Was Mädchen wollen

Ausführlicher Inhalt

Die 17-jährige Daphne Reynolds (Amanda Bynes) lebt mit ihrer Mutter Libby (Kelly Preston) im Schatten der Brooklyn Bridge in Manhattan - nicht die feinste Adresse, im fünften Stock, ohne Fahrstuhl. Libby tritt als Sängerin mit ihrer kleinen Band bei Hochzeitsgesellschaften auf.

Wenn Libby singt, arbeitet die Tochter auf den Hochzeitspartys als Bedienung. Obwohl Daphne sehr begabt ist, hat sie keine konkreten Zukunftspläne. Irgendwie ist sie unzufrieden - sie spürt, dass ihr abwesender Vater damit zu tun hat. Deswegen mußs Libby ihr an jedem Geburtstag seine Geschichte erzählen:

Es war einmal ein abenteuerlustiges amerikanisches Mädchen namens Libby, das durch die Sahara reiste, wo ihr ein smarter Brite namens Henry Dashwood (Colin Firth) das Leben rettete. Die beiden verliebten sich unsterblich und ließen sich in einer Beduinenzeremonie trauen. Henry nahm Libby mit nach London, wo er als Spross einer der ältesten Adelsfamilien des Königreichs wohnte.

Das lebenslustige US-Girl passte so gar nicht in die verstaubte Atmosphäre der Dashwood-Residenz. Als Henrys Vater plötzlich starb und der Sohn die Verantwortung für den Clan übernehmen mußste, schritt der intrigante Familienberater Alistair Payne (Jonathan Pryce) zur Tat: Er redete Libby ein, dass Henry sie für nicht standesgemäß hielt, und schickte sie ohne Abschied zurück nach Amerika.

Gleichzeitig (aber davon weiß Libby natürlich nichts) präsentierte Payne Henry einen gefälschten Abschiedsbrief von Libby - dem todtraurigen Jungen blieb nicht anderes übrig, als die angeblich von Libby gewollte Trennung zu akzeptieren.

Libby hat nie wieder Kontakt zu Henry aufgenommen, sie will ihrer Tochter die Enttäuschung ersparen, die sie selbst verkraften mußste. Doch Daphne ist nicht ihrer Meinung, dass es besser ohne den Vater geht. Aus dem Internet erfährt sie, dass Lord Henry Dashwood bisher zwar seinen ererbten Sitz im Oberhaus innehatte, kürzlich aber den Entschluss gefasst hat, für seine Partei in den Wahlkampf zu ziehen, um einen Parlamentssitz im Unterhaus zu erringen.

Nach wie vor steht ihm Alistair Payne als Berater zur Seite, der ihn schon als Premierminister sieht. Henry ist mit Paynes Tochter Glynnis (Anna Chancellor) verlobt, die mit ihrer Tochter Clarissa (Christina Cole) in der Dashwood-Residenz wohnt.

Ohne Libby einzuweihen, fliegt Daphne kurzentschlossen nach London. Sie kommt dort in einer einfachen Jugendherberge unter, die sich großspurig Great Britain Grand Hotel nennt, und freundet sich mit dem jungen Musiker und Teilzeit-Concierge Ian Wallace (Oliver James) an.

Weil Daphne an der Torwache der Dashwood-Villa nicht vorbeikommt, klettert sie über die Gartenmauer. Henry hält sie für eine aufdringliche Reporterin, bis sie endlich erklären kann, warum sie tatsächlich gekommen ist. Henry ist wie vom Donner gerührt, denn er hatte keine Ahnung von seiner Vaterschaft.

Auch Glynnis und Clarissa sind entsetzt. Nur Henrys Mutter Lady Jocelyn (Eileen Atkins) bewahrt Haltung und lädt die unverhoffte Enkelin ein, in der Villa zu wohnen. Daphne fühlt sich wie die sprichwörtliche Märchenprinzessin - inklusive böser Stiefmutter und Stiefschwester, denn Glynnis und Clarissa sind über die unliebsame Konkurrentin um Henrys Gunst gar nicht erfreut und versuchen, sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

Spontan ruft Henry Libby in New York an. Die Mutter ist erleichtert, als sie erfährt, dass Daphne in guten Händen ist. Die beiden machen sich gegenseitig bittere Vorwürfe, in den vergangenen 17 Jahren nie Kontakt zueinander aufgenommen zu haben.

Henrys politische Berater müssen schnell auf das neue Problem reagieren: Payne schlägt vor, die Tochter nicht zu verheimlichen, sondern zu Henrys Vorteil einzusetzen. Henry erklärt sich bereit, Daphne in den Londoner Hochadel einzuführen. Ihr erster Auftritt an seiner Seite ist für die elegante Modepräsentation Royal Dress Show vorgesehen, zu der auch Prince Charles und seine Söhne erwartet werden.

Clarissa hat Daphne bezüglich der vorgeschriebenen Kleidung bewusst falsch informiert, und als Daphne endlich viel zu spät erscheint, findet sie sich plötzlich in ihren Jeans ausgerechnet im Scheinwerferlicht des Laufstegs wieder? nach einer Schrecksekunde macht sie das beste daraus und erobert sofort die Herzen der Zuschauer (vor allem der männlichen) - sehr zum Ärger von Glynnis und Clarissa.

Besonders die ehrwürdige Prinzessin Charlotte (Sylvia Syms) ist von Daphne begeistert, weil diese als einzige mit ihrem Schoßhündchen umzugehen versteht. Während Payne schon Pläne schmiedet, wie er die aufdringliche Göre möglich schnell abschiebt, kündigt Henry spontan an, dass Daphne ihn die ganze Sommersaison hindurch zu Veranstaltungen begleiten wird.

Verlegen versucht Henry seiner Tochter die verstaubten Traditionen des britischen Adels zu erklären - immer noch gibt es Partys, auf denen heiratsfähige Mädchen in die Gesellschaft eingeführt und potenziellen Ehemännern vorgestellt werden. Auch Daphne wird jetzt zu solchen Gesellschaften eingeladen, und Henry will eine entsprechende Party für sie ausrichten.

Diesmal besorgt Glynnis persönlich ein abgrundhässliches Kleid für Daphne, das diese jedoch eigenmächtig in eine atemberaubende Robe umarbeitet. Sie hat Glynnis und Clarissa längst durchschaut und lässt sich nicht einschüchtern, außerdem weiß sie ihre kluge Großmutter Jocelyn auf ihrer Seite.

Auf der nächsten Party stellt der dicke Lord Orwood seine hässlichen Zwillingstöchter als Debütantinnen vor. Die sterbenslangweilige Party zieht sich scheinbar endlos hin, bis Daphne Ian wiederentdeckt: Er ist als Sänger der Band engagiert. Gemeinsam mischen sie die lahme Gesellschaft mit heißen James-Brown-Rhythmen auf - bis durch die Erschütterung der ehrwürdigen Hallen der von Lord Orwood über alles geliebte kostbare Kronleuchter von der Decke fällt. Das wird der Lord Daphne nie verzeihen.

Dennoch gibt es viele steife Briten, die sich im Grunde sehr gern von dem lebenslustigen Mädchen aus Manhattan aufmuntern lassen: Die hässlichen Orwood-Entlein zum Beispiel verwandeln sich unter ihrem Einfluss in junge Schwäne, und vor allem Daphnes Vater Henry ist stark von ihr beeindruckt, er fühlt sich durch sie an seine eigenen Hippie-Tage erinnert. Fast unmerklich entwickelt sich in der Dashwood-Villa eine geheime Opposition gegen das von Glynnis geführte stockkonservative Regiment.

Mit Ian macht Daphne einen Tag lang wunderschöne Ausflüge durch London. Der wohlerzogene Ian weiß sich auf gesellschaftlichem Parkett bestens zu bewegen - seine Mutter stammt aus denselben Kreisen wie Henry, entschied sich aber bewusst gegen die muffige Arroganz dieser Kreise und schloss mit einem mittellosen Bürgerlichen eine sehr glückliche Ehe.

Henry entdeckt plötzlich seine väterliche Verantwortung - dass Daphne einfach so mit Ian loszieht, passt ihm gar nicht. Weil er sich Sorgen macht, berät er sich telefonisch mit Libby. Als Henry bei der Henley-Regatta wieder einmal von den Paparazzi belagert wird und Daphne sich mit einem schnöseligen Adligen anlegt, schwingen sich Vater und Tochter spontan auf Ians Motorrad und brausen davon.

Daphne besteht darauf, dass Henry sich ein Henna-Tattoo auf dem Arm anbringen lässt, und in Lederkluft übt er vor dem Spiegel eine Rock-Performance wie in seinen besten Tagen.

Nicht nur Glynnis ist über die Entwicklung genervt - die demoskopischen Umfragen beweisen, dass die Wähler Henrys unorthodoxes Verhalten nicht goutieren: Er verliert in den Umfragen 15 Prozent. Als man ihn sogar von bereits vereinbarten Terminen öffentlicher Auftritte wieder auslädt, sieht er ein, dass er sich ändern mußs. Und Daphne ebenfalls.

Er zeigt ihr die Ahnengalerie in der Villa - alle Dashwoods haben auf den Schlachtfeldern Europas das eine oder andere Körperteil für das Vaterland geopfert. Daphne begreift, dass sie sich den Gepflogenheiten der Gesellschaft anpassen mußs, wenn sie Henry zum Wahlsieg verhelfen will. Von nun an ist sie "artig". Schon bald zeigt das Stimmungsbarometer der Öffentlichkeit wieder steigende Tendenz. Doch Ian erkennt seine Freundin nicht wieder - wo ist die selbstbewusste Daphne geblieben?

Auf der von Henry zu Ehren seiner Tochter ausgerichteten Party macht die bildschöne Daphne in einem traumhaften Abendkleid großen Eindruck. Der enttäuschte Ian ist auch dabei - als Entertainer auf der Bühne. Und als Überraschungsgast taucht Libby aus New York auf.

Alistair Payne ist inzwischen überzeugt, dass die Wahl schon gewonnen ist. Doch Glynnis sieht ihre Felle davonschwimmen - in panischer Eifersucht schließt sie Daphne in ein Zimmer ein, damit Henry nichts anderes übrig bleibt, als mit Stieftochter Clarissa den Tanz zu eröffnen.

Als Daphne endlich von Libby befreit wird und ihren Vater mit Clarissa tanzen sieht, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie gibt sich geschlagen, stellt fest, dass sie sich lange genug verstellt hat. Lieber kehrt sie mit Libby zu ihrem ehrlichen und selbstbestimmten Leben nach New York zurück. Henry kann sie nicht aufhalten, denn in diesem Moment erscheint die Queen als Ehrengast der Party.

Henry ist aufgrund dieser Vorfälle tief erschüttert. Eindringlich erklärt ihm seine Mutter, wie sinnlos es ist, sich wie die vielen Vorfahren für eine Gesellschaft aufzuopfern, in der er sich nicht zu Hause fühlt. Als Payne sich verrät und zugibt, dass er nicht nur Libby damals eigenmächtig fortgeschickt hat, sondern Henry auch bewusst ihre Schwangerschaft verheimlicht hat, schlägt dieser ihn wütend zu Boden.

Aber immer noch steht Lord Henry Dashwood bei seinen Wählern im Wort, die Partei setzt große Hoffnungen in ihn. Und als er auf einer Wahlverstaltung erneut von seinen Anhängern umjubelt wird, entschließt er sich zu einem folgenschweren Schritt ...

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Dirk Jasper FilmLexikon

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