3 Engel für Charlie - Voller Power

Produktionsnotizen

Los geht's! Als 3 Engel für Charlie im November 2000 in den USA startete, übertraf der Erfolg alle Erwartungen der Filmemacher. Am Eröffnungswochenende spielte der Film atemberaubende 40 Millionen Dollar ein und setzte eine neue Rekordmarke als bestes Debüt eines Erstlingsregisseurs. Mindestens ebenso unerwartet waren die überwältigenden Reaktionen des Publikums.

Produzent Leonard Goldberg erinnert sich: "Wir waren überrascht von dem Erfolg - wir wollten uns zwar respektvoll vor der TV-Serie verhalten, um die Generation von Fans zufrieden zu stellen, die mit ihr aufgewachsen sind, aber gleichzeitig wollten wir die Engel in ein neues Millennium transportieren. Dank McG waren wir in der Lage, sowohl jene Zuschauer anzusprechen, die sich gern an ihre Serie erinnern, als auch eine völlig neue Generation ins Kino zu bringen."

Die Entscheidung, eine Fortsetzung zu drehen, wurde sozusagen informell von Regisseur McG und seinen drei Hauptdarstellerinnen nach Ende der Dreharbeiten für den ersten Teil getroffen. Aber laut "Engel" und Produzentin Drew Barrymore, "wir haben einen Pakt geschlossen, dass wir uns auf keinen Fall wiederholen wollten. Nun war die große Frage: Wie gehen wir mit dieser Verantwortung um, ohne den Spaß an der Sache zu verlieren?"

"Natürlich begann alles mit dem Drehbuch", fährt Barrymore fort. "In 3 Engel für Charlie - Volle Power lernen wir mehr über die Engel, wir tauchen tiefer in ihre Lebensgeschichten ein. Darüber hinaus haben wir die Comedy-Elemente ausgebaut und die Action einen Gang höher geschaltet."

Nancy Juvonen, Barrymores Partnerin bei der Firma Flower Films und Produzentin von 3 Engel für Charlie - Volle Power, erklärt, dass in dem ersten Film das Konzept und die Charaktere erst herausgearbeitet werden mußsten.

"Es gab zwar die populäre TV-Serie, aber einer ganzen Generation von jungen Kinogängern war sie einfach zu unbekannt", sagt Juvonen. "Das hat uns weniger Zeit gegeben, uns auf die Entwicklung der einzelnen Figuren zu konzentrieren. Die Fortsetzung ist nun eine großartige Möglichkeit da anzusetzen, wo wir im ersten Film aufgehört haben."

Im neuen Film werden die Lebensgeschichten der Engel durch eine Serie von Vignetten beleuchtet. Barrymores Figur war ein "rauflustiges kleines Waisenkind", erläutert Regisseur McG. "Sie war überall zugange, hat sich immer in die falschen Kerle verliebt.

Wir sehen sie, wie sie als ?Lady Insane' in einem Hinterhof als Catcherin auftritt. Wir sehen sie als Fahrerin eines Monster-Trucks bei einer Messe auf dem Land. Nicht gerade das stilvollste Spiel der Welt - aber sie gibt dabei alles!"

Lucy Lius Figur Alex wuchs in den edelsten Privatschulen auf, "also sehen wir, dass sie als junge Gymnastik-Sportlerin von Bela Karolyi trainiert wurde. Später sehen wir, wie sie bei einer Weltmeisterschaft in der Schweiz ein Bobby-Fischer-artiges Schach-Genie schlägt", grinst McG. "Im ersten Film haben wir sie auch als Astronautin gezeigt, und jetzt enthüllen wir, dass sie auch noch eine Neurochirurgin ist."

Und was Cameron Diaz' Figur betrifft, "sah ich sie immer als Tochter einer glücklichen, idealistischen Familie aus dem Mittleren Westen mit sieben älteren Brüdern - von denen sie gelernt hat, so wild zu sein. Sie ist mit sich im Reinen, sie ist leidenschaftlich, liebevoll und optimistisch. Sie sieht die Welt wie aus den leuchtenden Augen eines neugeborenen, tapsigen Rehkitz'. Und dann prügelt sie einen windelweich."

In 3 Engel für Charlie - Volle Power müssen die Engel mit persönlichen Problemen klarkommen, während sie gegen das Verbrechen kämpfen. "Sie tun sich in diesen unglaublichen Kostümen zusammen, arbeiten undercover und treten den Schurken mächtig in den Hintern", fasst Juvonen zusammen. "Aber ihr Privatleben ist alles andere als perfekt."

Produzent Goldberg legte Wert darauf, dass man bei dem anknüpfte, was den ersten Teil zum Erfolg machte, und darauf neu aufbaute. "Darüber waren wir uns schnell im Klaren. Gleichzeitig wollten wir ein paar Asse im Ärmel behalten, um das Publikum zu überraschen.

Dies ist ein Film mit Glamour, mit Sex-Appeal, mit Tanz, großartiger Action - und all das vermischen wir zu einem großen Erlebnis. Die Zuschauer wissen: Wenn wir hier eine Kinokarte lösen, werden wir prächtig unterhalten!"

Der Bandenführer "Für einen solchen energiegeladenen Wirbelwind ist McG ein extrem artikulierter Mann", lobt Goldberg. "So kam er auch an den Job als Regisseur des ersten Teils, obwohl er nie vorher einen Spielfilm inszeniert hat: Er kam zu dem ersten Meeting und führte uns eine Präsentation vor.

Er ging Szene für Szene den Film durch, sprach uns Dialoge vor, änderte Szenen, von denen er meinte, sie würden nicht funktionieren und spielte neue vor. Er brachte einen frischen Blick mit auf das Material. Und er fing damals schon genau den Stil, Ton und das kinetische Gefühl des Films ein - das war sein Trick."

McG gibt zu, dass er überwältigt und höchst aufgeregt war, als er tatsächlich den Job bekommen hatte. "Ich war so aufgeregt, dass ich keine Sekunde damit verschwenden wollte, nervös oder unsicher zu sein. Ich erinnere mich, dass ich am ersten Drehtag zum Set kam und mich eine Flotte von Lastwagen, Equipment und Menschen erwartete.

Ich fühlte mich wie ein junger Tennisspieler, der es irgendwie geschafft hat, beim ersten Turnier gleich im Finale von Wimbledon zu landen. Man kann es nicht wirklich schätzen, was für eine große Sache das ist - erst beim Zurückblicken bemerke ich, wie ängstlich ich eigentlich hätte sein sollen."

Nachdem er seine Ängste unterdrückt und durch seine Leidenschaft den ersten Film bravourös gemeistert hat, ging der Regisseur laut Leonard Goldberg nun noch gelassener und selbstsicherer an die Produktion der Fortsetzung.

"Dabei half ihm die Tatsache, dass die dramatischen Momente klar sind und die Comedy ein wenig schärfer und feiner herausgearbeitet ist. McG weiß, was er von den Schauspielern will und wie er es bekommt. Zu unserem großen Glück ist er in der Lage, mit den Darstellern so zu kommunizieren, dass sie den emotionalen Inhalt einer Szene verstehen und darauf gleich ansprechen können. Das ist extrem eindrucksvoll - ein Talent, das manche Regisseure niemals entwickeln."

Wie seine Kollegen David Fincher, Mark Romanek und Spike Jonze ist McG stolz darauf, aus der Werbe- und Videoclip-Branche zu kommen. "Dort kann man seine Erfahrungen sammeln und viel lernen - wie es ist, auf einer Bergspitze zu drehen zum Beispiel. Oder nachts.

Oder was man tun kann, wenn man vom Regen überrascht wird. Man lernt, was man braucht und wie man es schafft, das Tagespensum zu erfüllen und abends immer noch die Emotionen aus den Schauspielern heraus zu kitzeln. Es ist ein tolles Training, und ich bin sehr stolz darauf, ein Teil dieser Gemeinde zu sein."

Wirklich jeder im 3 Engel für Charlie - Volle Power-Team wurde vom ansteckenden Optimismus und der Intensität des Regisseurs erfasst. Unter seinen hingebungsvollsten Fans sind jene drei Frauen, die Charlies Team von Superspionen darstellen.

Für Drew Barrymore ist ein hohes Niveau von Energie und Enthusiasmus bei einem Regisseur essentiell, denn "Du sollst morgens um sechs Uhr jemandem in den Hintern treten, und es ist der Regisseur, der dich vor diese kranke Aufgabe stellt. McG weiß nicht nur, dass es sein Job ist, bei jedem die Batterie wieder aufzuladen - er will auch, dass jeder an seinem Set glücklich ist und sich wohlfühlt."

Barrymore war immer wieder von McGs Wissen um Kino, Fernsehen und Musik überrascht. "Zu jeder Zeit konnte er The Matrix (Matrix, 1999) oder West Side Story (West Side Story, 1961) oder Foul Play (Eine ganz krumme Tour, 1978) zitieren. Und er weiß genau, wie er all seine Einflüsse verbinden kann, damit sie anmutig und wie aus einem Guss erscheinen."

Lucy Liu war am meisten von McGs Hartnäckigkeit und Antrieb beeindruckt. "Von Anfang an hat er - bis zum letzten Drehtag des ersten Teils - nichts von seiner Energie und seinem Geist verloren. Und bei 3 Engel für Charlie - Volle Power war es ganz genauso", gibt sie zu Protokoll.

"Er versucht immer, Szenen noch klarer heraus zu arbeiten, sie farbenfroher zu gestalten, künstlerischer und energetischer. Es ist nicht einfach, etwas Vibrierendes auf Film zu bannen, aber er hat diese Gabe. McG sucht sich ständig Inspirationen, und wenn man in seiner Nähe ist, gerät man automatisch in diesen Sog und wird mit inspiriert. Es ist wie eine Dosis frischer Sauerstoff."

Außerdem habe der Regisseur ein Gefühl für die dramatische Balance eines Films, fährt Liu fort. "Zwischen Comedy und Drama verläuft eine sehr feine Linie. Das eine geht nicht ohne das andere - nur so funktioniert es. Diese Balance ist extrem schwierig. Aber McG weiß, dass sein Publikum smart ist, und er wehrt sich dagegen, die Dinge zu verblöden."

Wieder auf der Seite der Engel Auch nach dem enormen Erfolg des ersten Films war - laut Cameron Diaz - die Produktion von 3 Engel für Charlie - Volle Power kein Selbstläufer. "Ich habe mich nicht wirklich dabei gesehen, wie ich eine Fortsetzung drehe", erinnert sie sich.

"Ich liebe es, mit verschiedenen Menschen zu arbeiten, mit verschiedenen Regisseuren und verschiedenen Geschichten. Dann rief mich Drew an, erklärte mir den Verlauf der Story und sagte: ?Los, lass es uns tun!'. Und Drew hört nicht eher auf, bis sie das bekommt, was sie will. Sie ist so voller Enthusiasmus und gibt dir so viele Gründe, an ihrem Abenteuer teilzuhaben, dass du einfach nichts dagegensetzen kannst."

Was Diaz aber eigentlich überzeugte, war die Kameradschaft, die sich beim Dreh des ersten Films zwischen ihr, Drew Barrymore, Lucy Liu und McG entwickelt hatte. "Es war eine tolle Partnerschaft. Jeder Tag war wieder ein Abenteuer. Wir wussten nie genau, was wir heute machen sollten. In diesem Film mußste ich unter anderem schweißen lernen, ich habe gesurft, nahm an einem Roller-Derby teil und habe eine Nummer mit diesen wunderschönen, sexy Tänzerinnen von den Pussycat Dolls getanzt."

Drew Barrymore fand die Aussicht auf eine neuerliche Partnerschaft ebenso anziehend: "Wir haben ständig aufeinander aufgepasst. Diese Art von dauernder Unterstützung und Aufmunterung ist sehr sehr selten."

Ein weiterer Grund für ihre ungebrochene Begeisterung ist die emotionale Nähe, die Barrymore zu ihrer Figur Dylan empfindet. "Sie ist ein so greifbarer Charakter. Ich kann so viele ihrer Facetten verstehen: Ihr Bedürfnis nach Stabilität, nach einer Familie, der Drang, die Menschen zu beschützen die sie liebt und dabei stets ihr Bestes zu geben.

Sie ist so stark und furchtlos, und ich bemerke, dass sich mein Leben dramatisch ändert, wenn ich sie spiele. Außerdem mag ich, dass sie so eine Ulknudel sein kann."

Lucy Lius Motivation für eine Fortsetzung war darüber hinaus, dem Publikum, das sich von dem ersten Teil bereits hervorragend unterhalten hat, zu zeigen, "dass wir ihm dieses mal etwas wirklich Neues bieten können."

Mit diesen drei Prinzipien im Hinterkopf kämpften etliche Schauspieler darum, Teil von 3 Engel für Charlie - Volle Power zu sein. "Beim ersten Teil waren viele Darsteller zwar interessiert, aber auch ein wenig unsicher", erinnert sich Produzent Goldberg.

"Sie wollten wissen, ob es sich um eine Parodie handelt oder eher um eine aufgemotzte Folge der TV-Serie in Spielfilmlänge. Dann haben sie den Film gesehen, und ihre Reaktion darauf war so positiv, dass wir nur anrufen mußsten und sie prompt für den neuen Film unterschrieben haben. In manchen Fällen mußsten wir noch nicht mal anrufen. Sie haben uns gefragt."

Eine willkommene Ergänzung im Team der Engel ist Bernie Mac, der Jimmy Bosley spielt - den Mittelsmann zwischen den Engeln und ihrem Arbeitgeber, dem mysteriösen Milliardär Charlie. McG erklärt: "Bernie vereint eine atemberaubende Energie mit einer einzigartigen Stimme und einem tollen Sinn für Comedy. Er bringt eine frische Dimension mit in den Film."

Als er das Skript für 3 Engel für Charlie - Volle Power zum ersten Mal las, war Mac laut eigener Aussage ein wenig besorgt, als Mitglied der Bosley-Familie in die Fußstapfen eines seiner Idole zu treten: des brillanten Comedians Bill Murray.

"Ich wusste, dass ich in dem Film scheitern würde, wenn ich Bill einfach imitieren würde", gibt Mac zu. "Niemand kann das." Also konstruierte er für sich selbst eine Hintergrundgeschichte, in der er Murrays Figur, seine Verbindung zu den Abenteuern der Engel und seine Erfahrungen als Geheimagent verarbeitete.

"Wenn ich zum ersten Mal mit den Engeln zusammentreffe, bin ich ein bisschen überwältigt. Es ist, als wenn man etwas bekommt, was man sich schon immer gewünscht hat - aber man ist einfach nicht darauf vorbereitet, wie es wirklich sein wird."

Mac entschied sich darüber hinaus, den Charakter von Bosley in einer stärker väterlichen Richtung anzulegen als sein Vorgänger. "Ich wollte Bosley von einer warmen Seite zeigen, fast als Vaterfigur für die Engel. Sie nehmen ihn unter ihre Fittiche und machen ihn zu einem Mitglied ihrer Familie.

Was ich an der Figur mag ist, dass sie nicht als Superheld daherkommt. Er startet als jemand, dem alles ein bisschen über den Kopf wächst, aber dann arbeitet er hart an sich und macht starke Fortschritte. Man sieht ihn, wie er ein Teil des Programms wird, eine Beziehung zu den Engeln aufbaut und sich Tag für Tag besser macht."

In 3 Engel für Charlie - Volle Power treffen die Engel außerdem einen ihrer Helden - einen ehemaligen Engel, der genau so ist, wie sie immer sein wollten. Madison Lee war der Engel der 90er. Sie konnte alles - zu jeder Zeit. Und sie hat immer noch ein paar Überraschungen auf Lager.

"Als wir über einen würdigen Gegner nachdachten, fragten wir uns, wo denn all die anderen ehemaligen Engel sein könnten", erklärt Nancy Juvonen. "Was ist mit ihnen passiert? Das wurde zu einem Grundthema des Films. Die Engel fragen sich: Soll ich dabei bleiben? Was geschieht, wenn ich das Team verlasse?"

Die Figur der Madison Lee wurde speziell für eine bestimmte Schauspielerin geschrieben: Demi Moore. "Sie vermittelt einem genau das Gefühl eines Engels", schwärmt McG. "Leider war sie nicht sonderlich daran interessiert, ins Filmgeschäft zurück zu kehren. Also mußsten wir unsere Geheimwaffe einsetzen: Drew."

Nachdem Moore für die Rolle der Madison beschlossene Sache war, akzeptierte Drew Barrymore kein "Nein" als Antwort, als sie auf die Schauspielerin zukam. "Wenn sie abgesagt hätte - was ich natürlich niemals hätte geschehen lassen! - hätte ich auf ihrer Treppe gecampt, bis sie ?Ja' gesagt hätte", lacht Barrymore.

McG wusste, dass Moore bemerken würde, wie sehr ihr die Rolle gefallen würde und wie viel Spaß sie beim Drehen haben würde, wenn sie sich mit dem Part der Madison Lee erstmal beschäftigt hätte. "Madison ist nicht nur bildschön, sondern körperlich auch in Topform. Glücklicherweise sprang Demi darauf an, und von diesem Punkt an haben wir ihren Charakter weiter entwickelt."

Moore erinnert sich an das erste Gespräch mit McG: "McG mag Drew seine ?Geheimwaffe' nennen, aber die Wahrheit ist: Die beiden schenken sich nichts. Ihr Enthusiasmus und ihre Leidenschaft haben mich überzeugt."

Wiederkehrende Helden - und ein Schurke Kenner und Liebhaber von Charlie's Angels werden sich freuen, dass neben Luke Wilson und Matt LeBlanc eine weitere Hauptfigur wieder auftaucht: der ?Dünne Mann'. Einer der fiesesten Schurken des ersten Teils kehrt zurück, um erneut gegen die Engel zu kämpfen.

Nachdem der erste Film in die Kinos kam, bemerkten die Filmemacher, dass eine der populärsten Figuren in der Geschichte jemand war, der kein einziges Wort sprach.

"Aber das Publikum sprach", grinst McG. "Alle wollten den Dünnen Mann wieder sehen. Er ist unser Jaws. Er ist brandgefährlich und kaum zu stoppen. Ich liebe das Element, das Crispin Glover in unseren Film einbringt."

Aber der Dünne Mann war anfangs nicht als stummer, starker Typ angelegt. Glover erinnert sich daran, dass seine Figur in seiner ersten Drehbuchfassung Dialog hatte. "Als mich die Filmemacher baten, über meine Rolle zu reden, sagte ich McG, dass ich es besser fände, wenn der Dünne Mann kein Wort sagen würde. Er sprang sofort auf die Idee an."

"Ich habe noch niemals eine Fortsetzung gedreht, aber diese Figur liebe ich heiß und innig", gibt Glover zu. "Ich habe ein wenig das Gefühl, dass der Dünne Mann in einer falschen Zeit gefangen ist. Die Tatsache, dass er nicht spricht, gibt ihm eine Aura wie aus der Stummfilmzeit. Ich denke, das Publikum mag ihn so, weil es seine Vorstellungskraft bemühen mußs - es gibt nichts dankbareres als wenn die Fantasie einer Person angeregt wird.

Trotz all der Action in dem Film legte McG Wert darauf, dass er die menschliche Seite der Story nicht aus den Augen verlieren würde. "Dylan ist so gern ein Engel, weil sie das als Familienersatz sieht. Natalie ist ein zutiefst fröhlicher Mensch, und Alex versucht immer, ihre Eltern zufrieden zu stellen. Wir nehmen uns Zeit, in diese Bereiche ihrer Persönlichkeiten einzutauchen."

McG stellt außerdem klar, dass ein weitere wichtiger Aspekt der Engel - ihr Liebesleben - zusätzliche Facetten ihrer Persönlichkeiten herausstellt. "Jason ist sich nicht mal sicher, womit Alex ihre Brötchen verdient", erläutert Matt LeBlanc seinen Part als Alex' Freund Jason Gibbons.

"Und die Dinge verkomplizieren sich, als sie auf einer Beziehungspause besteht. Was mich an dem Film reizt ist die Umkehrung von Klischees. Im Beruf ist er ein Macho, ein Actionheld - aber im wahren Leben ist er genau das nicht. Und er bekommt von Alex hin und wieder ganz schön eins auf die Nuss - denn sie ist ein Actionheld."

Auch Luke Wilson kehrt als Natalies Freund Pete Komisky zurück. Das Paar hat sich mittlerweile dazu entschlossen, zusammen zu ziehen. Und man ahnt, dass Pete bereit ist, ihre Beziehung schon auf die nächste Stufe zu heben.

"Ich denke, die Tatsache, dass Natalie, dieses typisch amerikanische Mädchen, sich in einen netten, hart arbeitenden Typen wie Pete verliebt hat, sagt uns eine ganze Menge über die beiden", sagt Wilson. "Natürlich ist sie ein Engel, aber tief in ihrem Herzen ist sie auch eine ganz normale Frau, die diesen stabilen Kerl mag."

Die Neuen in der Engel-Familie Neu im Ensemble ist Justin Theroux als Seamus O'Grady - einen Mann, der in Dylans Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt. Ihr erstes Treffen mit ihm nach vielen Jahren ist - laut McG - heftig.

Der Regisseur erklärte Barrymore: "Seamus ist Teil deiner dunklen Vergangenheit, von der du glaubtest, sie sei endgültig vorbei. Wenn du ihn triffst ist es so, als würde der Sauerstoff aus der Atmosphäre gesaugt."

Barrymore traf Theroux zum ersten Mal am Set von Duplex (2003), einem Film mit ihr und Ben Stiller in den Hauptrollen, und sie freute sich darauf, wieder mit ihm zu arbeiten. Um sich für seinen Part vorzubereiten, trainierte Theroux hart, brachte seinen Körper in Form und erarbeitete mit Kimberly Greene, der Maskenbildnerin des Films, eine Reihe von Tattoos, die von einem kühnen Mohawk-Haarschnitt gekrönt wurden.

"Justin und ich kramten Erinnerungen aus unserer Teenager-Zeit hervor, als Punks in ochsenblutroten Doc Martens mit Stahlspitzen, in hautengen Hosen, dünnen Hosenträgern und ohne Shirt herumliefen", sagt McG. "Sie hatten alle diese traditionellen Seemann-Tattoos. Das waren jene Typen, bei denen Weicheier aus der Vorstadt wie ich immer gesagt haben: ?Wow, was für ein furchteinflößender Kerl!'"

Für Theroux war es das erste Mal, dass er sich für eine Rolle komplett körperlich veränderte. "Als man mir sagte, dass ich in vielen Szenen mein Shirt ausziehen mußs, entschloss ich mich sofort, Muskeln anzutrainieren und abzunehmen", lacht er.

"Ich darf den klassischen, unbesiegbaren Schurken spielen, der einfach nicht tot zu kriegen ist - es war der Hammer! Es ist toll, diese übermenschlichen Momente zu spielen, wenn alle denken, man sei tot - aber man steht trotzdem immer wieder auf. Das passt hervorragend zu dem comic-haften Ton des Films."

Obwohl Theroux anfangs schwere Skrupel hatte, gegen "die süße, wunderbare Drew" kämpfen zu müssen, bemerkte er bald, dass seine Kollegin alles gab, was sie hatte. "Ganz ehrlich: Wenn Drew bei den Kampfszenen loslegt, wächst kein Gras mehr", erinnert er sich. "Ich hatte etliche Verletzungen, und sie auch. Die armen Make-up-Leute waren ständig damit beschäftigt, die schlimmsten blauen Flecken und Beulen zu überschminken."

Ein weitere Neuzugang im Ensemble ist der brasilianische Superstar Rodrigo Santoro, der den unglaublich attraktiven - und absolut tödlichen - Auftragskiller Randy Emmers spielt. "Wir wollten für diese Rolle jemanden, der sexy und lustig ist", sagt Juvonen.

"Wir haben uns Rodrigos Band angesehen und uns mit ihm getroffen. Er war umwerfend, und er hatte etwas Einzigartiges und Originelles. Sein brasilianischer Akzent verstärkte diesen Eindruck. Außerdem weiß er, wie man surft und Motocross fährt, und das machte ihn perfekt für den Part."

Ein weiterer Grund für die Besetzung von Santoro war - laut McG - die Tatsache, "dass Helden immer nur so gut sind wie die Schurken. Wenn man großartige Schurken hat, gewinnt der Film. Rodrigo hat eine fantastische, unglaubliche Leinwandpräsenz. Er ist wie das männliche Gegenstück zu allen drei Engeln."

Einen zusätzlichen komödiantischen Aspekt bringt John Cleese in die Familie der Engel ein - er spielt Alex' Vater. "Für diese Rolle wollten wir eine spektakuläre Besetzung", sagt McG. "Wir haben nie über ihre Mutter diskutiert, aber wir hatten immer einen unglaublich intelligenten, kultivierten Gentleman als ihren Vater vor Augen. Es macht Sinn, dass Alex die Frucht seiner Lenden ist."

Laut Cleese stellte ihn die Rolle vor eine interessante Herausforderung: "Man erklärte mir, dass ich die Rolle einer Dame namens ?Mrs. Munday' spielen solle, die eine mächtige jüdische Society-Lady in New York ist. Man sagte, dass man den Part natürlich für mich umschreiben werde - was ich wiederum für eine ausgezeichnete Idee hielt.

Ich dachte mir, es sei eine wunderbar exzentrische Idee, dass ich Alex' Vater spielen sollte. Und es liegt viel Witz darin, dass er keine Ahnung davon hat, mit was sie ihren Lebensunterhalt verdient. Jedes Mal, wenn sie versucht, es ihm zu erklären, wird er benebelter."

Wie hoch ist hoch? "Als wir den ersten Film ins Kino brachten, war das Publikum begeistert davon, drei weibliche Filmstars in diesen gewaltigen Actionszenen zu sehen", erinnert sich Produzent Leonard Goldberg.

"Seit damals haben das etliche Filme imitiert. Also haben McG und ich darüber gesprochen, wie man die Action auf einen höheren Level schrauben kann. In 3 Engel für Charlie - Volle Power fliegen die Engel nicht nur durch den Raum und verteilen dreifache Kicks - es gibt auch ein paar gute, altmodische Kinnhaken."

"Wir wollten diesen Film bewusst ?muskulöser' machen und zeigen, dass es die Mädels auch mit den Jungs aufnehmen können", ergänzt McG. Das haben wir durch Wrestling, Motocross, Autoverfolgungsjagden und Sprüngen von Hochhäusern visualisiert.

Die Engel bewähren sich in Bereichen, die normalerweise den idealisierten männlichen Actionhelden vorbehalten sind. Wir wollten sie in diese Bereiche stellen und zeigen, dass sie trotzdem umwerfend aussehen und sie in ihrer Haut wohl fühlen."

Es gibt zwar in 3 Engel für Charlie - Volle Power - wie im ersten Film bei den Kampfszenen einige spektakuläre Drahtseilstunts, aber die Kampfsequenzen sind laut McG "zermürbender, und die Mädels bestanden darauf, so viele Stunts wie möglich selbst zu übernehmen, damit man die Schläge und die Gefahr, denen sie sich aussetzen, förmlich spüren kann."

"McG und ich mögen die verschiedensten Kampfstile aus den verschiedensten Filme und Zeiten, und wir haben all diese Elemente versucht zusammen zu bringen", erläutert Barrymore. "3 Engel für Charlie - Volle Power nutzt mehr als ein Genre und eine Tonart. Es gibt ein paar Szenen, die ich ziemlich heftig finde - aber es fühlte sich gut an."

Wer hätte die Engel besser trainieren können als "Der Meister" Cheung-Yan Yuen, der Kampfchoreograf aus Hongkong, der die Schauspielerinnen bereits beim ersten Teil auf die Martial-Arts-Szenen und die Drahtseilstunts vorbereitet hat? "Cheung-Yan hat einen starken Ehrenkodex und dirigiert die Darstellerinnen so, dass sie wirklich engelhaft erscheinen", bemerkt McG.

"Er ist das ultimative Beispiel für eine sanfte Stimme und eine starke Hand. Monate vor Beginn der Dreharbeiten begannen er und sein Hongkong-Team, mit den Mädels zu trainieren. Er kitzelte das Beste aus ihnen heraus und war auch für mich eine gewaltige Inspiration."

Als er gebeten wurde, die Kampfszenen im Vergleich zum ersten Film noch zu steigern, war Yuen sicher, dass er dies schaffen würde. "Cameron, Drew und Lucy haben so hart für den ersten Film trainiert, also waren sie jetzt in viel besserer körperlicher Verfassung. Sie hatten eine solide Basis, und das zahlte sich aus."

Laut Yuen "reflektieren die kämpferischen Fähigkeiten der Engel diesmal ihre Persönlichkeit. Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten ist ebenso wichtig wie die richtigen Bewegungsabläufe zu lernen. Jede von ihnen hat ihre individuelle Stärke. Cameron hat eine unglaubliche explosive Kraft, tolle Reflexe und ist sehr fokussiert. Lucy ist extrem stark und professionell. Und Drew hat eine atemberaubende Flexibilität und großartige Willenskraft."

Zusätzlich zu den Engeln trainierte Yuen auch mit Glover und Moore. Obwohl Glover bereits einmal mit "dem Meister" gearbeitet hatte, war das Training diesmal ungleich härter: "Wir haben mit Stretch-Übungen angefangen, dann Kicks, Schläge und verschiedene Kampfkombinationen geübt. Am Ende des Tages haben wir mit Schwertern gearbeitet. Unser Kampfstil ist von Wushu beeinflusst, einem Kung-Fu-Derivat.

Das ist die tänzerischste Form der Kampfkunst, und sie hat viel mit Form zu tun. Cheung-Yan hat eine ganz spezielle Art, sich zu bewegen. Er uns sein Team machten uns immer sehr klar, wie wichtig es ist, seine Position zu halten. Zwischen den Kampfstilen der Guten und der Bösen gibt es keinen Unterschied. Interessant ist, dass die Choreografie auf der Psychologie der Figuren basiert. Verschiedene Figuren haben verschiedene Kampfstile."

Für Demi Moore, die nie vorher Martial-Arts trainiert hatte, bedeutete das Erlernen neuer Fähigkeiten bei den Dreharbeiten viel Spaß. "Die Art, wie Cheung-Yan Kämpfe choreografiert, ist sehr speziell und stilisiert", erinnert sie sich. "In einer gewissen Weise ist es wie ein Tanz. Meist ist es eine große Herausforderung, denn es ist extrem kompliziert und mußs perfekt getimt sein.

Es war aufbauend und sehr aufregend, die Choreografien zu lernen. Dabei legten wir sehr viel Wert darauf, ?den Meister' zufrieden zu stellen, denn man will für ihn sein Bestes geben. Cheung-Yan erwartet eine gewisse Hingabe, also haben wir uns alle bemüht, seinen hohen Anforderungen gerecht zu werden."

Cameron Diaz erklärt, das ein Teil des Trainingserfolges war, dass die Schauspielerinnen die Action des ersten Films nicht einfach wiederholten. Yuen entwickelte die Charaktere von ihr und Lucy Liu durch Kung-fu- und den von Drew Barrymore durch Straßenkampf-Training weiter.

"Wir werden diesmal ziemlich herumgeschubst, aber ich glaube, Cheung-Yan und McG haben die Kombination von zwei verschiedenen Kampfstilen elegant umgesetzt, also liefern wir das Beste aus beiden Welten", sagt Diaz. "Diesmal haben wir die Messlatte auf einer sehr organischen Art und Weise angesetzt. Wir arbeiten mit größerer Energie. Die Kampfszenen sind aufregender und viel dynamischer."

Und Diaz hat die Schrammen, um diese Aussage zu beweisen: "Es geht einfach nicht, dass ein menschlicher Körper hundert Mal am Tag, immer und immer wieder, mit einem anderen menschlichen Körper zusammenprallt und keine blauen Flecken dabei herauskommen", erklärt sie. "Es ist ein Teil des Jobs. Irgendwann verschwinden die blauen Flecken. Was bleibt, ist das tolle Gefühl, das sich einstellt, wenn man nach einer Probe eine Einstellung perfekt hinbekommen hat."

Unter all den Actionsequenzen war für Justin Theroux die bemerkenswerteste gleichzeitig die qualvollste. Gefilmt wurde sie nachts in den Docks des Hafens von San Pedro, südlich von Los Angeles: Theroux' Figur verfolgt in rasender Wut die Engel. Auf der Flucht stolpert Dylan und fällt - ausgerechnet in dem Moment, in dem Natalie und Alex einen Gasleitung aufreißen und die Straßenseite des Docks in eine Flammenwand verwandeln.

"McG liebt es, einen Schauspieler bei einem Stunt zu beobachten", sagt Theroux. "Er hat normalerweise mehrere Kameras laufen, und alles ist sehr sicher, weil er mit vielen Experten arbeitet. Dennoch wollte ich auf gar keinen Fall durch eine Feuerwand laufen. Wir haben ein bisschen getrickst, aber ich bin diesen sehr starken Flammen doch sehr nahe gekommen.

Es war so heiß, dass es den Sauerstoff aus der Luft gesogen hat, und es gab mir tatsächlich einen Kick. Ich trete also ohne Shirt aus diesem Feuer - der Stuntkoordinator mußste mir unglaublich kalte Paste auf den Körper auftragen, die man bei Feuerstunts benutzt. Und als ich aus dem Feuer trat, war sie schon verdampft, weil die Temperatur so hoch war."

So wie Barrymore, Diaz und Liu hatte auch Theroux die Möglichkeit, ein Stunt-Double einzusetzen. Aber er winkte ab: "Man hat mich nicht gezwungen, diesen Stunt selbst zu drehen. Aber ich dachte mir: Wenn die Engel ihre eigenen Stunts drehen, schaffe ich das auch!"

Das wahre Vergnügen von 3 Engel für Charlie - Volle Power ist "dass man die Engel in die Luft jagt, auf sie schießt, ihre Rippen bricht - und sie trotzdem aufstehen und weitermachen", verspricht McG. "Darum lieben und verehren wir sie. Sie sind wie Rocky Balboa.

Man will einfach nicht sehen, dass er einen Kampf gleich von Anfang an im Griff hat und gewinnen wird. Man will sehen, wie er von Apollo Creed vermöbelt wird und dann will man ihn sehen, wie er sich selbst aufrichtet und es schafft, in den letzten Momenten der letzen Runde zu gewinnen. Genau das ist es, was die Engel so faszinierend macht: Sie sind so hart und so entschlossen, es zu schaffen."

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