Flight Girls

Produktionsnotizen

Reisevorbereitungen "Ich denke, der Titel sagt alles", meint Regisseur Bruno Barreto. "Flight Girls ist die Geschichte des amerikanischen Traums. Jenes Traums, den wir alle träumen: Wir wollen hoch hinaus und ein gutes, glückliches Leben führen".

Die Idee zu diesem modernen Märchen entsprang dem Kopf des Drehbuchautors Eric Wald, während der gerade sein Handwerk an der University of California in Los Angeles lernte. Wald hatte eine Freundin, die für eine der führenden amerikanischen Fluglinien arbeitete und ihm von deren Ausbildungsprogramm in Texas berichtete.

"Sie erzählte mir von diesem surrealen Ort, wo man einen Flur entlang geht, eine Tür öffnet - und dann ganz plötzlich mitten in einem Flugzeug steht", erinnert sich der Autor. "Sie erzählte mir vom Trainingsprogramm der Stewardessen - von deren Ausbildung in Sachen Schönheitstipps, den andauernden strengen Ermahnungen, sich ja nicht am Eigentum der Fluglinie zu vergreifen und den Rollenspielen, in denen sie trainieren mußsten, wie man durchgedrehte Passagiere besänftigt.

Ich wusste: Darin steckte eine ganz wunderbare, komische Geschichte!" Und so entstand das Script zu Flight Girls.

Wie seine Heldin Donna Jensen hatte auch Eric Wald einen großen Traum. Und so reichte er sein Drehbuch bei einem Studenten-Wettbewerb ein, deren Jury sich aus führenden Köpfen der großen Hollywood-Studios zusammensetzte.

Eine dieser Juroren war Laura Hopper von "Brad Grey Pictures", die sofort von Walds Story begeistert war. Und weil das Leben eben tatsächlich oft die Kunst imitiert, wurde Laura Hopper für Eric Wald eben solch eine Mentorin, wie sie seine Drehbuchfigur Donna in der Super-Stewardess Sally Weston fand.

Laura Hopper zeigte das Skript Brad Grey, dem Geschäftsführer von "Brillstein-Grey Entertainment", der ihre spontane Begeisterung absolut teilte. Schon bald präsentierte Grey das Drehbuch den führenden Köpfen von Miramax, die es dann nahezu unverzüglich kauften.

Nun begann die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Sehr schnell schossen sich alle Beteiligten auf Bruno Barreto ein, der gerade in dem Film Bossa Nova eine unwiderstehliche Mixtur aus Humor, Romantik und großen Gefühlen präsentiert hatte, die exakt jenen Ton traf, den man sich auch für Flight Girls wünschte.

"Nachdem ich Eric Walds Drehbuch gelesen hatte, sah ich Bossa Nova", erinnert sich Brad Grey, "und fand dessen Feinsinnigkeit und Emotionalität wirklich bestechend. Als ich Bruno Barreto dann persönlich kennen lernte, war ich beeindruckt von seiner komödiantischen Vision des Stoffes und von der Leidenschaft, mit der er sich mit dem Projekt beschäftigte."

Auch Hauptdarstellerin Gwyneth Paltrow war sich sicher, dass Barreto der Story zu einer weiteren Dimension verhelfen würde.

"Ich glaube, dass Frauen Bruno wirklich interessieren", erklärt sie. "Er versteht die weibliche Sensibilität und ist offenbar fasziniert von ihr. Er war die perfekte Wahl für diesen Film!"

Barreto erklärte allen Darstellern von Anfang an, dass sie sich bei ihrem Spiel stets "einen Hauch über dem Boden der Tatsachen" bewegen sollten. Sie sollten keine Angst vor überlebensgroßen Gefühlen und Gesten haben, aber gleichzeitig darauf achten, dass ihre Charaktere plausibel blieben.

"Ich liebe Komödien", sagt Barreto. "Ich glaube, die Leute gehen ins Kino, um die Realität zu vergessen und die Welt so zu sehen, wie sie eigentlich sein sollte."

"Einmal sagte Bruno zu mir: ?Das war sehr gut, aber kannst du es auch ein bisschen weniger real machen?'", erinnert sich Gwyneth Paltrow lachend.

"Das ist eigentlich eine gute Philosophie für das ganze Leben. Es war wirklich sehr lehrreich mit Bruno zu arbeiten. Ich habe diese Art von Komödie noch nie gemacht und er hat mich viel über dieses Sujet gelehrt."

Einchecken Bruno Barreto ist der festen Überzeugung, dass das Publikum gern andere Seiten ihrer Lieblingsschauspieler kennen lernt. Ob er damit recht hat, konnte er nachprüfen, als Gwyneth Paltrow für die Rolle der Donna ins Gespräch kam.

"Gwyneth ist eine sensationelle Schauspielerin und eine klassische Schönheit", erklärt Barreto. "Und es war ganz sicher ziemlich tollkühn, sie als ungebildetes Kleinstadtmädchen zu zeigen, das in einem Wohnwagen aufwuchs. Es ist natürlich immer ein Risiko, Schauspieler gegen ihren Typ zu besetzen. Aber wenn die Rechnung dann aufgeht, ist es einfach großartig."

In den USA hatte Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow gerade mit einigen urkomischen Auftritten in der TV-Serie "Saturday Night Live" von sich reden gemacht und freute sich auf die Chance, sich nun auch auf der Leinwand als Komödiantin bewähren zu können.

Wie immer tauchte sie bei den Vorbereitungen tief in ihre Rolle ein - sie trug dieselbe festgesprayte Turmfrisur, wie sie Donna Jensen zu Beginn ihrer Karriere zu ondulieren hatte, dasselbe nicht eben dezente Make-up, die gleiche Garderobe und eignete sich einen breiten Südwestern-Dialekt an.

"Ich hatte viel Spaß, mich in Donna hineinzuversetzen", erklärt Gwyneth Paltrow. "Normalerweise habe ich ernstere und dramatische Rollen zu spielen. Donna jedoch ist sehr offen und steht zu sich selbst. Es war toll, solch eine Figur für die Leinwand zum Leben zu erwecken."

"Ihre Bandbreite als Schauspielerin ist enorm", schwärmt Produzent Matthew Baer von seiner Hauptdarstellerin. "Die Story steckt voller Wendungen und ich glaube, genau das reizte sie an dem Film. Die Figur, die sie spielt, hat eine Menge durchzumachen und viele Kämpfe auszufechten. Gwyneth hat jede Nuance dabei perfekt herübergebracht."

Die Rolle der Donna Jensen gab Gwyneth Paltrow nicht nur die Chance, sich in einem neuen Genre zu bewähren, sondern bot ihr auch die Gelegenheit, ihr Talent für physische Komik unter Beweis zu stellen.

"Sie ist eine wirklich großartige Komödiantin", sagt Baer. "Während der Dreharbeiten kam es oft zu völlig improvisierten, spontanen Comedy-Szenen, in den sie einfach fabelhaft war. Gwyneth kann sehr, sehr witzig sein."

Auch Co-Star Christina Applegate ist begeistert von der Rolle, die sie im Film verkörpert: "Diese Frau ist so vielschichtig. Sie ist sehr unsicher und empfindsam und versucht, ihre Kraft daraus zu ziehen, dass sie eine große Klappe hat und allen vorgaukelt, dass nichts sie erschüttern kann. Alles was sie tut, ist eigentlich nur eine Show. Sie will bloß ein bisschen Aufmerksamkeit und Zuneigung." "Leider", fügt sie an, "wird sie stets ignoriert".

"Christina ist ein enormes Talent", sagt Produzent Baer. "Sie hat ein instinktives Gespür für komödiantisches Timing. Das wussten wir schon vorher und deshalb haben wir sie unter anderem auch engagiert.

Was wir nicht wussten, ist, dass Christina auch eine enorme Präsenz besitzt, wenn die Kamera nicht direkt auf sie gerichtet ist. Selbst wenn sie im Hintergrund steht, kann sie noch subtile, witzige Momente heraufbeschwören."

Die nahezu grotesk komplizierte Frisur, ihre penible Maniküre aber nicht zuletzt auch die riesige Herzlichkeit der Stewardess Sherry waren es, die Kelly Preston an ihrer Rolle faszinierten.

"Ich liebe diese Sherry. Sie ist eine richtige Glucke und nimmt Donna und Christine unter ihre Fittiche", schwärmt Preston. "Es ist schön, jemanden mit solch einem großen Herzen spielen zu dürfen. Es macht einfach Spaß."

dass Gwyneth Paltrow, Christina Applegate und Kelly Preston als Leinwand-Trio dermaßen perfekt harmonisierten, liegt nicht zuletzt daran, dass sich die drei Schauspielerinnen auch privat sehr schätzen.

"Vom ersten Tag an stimmte die Chemie zwischen den Dreien einfach", berichtet Baer begeistert. "Sie alle liebten ihre Rollen und waren während jeder Minute des Drehs voll dabei. Außerdem haben sie alle drei eine sehr ähnliche Art, an ihre Figuren heranzugehen. Es hätte wirklich nicht besser laufen können."

"Einer der größten Glücksfälle bei dieser Produktion", führt Baer weiter aus, "war, dass wir Mark Ruffalo für die männliche Hauptrolle gewinnen konnten. Es ist keine leichte Rolle, denn Mark hat nur einige Szenen zu Beginn des Films, verschwindet dann für eine beträchtliche Zeit und kehrt erst in der zweiten Hälfte zurück.

Doch Mark hat bereits in diesen ersten Sequenzen so viel Charme und Stil an den Tag gelegt, dass das Publikum sich aufrichtig freut, wenn es ihn später wieder sieht. Und sein Zusammenspiel mit Gwyneth, die Chemie zwischen den beiden, war einfach perfekt."

Gwyneth Paltrow erklärt, dass es zwei Welten in dieser Komödie gibt. Da ist zum einen die urkomische, fast surreale Ebene, die beispielsweise durch die verrückten Auftritte von Mike Myers repräsentiert wird, und andererseits die menschliche, warmherzige Seite der Geschichte, die man bei den Szenen zwischen Donna und Ted erlebt.

"Die Welt dieser beiden ist einfach schön, voll aufrichtiger Gefühle und echter Geborgenheit", erklärt Gwyneth Paltrow. "Ich hoffe wirklich, dass das Publikum mit den beiden mitfiebert und sich wünscht, dass Donna bei ihrem Ted bleibt."

Mark Ruffalo sieht die beiden Gesichter des Films durchaus auch, betont aber, dass er mit dem grotesken Touch der Geschichte nichts zu tun hat: "Ich bin hier derjenige, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht.

Ich bin der nette, normale Mann. Natürlich sind einige der Szenen, die ich mit Gwyneth habe, komisch, aber im Wesentlichen bin ich nicht für die großen Lacher zuständig. Ich bin diesmal der Mann für's Dezente."

Eine der entscheidenden Nebenrollen war die der legendären Super-Stewardes Sally Weston. Die Filmemacher konnten sich niemanden vorstellen, der für diese Rolle besser geeignet sein könnte als Candice Bergen. Die legendäre Aktrice besitzt eben einfach dieselbe Eleganz und Grazie, denselben Charme wie die Figur, die sie zu verkörpern hatte.

Sally Weston steht in dem Film repräsentativ für den Mythos Stewardess. Von den Kostümen über die Frisuren bis zum generellen, von den 60er Jahren inspirierten Chic der Ausstattung ist der ganze Film schließlich auch eine Hommage an eine Berufsgruppe, der immer schon etwas Überlebensgroßes anhaftete.

"Ich begriff sehr schnell, dass es bei diesem Film wenig Grenzen gab", schwärmt Candice Bergen. "Bruno Barreto ist ein Regisseur, der seinen Schauspielern gestattet, mit ihren Figuren zu experimentieren. Er dreht seine Filme mit großer Leidenschaft und ist offen für Ideen. Ich bin wirklich ein großer Fan von ihm."

Die Rolle des Stewardessen-Ausbilders John Whitney war dagegen ursprünglich recht klein - bis der ehemalige "Saturday Night Live"-Komiker Mike Myers, der spätestens seit seinen Austin Powers-Filmen als einer der komischsten Menschen Hollywoods gefeiert wird, Interesse an diesem Part anmeldete.

Regisseur Barreto erinnert sich: "Mike hatte ein paar wirklich grandiose Ideen zu dieser Figur. Was ich an Mike so bewundere, ist, dass er zwar zum Brüllen komisch ist, dabei aber immer auch zutiefst menschlich und manchmal sogar anrührend. Mikes Humor basiert stets auf die tragikomische Absurdität des menschlichen Verhaltens. Man möchte gleichzeitig lachen und weinen."

Zu den weiteren Darstellern zählen unter anderem Rob Lowe und Joshua Malina aus der in den USA überaus populären TV-Serie "The West Wing" sowie Hollywood-Veteran George Kennedy, der in insgesamt vier "Airport"-Kinofilmen schon reichlich Flugerfahrung sammelte, und Chad Everett.

Produzent Brad Grey ist von dieser Ansammlung von hochkarätigen Schauspielern schlicht begeistert: "Die Leistungen von Gwyneth, Mark, Kelly, Christina, Rob, Christian, Candice, Joshua und Mike übertrafen meine kühnsten Erwartungen. Sie alle sind wirklich wunderbare Schauspieler."

Abheben Die Dreharbeiten begannen in Lake Havasu in Arizona, einem malerischen Naturparadies für Kurzurlauber und Freunde des Bootsports direkt am Colorado River. Gwyneth Paltrow, Christina Applegate und Kelly Preston sollten für diese allererste Szenen in Bikinis sonnenbaden.

Auf die Tatsache, dass die Temperatur an diesem Tag gerade mal 10 Grad Celsius betrug, konnte leider keine Rücksicht genommen werden. Immerhin schien jedoch die Sonne, was den Dreh für die leicht bekleideten Stars eine Spur erträglicher machte.

Danach fuhr das Team weiter nach Laughlin in Nevada und Bullhead City in Arizona, wo sie die Szenen im Wohnwagenpark drehten, die Sequenzen im Cattle Crossing Casino und im Flughafen von Laughlin-Bullhead - einem von drei Flughäfen, die sich das Team für den Dreh "auslieh". Später reisten sie zum Los Angeles Airport und dem Flughafen von Ontario in Kanada weiter.

Nach zwei Wochen kehrte das komplette Team nach Los Angeles zurück, um hier weitere sechs Wochen Drehplan abzuarbeiten. Gedreht wurde in den Vororten Chatsworth und Hancock Park sowie in den Studiobühnen in Culver City. Hier wurden unter anderem alle Flugzeug-Innenaufnahmen gefilmt sowie auch alle Szenen im Stewardessen-Ausbildungszentrum.

Gwyneth Paltrow und ein kleiner Teil der Crew flog außerdem im Dezember für einige Tage nach Paris, um dort in Außenaufnahmen das ganz besondere Flair dieser Stadt während der Feiertage einzufangen.

Eine der wichtigsten Figuren hinter der Kamera bei Flight Girls war Kim Lane, eine ehemalige Stewardess und heute Ausbilderin von Flugbegleitern.

Sie überwachte jede Szene auf ihre Authentizität und gab viele wertvolle Tipps und Innenansichten über die Prozeduren, Regeln und Rituale des Stewardessen-Daseins. Obgleich Gwyneth Paltrow, Christina Applegate und Kelly Preston keine dezidierte Ausbildung als Flugbegleiterinnen absolvierten, wurden sie von Kim Lane mit allen wichtigen Informationen versorgt.

Die Schauspielerinnen, die natürlich schon aufgrund ihres Berufes allesamt Vielflieger sind, verließen sich zudem auf ihre eigenen Beobachtungen als Teil der Recherche. "Wenn man solch eine Rolle annimmt", erklärt Christina Applegate, "wird man während eines Fluges automatisch zum eifrigen Beobachter. Es passieren erstaunliche Dinge während so einer Flugreise, die die meisten Leute gar nicht wahrnehmen."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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