The Mother

Ausführlicher Inhalt

May und Toots, ein Paar in den Sechzigern, fahren mit dem Zug nach London, um ihre Kinder und Enkelkinder zu besuchen. Die Hektik der Großstadt überfällt sie sofort, das urbane Chaos setzt sich im Leben ihrer Kinder fort: Ihr Sohn Bobby hängt ständig am Handy, um sein nächstes Meeting zu vereinbaren; Schwiegertochter Helen hat gerade eine Boutique eröffnet und raunzt dem Kindermädchen Anweisungen zu, bevor sie aus dem Haus stürzt, um luxuriöse Strickwaren zu verkaufen.

Die Enkelkinder sind mit ihren eigenen Aktivitäten beschäftigt und interessieren sich nicht für die alten Fremden, die zu Besuch gekommen sind. Zur täglichen Konfusion in diesem Notting Hill Haushalt trägt außerdem eine Baustelle mit einem angenehm sonderbaren Handwerker - Darren - bei.

Toots und May haben auch eine Tochter, Paula, die als allein erziehende Mutter ständig um Zeit für sich selbst und ihr kreatives Schreiben kämpft. Auch ihr Zuhause befindet sich im Umbau, wenngleich der Handwerker - ebenfalls Darren - seine Energie mehr seiner Kundin widmet als dem zu renovierenden freien Zimmer.

Nach einem Familien-Abendessen in Paulas Wohnung kann Toots nicht schlafen. Scherzhaft schiebt er das auf die Kochkünste seiner Tochter, aber später in der Nacht stirbt Toots im Krankenhaus. Er hatte einen Herzinfarkt.

Bobby fährt seine Mutter nach Hause, doch als sie ihr leeres Heim betritt wird ihr klar, dass sie dort nicht bleiben kann. Sie sagt ihrem Sohn, dass sie sich nicht bereit fühlt für die Rolle der einsamen, untätigen alten Lady, wie ihre Nachbarinnen. Zum unverhüllten Missfallen ihrer Schwiegertochter kehrt May nach London zurück.

Bobby und Helen streiten darüber in lautem Flüsterton, den May natürlich hört. Sie verkündet, dass sie einen Spaziergang macht, um sich aufzuheitern, und verläuft sich hoffnungslos. Keiner der Passanten, den sie nach dem Weg fragt, kann sie zum Haus ihres Sohnes zurück dirigieren. In Panik gelingt es ihr, sich zur Wohnung ihrer Tochter durchzuschlagen.

Paula umsorgt ihre Mutter und sagt ihr, dass sie da bleiben solle, wo sie gewollt und gebraucht wird. Sie will, dass May auf ihren Sohn Jack aufpasst, damit sie ihren eigenen Interessen nachgehen kann. In der Nacht erwacht May von den Geräuschen eines heftigen Liebesspiels, gefolgt von einem handfesten Streit.

Vom Fenster aus sieht sie, wie der Liebhaber ihrer Tochter das Haus verlässt. Es ist Darren. May tröstet Paula. Sie meint, ihre Tochter hätte einen besseren Mann verdient.

Von ihrem Enkel erfährt May, dass Paula zur Psychotherapie geht. Paula findet, dass sie in ihrem schwierigen Leben vielen Ungerechtigkeiten ausgesetzt ist und beneidet May um ihr sorgenfreies Hausfrauendasein.

May erzählt Paula, dass sie in ihrer Ehe unglücklich war, doch ihre Tochter will davon nichts hören. Sie bittet ihre Mutter, ihr in der Beziehung mit Darren zu helfen.

Im Haus ihres Sohnes stellt May Darren die Frage, was er von ihrer Tochter wolle. Sie gibt zu, dass man mit zunehmendem Alter furchtloser wird.

An diesem Abend sprechen Mutter und Tochter über Darren. May bezweifelt, dass Paula ihre gemeinsame Zukunftsperspektive mit ihm realistisch einschätzt. Paula räumt ein, dass sie versucht, sich von Darren zu trennen, seit sie ihn zum ersten Mal getroffen hat. Sie beschließt, ihm am nächsten Tag den Laufpass zu geben.

Aus einem Café bringt May Darren ein Croissant mit ins Haus ihres Sohnes, wo er arbeitet. Darren ist gerührt von der Geste, und während er eine Pause einlegt unterhalten sich die beiden. Sie fühlen sich wohl in der Gegenwart des anderen und so lädt Darren May zum Lunch ein.

Nach einem Picknick und dem Besuch von Hogarths Grab schlendern sie den Fluss entlang. Als May stolpert, fängt Darren sie auf, sie küssen sich. May ist durcheinander und entschuldigt sich: Sie sei nicht gewöhnt, am helllichten Tag Alkohol zu trinken.

Zurück in Paulas Wohnung probiert May neue Kleider an. Sie fragt ihre Tochter, ob sie mit Darren gesprochen habe, aber Paula hat bereits wieder ihre Meinung geändert. Sie will vielmehr wissen, was ihre Mutter über Darrens Gefühle für sie herausgefunden hat. Sie nimmt May mit zu ihrem Schriftsteller-Kursus.

Die Teilnehmer sitzen im Kreis und hören sich an, was Bruce, ein älterer Mann, geschrieben hat. Jeder ist aufgefordert, etwas zu schreiben, und May bringt ein sehr persönliches Essay über ihr Scheitern als Ehefrau und Mutter zu Papier. Bruce lobt sie enthusiastisch und Paula ermuntert ihre Mutter, mit ihm auszugehen.

May besucht eine Skulpturen-Ausstellung in den weiten Räumen der Tate Galerie und ist gefesselt vom wunderschönen goldenen Abbild eines jungen nackten Mannes.

May kauft ein Geschenk für Darren, ein Buch mit Zeichnungen alter Meister. Sie malt ihn und sie reden, während er im Wintergarten arbeitet. May bittet Darren, mit ihr nach oben zu gehen - er leistet der Aufforderung folge. Sie lieben sich und May gesteht, dass sie geglaubt hat, nie wieder von einem Mann berührt zu werden, außer vom Leichenbestatter.

Als May in der Wohnung ihrer Tochter putzt, fragt Paula, was ihr Darren über ihre Beziehung erzählt habe. May ist überrascht - Paula hat doch sicher mit ihm Schluss gemacht? Paula schnauzt ihre Mutter an und geht zur Tür, um Darren zu empfangen.

Sie bringen ein verlegenes Abendessen hinter sich. Dann schlägt Paula vor, ihre Mutter solle zu Bett gehen. May sagt, sie wolle lieber ausgehen und sie sieht, wie Darren das Haus verlässt. May fährt durch London und denkt darüber nach, was Darren in ihr ausgelöst hat.

Am nächsten Morgen kehrt sie ins Haus ihres Sohnes zurück, zu Darren. Sie lieben sich leidenschaftlich. Danach schlägt May Darren vor, ihn finanziell zu unterstützen, damit er reisen kann - vielleicht mit ihr.

Paula besucht ihren Bruder und erfährt von dessen finanziellen Problemen. Zufällig öffnet sie ein herumliegendes Skizzenbuch. Es sind Mays Zeichnungen von Darren, einige davon anschaulich erotisch. Mays Kinder reagieren darauf mit Abscheu und Entsetzen. "Sie treibt's mit ihm", schreit Paula.

Zu Hause bei Paula liegt die Spannung zwischen den beiden förmlich in der Luft, doch Paula konfrontiert ihre Mutter nicht mit ihrem Verdacht.

In einem Pub am Flussufer gehen Darren, Paula, Bruce und May etwas trinken. Darren ist unruhig, May unsicher, Paula triumphiert und Bruce bekommt nicht mit, was um ihn herum vorgeht. Paula verkündet, dass sie und Darren zusammenziehen werden und ihr Bruder sein Haus verkaufen will. Darren ist verletzt und wütend, dass Bobby diesen Entschluss gefasst hat, ohne mit ihm zu reden.

Sie ziehen weiter in eine Kneipe nach Soho. Trotzig küsst Paula Darren und starrt dabei ihre Mutter an. May geht weg. Ihr Weg führt sie an die Treppen vom Eros-Brunnen am Piccadilly Circus. Dort findet sie Bruce. Er nimmt sie mit nach Hause und schläft mit ihr. Angeekelt stiehlt sie sich davon, als er eingeschlafen ist.

Zuhause mußs sie ihre Tochter anflehen, sie hereinzulassen. Sie kann nicht schlafen. Im Garten sieht sie Flammen: Paula verbrennt ihre eigenen Manuskripte. Sie gibt vor, dabei den Wünschen der Mutter folge zu leisten und nicht weiter ihre Zeit mit Schreiben zu verplempern.

Bobby will seine Mutter zu einer Therapie schicken. Er verweist sie und Darren des Hauses. May versucht, mit Darren zu reden, doch der ist bis zum Hals voll Drogen und wird aggressiv, als sie Zärtlichkeit erwartet. Er verlangt von ihr das Geld, das sie ihm versprochen hat und verspottet sie, als sie ihm anbietet, ihm ein Flugticket zu kaufen und mit ihr zu verreisen.

Er ereifert sich, dass er von Frauen ausgenutzt werde, vor allem von May und ihrer Tochter, und zertrümmert den ganzen Wintergarten, den er mühsam aufgebaut hatte.

Paula konfrontiert ihre Mutter mit ihrer Affäre mit Darren. May fragt, was sie tun könne, damit ihre Tochter sich besser fühlt, und Paula sagt, sie habe Lust, sie zu schlagen.

Während Helen einen Immobilienmakler durchs Haus führt, repariert Darren den Wintergarten. May und Paula kommen dazu, May mit einer großen Prellung im Gesicht. Sie sagt, sie werde nach Hause fahren. Als sie geht, schauen alle auf und verabschieden sich flüchtig.

May nimmt den Zug zurück in den Vorort. Zuhause packt sie eine Reisetasche, schnappt sich ihren Pass und ein Flugticket und schließt die Tür hinter sich.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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