Hollywood Cops

Produktionsnotizen

Hollywood Cops ist eine temporeiche Actionkomödie, die einen ungewöhnlichen Einblick in das professionelle und private Leben zweier Beamter des Los Angeles Police Department gibt.

Harrison Ford spielt Joe Gavilan, einen abgebrühten, mit allen Wassern gewaschenen Polizeiveteranen. An seiner Seite sieht man einen der Topjungstars von Hollywood: Josh Hartnett spielt Gavilans zögerlichen Partner K.C. Calden, der sich dadurch auszeichnet, dass er lieber Yoga unterrichtet und sich um seine Karriere als Schauspieler kümmert, als sich um Polizeiarbeit zu bemühen.

Regisseur, Co-Autor und Produzent Ron Shelton untersucht in seinem Film die Realität der Verbrechensbekämpfung in der Glamour-Hauptstadt und kratzt am Lack, um herauszufinden, was sich darunter befindet.

"L.A. zeichnet eine Absurdität aus, die ich sehr anziehend finde", erklärt Shelton. "L.A. ist ja keine Stadt im herkömmlichen Sinne, und Filme werden auch nicht wirklich in Hollywood gedreht - wenn man überhaupt von einem echten Hollywood sprechen kann."

Ein weiteres Milieu, das sich Shelton in Hollywood Cops vornimmt, ist die pulsierende, oftmals chaotische Welt der Plattenindustrie, insbesondere der Hiphop-Musikszene. Der Mord an einer fiktiven Rapgruppe scheint wie direkt den Schlagzeilen entnommen, wie man sie immer wieder in aktuellen Tageszeitungen finden kann.

Nachdem er die Geschichten des ehemaligen COPSs-Detektivs Robert Souza über dessen abwechslungsreiche Karriere bei der Hollywood-Division der LAPD gehört hatte, war Produzent Lou Pitt mehr als fasziniert: Nur selten wird in Filmen die private Seite des Lebens eines Polizisten thematisiert - und mit diesen Anekdoten bot sich die Gelegenheit dafür.

"All den persönlichen Ballast, der sich anhäuft, wenn Polizisten Verbrechen zu lösen versuchen, finde ich spannend", sagt Pitt. "Ich wollte erfahren, wer diese Jungs sind, und einen Film machen, der eine private Seite offenbart, wie man es noch nie zuvor gesehen hat. Wie zu viele von uns müssen auch sie einen Weg finden, die Anforderungen ihrer Arbeit und ihr privates Leben unter einen Hut zu bekommen."

Souza berichtet, dass er von einem anderen ehemaligen LAPD-Polizeibeamten, der später als Roman-Autor Erfolge feierte und in seinen Arbeiten seine professionellen Erlebnisse als Detective mit packenden privaten Einblicken vermischte, beeinflusst wurde: Joseph Wambough, Autor von "The Onion Field" und "The New Centurions".

Wie die beiden Hauptfiguren von Hollywood Cops hatte auch Souza regelmäßig Nebenjobs, während er bei der LAPD arbeitete. Wie fand er die Zeit dafür?

"Wenn man einen komplizierten Fall zu knacken hat, sammeln sich jede Menge Überstunden an. Also hat man ungeheuer viel Freizeit und damit auch Gelegenheit, sich nach anderen Aktivitäten umzusehen", erinnert sich Souza. "Im Lauf meiner Karriere hatte ich Jobs im Immobilienmarkt, bei Überwachungsfirmen und bei einer Autorückführungsfirma. Und ich arbeitete mit Jungs, die Schränke zimmerten, oder auch mit Buchhaltern und Tennistrainern."

Bei den Gesprächen zwischen Souza und Pitt erinnerte sich der Produzent an den Kontakt mit einem anderen Polizeibeamten, der parallel zu seinem Job ebenfalls ein weiteres Karriereziel verfolgte. "Als bei mir in meinem Haus eingebrochen wurde, wurde der Fall von einem Polizeibeamten bearbeitet, der von mir wissen wollte, ob ich ein Agent sei, als er erfuhr, dass ich mit dem Filmgeschäft zu tun hätte.

Ich sagte, das sei richtig. Er entschuldigte sich kurz, ging zu seinem Auto und kam mit einem Drehbuch zurück, das er mir zu Lesen gab. Und er versicherte mir: Wenn mir diese Fassung nicht gefallen würde, hätte er noch einige andere Versionen zu Hause im Schrank", lacht Pitt.

"Dinge wie diese kämen durchaus häufiger vor, als es sich die meisten Leute vorstellen können", meint Souza. Speziell Polizisten auf Streife in Hollywood hätten oft Ambitionen, ins Showgeschäft zu wechseln. Er erzählt: "Ich hatte einmal einen Partner, der Schauspieler werden wollte. Der hatte immer Hochglanzporträtfotos von sich dabei, um sie Leuten aus der Unterhaltungsbranche in die Hand zu drücken, die er bei seinen Ermittlungen traf."

An Souzas reichhaltigen Erfahrungen interessierte Pitt auch dessen regelmäßige Zusammenstöße mit der internen Aufsichtsbehörde der LAPD. Dieser Aspekt nahm im späteren Drehbuch, das Souza mit der Hilfe von Ron Shelton schrieb, einen großen Stellenwert ein.

"Bob leitete die Ermittlungen bei einigen Fällen, die mit besonderem Interesse von der Öffentlichkeit verfolgt wurden. Und während dieser Ermittlungen blickte ihm Internal Affairs stets aufmerksam über die Schulter", berichtet Pitt.

"Ich hatte eine recht kontroverse Karriere, also mußste ich Internal Affairs immer wieder mal an der Nase herumführen", gesteht Souza. "Das war niemals etwas Illegales, sondern bezog sich ganz einfach auf Dinge, die nicht exakt den Vorschriften des Department entsprachen."

Pitt stellte Souza dem Filmemacher Ron Shelton vor, der ebenfalls Gefallen an dessen Geschichten fand. Tatsächlich gefielen sie ihm so gut, dass er Souza als technischen Berater für Dark Blue - Die Farbe der Korruption engagierte, seinen knallharten Blick auf die LAPD nach einer Idee von James Ellroy ( L.A. Confidential aka "Stadt der Teufel"). Während der Produktion dieses Films begannen Shelton und Souza, erste Überlegungen zu Hollywood Cops anzustellen.

Bei seinen Begegnungen mit Souza und anderen Beamten im Ruhestand entdeckte Shelton, dass der bluternste Job dieser Männer auch verblüffend komische Seiten hat. Die Idee zu Hollywood Cops beruht auf den Anekdoten der Männer und Frauen, die ihr Leben damit zugebracht haben, Verbrechen aufzuklären - in einem Land, das sie selbst kurz und knapp mit "blauer Himmel, prächtige Palmen und tote Körper" umschreiben. "Die allerabsurdesten Situationen in diesem Film beruhen auf wahren Begebenheiten", betont Shelton.

Nach Ende der Drehs von Dark Blue begannen Shelton und Souza, sich auf Hollywood Cops zu konzentrieren.

"Wir haben das Drehbuch geschrieben, auch wenn wir uns dabei nicht immer gemeinsam in einem Raum befanden", sagt Souza. "Manchmal waren wir mehrere hundert Meilen voneinander getrennt und benutzten Faxgeräte, E-Mail und mobile Telefone. Und dennoch war es eine hundertprozentige Zusammenarbeit. Ron verlieh der Geschichte seine unvergleichliche Magie, und die Schauspieler unterstützen uns, sie noch zusätzlich zu vertiefen."

Shelton und Pitt unterbreiteten ihre Filmidee Joe Roth, dem Gründer der Revolution Studios und ausführenden Produzenten von Hollywood Cops.

"Ron hat ein verblüffendes Talent, ganz gewöhnliche Figuren in ganz gewöhnlichen Situationen sowohl erinnerungswürdig als auch nachvollziehbar darzustellen. Hier legt er eine Geschichte vor, die dramatisch und komisch ist, die tragische Momente ebenso beinhaltet wie tonnenweise Action. Das war eine sehr zufrieden stellende Mixtur aus verschiedenen Genres", sagt Roth, der erstmals mit Shelton bei Weiße Jungs bringen's nicht gearbeitet hatte.

"Ich schlug sofort Harrison Ford für die Rolle des Joe vor, sowie Josh Hartnett, der gerade Black Hawk Down (2001) für uns abgedreht hatte, für den Part des K.C. Calden."

"Joes Instinkte hinsichtlich der Besetzung der Hauptfiguren waren ein Volltreffer", sagt Pitt. "Das gab dem Stoff eine zusätzliche Dimension und uns die Möglichkeit, unser Ziel zu verwirklichen, einen Film für ganz unterschiedliche Generationen zu machen."

Ford war von Sheltons und Souzas ungewöhnlicher Geschichte sofort angetan: " Hollywood Cops erzählt die Art von Geschichte, nach der ich immer suche, die ich aber nur selten finde - eine großartige Mischung aus Realität, Action und Humor. Der Film verwebt mehrere thematische Elemente und führt verschiedene Fäden zusammen. Die Beziehungen zwischen den Figuren haben Pfiff und Witz."

Harrison Ford spielt Joe Gavilan als komplexe und vielgesichtige Figur: mutig und doch verletzlich, manchmal flexibel, manchmal dickköpfig, sehr fähig, aber manchmal auch überfordert.

Ford ging die Figur an als "Mann, der seine Arbeit besser bewältigt als sein Leben. Er lebt immer am Limit, trinkt ein bisschen zu viel, bleibt zu lange wach und darbt eigentlich in ziemlich verzweifelten Umständen. Er hat Klamotten für mehrere hundert Dollar in der Wäscherei, die auf Abholung warten. Und dazu kommt noch, dass er von seiner eigenen Behörde überwacht wird, während er an einem gewaltigen Mordfall arbeitet".

Ein Typ wie K.C. Calden ist Gavilanis schlimmster Albtraum: ein junger Beamter, der so ziemlich an allem interessiert zu sein scheint - nur nicht an seiner eigenen Arbeit als Polizist. Hartnett sah K.C. als Gelegenheit, eine perfekt abgerundete, auf der Realität basierende Figur zu erschaffen. Während er seine Brötchen als Cop verdient, beschäftigt sich Calden damit, Yoga zu lehren und sich als Schauspieler zu versuchen - obwohl er sein Bestes tut, diese Nebenjobs geheim zu halten.

"Joe hat keinen blassen Schimmer von K.C.s Alter ego, das sich als Yogalehrer bemüht", sagt Hartnett. "Diese Seite von ihm ist sehr entspannt und cool, beinahe spirituell, obwohl die Frauen in seiner Yoga-Klasse dieser Spiritualität immer wieder im Weg stehen."

Shelton erklärte seinen beiden Hauptdarstellern, dass es seine Absicht wäre, sich des Subgenres des Buddy/Cop-Films anzunehmen, "dem Genre gerecht zu werden und dem Ganzen dennoch ganz neue Seiten abzugewinnen. Joe und K.C. sind Polizisten, aber sie haben gänzlich gegensätzliche Prioritäten.

Also hat man diese unterschiedlichen Agendas, während eigentlich ein schreckliches Verbrechen aufgedeckt werden mußs. Und ständig sind da Dinge im Hintergrund, die davon ablenken. Es entwickelt sich eine Art Wahnsinn, ein schleichender Wahnsinn, als ihr Fall und ihr Leben völlig ihrer Kontrolle zu entgleiten beginnen".

Um sich auf ihre Rollen vorzubereiten, besuchten Ford und Hartnett den Schießstand der Los Angeles Police Academy und beobachteten den Tagesablauf im Hauptquartier der Hollywood-Division der LAPD. Am Set belagerten sie Souza und andere Berater der Polizei mit Fragen über die korrekten Abläufe sowie eher persönlichen Fragen in Bezug auf die Balance zwischen der Jagd nach Kriminellen und das Aufrechterhalten eines Lebens jenseits der Arbeit.

Die Unterschiede in Alter und Einstellung zwischen Gavilan und Calden stehen im Mittelpunkt der komischen Spannung des Films. "Unsere zwei Charaktere verstehen einander nicht wirklich", meint Hartnett. "Und das ist die Quelle eines Großteils des Humors in unserem Film."

Obwohl Souza darauf besteht, dass sich Merkmale seiner Persönlichkeit sowohl in dem älteren als auch jüngeren Beamten wiederfinden, basiert die stürmische Arbeitsbeziehung zwischen Gavilan und Calden definitiv auf persönlichen Erfahrungen.

"Als junger Beamter war ich oftmals ungeduldig mit den älteren, weniger motivierten Kollegen", gesteht er. "Jahre später, als erfahrener Detektiv, nervten mich wiederum die jüngeren, impulsiveren Jungs. Und ich gebe zu, dass ich nicht immer so geduldig mit ihnen war, wie ich es hätte sein sollen."

Über die Besetzung der beiden Hauptrollen hinaus war Shelton bemüht, die anderen Parts mit einem Auge für die Vielfalt und Lebendigkeit des Lebens in L.A. zu casten. "An Los Angeles fasziniert mich unter anderem der unglaubliche Mix aus Gesellschaften, Kulturen, Werten, Rassen, Nationalitäten, Wohnvierteln, Träumen und Lebensentwürfen", sagt Shelton. "Irgendwie gelingt es ihnen, nebeneinander zu existieren, manchmal harmonisch, manchmal nicht. Die Vielfalt von L.A. ist eine seiner größten Stärken."

Shelton schlug die Rolle der erfolgreichen, sinnlichen Radiowahrsagerin Ruby, die der Figur von Harrison Ford persönlichen und professionellen Trost spendet, der Schwedin Lena Olin vor. Die Oscar®-nominierte Schauspielerin, die gegenwärtig regelmäßig in der Erfolgsserie "Alias" zu sehen ist, bereitete sich auf die schräge Rolle vor, "indem ich mir all die Radiowahrsager und Talkshow-Moderatoren, alles vom Tierpsychologen bis Dr. Phil, reinzog, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sie reden und ihre Themen anschneiden".

Bruce Greenwood, der in dem Kalter-Krieg-Drama Thirteen Days (2000) überzeugend Präsident John F. Kennedy dargestellt hatte, ist als Internal-Affairs-Chef Bennie Macko zu sehen.

Er sagte aus einem ganz bestimmten Grund zu: "Die Gelegenheit, mit gutem Material und starker Besetzung unter einem talentierten Regisseur zu arbeiten, gibt es nicht so oft, wie man glauben mag. Und dieses Projekt hatte all die richtigen Zutaten. Mit Harrison und Ron wollte ich seit langer Zeit arbeiten. dass sich diese Gelegenheit in ein und demselben Projekt ergab, war ein richtiges Bonbon. Ich habe jede Minute genossen. Wenn es mehr davon geben sollte, komme ich gerne zurück."

Hollywood Cops nimmt das Publikum mit hinter die Kulissen der Musikindustrie. Eine der Hauptfiguren in dieser Welt ist der Plattenfirmen-Manager Antoine Sartain, der von Isaiah Washington gespielt wird. Er beschreibt diese Figur als "dynamisch, kompliziert, emotional, voller Fehler und manchmal brillant".

Obwohl man diesen Typen als klischeereichen Bösewicht hätte spielen können, war es Washington aufgrund des präzisen Drehbuchs und der genauen Inszenierung möglich, "Töne zu treffen, die man noch in keinem Film gesehen hat. Sartain ist ein Mann, der sich auch dann noch über sich selbst lustig machen kann, wenn er unter größtem Druck steht. Gleichzeitig kann sich seine Vorstellung von tough love als durchaus tödlich erweisen".

Es gibt einen Grund dafür, dass der Bösewicht stets die faszinierendste Figur in einem Film ist. Für Washington liegt dieser Grund in der Menschlichkeit der Figur: "Sartain ist ein wenig wie J.R. Ewing in ,Dallas': Er ist fest davon überzeugt, dass jede seiner Aktionen richtig ist. Das macht ihn einerseits menschlich, andererseits aber auch viel diabolischer."

Die Tiefe und Detailgenauigkeit, die Shelton und Souza in Hollywood Cops selbst für sekundäre Figuren aufbrachten, lockte den Countrysänger und Schauspieler Dwight Yoakam an. Yoakam spielt Leroy Wasley, einen ehemaligen Cop, der für Sartain arbeitet: "Der Humor in diesem Film ist manchmal verrückt und abgefahren, aber er wirkt immer real."

Lolita Davidovich, die bereits viermal für Ron Shelton vor der Kamera stand, unter anderem mit ihrer Durchbruchrolle in Eine gefährliche Liebe, sicherte sich die zweite wichtige weibliche Rolle. Sie beschreibt diese Cleo als "moderne ´Madame´ in Los Angeles, einer Stadt, in der man diese Profession womöglich sogar als ehrenhaft ansieht.

Sie steckt in einer prekären Klemme und braucht Gavilans Hilfe. Und er braucht die ihre. Sie passen zusammen, sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich. Beide sind stark, intelligent und verfügen über ausgezeichnete Überlebensinstinkte."

Oscar®-Gewinner Martin Landau spielt den Filmproduzenten Jerry Duran, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Sein wunderbares Anwesen könnte Gavilan helfen, aus seinem finanziellen Dilemma herauszukommen - wenn es ihm gelingt, für die Immobilie einen geeigneten Käufer an Land zu ziehen.

Der Hollywood-Veteran bekennt, dass er sich viele tatsächliche Produzenten als Vorbild nahm, um seiner Rolle die richtige Form geben zu können. "Duran ist ein extravaganter Hollywood-Produzent, der harte Zeiten durchlebt", erläutert Landau. "Seine besten Tage sind passé, aber er hat immer noch den gleichen Biss wie einst. Ich lebe seit langer Zeit in Hollywood, also kenne ich zahllose Rollenmodelle, die mir als Inspiration dienten."

Zu Fords und Hartnetts Polizeikollegen zählt Lou Diamond Phillips (Mut zur Wahrheit, 1996). Als Shelton den Schauspieler zu einem Vorsprechtermin für eine Rolle als Polizist im Sittendezernat einlud, sagte er ihm, "dass die Sache nur einen kleinen Haken hat", erinnert sich Phillips.

"Er sagte: ,Könntest Du bitte in einem Rock, mit Seidenstrumpfhosen, hochhackigen Schuhen, einer Perücke und Make-Up erscheinen? Deine Figur trägt den Namen Wanda.'" Mit der Hilfe seiner Frau und eines Make-Up-Künstlers wurde Phillips völlig verwandelt und fuhr als Transvestit zu dem Termin. "Ich betete während der gesamten Fahrt, dass das Auto auf der Autobahn keine Panne hat", lacht er. "Obwohl ich ziemlich gut aussah, wenn ich das mal sagen darf."

Weil die Welt der Rapmusik eine so wichtige Rolle in Hollywood Cops spielt, wies Ron Shelton seinen Casting-Direktor Ed Johnston an, die Rock- und Hiphop-Szene nach Künstlern zu durchforsten, die es auch als Schauspieler draufhätten.

Die R&B-Legende Gladys Knight nahm ein Flugzeug von Las Vegas, um sich für die Rolle der Olivia Robidoux zu bewerben: die Mutter des jungen Rapsong-Autoren K-RO (Kurupt), der der einzige Zeuge der Morde ist, die Gavilan und Calden zu lösen versuchen. Sie erzählt, dass sie sich nicht sicher war, ob sie eine Chance hätte, die Rolle zu bekommen, bis Shelton zu ihr sagte: "Himmel, sie sind Gladys Knight! Ich sollte bei Ihnen vorsprechen!" Nach dem Termin heuerte er sie sofort an.

Kurupt, geboren als Ricardo Brown, hatte mit Shelton bereits an Dark Blue - Die Farbe der Korruption gearbeitet. "In diesem Film mußs ich viel laufen", berichtet der angesagte Rapstar, der viele seiner Stunts selbst abwickelte.

"K-Ro wird von den Mördern und der Polizei gejagt. Am schlimmsten war es für mich, durch die Kanäle von Venice gehetzt zu werden. Mal abgesehen von einem Bad ab und zu bin ich kein großer Fan von Wasser. Ich stehe noch nicht einmal gern im Regen."

Eine weitere wichtige Rolle wurde mit Master P besetzt. Der extrem erfolgreiche Rapper und Unternehmer spielt den Club-Besitzer Julius Armas, in dessen Club der Mord geschieht. Master P, der ebenfalls schon in Dark Blue zu sehen war, sagt: "Julius ist eigentlich nur eine weitere Person, die eine Aussage zu machen hat, bis Gavilan herausfindet, dass ich auf ziemlich viel Kohle sitze und nach einem neuen Anwesen für mich suche. Das bringt mir einigen Respekt von ihm ein."

Die Motown-Größe Smokey Robinson gibt sein Schauspieldebüt als Taxifahrer, dessen Fahrzeug von Gavilan in der abschließenden Verfolgungsjagd über den Hollywood Boulevard beschlagnahmt wird. Frank Sinatra Jr., der im Lauf seiner Karriere nur einmal in einem Film aufgetreten war, spielt den Anwalt Marty Wheeler, der gleichzeitig als Käufer und Verkäufer in dem größten Deal von Gavilans Teilzeitkarriere auftritt.

Landau gibt zu Protokoll, dass dieses Szenario gar nicht so weit hergeholt ist: "Das kommt im Filmgeschäft wirklich vor. Der Produzent und der Schauspieler, mit dem der Produzent verhandelt, können durchaus vom selben Anwalt vertreten werden. Ich habe das nie verstanden. Und doch habe ich es immer wieder erlebt."

Weitere Parts wurden mit Andre Benjamin aka Dre, eine Hälfte des innovativen Hiphop-Duos Outkast, und dem angesehenen Rap-Produzenten Kevin Law besetzt. Die 504 Boyz, eine zunehmend erfolgreichere Rapformation aus Louisiana, spielen die Musiker, die zu Beginn des Films getötet werden. Die Gruppe besteht aus Aywood Johnson (Magic), Jason Thibeau (T-Bo), Michael Wilson (Krazy) und Darwin Turner (Choppa).

Shelton gelang es sogar, den Hollywood-Veteran Robert Wagner und das ehemalige Monty-Python-Mitglied Eric Idle zu Cameo-Auftritten zu überreden. Des weiteren erlebt man eine Reihe von Sheltons inoffizieller Repertoire-Truppe. Dazu zählen Jamison Jones, Gregg Daniel, Eloy Casados, Dennis Burkley, Tom Todoroff, Will Utay, Darrell Foster und Fred Lewis.

Hurra für Hollywood Hollywood Cops ist eine respektlose Hommage an Tinseltown. Oder wie es der ausführende Produzent David Lester sieht: "Der Film war eine exklusive Möglichkeit, Los Angeles einfach nur als Los Angeles zu zeigen."

"Um Geld zu sparen, hat man L.A. immer wieder als Double für andere Städte benutzt. Dann mußste man immer aufpassen wie ein Luchs, dass sich nicht irgendwie eine Palme ins Bild stiehlt", fährt Lester fort.

"In unseren Tagen kommt es aus ökonomischen Gründen allzu oft vor, dass Produktionen gezwungen sind, in Kanada oder Osteuropa zu drehen. Uns bereitete es große Freude, vor der Kamera ein regelrechtes Postkarten-L.A. entstehen zu lassen und obendrein noch eine echte L.A.-Geschichte zu erzählen. Da bei Ron der Schwerpunkt immer auf den Figuren ruht, verschwindet zwangsweise alles andere letztendlich im Hintergrund. Und doch ist es toll, mit aller Authentizität sagen zu können: ,Das ist Hollywood'."

Shelton war schon immer fasziniert von Los Angeles. Hollywood Cops gibt ihm die einmalige Gelegenheit, sein Interesse mit einem Kinopublikum teilen zu können. Er sagt: "Ich bin in Südkalifornien aufgewachsen, und obwohl ich seither überall in den Vereinigten Staaten gelebt habe, liebe ich diesen Ort über alles. Es ist eine komplizierte Stadt und wird weitestgehend missverstanden. Sie ist kulturell und ethnisch vielfältig und hat sicherlich auch so manches Problem und doch kann es auch ein triumphaler Ort sein."

Ausstatter Jim Bissell gab sich alle Mühe, so viele wiedererkennbare Drehorte in Hollywood und Umgebung unterzubringen wie nur möglich: "Wir drehten Schlüsselszenen vor dem Grauman's Chinese Theatre am Hollywood Boulevard, an der berühmten Ecke Hollywood und Vine und vor dem historischen Pantages Theatre."

Zudem residiert die von Harrison Ford gespielte Figur in einem Bungalow im klassischen spanischen Stil in der Umgegend von Las Feliz (unmittelbar östlich von Hollywood), während der von Josh Hartnett dargestellte Charakter in einer Junggesellenbude im Silverlake-Viertel gleich östlich von Las Feliz lebt.

Der Musikmogul Sartain wohnt in einem modernen Anwesen am Sunset Plaza Drive in den Hollywood Hills, westlich von Hollywood.

Obwohl er tatsächliche Drehorte einsetzte, gab sich Bissell große Mühe, die Realität etwas zu übersteigern, was viel besser zum Ton und der Stimmung der Geschichte passte. "Alle Schauplätze sind ein wenig überzogen, ein wenig theatralisch", berichtet Bissell. "Dennoch wird das Publikum ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet und worum es beim Leben in Hollywood geht. Der Film fängt die glamouröseren Aspekte ebenso ein wie die etwas düstere Kehrseite der Medaille."

Für Kameramann Barry Peterson war es eine überaus willkommene Abwechslung, "Hollywood als stilisierten, aufregenden Ort festzuhalten", wie er bekennt. "Das ist etwas besonderes, speziell wenn man bedenkt, dass es viel Action und Szenen, die in Autos gedreht wurden, gibt. Zudem drehten wir in sehr großen Räumen mit ausnehmend vielen Statisten, aber wir mußsten den Fokus immer auf den Hauptfiguren ruhen lassen."

Dark Blue - Die Farbe der Korruption, die jüngste Zusammenarbeit zwischen Peterson und Shelton, ist zwar ebenfalls in Los Angeles angesiedelt, verlangte aber nach einem körnigeren urbanen Look.

" Hollywood Cops ist das genaue Gegenteil", erklärt Peterson. "Wir wollten einen polierteren, erleseneren Ton. Unsere Absicht war es, den Look und das Feeling eines klassischen Hollywood-Films zu erzielen." Und er fügt schnell hinzu: "Um das Hollywood zu zeigen, wie es sich die Menschen aufgrund ihrer Filmerfahrung vorstellen."

Die Drehorte, für die sich Shelton entschied, sind über ganz Los Angeles verteilt und wurden als repräsentativer Überblick über die Vielfalt und die verschiedenen Stile in der Stadt gewählt. Dazu zählen so bekannte Örtlichkeiten wie der Strand von Santa Monica, der Hafen von Los Angeles und das erst vor kurzem eingeweihte U-Bahn-System der Stadt.

Gleichzeitig wurden mit dem Park Center des LAPD, dem tatsächlichen Polizeirevier der Hollywood-Division und dem trendigen Rodeo Drive in Beverly Hills Locations ausgewählt, die sonst eher selten Kulisse für einen Film abgeben.

Einer der Lieblingsdrehorte von Ron Shelton waren die Kanäle von Venice, die zur Geschichte von Südkalifornien gehören, aber außerhalb von L.A. fast gänzlich unbekannt sind. "Das Kanalsystem wurde von Abbot Kinney im frühen 20. Jahrhundert gebaut und ist so ziemlich das einzige, was von seiner ungewöhnlichen Stadtvision übrig geblieben ist", erläutert der Regisseur.

"Und diese Vision war beachtlich. Dazu gehörten prächtigen Kanäle, Gondeln und eine Oper. Übrig blieben mehrere Häuserblocks entlang der Kanäle mit ein paar wunderschönen Gebäuden. Das war ein Blick auf L.A., den ich zuvor noch in keinem Film gesehen habe. Ich fand, dass es ein wunderbarer Ort für eine altmodische Verfolgungsjagd sein würde."

Zusätzlich zu ihren üblichen Verantwortungsbereichen als Musikberaterin erhielt Dawn Solér den Auftrag, die richtigen Persönlichkeiten aus der Welt der Musik für Schauspielrollen zu finden. Diese Mission entpuppte sich als ausgesprochen schwierige Herausforderung, sagt Solér: "Das wurde ganz schön kompliziert. Musiker sind so oft auf Tour oder bereiten sich gerade auf Tourneen vor oder sie leben weiter entfernt."

Ihre Hauptverantwortung bestand natürlich darin, die richtige Musik für Hollywood Cops zu finden. Sie berichtet: "Der Film nimmt die Musikkultur ernst. Wie Motown, das auch auf bereits bestehender Musik basiert, entspringt auch Hiphop vergangenen Sounds.

Beide wurden als alternative Musik angesehen, bis ihnen der Durchbruch gelang. Auch wenn manche anders darüber denken: Rap ist eine Frage der Generation und nicht mehr der Hautfarbe. Der Soundtrack balanciert diese beiden Stile und spiegelt damit auch den Multigenerationenaspekt der Figuren im Film wider."

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Columbia TriStar © 1994 - 2010 Dirk Jasper