Grabgeflüster - Liebe versetzt Särge

Ausführlicher Inhalt

1964, auf einem Tanzball in einem kleinen Ort in Wales: Schüchtern beobachtet ein Teenager ein Mädchen, das allein an der Tanzfläche steht. Doch bis Boris Plotz endlich all seinen Mut zusammen nimmt, um Betty anzusprechen, ist ihm bereits ein anderer zuvorgekommen ...

Und so kommt es, dass über dreißig Jahre später Bestattungsunternehmer Boris Plotz noch stets als Junggeselle lebt und Betty mit dem Bürgermeister des idyllischen Küstenörtchens Wrottin-Powrys verheiratet ist. dass Hugh Rhys-Jones seine Frau dabei mit seiner Sekretärin betrügt, ist in dem kleinen Küstenstädtchen ein offenes Geheimnis und Betty die einzige, die davon nichts zu ahnen scheint.

Bettys Katze Ginger und Boris' Kater Fred treffen sich öfter zu einem nächtlichen Rendezvous, doch ihre beiden Besitzer kommen erst wieder in Kontakt, als Bettys Schwiegermutter ihre Frühstücksflocken so gierig runterschlingt, dass sie daran erstickt, und Boris mit der Beerdigung beauftragt wird.

Als Betty die Vorkehrungen mit ihm besprechen will, überrascht sie ihn dabei, wie er verträumt zu alten Ballroom-Melodien durch seinen Ausstellungsraum tanzt: Boris hat weder seine Liebe zur Musik noch die zu Betty je verloren. Und auch Betty spürt etwas ganz Besonderes, als sie Arm in Arm übers Parkett gleiten ...

Boris hat Geschäftskonkurrenz aus den USA bekommen: Frank Featherbed ist angetreten, ihm mit Aktionen wie dem "Sarg des Monats" oder Mengenrabatten die Kunden abspinstig zu machen. Seine große Vision sind "Themen-Begräbnisse".

Assistent Delbert warnt ihn zwar, dass solch neumodischer Kram bei den Alteingesessenen sicherlich auf Unverständnis stoßen wird, doch Featherbed lässt sich nicht beirren und setzt seine erste "Star Trek-Beerdigung" mit bombastischer Musik, viel Rauch und zahlreichen Special Effects in Szene. Was in buchstäblich durchschlagendem Erfolg resultiert, als der Sarg "hochgebeamt" werden soll und durch das Dach bricht.

Bei einem Ausflug gesteht Boris seinem alten Jugendschwarm Betty endlich seine Liebe - und dass er auch schon genau weiß, wie sie beide doch noch zusammen kommen können: ganz einfach, er wird sie umbringen!

Boris' Plan sieht vor, dass Betty beim nächsten Tanz von der Klippe stürzen und tödlich verunglücken wird. Natürlich nicht in Wirklichkeit: Tatsächlich wird sie zwar vor den Augen des ganzen Ortes über die Klippe fallen, allerdings nur auf einen kleinen Vorsprung und sich von dort aus mit einem Seil nach unten hangeln.

Sein alter Jugendfreund, ein Arzt, wird ihren Todesschein ausstellen, und sie beide werden in Tahiti ein neues Leben beginnen. Und wirklich, die sonst so korrekte und aufrichtige Betty stimmt dem irrwitzigen Täuschungsmanöver schließlich zu: aus der Sehnsucht heraus, noch einmal in ihrem Leben richtig glücklich zu sein ...

Beim alljährlichen Tanzfest geht dann beinahe doch noch alles schief, als Hughs Geliebte Meredith kaltblütig versucht, Betty mit einem vergifteten Drink zu ermorden. Doch Betty lehnt ihre Einladung glücklicherweise ab. Sie stürzt über den Felsvorsprung und seilt sich ab, die Tanzgesellschaft verharrt betroffen in gebührendem Abstand, so dass ihr verborgen bleibt, dass Betty noch atmet.

Neue Aufregung entsteht, als Frank Featherbed sich entschließt, zu der Leiche zu eilen, um sich den Auftrag für Bettys Beerdigung zu sichern. In einem halsbrecherischen Manöver liefern sich die konkurrierenden Bestattungsunternehmer eine Wettfahrt durch die Nacht zum Unglücksort.

Dort entschließt sich der frisch gebackene Witwer Hugh Rhys-Jones dafür, tatsächlich dem aufstrebendem Unternehmen von Featherbed eine Chance zu geben. Doch der Arzt kann die Situation noch einmal retten, indem er beteuert, das letzte Wort der Sterbenden sei "Plotz" gewesen.

In Boris' Heim wird Betty weiter auf ihre Rolle als Leiche vorbereitet und mußs sich zwecks Temperaturangleichung in die Kühltruhe zu gefrorenen Erbsen legen. Da trifft sie ein neuer Rückschlag: Hugh besteht bei der Trauerfeier auf einen offenen Sarg!

So mußs Betty dort mit angehaltenem Atem die Tote mimen, während Boris alle Hände voll damit zu tun hat, den neidischen Featherbed von ihr fern zu halten, der unbedingt hinter Boris' Geheimnis kommen will, warum die Verstorbene so frisch und zart ausschaut wie das blühende Leben.

Erst Recht mußs Betty um ihre Fassung fürchten, als Meredith ihr unter Tränen gesteht, wie sie sie umbringen wollte, und als sie hört, wie Hugh bereits dem Geld aus der Versicherungssumme entgegen geifert, bevor sie noch unter der Erde ist. Auch als ihr kleiner Gärtnersjunge Willy sie bittet, seine tote Mum im Himmel zu grüßen, mußs sie um Contenance ringen.

Und dann ist da noch die unangenehme Tatsache, dass sie allergisch auf die Blumen reagiert, die man ihr auf die Brust legt. Boris hat jedenfalls alle Hände voll zu tun, damit die Schwindelei nicht doch noch auffliegt.

Alles scheint beinahe schon überstanden - bis Hugh darauf besteht, anwesend zu sein, wenn ihr Sarg geschlossen wird. So wird also nichts aus dem Plan, einen Sandsack zu beerdigen, und Betty erleidet einen Anfall akuter Platzangst ...

Featherbed hat seine Niederlage immer noch nicht verwunden. Er und Delbert brechen in Boris' Firma ein, um endlich hinter dessen Erfolgsgeheimnis zu kommen. Dort überraschen sie eine quicklebendige Betty.

So scheint der Plan im letzten Moment doch noch gescheitert, die beiden Liebenden entlarvt. Da finden alle eine ungewöhnliche Lösung: Featherbed übernimmt Boris' Firma, im Gegenzug hilft er den beiden bei der Umsetzung von Bettys "letzem Willen". Denn die ist so erzürnt über Hughs Verrat, dass ihm keinesfalls ihre Lebensversicherung zufallen soll.

Stattdessen will sie ihm und Meredith als Geist gehörig Angst einjagen, und wer wäre für die Inszenierung einer richtig fürchterlichen Geisterstunde besser geeignet als Bettys und Boris' neuer Verbündeter Featherbed mit seinem riesigen Arsenal an Spezialeffekten. So machen sich das konspirative Quartett auf zum Haus des ehrenwerten Bürgermeisters Hugh Rhys-Jones. It's showtime!

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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