Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch

Produktionsnotizen

Das augenzwinkernde Martial Arts-Spektakel Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch mit dem erfrischend originellen Buddy-Gespann Chow Yun-Fat ("Crouching Tiger, Hidden Dragon") und Seann William Scott ("American Pie") basiert auf der gleichnamigen Comic-Serie, die in den späten Neunzigern von Flypaper Press veröffentlicht wurde.

"Ich lese nicht viele graphic novels", sagt John Woos langjähriger Produktionspartner Terence Chang, "doch diese Story kombinierte klassische Hongkong-Action mit philosophischen und komödiantischen Elementen, sodass wir nicht lange zögerten, daraus einen Film für Chow Yun-Fat zu machen, der seinem Talent und Charisma gerecht wird."

Die Drehbuchautoren Ethan Reiff und Cyrus Voris erläutern, warum das zunächst leichter gesagt, als getan war: "Obwohl die Comics Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch heißen, taucht die gleichnamige Figur kaum auf, sondern ist eher eine legendäre Figur, von der erzählt wird. Somit nutzten wir das Material als Ausgangsbasis und bauten die Story für Chow Yun-Fat aus - als Action-Abenteuer voller Fun über den Helden in jedem von uns."

Über die Suche nach einem geeigneten Regisseur für den Stoff sagt Produzent Charles Roven: "Das Drehbuch markiert eine wunderbare Mischung aus fernöstlichem Martial Arts-Epos und westlicher Buddy-Comedy, sodass wir jemanden brauchten, der beiden Elementen gerecht würde. Paul Hunter war in der Branche bereits für seine sensationellen Videoclips bekannt, und ganz offensichtlich war es bis zu seinem ersten Spielfilm nur eine Frage der Zeit.

Doch bei allem Talent, Charakter und Gespür für Schauspieler war es am Ende vor allem seine Leidenschaft für die Story, die uns überzeugte - so begeistert stürzte er sich auf das Material, dass wir gar nicht mehr an ihm vorbeikonnten."

Der Regisseur ergänzt: "Von Beginn an reizte mich die Aussicht, mit Chow Yun-Fat zu arbeiten und diese Ikone in der ungewohnten Rolle eines etwas verschmitzten Mentors zu sehen. Hinzu kam meine persönliche Identifikation mit den Figuren, die unversehens zu Helden werden, was viel interessanter zu inszenieren schien als etwa ein Film über die üblichen Supermänner."

Über seine Rolle des Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch merkt Chow Yun-Fat an: "Da ich von Beginn an in die Produktion involviert war, konnte ich den Mönch selbst sehr großzügig gestalten und Spaß mit der Figur haben. Er ist philosophisch, aber er besitzt auch einen Sinn für Humor. Und er hat eine fabelhafte Beziehung zu seinem Protegé - die beiden sind nicht Lehrer und Schüler, sondern werden Freunde, was der Story viel Herz verleiht."

Diesen Protegé verkörpert der aufsteigende Star Seann William Scott und sagt: "Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch war eines der coolsten Skripts, das ich je gelesen habe. Und weil ich von den Abenteueraspekten bis zu den Gags alles an dieser Story liebte, warf ich mich hundertprozentig hinein und lebte meine Figur von der ersten bis zur letzten Drehminute.

Geradezu traumhaft war die Zusammenarbeit mit Chow Yun-Fat - er hat einfach ein unnachahmliches Funkeln in den Augen, das einen in jeder Szene zu Höchstleistungen treibt. Wenn ich nur halb so gut bin wie er, schätze ich mich verdammt glücklich."

Eine weitere Schlüsselrolle wird von Jaime King ausgefüllt, die in Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch als mysteriöses Mädchen mit zwei Identitäten zu sehen ist. "Ich mochte besonders", sagt sie, "dass die Chemie zwischen Seann und mir von Beginn an stimmte und meine Rolle überdies sehr physisch angelegt war. Kommt nicht oft vor, dass junge Frauen in Hollywoodfilmen ernstlich kämpfen können.

Doch legte allein schon unser Vorbild Chow Yun-Fat die Latte so hoch, dass wir Jüngeren all unsere Athletik brauchten, um mitzuhalten. Es war ein Arbeitsprozess gegenseitiger Inspiration." Außerdem ist der Prager Schauspieler Karel Roden in der Rolle des Bösewichtes Stroker zu sehen und sagt mit trockenem Humor: "Der Mann ist dem Mönch mit seiner verfluchten Geheimrolle sechzig Jahre hinterher gehetzt und ist verständlicherweise ziemlich pissed off !"

Die Britin Victoria Smurfit, die Strukers Enkelin Nina spielt, sekundiert ihm in die abolischen Dingen. "Sie hat kein Interesse daran, durch die Kräfte der tibetanischen Dokumente Erleuchtung zu finden", meint Smurfit, "denn sie ist eine miese, unmoralische Schlampe, die die Welt beherrschen will. Sehr viel mehr Spaß kann eine Rolle eigentlich kaum machen."

Das körperliche Training für die Schauspieler begann viele Wochen vor der Produktion und wurde von Fight-Koordinator Stephen Tung geleitet, der sagt: "Koordination und Flexibilität sind die Schlüssel zu einer sehenswerten Kampfsequenz, und es braucht etliche Stunden und Übungen, um die richtigen Techniken zu erlernen." So unterzog sich allein Seann William Scott einem viermonatigen Trainingsprogramm, das eine strikte Diät umfasste, durch die er dreißig Kilo Körpergewicht verlor.

"Ich hatte für meine komischen Figuren immer zugenommen", sagt Scott, "doch um hier glaubwürdig zu sein und meine meisten Stunts selbst machen zu können, mußste ich vor allem beweglicher werden, als ich es je war. Als ich dann glaubte, die härtesten Torturen hinter mir zu haben und am Boden einigermaßen elegant war, ging es zum Training an Drähten - und hier waren wieder ganz andere Bewegungsabläufe und Timing-Einsätze gefragt, um den Bungee-Schwung von "Wire Work"-Akrobatik mitzunehmen, wie es in asiatischen Filmen perfektioniert wurde."

Jaime King ergänzt: "So schwer es war, gewisse Kicks über viele Tage zu erlernen, so viel Genugtuung bereitete mir die Arbeit an Drähten. Wer wollte nicht an Wänden entlanglaufen können oder Drehungen in der Luft schaffen, als ob man fliegt? Es gibt kein cooleres Gefühl als den Moment, in dem sich endloses Training in einer perfekten Actionszene entlädt und eine Crew-Hundertschaft applaudiert, durch deren Inspiration man überhaupt erst so weit gekommen ist."

Nichts als gute Noten auch von Chow Yun-Fat für die Künste seiner Co-Stars: "Die beiden haben gelernt, sich so sensationell zu bewegen wie damals unsere besten Leute in Hongkong. Ich selbst bin offen gestanden nicht mehr so scharf darauf, durch die Lüfte zu segeln. Das habe ich so oft getan, dass mir ernste Schau-spielerei inzwischen mehr Freude bereitet. Ich habe eben lieber das Mädchen in den Händen als zwei Waffen ...".

Weitere Mitglieder des Stunt-Teams waren Branko Racki und Wong Wai Leung, die wegen der zahllosen Actionszenen von Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch häufig simultan arbeiteten. "Es ist wichtig", resümiert Produzent Roven, "bei so einem Film mit originellen Ideen und Umsetzungen aufzuwarten, was nur durch eine konzentrierte Team-Anstrengung funktioniert. Alles steht jedoch unter dem Diktat der Story, denn die besten Actionsequenzen wirken ungenügend, wenn sie nicht in den dramaturgischen Kontext eingebunden sind."

Die Dreharbeiten von Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch begannen am 9. März 2002 und dauerten rund drei Monate in den Städten Vancouver, Toronto und in Nachbar-Regionen. Produktionsdesignerin Deborah Evans und Art Director Arv Grewal arbeiteten eng mit Regisseur Hunter zusammen, um sowohl eine moderne, urbane Landschaft zu entwerfen, als auch für kulturell authentische Bilder in den Tibet-Szenen zu sorgen.

Gedreht wurde unter anderem im U-Bahn-System von Toronto, im Rathaus von Vancouver oder in einer alten Destillerie in Downtown Toronto, in der zuerst das Apartment von Kar und später der geheime Tempel inmitten einer Fabrik entstand. Weitere Locations waren das historische Parkwood Anwesen in Oshawa, in dem der Familiensitz von Jade errichtet wurde, oder eine gigantische Bühne in Toronto, auf der das Kommandocenter des teuflischen Struker seinen Platz fand.

Bemerkenswert schließlich noch die Lösung der Bulletproof Monk - Der kugelsichere Mönch-Crew, als es darum ging, den buddhistischen Tempel der Eingangssequenz zu Füßen des Himalaya zu konzipieren. Diese Location fand sich nur eine Stunde von Toronto entfernt und ist im fertigen Film mittels weniger computergenerierter Effekte nicht mehr von tibetanischer Pracht zu unterscheiden.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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