Wilbur wants to kill himself

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Dieses Mal soll es endlich klappen: Mit einer Kombination aus einer Überdosis Tabletten und dem aufgedrehten Gasherd sollte es ohne weiteres gelingen, seinem Leben ein Ende zu setzen ...

Für den knapp dreißigjährigen Wilbur North (Jamie Sives) kennt das Leben nur ein Ziel: ein möglichst baldige Ende. Weder sieht Wilbur einen Anlass dafür, sein Dasein fortzusetzen, noch eine Berechtigung für selbiges.

Das Gegenteil kann ihm auch sein unerschütterlich optimistischer älterer Bruder Harbour (Adrian Rawlins) nicht beweisen, der sich wiederum zum Lebensinhalt gemacht hat, Wilbur von seinem Glück auf Erden zu überzeugen. Gemeinsam haben sie soeben von ihrem kürzlich verstorbenen Vater dessen heruntergewirtschaftete Second-Hand-Buchhandlung "North Books" in Glasgow geerbt.

Allerdings ist es lediglich Harbour, der sich mit Elan in die Sache stürzt - wenn er nicht gerade Wilbur aus einer lebensbedrohlichen Lage befreit.

So auch jetzt: Gerade hat die schüchterne Alice (Shirley Henderson), eine Stammkundin von "North Books", den Laden betreten. Alice ist allein stehende Mutter der achtjährigen Mary (Lisa McKinlay) und Putzfrau in der Chirurgie des örtlichen Krankenhauses.

Für einen kleinen Nebenverdienst sammelt Alice heimlich die von Patienten zurückgelassenen Bücher und verkauft sie. Just in dem Moment, in dem Alice die Bekanntschaft mit dem neuen Besitzer von "North Books" macht, bekommt dieser einen Anruf und eilt aus dem Laden ...

... um Wilburs Wohnungstür aufzubrechen und den Bruder bewusstlos in der Küche vorzufinden. Wieder einmal startet Harbour Wiederbelebungsversuche und wieder einmal ...

... findet sich Wilbur in der Psychiatrie des Krankenhauses wieder. Trotz seiner ganz unglaublichen Anziehungskraft, die Wilbur in der Regel auf Frauen ausübt, zählt der Egozentriker in seiner Therapiegruppe nicht gerade zu den Beliebtesten.

Nach diesem weiteren Selbstmordversuch empfiehlt der zynische Dr. Horst (Mads Mikkelsen), dass Wilbur für alle eine Gefahr darstellt und sich lieber eine betreute Wohngruppe suchen sollte. Verständnisvoll bietet Schwester Moira (Julia Davis) sich sogleich als Mitbewohnerin an. Moira ist stolz auf ihren fast hundertprozentig organischen Lifestyle und hat eine nicht zu verbergende Schwäche für Wilbur.

Doch Harbour hat bereits entschlossen, dass Wilbur zu ihm zieht, als dessen Vermieter ihm mangelnde Vorsicht mit seinem Gasherd vorwirft und seiner Geduld ein Ende setzt. In seinen eigenen vier Wänden über dem Buchladen, in der er zuvor den kranken Vater pflegte, kann sich Harbour auch viel besser um den kleinen Bruder kümmern.

Als Wilbur Harbour für einen kurzen Moment im "North Books" vertritt, kommt ihm die Idee zu einer neuen Selbstmordvariante und eine Gelegenheit, die er sofort beim Schopfe packt. Im wahrsten Sinne ... Bis Alice just in dem Moment im "North Books" auftaucht, als Wilbur mit einer Schlinge um den Hals unter der Decke hängt, und seinen Todeskampf beendet.

Als Alice nach der Rettungsaktion zu spät ihre Schicht antritt, wird sie fristlos gefeuert - zu ihrer größten Verzweiflung. Auf den Vorschlag ihrer pragmatischen Tochter hin findet sie Trost bei Harbour, während es Wilbur nicht lassen kann und es schon kurz darauf erneut versucht.

Eine harmlose Absicht, denn das für seinen Tod durch Ertrinken ausgewählte Gewässer reicht ihm gerade bis zur Hüfte.

Alice und Harbour heiraten. Im kleinen Kreis, nur Alices Kollegin Sophie (Susan Vilder) als Wilburs Begleiterin und Mary sind dabei. Natürlich ist auch Sophie von Wilbur ganz begeistert. Als sich das Brautpaar zurückzieht und Sophie einen Annährungsversuch startet, wird sie jedoch umgehend von Wilburs äußerst gewöhnungsbedürftigem Charme zurückgewiesen.

Wilburs einziges Interesse gilt nach wie vor dem Ende seines Lebens. Noch in Alices und Harbours Hochzeitsnacht schneidet er sich in der Badewanne die Pulsadern auf.

Wieder sind Alice und Harbour in letzter Sekunde zur Stelle, um Wilbur ins Leben zurück zu holen. Doch Alice ist sich sicher, dass er es eines Tages schaffen wird.

Wilburs Krankenhausaufenthalt nimmt dieses Mal einige Tage mehr in Anspruch. Hier trifft er wieder auf Moira - und gibt ihren Zuneigungsbekundungen zur Abwechslung einmal nach, zumindest gestattet er ihr, sein Ohr zu lecken. Ausnahmsweise fällt Wilburs Urteil über diese Form von Nähe nicht negativ aus.

Zur gleichen Zeit fällt das Urteil über Harbours Gesundheitszustand bei einer Untersuchung weitaus niederschmetternder aus. Die Diagnose: Sein Ende könnte weitaus näher liegen als das seines Bruders. Harbour will dies nicht akzeptieren und weigert sich, die empfohlene Behandlung in der Klinik zu beginnen.

Erst als er kurz darauf in einem Supermarkt zusammenbricht, ist er gezwungen, dem Ernst der Lage ins Gesicht zu sehen - wobei seine größte Sorge weiterhin Wilbur, Alice und Mary gilt. Und während diese Marys Geburtstagsfeier ohne Harbour beginnen, und Alice und Wilbur sich näher kommen, als irgendjemand erwartet hätte, zeigt sich, dass das Schicksal einen ganz unerwarteten Verlauf der Dinge vorsieht ...

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Dirk Jasper FilmLexikon

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