Veloren im Irak

Produktionsnotizen

Nur wenige Filmemacher kennen sich mit Kurdistan, dessen Land und Menschen so gut aus wie der Iraner Bahman Ghobadi. Er hat sich der Belange der staatenlosen Minderheit angenommen, die über die Länder Irak, Iran und Türkei verstreut und politisch bedrängt leben muß. Die Kurden haben in ihm ein stimmgewaltiges Sprachrohr gefunden.

Bereits mit seinem Film Die Zeit der trunkenen Pferde (iranischer Oscar-Nominee 2000, Cannes 2000, Berlinale-Kinderfilmfest 2001) hat Ghobadi beeindruckend das Schicksal kurdischer Kinder thematisiert. Verloren im Irak ist ein weiteres Insiderportrait über das kurdische Volk. Ghobadi bewegt sich in Verloren im Irak auf dem Terrain surrealer Komik, die er schließlich zu einem bewegenden filmischen Werk entwickelt. Weniger düster als Zeit der trunkenen Pferde, beschreibt der Film die Kurden an den Grenzen von Iran und Irak nicht nur als Opfer. Es sind auch Menschen, die Musik, Kinder und das Leben lieben ? und einen ziemlich deftigen Humor haben, der es ihnen ermöglicht, ihre Verfolgung zu ertragen.

Verloren im Irak zeigt ein Abenteuer voller lebendiger Musik, Romantik und den Gefahren in diesem Gebiet. Bahman Ghobadi versteht es meisterhaft mit Humor und Komik das Dilemma der kurdischen Gesellschaft in der aktuell schwierigen politischen Konstellation erlebbar zu machen. Und es gelingt ihm mit Leichtigkeit, die Regie mit Laiendarstellern umzusetzen.

Verloren im Irak hat einen humorvollen und liebevollen Unterton, ohne dabei auf politischem Tiefgang zu verzichten. Entstanden ist ein wundervolles Roadmovie, ein Plädoyer für Menschen und Menschlichkeit.

Bahman Ghobadi zählt bereits heute neben Mohsen Makhmalbaf, Samira Makhmalbaf, Abbas Kiarostami und Madji Majidi zu den weltweit bedeutendsten iranischen Filmemachern.

Verloren im Irak ist ein wunderschöner Film mit Humor und bestechenden Witz über die Menschen im Nordirak.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Movienet Film © 1994 - 2010 Dirk Jasper