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Los Angeles, 1964. Bob Crane (Greg Kinnear) sonnt sich in seinem Ruhm als der angesagteste Morgenradio-DJ von Los Angeles. Mit pfiffigen Sprüchen und kleinen Schlagzeugeinlagen unterhält er sein Publikum Tag für Tag. Die Promis drängen danach, bei ihm auftreten zu dürfen - selbst wenn es so obskure Bekanntheiten sind wie der Darsteller des Lone Ranger, eines Westernhelden, den man nur mit Maske kennt. Bob gesteht, dass er sich nur eines erträumt: Er will einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und er gibt sich alle erdenkliche Mühe, dass dies so bald wie möglich geschieht. Bei seinem treuen Agenten Lenny (Ron Leibman/B>) erkundigt sich Bob, ob er endlich ein Filmangebot für seinen Klienten aufgetrieben hat, mit dem ihm der Durchbruch als Schauspieler gelingen könnte.

Lenny mußs Bob vertrösten: keinen Film - aber eine wunderbare Gelegenheit, das Herz der amerikanischen Öffentlichkeit mit der Hauptrolle in einer Pilotsendung für eine Sitcom zu erobern: "Hogan's Heroes", ein ausgelassener Spaß, der in einem deutschen Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs spielt, in dem die amerikanischen Gefangenen unter der Führung des gewitzten Colonel Robert Hogan ihr Schindluder mit den unfähigen deutschen Wärtern treiben. Bob Crane zögert, aber Lenny kann ihm das Drehbuch aufdrängen.

In seinem idyllischen Zuhause holt sich Saubermann Bob bei seiner perfekten Ehefrau Anne (Rita Wilson) Rat. Sie hat Vorbehalte gegen das gesamte Konzept des Projekts. Schließlich mußs aber auch sie zugeben, dass die Idee urkomisch ist und das Drehbuch ihr gefällt.

Alsbald beginnen die Proben für "Hogan's Heroes" mit der kompletten Besetzung: Werner Klemperer (Kurt Fuller) ist Lagerkommandant Klink, John Banner (Lyle Kanouse) seine inkompetente rechte Hand Schultz, Richard Dawson (Michael Rodgers) und Robert Clary (Christopher Neiman) sind Hogans Mitstreiter. Das Problem ist Bob Crane, der sich als Held der Serie viel zu sehr in Pose wirft. "Helden", so der ausführende Produzent Edward Feldman, "versuchen nie, Helden zu sein. Sie sind es einfach."

Etwaige Anlaufschwierigkeiten sind schnell beseitigt. Am 17. September 1965 wird "Hogan's Heroes" erstmals ausgestrahlt - und ist ein Hit: Platz fünf unter 98 Sendungen. Unter den neuen Shows belegt "Hogan's Heroes" sogar den ersten Rang.

Bob Crane genießt den neuen Erfolg. Doch zu Hause ziehen erste dunkle Wolken auf. Beim Aufräumen in der Garage ist Anne auf ein paar versteckte Pin-up-Magazine gestoßen. Sie ist sehr verletzt.

Bob kann sich nicht lange um seine gekränkte Ehefrau kümmern. Neue Folgen müssen produziert werden. Auf dem Studiogelände trifft er auf einen Mann, der eine neuartige technische Anlage in Richard Dawsons Wohnwagen installiert. Er stellt sich als John Carpenter (Willem Dafoe) vor und bietet geschäftstüchtig sofort an, auch Bobs Geräte auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Crane erwidert, dass er nicht an Musik, sondern an Fotografie interessiert sei. "Dann werden Sie Video lieben", begeistert sich Carpenter und erklärt: Videorekorder seien wie "Taperekorder, nur mit Bildern". Später will er sich mit Bob in dem Strip-Club Salome's treffen, um die Einzelheiten zu besprechen.

Im Club wird Bob sofort willkommen geheißen. Er darf sogar seine Trommelkünste mit der Band vorführen, während sich die Tänzerinnen aufreizend vor ihm räkeln. Crane kann sein Glück nicht fassen. Fortan kann er zwei seiner Lieblingsbeschäftigungen miteinander kombinieren: Schlagzeug spielen und nackte Frauen betrachten.

Doch das ist erst der Anfang. Gut gemeinte Ratschläge seines katholischen Priesters verwirft Crane - zu verlockend ist die Aussicht auf mehr. Das lässt nicht lange auf sich warten: Eines Abends bekommt Bob hinter der Bühne eines Clubs Besuch von John Carpenter, der zwei Stripperinnen - die brünette Emily (Alex Meneses) und die blonde Elaine (Cassie Townsend - im Schlepptau hat.

Carpenter lädt alle in seine Wohnung ein, wo er Bob und den Mädchen neues Equipment vorführen will. Dort geht es schnell ans Eingemachte. Carpenter verschwindet mit Elaine. Und Emily fackelt nicht lange: Obwohl sich der Fernsehstar zunächst wehrt, erliegt er schnell ihren Verführungskünsten.

Die zweite Staffel von "Hogan's Heroes" wird gedreht. Die dralle Patti Olson (Maria Bello), die den Bühnennamen Sigrid Valdis trägt, gehört erstmals dem Ensemble an. Crane beginnt sofort einen hemmungslosen Flirt.

Wieder treibt Carpenter zwei willige Mädchen auf, die ihm begeistert zu Cranes Wohnung folgen: Um den Fernsehstar kennen zu lernen, sind sie zu allem bereit. Das hat das Machtgefüge zwischen den beiden Männern deutlich verändert: Bob ist jetzt nicht mehr der Zauderer, sondern spielt den dominanten Part, mimt den stets gut gelaunten und allzeit bereiten Entertainer.

Beim gemeinsamen Betrachten ihrer Videoaufnahmen entdeckt Crane etwas, das er nicht dulden kann: Er sieht, wie Carpenter seine Hand in der Hitze des Gefechts auf Cranes Hintern platziert. Carpenters vermeintliche Bisexualität lässt ihn ausrasten. Er verlässt Carpenters Wohnung und schwört, den Freund nie wieder sehen zu wollen.

Bob und Patti sind sich längst näher gekommen und überlegen bereits, ob sie heiraten sollen. Als Patti ihm gesteht, dass sie von den sexuellen Eskapaden Bobs weiß und nichts dagegen hat, bestärkt sie damit seinen Glauben, die Frau fürs Leben gefunden zu haben.

Als der Videorekorder der Cranes den Geist aufgibt, weiß Bob nur eine Rettung. Er nimmt wieder Kontakt zu John Carpenter auf. Die beiden schließen Frieden.

Einige Zeit, nachdem Bob seine Patti am Set von "Hogan's Heroes" geheiratet hat, wird die Show nach sechs erfolgreichen Jahren abgesetzt. Bob mußs nunmehr zwei Familien ernähren. Es wollen aber einfach keine Nachfolge-Angebote kommen. Manager Lenny hat einen verzweifelten Vorschlag: Tingeln durch die Dinner-Theater der Provinz.

Crane sichert sich die Rechte an einer billigen Sexkomödie, "Beginner's Luck", und beginnt die Ochsentour durch die Kleinsttheater. Aber er kommt rum. Mit Carpenter an der Seite gibt es kaum ein Städtchen, in dem die beiden nicht Sex mit ständig wechselnden Frauen haben.

Endlich! Eine Filmrolle. In der Familienkomödie "Superdad". Doch es gibt Probleme. Fotos von Saubermann Bob beim Verlassen eines Strip-Clubs kursieren in der Boulevardpresse. Lenny warnt seinen Klienten, dass seine privaten Obsessionen ihn beruflich in die Sackgasse führen könnten. Aber Bob will und kann die gut gemeinten Ratschläge nicht befolgen.

Die Abwärtsspirale setzt sich fort: Patti fühlt sich vernachlässigt. Nach kurzen heftigen Streits verlässt sie ihren Ehemann. Bob hat die Talsohle fast erreicht und auch die Beziehung zu seiner ersten Frau und den gemeinsamen Kindern unwiderruflich zerstört.

Als er dann bei einem Auftritt in einer TV-Kochshow nur peinliche, sexistische Sprüche bringt, mußs er aus dem Studio komplimentiert werden. Bob Crane ist endgültig ein Aussätziger der Unterhaltungsindustrie geworden. Wenn er wieder auf die Beine kommen will, mußs er seinen Freundeskreis verändern, ist der letzte Ratschlag seines getreuen Managers.

In Scottsdale, Arizona, will sich Crane endgültig von John Carpenter lossagen. Der fühlt sich ausgenutzt und hintergangen.

Später, in der Nacht, öffnet sich die Tür zu Bob Cranes Hotelzimmer. Ein Schatten schlüpft hinein ...

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Dirk Jasper FilmLexikon

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