Down with Love

Produktionsnotizen

Gerade als sie mit American Beauty den Oscar für den Besten Film des Jahres gewonnen hatten, fiel den Produzenten Bruce Cohen und Dan Jinks das Drehbuch Down with Love von Eve Ahlert & Dennis Drake in die Hände.

"Es war sehr komisch und originell, sehr überzeugend geschrieben, jede Seite wartete mit einer neuen Überraschung auf", erinnert sich Cohen und fügt hinzu, dass er und Jinks damals gerade eine geeignete Liebeskomödie suchten.

"Beim Lesen des Skripts haben wir oft laut losgelacht", sagt Jinks. "Wir fühlten uns in die wunderbare Ära der traumhaften 60er-Jahre-Komödien mit Doris Day und Rock Hudson zurückversetzt, aber Eve und Dennis stellen die Versatzstücke jener Filme auf den Kopf."

" Down with Love ist nicht nur eine Hommage an jene Filme, sondern auch an unsere Erinnerung an diese Zeit, und sie bekommt einen entschiedenen Touch des Jahres 2003 beigemischt", bestätigt Cohen.

Die drei beliebten Filme, in denen Doris Day und Rock Hudson gemeinsam auftraten - Bettgeflüster, Ein Pyjama für zwei und Schick mir keine Blumen - lebten von Hochglanz-Glamour und altmodischen Wertvorstellungen, waren aber auch mit sexuellen Anspielungen und Zweideutigkeiten gespickt. "In jener Welt mußste man zwar auf alles gefasst sein", stellt der Filmwissenschaftler Alan Vanneman fest. "Aber ihre Unschuld verlor die Filmheldin auf keinen Fall."

Nachdem Jinks und Cohen Fox 2000 Pictures als Partner gewonnen hatten, setzten sie sich mit Ahlert und Drake zusammen, die sie als jüngere Version des berühmten Comedy-Autorenteams Betty Comden und Adolf Green ( Du sollst mein Glücksstern sein, Die tolle Tante) bezeichnen.

"Eve und Dennis haben eine Menge Humor und Energie", sagt Jinks. "Und die Liebeskomödien mit Doris Day und Rock Hudson kennen sie auswendig. Sie entwickelten eine ganz präzise Vorstellung davon, wie man im Drehbuch die damalige Ära aus heutiger Sicht parodieren und gleichzeitig etwas völlig Neues schaffen kann."

"Als Kinder haben wir uns diese Filme im Fernsehen x-mal angeschaut, und wir fanden sie wirklich toll", sagt Dennis Drake. "Man bezeichnet sie als raffinierte Sex-Komödien, obwohl eigentlich überhaupt kein Sex vorkommt - und über das ,raffiniert' könnte man wahrlich auch streiten."

"Ich erlebte diese Komödien damals als völlig abgedreht und verrückt", fügt Ahlert hinzu. "Sie wirkten überhaupt nicht wie normale Filme. Sie sind so blank geputzt, Technicolor-bunt und erfrischend spießig. Es sah immer so aus, als ob die Wände gleich einstürzen würden. Rock Hudson und Doris Day haben ihre Darstellungen ständig einen Tick übertrieben.

Uns wurde klar, dass wir aus diesen Vorlagen etwas wirklich Witziges entwickeln könnten. Denn es ging uns durchaus nicht nur darum, mit Down with Love die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen und eine Parodie abzuliefern. Stattdessen wollten wir sie als Folie verwenden, um auf unsere Art zu zeigen, wie Männer und Frauen miteinander umgehen - in Sachen Sex, Geschlechterrollen und Machtkämpfen."

Während am Skript noch gefeilt wurde, sahen sich Jinks und Cohen nach einem Regisseur um, der die stilisierten Elemente des Drehbuchs umsetzen konnte, ohne dabei die Realität ganz aus den Augen zu verlieren. Nachdem die Produzenten Peyton Reeds Girls United gesehen hatten, machten sie dem jungen Regisseur auf der Stelle das Angebot, Down with Love zu inszenieren.

"Eves und Dennis' Drehbuch ist eine aggressive Komödie, sehr clever geschrieben, mit überbordendem Wortwitz und komischen Situationen", sagt Reed. "Mir gefiel besonders, wie absurd sie sich auf bestimmte Details versteifen, zum Beispiel auf die Anspielungen an die Pop-Kultur der frühen 60er und ihre Umsetzung in bestimmte Handlungselemente."

Den Filmemachern war klar, dass der Erfolg der damaligen Klassiker allein auf dem Traumpaar Rock Hudson und Doris Day beruhte: "Sie haben eine sehr gelassene Beziehung", kommentiert Reed. "Rock und Doris gehen leicht und beschwingt miteinander um. Offensichtlich fühlen sie sich in Gegenwart des anderen sehr wohl, selbst wenn sie laut Drehbuch Spannungen ertragen und aufeinander herumhacken müssen."

Weil Down with Love als liebevolle Hommage an diese romantischen Komödien angelegt ist - wenn auch mit einem modernen Touch -, wollten die Filmemacher unbedingt Darsteller verpflichten, die den legendären Stars in der heutigen Kinoszene ebenbürtig sind.

"Die Figur der Barbara Novak in Down with Love bezieht sich deutlich auf das Vorbild Doris Day, eine charismatischer Filmikone, charmant und urkomisch - aber gleichzeitig blieb sie immer mit beiden Beinen auf der Erde, wirkte natürlich und glaubwürdig", sagt Jinks. "Also fragten wir uns: ,Wer verkörpert heute solche Eigenschaften?' Und wir waren uns alle einig: Renée Zellweger."

Zellweger ließ sich sofort vom Humor, den Figuren, dem Stil von Down with Love mitreißen. "Ich war ganz aus dem Häuschen. Als ich das Drehbuch las, habe ich schallend gelacht", sagt sie. "Es ist erstaunlich klug durchdacht, hat Tempo, funktioniert reibungslos - kein Augenblick wird verschenkt.

Traumhaft war es, in die Vergangenheit zu tauchen und alles im Stil alter Schule zu spielen, so wie das damals eben üblich war. Ich wollte ganz einfach Barbara werden und in meinen fabelhaften Kostümen durch die blank gewienerten Technicolor-Sets schreiten. Außerdem haben mich die Zweideutigkeiten und sexuellen Anspielungen in Down with Love begeistert.

Die Filmhelden wachsen uns ans Herz. Wir schauen ganz genau hin, weil man diese Bonbon-Optik voll und ganz genießen will - die Farben, die Hintergründe, die Beleuchtung, die Kleidung. In dieser Welt kann man sich richtig zu Hause fühlen."

Zwar dienen die von Doris Day verkörperten Heroinen der frühen 60er-Jahre als Vorbild für die Barbara Novak in Down with Love, aber dennoch stellt Barbara die damaligen Rollenmuster völlig auf den Kopf. Im Gespann mit Rock Hudson spielte Day die original präfeministische, berufstätige Frau, die mit Hudson ihre Kräfte maß und wie ein Berserker ihre Unschuld verteidigte.

In gewisser Weise stellt die von Zellweger verkörperte Barbara genau das Gegenteil der züchtigen Day-Heroinen dar. Barbara ist Autorin des Buches Down With Love, in dem sie die Frauen auffordert, sich mehr wie die Männer zu verhalten - es ist durchaus nichts daran auszusetzen, ohne Bindungsangst sexuelle Abenteuer zu genießen und selbst Karriere zu machen.

So katapultiert Barbara Doris Days erfolgreiches Mädchen von nebenan in eine neue, urkomische Glamour-Dimension. Sobald Zellweger ihren Vertrag unterschrieben hatte, konzentrierten sich die Filmemacher auf die Besetzung des Catcher Block. Der Besuch einer Vorstellung von Moulin Rouge gab den Ausschlag: Sie hatten ihren Hauptdarsteller gefunden.

"Catcher Block mußs nicht nur blendend aussehen, er hat auch jenes irre Charisma, das Ewan auszeichnet", sagt Regisseur Peyton Reed. "Man spürt direkt, wie sich alle Frauen in seiner Umgebung unweigerlich nach ihm umschauen. Unterschwellig wirkt Ewan ausgesprochen gefährlich - was perfekt dem Catcher Block entspricht, der nicht nur Player, sondern auch Playboy ist ... eine Art James Bond ohne Geheimdienst."

Auch McGregor begeistert sich für die Hudson-Day-Komödien. "In Großbritannien haben wir die alten Filme im Fernsehen gesehen", erinnert sich der Schauspieler. "Ich bin also mit dem Genre vertraut, ich weiß diese spezifische, stilvolle Humorvariante zu schätzen. Down with Love erlaubt uns den Luxus, die Aura dieser Filme neu zu schaffen, ohne dabei den Wandel, die Weiterentwicklung der Geschlechterrollen außer Acht zu lassen.

Natürlich haben sich auch die Komödien an sich und der Darstellungsstil seit den 60ern verändert. Ich fühlte mich also vor allem dazu angespornt, den ganz spezifischen Schauspielstil jener Zeit zu treffen, der heute nicht mehr üblich ist."

In den Liebeskomödien mit Hudson und Day spielte jeweils Tony Randall die dritte Hauptrolle. Diesen Part übernimmt in Down with Love David Hyde Pierce mit der Rolle des Peter McMannus. So wie der Erfolg der Day-Hudson-Filme in hohem Maße von Randalls Komikertalent abhing, ist auch Down with Love ohne Pierces unschätzbaren Beitrag gar nicht vorstellbar.

"Mit David haben wir den Jackpot gewonnen", sagt Jinks. "Auf diesem Planeten findet man niemanden, der den Peter McMannus besser spielen könnte. Denn David hat den leicht übertreibenden Komödienstil voll drauf, ohne je die Realität aus den Augen zu verlieren."

Ständig scheint Peter McMannus seinem Vorbild Catcher hinterher zu hinken. "Nichts gelingt ihm, immer kommt er einen Moment zu spät", erklärt Reed. "Dabei liegt es durchaus nicht an mangelndem Enthusiasmus. Eine anspruchsvolle Rolle, die aber immer in Catchers Schatten steht. Catch hat sich selbst durchgeboxt - im Gegensatz zu Peter, der die Karriere seinem Vater verdankt. Peter hat alles geerbt, er hat nie die Erwartungen seines Vaters erfüllen können."

Bei der Vorbereitung auf seinen Part schaute sich Pierce etliche von Randalls Filmen sehr genau an: "Ich versuche nicht, ihn zu imitieren, aber den Gehalt seiner Rollen möchte ich in etwa doch treffen. ,Bettgeflüster' habe ich mir vor ein paar Jahren angeschaut - ich war überrascht von der hohen Qualität des Films. Echt komisch, manchmal auch daneben, aber irgendwie eine ganz eigene Kunstform.

Der Stil eines solchen Films ist beim Drehen sehr schwer nachzuahmen, weil die Darstellung von gewissen Übertreibungen lebt. Doch die Übertreibung darf nicht alles sein, weil der Zuschauer das nach fünf Minuten satt hätte. Man mußs daher gleichzeitig mit beiden Beinen auf der Erde bleiben. Mir macht also vor allem die Ausbalancierung dieser beiden Aspekte besonders Spaß, diese Gratwanderung zwischen Exaltiertheit und realistischer Darstellung."

Zu guter Letzt stieß Sarah Paulson zur Besetzung - sie spielt Barbaras beste Freundin und Lektorin Vikki Hiller, die von Peter angehimmelt wird. Diese Rolle stellte für die Filmemacher einen weißen Fleck auf der Landkarte dar, denn Doris Day hat in keinem ihrer Hudson-Filme eine "beste Freundin".

Tatsächlich wäre eine Frau wie Vikki in den frühen 60ern als sehr ungewöhnlich aufgefallen. "Irgendwie hat sie es geschafft, in einem völlig von Männern dominierten Verlag zur Lektorin in gehobener Stellung aufzusteigen", sagt Cohen.

"Sie ist sehr intelligent, aber sie bringt ihre Arbeit nur schwer auf die Reihe - kein Wunder, wenn man überlegt, was sie in dieser Festung männlicher Macht alles auszustehen hat. Vikki opfert ihr Privatleben ganz der Karriere, aber aus diesem Teufelskreis versucht sie auszubrechen - sie will auch mal wieder an sich denken."

"Vikki Hiller behauptet sich 1962 als Frau in einer Männerwelt", sagt Sarah Paulson. "Verzweifelt bemüht sie sich um Anerkennung ihrer intellektuellen und beruflichen Fähigkeiten, durch die sie, offen gesagt, vielen ihrer männlichen Kollegen in gleicher Stellung deutlich überlegen ist.

Sie ist schlau genug, ihre Weiblichkeit einzusetzen, um ihr Ziel zu erreichen, und sie ist nicht dumm genug, um auf ihre Weiblichkeit ganz zu verzichten. Sie mischt im großen Spiel mit - genau wie ein Mann."

Die Brücke zu den filmischen Vorbildern schlägt Tony Randall, der in seinem Gastauftritt den autoritären Verlagsmogul Theodore Banner spielt. "Wir waren ganz aus dem Häuschen, als er an Bord kam", sagt Drake. "Natürlich wollten wir ihm eine entsprechend hochkarätige Rolle anbieten."

Der inzwischen 83-jährige Randall absolvierte vergnügt seinen einen Drehtag - er hatte seit 25 Jahren in keinem Kinofilm mitgewirkt. "Früher habe ich in meinen Rollen meinen Vater dargestellt", lacht Randall. "Heute BIN ich mein Vater."

Randall weist darauf hin, dass er in seinen drei Filmen mit Doris Day und Rock Hudson nie ein Mädchen abbekam. "Dennoch hatte ich immer das Gefühl, die beste Rolle zu spielen."

Mit Genugtuung nahm Randall zur Kenntnis, wie exakt das Down with Love-Team die Atmosphäre der klassischen Day-Hudson-Liebeskomödien beschwor. "Die Komödien der 60er waren von einer gewissen Unschuld geprägt - und sie hatten wirklich Flair", sagt er.

"Schicke Mode, tolle Inneneinrichtungen. Als ich mich am Set von Down with Love umschaute, kam es mir vor, als sei die Zeit stehen geblieben."

Um den präzisen Stilvorgaben des Drehbuchs zu Down with Love gerecht zu werden, mußsten sich die Sets, Kostüme, die Kamera, Choreografie, Musik, Masken und Frisuren während der gesamten Dreharbeiten einem rigorsen Konzept unterwerfen.

"Das Besondere des Skripts besteht darin, dass es emotional auf dem Boden der Tatsachen bleibt, während der Look und die Darstellung der Schauspieler stark stilisiert ist", sagt Peyton Reed. "Das Drehbuch liest sich fast wie ein Musical ohne Musik. Die Dialoge passen sich einem deutlich spürbaren Rhythmus an. Deswegen wollte ich auch die Optik durch einen entsprechenden Rhythmus prägen."

Nicht nur die Handlung von Down with Love ist im Jahr 1962 angesiedelt - Drehbuch und Ausstattung legen auch größten Wert darauf, dass der Film so aussieht, als sei er 1962 gedreht worden. Die Leinwand wird teilweise aufgeteilt, die Sets sind ausladend, Archivaufnahmen und Musik im Stil der 60er tragen zu Atmosphäre jener Epoche bei. "Der Zuschauer hat den Eindruck, einen Film aus den 60ern zu sehen", sagt Reed.

Das Skript hält sich an die sittlichen Richtlinien von 1962. "Wir zeigen und sagen in Down with Love nur Dinge, die in eine romantische Komödie der frühen 60er-Jahre gepasst hätte", sagt Ahlert. "Es gibt keinen Sex, keine Nacktszenen, aber sexy Dialoge und jede Menge verrücktes Zeug."

Im New York der 60er-Jahre herrschte ein pulsierender Optimismus, der sich auch auf die Kunst auswirkte. Es ist kein Zufall, dass die Filme mit Doris Day und Rock Hudson in (einem allerdings idealisierten) New York spielten: Jedermann wohnte in traumhaft möblierten Apartments mit spektakulärem Panoramablick, die Sonne strahlte ohne Pause, und auf der Straße war immer sofort ein blank geputztes gelbes Taxi zur Stelle. Denn in den Hollywood-Studiohallen und auf dem Außengelände ließ sich so etwas im Handumdrehen bewerkstelligen.

Down with Love verweist auch ironisch auf den aktuellen Retro-Trend in Richtung Design der frühen 60er. "Interessanterweise sind die frühen 60er derzeit absolut in", kommentiert Cohen.

"Um heute ein Apartment oder Haute Couture im damaligen Stil zu ergattern, würden manche Leute über Leichen gehen. Aus den Boxen tönen heute wieder exakt die Klänge jener Zeit. Diese Synergie erlaubt uns einen Film zu machen, der ein historisches Ambiente beschwört, gleichzeitig aber auch absolut modern ist und unserer Zeit entspricht: Jedermann ist vernarrt in diese Ästhetik."

Genau wie die Day-Hudson-Filme Bettgeflüster und Ein Pyjama für zwei entstand Down with Love komplett in vier Studiohallen der Hollywood Center Studios, und ein paar Drehtage reichten für Außenaufnahmen auf dem Gelände der Universal Studios.

"Wir verwenden gemalte Hintergründe, die ohne durchscheinende Beleuchtung von hinten auskommen, wir versuchen also gar nicht erst, die Künstlichkeit des Sets zu kaschieren", sagt Kameramann Jeff Cronenweth.

"Die Filme der 60er-Jahre waren im klassischen Sinne schön, voll satter Farben. Gedreht wurde jedoch auf recht simple Art, und genau diesen Stil wollte ich nachahmen. Beim Bildausschnitt und bei den Kamerabewegungen orientiere ich mich jedoch etwas mehr an der heutigen Zeit, und ich verwende das Breitwand-Bildverhältnis, um die Bildkompositionen interessanter gestalten zu können."

Produktionsdesigner Andrew Laws outet sich ebenfalls als Fan der Filme aus jener Zeit. Mit Begeisterung stürzte er sich in die Gestaltung der 55 für Down with Love benötigten Sets.

"Durch die Arbeit an Down with Love bekomme ich Gelegenheit, Elemente meiner modernen Lieblingsarchitekten der Jahrhundertmitte einzubringen: Miës van der Rohe, Eero Saarinen, Richard Neutra und Alvar Aalto. Aus diesen Vorgaben baue ich mir meine etwas eigenwilige Welt aus Versatzstücken dieser Epoche zusammen", sagt Laws. "Gleichzeitig gehen wir spielerisch mit der Architektur um - wir mußsten uns um keine Konventionen scheren, Logik und praktische Erwägungen spielten keine Rolle."

Der Blick durch Barbara Novaks fünf Meter hohes Panoramafenster im 120-Grad-Winkel fällt auf die gemalte Skyline mit dem Empire State Building, der Freiheitsstatue und dem Chrysler Building. Für Barbara schuf Laws eine offene, lichtdurchflutete Wohnlandschaft der vertikalen Linien. Catchs Apartment wird dagegen von horizontalen Linien und einer dunklen Atmosphäre geprägt -eingerichtet ist es mit dem allerneuesten technischen Schnickschnack, der bei Schäferstündchen dienlich sein könnte.

Dem Stil des Produktionsdesigns passen sich auch die von Daniel Orlandi entworfenen Kostüme an. "In den 60ern sollte alles unbedingt modern wirken, und die Filme wurden voll und ganz auf die Stars zugeschnitten, um sie im denkbar besten Licht zu zeigen", sagt Orlandi. "Entsprechend ging der Kostümbildner wie bei einem Musical vor: Alles passte sich der Farbe an, die dem Star entsprach."

Für den Film entwarf Orlandi über hundert Kostüme, auch Hüte, Hemden und Krawatten - viele wurde aus wunderschönen Stoffen der damaligen Zeit gefertigt. Die Entwürfe orientieren sich an den Couturiers Jean-Louis, Ray Aghayian, Oleg Cassini, Givenchy und Balenciaga, sie wirken raffiniert, farbenfroh und sexy. Ganz im Sinne seines einstigen Mentors Bob Mackie bat Orlandi alle Darsteller zu diversen Anproben, er recherchierte die Epoche sehr intensiv und lieferte eine ganze Serie von Skizzen.

"Die Kostüme entsprechen der damaligen Zeit - originell, lustig, farbenfroh, manchmal weich, manchmal rigide", sagt Orlandi. "Wir entwarfen eine durchkomponierte Farbpalette für Barbaras Szenen, damit sich keine Farbe wiederholt. Im Laufe der Handlung entwickelt sie sich zu einem Mogul - entsprechend betonen wir ihre Schultern immer deutlicher. Nie trägt sie dieselben Handschuhe, Hüte oder Schuhe, die Farben wechseln ständig. Damit halten wir uns weitgehend an den Stil der Filme aus den frühen 60er-Jahren."

Ständig treten Barbara und Vikki in Down with Love in einer Modenschau auf. In ultra-eleganten Kostümen, farblich abgestimmt, schreiten sie wie auf dem Laufsteg durch jede neue Szene.

Catch, der Frauenschwarm und Draufgänger, fühlt sich auf dem modernen Großstadtpflaster zu Hause, er sieht aus wie eine Mischung aus Rock Hudson, Cary Grant, Bobby Darin und Dean Martin. McGregors umfangreiche Garderobe enthält auf Figur geschnittene, sexy Anzüge aus italienischem glatten Kammgarn, Mohair und Seide.

Der von David Hyde Pierce gespielte Peter kleidet sich fast genauso wie Tony Randall in den Filmen mit Day und Hudson: angesagt sind englischer Tweed und farbenfrohe Westen.

Auch Marc Shaimans Filmmusik spielt bei der Atmosphäre jener Ära eine Schlüsselrolle. Dazu Peyton Reed: "Die Musik suggeriert die Klänge und Gefühle der späten 50er und frühen 60er und vermischt sie ... wenn man dann den Soundtrack hört, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise."

Dazu passt auch ein Song, den Shaiman zusammen mit Scott Whitman komponierte - gesungen wird er von Renée Zellweger und Ewan McGregor. Die jazzige Nummer erinnert an Sinatra: "Here's to Love" wirkt wie ein Mini-Musical und entspricht den Präsentationen, wie sie damals in Varieté-Auftritten zu sehen waren.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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