Popstar auf Umwegen

Produktionsnotizen

Ein ganz normaler Teenager "Lizzie McGuire ist eine ganz normale 15-Jährige", findet Hilary Duff, preisgekrönter Star der gleichnamigen TV-Serie und nun des Kinofilms Popstar auf Umwegen. "Deshalb finden amerikanische Kids die Serie auch so Klasse. Weil Lizzie sich mit Klamotten und Make-up-Problemen plagt und wahrlich nicht das beliebteste Girl der Schule ist. Sie versucht wie jeder andere Teenager, den richtigen Weg zu sich selbst zu finden."

Produzent Stan Rogow erzählt: "Die Kämpfe, die Lizzie ausficht, sind ja universeller Natur. Für den Kinofilm haben wir im Vergleich zur Serie den Abenteuerfaktor erhöht und die Gefühle vertieft." Für Regisseur Jim Fall ist entscheidend, "dass Lizzie jetzt langsam erwachsen wird. Als die Serie vor drei Jahren auf Sendung ging, war Lizzie ein kleines Mädchen, jetzt ist sie eine junge Frau. Der Film thematisiert diese Wandlung."

In nur drei Jahren wurde die Lizzie McGuire Show in den USA zu einer der erfolgreichsten Fernsehserien. Sie läuft täglich auf dem Disney Channel, hat bereits zahlreiche Preise gewonnen und ist die erfolgreichste Serie bei Kindern zwischen sechs und vierzehn Jahren, insbesondere bei Mädchen.

Acht Bücher sind inzwischen erschienen und eine Kollektion von Lizzie-McGuire-Ausstattung und -Accessoires wird demnächst in den USA erhältlich sein. "Aber wie in der Serie geht es auch im Film nicht nur um Styling, sondern auch um Inhalt", darauf legt Stan Rogow Wert.

"Wir versuchten zwar am Set so viel Spaß wie möglich zu haben, haben aber nicht vergessen, dass unser Erfolg auch in der emotionalen Verbindung zu den jungen Zuschauern liegt. Popstar auf Umwegen ist ein Fun-Ride durch Rom. Aber er transportiert auch eine gehaltvolle Story."

"Der Übergang von der Mittelstufe zur Oberstufe ist ein Erlebnis, das Kids überall auf der Welt nachempfinden können," ergänzt Regisseur Fall, "auch wenn sie Lizzie und ihre Freunde nicht schon aus dem Fernsehen kennen." Fall selbst schloss mit seiner Protagonistin auch erst Bekanntschaft, als er das Drehbuch las. "Der Film wirkt für sich allein, weil er Lizzies Erlebnisse auf eine neue Ebene hebt, er wird aber auch Fans der Serie nicht enttäuschen."

Vom Bildschirm auf die Leinwand Für Jim Fall war es interessant, "mit Schauspielern zu arbeiten, die miteinander und mit ihren Rollen seit Jahren vertraut sind und die nicht den traditionellen Vorsprechprozess zu durchlaufen brauchen." Fall, der noch nie mit Kids gearbeitet hatte, machte es Spaß, "zu erleben, wie sie Herausforderungen annehmen und im Film Dinge tun, die sie auf dem Set der Serie vielleicht nicht ausprobiert hätten." Wie seine jungen Stars vollführt auch TV-Produzent Stan Rogow mit Popstar auf Umwegen den Sprung zum großen Kinofilm.

Hauptdarstellerin Hilary Duff freut sich, dass Lizzie es bis auf die Kinoleinwand geschafft hat: "Sie ist ein wenig älter und wird im Film ein ganzes Stück erwachsener. Die Zeit weg von zu Hause zeigt ihr deutlich, wie sehr sie ihre Familie braucht und vermisst. Auch Lizzies Beziehung zu Gordo vertieft sich erheblich."

Duff gehört zu Hollywoods Shootingstars. Sie gewann zahlreiche Jugendpreise und ist auch als Sängerin ein Knüller. Hilarys Debütsingle "I Can't Wait" war ein Airplay-Hit des Disney Channels, hat in den USA Goldstatus erreicht und es seit ihrer Veröffentlichung im August 2002 unter die TopTen der Soundtracks geschafft.

Weil sie im Film gleich zwei Figuren verkörpert - Lizzie und deren "Double", Popstar Isabella, konnte Hilary mit Akzenten und Haarfarben experimentieren, ganz zu schweigen von Isabellas opulenten Kostümen. "Kostümdesigner David Robinson präsentierte mir die unglaublichsten Outfits, von High Heels bis zu quietschgrünen Lederhosen", lacht Hilary.

Der Dreh in Rom war außerdem die perfekte Ergänzung zu Hilarys Geschichtsunterricht. "Wir hatten gerade römische Geschichte in der Schule durchgenommen. Es war also genial, alle Monumente anschließend von nahem zu sehen. Mein begleitender Geschichtslehrer hatte das Schulbuch natürlich immer dabei."

Was wäre ein Besuch in Rom ohne eine Kostprobe der italienischen Küche? "Ich habe jeden Tag in Gelato geschwelgt und brauchte Stunden, um mich für einer der hundert Eissorten zu entscheiden", lacht Hilary Duff. Produzent Stan Rogow staunt immer wieder, dass "Hilary tatsächlich die perfekte Verkörperung von Lizzie ist. Beide sind im Kern nette Menschen und strahlen das auch aus. Hilary hat die dramatischen ebenso wie die komischen Seiten der Rolle hervorragend gemeistert."

Pasta, Pasta, Pasta - und Gelato An Lizzies Rom-Abenteuer nehmen aber auch einige ihrer Klassenkameraden teil, darunter ihr guter Freund Gordo, gespielt von Adam Lamberg: "Ein Kinodreh ist natürlich ganz anders als Fernsehen. Wir fühlten uns alle wie Schulfreunde, die nach den Sommerferien gemeinsam die nächste Klasse mit neuen Fächern besuchen."

Als Paolo (der Popstar und Exfreund von Isabella) auftaucht, gewinnt auch die Beziehung zwischen Gordo und Lizzie eine ganz neue Qualität. Adam Lamberg erklärt: "Gordo wollte sich nie eingestehen, dass er in Lizzie verliebt ist. Als sie sich plötzlich für Paolo interessiert, wird ihm aber sehr schnell klar, dass er einschreiten mußs."

Der zierliche Lambert frönte während der Dreharbeiten ungehemmt den Freuden der italienischen Küche. "Ich liebe Pasta dreimal am Tag", lacht er. "Auch wenn so viele Kohlehydrate für die Ernährungsexperten des Filmeteams der blanke Horror waren - ich fand es Klasse."

Ashlie Brillaut spielt erneut die Rolle von Lizzies Intimfeindin Kate, ebenso wie Clayton Snyder wieder als der gutherzige, wenn auch ein wenig dämliche Ethan zu sehen ist.

Familienausflug ins Chaos Robert Carradine verkörpert auch auf der Leinwand Lizzies glücklosen Vater. Sam McGuire findet sich schließlich auf einem skurrilen Familienausflug nach Rom wieder, um dort dem Treiben der Tochter ein Ende zu setzen.

"Leider können wir auch in Rom absolut gar nichts tun, um Lizzie zu stoppen, weil sie völlig außer Kontrolle ist", erzählt Carradine. "Im richtigen Leben aber", so hat Carradine festgestellt, "ist Hilary inzwischen reifer und erwachsener."

Mit seinem Leinwand-Alter-Ego verbindet Carradine nur wenig: "Wenn Sam McGuire cool ist, dann bin ich das. Aber wenn er sich mal wieder wie ein kompletter Idiot benimmt, ist das pure Schauspielerei", lacht er.

Die zweite Hälfte des Elternpaares McGuire spielt Hallie Todd. "Normalerweise ist Jo obenauf und hat die Dinge unter Kontrolle, aber dieses Mal entgleitet ihr alles und sie hat Angst um ihre Tochter, als diese allein nach Rom fährt." Lizzies kleiner Bruder Matt macht das Familienchaos perfekt: "Matt ist eine miese, aber sehr intelligente kleine Ratte", grinst Darsteller Jake Thomas verwegen.

"Er heckt einen gemeinen Plan aus, um seine Eltern dazu zu bringen, mit ihm nach Rom zu fahren. Aber am Ende geht der Schuss nach hinten los." Die Zusammenarbeit mit Regisseur Jim Fall war ein echter Höhepunkt für Jake: "'Mach's so echt wie möglich, so echt wie möglich', das war Jims Standardsatz", lacht er.

Zu den bekannten Gesichtern der Serie kamen neue hinzu, einschließlich der begleitenden Lehrerin Mrs. Ungermeyer. "Die Neuzugänge haben neue Ideen und Ansichten eingebracht, was sehr erfrischend war", erinnert sich Produzent Stan Rogow. "Alex Borstein als Mrs. Ungermeyer ist zum Schreien komisch. Wir haben die Kamera einfach laufen lassen und nach immer mehr Einsatzmöglichkeiten für sie gesucht."

Die erfahrene Stand-up-Comedienne Alex Borstein spielt Mrs. Ungermeyer als vollkommen humorlosen Menschen. Privat ist Borstein das komplette Gegenteil. "Rom war für mich gleichbedeutend mit Gelato, dem italienischen Eis. Klar, dass wir nach Drehende alle mit Gelato auf den Hüften heimkamen", lacht Borstein.

"Übrigens lege ich schwer Wert darauf, dass ich mich von meiner Filmfigur unterscheide: Mrs. Ungermeyer liebt Kleidung aus Polyester, wahrhaft grauenvolle Outfits. Man hört ja immer wieder diese Storys von Schauspielern, die ihre Filmkostüme vom Set klauen. Nun, dieser Film war die Ausnahme. Das Zeug durften sie gern behalten."

Mehr als die Klamotten genoss Alex Borstein "die absolut familiäre Atmosphäre am Set. Jeder kam mit den anderen gut aus. Ich improvisiere zum Beispiel gern am Set und Jim war sehr offen dafür. Er war mehr Freund als Regisseur", erinnert sie sich.

Der zweite Neuzugang im Team war Yani Gellman als Popstar Paolo. "Yani sieht italienisch aus, benimmt sich italienisch - und ist es überhaupt nicht", lacht Regisseur Jim Fall. "Er war schon beim Vorsprechen so unglaublich, zwischen ihm und Hilary stimmte die Chemie perfekt. Wir wussten auf der Stelle, dass Yani unser Paolo war."

Gellman sagt über seine Filmfigur: "Paolo wirkt verspielt und charmant, denn man weiß ja zunächst nicht, dass er verwöhnt und unehrlich ist. Er versucht ständig, andere zu manipulieren, und jetzt soll Lizzie sein Opfer sein."

Seine Partnerin hat Gellman in bester Erinnerung: "Hilary hat mich ständig gefordert und es hat Riesenspaß gemacht, mit ihr zu arbeiten." Auch die Kostüme erleichterten es Yani, sich in Paolo hineinzuversetzen: "Wenn man in einem Armani-Anzug steckt und sündhaft teure Schuhe trägt, dann fühlt man sich ganz schnell wie ein Rockstar."

Neben der Mode faszinierten den jungen Darsteller auch die Monumente der Ewigen Stadt. "Rom hat seinen eigenen, ganz besonderen Zauber. Diese Stadt ist elektrisierend mit ihrem Nachtleben und dem belebten Alltag auf den Straßen."

Glitzerstiefel und Cartoon-Lizzies Der Dreh an Originalschauplätzen hat seine Tücken und Regisseur Jim Fall fand schnell heraus, dass in Rom ganz besondere Herausforderungen an ein Filmteam gestellt werden. "Die meisten Drehorte sind Touristenattraktionen. Dort verkehren permanent Menschenmassen, die man nicht einfach von dort verbannen kann. Wir warfen uns also ins Getümmel und versuchten mittendrin unseren Film zu drehen."

Das Team von Popstar auf Umwegen erhielt sogar die Erlaubnis, am berühmten Kolosseum zu drehen. "Diese Location war bei den Römern ein sehr sensibles Thema. Und unserem Film wurde als erstem Projekt nach sechs Jahren wieder eine Genehmigung für den Dreh am Kolosseum erteilt. Eine sehr große Ehre", findet Jim Fall.

Ohnehin gehorchen in Italien Drehgenehmigungen durch Behörden ganz eigenen Gesetzen: "Wir lernten schnell, dass ein 'Ja!' manchmel 'Nein' bedeutet, 'Nein' unter Umständen 'Vielleicht" heißt und in einigen Fällen sogar 'Ja' bedeutet - aber nur nach mindestens fünf weiteren Anfragen", schmunzelt der Regisseur.

"Ich wollte Popstar auf Umwegen auf jeden Fall im Wide-Screen-Format drehen, denn bei einer Location wie Rom wirkt das unglaublich. Man mußs seine Kamera nur irgendwo vor einer Wand aufstellen und es wird großartig aussehen."

Sowohl Hilary Duff als auch Yani Gellman halfen die Kostüme von David Robinson bei der Erarbeitung ihrer Rollen. "Lizzie anzukleiden war ein Hochgenuss, besonders für ihre Szenen als Rockstar Isabella", freut sich Robinson und grinst: "Sie probierte alles mögliche Glitzerzeug aus. Wir fertigten sogar ein Paar Glitzerstiefel mit siebentausend Strasssteinen darauf. Das rundete Isabellas Outfit erst so richtig ab!"

Auch Lizzies animiertes Alter Ego durfte nicht fehlen. Jim Fall erklärt: "Die Figur ist Lizzies innere Stimme, sie ist etwas reifer und zynischer als Lizzie. Für mich kommt sie am besten rüber als kleine Frau im Ohr, die in den wirklich grotesken Momenten sagt, was du in dieser Situation hättest tun sollen, aber nicht getan hast."

"Festzulegen, wie und wann die animierte Lizzie in einer Szene auftauchen soll, ist eine echte Herausforderung", erläutert Jim Fall. "Wir drehten Szenen, die komplett so aussahen, als stammten sie aus der Welt der animierten Lizzie. Sie sollte in ihrer eigenen kleinen Welt leben. Dennoch sollte der Ort jenem ähneln, an dem sich die tatsächliche Lizzie befindet."

Produzent Stan Rogow: "Wir haben mit dieser animierten Figur so viel Spaß, weil Cartoons eben Dinge tun können, die Menschen nicht können. Sie können auf Tischkanten spazieren, durch die Luft fliegen, von einem wagenradgroßen Käse plattgewalzt werden und so weiter. Ich kenne kaum jemanden, der das im richtigen Leben beherrscht!"

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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