Ein Schiff wird kommen

Ausführlicher Inhalt

"Woran denkst du ?", fragt Bruno. "Ich guck ins Feuer", sagt Anita. Eine Stadt in ihrer Zeit. Drei Menschen auf dem Weg. Ein Leben voller Fragen, ein Film mit einer Antwort. Ein Schiff wird kommen. Und die Liebe auch ...

Nicht gerade hoffnungsvoll scheint für den 50-jährigen Bruno (Karl Kranzkowski) die Woche zu beginnen: Seine letzte Fahrt als Busfahrer führt ihn von Prag nach Berlin. Noch weiß er nicht, dass seine Zukunft mit ihm reist ...

Wie auch die 32jährige Anita (Christina Große) nicht wissen kann dass, als sie in Prag mit ihrem Schmuggelgut in den Bus nach Berlin einsteigt, es der Busfahrer sein wird, der ihr Leben verändert.

Während Bruno, mehr der Bitte seiner Mutter als einem eigenen Antrieb nachgehend, bei einer dubiosen Partnerschaftsagentur erscheint, um sich für fünftausend Euro eine ausländische Frau zu kaufen, wird Anita hereingelegt: Sie soll für dieselbe Agentur als Prostituierte arbeiten, um den Schuldenberg ihres tschechischen "Arbeitgebers" abzuarbeiten.

Durch die Unaufmerksamkeit eines Agenturmitarbeiters wird Anita irrtümlich an Bruno verkauft. Doch dabei bleibt es nicht. Der ungeschickte Agenturmitarbeiter liefert mit Anita gleich ihr diesmaliges Schmuggelgut, gut getarnt in einem unauffälligen Reisekoffer, an den ahnungslosen Bruno.

Was in einem solchen Fall kommen mußs, tritt ein: Die Verwechslung fliegt auf. Doch Bruno, dem man mit Gewalt Anita entreißt und eine andere Frau zuteilt, hat sich schon anders entschieden. Er fordert Anita zurück. Verprügelt und stark lädiert wird Bruno von zwei Freunden von der Straße aufgelesen.

Der bis dahin ahnungslose Bruno wird nun mit dem im Koffer verstauten Schmuggelgut konfrontiert: einem siebenjährigen, vietnamesischen Jungen (Duc Vu Trung). Während Anita, die Bruno und ihre Schmuggelware längst aus dem Gedächtnis gestrichen hat, ihre Flucht aus dem Bordell plant, folgt Bruno wieder der Stimme seines Herzens: Er liefert den Jungen nicht an die Behörden aus, sondern will sich selbst um ihn kümmern.

Anita gerät - gerade aus dem Bordell entflohen, vor ihren Verfolgern aber noch nicht sicher - wieder an Bruno. Er hilft ihr und wird enttäuscht. Als Bruno kurz die Wohnung verlassen mußs, verschwindet sie mit seinem Geld. Zwar folgt ihr der Junge, doch kann sie auch ihn abschütteln. In der Nacht findet Bruno die beiden vor seiner Tür sitzend.

Mit dieser dritten Begegnung beginnt eine vorsichtige Annäherung der beiden, die zugleich von der Sorge um den Jungen getragen ist und die Bruno die Chance gibt, seine unsentimentale Traurigkeit aufzubrechen, als auch Anita Gelegenheit, die von ihren Lebenserfahrungen verhärtete Schale zu öffnen.

Jedoch hat diese beginnende Beziehung kaum Aussicht, sich ungestört zu entfalten, denn die Ganoven der Agentur sind in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben. Es gelingt ihnen, Bruno, den Jungen und Anita ausfindig zu machen. Durch einen Gewaltakt zerschlägt Anita diesen gordischen Knoten.

Doch rücken nun die jenseits von Gut und Böse waltenden offiziellen Behörden auf den Plan - die Lage wird auf andere Weise aussichtslos. Wohl nur in diesem Film gelingt schlussendlich eine solche Flucht, wie sie Bruno, Anita und der Junge - gemeinsam mit einem Zirkuspferd - nun unternehmen müssen. Die Flucht gelingt ihnen in einem Container, der sie nach Hamburg bringt. Dort führt der kleine, rätselhafte Junge sie zu einem mysteriösen Schiff ...

dass ihm der kleine vietnamesische Junge aus dem Koffer schon bald ans Herz wächst, dass er mitten in Berlin ein gestohlenes Zirkuspferd adoptiert, dass er seinen in kommunistische Revolutions-Ideale verliebten Vater in der Nacht auf einem Schützenpanzerwagen vor dem Reichstag trifft, dass er sich mit den Gangstern seiner Stadt anlegt und dass er sich in Anita verliebt ...

- davon und von all den anderen Geschichten und Zufällen, die sein Leben total auf den Kopf stellen, erzählt dieses moderne Großstadtmärchen.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Kinostar © 1994 - 2010 Dirk Jasper