Tränen der Sonne

Produktionsnotizen

Eine epische Heldengeschichte "Das Drehbuch zu Tränen der Sonne hat mich gefesselt, weil es zunächst scheint wie eine simple Rettungsmission, aber dann auf halbem Weg zu einem ergreifenden und grausamen menschlichen Drama wird", erklärt der ausführende Produzent Joe Roth.

Die bemerkenswerte Schönheit von Tränen der Sonne liegt laut des Produzenten Ian Bryce in der epischen Qualität. "Die Geschichte berührt in ihrer dramatischen Auslegung ,ritterliches Verhalten' und ,schwierige moralische Entscheidungen', wie man es aus Filmen wie Der Soldat James Ryan (1998) kennt. Zunächst einmal erzählt der Film von Heldentum."

Als erster Film über die Navy SEALs, der die Kooperation und volle Unterstützung der United States Navy und des Verteidigungsministeriums genoss, ist Tränen der Sonne obendrein eine Würdigung der Navy SEALs und all der "Männer und Frauen, die uns beschützen und dafür an Orte gehen und Dinge tun, von denen wir viel zu wenig mitbekommen", wie es Regisseur Antoine Fuqua beschreibt.

"Ich wollte einen Film machen, der tatsächlich zeigt, dass es Männer und Frauen im Militär gibt, die dafür sorgen, dass wir unseren Morgenkaffee in Ruhe und Sicherheit trinken können. Menschen, die da draußen kämpfen und manchmal sterben, und deren Namen wir nicht einmal kennen."

Neben der Qualität einer kühnen Abenteuererzählung repräsentiert Tränen der Sonne einen Blick auf die wahre Bedeutung von Heldentum. "Diese Männer treffen als Menschen eine Entscheidung, nicht als Soldaten. Der Film handelt von den Folgen dieser Entscheidung, als Mann das Richtige zu tun und nicht als führender Militäroffizier. Die Handlung erzählt davon, wie Männer und Frauen ihre Entscheidungen mit dem Herz treffen."

Monica Bellucci, Filmpartnerin von Bruce Willis, fügt hinzu: "Es ist ein Film über gute Männer, die selbst in einer hoffnungslosen Lage den ehrenvollen Weg wählen. Manchmal müssen die Starken die Schwachen beschützen, die sich nicht selbst beschützen können. Egal, wie hoch der Preis dafür sein mag."

Als die Drehbuchautoren Alex Lasker und Patrick Cirillo 1995 den ersten Entwurf zu Tränen der Sonne verfassten, war ihre Inspiration Robert Wises Abenteuerfilm Kanonenboot am Yangtse-Kiang (1966) mit Steve McQueen.

Wie dieser Film ist auch Tränen der Sonne die Geschichte eines mutigen Kriegers, der versucht, eine Gruppe von Zivilisten zu retten. "Im Verlauf der Handlung wollte ich den Willenskonflikt zwischen dem pragmatischen Vorzeigemilitär Lt. Waters (gespielt von Bruce Willis) und der mitfühlenden, leidenschaftlichen Dr. Kendricks (Monica Bellucci) zeigen", erklärt Lasker. Wir beginnen mit zwei Menschen, die sich nicht vertragen, die völlig unterschiedliche Ziele haben. Doch durch die Widrigkeiten und Umstände, denen sie begegnen, verändern sich beide."

Die Verbindung von knallharter Action und tiefen menschlichen Gefühlen ermöglicht es Tränen der Sonne, auf vielen Ebenen zu wirken, beschreibt Produzent Arnold Rifkin. "Man fängt an mit dem Ziel, Menschen zu unterhalten", so Rifkin, "und dann hofft man, dass man sie daneben bewegen und berühren kann, dass man sie dazu bringt, Emotionen und Mitgefühl zu spüren."

Obwohl der Film eine erfundene Geschichte erzählt, "wirft Tränen der Sonne ein Licht auf aktuelle Geschehnisse", fügt Bryce hinzu, "in diesem Fall auf die Unruhen, die bestimmte Regionen Afrikas in den letzten 30 Jahren immer wieder betroffen haben. Von den blutigen Bürgerkriegen, den widerlichen ,ethnischen Säuberungsmaßnahmen' und anderen grässlichen Verbrechen wird aus verschiedenen Gründen selten in den westlichen Nachrichten berichtet. Dies war eine Gelegenheit zu zeigen, wie fürchterlich solche Ereignisse sind."

Für Fuqua, der sich vor Beginn der Produktion von Tränen der Sonne intensiv mit den aktuellen afrikanischen Problemregionen auseinander gesetzt hat, ist der Film ein mitfühlendes Action-Abenteuer und "ein schmerzhaftes Drama über Menschen, die Grausamkeiten erlebt und ertragen haben, die wir uns nicht mal vorstellen können."

"Um einen Eindruck davon zu bekommen, was die Leute durchlebt haben", schlägt der Regisseur vor, "sollte man einen Blick in das Buch ?The Silence' werfen. Es sind nur Bilder, kein Text. Aber es ist erschütternd. Ich habe es immer bei mir gehabt und jedes Mal angeschaut, bevor ich an den Set gegangen bin. Es war eine andauernde Mahnung und Inspiration für mich."

Laut Bruce Willis ist es vor allem Fuquas Engagement und Genauigkeit gewesen, durch die sich Tränen der Sonne von anderen Militär-Actionfilmen unterscheidet. So bestand der Regisseur darauf, Afrikaner für Rollen der Flüchtlinge auszuwählen, die teilweise sehr ähnliche Erfahrungen gemacht hatten wie die Figuren, die sie im Film darstellen.

Einige mußsten das Massaker ihrer Familie mit ansehen. Andere wurden durch Unruhen oder Bürgerkrieg ins Exil gezwungen. "Ich bin wirklich froh, dass sie nicht eine Reihe von Hollywood-Darstellern für die afrikanischen Rollen gewählt haben", erklärt Sammi Rotibi, der Arthur Azuka spielt. "Es hat uns alle auf einen anderen Level gehoben. Es war so traurig und unglaublich zu hören, was sie erlebt haben. Das hat uns mehr noch als das Drehbuch in diese Welt mitgenommen."

Casting-Director Deedee Ricketts fand für die Statistenrollen in den Vereinigten Staaten über sechs Dutzend afrikanische Immigranten im Alter zwischen 3 Monaten und 84 Jahren, die der Geschichte laut Fuqua weitere Authentizität verliehen: "Viele von ihnen haben tatsächlich ähnlich grausame Zeiten, wie wir sie im Film zeigen, überlebt. Wenn man diese Menschen auf der Leinwand sieht, fällt es schwer, nicht von ihren bemerkenswerten Gesichtern berührt zu werden."

Die Statisten, die Ricketts fand, repräsentierten einen diversen Querschnitt Afrikas mit Immigranten aus Senegal, Kongo, Kenia, Nigeria, Liberia, Sierra Leone oder Sudan. Deedee Ricketts traf den jungen Liberianer Alex Ireland, der sie mit den Verantwortlichen der Umsiedlungsorganisation bekannt machte, die seiner Familie geholfen hat, als sie ins Exil mußste. Dadurch war sie in der Lage, sich mit einer Reihe von ähnlichen Organisationen in Verbindung zu setzen, die die Umsiedlung und Immigration aus Afrika betreuten.

Unter den Statisten waren auch die "Lost Boys of Sudan", die Überlebenden einer Gruppe von Waisenkindern, die mit ihrer herzzerreißenden Überlebensgeschichte Schlagzeilen gemacht hatten. Der blutige Bürgerkrieg im Sudan gehört seit dem Zweiten Weltkrieg zu den längsten Konflikten.

Nachdem ihre Familien getötet und sie aus dem Sudan getrieben wurden, verschlug es 17.000 Kinder im Alter von 2 bis 13 Jahren auf eine fünfjährige Reise durch Äthiopien bis in die Sicherheit in Kenia. Auf ihrem Weg wurden die Kinder von Löwen belauert, von regimefreundlichen Milizen und Banditen angegriffen, mußsten krokodilverseuchte Flüsse durchqueren und manchmal nur mit Blättern und Regenwasser überleben.

Ein Jahrzehnt später beschloss das U.S. State Department, dass den 4.300 "Lost Boys", die es ins Flüchtlingscamp in Kakuma in Kenia geschafft hatten, eine dauerhafte Umsiedlung in die Vereinigten Staaten gewährt wird.

echs dieser jungen Männer gehörten zu einer Gruppe von 150 Flüchtlingen, die in den Vororten von Atlanta angesiedelt wurden. Assistiert von einer Hilfsorganisation in Atlanta suchte Ricketts sie für einen Auftritt in Tränen der Sonne aus, nachdem sie sie in einem Fernsehbericht eines Lokalsenders gesehen hatte. "Die ?Lost Boys' fügten dem Film eine weitere emotionale Dimension hinzu", bemerkt Cole Hauser.

Rifkin las das Drehbuch zu Tränen der Sonne 1998 noch als Präsident der William Morris Agency. Er zeigte es seinem langjährigen Klienten (und jetzigen Produktionspartner) Bruce Willis.

"Willis war sofort begeistert davon", erinnert sich Rifkin. "Er erkannte etwas Heroisches in der Geschichte, das unbedingt erzählt werden wollte. Wenn jemand so deutlich seine Begeisterung artikuliert, dann ist es schwer, sich nicht davon anstecken zu lassen."

Das dramatische Gerüst von Tränen der Sonne ist die buchstäbliche und psychologische Reise des zentralen Charakters. "Waters ist ein Mann, der sein Leben lang Befehle befolgt hat", erläutert Rifkin, "und dabei stets eine emotionale Distanz zu Tod und Zerstörung um ihn herum bewahrt hat.

Für ihn gehörte das zum Job. Auf dieser besonderen Mission begreift er sowohl im Herzen als auch im Kopf das Leiden der Menschen, die er versucht zu retten. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn gerät er in einen inneren Konflikt. Letztlich mußs er sich entscheiden zwischen seinem Job und der Menschlichkeit, die er im Laufe seiner 25 Jahre beim Militär verloren hat."

Tränen der Sonne zeigt eine weitere Seite eines Schauspielers, der im Laufe der Jahre immer wieder nach schauspielerischen Herausforderungen gesucht hat. "Die Entwicklung von Bruce als Schauspieler über solche Filme wie Pulp Fiction, Twelve Monkeys and The Sixth Sense ist bemerkenswert", sagt Rifkin. "Er war immer bereit, Risiken einzugehen, und mit dieser Rolle ist er als Schauspieler noch weiter gereift."

"Es ist ein Film über die Menschlichkeit, über die Suche nach der menschlichen Seite in uns allen inmitten eines Konflikts", erklärt Willis. "Waters geht nicht nur körperlich auf eine Reise, sondern auch psychisch. Man sieht, wie ihn das Mitgefühl für diese Flüchtlinge in ihrer verzweifelten Lage verwandelt. Er beginnt als verhärmter Mann und im Laufe der Geschichte entdeckt er nicht nur Gefühle für diese Menschen, sondern auch sich selbst als Menschen."

Willis' Figur wird durch diese Tortur ebenso verändert wie das Leben seiner Männer. Inspiriert von seinem Mut und dem Mut der Afrikaner, die jeden Tag leiden müssen und trotzdem versuchen, ihr Leben zu leben, folgen sie ihm auf die gefährlichste Mission ihres Lebens.

"Diese Männer werden menschlicher durch Waters und die Leute, die sie auf dieser Mission beschützen", erklärt Fuqua. "Sie schauen zu Waters auf und schlagen schließlich den gleichen Weg ein, um alles daranzusetzen, diese unschuldigen Menschen in Sicherheit zu bringen."

Eamonn Walker (der Ellis "Zee" Pettigrew spielt) führt weiter aus: "Wir werden eins mit diesen Leuten. Wir stehen für sie ein und sind schließlich bereit, für sie zu sterben."

"In seinem Herzen ist es ein Film über eine Rettungsmission, die sich in eine Mission des Erbarmens verwandelt", so Monica Bellucci.

Kurz nachdem Produzent Rifkin die Finanzierung für Tränen der Sonne von Revolution Studios bekam, erhielt er einen Anruf von Fuqua, der sich zu dieser Zeit im Schnitt von Training Day (2001) befand, einem Film, der Denzel Washington einen historischen Oscar® als "Bester Darsteller" einbrachte. "Antoine sprach mit solcher Überzeugung und Enthusiasmus über das Drehbuch, dass es wirkte, als würde er den Film schon in seinem Kopf drehen", erinnert sich Rifkin.

"Antoine hat den gleichen mutigen und originellen Ansatz für Tränen der Sonne gewählt wie für Training Day (2001)", erklärt Roth. "Die Action ist sehr kantig und sehr nah dran. Ein Stil, der die Charaktere perfekt ergänzt. Es nimmt einen mit und lässt einen die Gefühle aller Beteiligten nachvollziehen."

Der Konflikt, der in Tränen der Sonne gezeigt wird, ist zwar Fiktion, jedoch durchaus denkbar. "Es gab sehr viele Vorfälle, die dem im Film ähneln", erklärt die Beraterin Nkeonye Nwankwo. "Sehr oft sind während der Dreharbeiten starke Gefühle hochgekommen. Als das Dorf niedergebrannt wurde, brachen einige von uns zusammen, die selbst Ähnliches erlebt hatten. Sie weinten und trauerten den ganzen Tag."

Bellucci, deren Part Dr. Kendricks die meiste Leinwandzeit mit den afrikanischen Flüchtlingen verbringt, fügt hinzu: "Wir haben sehr viel miteinander geredet und es war unglaublich, von ihren teilweise schrecklichen Schicksalen zu erfahren. Es sind bemerkenswert mutige Menschen, die viel Leid ertragen mußsten."

Über die Produktion Die Aufgabe, die Schauspieler wirkungsvoll auf ihre Rollen als Navy-SEAL-Soldaten in Tränen der Sonne vorzubereiten, fiel dem Navy-Veteranen und militärischen Berater Harry Humphries zu, der selbst 16 Jahre als Navy SEAL gedient hat.

Während seiner Zeit bei der Navy war er sowohl SEAL-Führer als auch Provincial Reconnaissance Unit Advisor bei der Counter Terrorist Unit des Phoenix Program. Wie bei einigen anderen Militärfilmen in den letzten zehn Jahren stellte Humphries ein Ausbildungsprogramm zusammen, um die acht Männer auf die harten Drehbedingungen vorzubereiten und sie in Form zu bringen für ihre Rollen als Navy SEALs.

"Wir hatten eine exzellente Truppe unter der Leitung von Bruce Willis", meldet Humphries. "Wir hatten zwei Wochen, um die spezifischen Fähigkeiten zu trainieren, die für dieses Projekt wichtig waren. Alles, was im Film zu sehen sein sollte - Waffen, Taktik, Kampftechniken -, beherrschten sie nach zwei Wochen perfekt."

Am Drehort in Hawaii begannen die Schauspieler ihren Tag mit zwei Stunden Grundausbildung und strengem körperlichen Training, gefolgt von ausgeklügelten Manövern, in denen sie die Regeln und Details eines Teameinsatzes erlernten. Die Darsteller behielten ihre Parts auch bei, wenn die Kamera nicht lief, und sprachen sich mit ihren Rollennamen an.

"Diese Art Film war etwas, das ich schon eine ganze Zeit lang machen wollte", fügt Humphries hinzu. "Zu zeigen, dass SEALs nicht nur Maschinen sind, sondern Menschen. Ich möchte, dass die Zuschauer sehen, was SEALs wirklich sind. Wie professionell sie sind und wie menschlich."

Neben den täglichen Übungseinheiten besuchten Willis und seine Mitspieler die Marine Corps Base Hawaii (MCBH) in der Kaneohe Bay, um sich mit Waffenkunde und Handlungsinstruktionen vertraut zu machen. Eines der Mitglieder des Darstellerteams, der Leinwandneuling Charles Ingram, ist selbst ein ehemaliger Force Recon Marine mit mehr als vier Jahren im Militärdienst.

Die Rolle des Demetrius "Silk" Owens markiert sein Schauspieldebüt, nachdem seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie als Stuntman bei Black Hawk Down (2002) und Matrix Reloaded (2003) begann.

"Harry Humphries brachte eine große Menge Authentizität in den Film", bemerkt Produzent Ian Bryce. "Er brachte den Schauspielern die Sprache und die Bewegungsabläufe von Navy-Soldaten bei. Im Übrigen koordinierte er unsere Aktivitäten mit dem Department of Defense. Tränen der Sonne ist der erste von Navy SEALs handelnde Film, der von der United States Navy und dem Department of Defense die volle Unterstützung und Kooperation bekam.

Das Militär an Bord zu haben war entscheidend für unseren Film. Von Anfang an halfen sie uns mit den richtigen Termini und Verhaltensformen. Wir bekamen Zugang zu solchem Militärgerät wie den Navy Sea Hawks, Army Black Hawks und F-18. Und wir erhielten die Erlaubnis an Bord des einsatzfähigen, nuklear betriebenen Flugzeugträgers U.S.S. Harry S. Truman zu drehen."

Bevor die Entscheidung für Hawaii als Drehort fiel, suchte Location-Managerin Liz Matthews auf der ganzen Welt nach dem perfekten Drehort als Double für das äquatoriale Afrika. Sie suchte an so unterschiedlichen Plätzen wie Mosambik, South Carolina, Florida, Costa Rica, Puerto Rico, Australien und Neuseeland.

Mit der Entscheidung, die Produktion in den Vereinigten Staaten durchzuführen, fiel laut Produktionsdesignerin Naomi Shohan die Wahl "wegen der klimatischen und geographischen Ähnlichkeiten" auf Hawaii: "Der Regenwald und das Blätterwerk in Hawaii sind ein exzellentes Abbild des afrikanischen Regenwaldes."

Die Insel Oahu bot überdies bezüglich der Drehorte, Schönheit und Infrastruktur die größte Flexibilität, erklärt Bryce. "Man würde niemals erkennen, dass es nicht Afrika ist", so Bryce. Zu den vielen Gegenden, die für die Produktion ausgewählt wurden, gehören das Waikane Valley, der grüne Dschungel um die Manoa Falls (ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer), die Dole-Plantage auf der vertrockneten Leeseite der Insel (wo das Flüchtlingscamp errichtet wurde), das Maunawili Valley und die Kualoa Ranch.

Shohans Crew konstruierte und gestaltete drei große "afrikanische" Schauplätze für die Produktion, zwei davon nutzten die majestätischen Ko'Olau-Berge als Hintergrund. Die Dreharbeiten begannen am "Mission"-Set, der sich über mehrere Hektar der Kualoa Ranch Fish Pond erstreckte, eines Überbleibsels der Herrschaftszeit von König Kamehameha.

Dazu gehörten die typischen Gebäude einer gut ausgebauten Mission: eine Kirche, ein Spital, die Privatquartiere des Kirchenpersonals und dazwischen die Hütten und Zelte von Einheimischen, die Schutz oder Unterkunft auf dem Missionsgelände gesucht haben.

Anschließend machten Shohan und ihre Crew Stopp im Maunawili Valley in den Ausläufern der Ko'Olau-Berge, um ein verstreute Siedlung zu errichten. "Für Storyzwecke wollten wir ein Dorf, das wirkt, als wäre es Hütte für Hütte in den Regenwald gewachsen, und das sehr arm und heruntergekommen aussieht."

Im Gegensatz zu der leicht erreichbaren Kualoa Ranch wurde das raue Gelände des Maunawili Valley zu einer enormen logistischen Herausforderung für die Crew: kniehoher Schlamm, wolkenbruchartiger Regen, giftige, 15 cm lange Tausendfüßler, springende Spinnen und blutrünstige Moskitohorden. Der einzige Zugang zum Set war eine unwegsame einspurige Schotterpiste, die drei Jahre zuvor von einer Fernsehcrew angelegt wurde.

"Während sich die Elemente gegen uns verschworen hatten und die Dreharbeiten zur Tortur machten", erinnert sich Rifkin, "sorgte genau das auch für eine lebendigere Realität."

Die Kostümdesignerin Marlene Stewart hatte für Ali (2003) vor Ort in Mosambik gearbeitet und nutzte ihre Kontakte nach Südafrika, um an die nötigen Stoffe für die Kleidung der Dorfbewohner zu kommen.

Während sich Stewart auf einen spezifischen Look für die Afrikaner konzentrierte, konzentrierte sich Costume-Supervisor Mark A. Peterson auf die militärische Kleidung der Navy-SEAL-Rollen und der Statisten, die die Rebellen und Milizen darstellten.

Zum Schluss zog das Art-Department auf die trockene Seite von Oahu und nutzte ein riesiges hoch gelegenes, unfruchtbares Areal mit roter, trockener Erde als Schauplatz für die Szenen im Flüchtlingscamp.

"Wir hofften, dass der landschaftliche Kontrast zwischen Regenwald und Savanne die Reise der Figuren durch den dunklen, klaustrophobischen Dschungel in die Sicherheit eines Nachbarlandes illustrieren würde", so Shohan.

Die letzten zwei Wochen der Produktion stellten sich schließlich als die strapaziösesten heraus. Da Regen auf der Windschattenseite von Oahu ein zu vernachlässigendes Phänomen ist, waren die Bedingungen auf der Plantage das Gegenteil von denen in Maunawili - und mindestens genauso anstrengend.

Fünf Militärhubschrauber und die F-18-Kampfjets wurden im fesselnden Finale des Filmes eingesetzt und wirbelten dabei heftige Sandstürme auf. Nach nur einem Tag sehnte sich die Crew nach dem klebrigen Schlamm, den sie drei Wochen lang im Maunawili Valley ertragen mußste.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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