Antwone Fisher

Produktionsnotizen

VORWORT "Die ursprüngliche Triebfeder beim Schreiben meiner Geschichte war die, dass sich mir die Möglichkeit dazu eröffnete. Gleichzeitig aber gab man mir zu verstehen, ich hätte nicht das Zeug dazu, Schriftsteller zu werden. Das erinnerte mich an meine Kindheit, in der mir ständig gesagt wurde, wie wertlos ich sei und dass ich im Leben nie etwas erreichen würde - Worte, die mich bis zum heutigen Tage verfolgen.

Ich war einfach nur deshalb so fest entschlossen, meine Lebensgeschichte zu erzählen, weil man es mir nicht zutraute. Plötzlich entdeckte ich die reinigende und erlösende Wirkung des Schreibens. Ich fühlte mich befreit, befreit von geheimnisvollen Dingen ... befreit von der Verantwortung, die eine solch ungesunde Scham mit sich bringt.

Das Erzählen meiner Geschichte gab mir Selbstvertrauen und Mut. Es erinnert mich daran, dass es gute und hilfsbereite Menschen auf der Welt gibt, Menschen, die einen völlig Fremden mit dem Handwerkszeug versorgen, das er braucht, um sich selbst aus der eigenen Misere zu befreien und ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden. Trotz meiner unglücklichen Lebensumstände gibt es Hoffnung.

Ist es nicht seltsam, dass gerade die Worte: ,Du bist ein Nichts. Du wirst es nie zu etwas bringen, weil du aus der Gosse kommst' zu meiner Antriebkraft wurden und mir den Mut gaben, nicht aufzugeben. Aber etwas anderes darf ich nicht vergessen. Als ich mit 17 Jahren auf der Straße lebte, gab es für mich nur meine Gedanken und den Trost, mir vorzustellen, dass sich meine Situation verbessern wird.

Ich redete mir ein: ,Im nächsten Moment wird etwas Gutes passieren'. Ich brachte mir bei, mich von scheinbar unmöglichen Dingen zu überzeugen. Manchmal haben sich meine Träume erfüllt, manchmal nicht. Ich schaffte es, optimistisch zu bleiben, obwohl ich die Bedeutung dieses Wortes erst später erfuhr. Dieser Optimismus, gepaart mit der Angst vor dem Versagen, gab mir die Kraft, die neun Jahre durchzuhalten, die dieser Film bis zur Vollendung benötigte.

Als ich den Film zum ersten Mal sah, befand ich mich in einem Wechselbad der Gefühle: Angst, Freude, Stolz und Zufriedenheit - diese Emotionen sind immer noch nicht abgeebbt und ich bin mir sicher, dass das bis zu meinem Lebensende anhält. Ich hoffe, dass auch andere aus diesem Film mit denselben Gefühlen und dem Mut herausgehen, das Leben der Kinder dieser Welt zu verbessern.

Ich hoffe, dass die Leute nach diesem Film und dem Lesen meiner Memoiren erkennen, dass jedes Kind über einen Wert und ein unbegrenztes Potenzial verfügt. Selbst wenn man nur ermutigende Worte als Geste des Wohlwollens entbehren kann ... allein dieses Geschenk kann einem Kind das Leben retten und ihm Hoffnung für die Zukunft geben."

Antwone Fisher

PRODUKTIONSNOTIZEN Das Casting Nach einer elfjährigen Dienstzeit bei der U.S. Navy und drei Jahren Anstellung als Strafvollzugsbeamter im Staatsdienst trat Antwone Fisher seinen neuen Job als Parkwächter bei Sony Pictures Entertainment in Los Angeles an.

Er erzählt: "Die Arbeit bei Sony gab mir die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und mich selbst zu finden. Ohne meine Navy-Gemeinschaft fühlte ich mich zunehmend einsam und ich begann über mein Leben zu reflektieren. Das entspannte Arbeitsumfeld lenkte mich nicht so sehr ab, deshalb begann ich über meine Kindheit nachzudenken. Ich fasste den Entschluss, meine leiblichen Eltern zu finden."

Fisher spürte Verwandte väterlicherseits auf, die ihm ein Flugticket zahlten, damit er Thanksgiving mit ihnen in Cleveland verbringen konnte. Da er jedoch erst seit zwei Monaten für Sony arbeitete, mußste er seinem Vorgesetzten die ganze Geschichte erzählen, um Urlaub nehmen zu können. Er ahnte nicht, dass seine Story einen derart nachhaltigen Eindruck hinterließ, dass man ihn nach seiner Rückkehr bat, sein Leben auf die Leinwand bringen zu dürfen.

Produzent Todd Black erfuhr durch seinen ehemaligen College-Zimmergenossen Chris Smith von Fishers herzerweichender Lebensgeschichte. Als Zeichen seiner Bestrebungen, der schwarzen Minderheit nach den furchtbaren Unruhen von 1992 etwas Gutes zu tun, gab Smith kostenlose Drehbuchseminare an der A.-M.-E.-Gemeinde in South Central Los Angeles.

Fisher schrieb sich in einem dieser Kurse ein, nachdem ihm ein Freund davon erzählt hatte. Smith lehrte Fisher die Grundzüge der Drehbuchentwicklung und machte ihn anschließend mit Black bekannt.

Weil ihm Fishers Erlebnisse so nahe gingen und er fest vorhatte, ihm bei deren Veröffentlichung zu helfen, nahm Black ihn unter seine Fittiche. Fisher empfindet das bis heute als das größte Wunder. "Ich weiß nicht, warum sich Todd dazu entschloss, es mit mir zu versuchen - ich gehörte schließlich absolut nicht seiner Gesellschaftsschicht an - ich war einfach einer der vielen Menschen, die in sein Büro kamen.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht einmal Schreibmaschine schreiben, ich habe nur mit zwei Fingern getippt. Doch ich wollte Todd nicht enttäuschen, schließlich glaubte ja niemand anderer an mich. Er gab mir die Gelegenheit, mir selbst zu helfen."

Black erinnert sich: "Das Ganze war ein unglaubliches Beispiel von Überlebenswillen und Stärke. Deshalb zögerte ich keine Sekunde, als das Studio sagte, er könne das Drehbuch nicht schreiben. Selbst wenn es bedeutet hätte, eine Hypothek auf mein Haus aufnehmen zu müssen, hätte ich es durchgezogen. Denn in der Tiefe meines Herzens wusste ich, dass er das schaffen würde."

"Wir haben ein Jahr lang Entwurf um Entwurf überarbeitet - selbst in der Zeit, als Antwone immer noch neue Aspekte seines Lebens entdeckte und er zum ersten Mal seine Mutter kennen lernte", enthüllt Black. Er führt es auf die bei der Navy erlernte Disziplin zurück, dass Fisher mit dem anstrengenden Prozess des Schreibens und Umschreibens zurechtkam.

"Schließlich rief der Präsident von Fox mich nach einem Jahr an und gab zu: ?Du hattest Recht, er kann schreiben.' Also kaufte er das Skript, mit dem Ergebnis, dass Antwone nicht nur das erlösende Erlebnis hatte, sein Leben niederzuschreiben. Er verdiente mit dem Verkauf des vollständigen Drehbuchs auch noch mehr Geld, als er mit einem bloßen Entwurf jemals hätte machen können."

"Ich lernte viele Dinge an Antwone schätzen", erzählt Black. Eines davon war, dass er seine Geschichte für alle zugänglich machen wollte. Jeder sollte die verschiedenen Abarten seines Missbrauchs erfahren und erleben, wie er aus diesem Teufelkreis schließlich ausbrechen konnte ...

Viele Leute haben Antwone gesagt, er würde es nicht schaffen. Sie konnten es einfach nicht begreifen, dass dieser wunderbare, unschuldige Bursche seine Lebensgeschichte niederschreiben wollte. Mein Herz aber sagte mir, dass er das hinkriegen würde ..."

"Das Drehbuchschreiben ging wie ein Heilungsprozess vonstatten", erinnert sich Fisher. "Es hat lange gedauert, bis ich mich dazu aufgerafft habe. Doch eine ganze Menge Leute - auch völlig fremde - machten mir Mut. Sie haben mir dabei geholfen, an mich selbst zu glauben.

Der Prozess zeigte mir, dass ich die Kraft zur Selbstbestimmung besitze und irgend etwas in mir mich dazu befähigt, mich als Person und menschliches Wesen weiterzuentwickeln ... Hoffentlich macht dieser Film den Leuten klar, dass jeder zu Höherem fähig ist, selbst wenn er nach außen hin nicht so wirkt."

Nachdem Black für das Projekt grünes Licht erhalten hatte und auch der letzte Entwurf fertig gestellt war, schickte er das Drehbuch Denzel Washington. Er sollte die Rolle des Psychiaters Jerome Davenport übernehmen. Schließlich kontaktierte Washingtons Agent den Produzenten. Er erfuhr zu seinem Erstaunen, dass Washington nicht nur als Schauspieler teilnehmen wollte, sondern mit diesem Projekt sein Regiedebüt anstrebte.

Washington, der Fisher als "Dichter" bezeichnet, erzählt: "Die Story enthüllt viele Themen, mit denen normalerweise hinter dem Berg gehalten wird. Deshalb wollte Antwone seine Lebensgeschichte unbedingt veröffentlichen. Er spricht all diejenigen an, die sich verstecken oder mit ihrem Leben hadern, und er macht ihnen neuen Mut ...

Das entwickelte sich auch zu meiner Hauptmotivation für diesen Film. Ich sagte zu Antwone: ?Es geht nicht um mich oder mein Debüt. In Wirklichkeit dreht sich alles darum, selbst sein Leben in die Hand zu nehmen und die Zukunft zu gestalten.'"

Fisher gibt zu: "Denzel hätte inszenieren können, was er wollte, doch er hat sich für mein Drehbuch entschieden. Dafür bin ich ihm wahnsinnig dankbar."

Die Hauptrolle des Antwone Fisher besetzten die Filmemacher mit dem jungen Schauspieler Derek Luke. Dieser arbeitete im Geschenke-Shop von Sony Pictures und hatte sich zufällig mit Fisher angefreundet, während der an seinem Drehbuch arbeitete. Luke erinnert sich an seine unmittelbare Reaktion auf das Drehbuch.

"Als ich es zu Ende gelesen hatte, liefen mir die Tränen herunter. Doch die Tränen brachten auch eine gewisse Heilung mit sich, deshalb wollte ich bei diesem Projekt unbedingt dabei sein." Ohne je die Hilfe seines neuen Freundes Fisher in Anspruch zu nehmen, überzeugte Luke den Freund eines Freundes davon, ihn für die Rolle vorsprechen zu lassen.

"Ich hatte das Gefühl, als ob mir die Rolle auf den Leib geschrieben war. Ich steigerte mich so in die Rolle hinein, dass niemand anderer mehr wichtig erschien. Zum Vorsprechen mit Denzel und Todd tauchte ich mit den Worten auf: ?Ich habe gehört, jemand verfilmt mein Leben, deshalb wollte ich mal vorbeischauen.' Mein Herz hing an diesem Drehbuch. Man kann seine Gefühle nicht vortäuschen - vor allem nicht die positiven - deshalb war ich von meiner Eignung absolut überzeugt."

Als Washington sich für Luke entschieden hatte, bestand er darauf, dem jungen Darsteller die gute Nachricht selbst im Sony-Shop zu überbringen. Black begleitete Washington auf seinem Spaziergang zum Laden. Dort trafen sie ironischerweise auf Luke und Fisher, der sich ein T-Shirt kaufen wollte.

"Ich ging an dem echten Antwone vorbei und sagte zu Derek: ?Hey, Antwone. Wie geht's denn so?', und er antwortete: ?Richtig, ich bin Antwone. Ich arbeite daran. Ich bin Antwone.' Und ich entgegnete: ?Nein, du bist Antwone, du hast die Rolle'", lacht Washington. "Zuerst war er absolut baff, dann ist er praktisch in Tränen ausgebrochen, anschließend in Freudentaumel, am Schluss fing er zu beten an ... echt aufregend."

Luke erinnert sich. "Als er mich als ?Antwone' ansprach und ich merkte, dass er das ernst meinte, mußste ich ihn einfach umarmen. Ein Traum ging in Erfüllung. Ich bin in meiner Familie die einzige Person aus meiner Generation, die sich je einen Herzenswunsch erfüllte!"

Die Darstellerin der Cheryl, das Ex-Model Joy Bryant, erinnert sich: "Ich las das Skript einige Monate, bevor das Casting anfing. Mindestens drei Mal mußste ich dabei spontan zu weinen anfangen. Ich hörte immer andere Schauspieler über ihre emotionalen Reaktionen auf Skripts reden.

Noch nie zuvor ist mir so etwas beim Drehbuchlesen passiert ... Ich kenne mich mit Lebenskrisen aus. Ich wurde auch schon mal verletzt, deshalb berührte mich die Story in vielerlei Hinsicht. Ich wusste genau, was Antwone passiert war ... denn so erging es vielen Leuten, die ich kenne ... sogar mir selbst."

Bryant bedrängte ihre Agenten schon Monate vor Beginn des Castings wegen dieser Rolle. Als die in New York lebende Schauspielerin erfuhr, dass das Vorsprechen in Los Angeles stattfinden sollte, kaufte sich selbst ein Flugticket nach Los Angeles. "Die Möglichkeit, mit so einem Material zu arbeiten und die Chance zu bekommen, Cheryl zu spielen, war wie ein Segen für mich."

Washington gibt zu, mit seinem Regiedebüt, in dem er auch selbst spielte und zwei Spielfilm-Debütanten vor der Kamera zu führen hatte, eine ziemlich große Herausforderung angenommen zu haben. "Es war knifflig, hat aber geklappt", erzählt er.

"Sie haben gut gespielt. Ich wollte einfach neue Gesichter sehen - Leute, von denen man keine vorgefertigte Meinung besitzt ... sie vertreten die neue Generation afroamerikanischer Schauspieler.

Nachdem Leute wie ich es geschafft hatten, kamen nach und nach Schauspieler wie Laurence Fishburne oder Samuel L. Jackson zu Popularität. Danach kamen die Kids im Alter von Larenz Tate und jetzt steigen eben noch jüngere in das Business ein. Es tut Not, diesen Darstellern eine Chance zu geben."

Luke genoss die Möglichkeit, mit Denzel Washington zusammenzuarbeiten, den er seit seiner Leistung in Malcolm X verehrt. "Denzel ist ein Genie", schwärmt Luke. "Als schauspielernder Regisseur kann er sich in die Darsteller einfühlen und das Beste aus ihnen herausholen ... Denzel sagte sogar: ?Ich liebe Fehler'.

Das hat noch nie zuvor jemand zu mir gesagt, denn in meinem Leben gab es bislang nur ?richtig' oder ?falsch'. Doch bei Denzel besteht alles aus einer Entwicklung vom Guten zum Besseren."

Bryan empfand Washingtons Philosophie des "Weniger ist mehr" als wertvollsten Ratschlag. "Das hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Wenn man zu sehr darüber nachdenkt, wie man spielt oder wirkt ... dann verkrampft man.

Weniger ist mehr, entspann dich, lass los." Scheinbar zog sie ihre Lehre aus Washingtons Rat, denn er beschreibt sie als "wunderbare junge Mimin. Ich prophezeie ihr eine große Zukunft, denn sie hat ohne Zweifel das Zeug zum Star."

Salli Richardson, die Davenports Ehefrau Berta verkörpert, bemerkt: "Er kennt den Prozess, den man als Schauspieler in der Vorbereitung einer Rolle durchmacht. Besonders in einem Skript wie diesem, wo vielschichtige Emotionen erforscht werden müssen, die nicht immer einfach zu erarbeiten sind.

Er lässt einem genug Zeit, um selbst durchzusteigen. Er versorgt einen höchstens mit winzigen, unbeabsichtigt wirkenden Äußerungen, die einem dabei helfen, sich in die Rolle einzufühlen."

Als Vorbereitung für das Ensemble setzte Washington voraus, dass jeder Darsteller vor Drehbeginn die Lebensgeschichte seiner Figur auswendig wusste.

Jeder fügte sich dieser Order, von Hauptdarsteller Luke über wichtige Ensemblemitglieder wie Vernée Watson Johnson, die Fishers lange verschollene Tante Annette spielt, Novella Nelson als Fishers Pflegemutter Mrs. Tate, Viola Davis als Fishers Mutter, Newcomer De'Angelo K. Wilson, der zuletzt an Eminems Seite in 8 Mile zu sehen war und den erwachsenen Jesse spielt, und Malcolm David Kelley als Antwone im Kindesalter bis hin zu Corey Hodges als jugendlicher Antwone.

Im Hinblick auf seine ersten Regie-Erfahrungen bemerkt Washington: "Es hat mich wirklich befriedigt, ihnen schauspielerisch durch meine langjährigen Filmerfahrungen helfen zu können. Ich habe sie vor meinen Augen reifen sehen."

Die Motivation Wie ein Mantra wiederholte Denzel Washington während der gesamten Drehzeit gegenüber den Schauspielern und der Crew: "Wir tun es für Antwone." Der Hintergedanke war, jeden immer wieder an die Lebensgeschichte des Mannes zu erinnern, der Hoffnung und Liebe dadurch gefunden hatte, dass ihm jemand eine helfende Hand reichte.

Im Gegenzug versprachen die Filmemacher ihren Kooperationspartnern, die sie während der Produktion unterstützt hatten, etwas zurückzugeben.

In dem Wohngebiet in Cleveland, in dem die Szenen aus Fishers Jugend und von seiner Rückkehr gedreht wurden, gaben sich die Filmemacher große Mühe, die Gegend in einem besseren Zustand zu verlassen, als sie sie vorgefunden hatten. Gebäude wie der Apartmentkomplex, in dem Eva Mae Fisher lebte, wurden renoviert und/oder baulich aufgerüstet.

Leute aus der Nachbarschaft wurden für die Produktion oder deren Vorbereitung angeheuert. Dabei stand Washington stets an vorderster Front, traf sich mit Menschen, schüttelte zahllose Hände und bedankte sich für die Hilfe, die diese Leute ihm beim Erzählen dieser berührenden Story über menschliches Durchhaltevermögen und Hoffnung zukommen ließen.

Der Oscar-gekrönte Kameramann Philippe Rousselot stürzte sich mit Feuereifer auf dieses Projekt, nachdem er erfahren hatte, dass Washington, mit dem er an Gegen jede Regel zusammengearbeitete hatte, Regie führen würde. Ab dem Zeitpunkt ihres ersten Zusammentreffens hegte Rousselot großes Vertrauen in Washingtons inszenatorische Fähigkeiten.

"Er ist ein Naturtalent, voller Enthusiasmus; und er wirkte absolut überzeugt von diesem Projekt." Rousselot wurde schon einmal für sein Vertrauen in einen Schauspieler/Regisseur belohnt. Als Kameramann von Robert Redfords In der Mitte entspringt ein Fluss gewann Rousselot den Oscar.

Nelson Coates schloss sich den Filmemachern wegen der Möglichkeit mit Denzel Washington zu arbeiten an. Darüber hinaus genoss er die Herausforderung, solch ein wichtiges und bewegendes Thema künstlerisch umzusetzen. "Man hat nur selten die Chance, bei etwas so Berührendem mitzuwirken", gesteht Coates.

Zwei Wochen lang wurde in Clevelands Stadtteil Glenville gedreht, in dem Antwone Fisher seine Jugend verbracht hatte. Fünf Wochen lang dienten die U.-S.-Navy-Stützpunkte an der 32nd Street, in North Island und Point Loma in San Diego als Kulisse. Darüber hinaus filmte das Team einige Szenen auf der USS Belleau Wood.

Trotz der umfangreichen Probleme, einen Film mit unbekannten Darstellern in einer Stadt (Cleveland) und auf einer unter den Folgen des Anschlags vom 11. September leidenden Marinebasis zu drehen, bestanden die Filmemacher auf historisch korrekten Drehorten. Nur so, waren sie sich einig, konnte der Kern der Geschichte erfasst werden, der Fisher zu diesem Drehbuch bewegt hatte.

Black verdeutlicht, dass Fisher sich alle Mühe gegeben hatte, jedes Detail seiner Wohngegend in Cleveland in das Drehbuch zu integrieren. "Er beschrieb auf einzigartige Weise die Regentage ... das mangelnde Sonnenlicht ... die Gebäude, die Gerüche. Wenn man den Film sieht, findet man genau diese Atmosphäre wieder, die Antwone beschrieben hat. So hätten wir das nie in einer anderen Stadt hinbekommen."

San Diego versorgte das Filmteam mit dem scharfen Kontrast zu Antwones regnerischen Jugendtagen. Denn San Diego spiegelt auch die Hoffnung wider, die Antwones Dienstzeit als Marineunteroffizier durchzog. "Natürlich liegt dieser Story auch eine Liebeserklärung an die Navy zugrunde", verdeutlicht Coates. Er dankt den Streitkräften für ihre Kooperationsbereitschaft.

"Ich ziehe wirklich den Hut vor dem Verteidigungsministerium und der Navy, denn sie haben sich für uns wirklich ins Zeug gelegt. Wir durften auf ihrem Stützpunkt drehen. Sie haben uns sogar Zutritt zu ihren Schiffen erteilt. Das ist schließlich keine Riesen-Produktion. Wir konnten nicht so viel Geld ausgeben. Ohne ihre Hilfe hätten wir niemals derart aufwändige Kulissen herbeischaffen können."

Auch Lt. Tanya Wallace, die für die enge Zusammenarbeit mit der Produktion zuständige Pressebeauftragte, ist von diesem Film begeistert. "Die Geschichte ist großartig. Sie zeigt die Navy in einem so positiven Licht. Es wird deutlich, dass sie Antwone dabei geholfen hat, seinem Leben die entscheidende Wendung zu verpassen. Deshalb fiel es uns nicht schwer, uns dafür zu interessieren und dem Projekt auf die Beine zu helfen."

Trotz des tragischen Vorfalls am 11. September 2001, kurz vor Start der Dreharbeiten, zögerte die Navy keine Sekunde, was die Unterstützung der Produktion betraf. "Das Team stand bereits mitten in der Produktion und wir wollten wirklich helfen", erklärt Wallace. Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auf den einzelnen Stützpunkten führten dennoch zu Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten.

Neben der Dreherlaubnis auf drei verschiedenen Stützpunkten öffnete die Navy darüber hinaus die Pforten der USS Belleau Wood. Das Schiff dient zum Transport von Truppen und Helikoptern und fasst bis zu 3500 Personen. Der Kapitän dieses Schiffes stimmte zu, dass eine reduzierte Crew von 27 Leuten einige nächtliche Manöver auf See filmte.

Für eines der Manöver mußsten alle Seeleute rund um das Flugdeck strammstehen, wie beim Auslaufen aus dem Hafen üblich. Um den Echtheitscharakter zu bewahren wurden für die Navy-Komparsen fast ausschließlich Offiziere und Matrosen aus den Stützpunkten eingesetzt, in denen gerade gefilmt wurde.

Der drastische Gegensatz zwischen Fishers Erfahrungen in Cleveland und San Diego zwang Coates dazu, zwei völlig verschiedene Welten zu entwickeln. "Die Farben in den Navy-Szenen unterscheiden sich radikal von denen, die ich für die Abläufe in Cleveland verwendete. Obwohl die Umgebung in der Navy sich völlig von der Clevelands unterscheidet, bestand der Trick darin, die Story nicht zu behindern."

Um die Dichotomie von Fishers Vergangenheit und seiner gegenwärtigen Situation zu unterstreichen, haben die Filmemacher vor allem auf den räumlichen Orientierungssinn des Publikums gesetzt, enthüllt Coates. "Bei einer Low-Budget-Produktion begehen die Filmemacher oft den Fehler, in kleinen Räumen zu drehen, die keine Tiefe ausstrahlen und die keine Verbindung zum übrigen Haus aufweisen.

Wir dagegen haben uns bemüht, den Dingen visuell einen Zusammenhalt zu verleihen und so ein Gefühl dafür zu vermitteln, was vorgeht. Wir wollten Tiefe und die Nähe zu den anderen Leuten ausdrücken. Anstatt Gebäude frontal vor die Linse zu nehmen, achteten wir immer darauf, auch den Rest der Straße ins Bild zu bekommen. So versuchten wir, eine visuelle Ganzheitlichkeit zu vermitteln und gleichzeitig Antwones Gefühl der Verlorenheit ...

Wenn Antwone seine Mutter endlich findet, wollten wir ihren sozialen Abstieg und gleichzeitig Antwones Fortschritte verdeutlichen. Deshalb haben wir sie in eine Art möbliertes Zimmer gesteckt. Innerhalb von zwei Sekunden wird klar, wie abgewrackt sie ist. Weil er dagegen seinen Ausgehmantel der Navy trägt, strahlt er gerade genug Glamour aus, dass klar wird, wie weit er sich von diesem Leben entfernt hat."

Die Rückkehr zu den schmerzhaften Anfangsjahren seines Lebens stellten eine schwierige Erfahrung für Fisher dar. Black erinnert sich an eine Szene in Cleveland, bei deren Dreh Antwone Fisher einfach das Set mit den Worten verließ: "Ich mußs das nicht sehen. Ich habe das schon erlebt."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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