Germanikus

Ausführlicher Inhalt

Germanien, Donnerstag, Völkerwanderung, 11.32 Uhr.

In Sumpfing bei Ampfing haben die Frauen so ihre liebe Not mit dem starken Geschlecht. Während Algunda (Claudia Wipplinger) ihrem begriffsstutzigen Bajuwaren-Hünen Bodo (Andreas Hofmann) verzweifelt Grundbegriffe in Sachen weibliche Wunschbefriedigung beizubringen versucht, darf Hermanns Mutter (Irm Hermann) von früh bis spät ihren faulen Sohn (Gerhard Polt) bedienen.


Arbeitsscheu, verfressen und ständig übermüdet, setzt der seine ganze Hoffnung in Sachen Altersvorsorge nicht etwa aufs Plündern, wie es sich für einen anständigen Germanen gehört, sondern vielmehr auf seinen römischen Gefangenen Senator Quintus Turbo. Der darbt zwar bereits seit längerem saft- und kraftlos im Käfig vor sich hin, dennoch bleibt Hermanns Vertrauen auf ein großzügiges Lösegeldangebot aus Rom unerschüttert.

Seine Mutter jedoch sieht das alles ganz anders. Nachdem Ehemann und Sohn Bertram bereits in Wallhall thronen, sollte das schwarze Schaf der Familie endlich auch einmal etwas leisten. Bester Anlass dafür: der Frühjahrsfeldzug "Thors Hammer". Doch während sich die männlichen Dorfbewohner mit Eifer ins Gefecht stürzen, gelingt es dem listigen Hermann einmal mehr, sich erfolgreich zu drücken.

Die Monate verstreichen, die Plünderungen dauern bei weitem länger als erwartet und allmählich haben Sumpfings Frauen die Enthaltsamkeit satt. Wenn wenigstens ihre Verführungskünste von Erfolg gekrönt wären. Doch der einzige Daheimgebliebene, Hermann, steht mit jeglichem Körpereinsatz auf Kriegsfuß.

Nur Algunda entdeckt dessen ungebremste Leidenschaft für Fliegenpilze und nutzt sie schamlos aus. Sehr zum Leidwesen ihres Mannes Bodo. Denn als der aus der sieglosen Schlacht heimkehrt, wundert er sich zu Recht, wie seine Frau schon wieder schwanger sein kann. Hermann sucht sein Heil in der Flucht und gelangt in die Fänge eines hinterhältigen Sklavenjägers (Hilmi Sözer).

Zu seinem Schrecken findet sich der geraubte Germane kurz darauf inmitten einer Brandmarkungsprozedur auf dem römischen Sklavenmarkt wieder. Im brenzligsten Augenblick jedoch erkämpft sich die neureiche Tusnelda (Gisela Schneeberger) gegen die Insassin einer weiteren Sänfte (Anke Engelke) rabiat einen Parkplatz bei "Gemischtwarenhändler" Sejanus (Manfred Lehmann).

Als dessen beste Kundin nimmt sie seine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch und als schließlich einer ihrer Sänftenträger türmt, soll Hermann - ohne mit dem Brandeisen Bekanntschaft gemacht zu haben - dessen Platz einnehmen. Dabei verursacht der Arbeits-Laie zwar ein mittelprächtiges Chaos, doch da man einem geschenkten Gaul bekanntlich nicht ins Maul schaut, darf er weiterhin als Diener in Tusneldas Gladiatoren-Akademie fungieren.

Fortan vergreift sich Hermann nicht nur an den Erfrischungen von Tusneldas Gästen, sondern nimmt auch die Erziehung ihres verwöhnten Sohnes Vizio (Simone Luzi) in seine schlagkräftige Hand. Als er dafür letztlich als Sparringspartner für ihren besten Gladiatoren herhalten soll, geschieht das Unfassbare:

Hermann erkennt in dem brutalen Knochenbrecher seinen Erzfeind Bodo und entschließt sich augenblicklich zur Flucht. Die misslingt zwar völlig, endet aber in Bodos versehentlicher, kurzzeitiger Strangulation, woraufhin Hermann als augenscheinlicher Sieger den Kampfplatz verlässt. Tusnelda ist hingerissen.

Selbst ursprünglich aus Germanien stammend, liebt sie den Pragmatismus ihres neuen Haussklaven, verleiht ihm prompt den Namen "Germanikus" und ernennt ihn zunächst zum Gladiatoren-Jugendtrainer und schließlich zum Hauslehrer ihres Sohnes. Was sie nicht ahnt: der unfähige Bajuware verstümmelt nicht nur seine Schützlinge, sondern verscherbelt auch noch Bodo bei passender Gelegenheit zum Schleuderpreis.

Für Tusnelda aber ist und bleibt er einzig ihre Wunderwaffe, die ihr in der kaiserlichen Arena Ehre machen soll und sie beschließt, Germanikus zu adoptieren. Natürlich nur unter der Bedingung, dass er spurt. Ansonsten soll der Ex-Sklave sofort wieder in einen Sachwert umgewandelt werden.

Doch bereits beim Notarbesuch türmt Germanikus. Dank seiner verzweifelten Suche nach dem Nachhauseweg landet er im Bordell Lupanar, wo er neben Prediger Almosius (Tom Gerhardt) auf Tusneldas Freund, den Präfekten (Rufus Beck), in Begleitung seiner Prätorianer-Garde trifft.

Schnell versteckt sich Germanikus in einem Zimmer, in dessen Dunkelheit ihn mit der schwarzen Kurtisane Saba (Sylviane Aissatou Thiam) eine delikate Überraschung erwartet. dass er allerdings für die von ihm geleisteten Dienste auch noch zahlen soll, kann der Römer wider Willen ganz und gar nicht verstehen. Um dem unvermeidlichen Streit ein Ende zu bereiten, flüchtet er in einen anderen Raum - und platzt mitten in das skurrile Liebesspiel des Präfekten.

Zum Dank verfrachtet dieser Germanikus als Vorkoster in den Palast von Kaiser Titus Maximus (Moritz Bleibtreu), wo er als Tusneldas Gastgeschenk einen Giftanschlag auf den Imperator mit seinem eigenen Leben vereiteln soll. Dummerweise serviert man ausgerechnet Fliegenpilze, die der Bajuware mit sichtlichem Appetit jedoch ohne Nebenwirkungen verspeist - nicht so Titus Maximus ...

Und schon mußs sich der deklarierte Sklave auch noch wegen Kaisermordes verantworten. Seinen erneuten Fluchtversuch aber will Germanikus nicht ohne die schöne Saba unternehmen. Als er sie im Lupanar aufsucht, gerät er jedoch in die Hände des Präfekten. Der verfrachtet das potenzielle Paar postwendend in die Katakomben der Arena. Dort sollen die beiden, um Tusnelda zu ihrer verdienten Rache zu verhelfen, mit einer Handvoll christlicher Märtyrer ihr Leben lassen ...

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Dirk Jasper FilmLexikon

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