Die Blume des Bösen

Produktionsnotizen

Auszug aus dem Essay "Wer ist kriminell?" von Caroline Eliacheff Die Blume des Bösen behandelt den Vorgang der Übertragung und Wiederholung im Milieu des heutigen Bürgertums in der Provinz. Der Ausgangspunkt unseres Drehbuches war der folgende: die Geschichte einer Frau zu erzählen, die für ein Verbrechen bezahlt hat, das sie begangen hat, und die sich selbst eines weiteren Verbrechens bezichtigt, das sie nicht begangen hat.

Der Film setzt sich mit den Menschen aus drei Generationen auseinander, die die letzten Abkömmlinge der Familie Charpin -Vasseur darstellen. Die Charpin-Vasseurs sind eine gutbürgerliche Familie aus der Gegend von Bordeaux.

Erste Generation: Micheline Charpin, genannt Tante Line (Suzanne Flon).

Zweite Generation:Anne Charpin-Vasseur, die Nichte von Tante Line (Nathalie Baye), und ihr Mann Gérard Vasseur (Bernard Le Coq).

Dritte Generation: Michèle Charpin-Vasseur (Mélanie Doutey), Tochter von Anne und ihrem ersten Ehemann, der 1981 verstarb. Außerdem: François Vasseur (Benoît Magimel),der Sohn von Gérard und Nathalie Vasseur, die zur selben Zeit gestorben ist wie der Vater von Michèle.(...)

Also drei Generationen, aber auch drei Ortstypen: die Domizile der Familie, unerschütterlich; die Schauplätze der Wahlkampagne (die Mietskasernen, das Büro des Wahlleiters, das Rathaus) sowie die Apotheke mit dazugehörendem Labor, die Domäne von Gérard Vasseur. Die Handlung entwickelt sich in konzentrischen Kreisen, führt die Personen an die verschiedenen Orte, doch kommen sie alle immer wieder zurück -zum Familienstammsitz.

Drei Generationen, drei Arten von Orten, drei Spuren zur Herstellung von Spannung: Der Wahlkampf ist eine falsche Spur, aber er bringt die Handlung voran.

Ich glaube nicht, dass der Zuschauer am Erfolg von Anne zweifelt. Alles deutet auf Erfolg, aber man ist dennoch neugierig auf den Wahltag. Es ist einfach nur irgendein glückliches Ende.

Größeres Gewicht hat die Frage, wer das denunzierende Flugblatt geschrieben hat. Der Kandidat der extremen Rechten oder der Ehemann der Kandidatin? Dieser Suspense ist aber ebenfalls eine falsche Spur, denn das Problem ist weniger zu wissen, ob der Ehemann der Kandidatin wirklich der Autor des Flugblattes ist, als vielmehr die Tatsache, dass sämtliche Familienmitglieder es ihm zutrauen.

Das Verbrechen, das den dritten Teil des Filmes einleitet, war nur für die vorhersehbar, die zu Anfang sehr aufmerksam waren: Man sieht dort einen ermordeten Mann. Aber dann nimmt der Zuschauer am Mord teil. Er weiß, worum es sich handelt, wer getötet hat und warum.

Er wird sich wahrscheinlich noch nicht einmal fragen, ob die charmante Michèle überführt werden wird, denn man kann sich kaum vorstellen, dass es anders ist. Alles, was gewöhnlich einen Kriminalfilm antreibt (Wer hat getötet? Warum? Wird er entdeckt?),ist völlig über den Haufen geworfen. (...)

Aber jenseits dieser einzigartigen Geschichte hat Claude Chabrol durch die Art der Inszenierung auch etwas über das Bürgertum ausgesagt. Es ist konkretisiert in diesem Satz: "Die Zeit existiert nicht. Sie ist dauernde Gegenwart ..."

Aber nur weil seine Personen schön sind, sympathisch, interessant, ist das Urteil über das Bürgertum nicht weniger grausam. (...) Die Protagonisten sind von einer beängstigenden Normalität. Wenn es kein Verbrechen gäbe, würde man vielleicht gar nichts zu erzählen haben, denn nichts ändert sich.

Andererseits wird selbst noch das Verbrechen dazu verwendet, um darauf hinzuweisen, dass sich nichts ändert. Niemals. (...) "Die besten Kriterien für ein authentisches Werk", schrieb Claude Chabrol 1955, "sind das nicht am häufigsten dessen vollständige Unschuld und dessen perfekte Notwendigkeit?"

Der Familienstammsitz Bereits mit dem Vorspann betreten wir, begleitet von Damias Chanson "Un Souvenir ", ein großes Bürgerhaus. Der Eingang deutet eine weitläufige Leichtigkeit an, aber man findet auch Spuren eines gewissen Alterungsprozesses, wenn man die Möbel und Dekorationen betrachtet.

Gegen Ende des Krieges war das häufig so. Dasselbe Haus finden wir dann eine Ewigkeit später - bis auf ein paar Details - praktisch unverändert vor. Wir befinden uns in einer kleinen Stadt bei Bordeaux bei den Charpin-Vasseurs ...

"Ich habe schon Doktor Popaul in der Nähe von Bordeaux gedreht ... Ich habe mich entschlossen, hierher zurückzukommen, weil ich eine Familiengeschichte erzählen wollte, und Familien, die von Generation zu Generation fortleben und sich immer gleich bleiben dabei, sind nicht selten hier.

Und außerdem, der Vater von Tante Line, Pierre Charpin, sollte sofort an einen hohen Würdenträger aus der Gegend denken lassen, der in letzter Zeit viel von sich reden gemacht hat ...", sagt Claude Chabrol.

"Claude hatte eine sehr präzise Vorstellung von der Zimmeraufteilung und hat uns gebeten, ein solches Haus zu finden: mit einer zentralen Halle und einer große Treppe - wie in Biester, mit einem Esszimmer zur Linken und einem Salon zur Rechten sowie einem weiteren Zimmer, in das man einen Wintergarten bauen könnte. Die Treppe ist immer ein sehr wichtiges Element in den Filmen von Claude ...", merkt Yvon Crenn, der Produktionsleiter, an.

"Die Zeit zu symbolisieren kommt in diesem Film der Treppe zu. Sie ist sowohl unbeweglich und zeitlos als auch immer gegenwärtig. Das regt sehr zu Ideen an," sagt Claude Chabrol.

Françoise Benoît-Fresco, Ausstatterin: "Bei der Ausstattung des Hauses bestand die Hauptschwierigkeit darin, die beiden Epochen herauszuarbeiten und in Verbindung zu bringen mit dem Grundmotiv, dass die Zeit vergeht und sich nichts ändert. In den Sequenzen, die 1944 spielen, sind die Möbel, Malereien und Stoffe eher protzig.

Sie sind Zeichen von Reichtum und eines hohen sozialen Status, aber gleichzeitig sind sie auch ein wenig verblichen.Nach dem Sprung in die Gegenwart finden wir einen raffinierteren Stil vor, eleganter und typischer für die Bourgeoisie der heutigen Provinz.

Aber letztendlich bewegt sich nur wenig ... Man kann sich vorstellen, dass Anne Charpin-Vasseur einigen Räumen den Stempel ihres Geschmacks aufgedrückt hat, als sie im Haus ankam, aber es ändert nichts daran, dass dieses Haus immer das Haus von Tante Line bleibt ..."

Tante Line Der Familienstammsitz ist die Domaine von Micheline Charpin, genannt Tante Line, die das Haus von Kindheit an bewohnt. Die Tochter von Pierre Charpin, der zwischen 1940 und 1944 eine sehr wichtige Position in der Verwaltung bekleidete, hat im Laufe der Zeit und unter tragischen Umständen ihre Eltern, ihren älteren Bruder François, ihre Schwester Marie-Jeanne und ihren Schwager verloren.

Die sehr aktive, dynamische und für alle modernen Strömungen offene Frau trägt trotzdem ein schweres Gepäck aus Erinnerungen und Geheimnissen mit sich. Die Vergangenheit umhüllt sie, aber dennoch bewahrt sie ihre sehr würdevolle Erscheinung.

Sie fühlt sich sehr verbunden mit dem jungen François, der sie immer wieder an ihren geliebten Bruder erinnert, und mit Michèle, einer jungen Volontärin, die ihr selbst so ähnlich ist. Sie unterstützt ihre Verbindung von ganzem Herzen.

Claude Chabrol: "Ich war sicher, dass Suzanne genau die richtige Ausstrahlung mitbringen würde für diese etwas ?mythische' Frau und Ahnherrin der Familie ... Sie vermittelt ein wenig den Eindruck, als sei sie nur eine ?Kleine Maus' - und das spielt Suzanne bewundernswert - allerdings ist sie eine ,Kleine Maus', die brüllt..."

Caroline Eliacheff: "Wenn die Bourgeoisie sich ändern würde, so sollte man das über drei Generationen hinweg auch erkennen. Unsere Personen jedoch erscheinen nur nach Äußerlichkeiten verändert: Sie sind ?Wiederholungen', sie haben verschiedene Lebensalter, aber sie bleiben sich über Generationen hinweg immer gleich ..."

Das Rathaus Ein altes Bürgerhaus, das zum Rathaus umfunktioniert wurde. Es ist der Ort der Institutionen; der Ort, an dem sich das soziale Leben abspielt. Man trinkt dort auf die Gesundheit des Bürgermeisters während eines Cocktailempfanges, man geht sonntags dorthin, um seinen Pflichten als Wähler nachzukommen - alle gemeinsam, als würde man zur Messe gehen.

Claude Chabrol: "Der schlichte Fakt, am Sonntag zur Wahl zu gehen, ist eine nationale Pflicht, aber in diesem Milieu hat das eine lächerliche Seite, und es ist reizvoll, diese Lächerlichkeit darzustellen ..."

Françoise Benoît-Fresco: "Wir haben uns bei der Produktion der Wahlplakate sehr amüsiert. Als wir die Politiker für die Wahlplakate fotografierten, haben wir sie alle ein bisschen ?gleicher' gemacht. Sie sollten ein wenig stereotyp wirken, einfach spießig - einer wie der andere."

Claude Chabrol: "Es ist häufig in diesem Kontext, dass die Politiker, selbst wenn sie Links sind, von Rechts kommen ..."

Anne Charpin-Vasseur Die Nichte von Tante Line. Ihre Eltern starben bei einem Unfall im Jahr 1958.Sie heiratete erst ihren Vetter, einen Vasseur, dann Gérard, den Bruder ihres Mannes, der 1981 starb, ebenso wie ihre Schwägerin.

Anne, die die Mutter von Michèle und die Schwiegermutter von François ist, befindet sich mitten im Wahlkampf, um sich zur Bürgermeisterin der Stadt wählen zu lassen. Sie ist kämpferisch, sehr aktiv und offen. Sie hat "Ambitionen ",wie ihr Mann sagt, und er zögert nicht, ihr das vorzuwerfen.

Nathalie Baye: "Anne Charpin-Vasseur ist vor allem eine Großbürgerin, die ein gut abgesichertes Leben führt und sich irgendwann in die Politik gestürzt hat. Diese Hyperaktivität hilft ihr einfach auch dabei, nicht zu viel nachdenken zu müssen und vor der Realität flüchten zu können.

Sie ist ständig aktiv, um nicht in sich zusammenzubrechen. Sie hat eine sehr rigide Seite. Diese hervorzukehren ist ihr wichtig. Es hat mir Spaß gemacht, ihr Leben einzuhauchen. Ich habe noch nie eine derartige Persönlichkeit gespielt ..."

Claude Chabrol: "Ich habe Nathalie sehr wenige Regieanweisungen gegeben. Nur wollte ich, dass sie sich durch ihr Verhalten und die Art, wie sie sich kleidet, von realen Politikern inspirieren lässt ..."

Matthieu Lartigue Als Zweiter auf der Liste von Anne Charpin-Vasseur ist er ihr ergebener Kavalier und ihr treuer Ratgeber. Treu ...

Thomas Chabrol: "Für mich ist Matthieu ein Brechstangen-Intrigant. Einer, der Anne Charpin-Vasseur ergeben ist. Ein Anwalt, der von unten kommt. Seine haarfeine Arroganz ist das Zeichen eines zukünftigen Chefs. Ich hatte drei ?Quellen ' für meine Figur, alle drei sind bei der letzten Wahl in die Regierung gekommen ..."

Claude Chabrol: "Er ist ein junger Politik-Wolf, und während der Dreharbeiten mußste er ein wenig als mein Sündenbock herhalten ..."

Die Apotheke Wichtig, imposant, von der Straße aus zu sehen. Wir haben es mit einer großen Apotheke eines großen Provinzapothekers zu tun. Renoviert und aufgemöbelt "wie ein großer Drugstore in Chicago"; das ist das Königreich von Gérard Vasseur.

Ein Analyse-Labor wurde hier heimlich eingerichtet, eine völlig illegale Angelegenheit. Vor allem dienen die Hinterzimmer dem Eigentümer aber auch als Junggesellenwohnung. Der Eindruck, den man von seinem Büro gewinnt, trägt wesentlich zur Definition der Person bei.

Françoise Benoît-Fresco: "Es ist nicht wirklich ein Arbeitsplatz. Claude wollte, dass schon mit dem Öffnen der Tür das Sofa unser Blickfeld dominiert und man sofort versteht, dass dies das Möbelstück ist, dessen er sich am häufigsten bedient ..."

Gérard Vasseur Der Ehemann von Anne, Gérard, einziger Nachfahre der Vasseurs, ist der Herr des Hauses und sehr stolz darauf, es zu sein. Die Kandidatur seiner Frau bei den Wahlen macht ihn wütend, und er lässt keine Gelegenheit aus, das auch zu zeigen.

Die Beziehung zu seinem Sohn François ist dem Anschein nach herzlich, in Wirklichkeit aber ziemlich oberflächlich. François hasst seinen Vater. Er hält ihn für "scheinheilig, böse, verlogen und einen geilen Bock ..." Er hegt sogar den Verdacht, dass sein Vater gar nicht sein wirklicher Vater ist ...

Bernard Le Coq: "Gérard läuft jedem Rock nach. Er liebt es, in seinem Harem zu leben mit all seinen Frauen. Er ist wirklich der Hahn des Dorfes, wenn ich so sagen darf ..."

Claude Chabrol: "Gérard ist für mich der typische und sehr häufige Fall einer Person, die einem Milieu angehört, der es aber nicht gelingen will, sich dort auch Akzeptanz zu verschaffen. Er ist wie ein Mitbringsel. Er wirkt immer ein wenig daneben ... Dank der Interpretation von Bernard Le Coq wirkt er am Ende beinahe ein wenig pathetisch ..."

Das Haus in Pyla Ein kleines Haus am Strand, in unmittelbarer Nähe der Düne von Pyla. Es ist das Ferienhaus, das Haus der Freizeit, der Freiheit und der Erinnerungen ... Nichts hat sich wirklich verändert und gleichzeitig bringt jeder einen zusätzlichen Zug ein. Vor allem ist es das Haus von Tante Line, die dort ihre Gewohnheiten pflegt.

Claude Chabrol: "Letztendlich sieht man sehr wenig von diesem Haus. Es ist der Flashback oder eher der Nicht-Flashback, der mich interessierte; das Verharren in der Vergangenheit ..."

Caroline Eliachef: "Um zum ersten Mal miteinander zu schlafen, will sich das junge Paar aus den Fängen der Familie zurückziehen. Sie treffen sich in einem anderen Haus der Familie und setzen damit genau die Familientradition fort."

François Vasseur Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA zurückkommend, findet François die Familiensituation praktisch unverändert vor. Kaum dass er richtig angekommen ist, lässt ihn sein Vater Gérard die Rundfahrt des Eigentümers machen, und Tante Line serviert ihm Fisch zum Frühstück.

Aber besonders seine Gefühle für Michèle, seine Cousine, die ebenso seine Schwägerin ist, die ihn einst dazu veranlasst hat, das Haus zu verlassen, sind stärker als jemals zuvor.

Benoît Magimel: "In den Filmen von Claude habe ich den Eindruck, dass es häufig die Frauen sind, die die Handlung tragen und die die Fäden ziehen. Ich fragte mich, was die aktive Rolle von François sein könnte ...

Letztlich denke ich,dass er ein wenig mehr Opfer ist als die anderen. Zugleich macht er das Unbehagen offenbar, das in dieser Familie herrscht. Er, der von der offensichtlichen Unbekümmertheit, die die anderen Personen demonstrieren, fliehen wollte, versucht, dem Fatalismus der Wiederholung zu entgehen, der diese große bürgerliche Familie beherrscht ..."

Claude Chabrol: "...und er endet damit, dass er sich doch davon gefangen nehmen lässt ...Übrigens ist die Schlussnote des Films so, dass die Personen versuchen, einfach eine gute Figur zu machen ..."

Michèle Charpin-Vasseur Die Tochter von Anne Charpin und Louis Vasseur. Sie ist Psychologiestudentin und von jeher verliebt in ihren Cousin François.

Claude Chabrol: "Es gab schon immer junge Leute in meinen Filmen. Aber meistens spielten sie nur Nebenrollen. Ich finde es mehr und mehr interessant, die Geschichten junger Menschen zu erzählen, die in einem ?alten ' Milieu aufwachsen, voll bepackt mit Vergangenheit ..."

Der Wintergarten Im Wintergarten des Familienstammsitzes, dem Tante-Line-Zimmer par excellence, spielt sich die entscheidende Szene des Filmes ab. Die Familie ist dort vereint bei einem der üblichen Kaffeerituale nach dem Essen.

Silberbesteck und Porzellan sind bereits abgedeckt, da taucht Matthieu Lartigue mit dem Flugblatt auf, das gerade in großer Auflage in der Stadt unter die Leute gebracht wurde.

Claude Chabrol: "Das schimpfliche Flugblatt ist ein wenig der Auslöser der Intrige, aber, um bei der Wahrheit zu bleiben, in diesem Film gibt es gar keine Intrige; und wenn es eine gibt, hat sie sich im Laufe der Zeit vollständig aufgelöst ..."

Françoise Benoît-Fresco: "Claudes Wunsch entsprechend, habe ich zuerst einfach nur viele Pflanzen in den Wintergarten gestellt. Dann dachte ich aber, der Raum sollte auch noch etwas haben, was ihn auflockert, ihm Struktur und Tiefe gibt.

Ich habe dann einen enormen alten Vogelkäfig gefunden, und jetzt hat Claude dieses Set zum Schauplatz für eine sehr wichtige Szene des Films gemacht. Claude hat die außerordentliche Fähigkeit, alles, was man ihm bringt, zu verwandeln und in seine Gedankenwelt einzubauen ..."

Claude Chabrol: "Ich wollte, dass man ein wenig den Eindruck eines Dschungels bekommt. Man glaubt, man erstickt, und die Personen erscheinen wie Tiere in dieser Umgebung ... oder wie Blumen ..."

Das Flugblatt "Na, die ist ja gut! Die Charpin-Vasseur richtet das schon! Zu unserem Unglück hat sie Geschmack gefunden! Seitdem die Charpins und die Vasseurs untereinander heiraten, sind sie zu allem fähig, diese degenerierten Zulus.

1981 sind Charpin-Vasseur und die Frau seines älteren Bruders bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben gekommen, und als ob das nicht schon reicht, hat dann auch noch die Witwe den Witwer geheiratet. Auf diese Weise kann sie die beiden Bestien miteinander vergleichen ...

In dieser Familie hat man den gegenseitigen Ehebruch zum Programm gemacht, aber der Bruch bringt kein Glück!

1958 hat sie die Inthronisierung der V.Republik mit einem Flugzeugunfall begangen, durch den der Vater und die Mutter der Kandidatin ums Leben kamen. Damals hießen sie nur Vasseur. Es war besser, nicht in dem Mist herumzustochern, unter dem der Name Charpin begraben lag.

Pierre Charpin, der Großvater, hatte zwischen 1940 und 1944 einen wichtigen Verwaltungsposten inne. Das war nicht nach dem Geschmack seines Sohnes, der mit seiner Familie brach und sich wenige Tage nach der Landung der Alliierten in der Normandie als Widerstandskämpfer hat umbringen lassen. So etwas passiert, wenn man seine Eier nicht in denselben Korb legt. Ein geheiligtes Omelette!

Pierre Charpin wurde wenig später und unter derart ungewöhnlichen Umständen ermordet, dass man selbst eine seiner Töchter der Tat verdächtigte, Micheline.

Die Einstellung des Strafverfahrens hat niemanden überzeugt, ebenso wenig die offizielle Erklärung, es sei ein politischer Racheakt gewesen.

Die Frau von Pierre Charpin ist wenige Wochen danach vor lauter Gram gestorben. Es war ein schlechtes Jahr für die Charpins. Aber damit nicht genug, weitere Schicksalsschläge dieser Art folgten im Laufe der nächsten fünfzig Jahre.

Die Leute haben wirklich kein Glück.

Hoffen wir, dass in 15 Tagen, anlässlich der Wahlen, Frau Anne Charpin-Vasseur, die Jeanne d 'Arc mit den lockeren Oberschenkeln, die Tradition fortsetzt und königlich weggefegt wird."

Wer hat das schmähliche Traktat geschrieben?
  • Brissot,der politische Gegner?
  • Gérard,der enttäuschte Ehemann?
  • Matthieu Lartigue,der Zweite von der Liste mit seiner falschen Ergebenheit?
  • François,der nachtragende Schwiegersohn?
Szenenfoto
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