Liebe mit Risiko - Gigli

Produktionsnotizen

So ging's los Thematisch ist Liebe mit Risiko - Gigli , so Autor und Regisseur Martin Brest, eine mit den vorangegangenen Arbeiten des Filmemachers deutlich verwandt: "Im Verlauf meiner Karriere habe ich mich mehr und mehr von der Idee einer Hauptfigur angezogen gefühlt, die zunächst bösartig, zornig und unsympathisch wirkt. Nach und nach offenbart sich eine andere Seite. Mich hat der Gedanke schon immer fasziniert, dass sich eine Figur eine harte, undurchdringbare Schale zulegt, damit man ihr nicht wehtun kann."

Der Weg von Larry Gigli, gespielt von Ben Affleck, ist der eines Mannes, der sich als ganz bestimmten Typen sieht, dann aber selbst von sich überrascht ist, als ganz andere Facetten seiner Persönlichkeit zum Vorschein kommen. Das fand Brest nicht nur aus dramatischer Sicht spannend. Er sah darin auch eine wunderbare Konstellation für intelligenten, bewegenden Humor.

"Am Set herrschte eine Atmosphäre, die uns dazu ermutigte, die komische Seite von Giglis Dilemma hervorzukehren", sagt Brest. "Damit meine ich nicht so sehr die witzig-komische, sondern die ernst-komische Seite. Es gibt Momente, in denen die Figuren wegen irgendeiner schrecklichen Sache die Fassung verlieren, die sich einfach lustig weiter entwickeln, wenn sich aus ihnen heraus eine gewisse Erkenntnis ergibt. Nach dieser Art von präziser Beobachtung suchten wir während des ganzen Drehs."

Als er das Drehbuch zu Liebe mit Risiko - Gigli fertig gestellt hatte, wandte sich Brest an seinen Produktionspartner Casey Silver, mit dem er seit Beginn seiner Karriere eng verbunden ist. "Wir lernten uns bei der Arbeit an Beverly Hills Cop - Vertrau' ihm, er ist ein Cop (1984) kennen", erinnert sich Silver.

"Damals leitete ich die Entwicklungsabteilung von Simpson-Bruckheimer Productions. Im letzten Moment ersetzten wir damals den geplanten Hauptdarsteller Sylvester Stallone mit Eddie Murphy. Marty und ich sahen uns mit dem Umstand konfrontiert, das komplette Material neu entwickeln zu müssen, während uns der Drehstarttermin im Nacken saß.

Als ich dann Produktionschef bei Universal war, drehte Marty Midnight Run - Fünf Tage bis Mitternacht (1988). Später machte er bei Universal auch Der Duft der Frauen (1992) und Rendezvous mit Joe Black (1998). Also arbeiten wir schon seit einiger Zeit zusammen."

Das Team wird zusammengestellt "Ich habe während des Schreibens des Drehbuchs an keinen speziellen Schauspieler gedacht, der Gigli spielen könnte", berichtet Brest. "Wichtig war es mir vor allem, einen Typen zu Papier zu bringen, der in seiner Zeit feststeckt, der es irgendwie verpasst hat, als erwachsen zu werden und Fortschritte zu machen."

Brest sieht Larry Gigli als einen Mann, den die Zeit vergessen hat, als jemanden, der trotz seines guten Aussehens und seines Charmes in der Vergangenheit lebt und deshalb den Kontakt zu seiner Umwelt verloren hat. "Seine Sensibilität stammt aus einem anderen Zeitalter, vielleicht von vor 20 oder 30 Jahren. Das macht die Figur auf der Stelle automatisch irgendwie traurig", sagt Brest.

"Seine Kumpels haben sich weiter entwickelt. Sie haben geheiratet, Familien gegründet. Und Gigli hat immer noch seinen zweifelhaften Job und lebt in seinem tristen Apartment. Irgendwo auf dem Weg hat er den Anschluss verloren. Er steckt fest. Also kompensiert er das, indem er sich in Posen wirft und so tut, als wäre er ein echt harter Typ."

Als er die Figur fertig entwickelt hatte, überlegte Brest, wer die Rolle spielen könnte. "An Ben dachte ich aus einer Reihe von Gründen", erklärt er. "Er hat die körperliche Präsenz, Gigli einschüchternd zu machen. Aber er besitzt auch eine ganz wunderbare Verletzlichkeit. Er hat eine sehr expressionistische Art, bei der gleichzeitig eine gewisse Menge Selbstzweifel zum Vorschein kommt.

Ben versteht die Widersprüchlichkeit der Figur, sein Rowdytum, sein aggressives Auftreten und auch diese andere, ganz und gar sensible Schicht. Es war faszinierend, ihm dabei zuzusehen, wie er diese gegensätzlichen Elemente balancierte. Beide Seiten macht er zu jeder Zeit sichtbar und hält sie mühelos im Gleichgewicht."

Entscheidend für die Entwicklung der Handlung ist die Figur der Ricki, die Gigli während des Auftrags, den Bruder eines Bezirksstaatsanwalts zu entführen, kennen lernt. Ihre Art und ihre Weltsicht könnten in keinem größeren Kontrast zu Gigli stehen. Das rüttelt ihn wach. Sie eröffnet ihm eine völlig neue Welt.

Brest gesteht, dass es ziemlich schwierig war, die richtige Schauspielerin für Ricki zu finden. Sie mußste schön sein, sexy und stark, aber auch unglaublich sanft: "Sie mußste jemand sein, der dir direkt in die Augen blickt und dir ungeschminkt sagt, was sie denkt. Jemand, dem es völlig egal ist, was du von ihr hältst. Und doch ist ihre Art sehr soft und sinnlich. Während ich das sage, wird mir klar, dass ich die ganze Zeit nichts anderes tue, als Jennifer Lopez zu beschreiben."

"Als wir Ben und Jennifer erstmals gemeinsam vor der Kamera erlebten, war uns sofort klar, dass sie diese seltene Qualität besitzen, die man Chemie nennt", sagt Casey Silver.

"Jenseits der verständlichen sexuellen Spannung, die ihre Beziehung bestimmt, geben beide Schauspieler unter Martys sorgfältiger Regie fein akzentuierte Darstellungen" fährt Silver fort. "Bens Larry Gigli ist ein nuancierter Typ, dessen ruppiges Verhalten nur seine wahren Gefühle maskiert.

Jennifers Figur, Ricki, hat ihr eigenes Geheimnis und außerdem eine Cleverness, die es ihr erlaubt, geradewegs durch Larrys harte Schale hindurch zu sehen. Aus dieser Dynamik ergibt sich eine stets wachsende Spannung, die es diesen beiden Figuren zunehmend schwieriger macht, ihr jeweiliges Auftreten aufrecht zu erhalten: Ihre Verteidigung bricht zusammen; eine hoffnungsvolle Zukunft kündigt sich an."

Lopez hatte das Selbstvertrauen und die Präsenz, um Rickis Fähigkeit zu zeigen, "Gigli unmissverständlich wissen zu lassen, dass er mit seinen Einschüchterungen keinen Stich bei ihr macht", sagt Brest. "Und sie lässt ihn wissen, wer er wirklich ist. Sie ist jemand, die einschüchternd sein kann, indem sie einfach cool und vernünftig ist und logisch handelt. Am wichtigsten war es jedoch, dass Ricki in ihrer Darstellung auch noch warmherzig und liebenswert ist."

Rickis Mischung aus Stärke und Schönheit erweist sich als mächtiges Aphrodisiakum für Gigli. "Niemand ist Gigli jemals auf diese Weise nahe getreten. Er verliebt sich Hals über Kopf in Ricki", meint Brest.

Nachdem man sich die Mitwirkung von zwei Stars wie Ben Affleck und Jennifer Lopez sichern konnte, beschlossen Brest und Silver, dass man sich bei der Besetzung der Rolle des entführten Brian nach einem völlig unbekannten Schauspieler umsehen würde.

So sollte die richtige Balance garantiert werden. Newcomer Justin Bartha wurde dementsprechend bei einem öffentlichen Besetzungsaufruf gefunden. "Marty sah seine Aufnahmen und fand, dass er fantastisch ist", denkt Silver zurück. "Die Wandlungsfähigkeit und Authentizität dieser Figur waren von grundlegender Bedeutung dafür, dass die Geschichte funktioniert. Justin bekam das mit großem Elan hin. Er ist eine wahre Entdeckung."

Ausschlaggebend an der Entscheidung für Bartha war, so Martin Brest, "die Qualität seines Schauspiels und die findungsreiche Art, mit der er ständig neue Wege entdeckte, seiner Figur neue Seiten abzugewinnen."

Brest griff auf seine eigene Vergangenheit zurück, um die Figur des Brian auszuarbeiten. Als er noch das College besuchte, jobbte er im Bronx State Hospital, was er lachend "als bestmögliche Vorbereitung für die Arbeit als Filmregisseur" beschreibt: "Und zwar einzig und allein deswegen, weil ich feststellte, dass ich mich eher mit den Patienten als mit den Krankenhausangestellten identifizierte."

Im Bronx State Hospital stellte Brest fasziniert fest, welch eine Vielfalt an krankhaftem Fehlverhalten und Pathologien existiert. "Mir gefällt die Idee, dass eine Figur in irgendeiner Form mit einer wie auch immer gearteten Behinderung zu kämpfen hat. Brian hat irgendwie das Gefühl, dass er etwas verpasst, was Menschen in der wahren Welt genießen - ein unbestimmtes Bedürfnis nach etwas, das er nicht wirklich versteht. Und das lässt sich in Justins Darstellung finden."

Brest wusste, dass er eine starke Schauspielerin für den Part von Giglis übermächtiger Mutter finden mußste - eine kleine, aber sehr wichtige Rolle. Als er zum ersten Mal an Lainie Kazan dachte, hatte er die Befürchtung, sie könne zu perfekt für die Rolle sein. Aber alle Zweifel waren wie weggewischt, als er die unerwarteten Facetten erlebte, die sie der Figur beim Vorsprechtermin entlockte.

"Giglis Mama ist die Art von Mutter, die ihren Sohn auf eine derart gewaltige und ungeschminkt unbefangene Weise liebt, dass es ihm förmlich die Schuhe auszieht", erläutert Brest. "Das ist ziemlich drollig, wenn man miterlebt, wie dieser harte Kerl von seiner Mutter herumkommandiert wird. Die Vorstellung, Ricki miterleben zu lassen, wie Gigli von seiner Mutter behandelt wird, war faszinierend: Sie steckte voller dramatischer und komischer Möglichkeiten."

Die Rolle des New Yorker Mafiachefs Starkman, dessen bloße Anwesenheit die Menschen vor Angst zittern lässt, ging an Al Pacino, der für seine erste Zusammenarbeit mit Martin Brest, Der Duft der Frauen, einen Oscar® erhielt.

"Bei Al kann man sich immer auf eine aufregende, unterhaltsame, theatralische Darstellung verlassen. Doch was seine Leistungen in eine ganz andere Stratosphäre erheben, ist sein Vermögen, dass er uns völlig neue Einblicke in die Natur des Menschen gestattet, wenn er eine Darstellung formt. Für mich ist das die Definition eines großartigen Schauspielers."

Für Ricki und Gigli hängt das Leben davon ab, ob es ihnen gelingt, um Starkmans offensichtlichen Wahnsinn herum zu navigieren. Lopez und Affleck waren dankbar dafür, mit einem Vollprofi wie Pacino arbeiten und täglich Neues von ihm lernen zu können.

"Ich habe viel von Al gelernt. Selbst wenn wir einfach nur die erste Probe gemacht hätten, wäre ich als bessere Schauspielerin aus diesem Film hervorgegangen", betont Jennifer Lopez. "Ich war noch niemals in einem Raum, in dem von einem einzelnen Menschen soviel Kraft ausging. Nach jeder Klappe verkrampfte sich mein Magen. Ich hatte Todesangst, dass er wirkliche Kugeln in seiner Pistole haben könnte. Das war verrückt, aber wunderbar."

Über die Geschichte "Gigli ist ein Mann mit einem Namen, den niemand aussprechen kann. Und das ist nur eine in einer endlosen Abfolge von Peinlichkeiten, der meine Figur ausgesetzt wird", sagt Ben Affleck.

"Grundsätzlich gesagt, lebt er ein Leben, von dem er den Eindruck hat, dass es nicht wirklich das seine ist. Er lebt eine Lüge. Hinter seinen Machoposen versteckt sich ein sehr liebenswerter und unglücklicher Mensch. Die Geschichte sprach mich ganz unmittelbar in einer Weise an, wie das nur ganz selten passiert, wenn ich ein Drehbuch lese.

Sie war ausgesprochen merkwürdig, ungewöhnlich. Sie brach mir das Herz. Was ich nicht erkannte, war die Tatsache, dass das Ganze auch unglaublich komisch sein würde. Das merkte ich erst, als wir einige der Szenen durchspielten. Da wurde mir klar, wie wunderbar der Humor des Stoffes ist."

Affleck ist der Überzeugung, dass Liebe mit Risiko - Gigli viele Regeln konventioneller Filme bricht. Vor allem deshalb war die Arbeit daran für ihn als Schauspieler sehr befreiend: "Wir haben eine Titelfigur, die nicht übermäßig sympathisch ist und dessen Verhalten sich allem widersetzt, was man als akzeptabel erachtet. Die Frau ist kein naives Ding. Gigli fühlt sich von ihr angezogen und ist gleichzeitig eingeschüchtert. Es war aufregend, an einem Film zu arbeiten, bei dem man nicht dem gängigen Regelwerk des menschlichen Verhaltens folgen mußste."

Die "merkwürdige Familiendynamik" der drei Hauptfiguren verändert sich ständig im Verlauf der Handlung. Das machte unter anderem den Reiz beim Spielen aus, meint Affleck: "Als Gigli und Ricki beginnen, diesen geistig etwas zurückgebliebenen Jungen herumzufahren, verhält Gigli sich wie ein Vater gegenüber Brian.

Genauso gibt es Momente, in denen Ricki die Vaterrolle einnimmt - und Gigli die Rolle der Ehefrau. Ständig wird mit unseren Erwartungen gespielt, werden sie auf den Kopf gestellt. Der Film beschäftigt sich mit der Idee, wie Familien entstehen. Und ich bin überzeugt, dass sich das Publikum in einigen Szenen mit diesem Trio wieder erkennen wird."

Lopez' Figur steckt voller Geheimnisse. "Ricki taucht aus dem Nichts auf. Und sie ist unglaublich selbstsicher, wenn es darum geht, ihre Sicht durchzusetzen", sagt Lopez. "Aber dann zitiert sie auch Perlen alter asiatischer Weisheiten. Irgendwie will das alles nicht so recht zusammenpassen."

Wie Gigli entwickelt auch Ricki aufrichtige Gefühle für Brian: "Sie sieht ihn als kleinen Bruder an und will sich um ihn kümmern. Ohne dass sie es bemerken, entwickelt sich zwischen den Dreien eine Familienbande, auch wenn sie ziemlich disfunktional ist."

Doch für diese Zuneigung mußs ein Preis bezahlt werden, wie Lopez betont: "Für Gigli und Ricki ist das zunächst ein Routine-Babysitter-Job. Ich glaube, beide ahnen nicht, dass diese Situation eskalieren wird, bis sie erkennen, dass die Sache eine Nummer zu groß für sie ist - denn sie haben den Bruder des Bundesstaatsanwalts entführt."

Die entscheidende Rolle am Schicksal von Gigli und Ricki spielt der arglose Unschuldige Brian. Brest erklärt: "Brian will nur an diesen Ort in seiner Vorstellung gelangen, in dem das Leben perfekt ist - eine Art halluzinatorischer Zustand, der auf dem basiert, was er jahrelang im Fernsehen gesehen hat.

Er nennt das ,The Baywatch', aber es geht dabei nicht um die Fernsehserie. Im Grunde ist es ein Begriff, der all das zusammenfasst, was ihm im Leben fehlt: Normalität, Sexualität, Attraktivität, Freundschaften mit Frauen. All das vermischt sich in seinem Kopf. Er glaubt, wenn er diesen Ort finden kann, kann er auch ein normales Leben führen und vielleicht sogar eine Freundin haben."

Bartha drückt es folgendermaßen aus: ",The Baywatch' ist Brians Fantasie eines normalen Lebens. Wenn er nur dorthin kommen könnte, kann auch er normal sein."

Der Schauspieler machte Brians Fantasie an ganz alltäglichen Erlebnissen fest. "Brian hat im Verlauf des Films ein Ziel: Er will ,The Baywatch' finden", sagt Bartha. "Daran mußs man immer denken, denn alle Handlungen von Brian werden davon beeinflusst und akzentuiert. Schließlich ist es die Reise selbst, die Brians Leben verändert, und nicht das Ziel."

Diese Reise könnte es ohne Gigli niemals geben. "Brian ist es nicht unbedingt bewusst, dass er entführt wurde. Er sieht einfach nur eine Gelegenheit, dass sich seine lebenslange Fantasie erfüllt. Und Gigli erkennt er als den Typen, der ihm dabei helfen kann. Weder Gigli noch Brian hätten erwartet, dass sie auf dem Weg Freundschaft schließen würden."

Und dann tritt Ricki auf den Plan. Sie bringt Brian völlig aus dem Gleichgewicht. "Anfangs ist er in ihrer Gegenwart sehr zurückhaltend", meint Bartha. "All das ist völlig neu und sehr aufregend für Brian. So eine schöne Frau hat er noch nie gesehen. Aber sie übernimmt sofort eine mütterliche Rolle und beschützt ihn in einer Situation, die überaus feindselig gestimmt ist."

Barthas Darstellung forderte den jungen Schauspieler körperlich und emotional. "Es gibt immer ein sehr körperbetontes Element, das eine wichtige Rolle bei der Schöpfung einer Filmfigur spielt", gibt er zu Protokoll. "Der Schlüssel war es herauszufinden, wer dieser Typ ist, wo er herkommt und was er will. Wenn man das geschafft hat, dann mußs man nicht mehr tun, als sich einfach in der Figur zu verlieren."

Über die Entwicklung seiner Figur sagt Bartha: "Bei meinen Recherchen entdeckte ich eine Gemeinsamkeit bei allen behinderten Menschen, mit denen ich zusammentraf: Sie sind ehrlich, optimistisch und leben für den jeweiligen Moment." Danach meint er: "Ich habe viel im Verlauf dieser Erfahrung gelernt. Jetzt versuche ich einfach nur noch die Reise zu genießen und nicht allzu viel über das Reiseziel nachzudenken."

In gewisser Weise hielt sich Ben Affleck bei der Schöpfung seiner Figur an das gleiche Konzept. "Gigli ist eigentlich ein hoffnungsloser Fall. Aber durch seine Interaktion mit Brian entdeckt er, wer er tatsächlich ist, und er beginnt sein Leben zu leben. Anstatt einfach nur in seiner Existenz festzustecken, lernt er es zu schätzen, dass es in den beinahe unendlichen Möglichkeiten jedes neuen Tages etwas Trauriges und Schönes und Melancholisches und Aufregendes zu entdecken gibt.", sagt Affleck.

"Gleichzeitig wird das Publikum den Humor der Geschichte entdecken können. dass man auch dann noch lächeln kann, wenn man gerade in der Klemme steckt. Und das ist ganz eindeutig etwas, was Marty Brest diesem Film gegeben hat."

Der gemeinsame Nenner "Bei der Arbeit mit Marty habe ich festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen, was unsere Gedankenwelt, unseren Sinn für Humor und unseren Lebensentwurf betrifft", meint Ben Affleck.

"Er gehört zu den Leuten, deren Leidenschaft und Begeisterung für das Filmemachen niemals nachlässt. Er ist ein Künstler und ein Techniker und ein Handwerker. Und seine Entschlossenheit ist stählern. Ich habe noch nie mit jemandem gearbeitet, der von jeder Szene derart viele Einstellungen dreht. Für einen Schauspieler ist das reiner Luxus, denn man erhält damit den nötigen Raum für Experimente. Man kann dahin gehen, wohin man gehen will. Ich glaube, er liebt Schauspieler wirklich. Und ich weiß, dass er Filme liebt."

Lopez fügt hinzu: "Marty kümmert sich rührend um seine Schauspieler. Wenn man mit einem Regisseur arbeitet, der einen mit einem netten Wort oder einer Geste belohnt, ist das unbezahlbar. Und Marty sprang auf und ab, tanzte herum und johlte vor Begeisterung, wenn ein Take ganz besonders gut war.

Wenn man mit einem Regisseur arbeitet, der auch das Drehbuch geschrieben hat, macht das die Dinge einfacher, weil er auch ganz genau weiß, was er gemeint hat, als er die Zeilen verfasste - und das völlig ohne jeden Egoismus. Er war einfach nur daran interessiert, wie man den bestmöglichen Film machen und das beste aus den Schauspielern herausholen könnte."

Lainie Kazan war völlig klar, was ihr an Liebe mit Risiko - Gigli gefiel: "Ich habe das Drehbuch aufrichtig geliebt. Und der tolle Sinn für Humor meiner Figur und ihr Gespür für dramatische Auftritte gefiel mir. Und darf ich übrigens noch sagen, wie sehr ich daran interessiert war, mit Marty Brest arbeiten zu können?

Ich habe für die Rolle tatsächlich vorgesprochen. Marty begann sofort einen Dialog mit mir und war ungeheuer hilfreich. Als wir dann meine Szenen drehten, hatte ich niemals den Eindruck, dass er Kontrolle auf mich ausüben müsste. Es kommt nur sehr selten vor, auf eine derart offene, positive Weise inszeniert zu werden. Auch die Arbeit mit Ben Affleck war wunderbar. Er ist ein ungemein intelligenter und toller Schauspieler. Die gesamte Erfahrung war sehr kreativ und steckte voller Freude."

Lopez erinnert sich: "Jede einzelne Klappe steckt voller Überraschungen, wenn man mit Christopher Walken vor der Kamera steht. Ein Teil seiner Magie rührt wohl daher, dass nicht einmal er selbst genau weiß, was er als Nächstes machen wird. Es gab eine Klappe, bei der er mich zum Lachen brachte - und das war nicht vorgesehen. Er sah das und wollte eigentlich abbrechen, bis er merkte, wie sehr er mich berührt hatte.

Also machte er weiter und machte diesen Moment zu einem magischen Augenblick. Das steckte voll von jener Spontaneität, die sich zwischen Schauspielern entwickeln kann, wenn es ihnen erlaubt wird, einen Moment weiterzuführen, der voller Wahrheit, Echtheit steckt - anstatt etwas genau Ausgearbeitetes endlos zu wiederholen, bis jeder Funke erstickt ist."

"Marty gibt einem Schauspieler viele Gelegenheiten, sein Bestes zu geben", sagt Walken. "Es ist hart, abends nach Hause zu gehen und zu denken: ,Ich wünschte, wir hätten diese eine Extra-Klappe noch durchgezogen, weil wir es anders oder besser hätten machen können.' Bei Marty bin ich jeden Abend nach Hause gegangen und habe gedacht: ,Ich weiß nicht, ob ich gut war, aber ich hatte definitiv die Gelegenheit, mein Bestes zu geben."

Über die Dreharbeiten Bei den Dreharbeiten von Liebe mit Risiko - Gigli wurden mehr als 20 Locations in Los Angeles sowie Bühnen in den historischen Culver Studios genutzt.

Tatsächlich könnte man Los Angeles auch als einen der Co-Stars des Films bezeichnen.

"Ich lebe schon seit langer Zeit in Los Angeles", sagt Martin Brest. "Aber weil ich einer dieser entwurzelten New Yorker bin, die New York über alles lieben, habe ich die meisten meiner Filme dort angesiedelt. Bevor ich mit der Arbeit an Liebe mit Risiko - Gigli begann, merkte ich, dass ich Los Angeles auf eine Weise zu entdecken begann, wie ich das noch nie zuvor versucht hatte.

Vor allem Downtown L.A. zog mich an, eine Gegend, die Menschen aus der Filmindustrie nur höchst selten besuchen. Mehr und mehr faszinierte mich die Tatsache, dass sich inmitten der Stadt, in der ich lebe, eine weitere, völlig andere Stadt mit einer gänzlich eigenen Ästhetik findet."

Vor allem die klapprige Qualität von Downtown L.A. hatte es dem Filmemacher angetan: "Ich finde, der Anblick eines Viertels im reparaturbedürftigen Zustand und seine fast unbedeutende Architektur hat etwas Reizvolles. Ich wollte eine ganz eigenartige Persönlichkeit der Stadt ins Licht rücken, eine einzigartig kurzlebige, depressive Seite."

Der wichtigste Schauplatz des Films ist Giglis Apartment. Das Gebäude, auf dem das Filmset basiert, findet sich in Hollywood, wo man die Außenszenen drehte. Die Verantwortung für das Innere lag in den Händen von Ausstatter Gary Frutkoff und seinem Team.

"Gary war der Designer von Out of Sight, ein Film, an dem ich beteiligt war, als ich bei Universal arbeitete", erklärt Casey Silver. "Ich dachte, er könne dieses etwas unheimliche Gefühl, das Los Angeles in vielen Menschen auslöst, diese unverkennbare und leere Einsamkeit einfangen."

Beim ersten Sondierungsgespräch mit Brest erkannte Frutkoff, dass seine Hauptaugenmerk auf Giglis Wohnung liegen würde. Das Drehbuch legte fest, dass etwa 45 Minuten der Handlung ausschließlich in dieser einen Location stattfinden sollten. Die Gestaltung dessen, was man durch die Fenster eines auf einer Bühne errichteten Sets sieht, ist stets eines der drängendsten Anliegen eines Ausstatters.

So genannte "Translights", zu riesigen Dimensionen aufgeblasene Fotoabzüge, die in den meisten Fällen zum Einsatz kommen, waren zu eindimensional und durchschaubar für einen derart langen Dreh. Rückprojektionen oder Computereffekte wirken zwar lebendiger, wären aber zu teuer geworden. Die Lösung fand sich, als Location-Manager Ken Lavet dem Regisseur und Frutkoff Fotos eines Wohngebäudes in Hollywood aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zeigte.

Der Hof aus Zement, der Pool und die dazu gehörigen Palmen wurden von einem Licht eingefangen, dass an das harte südkalifornische Licht erinnert, wie man es in den Fotomontagen von David Hockney findet. Der Hof und sein Pool sollten zur Schablone für die Arbeit der Ausstattungsabteilung werden.

Dann erhielten Frutkoffs Setdekorateurin Maggie Martin und ihre Crew den schwierigen Auftrag, diese Umgebung mit schierem Minimalismus aufzupeppen. "Gigli liest nicht, also gibt es keine Bücher", berichtet Brest. "Man konnte nichts an die Wände hängen, denn Gigli hat kein Kunstverständnis. Jeden Tag machten sie neue Vorschläge, und jedes Mal verneinte ich: ,Nein, das geht nicht, das kann man nicht in die Wohnung stellen.'

Es ist wesentlich einfacher, ein Set mit vielen Dingen auszustatten, als ein Set mit wenigen Dingen reizvoll zu gestalten. Aber sie haben großartige Arbeit geleistet. Eines meiner liebsten subtilen Details ist eine kleine Trennmauer zwischen dem Esszimmer und dem Wohnzimmer. Man sieht sie eigentlich in jeder einzelnen Einstellung.

Wir hatten lange Diskussionen, ob wir ein gerahmtes Foto draufstellen sollten. Am Schluss fanden wir, dass es am besten wäre, wenn die Mauer leer bliebe. Jetzt sieht man da nur noch einen Nagel, der übermalt wurde, als hätte einst etwas daran gehangen. Für mich fing dieses kleine Detail die Atmosphäre perfekt ein."

Frutkoff erinnert sich: "Dies ist eine Geschichte, die von den Figuren angetrieben wird. Das spricht mich immer an. Sie hatte gute Dialoge und Herz. Aber ich mußste mir die Frage stellen: ,Wenn dies die Geschichte eines Typen ist, der keinen Sinn für Ästhetik und kein Interesse an Besitzgütern hat - wie gestalten wir das dann interessant?'

Dann unternahmen Marty und ich eine kleine Fahrt durch Los Angeles. Wir gingen vom Sunset Strip aus und zogen von dort aus unsere Kreise, weil das in etwa die sozio-ökonomische Gegend ist, in der sich Gigli aufhalten würde. Wir fuhren durch ein Viertel, das uns sehr dramatisch erschien, weil es sich weit oben in den Hügeln befand. Das ist immer besser, als in flachen Gegenden zu drehen."

Während ihrer Los-Angeles-Expedition entdeckten Frutkoff und Brest außerdem einen Impala Supersport, Baujahr 1967, der vor einer Garage geparkt war. "Wir waren sofort einer Meinung, dass es sich dabei um genau die Art von Auto handelte, wie es Gigli fahren würde", merkt Frutkoff an.

"Daraus ergab sich ein Gespräch über ein Retro-Element, das der Geschichte gut zu Gesicht stand. Die Nachbarschaft, die wir uns ansahen, hatte eine eindringliche 50er- und 60er-Jahre-Atmosphäre. Das Auto war ein guter Anhaltspunkt, wonach wir zu suchen hätten. Giglis Garderobe leitet sich davon genauso ab wie die anderen Umgebungen und Locations. Wir wollten, dass sich der Film anfühlt, als wäre er in Gefahr, in einen Historienfilm abzurutschen."

Weitere spezifische Elemente der Ton- und Farbpalette wurden im Verlauf der Produktionsvorbereitungen hinzugefügt. Frutkoff erläutert: "Wir suchten beispielsweise nach speziellen Drehorten. Da gab es etwa einen Taco-Imbiss mit einer wunderschönen Palette von Pink und Aqua, sehr Latino. Außerdem gab es da eine Wandmalerei, die exakt dem entsprach, was Marty sich vorgestellt hatte."

Das für den Dreh alles entscheidende Innere des Apartments wurde auf einer Bühne errichtet und enthielt auch einen 20 Meter breiten und etwa 35 Meter langen Innenhof inklusive Swimming Pool und Whirlpool. Dazu wurde auf der gegenüberliegenden Seite eine zweistöckige Front mit zwölf bis 15 Wohnungen und dazu passenden Palmen und Pflanzen errichtet.

Brests Absicht war es, "einen Mangel an richtigem Leben" anzudeuten, wie er sagt: "Es sollte aussehen wie das erste Apartment eines um Erfolg ringenden Schauspielers. Lustigerweise sagte jeder Schauspieler, der das Set besuchte: ,Mann, in so einer Wohnung habe ich einmal gelebt.'"

Rein ästhetisch sollte das Innere der Wohnung den inneren Kampf Giglis ausdrücken, ganz als würde er denken: "Wie zum Teufel bin ich hier nur reingeraten, und was mache ich eigentlich hier?' Dieser Effekt wurde durch den sorgfältigen Einsatz kleinster Details erzielt. So hatte beispielsweise eine der Steckdosen einen Brandfleck, als ob es dort einen Kurzschluss gegeben hätte. Gleichermaßen wurden ein paar Zigaretten auf einer Kommode ausgedrückt. Danach übermalte man die dabei entstandenen Flecken notdürftig.

"Das sind Dinge, auf die man normalerweise niemals achtet", sagt Frutkoff. "Aber weil wir uns so lange in der Wohnung aufhalten, fallen sie dem Zuschauer womöglich auf und tragen damit auch zur Geschichte bei."

Der von Brest ausgewählte Kameramann war Robert Elswit, der Los Angeles bereits in seinen Arbeiten für Paul Thomas Anderson, Boogie Nights (1997), Magnolia (1999) und Punch-Drunk Love (2002), auf einzigartige Weise eingefangen hatte.

"Ganz besonders gefiel mir, was er in Magnolia gemacht hatte", gesteht Brest. "Es ist eine vertrackte Sache, einen Film visuell interessant zu gestalten, wenn es in erster Linie um drei Figuren an unauffälligen Orten geht. Aber Bob hat ein untrügliches Gespür dafür, die Darsteller in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig visuelle Akzente zu setzen."

"Marty und ich haben lange Zeit über den Look des Films gesprochen", erklärt Elswit. "Die Ausleuchtung eines Films hängt normalerweise vom Drehbuch ab und wird dann noch einmal durch die Vision des Regisseurs gefiltert. Marty geht an das Ausleuchtungsdesign ganz klassisch ran und hat einen wunderbaren Sinn für die Bebilderung seiner Filme.

Ganz selten weicht er vom Einsatz von vielleicht drei oder vier Objektiven ab. Er wiederholt die gleiche Abfolge von Nahaufnahmen und Halbtotalen. Er verwendet einen ganz klassischen Stil hinischtlich der filmischen Szenengestaltung und Bildergrößen, die an die goldene Ära des Hollywoodkinos erinnert."

Der Ausleuchtungsstil von Liebe mit Risiko - Gigli ist naturalistisch. Elswit fährt fort: "Alles hing von dem Feeling ab, das das Sonnenlicht, das in Giglis Apartment fällt, weckt, welche Figur davon umspielt wird und wo das geschieht. Ohne Frage ist das expressivste Element in einem Film und allen anderen visuellen Künsten der Einsatz von Licht und Schatten. Das ist wichtiger als Design, wichtiger als Farbe. Es geht immer nur ums Licht. Licht steht sinnbildlich immer für ein Mehr an Wissen, Verständnis, Erkenntnis."

In Liebe mit Risiko - Gigli habe man die Ausleuchtung auf jede einzelne Figur perfekt abgestimmt, sagt Elswit. Da Brian genau "für diese Zunahme an Wissen, Verständnis, Erkenntnis steht, wurde er entsprechend ausgeleuchtet, um das zu unterstreichen."

Weil das Innere von Giglis Wohnung in einer Studiohalle errichtet worden war, hatte Elswit absolute Kontrolle über den Einsatz des von Außen einfallenden Lichts. Dennoch war es alles andere als einfach, das richtige Gefühl für Sonnenlicht und entsprechende Schatten zu erzielen, wie der Kameramann berichtet: "Man darf das Set nicht zu sehr mit Licht überfluten.

Und man braucht viele einzelne Lichtquellen, um einen einzelnen Schatten in verschiedenen Teilen eines Gebäudes zu werfen. Wir hatten das große Glück, vor Beginn der Dreharbeiten in jedem einzelnen Raum Kameratests machen zu können. Also wussten wir, wie das Licht in den verschiedenen Räumen zu den entsprechenden Tageszeiten aussehen mußste."

Bei den Außenaufnahmen war die Ausleuchtung nicht so leicht unter Kontrolle zu bringen. Das trifft vor allem auf die Szenen zu, in denen der Film den Protagonisten beim Fahren in Giglis Cabrio folgt. "Ich habe tatsächlich weniger die Schauspieler ausgeleuchtet, als vielmehr das Sonnenlicht unterstützt. Alle möglichen Variablen mußsten dabei in Betracht gezogen werden: wo wir mit dem Auto fuhren, in welche Richtung, auf welchen Straßen und zu welcher Tageszeit."

Kostümdesigner Michael Kaplan, der mit David Fincher an einigen Filmen, zuletzt Panic Room (2002) gearbeitet hat, wurde von Brest ausgewählt, weil "ich dachte, dass das, was Michael in Fight Club (1999) geleistet hat, der frischeste, mutigste, kreativste und originellste Ansatz in Sachen Kostümdesign war, den ich seit Jahren gesehen habe".

Im Verlauf der Diskussionen mit Brest, so erklärt Kaplan, habe er begonnen, ein immer vollständigeres Bild vom Kleidungsstil der Figuren zu bekommen: "Ich versuche, die Kostüme von innen nach außen zu entwerfen. Die Figuren sollen nicht einfach attraktive Klamotten tragen. Tatsächlich sind viele der Klamotten bisweilen überhaupt nicht attraktiv.

Die Kleidung soll dem Zuschauer immer eine gewisse Information über die einzelne Figur vermitteln. So kann man vielleicht ablesen, wie viel Geld sie verdienen, ob sie schöngeistig oder womöglich wohlhabend sind. Diese Art von Information soll durch die Garderobe vermittelt werden."

Die richtige Kleidung, so Kaplan weiter, trage nicht nur dazu bei, die Vision des Regisseurs zu unterstützen, sie könnte den Schauspielern auch dabei helfen, sich leichter in die darzustellenden Figuren hinein zu fühlen: "Ich wollte Ben nicht wie ein wandelndes Mafioso-Klischee aussehen lassen.

Er sollte ein bisschen formell wirken, wenn er seine Chefs oder die Leute, die ihm Aufträge geben, trifft. Für mich hieß das: Er trägt Sportjacken oder vielleicht ein Sakko. Ein Anzug wiederum erschien mir die falsche Wahl zu sein. Ich wollte ihn jünger und cooler als das wirken lassen. Also verpassten wir ihm eine Lederjacke, die wie ein Sakko geschnitten war, und kombinierten unterschiedliche Stilelemente."

Weil sich die Geschichte in nur wenigen Tagen abspielt, verändert Gigli sein Äußeres nicht übermäßig. "Jedes Kostüm mußste also wie die Faust aufs Auge passen", sagt der Kostümdesigner. "Was die Farbpalette seiner Kleidung angeht, entschied ich mich für Schwarz und Burgunder. Weil die Geschichte in Los Angeles spielt, also einer Stadt mit warmen Klima, steckte ich ihn in tropische, lässige Hemden, die ein leichtes Retro-Feeling signalisierten. Ich fand interessant, dass ich mich ständig an die Menschen erinnert fühlte, die ich gesehen habe, als ich in den 60er Jahren im Süden von Philadelphia aufwuchs."

Wie Gigli schwimmt auch Ricki nicht gerade in Geld. Trotzdem wollte Kaplan, dass sie ihren eigenen Stil hat. Wie er es einst bereits mit Jennifer Beals in Flashdance (1983) gemacht hatte, entwarf er ein stilisiertes T-Shirt für Ricki, das ihre Persönlichkeit und Individualität unterstrich.

Dabei arbeitete er eng mit Jennifer Lopez zusammen: "Jennifers Wissen über ihren Körper und darüber was ihr gut steht, waren eine große Hilfe für mich. Sie war unglaublich offen für Vorschläge, auch wenn sie nicht überzeugt war, dass sie bei ihr funktionieren würden."

Die Figur des Brian stellte Kaplan vor ein Dilemma. Weil er behindert ist und im Verlauf des Films nur ein einziges Outfit trägt, sollte sich der geistige Zustand Brians auf keinen Fall in seiner Kleidung widerspiegeln. Also versuchte er, einen Mittelweg zu finden - mit einem Outfit, "dessen Einzelteile nicht richtig gut zusammenpassen, aber auch nicht frontal aufeinanderprallen. Es gab einige Elemente, die ich erreichen wollte: eine gewisse kindliche Qualität, aber auch etwas, das sich im Verlauf des Filmes ändert, obwohl er eigentlich nur dieses eine Outfit trägt."

Da der Großteil des Films im Winter gedreht wurde, legte Kaplan das Kostüm Barthas in mehreren Lagen an. Das eröffnete ihm auch die Möglichkeit, den Look ein bisschen zu variieren, weil Brian, je nachdem, ob er sich im Inneren oder Draußen aufhält, einzelne Kleidungsteile ab- oder anlegt.

"Wenn Brian in der Öffentlichkeit ist und Gigli ihn zu verstecken versucht, kleideten wir ihn in einer Lederjacke und setzten ihm eine Wollmütze auf. Dann sieht er aus wie ein junger, angesagter Rapmusiker. Und mit dieser Verkleidung verändert sich auch das Auftreten Brians."

Kaplan reiste nach New York, um mit Al Pacino über dessen Garderobe zu sprechen. Gemeinsam schränkten sie die Auswahl auf drei Kostüme ein, aus denen Brest auswählen konnte. Pacino, der ein besonders geschultes Auge für Details hat, hatte ein instinktives Verständnis, was für seine Figur funktionieren würde, erinnert sich Kaplan: "Starkman ist ein imponierender Typ. Wenn man Al in Person trifft, wirkt er nicht allzu imponierend - bis er anfängt, in seiner Rolle zu agieren. Dann wird er zu dem, was er werden will."

Szenenfoto
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