liegen lernen

Ausführlicher Inhalt

Helmut (Fabian Busch) ist Anfang 30, als er einsieht, dass es Zeit ist, endlich erwachsen zu werden. Dabei dachte er, er habe das Spiel begriffen: Er wusste, wie das Bumsen geht, die Liebe und das Lügen. Jahrelang war er damit durchgekommen. Bis jetzt.

Aber nun ist seine Freundin Tina (Birgit Minichmayr) schwanger, und sie will das Kind - und wenn es sein mußs ohne ihn! Denn ihn beschreibt sie als gefühlsgehemmten, bindungsunfähigen und feigen Penner und macht Schluss, da er sich nicht für sie und das Kind entscheiden will. Helmut versteht die Welt nicht mehr, vor allem nicht sich selbst: Er liebt seine Freundin doch, er will sogar ein Kind - wovor läuft er also weg?

Er merkt, dass es da immer noch eine unerledigte Angelegenheit gibt in seinem Leben. dass er immer noch seiner ersten Liebe nachtrauert. Seiner ersten großen und unglücklichen Liebe: Britta (Susanne Bormann) ...!

Es ist 1982 und sie die Neue an Helmuts Schule. Sie hat langes blondes Haar und eine knallharte Meinung, wenn es um Politik geht. Als sie sich zur Wahl der Schülersprecherin stellt, hält sie eine flammende Rede gegen den NATO-Doppelbeschluss, die Stationierung von Cruise Missiles und Pershing II-Raketen, gegen Umweltverschmutzung, Kernenergie und sauren Regen. Für Helmut ist es Liebe auf den ersten Blick.

Auf der Klassenfahrt nach Berlin kommt er ihr endlich näher. Während die anderen Sightseeing in Ost-Berlin betreiben, gehen sie Bier trinken- oder besser gesagt 8, denn der Zwangsumtausch mußs ausgegeben werden ... Sie beide ganz allein. Abends auf der Fete haucht sie ihm den ersten Kuss auf die Wangen.

Kurz darauf wird Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt, und Britta lädt Helmut zu sich nach Hause ein, um mit ihr an einem Flugblatt zu arbeiten. Bei ihr lernt Helmut eine Welt kennen, die sich so völlig von seinem eigenen kleinbürgerlichen Zuhause unterscheidet: ein Patchwork-Familie im renovierten Fachwerkhaus, ideologiekritische Debatten, Mütter, die sich beim Vornamen vorstellen, und Kinder mit eigenem "Bereich".

In der Schule aber soll niemand wissen, dass sie sich treffen; vor ihren Mitschülern ignoriert Britta ihn völlig. Selbst Weihnachten verbringt Helmut bei Britta, was seine Eltern naturgemäß aufregt. Erst schlafen sie miteinander, dann hat Britta schlechte Neuigkeiten: Sie wird für ein Jahr zu ihrem Vater nach San Francisco ziehen ...

Vier Jahre später. Britta hat nie auf seine vielen Briefe geantwortet. Helmut studiert inzwischen Deutsch, Geschichte und Politik. Britta ist nicht zu ihm zurück gekommen. Dafür trifft er eine andere ehemalige Mitschülerin wieder, Gisela (Fritzi Haberlandt). An ihrem ersten Abend geht er mit ihr in ihre WG - und zieht dort gleich gar nicht mehr aus.

Neben seinem Studium jobbt er als Parkwächter, was so langweilig ist, dass er tatsächlich ernsthaft zu studieren beginnt. Gisela liebt Helmut ganz offensichtlich. Aber liebt Helmut auch Gisela? Er beginnt eine reine Sex-Affäre mit Giselas Mitbewohnerin Barbara (Sophie Rois), was so lange gut geht, bis Gisela die beiden eines Tages im Bett überrascht. Helmut mußs aus der WG ausziehen und seine Odyssee durch die Frauenwelt nimmt ihren Lauf.

Auch bei seiner nächsten Freundin Gloria (Anka Lea Sarstedt) leistet Helmut nicht viel Widerstand. Die beiden lernen sich kennen, als sie ihren Parkschein mit einem Fünfhunderter bezahlen will und Helmut spontan auf einen Kaffee einlädt.

Und auch ihre weitere Beziehung ist ein Leben auf der Überholspur. Gloria ist 41 und Sportreporterin, fährt einen flotten Sportwagen, trinkt Cognac noch vorm Mittagessen und ist so gar nicht die Freundin, die sich Helmuts Eltern für ihren Sohn vorstellen.

Ende der 80er Jahre. Eine Stimmung, in der man dachte, Geschichte sei gemacht. Als würde nichts mehr passieren. Doch dann fällt die Mauer. Helmut trifft seinen alten Kumpel Mücke (Florian Lukas) in Berlin wieder, der Erinnerungen an Britta weckt. In einem Club trifft er Britta endlich wieder - doch das Wiedersehen verläuft ganz anders als erwartet.

Sie hat sich verändert und kann sich nicht einmal mehr an den Ring erinnern, den er ihr vor vielen Jahren, als sie das erste Mal miteinander geschlafen haben, geschenkt hat. Es stellt sich heraus, dass Helmut nicht der einzige war, der damals was mit Britta hatte. Sie hat auch mit seinem Freund Mücke geschlafen. Helmut dachte, sie sei die große Liebe seines Lebens. Dabei hatte sie es faustdick hinter den Ohren. Enttäuscht reist Helmut aus Berlin ab.

Die 90er Jahre brechen an. Helmut hat kaum noch Verabredungen, denn er ist es leid, dass Kennenlernen stets nach demselben Muster abläuft. Er hat keine Lust mehr auf diese ewig gleichen Spielchen: charmant sein, aber nicht zu aufdringlich, Interesse heucheln, zuhören - nur um sich dann kurz darauf doch nur scherzhafte Bemerkungen über die Unordnung in seiner Wohnung anhören zu müssen.

Er wünscht sich endlich eine Freundin, die auf ihren eigenen Füßen steht und auch mal nachfragt. Eine, die man nicht mit jedem Scheiß beeindrucken kann. Dann lernt er Tina kennen, und sie ist genau, die Frau, nach der er sich gesehnt hat. Sie durchschaut seine Lügen gleich beim ersten Rendezvous.

Als sie zwei Jahre zusammen sind, ziehen sie in eine gemeinsame Wohnung. Etwas Unerwartetes geschieht: Helmuts Eltern lassen sich scheiden. Er mußs erkennen, dass sich hinter den Begriffen "Vater und Mutter" auch Menschen mit eigenen Gefühlen befinden.

Ein Ruck geht plötzlich durch Helmuts Welt. Eines Tages findet Helmut den Schwangerschaftstest: positiv! Hier sind wir wieder am Anfang der Geschichte: Helmut bekommt Panik, rennt weg, und Tina macht Schluss, da er sich nicht für sie und das Kind entscheiden will.

Ihm wird plötzlich bewusst, dass er seine Freundin liebt und er mit ihr ein Kind haben will. Aber irgendwie spürt Helmut, dass es in seinem leben immer noch eine unerledigte Angelegenheit gibt. Eine Sache, die er tun mußs, bevor er versuchen kann, Tina zurück zu gewinnen. Er mußs sich noch einmal mit Britta treffen, um sie endlich vergessen zu können ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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