Sieben Brüder

Produktionsnotizen

Keine Fragen, keine Themenvorgaben, aufmerksame Stille im eigens ausgestatteten Studio - das war der wesentliche Ansatz für Sieben Brüder. Gedreht wurde an sieben aufeinander folgenden Tagen, die formale Stringenz stand ganz im Dienst der Erzählung.

"Wir wollten uns auf das Wesentliche, die Geschichten, konzentrieren", erzählt Sebastian Winkels. "Ohne dass ich es betonen mußste, hat das Team eine ganze Woche praktisch nicht geredet, ich selbst habe so eine Stille noch nie erlebt.

Wir haben einen Erzählraum im Studio aufgebaut, der auf der Leinwand unendlich wirkt: die schwarzen Wände können nicht konkret wahrgenommen werden, und der Boden, der mit schwarzen und weißen Kacheln gefliest ist, bildet eine Ellipse, die sich ebenfalls unendlich auszudehnen scheint. Das sollte den Platz für erzähltes Leben schaffen."

Winkels verließ sich ganz auf das ungewöhnliche Charisma seiner Protagonisten, alle miteinander begnadete Erzähler aus einer Generation, die selten gehört wird. Am Krieg selbst nicht beteiligt, wird für sie 1945 zu einer entscheidenden Wegmarke: Zur Stunde Null ist der älteste der Brüder 16 Jahre, der jüngste gerade drei Monate alt.

Die Spuren zu dieser Zeit prägten die Brüder auf unterschiedliche Weise, ihre Lebenswege entwickeln sich in denkbar unterschiedliche Richtungen. "Es ging auch um die individuellen Wahrnehmungen des gemeinsam Erlebten, um das Gleiche und Ungleiche, das aus den gemeinsamen familiären Wurzeln hervorgegangen ist", erzählt Sebastian Winkels.

"Für mich war es eine besondere Herausforderung, einen Film über die Generation meiner Eltern zu machen, auch hinsichtlich meiner eigenen Sozialisation".

Gedreht wurde auf HD, ein Format, das gegenüber dem 35mm-Film gleichwertige Qualität und gleichzeitig das bei diesem Projekt notwendig großzügige Drehverhältnis ermöglichte - an den sieben Drehtagen entstanden 56 Stunden Material.

Seine Uraufführung erlebte Sieben Brüder in der Memelstraße 7 in Mülheim, dem Elternhaus der Brüder - in vollzähliger Anwesenheit der Protagonisten.

Szenenfoto (Dieter Hufschmidt)
Szenenfoto (Hannes Hufschmidt)
Szenenfoto (Hartmut Hufschmidt)
Szenenfoto (Jochen Hufschmidt)
Szenenfoto (Klaus Hufschmidt)
Szenenfoto (Volker Hufschmidt)
Szenenfoto (Wolfgang Hufschmidt)

Dirk Jasper FilmLexikon

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