Antwone Fisher

Ausführlicher Inhalt

Antwone Fisher (Derek Luke) malt. Antwone Fisher träumt - von einer großen Familie, reich gedeckten Tafeln, weiten Kornfeldern. Doch sobald er erwacht, findet er sich in der beklemmenden Enge seiner Schlafkoje auf dem Kriegsschiff der US Navy wieder.

Und obwohl die Navy für Antwone der einzige Ausweg aus einer perspektivlosen Jugend war und alles ist, was er hat, setzt der an sich schüchterne junge Mann seine Zukunft in der Navy immer wieder durch sein jähzorniges Verhalten aufs Spiel.

Als er - nicht zum ersten Mal - wegen einer kleinen Hänselei eines Kameraden eine Schlägerei beginnt, wird Antwone vor seinen Vorgesetzen zitiert, der ihn bestraft und zu einem verpflichtenden Gespräch mit einem Psychologen schickt. Doch Antwone traut Psychologen nicht und so stößt auch Dr. Davenport (Denzel Washington) wie seine Kollegen vor ihm bei dem jungen Seaman auf eine Mauer der Ablehnung und des Schweigens.

Einzig Antwones Bemerkung, er habe keine Eltern und wurde "unter einem Stein" gefunden, verrät Davenport etwas über die Verzweiflung, die Antwone hinter Aggression und Arroganz zu verbergen versucht. Der Psychologe bestellt den Widerborstigen zu einem weiteren Gespräch, einen Termin, den dieser absolut nicht einhalten will.

Auf dem Rückweg zu seinem Schiff trifft Antwone die hübsche Cheryl (Joy Bryant), die auch bei der Navy arbeitet und offenkundig an Antwone interessiert ist. Doch Antwone, obwohl er sich von der jungen, attraktiven Frau angezogen fühlt und ihrem Charme nicht abgeneigt ist, weicht jedem Annäherungsversuch ihrerseits aus und verschanzt sich hinter Ausflüchten und Schweigsamkeit, bis Cheryl nicht weiter versucht, ihn zu einer Verabredung zu überreden.

In der kommenden Woche erscheint Antwone wie erwartet nicht zu seinem Folgetermin mit dem Navy-Psychologen. Davenport jedoch ist nicht bereit, diese Verweigerungshaltung zu akzeptieren und lässt Antwone von zwei Militärpolizisten mit sanfter Gewalt zu der gemeinsamen Verabredung eskortieren.

Das bringt den jungen Matrosen nur noch mehr in Rage und er schwört, um keinen Preis jemals mit dem Psychologen über seine Probleme zu sprechen. Davenport lässt dieses Aufbegehren jedoch völlig kalt. Drei Sitzungen, so informiert er sein Gegenüber, blieben ihm, um mit Antwone zu reden und ein psychologisches Gutachten zu erstellen. Ansonsten sei Antwones Karriere in der Navy beendet.

Antwone beschließt, sich scheinbar zu fügen und erscheint zur nächsten Sitzung mit Davenport freiwillig - allerdings ohne auch nur ein Wort zu sagen. Doch nach Davenports Verständnis beginnen die entscheidenden drei Sitzungen erst dann, wenn Antwone bereit ist, mit ihm zu reden. Also bestellt er ihn Woche für Woche in sein Sprechzimmer, wo Antwone die Stunde schweigend absitzt. Bis der junge Patient eines Tages wider Erwarten dem Psychiater sein Herz ausschüttet.

Antwone erzählt von seiner Kindheit bei den Pflegeeltern. Von Prügeln, Misshandlungen und Angst. Von Demütigungen und Gehässigkeiten, die schlechter verheilten als jede Wunde. Denn als vaterloses Kind, das im Gefängnis geboren wurde und in einem Waisenhaus aufwuchs, zählte er zum menschlichen Abschaum der modernen amerikanischen Gesellschaft.

So vermittelte es ihm zumindest seine Pflegemutter Mrs. Tate (Novella Nelson), die Antwone und ihre anderen Schutzbefohlenen nur "Nigger" nannte und Antwone beim ersten Anzeichen von dessen Überlegenheit schließlich auf die Straße setzte.

Drei Sitzungen lang vertraut Antwone Fisher Dr. Davenport seine bislang wohl behüteten Geheimnisse an. Der Psychologe rät daraufhin Antwones Vorgesetzten, diesem noch eine zweite Chance zu geben. Doch schon bald darauf bricht der junge Matrose erneut die Regeln und versucht, eine an sich harmlose Streiterei mit den Fäusten zu regeln.

In Davenports Wartezimmer, wohin ihn die Vorgesetzten darauf bringen lassen, verliert Antwone völlig die Kontrolle über sich und beschimpft den Psychologen. Auch der gerät erstmals an das Ende seiner Geduld. Doch als er ihn schon wieder wegschicken will, geschieht etwas Unerwartetes: Antwone bittet Davenport um seine Hilfe.

In der nächsten Sitzung geht es ausnahmsweise einmal nicht um Antwones Kindheit, sondern um konkrete Ratschläge. Der in Liebesdingen unerfahrene Seemann will mit Cheryl ausgehen, traut sich aber nicht zu, ihr etwas bieten zu können.

So übt Davenport mit ihm in einem Rollenspiel Small Talk. Kurz darauf setzt Antwone bei einem Date mit seiner Angebeteten die Tipps in die Tat um und ist selbst vielleicht am meisten überrascht, als die Verabredung ein voller Erfolg wird und ihm sogar einen Abschiedskuss einbringt.

Davenport wird am selben Abend mit seinen ganz eigenen Problemen konfrontiert. Seine Frau Berta (Salli Richardson) und er haben es verlernt, miteinander zu reden. All die Techniken, die er im Umgang mit seinen Patienten mühelos beherrscht, lassen ihn in den eigenen Herzensangelegenheiten im Stich.

Wie so oft endet der Abend damit, dass seine Frau enttäuscht und verbittert den Raum verlässt. So reagiert Davenport auch ungewöhnlich barsch, als Antwone vor der Türe steht und von seiner geglückten Verabredung erzählen möchte.

Einige Zeit später mußs dann auch Antwone lernen, dass er sich trotz anfänglicher Erfolge noch lange nicht im Griff hat: Auf Landgang in Mexiko entfacht er eine Prügelei in einer Disco und wird zurück auf den Marinestützpunkt ins Gefängnis geschickt. Wieder ist Davenport zur Stelle und erfährt im Gefängnis endlich Antwones schrecklichstes Trauma.

Von Nadine (Yolanda Ross), der Tochter seiner Pflegemutter, wurde er ab seinem sechsten Lebensjahr wiederholt sexuell missbraucht. Seither hat er keine Frau nackt gesehen und reagiert äußerst sensibel, sobald man ihn auf seine mangelnde sexuelle Erfahrung anspricht.

Bei der nächsten Verabredung mit Cheryl gesteht Antwone endlich auch ihr die Wahrheit über seine Therapie. Doch Cheryl meint, sie habe das von Anfang an gewusst und bietet ihre Unterstützung an. Unterstützung erfährt er auch von ganz anderer Seite, denn Davenports Frau lädt ihn zu Thanksgiving ein.

Zusammen mit Davenports Verwandtschaft erlebt Antwone ein Thanksgiving, wie er es sich immer erträumt hatte. Doch zugleich wird ihm bewusst, wie sehr ihm seine Familie fehlt, und dass die Suche nach seiner leiblichen Mutter die vielleicht größte Aufgabe ist, die er bewältigen mußs, um Zufriedenheit und Glück erfahren zu können

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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