Islandfalken

Der Islandfalke

Bevor 1919 das rote Kreuz auf blauem Grund Nationalwappen und -flagge Islands wurde, zierte ein Falke lange Zeit diese Insignien. Noch heute trägt die höchste Auszeichnung des Inselstaates den Namen Falkenorden.

Ohne Zweifel kommt diesem Tier in Vergangenheit und Gegenwart Islands eine identitätsstiftende Bedeutung zu. dass dieser Vogel den Titel für Fridrik Thor Fridrikssons jüngsten Spielfilm liefert, stellt also alles andere als eine nur handlungsbedingte Folge dar.

Der Islandfalke alias Gerfalke (falco rusticolus) verkörpert die größte aller Falkenarten. Wegen seiner robusten Gestalt, seiner überaus vitalen Körpereigenschaften und der guten Zähmbarkeit avancierte er bereits im Mittelalter zur beliebtesten Falckner-Spezies der europäischen Höfe.

Auch in Deutschland wurde er bis ins 19. Jahrhundert zur Reiher- und Fasanenjagd eingesetzt. Sogar bis in den Nahen Osten verbreitete sich der Ruf des Tieres. Als Island im 9. Jahrhundert durch norwegische Auswanderer besiedelt wurde, begann für den Gerfalken die lange Geschichte seiner existentiellen Bedrohung.

Die eng mit dem geschlossenen ökologischen System Islands verflochtene Population des Vogels wurde allein zwischen 1743 und 1765 um 1.789 Exemplare dezimiert. Erst 1810 wurde der massenweise Export des Gerfalken eingestellt, seit 1919 steht das Tier unter Schutz, seit 1940 auch seine Eier.

Durch das Washingtoner Abkommen zum Schutz bedrohter Tierarten in mehr als 120 Unterzeichnerländern vom Handel ausgeschlossen, bleibt der Vogel von Wilderern und - nicht zuletzt - von den Folgen globaler Umweltverschmutzung bedroht. Heute wird sein Bestand in Island auf zwischen 300 und 400 Paare geschätzt.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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