Luther

Ausführlicher Inhalt

Der junge Martin Luther wird von einem gewaltigen Unwetter überrascht und entgeht nur knapp dem Tode. Unter dem Eindruck dieses "vom Himmel gesandten Schrecken" gibt er sein Studium der Rechte auf und zieht sich in ein Augustiner-Kloster zurück. Er fastet, betet und beichtet bis zur völligen Erschöpfung, auf der verzweifelten Suche nach einem gnädigen Gott, - einem Gott, den er lieben kann und der ihn liebt.

Um Luther von seinen Anfechtungen zu erlösen, schickt ihn sein Mentor, der General-Vikar des Ordens, Johann von Staupitz, zunächst nach Rom und später zum Theologiestudium nach Wittenberg. Durch seine Pfarrtätigkeit in der Gemeinde und durch intensives Bibelstudium versteht er schließlich die wahre Natur Gottes und findet geistigen Frieden.

Zur ersten Auseinandersetzung zwischen Luther und der Kirche kommt es, als Papst Leo X. beschließt, den Neubau des Petersdoms in Rom durch Ablassbriefe zu finanzieren. Der Kauf dieser Ablassbriefe garantiert gottesfürchtigen Christen die Vergebung ihrer Sünden und einen sicheren Platz im Himmel. Luther ruft zur akademischen Disputation über diese zweifelhaften Praktiken auf. In 95 Thesen, die er an die Kirchentür zu Wittenberg nagelt, fordert er Rom auf, den Ablasshandel zu unterbinden.

Rom verlangt den Widerruf der Thesen, doch Luther bleibt standhaft. Von Papst Leo X. exkommuniziert, mußs sich Luther auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V., dem mächtigsten Herrscher der Welt, verantworten. Doch auch hier ist Luther nur bereit zu widerrufen, falls man ihm anhand der Bibel nachweist, dass er im Unrecht ist. Luther wird zum Ketzer erklärt. Von nun an ist er vogelfrei.

Während seiner Rückreise nach Wittenberg lässt Friedrich der Weise ihn in Schutzhaft nehmen und auf die Wartburg entführen. Hier übersetzt Luther das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche, damit auch einfache Menschen das Wort Gottes lesen und verstehen können.

Luthers Lehren finden immer mehr Anhänger. Doch der Preis dafür ist hoch: Sein spiritueller Kampf schlägt in Aufruhr um. In Wittenberg zerstören die Bauern mit Karlstadt, Luthers ehemaligem Professor, an der Spitze Heiligenbilder und setzen die Kirche in Flammen. Als Junker Jörg verkleidet kehrt Luther in die Stadt zurück und beendet das schändliche Treiben.

Doch außerhalb von Sachsen kommen die Bauernaufstände nicht zur Ruhe. Von Luther zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung ermutigt, geben die deutschen Landesherren eine entschlossene Antwort: Hunderttausend Bauern werden niedergemetzelt. Als er mit eigenen Augen sehen mußs, was seine Lehren angerichtet haben, fällt Luther in tiefe Verzweiflung.

In dieser wohl dunkelsten Stunde seines Lebens begegnet er Katharina von Bora, die mit acht ihrer Ordensschwestern aus dem Kloster Nimbschen nach Wittenberg geflohen ist. Bei der beherzten, so viel jüngeren "Käthe" findet er Trost und Beistand. Sie überzeugt ihn, mit ihr in den Stand der Ehe zu treten. In ihrer Hochzeitsnacht werden sie dramatisch an die Todesgefahr erinnert, in der all jene schweben, die sich gegen Kirche und Staat auflehnen.

Luther erreicht die Nachricht, dass Kaiser Karl V. die deutschen Landesherren nach Augsburg berufen hat, um sie dort zur Abkehr von seinen Lehren zu zwingen. Katharina fleht Luther an, nicht nach Augsburg zu reisen, da ihm außerhalb Sachsens der sichere Tod droht. Doch Luther will und kann nicht aufgeben. Während eines geheimen Treffens in Coburg beschwört er die Landesherren, ihrem Glauben treu zu bleiben: Geben sie sich geschlagen, ist seine Reformation zum Scheitern verurteilt.

Während Luther und Katharina in Wittenberg auf Nachrichten aus Augsburg warten, bieten die Landesherren Kaiser Karl V. auf dem Reichstag mutig die Stirn: Bevor sie ihren Glauben und Gottes Wort verleugnen oder Luthers Lehren abschwören, lassen sie sich eher den Kopf abschlagen.

Melanchthon überreicht dem Kaiser das Glaubensbekenntnis der Protestanten, das zum ersten Mal öffentlich verlesen wird.

Von nun an ist die Reformation nicht mehr aufzuhalten ...

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Dirk Jasper FilmLexikon

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