealistisch im Computer simuliert).

Die Filmtrilogie erzählt eine Story von den grausigen Konsequenzen missbrauchter Technik und entwickelt durch ihre Entstehungsgeschichte eben diese Technik um einen Quantensprung weiter. Auch in der realen filmischen Umsetzung der atemberaubenden Action-Sequenzen in den Matrix-Filmen durchbricht das Produktionsteam immer wieder Schallmauern.

In ihrer brutalen Eleganz kombinieren die Filme Elemente klassischer Kung-Fu-Filme mit den Revolverduellen der Western-Tradition, den Martial Arts des Eastern und den jeder Schwerkraft trotzenden Luftballetten der Drahtseiltricks. Dabei sind die Hauptdarsteller auch in den Kampfsequenzen persönlich im Einsatz - ganz in der Tradition der Hongkong-Regisseure John Woo und Yuen Wo Ping.

So kann die Action die Handlung dynamischer beeinflussen - die Kämpfe treiben die Geschichte voran, statt sie für eine unterhaltsame Runde zu unterbrechen. Durch diese Methode bietet das Kinoerlebnis dem Publikum in jeder Minute Substanz und Bedeutung.

Ein sicherlich nicht geringer Teil der ungeheuren Anziehungskraft, die von der Matrix ausgeht, liegt in den unzähligen Interpretationsmöglichkeiten, die in der Vielschichtigkeit der Story angelegt sind: Während die meisten Filme üblicherweise die Fragen, die thematisiert werden, auch beantworten, besteht die Matrix aus einem gigantischen Fragezeichen - Ende offen.

Beiläufig eingestreute Andeutungen dienen als roter Faden, der durch regelrechte Gedankenlabyrinthe führt. Eingeflochtene Motive aus der Mythologie, Philosophie, der technischen Entwicklung, Evolution der Psychologie, aus Büchern wie Alice im Wunderland, theologische Anspielungen (wobei sich das Christentum und der Gnostizismus gut mit der Gedankenwelt des Zen-Buddhismus und des Taoismus vertragen), sie alle entfesseln den Verstand, dem so eine große Anzahl von Wegen zur Wahrheit offen stehen.

Die Stärke der Filme liegt nicht darin, was sie uns vermitteln können, sondern vielmehr in unserer eigenen Fähigkeit, die angesprochenen Ideen aufzugreifen und nachzuvollziehen. Wie die Wachowskis ihre Synthese aus Philosophie und Technologie bewerkstelligen, ist bereits Gegenstand etlicher Bücher und zahlreicher Universitätsseminare in den Bereichen Philosophie, Science-Fiction, Kommunikation per Computer, Religion und zeitgenössische Kultur.

Die umfangreiche Forschung, die sich mit dem Werk der Wachowskis beschäftigt, ist ein Indiz für das riesige Echo, das ihr provokanter filmischer Ausflug ins kollektive Unbewusste ausgelöst hat.

"Larrys und Andys erzählerische Leistung, ihre Art, Action umzusetzen, ihr Vorstoß in neue filmtechnische Dimensionen ist beispiellos", sagt Keanu Reeves, der auf Bitten der Brüder Bücher wie Jean Baudrillards Simulacra and Simulation und Kevin Kellys Out of Control las, als er sich auf die Rolle des Neo vorbereitete - auf jenen Computer-Hacker, dessen Wahrheitssuche in Matrix zur Schicksalsreise wird.

"Die Wachowskis sind unglaublich belesen - ob es sich um Philosophie, Mythologie oder Comic-Hefte handelt. Was sie an Themen in diese Filme einbringen, spiegelt ihre Beschäftigung mit zeitlosen Fragen, durch die der Mensch sein Wissen entwickelt und seinen Verstand geschult hat", sagt Joel Silver, der Produzent der Matrix-Trilogie.

"Sie schaffen ein Epos und erzählen es in einem visionären Stil, der die Entertainment-Branche auf den Kopf stellt - heraus kommt ein Action-Film für Leute, die nachdenken. Man kann die Filme auch einfach aus dem Bauch heraus genießen, aber wer sich intensiver damit beschäftigen will, der stößt auf einige wirklich tiefschürfende Thesen."

All jene Fans, die sich bei der Wahrheitssuche nicht zu weit hinauslehnen möchten, können sich wunderbar den Entscheidungen anschließen, die Neo, Morpheus und Trinity treffen. Wer sich aber auf philosophisches, literarisches, mythologisches, theologisches und technologisches Terrain vorwagen will, kann sich im Kaninchenbau des Kinouniversums der Wachowskis so weit vorwagen, wie er sich traut.

"Die Wahrheit macht uns oft genug Angst - ich glaube, das ist eins der Leitmotive in Larrys und Andrews Kinouniversum", stellt Keanu Reeves fest. "Ein wichtiges Thema: Welchen Preis zahlen wir für das Wissen? Im zweiten und dritten Film untersuchen sie, welche Konsequenzen Neos Entscheidung für die Wahrheitssuche hat. Matrix Reloaded und Matrix Revolutions wagen sich noch weiter vor, provozieren und unterhalten noch umfassender als der erste Film. Eine wirklich wunderschöne Geschichte."

In Matrix Reloaded setzt Neo seine überwältigende Reise fort, die er mit dem Schlucken der roten Pille in Matrix begann. Er hat sich bewusst dafür entschieden, er besitzt genügend Selbstvertrauen und akzeptiert seine Bestimmung als Erwählter - dadurch kann er nun seine außergewöhnlichen Fähigkeiten sehr viel gezielter einsetzen.

Doch als Erwählter übernimmt er auch unerwartet große Verantwortung, und zwar nicht nur in Bezug auf das, was Morpheus als Neos Schicksal bezeichnet, nämlich den Krieg gegen die Maschinen zu beenden, sondern vor allem in Bezug auf die Erwartungshaltung, die ihm all jene entgegenbringen, deren Leben von seinen Entscheidungen abhängt.

Die Rebellen bereiten sich auf die Verteidigung Zions vor, jener letzten Zuflucht der Menschen, der jetzt die Vernichtung durch die Maschinenarmee droht. Neo mußs nun ein Strategiekonzept entwickeln.

"Im zweiten Film geht es um Neos ganz persönliche Berufung", sagt Keanu Reeves. "Er macht eine Entwicklung durch, versucht sich mit dem zu arrangieren, was man von ihm erwartet. Er sucht weiterhin nach der Wahrheit, das heißt, er mußs noch härter als zuvor kämpfen und sich den Anforderungen der Zukunft stellen."

Gleichzeitig ist Morpheus am Ziel seiner lebenslangen Mission angelangt: Er hat den Erwählten gefunden. Doch in seine Überzeugung mischt sich Trotz. "Im ersten Film ist Morpheus der Lehrer", kommentiert Laurence Fishburne. "In Matrix Reloaded entwickelt er sich eher zum geistigen Führer.

Er glaubt unbeirrbar an Neo und die Prophezeiung des Orakels, er mobilisiert unglaublich leidenschaftliche Kräfte, um seiner immer bedeutenderen Rolle bei der Verteidigung Zions gerecht zu werden. Aber auf dem Weg dorthin wird er mit ein paar Wahrheiten konfrontiert, die seinen Glauben auf eine harte Probe stellen."

Nur in zwei Menschen setzt Trinity unbegrenztes Vertrauen: Morpheus und Neo. Sie liebt Neo, glaubt an ihn und findet so die Kraft, unbeirrbar ihren Weg zu gehen. "Noch mehr als im ersten Film entwickelt sie sich zur Kriegerin", sagt Carrie-Anne Moss. "Die Welt, in der Neo und Trinity ihren Kampf austragen, birgt derart viel Elend und Schrecken, dass ihre Liebe dagegen absolut rein und schön erscheint. Durch die Liebe wirkt sie sanfter, aber sie schöpft auch neue Kraft aus ihr."

Hugo Weavings Rolle als unermüdlicher Agent Smith entwickelt sich vielschichtig, denn Smith kann sich die Essenz anderer Wesen in der Matrix einverleiben - und auch sein Ego entwickelt sich überproportional. "In Matrix ist Smith zunächst ein sehr steifer Typ mit einer klar umrissenen Mission", beschreibt Hugo Weaving seinen Part.

"Aber im Laufe der Entwicklung spürt er immer deutlicher menschliche Regungen in sich: Wut, Eifersucht. Plötzlich kann er riechen, er bekommt eine Ahnung davon, was Menschlichkeit ausmacht. Das passt ihm überhaupt nicht, weil er das für eine Schwäche hält. In Matrix Reloaded arrangiert er sich allmählich mit diesen überwältigenden Gefühlen, und ich habe den Eindruck, dass er sie sogar genießen kann. Sein Ego ist gewachsen, er ist buchstäblich befreit."

Auch neue Figuren tauchen in der Geschichte auf, sowohl in Zion als auch in der Matrix. Eine Schlüsselrolle in der Widerstandsbewegung von Zion übernimmt Niobe, Kapitän der Logos, des kleinsten und schnellsten Hovercraft-Schiffs der Rebellenflotte. Die Filmemacher wählten Jada Pinkett Smith als Niobe aus - sie spielt eine zentrale Rolle in den Filmen und auch im Videospiel Enter the Matrix, einer weiteren Komponente im Geschichtennetzwerk der Trilogie.

"Niobe verlässt sich ausschließlich auf sich selbst", sagt Jada Pinkett Smith. "Sie lässt sich von ihrem animalischen Ego leiten, wirkt äußerst arrogant. Nur eines ist ihr wichtig: Sie hat das Herz eines Soldaten. Sie kennt ihre Aufgabe genau und ist bestens darauf vorbereitet. Was mich mit Niobe verbindet: Wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben, dann führen wir es auch unbeirrbar zu Ende."

"Jada arbeitet genauso zäh und hartnäckig auf ihr Ziel hin wie Niobe", fügt Silver hinzu. "Sie hat sich mit Haut und Haar auf ihre Rolle in den Filmen und im Videogame eingelassen, machte eine Kampfausbildung, führte Stunts aus und ließ sich auf den Motion-Capture-Prozess ein, der für die Produktion unabdingbar war. Ihre Ausdauer ist wirklich beeindruckend - ganz abgesehen von der Kraft und Konzentration, die sie in ihre Rolle investiert."

Einen Gegenpol zu Niobes ungestümem Wesen bildet Merovingian, ein fast pervers genusssüchtiger Player im Machtgefüge der Matrix, der ständig von seiner verführerischen Frau Persephone und einem Trupp Leibwächter begleitet wird, zu denen auch die gespenstischen Zwillinge mit ihren Rasiermessern gehören.

"Er ist die Verkörperung jeglicher Form von Schwelgerei, Genusssucht und Wollust", sagt Lambert Wilson über den unersättlichen Merovingian. "Doch er spürt emotional überhaupt nichts, und umso mehr giert er nach Gefühlen."

"Man könnte Merovingian und Persephone als Vampire bezeichnen", sagt Monica Bellucci, die seine intrigante Vorzeige-Gattin spielt. "Die beiden versuchen Gefühle in anderen auszulösen, um sich daran zu weiden. Persephone wirkt sehr elegant, sehr raffiniert, ist aber durch und durch korrupt und setzt ihre Macht skrupellos ein, um das zu bekommen, was sie will - Gefühle."

Zur Besetzung von Matrix Reloaded zählen auch Gloria Foster als Orakel; Harold Perrineau als Link, der neue Maschinist der Nebukadnezar; Randall Duk Kim als Schlüsselmacher; Neil und Adrian Rayment als die Zwillinge, Merovingians ätherische Bodyguards; Nona Gaye als Links Freundin Zee; Harry Lennix als Commander Lock; Collin Chou als Seraph, Bodyguard des Orakels; Anthony Wong als Ghost, Niobes erster Maat an Bord der Logos; Anthony Zerbe als Ratsherr Hamman; Cornel West als Ratsherr West; und Box-Champion Roy Jones jr. als Captain Ballard.

Das Eis ist dein Freund: Untergründige Grundausbildung Bei der Vorbereitung von Matrix trainierten Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne und Hugo Weaving im Winter 1997-98 ganze vier Monate lang mit dem Martial-Arts-Meister und Drahtseiltrickspezialisten Yuen Wo Ping. Von ihm lernten sie Kung Fu und die Technik, sich an Drähten hängend zu bewegen, um die komplexen, anspruchsvollen Kampfszenen absolvieren zu können.

Die Darsteller ließen sich begeistert auf diese zumindest in der westlichen Filmbranche ungewöhnliche Prozedur ein - durften sie doch ihre Kampfszenen selbst spielen, was normalerweise von Stuntleuten übernommen wird. Aber sie machten sich nicht so recht klar, worauf sie sich dabei einließen.

Mit Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen gelang es ihnen dennoch, denn sie wollten die Visionen der Wachowski-Brüder unbedingt umsetzen. In unglaublich kurzer Zeit erreichten die Darsteller und das Martial-Arts-Team, was niemand zuvor versucht hatte. "Wir hatten uns eben in den Kopf gesetzt, etwas Außergewöhnliches zu schaffen", sagt Keanu Reeves.

Als die Schauspieler im November 2000 erneut antraten, um für Matrix Reloaded und Revolutions zu trainieren, waren sie gut vorbereitet. "Die Darsteller hatten eine viel bessere Kondition, waren sehr fit, vor allem wussten sie sehr viel genauer, was wir von ihnen erwarteten", sagt Yuen.

"Das Training für Teil 2 und 3 war sicher dreimal so anstrengend wie beim ersten Film", gibt Keanu Reeves zu. "Neos Kung-Fu-Einsätze und die Drahtseiltricks sind erheblich ausgefeilter - in einem bestimmten Kampf in Matrix Reloaded gibt es mehr Bewegungsaktionen als im gesamten ersten Matrix."

Während des damaligen ungewöhnlich kalten und regnerischen Winters fanden die täglichen Trainingsstunden in einem Flugzeughangar in Santa Monica statt. "Wenn wir morgens ankamen, mußste zunächst das Regenwasser der Nacht abgesaugt werden", erinnert sich Laurence Fishburne.

Im Vergleich zu Matrix hatte sich das Stuntteam fast verdreifacht. Allein zwölf Stuntleute wurden engagiert, um die Klone des Agenten Smith darzustellen. Das Trainingsteam teilte sich die Halle mit der geräumigen Motion-Capture-Bühne der Produktion.

Täglich mindestens sieben Stunden investierte Keanu Reeves in sein Kung-Fu-Training. Während der Vorbereitung und Dreharbeiten zu Matrix erholte er sich von einer Halsoperation, was seine Bewegungsfreiheit einschränkte, und Yuen stellte sich auf Reeves' Verletzung ein, indem er die Choreografie der Neo-Kämpfe eher auf Armbewegungen konzentrierte und Fußtritte vermied.

Doch diesmal war Keanu Reeves in keiner Weise gehandicapt. "Je mehr ich erreichte, desto mehr forderten sie", erinnert sich der engagierte Schauspieler. "Wenn ich also eine Aktion überzeugend absolvierte, fragten sie am nächsten Tag, ob ich auch zwei Sachen hinbekommen könnte.

Dann fingen die Dreharbeiten an, und die Brüder forderten sieben Aktionen gleichzeitig! Das hat riesigen Spaß gemacht, aber es war echte Knochenarbeit. Und schmerzhaft ... Eis war meine Rettung." (Während des Trainings zog sich Reeves gern in eine Badewanne voll Eis zurück.)

"Keanu ist eine Ausnahmeerscheinung", sagt Yuen anerkennend. "Perfektionistischer kann man gar nicht sein, er ist nie mit seiner Leistung zufrieden, sogar wenn ich selbst sie für sehr gut halte! Ich habe mich redlich bemüht, seinem Anspruch gerecht zu werden. Im ersten Matrix kämpfte Neo einhändig gegen die Agenten.

Doch in Matrix Reloaded stellt er fest, dass die Agenten durch ein Upgrade über erweiterte Fähigkeiten verfügen, also mußs auch er ihnen mit besserer Leistung entgegen treten. Ich mußste Neo also erheblich mehr Bewegungsaktionen zugestehen, wenn er sich mit den Agenten auseinandersetzt - das war wirklich äußerst kompliziert, aber Keanu meistert das hervorragend."

Neun Wochen lang studierte Keanu Reeves mit zwölf Stuntleuten eine bestimmte Kampfchoreografie ein, die im Film fünfeinhalb Minuten dauert und aus über 500 Bewegungsabläufen besteht. Nur mit einem derart aufwändigen Training ließ sich jene technische Perfektion erreichen, die der von den Brüdern angestrebten atemberaubenden Action gerecht wird.

"Wo Ping, Larry und Andy wollten die Kämpfe so spektakulär wie nur möglich gestalten", sagt Reeves. "Sie stehen auf die ganz große Show und wollen beste Unterhaltung liefern. Physischer Kontakt kann positive und negative Aspekte haben - sie interessieren sich für beides - genauso wie Feuer zerstören, aber auch wärmen kann. Beides ist auch in jeder Action-Sequenz angelegt."

Joel Silver weiß genau, dass man den Beitrag des Kampfchoreografen bei der Umsetzung des erzählerischen Spannungsbogens in der Matrix-Trilogie gar nicht hoch genug einstufen kann. "Wo Pings Stil ergänzt die Philosophie der Brüder in Bezug auf das Geschichtenerzählen außergewöhnlich gut", sagt der Produzent.

"Es geht in den Auseinandersetzungen nicht nur darum, dass sich Protagonist und Antagonist ein physisches Duell der Willensstärke liefern, sondern Wo Ping zeigt, wie sich die Figuren durch die Kämpfe weiterentwickeln. Während des Dojo-Kampfes in Matrix probiert Neo erstmals die in ihm schlummernden Fähigkeiten aus, und in der ,handfesten Schlägerei' in Matrix Reloaded wird er derart bedrängt, dass er eine ganz neue Vorgehensweise ausprobieren mußs."

Die mitreißenden Kampfszenen bilden die überzeugende Synthese aus den Beiträgen des Choreografen, der Filmemacher und Darsteller. "Alle Kampfsequenzen haben sich die Brüder ausgedacht", erklärt Yuen. "Ich nehme ihre Ideen auf und gestalte sie dann weiter aus.

Die ,handfeste Schlägerei' war ein Problem, weil Neo gegen 100 Agenten Smith gleichzeitig antreten mußs, und Keanu mußste dafür eine unglaubliche Serie sehr schneller, konzentrierter Bewegungen einstudieren. Außerdem mußste ich jedes einzelne Smith-Stuntdouble anweisen, sich Hugos Bewegungen genau anzusehen und ihn exakt nachzuahmen. Denn die Choreografie funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag absolut perfekt absolvieren."

Im Teehaus-Kampf wird Neo mit Seraph, dem Leibwächter des Orakels, konfrontiert - dabei forderte Yuen von Reeves ein hohes Maß an Martial-Arts-Fertigkeiten. "Neo und Seraph sind dem Orakel auf gleicher Ebene verbunden", erklärt Yuen. "Deshalb sollten sie Kung Fu in gleicher Perfektion beherrschen.

Doch Collin Chou, der Seraph darstellt, ist schon in vielen Eastern aufgetreten und hat etliche Jahre Martial Arts trainiert. Im Vergleich zu diesem Kämpfer mit zehn Jahren Erfahrung ist Keanu ein Anfänger - ich mußste also das Beste aus ihm herausholen, damit er in diesem Kampf als gleichwertiger Gegner bestehen kann. Doch wie schon gesagt verdanken wir es Keanus Durchhaltevermögen, dass wir diese Ausgewogenheit erreichen konnten."

Yuens Stil besteht darin, unzählige Einzelelemente in seine Kämpfe zu integrieren - dadurch wirken sie erheblich intensiver und machen das Leinwanderlebnis zu einem faszinierenden Spektakel. "Je mehr man die Variablen in einer Szene verschiebt, desto interessanter wirkt sie", sagt er. "In der ersten Kampfsequenz in Matrix Reloaded habe ich improvisiert: Dort werden Helme als eine Art Waffe eingesetzt, und Carrie-Anne weiß damit sehr handfest umzugehen.

Außerdem entwarf ich einen extrem schnellen und effektiven Fußtritt für sie, den wir Skorpion-Kick nennen. Über sechs Monate lang habe ich nur diesen speziellen Tritt mit ihr geübt. Sie hat dann wirklich kraftvoll und äußerst präzise zugetreten."

"Trinity setzt vor allem den Skorpion-Kick und die Handkanten ein", sagt Carrie-Anne Moss. "Wie gesagt: Wo Ping ist ein hervorragender Ausbilder. Ich werde nie vergessen, wie das Publikum auf meinen ersten Kampf in Matrix reagierte. Entsprechend hoffe ich, dass die Zuschauer meinen Eröffnungskampf in Matrix Reloaded genauso begeistert erleben. Der ist echt umwerfend."

"Carrie-Anne ist äußerst begabt, und ich habe sie immer wieder ermuntert, sich selbst mehr zuzutrauen", sagt Yuen. "Für Carrie-Anne galt wie für alle anderen: Die Kämpfe und das Training waren ungleich anspruchsvoller als beim ersten Film, aber je mehr wir ihr Mut machten, desto selbstsicherer wurde sie."

Im Film spürt man nichts davon, aber Moss' Training verlief durchaus nicht reibungslos. "Ich habe sechs, sieben Wochen trainiert, bevor die offizielle Ausbildung überhaupt anfing, damit ich Kondition bekam und auch wirklich hart zutreten konnte", sagt sie.

"Und dann bin ich beim Training falsch gelandet und habe mir das Knie gebrochen. Aber ich befand mich derart im Schock, dass ich das einfach nicht wahrhaben wollte. Also entschloss ich mich, allein nach Hause zu fahren und auch am nächsten Tag wieder zur Arbeit zu erscheinen. Das war brutal, denn ich dachte die ganze Zeit: ,Mein Gott, ich kann den Film nicht machen!'"

"Beim ersten Film sind Carrie-Anne und ich ohne Verletzungen davongekommen - wir waren also dran", seufzt Laurence Fishburne. "Diesmal hat es uns beide erwischt. Sie brach sich das Bein, und ich habe mir das Handgelenk ernsthaft überdehnt, mußste etwa sechs Wochen eine Schiene tragen, die mich erheblich behinderte."

Doch Fishburnes wohldurchdachte Trainingsmethode half ihm, trotz der Verletzung den Zeitplan einzuhalten. "Ich bin beim Training diesmal etwas schlauer vorgegangen, und weil die Ausbilder unsere Fähigkeiten einschätzen konnten und wir genau wussten, was man von uns erwartete, entwickelten wir einen viel besseren Rhythmus. Denn es ist sehr viel schwieriger, eine gute Kondition über zwei Jahre aufrecht zu erhalten als über neun Monate."

"Laurence Fishburne ist ein äußerst kluger Kopf, er lernt sehr leicht und begreift schnell", sagt Yuen. "Er ist sehr wendig, kann sich gut mit dem Körper ausdrücken und hervorragend zutreten. Während des Trainings konzentrierten wir uns auf die Verbesserung seiner Fausthiebe und Tritte."

Eine neue Komponente der Kriegskunst war für Laurence Fishburne der Umgang mit dem Samurai-Schwert. "Ich habe nicht im Traum daran geglaubt, dass ich das jemals beherrschen könnte, dabei ist es gar nicht so schwierig, ein Samurai-Schwert zu schwingen", sagt Laurence Fishburne.

"Ich merkte aber, dass dabei vor allem die Unterarmmuskeln gefragt sind, die ich auf die Schnelle entwickeln mußste. Die Filmszene, in der Morpheus das Schwert einsetzt, habe ich als ein besonderes Highlight meiner Darstellung erlebt. Diese wunderbare Erfahrung werde ich nie vergessen."

Neben dem Training mußsten sich Laurence Fishburne und seine Schauspielerkollegen mit einem ganz neuen Waffenarsenal vertraut machen. Und Yuen choreografierte auch eine schwindelerregende Kampfsequenz auf einem rasenden Dreißigtonner.

"Das war äußerst kompliziert, denn weil der Truck mit hoher Geschwindigkeit fährt, mußs man besonders auf das Gleichgewicht achten", erklärt Yuen. "Die Choreografie dieser Szene sieht vor, dass Morpheus in Bedrängnis gerät und Kung Fu einsetzt, um sein Gleichgewicht wiederzufinden."

Das Training für diese Auseinandersetzung absolvierte Laurence Fishburne auf einem Gerüst, das genau den Dimensionen des Truck-Dachs entsprach. "Der Kampf oben auf dem Truck ist ein wunderbares Beispiel für Spitzenchoreografie", schwärmt Laurence Fishburne. "Das war echt haarsträubend. Schon allein die riesigen Dimensionen dieser Wagen flößen uns Respekt ein, und wenn wir dann da oben drauf auch noch einen Kung-Fu-Kampf austragen müssen, dann verschlägt es einem wahrlich den Atem."

Genau wie Laurence Fishburne bereitete sich Hugo Weaving sehr viel überlegter auf das Training für Matrix Reloaded und Matrix Revolutions vor. "Ich habe grundsätzlich viel genauer auf meinen Körper geachtet als beim ersten Mal", erklärt Hugo Weaving. "Das Training war intensiv, aber ich blieb vorsichtig, weil ich mir alle möglichen Horrorszenarien ausmalte - ich habe darauf geachtet, mich nie zu überfordern und keineswegs zu schnell physische Perfektion anzustreben."

"Hugo hat sich beim ersten Film mehrfach verletzt, und diesmal hat er sich beim Training wirklich Mühe gegeben", sagt der Martial-Arts-Stunt-Coordinator Chad Stahelski. "Wenn man diese Szenen auf der Leinwand sieht, mußs man immer daran denken, dass der echte Hugo zusammen mit zwölf der besten Stuntleute der Welt agiert - und er kann ihnen durchaus das Wasser reichen."

Jada Pinkett Smith fing mit dem Training schon an, bevor das offizielle Programm überhaupt begann. "Im Drehbuch wird erwähnt, dass Niobes Muskeln schwellen, während sie ihr Schiff steuert. Da war mir klar, dass ich einiges für meinen Bizeps tun mußste", sagt Pinkett Smith, die sich während des Trainings mental ganz auf ihre Rolle konzentrierte.

"Niobe nimmt ihren Körper äußerst ernst - ihr Körper ist ihr Tempel, ihr Werkzeug. Auch sie würde sehr intensiv trainieren, weil das den Geist wahrscheinlich sogar intensiver stählt als den Körper. Es stärkt das Herz. Dadurch entsteht die Soldatenmentalität - für Niobe ist Stärke alles. Ich fing also mit Gewichtheben an und machte dann mit Martial-Arts-Training weiter. Schließlich durfte ich mich auch ein wenig prügeln, was richtig Spaß gemacht hat."

Jada Pinkett Smith hatte kurz vor Beginn des Trainings ihre Tochter Willow zur Welt gebracht. Danach bekam sie dann schnell die Schinderei aus Blut, Schweiß und Tränen zu spüren, die ihre Kollegen schon kannten. "An einem der ersten Trainingstage beobachtete ich, wie Keanu Reeves in einer Badewanne voll Eis saß, und ich fragte ihn, was das denn sollte", erinnert sie sich.

"Seine Antwort: ,Wart's nur ab, bald wirst du wissen, warum.' Und tatsächlich, nach meiner ersten Kampfszene waren meine Gelenke geschwollen, meine Beine fühlten sich an wie Zementblöcke, und jeder Knochen im Leib tat mir weh - da wusste ich, wozu das Eis gut war! Ich habe keine Ahnung, wie Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss das alles derart lange ausgehalten haben. Ich weiß es wirklich nicht."

Neil und Adrian Rayment, Träger des Schwarzen Gürtels in Shotokan Karate, haben sich als Ausbilder international einen Namen gemacht. Für sie war es eine große Ehre, unter Yuen Wo Pings Leitung ihre Erfahrung in den Film einzubringen. "Wir haben mit etwa 16 Jahren unsere Karate-Ausbildung angefangen", sagt Neil Rayment. "Als Jugendliche sahen wir uns ständig die Kung-Fu-Filme aus Hongkong an - Wo Ping war schon damals unser Vorbild, nicht nur wegen seiner Martial-Arts-Leistungen, sondern auch als Regisseur."

"Wir fühlten uns ganz klein, als wir plötzlich mit ihm trainieren durften - wir dachten, wir seien es nicht wert!" meint Adrian Rayment. "Wir haben uns richtig ins Zeug gelegt, und manchmal fing er ganz überraschend an zu grinsen - das war traumhaft. Wir fühlten uns, als ob er uns den Kopf gestreichelt hätte!"

Genau wie seine Kollegen spricht auch Laurence Fishburne voller Anerkennung über die herausragende Leistung des Choreografen. "Wo Ping und sein Team verdienen Applaus für ihren Einsatz bei diesem Unternehmen - sie waren jahrelang nicht zu Hause und sorgten dafür, dass wir auf der Leinwand hervorragend aussehen", sagt Laurence Fishburne. Was sie an Können, Erfahrung und Kreativität einbringen, lässt sich mit Geld gar nicht bezahlen. Ohne ihre Mitwirkung wäre die Matrix nicht das, was sie ist."

Fliegende Kugeln in Zeitlupe und mehr: so entsteht virtuelles Kino Die Arbeit an den visuellen Effekten zu Matrix Reloaded und Matrix Revolutions begann im März 2000 in der produktionseigenen Trickabteilung: ESC (ausgesprochen wie "Escape"). John Gaeta, verantwortlich für die visuellen Effekte der Matrix-Trilogie, überwachte hier die Erstellung von über 1.000 Trickeinstellungen allein für Reloaded - dagegen nehmen sich die 412 visuellen Effekte in Matrix fast unbedeutend aus.

Gaetas wichtigste Erfindung für Matrix wird inzwischen als "Bullet Time" bezeichnet: Diese revolutionäre Technik kann filmische Handlungen im Stil des japanischen Zeichentrickverfahrens darstellen, das als Animé bekannt wurde. Bullet Time definiert man als das Konzept, durch das wir in die virtuelle Realität der Matrix eintauchen, die eine Filmfigur - vor allem Neo - in die Lage versetzt, die Matrix "geistig" zu kontrollieren.

Den Schaffensprozess, Bullet Time auf die Leinwand zu bringen, nennt man "virtuelle Kamera": Gaeta und die Matrix-Filmemacher entwickelten diese digitale Methode, um bestimmte Momente in Zeitlupe darzustellen, in denen Neos Willenskraft die Matrix-Realität beeinflusst, wobei aber die Kamera trotzdem mit normaler Geschwindigkeit läuft.

Das Unmögliche wurde machbar, indem das Matrix-Effekte-Team 120 Nikon-Standbildkameras präzise auf einer vom Computer berechneten Wegstrecke anordnete. Die Kameras nahmen die Action in einer Sequenz auf, und diese Standbilder scannte man dann in den Computer.

Dort wurden auch die Übergänge zwischen den Standbildern berechnet, und die Bildreihe passte man anschließend in einen digitalen Hintergrund ein. Mit dem Resultat konnte Gaetas Team die Abspielgeschwindigkeit der Bildsequenz beliebig manipulieren, ohne dass sie an Klarheit oder Schärfe verlor.

Doch diese erste Phase virtueller Kameraarbeit erwies sich als unbrauchbar - laut Gaeta "fast urtümlich" -, als er sich daran machte, die übernatürlichen Ereignisse zu filmen, die sich die Wachowski-Brüder für Matrix Reloaded und Revolutions ausgedacht hatten. Ihre ehrgeizigen Drehbuchpläne sahen vor, dass Neo gleichzeitig gegen 100 Klone des Agenten Smith kämpft und mit 3000 Stundenkilometern über die Megacity in der Matrix fliegt (diese gewaltige Metropolis ist zehnmal so groß wie New York).

Außerdem mußste Gaeta eine Methode entwickeln, um 250.000 Wächter zu zeigen, die sich durch einen riesigen Tunnel winden, und schließlich schuf er eine rasante 14-minütige Autobahnverfolgungsjagd inklusive zweier Martial-Arts-Kämpfe bei hoher Geschwindigkeit, eine Motorrad-Verfolgung gegen den Verkehrsstrom, Filmhelden, die unmögliche Sprünge von einem fahrenden Gefährt zum anderen vollführen, und ein spekakuläres Crash-Ballett aus Explosionen und virtuellem Blechschaden.

"Völlig klar war, dass wir die Bullet-Time-Technik, die wir im ersten Teil verwendet haben, nicht weiter entwickeln konnten", sagt Gaeta, der mit seinen visuellen Effekten zu Matrix den Oscar gewann. "Die Möglichkeiten waren zu beschränkt und kosteten zu viel Zeit. Das Bullet-Time-Konzept mußste also eine neue Technologie-Stufe erreichen, die bereits in ihr angelegt war."

Anders gesagt: Die visionären Action-Sequenzen in Matrix Reloaded und Matrix Revolutions erforderten eine Technologie, die es noch nicht gab. Was allerdings für Gaeta und die Wachowskis nichts Neues war. Doch diesmal hatten die Filmemacher den Ehrgeiz, ihre Pläne bezüglich der virtuellen Kamera gleich um einen Quantensprung voranzutreiben - jenseits aller herkömmlichen Vorstellungen.

"Ihr Entschluss stand fest: Diesmal sollte es Bilder geben, die niemand nachahmen kann", sagt Produzent Joel Silver. "Das braucht seine Zeit, kostet viel Geld, und ohne fähige Mitarbeiter läuft gar nichts. Aber das Resultat ist atemberaubend. Die Jungs haben die Messlatte für Action-Filme, Filmvisionen und optisch umsetzbare Ideen nicht nur eine Stufe höher gelegt - sie haben sie auf den Mond geschossen."

Das Herzstück des Konzepts von Gaeta und Co. in der erweiterten Version der virtuellen Kamera bildet die virtuelle, dreidimensionale Darstellung der Hauptfiguren, die dann physisch unmögliche, übermenschliche Aktionen ausführen können - und zwar so realistisch, wie es bisher nicht möglich war.

Um derartige virtuelle Menschen zu schaffen, setzte das Effekte-Team das Motion-Capture-Verfahren ("Mocap") ein: Bei dieser Technik registrieren ausgeklügelte Kameras ganz präzise jene Bewegungsdaten, die von den reflektierenden Ganzkörperanzügen der Schauspieler übermittelt werden, oder von Yuen Wo Pings Martial-Arts-Team beziehungsweise den Stuntleuten, die vor der Kamera den entsprechenden Bewegungsablauf vollführen.

Es dauerte Monate, bis all jene Motion-Capture-Daten zusammengetragen waren, die die Voraussetzung für die "handfeste Schlägerei" zwischen Neo und den Klonen des Agenten Smith, die Autobahnverfolgungsjagd und andere wichtige Szenen mit übernatürlichen Aktionen bilden. Zu diesem Zweck baute man eine spezielle Studiobühne, auf der die Motion-Capture-Darstellungen aufgenommen wurden - zur Zeit der Dreharbeiten war es die weltweit größte Bühne dieser Art. Dort filmte man über vier Monate lang parallel zu den regulären Dreharbeiten.

Die für Matrix Reloaded und Revolutions sowie für das Videogame Enter the Matrix gefilmten Daten sind die umfangreichsten Motion-Capture-Aufnahmen, die je für einen Film entstanden. Im Vergleich dazu wirken die Capture-Aufnahmen, die selbst für das komplizierteste Videogame nötig sind, wahrlich wie ein Kinderspiel.

"Die Verwendung von Motion Capture war für mich eine völlig neue Erfahrung", sagt Martial-Arts-Meisterchoreograf Yuen Wo Ping. "Diese Technik ist fantastisch, weil sie uns viele Bewegungsabläufe ermöglicht, die real nicht machbar sind. Mit Motion Capture können wir Fußtritte dynamischer und ästhetischer gestalten, als das jemals möglich war."

Bei der Bearbeitung des Motion-Capture-Materials stattete Gaetas Team die virtuellen Filmfiguren buchstäblich mit Fleisch und Blut aus, modellierte fotorealistische Muskeln und die Kleidung darüber. Dann mußste man den im Computer errechneten Darstellern lebensechte Gesichtsausdrücke verpassen - eine weitere weitreichende Erfindung, die von den Computer-Artisten des Matrix-Teams als "Universal Capture" ("U-Cap") bezeichnet wird.

Fünf extrem leistungsfähige, hoch auflösende Kameras wurden im Halbkreis um das Gesicht des entsprechenden Schauspielers angeordnet. Was die Darsteller an Emotionen und Mimik spielten, hielten die Sony-HDW-900-Kameras bis ins kleinste Detail fest - porentief bis zur letzten Haarwurzel.

Diese fünf in normaler Geschwindigkeit und mit extrem hoher Auflösung gefilmten Aufnahmen der Schauspielergesichter übertrug das Effekte-Team anschließend auf die Körper der digitalen Filmhelden - das Resultat ist die überzeugendste im Computer generierte Darstellung von Menschen, die es bisher zu sehen gab.

Nachdem die Basisaufnahmen für jede Sequenz vorlagen und in verschiedenen Arbeitsschritten veredelt worden waren (dazu zählen virtuelle Hintergründe, Requisiten, Blut und im Computer nachgearbeitete optische Akzente wie das Blinken von Glas oder der von fliegenden Geschossen gebildete Luftkanal), eröffnete die virtuelle Kamera unendliche Möglichkeiten zur Variation und Komposition der Bilder - was herauskam, nannte das Matrix-Effekte-Team "virtuelles Kino".

Was trägt das virtuelle Kino zur "handfesten Schlägerei" bei? Die entfesselte Kamera wirbelt um Neo herum, während Agent Smith und seine 99 ebenso absolut unerbittlichen Alter-Egos ihn angreifen - die Kamera bewegt sich nahtlos vor oder zurück, wird langsamer oder schneller, die Action wechselt von Super-Zeitlupe zur Überschallgeschwindigkeit.

Bei der Autobahnjagd ermöglicht das virtuelle Kino die Kollision zweier Fahrzeuge, die dem Gesetz der Trägheit auf surreale Art gehorchen - ein unmöglicher Vorgang, der von unmöglichen Kamerapositionen aus gefilmt wird.

Einen Prototyp dieser Art Hyper-Realität bildete in Matrix der Helikopter, der in einen Wolkenkratzer kracht und auf der Oberfläche des Gebäudes einen Kräuseleffekt wie auf einer Wasserfläche auslöst.

Die Filmemacher missachten die üblichen physikalischen Gesetze, weil in der algorithmischen Welt der Matrix optische Ausrutscher wie der surreale Kräuseleffekt eher normal wirken. Matrix Reloaded und Matrix Revolutions übertreffen alle Erwartungen, weil diese fantastische neue Optik erheblich weiter entwickelt wird.

"Während übliche Action-Filme an die Schwerkraft und andere Gesetze der Wahrscheinlichkeit gebunden sind, spürten wir, dass wir alle Barrikaden der Physik einfach einreißen mußsten: Erst dadurch schaffen wir uns eine neue Ausgangsposition, von der aus wir unserer Zerstörungsfantasie freien Lauf lassen können", sagt Gaeta.

"Es bringt viel mehr Spaß, Dinge im Film auf eine Art und Weise in die Luft zu jagen, die es in der Realität nie geben könnte. Vernichtungsorgien mit Requisiten aus dem Supermarkt sind dagegen stinklangweilig."

Beim Konzept der Autobahnjagd verwendete man 3-D-Modelle im Computer, um die Choreografie der später real gefilmten und der virtuell errechneten Einstellungen minutiös zu planen. Die Vorbereitung dieser Szene nahm vor Beginn der Dreharbeiten fast ein Jahr in Anspruch - alle wichtigen Designer und Techniker des Teams waren daran beteiligt.

Dazu Gaeta: "Innerhalb der Autobahnsequenz gibt es unglaublich beeindruckende Beispiele dafür, wie die vorab dreidimensional entworfenen Einstellungen die Routen und Abläufe von rasenden Wagen und dem Drumherum erst ermöglichen. Dabei spielen etliche lebensgefährliche Stunts eine Rolle, manche davon waren beim Zusammenspiel der Fahrer bis auf die kilometergenaue Geschwindigkeit vorausberechnet - nur so ließen sich die Fast-Frontal-Zusammenstöße und andere Real-Kollisionen bewerkstelligen."

Doch nicht nur jene virtuellen Darsteller und die übernatürlichen Aktionen, die die Highlights in der "handfesten Schlägerei" und bei der Autobahnjagd bilden, erfordern den Einsatz des Rechners in "Reloaded": Zu den weiteren spektakulären Computer-Bildern zählen die Stadt Zion, eine gigantische Höhle im Innern der Erde, und die erweiterte optische Präsentation von Neos intensivierten Wahrnehmungsfähigkeiten.

Was ihm seine Intuition suggeriert, wird teilweise durch eine traumähnliche Offenbarung dargestellt: Die Kamera gleitet durch die Zahlenkolonnen der Matrix, buchstäblich Millionen schimmernder Code-Partikel, die Objekte an den realen Schauplätzen oder auch handelnde Figuren umkreisen.

In der Tradition aktueller japanischer Zeichentrickfilme zeigt Matrix Reloaded fotorealistische, dreidimensionale Darstellungen natürlicher Phänomene wie Wetter, Wasser und Flammen, um Intelligenz, Verhaltensmustern und Charaktereigenschaften eine impressionistische Gestalt zu verleihen.

Dutzende von Details in Matrix Reloaded, von Blitzen bis zu Explosionen, wurden von Design, Stil und Umsetzung her völlig neu durchdacht. "Die Brüder sind besessen davon, übernatürliche Ereignisse sichtbar zu machen", verrät Gaeta. "Immer wieder bemühen wir uns, einen Mittelweg zwischen Chaos und Ordnung zu finden - man kommt sich vor, als ob man eine Springflut in einen Bilderrahmen hängt."

Um bei den komplizierten Abläufen des virtuellen Kinos von den Testaufnahmen bis zur Endfertigung die Übersicht zu behalten, setzte sich Gaetas Team zusammen und entwickelte den "Zion Mainframe", den umfangreichsten Rechner für Informationsaustausch und Organisation, der je für einen Spielfilm eingerichtet wurde.

Es handelt sich dabei nicht nur um eine Suchmaschine, sondern ein ganz neuartiges Arbeitsgerät, das die Zusammenarbeit aller Abteilungen erleichtert, in dem Artworks, Design-Entwürfe und Storyboards allen Mitarbeitern digital zur Verfügung stehen, aber auch Drehpläne, die 3-D-Modelle der Testaufnahmen, Modelle in hoch auflösender Videotechnik, Quicktime-Versionen aller gefilmten Aufnahmen (die über ein digitales Archiv der chronologisch erfassten Muster abrufbar sind), schließlich auch die endgültigen Backup-Versionen von genehmigten Trickaufnahmen der Zuliefererfirmen.

Gespeist wird der Rechner vor allem von der "Matrix-Ausstattungsabteilung, von der Abteilung für visuelle Effekte und den Zuliefererfirmen, vom Team, das für das Videogame Enter the Matrix zuständig ist, sowie von den Machern der neun Animé-Kurzfilme, die zusammen The Animatrix bilden.

Nach aktueller Zählung haben über 500 Computer-Künstler an den virtuellen Effekten in Matrix Reloaded und Matrix Revolutions gearbeitet.

Das Konzept der Matrix: Kapitel zwei und drei Die Wachowski-Brüder sehen Matrix Reloaded und Matrix Revolutions als epische Filmeinheit, die dem Publikum aber in zwei Kapiteln jener dreiteiligen Geschichte präsentiert wird, die mit Matrix begann. Für Teil 2 und 3 war ein strapaziöser Drehplan von 270 Tagen erforderlich. Die Dreharbeiten begannen im März 2001 in Oakland an der Bucht von San Francisco, wo die letzte Einstellung im Juni gedreht wurde.

Nach einer kurzen Sommerpause wurde ab September 2001 im australischen Sydney weitergedreht - dort war 1998 der gesamte erste Teil Matrix entstanden. Matrix Reloaded und Matrix Revolutions wurde überwiegend in den Fox-Studios in Sydney gefilmt. Im August 2002 fiel dort die letzte Klappe.

Allein in Australien entstanden durch den Film über 3500 Arbeitsplätze. Neben 80 Profi-Darstellern wirkten Hunderte von Statisten mit. "Das war ein umfangreiches Unternehmen", sagt Produzent Joel Silver. "Auf der Lohnliste standen regelmäßig fast 1000 Mitarbeiter."

Als einer der ersten Künstler wurde Geof Darrow für die Matrix-Trilogie engagiert: Seine Comic-Illustrationen, zum Beispiel für das fröhlich-wahnsinnige "Hard Boiled", inspirierten die Brüder beim Entwurf ihres eigenen post-apokalyptischen Universums. Für die Maschinenwesen und Sets der Matrix-Filme schuf Darrow bis ins kleinste Detail ausgestaltete, fast quälerisch komplizierte Designs.

Der Künstler entwarf das Flickwerk-Design für die Innenräume der Nebukadnezar und verschiedene Robotermodelle, die durch die "Wüste des Realen" rutschen, flattern oder fliegen. Von ihm stammen auch die albtraumhaften Felder, auf denen Menschen angebaut und kultiviert werden, sowie die gespenstischen Turmpflanzungen, auf denen sie ihr "Leben" lang in Schoten dahinvegetieren. Darrow war in Abstimmung mit Produktionsdesigner Owen Paterson und einem Team von Storyboard-Zeichnern auch am ästhetischen Konzept von Matrix Reloaded und Matrix Revolutions beteiligt.

Um die Entwürfe zu Matrix Reloaded und Matrix Revolutions mit Leben zu erfüllen, waren in der Ausstattungsabteilung unter Owen Patersons Leitung ständig mindestens 400 Mitarbeiter im Einsatz. Bei Matrix war Paterson mit 30 Sets ausgekommen, diesmal verantwortete er etwa 70 Sets für jeden Film, zusammen fast 150 Sets.

"Mit dem Bau hatten wir eine Menge zu tun, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir nur über eine begrenzte Anzahl von Studiohallen verfügen konnten", berichtet Paterson. "Einige Sets kamen nur ganz wenige Drehtage zum Einsatz. Hugh Bateup und sein Ausstatterteam haben eine gewaltige logistische Leistung vollbracht - durch ihn und die Bauteams war das überhaupt erst möglich. Sie waren immer auf Trab, stellten einen Set fertig, um ihn nach den Aufnahmen sofort wieder abzureißen und Platz für den nächsten zu schaffen."

Vergleichbar mit dem ungeheuren Aufwand, der beim Drehen der atemberaubenden Autobahnsequenz getrieben wurde, war die Konstruktion des Straßenteilstücks. Die Filmemacher entschieden sich gegen die Option, ein echtes Autobahnteilstück für die sieben Wochen Dreh abzusperren, und bauten lieber ihre eigene Autobahn - 2,5 Kilometer lang inklusive einer fünf Meter hohen Mauer und zwei Brücken. Der Set entstand auf einer Startbahn der Marinebasis Alameda.

"Das war ein gigantisches Unterfangen", sagt Paterson über diesen Set. "Für die Mauern benutzten Ausstatter Mark Mansbridge und Bauleiter Butch West Lastwagenladungen von Bauholz, die dann mit Gips verkleidet wurden, damit sie wie Beton aussahen. Die Mauern mußsten wetterfest und entsprechend solide gebaut sein. Allein am Bau der Autobahnmauern waren sicherlich 100 Leute beschäftigt."

"Der Autobahn-Set war ein echtes Schnäppchen für Warner Bros.", stellt Ausstatter Hugh Bateup fest: "Es gehört sicherlich zu den größten Sets, die je gebaut wurden, kostete aber nur etwa 40 Dollar pro Quadratmeter. Wir gingen also nach dem Motto vor: Je größer wir bauen, desto preiswerter wird es. Durch uns haben sie reichlich Geld gespart!"

Als die Szenen in Alameda abgedreht waren, wurde der Autobahn-Set auseinander genommen - übrig blieben 2,5 Kilometer bestes Bauholz. Statt es wegzuwerfen, ließ der US-Aufnahmeleiter Peter Novak es nach Mexiko verfrachten, wo es beim Bau von 100 Sozialwohnungen verwendet wurde. Die California Film Commission wusste Novaks karitativen Einsatz zu würdigen und zeichnete ihn bei der 7. Verleihung der California On Location Awards mit dem Humanitarian Award aus.

In Alameda entstand auch ein weiterer riesiger Set des Films, der Zion-Tempel, eine völlig echt wirkende Höhlenkonstruktion, in der 2000 Statisten Platz fanden. "Zion unterscheidet sich stark von der Matrix", erklärt Paterson. "Hier hat man mit High-Tech nichts im Sinn. Die Höhle befindet sich tief im Innern der Erde. Man fühlt sich an das Industrie-Design des frühen 20. Jahrhunderts erinnert - sehr heruntergekommen, aber immer noch funktional und praktisch."

Zion besteht aus verschiedenen Ebenen - auf der obersten befindet sich ein Landeplatz für die Hovercrafts. "Der Dock-Set sieht aus wie eine große gewölbte Zisterne, hier können Flugboote auf flugzeugträgergroßen Landezonen andocken, es gibt Passagen für Fußgänger, Munitionsbunker und Aufzüge", erzählt Paterson. "Alles wirkt sehr altersschwach und reparaturbedürftig, wir halfen kräftig mit rostiger Patina nach."

"Unter dem Flugfeld liegt das militärische Hauptquartier von Zion, das wiederum über ein System von Gängen und Aufzügen mit der Basis der Stadt verbunden ist. Ganz oben befindet sich das, was Larry, Andy und Geof als Gehirn bezeichnen: ein wirres Knäuel aus Rohrleitungen, Lüftungskanälen und Ventilatoren sowie der Ratssaal von Zion", sagt Paterson.

"Vom Gehirn führt ein großer senkrechter Fahrstuhlschacht auf die unterste Ebene der Stadt. Dieser Entwurf stammt ebenfalls von Geof: Der Schacht sieht aus, als ob er von einer industriell gefertigten DNA-Kette gehalten wird. Vom Fahrstuhlschacht zweigen Gänge ab, die zu den Wohnquartieren führen. Hier leben 250.000 Menschen in kleinen Behausungen, die von Gängen umgeben sind - eine Ebene über der anderen.

Hier gibt es eine Entsprechung zu dem Wohnblock, in dem die ,handfeste Schlägerei' zwischen Neo und Smith stattfindet - jenes Gebäude ist kantig, rechteckig und wird von gesichtslosen Wohngebäuden eingerahmt. Wenn man dann ins Erdzentrum nach Zion vordringt, sieht man nur runde Wohnungen, aber auch sie wirken gesichtslos."

Der Abwasserkanal-Set der realen Welt stattete Patersons Team mit einem Look aus, der an alte, verfallene Gebäude erinnert: ein gewaltiger Tunnel, der aus Rohren besteht. "Das ist ein gefährliches Pflaster, mit großer Detailliebe ausgestaltet: Man kommt sich vor, als ob hier seit 1000 Jahren niemand etwas instandgesetzt hat", stellt Paterson fest. "Dennoch spürt man, dass hier Menschen mit unbändigem Lebenswillen am Werk sind - sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben."

Oft mußste Patersons Abteilung zwei oder drei Versionen des gleichen Sets bauen, die den Schauplatz in unterschiedlichen Stadien der Zerstörung zeigen. Etliche Sets, zum Beispiel Merovingians Schloss, sollten handfeste Action aushalten können. "Sets und Effekte mußsten sehr genau aufeinander abgestimmt werden, wir tauschten uns also intensiv aus", sagt der Produktionsdesigner.

"Oft bauten wir Sollbruchstellen ein, ganze Set-Teile stürzten in sich zusammen. Von oben regnete es Bruchstücke, Leute werden vom Explosionsdruck an die Wand geschleudert, hinzu kommen jede Menge Einschüsse. Aus diesem Grund sorgten wir dafür, dass die Explosionen auch bei Anwesenheit von Akteuren auf dem Set mit höchster Sicherheit über die Bühne gingen - so etwas mußs ich von vornherein beim Bau der Sets einplanen."

Für die zahlreichen Kampfszenen fertigte Paterson außerdem Hunderte von Gummiwaffen an. "Sie alle sind sehr kompliziert geformt. Wir benutzten also Gussformen und malten sie dann entsprechend an", sagt er. "Und wir mußsten ständig nachliefern, denn sobald jemand ein Schwert in die Hand nahm, schlug er es auch kaputt."

In der Ausstattungsabteilung entstanden auch mehrere Wächter, "aber nur tote", verrät Paterson. "Die lebendigen fliegen herum und wurden von den Trickprofis gestaltet. Der ursprüngliche Entwurf entstand im Computer. Nach diesen Vorgaben bauten wir in der Requisitenabteilung den ersten realen Wächter. Von diesem erstellten wir dann eine Gussform, gossen Kopien, die dann den endgültigen Anstrich bekamen.

Das Aussehen der Computer-Wächter orientiert sich exakt an unserem Real-Modell. Ganz ähnlich verfuhren wir beim APU [Armored Personal Unit (persönliche Rüstungseinheit), eine ausgeklügelte Maschine, die von der Zion-Armee bei der Verteidigung gegen Wächter-Invasoren eingesetzt wird].

Wieder stellten wir nach den Vorgaben von Geof Darrow und dem Effekte-Team ein reales Requisit her und orientierten uns bei allen folgenden APUs an diesem realen Prototyp. Wir haben mit den anderen Abteilungen sehr eng zusammen gearbeitet - jeder hat sich in seinem Bereich selbst übertroffen."

Auch mit der Kostümbildnerin Kym Barrett stimmte sich Paterson sehr eingehend ab, um sicherzustellen, dass die von ihnen verwendeten Farben zusammenpassten. "In der Matrix herrscht immer ein blassgrüner Ton vor, während die reale Welt eher blau getönt ist", sagt er.

"Das funktionierte bei den Kostümen und Sets sehr gut - die Farben der Sets heben die Kostüme besonders hervor, während deren Farben wiederum sehr oft mit den Sets korrespondieren. Das passt alles bestens zusammen."

"Letztlich entstammt das komplette Produktionsdesign den Köpfen von Larry und Andy", gibt Paterson zu. "Es ist eine wunderbare Sache, das geschriebene Wort dann als Ausgangspunkt zu nehmen, es in einen gezeichneten Sketch auf Papier zu verwandeln und daraus dann einen dreidimensionalen Set zu konstruieren. Ich bin stolz darauf, dass ich mit meinen talentierten Mitarbeitern an dem Prozess mitwirken und mit den Brüdern zusammenarbeiten durfte."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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