Mona Lisas Lächeln

Produktionsnotizen

Eine inspirierende Generation Vor einigen Jahren lasen die Drehbuch-Partner Lawrence Konner und Mark Rosenthal (Jewel of the Nile (Die Jagd nach dem Juwel vom Nil, 1985), Planet of the Apes (Planet der Affen, 2001)) einen Artikel über Hillary Rodham Clintons Jahre am Wellesley-College in den 60er Jahren.

"In den 60ern war Wellesleys Lehrplan bereits modernisiert und die Studentinnen nutzten die neuen Möglichkeiten, die sich ihnen boten", berichtet Rosenthal. "Aber wir fragten uns, wie es der vorigen Generation gegangen war, den Frauen, denen das Vokabular des Feminismus noch nicht auf dem Silbertablett serviert worden war."

Von dieser vorangegangenen Generation erfuhren die Autoren, dass deren Lehrplan noch ganz anders aussah. "Morgens lernten die Mädchen französische Literatur und am Nachmittag, wie man dem Boss des Ehegatten richtig den Tee serviert", so Konner.

Konner und Rosenthal starteten weit reichende Recherchen über Mädchen-Colleges in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie fanden heraus, dass selbst die fortschrittlichsten Unterrichtsinstitutionen von den konservativen Strömungen nicht ausgenommen waren, die über die Nation mit den Umwälzungen durch den Krieg kamen. Frauen übernahmen während des Kriegs körperlich fordernde Arbeiten, während ihre Ehemänner, Väter und Brüder an die Fronten zogen, um das Land zu verteidigen, und gezwungen waren, ihre Berufe aufzugeben, anstatt in der Heimat ihre Familien zu ernähren.

Konner und Rosenthal besuchten schließlich Wellesley, das als eines der akademisch rigorosesten und prestigeträchtigsten reinen Frauen-Colleges angesehen war und im Allgemeinen mit den "Seven Sisters" verbunden wird: neben Rodham-Clinton sind dies die Ehemaligen Madeleine Albright, Diane Sawyer, Ali McGraw, Cokie Roberts und Madame Chiang Kai-shek.

In der Wellesley-Bibliothek gruben Rosenthal und Konner ein Foto aus einer 1956 erschienenen Ausgabe der "Wellesley News" aus, welches das Dilemma der Frauen dieser Ära aufzeigte. Es war ein Schnappschuss einer jungen Frau mit adrettem Kleid und Perlenkette mit einer Bratpfanne in der einen Hand und einem Buch in der anderen. "Die Überschrift lautete in etwa: ,Untersuchungen haben ergeben: Verheiratete Frauen sind die besten Studentinnen'", lacht Rosenthal. "Was für eine merkwürdige Botschaft. Auf der einen Seite behauptet die Schule von sich, dass ihre akademischen Standards für Frauen mit denen von Institutionen für Männer, wie Harvard, gleichzusetzen wären. Aber auf der anderen Seite steht ein PS: ,Die Hand einer Frau ist immer noch dazu da, einem Mann versprochen zu werden.'"

Der dramatischen Spannung, die sich aus dem ergab, was von Frauen dieser Ära erwartet wurde, und deren eigenen Träumen und Sehnsüchten, die unter der Oberfläche durchschienen, konnten Konner und Rosenthal nicht widerstehen. Das Wellesley-College insbesondere zur Zeit der Eisenhower-Ära, als die ersten Funken dessen aufblitzten, was später als feministische Revolution bekannt wurde, bot den perfekten Hintergrund für einen Film über diese Thematik. Den Fokus richteten sie auf die Geschichte von Katherine Watson, einer jungen Frau, die nach Wellesley kommt und idealistische Ansichten darüber vertritt, was es bedeutet, die smartesten Frauen Amerikas zu unterrichten.

"Wir waren immer fasziniert von der Haltung von jemandem, der seiner Zeit voraus ist. Katherine entsprach genau unserer Vorstellung von einer solchen Heldin", fasst Rosenthal zusammen.

Katherine selbst hat einen bescheidenen Hintergrund und besuchte die fortschrittliche UCLA. "Vor knapp 50 Jahren galt New England noch immer als Überbleibsel der Alten Welt, während Kalifornien wirklich die Neue Welt darstellte", so Konner. "Also dachten wir uns, dass dies der perfekte Ort für Katherine wäre, die einerseits mit weniger rigiden Klassenunterscheidungen und andererseits weitaus freizügigeren sozialen Ansichten aufgewachsen ist."

Der Titel MONA LISAS LÄCHELN rührt von der Tatsache, dass Katherine Kunstgeschichte unterrichtet und Leonardos Meisterwerk eines der faszinierendsten - und rätselhaftesten - Gemälde ist, die je geschaffen wurden. Wie eine der Figuren im Film über das legendäre Lächeln der Gioconda bemerkt: "Aber ist sie wirklich glücklich?"

"Thematisch gesehen ist dies wirklich der Kern des Films. Es geht darum, was wir an der Oberfläche sehen - der Oberfläche der Gesellschaft, in der diese Frauen leben - und was darunter wirklich vor sich geht", erklärt Rosenthal. "Alle Figuren zeigen ihre Fassade, aber sobald wir glauben, diese erfasst zu haben, überraschen uns die Mädchen, auch Katherine selbst."

Er fährt fort: "Wir denken, dass die Mona Lisa als weibliche Ikone funktioniert. Die meisten Menschen kichern, wenn sie sie sehen. Sie wissen, dass sie sehr teuer und wertvoll ist und eher etwas darstellt, was man besitzt, aber nicht versteht. Und das ist genau das, wovor Katherine ihre Studentinnen zu warnen versucht - sich in ein ,hübsches, wertvolles Objekt', ein teures Besitzstück am Arm von irgendeinem Unternehmensleiter zu verwandeln."

Die Besten und die Klügsten Für die Besetzung der Katherine suchten die Autoren nach einer Darstellerin, die charismatisch, smart und verletzlich zugleich wirkte. "Wir dachten an eine der besten Schauspielerinnen unserer Zeit", berichtet Konner. Nämlich: "Julia Roberts, die sowohl über die Intelligenz als auch den Mut verfügt, die die Rolle verlangt."

Die Autoren trugen die Story von MONA LISAS LÄCHELN Deborah Schindler, Präsidentin von Julia Roberts' Red Om Films, und deren Partnerin Elaine Goldsmith-Thomas von Revolution Studios (die Roberts zuvor vertrat, als sie noch Agentin bei ICM war) vor.

"Da ich nun schon seit 15 Jahren mit Julia Roberts zusammenarbeite, dachte ich, dass ich schon jede gute Idee gehört hätte. Aber diese war wirklich besonders", schwärmt Thomas. "Ich bin fasziniert von den frühen 50ern und davon, wie sich das Land nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte. Der Krieg war das erste Ereignis in der Geschichte, bei dem Frauen gestattet wurde, Männerjobs auszuüben. Sie legten ihre Korsetts ab und übernahmen die Fabriken. Dann, nach dem Krieg, zogen sie sie wieder an und schlüpften zurück in ihre klar definierten Rollen als Hausfrauen, die ihre Ehemänner unterstützen und die Kinder großziehen. An der Oberfläche schien alles gut. Doch darunter bildete sich die Saat für eine neue Generation."

"Katherine Watson ist ein gutes Beispiel für eine Frau, die zwischen dem Krieg und den daraus resultierenden Veränderungen gefangen ist", fährt Thomas fort. "Als sie ihre Optionen prüft, realisiert Katherine, dass sie mehr tun kann. Es ist diese Erkenntnis, die sie dazu inspiriert, diese jungen Frauen zu unterrichten. Sie glaubt, wenn irgendjemand eine Veränderung in der Welt bewirken kann, dann sei sie das."

Im folgenden Jahr arbeiteten Thomas und Schindler eng mit Konner und Rosenthal zusammen, um das Drehbuch für MONA LISAS LÄCHELN zu entwickeln. "Elaine war unsere Führerin", beschreibt Konner die Zusammenarbeit. "Ohne ihren Enthusiasmus, Input und ihre Unterstützung wäre dieser Film nie möglich gewesen."

"Wir lagen sofort auf einer Wellenlänge", bestätigt Rosenthal. "Sie hatte sofort Verständnis dafür, was wir auszudrücken versuchten, und dadurch folgt der Film durchgehend seinem Thema."

"Joe Roth, Geschäftsführer von Revolution Studios, erkannte gleich das Potenzial der Story", so Thomas. "Ich denke, als er die Idee hörte, war ihm klar, was daraus werden könnte. Das Großartige an Joe ist, dass er dich einfach ins kalte Wasser springen lässt. Und wenn du Hilfe brauchst, ist er da. Ansonsten zieht er es vor, dich selbst schwimmen zu lassen."

An der Spitze der Wunschliste potenzieller Regisseure für MONA LISAS LÄCHELN stand der Brite Mike Newell, der in den vergangenen Jahren mit einer weit gefächerten Bandbreite von Stoffen Feingefühl und Vielseitigkeit bewiesen hat: von dem hart realistischen Drama Donnie Brasco (Donnie Brasco, 1997) zu dem wunderbar romantischen und komischen Four Weddings and a Funeral (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, 1994). "Das wirklich Besondere an Mikes Filmen ist diese frische, unorthodoxe Annäherung an die Charaktere. Alle Figuren in seinen Filmen sind interessant, einzigartig und komplex", erklärt Thomas. "Selbst in seinen Komödien gibt es keine starren Rollen. Sie sind alle in höchstem Maße individuell."

Newell war begeistert vom Umgang der Geschichte mit einer Zeit und einem Ort, an dem Rebellion und Individualität missbilligt werden, obwohl die Zeichen der Veränderungen bereits Wurzeln schlagen. "Die Story setzt sich damit auseinander, was Frauen mit ihrem Leben anfangen und nicht anfangen sollten. Vieles davon wurde in der Öffentlichkeit vorher nie thematisiert", findet er. "Sobald dieses Thema angeschnitten wurde, war klar, dass es irgendwann zu einem erdbebenartigen sozialen Wandel führen würde. Ich wollte den Moment zeigen, an dem die Veränderung beginnt."

Newell ist ebenfalls der Meinung, dass Roberts die perfekte Wahl für Katherine Watson war, weil "sie eine vertraute Verbindung zum Publikum hat. Sie ist sich sehr bewusst, dass die Zuschauer sie kennen und sie mögen. Ich wusste, es wäre interessant für sie, eine Rolle wie die der Katherine zu übernehmen, einer Lehrerin und einer Frau, die ihr eigenes Leben reflektiert."

Roberts unterschrieb das Projekt, kurz nachdem Newell engagiert worden war. Sie war ein großer Fan seiner Arbeit, insbesondere von Four Weddings and a Funeral und einer weiteren Romanze, Enchanted April (Verzauberter April, 1992). Abgesehen von ihrer Begeisterung darüber, dass Katherine Lehrerin war, sah Roberts sie auch als jemanden, der außerhalb des verknöcherten Wellesley der 50er steht. "Für die 50er waren Katherines Ideen ihrer Zeit weit voraus", sagt Roberts, die in Erwägung gezogen hatte, Lehrerin zu werden, bevor sie ins Schauspielfach wechselte. "Und sie verkörpert perfekt die Art von Lehrerin, die Individualität fördert, damit sich persönliche Stärken entfalten können."

Obwohl ihre Studentinnen sie auf den ersten Blick als alternde Jungfer betrachteten, da sie über dreißig und unverheiratet sei, fühle sich Katherine wohl mit ihrer Entscheidung, meint Roberts, was einige der jungen Frauen einschüchternd und andere ermutigend fänden. "Das ist das, was an dieser Zeit so faszinierend ist", erklärt sie. "dass man sich geradewegs an der Schwelle zur Revolution und des Lautwerdens der weiblichen Stimme in der Gesellschaft befindet."

Die Art, wie der Film die Rolle der Frau beschreibt, sei maßgeblich auch für die Gegenwart - und nicht nur für Frauen, führt Roberts aus. "In seinem Herzen geht es dem Film um den Kampf des Individuums - des männlichen wie weiblichen. Jeder sucht nach seinem eigenen Platz im Leben, an dem er am besten aufgehoben ist und am meisten ausrichten kann."

Abgesehen von der Hauptfigur Katherine schmückt sich MONA LISAS LÄCHELN mit weiteren begehrten Rollen für junge Schauspielerinnen. "Man findet selten so viele gute Parts für Frauen in einem Film, insbesondere für junge Frauen", stellt Newell fest. "Jede dieser Rollen war ein Juwel. Sie beinhalteten Komödie, Kampf und sogar größte Traurigkeit. Und alle sind miteinander verknüpft zu einem wunderbaren Stoff, der die gesamte Palette von Weiblichkeit in dieser Ära einfängt."

Um ein umfassendes Bild dieser Zeit zeichnen zu können, interviewten Konner und Rosenthal ehemalige Studentinnen, die bedeutende Karrieren gemacht haben, sowie Frauen, die ihre akademische Karriere abbrachen, um zu heiraten. Sie nahmen die Wellesley-Archive genau unter die Lupe. In einer Publikation fanden sie Fotos von jungen Studentinnen, die sie so beeindruckten, dass sie Kopien dieser Porträts machten und sie zur kreativen Inspiration während des Schreibprozesses an die Wand pinnten. "Wir haben zu jedem Foto Geschichten erfunden", erinnert sich Rosenthal, "wie zum Beispiel von Betty Warren (Dunst), der Redakteurin der Schülerzeitung, die die Schule verlässt, um zu heiraten, und damit den ersten Schritt in das perfekte Leben macht, das ihr ihre Mutter versprochen hat."

Als Tochter einer Wellesley-Ehemaligen ist sie genauso in ihr College-Leben wie in ihr Leben als Tochter eingebunden und betrachtet Katherines Herausforderung des Status quo der Universität beinahe als persönlichen Affront. "Zu Beginn ist Betty eine Zicke und einfach schrecklich und herablassend gegenüber jedem", erklärt Newell. "Dann triffst du ihre Mutter, eine fabelhafte und furchterregende Frau, und du erkennst, warum Betty so geworden ist. Nach und nach machen sich Risse in Bettys Fassade bemerkbar und schließlich zerbröckelt ihr gesamtes Äußeres. Es ist eine wundervolle und völlig glaubwürdige Verwandlung."

Kirsten Dunst, die mit 20 Jahren im selben Alter wie Betty war, als sie die Rolle übernahm, zählt bereits zu den Veteranen in Hollywood: als Star von Filmen wie zum Beispiel dem Columbia-Pictures-Blockbuster Spider-Man (2002) und dessen heiß erwartetem Sequel.

"Betty war die Art von Rolle, die ich noch nie zuvor gespielt hatte", erzählt Dunst. "Es war ein so großer Spaß, die Zicke zu sein. Betty ist so verklemmt, so engstirnig. Sie stellt nichts in Frage. Und sobald sie jemand herausfordert, macht sie ihn auf der Stelle nieder."

Was Dunst wirklich anzog, war die Vielschichtigkeit der Figur. "Sie ist gemein zu den Menschen, besonders zu Katherine. Aber das liegt daran, dass sie so unglücklich ist", erklärt sie. "Sie wünscht sich verzweifelt, geliebt zu werden."

Als Bettys Illusionen zerplatzen und ihre "perfekte" Ehe in Gefahr gerät, taut ihr kühles Äußeres. "Ihr ganzes Leben wurde von ihrer Mutter bestimmt. Sie ist beinahe deren Mini-Klon", fährt Dunst fort. "Und sie glaubt, dass alles perfekt sein wird, sobald sie verheiratet ist. Aber sie liebt ihren Mann nicht, und er liebt sie nicht. Es ist einfach eine geplante Sache. Betty gibt vor, glücklich zu sein, und setzt ein Lächeln auf. Schließlich siehst du ihren Zusammenbruch. Letztlich ist es Katherine, die ihr den Mut gibt, sie selbst zu sein. Das ist essenziell das, worum es in dem Film geht: ehrlich zu sich selbst zu sein und die Person zu werden, die man sein möchte."

"Bettys Dilemma ist ihr inneres Hin- und Hergerissensein zwischen dem Bild von sich und der Wahrheit", erklärt Goldsmith-Thomas. "Sie kämpft gegen Katherines Lektionen und deren Anwesenheit. Denn wenn Katherine Recht hat, bedeutet das, dass Bettys Leben ein einziger Betrug ist."

Den gleichen sozialen Hintergrund wie Betty hat ihre Zimmerkameradin und Klassen-Abschlussrednerin Joan Brandwyn, die jedoch ganz anders auf die intellektuellen Herausforderungen reagiert, die die neue Kunstgeschichtslehrerin stellt. Sie will sich verloben, doch mit Katherines Ermutigung traut sie sich, sich für die juristische Fakultät zu bewerben. "Joan ist die Frau, der Katherine das größte Potenzial für Veränderungen zutraut", beschreibt Thomas Joans Rolle. "Also verwendet sie ihre Energien darauf, sicherzustellen, dass Joan bemerkt, dass sie die Wahl hat. Als sich Joan entschieden hat, mußs wiederum Katherine lernen, Joans Wahl zu akzeptieren."

Die Verkörperung von Joans Charme und ihrer intellektuellen Neugier war eine Aufgabe, für die Goldsmith-Thomas Julia Stiles (Save the Last Dance (Save the Last Dance, 2001) und Ten Things I Hate About You (Zehn Dinge, die ich an dir hasse, 1999)) als perfekte Kandidatin erachtete. "Julia ist dafür geboren, eine Figur aus den 50ern zu spielen", schwärmt sie. "Sie hat den perfekten Look, sie ist eine Schönheit mit sicherem Auftreten und einer Reserviertheit, die dir den Atem raubt."

Abgesehen von der Rolle der Joan, so Stiles, hätte sie an dem Projekt begeistert, dass es so viele verschiedene weibliche Figuren bot und jede von ihnen eine andere Veränderung durchmachen würde. Die zeitliche Periode, die sie als entscheidenden Augenblick in der Geschichte der modernen Frauen betrachtet, sei außerdem ein Anreiz gewesen.

Auch von Joans versteckter intellektueller Neugier und ihrem Hunger nach Erfahrungen war Stiles angetan. Wünsche, die Katherine spürt - und schürt. "Joan ist die Abschlussrednerin ihres Jahrgangs und sehr traditionsbewusst. Sie ist eine gute Studentin - aber eine aus dem Lehrbuch", beschreibt Stiles. "Wie die anderen Mädchen in Wellesley weiß sie, wie man Wissen vorträgt und wiedergibt. Dann kommt Katherine daher und verlangt von ihr, für sich selbst zu denken. Und das ist wirklich verführerisch für Joan."

Es gäbe auch eine wunderbare überraschende Seite an Joans Rolle, fügt Stiles hinzu. Obwohl sie nicht auffallend oder auffällig sei wie die anderen Mädchen, hätte sie einen harten Kern. Stiles vergleicht sie mit "der langsamen Schildkröte, die das Rennen gewinnt. Keiner weiß, was in ihr steckt, sie scheint so gehorsam. Aber sie beweist, dass sie stark und unabhängig denken kann, auf ganz überraschende Art und Weise."

Die Filmemacher besetzten Maggie Gyllenhaal, die großes Lob für ihre Rolle in Secretary (Secretary, 2002) erntete, für den Part der Giselle Levy. Giselle ist eine intelligente Studentin, die ihre Kommilitoninnen zu einer Zeit, in der solches Benehmen als skandalös betrachtet wurde, mit ihren zahlreichen Affären schockt. Als Katherine nach Wellesley kommt, ist Giselle fasziniert. "Sie hat verzweifelt nach einer Art von Rechtfertigung ihrer unorthodoxen Gefühle gesucht, und hier ist Katherine, die ihre Andersartigkeit anerkennt und sagt, dass es okay ist", erklärt Gyllenhaal.

Giselles essenzielles Problem ist in Gyllenhaals Augen nicht ihr Benehmen, sondern die Verurteilung ihres Benehmens durch ihre Kameradinnen und die Gesellschaft im Allgemeinen. "Giselle ist zweifellos sehr hübsch, und sie weiß nicht, warum jeder so großes Aufhebens darum macht, dass sie mit mehr als einem Mann schläft. Alles, was sie sagt, ist, dass du essen sollst, wenn es gut schmeckt, tanzen, wenn du den Beat magst, und Sex haben sollst, wenn du Sex haben willst. Jetzt mögen manche Menschen sagen, dass Giselle kaputt ist oder unglücklich oder dass sie irgendetwas überkompensiert. Aber ich selbst versuchte, sie nicht zu verurteilen."

Wenn es ein Dilemma gibt, das Giselle plagt, ist es eines, das für moderne Frauen ebenso gilt wie für die Frau der 50er Jahre. "Sie beschäftigt sich mit etwas, das viele Frauen in meinem Alter heutzutage plagt: Wie kann man sexy und gleichzeitig intellektuell sein. Es wird nach wie vor von uns erwartet, entweder das eine oder das andere zu verkörpern. Warum können wir nicht beides gleichzeitig sein?"

Beim Casting für die Rolle von Connie Baker, einer jungen Frau aus dem Mittleren Westen mit einem Stipendium für Wellesley, stießen die Filmemacher auf Ginnifer Goodwin, die in der Fernsehserie "Ed" spielt - und waren hingerissen. "Sieh nur in ihr Gesicht", schwärmt Produzentin Deborah Schindler. "Sie sieht aus, als käme sie direkt aus den 50er Jahren. Ihre gesamte Persönlichkeit ist einfach magisch."

Obwohl sie viele Vorteile im Leben genießen würde, sei Connie von Unsicherheiten geplagt, erklärt Goodwin. "Sie denkt, ihr fehlt die Schönheit, das Talent oder die Cleverness", überlegt sie. "Alles, was sie hat, sind diese anderen Mädchen. Und die sind so wichtig für sie, dass sie sich selbst in die Rolle des ewigen Sündenbocks drängt."

Dennoch besitzt Connie starke Attribute, wie zum Beispiel ihr Glaube an die Liebe und ihr musikalisches Talent, das sie am Cello beweist. "Das Cello ist Connies Form, sich auszudrücken, die einzige Form von Schönheit, mit der sie sich zu identifizieren vermag", erklärt die Schauspielerin.

Durch Katherine gewinnt Connie Vertrauen in sich selbst und öffnet sich zum ersten Mal einer Liebesbeziehung. "Plötzlich wird Liebe zu einer Option für sie und ist nicht mehr nur ein Traum. Und diese Kraft ermöglicht es, dass sie aus sich herauskommt. Wie die anderen Mädchen erlebt sie eine wirkliche Veränderung. Was ich mag, ist, dass einige der Frauen in dem Film am Ende hinaus in die Welt gehen und das System verändern. Andere wiederum finden ihre Kraft darin, ihre eigenen Familien großzuziehen. Connie erkennt, dass sie nicht fortgehen und Johanna von Orléans werden mußs, um wichtig zu sein. Das ist es, was Katherine und die Liebe ihr klarmachen."

Nicht lange, nachdem sie einen Oscar® für ihre Rolle als Lee Krasner in Ed Harris' Pollock (Pollock, 2000) gewann, sicherte Marcia Gay Harden ihre Mitwirkung an MONA LISAS LÄCHELN zu, um hier einen ganz anderen Typ von Frau in der Ära der 50er zu spielen. Nancy Abbey unterrichtet Konversation, Rhetorik und Etikette am Wellesley-College. Die Filmemacher waren so bewegt von Hardens Interpretation der Rolle, "dass wir unseren Zeitplan änderten, um sie zu bekommen", erinnert sich Goldsmith-Thomas.

"In gewisser Weise erinnert mich Nancy an meine Mutter", erklärt Harden. "Meine Mom ist eine echte Dallas-Lady und wuchs mit den Mores, Werten und der Etikette auf, die jungen Frauen in den 50ern beigebracht wurden. Doch sie verfügt über eine Menge Mut und Hartnäckigkeit. Nancy setzt alles daran, repräsentativ zu sein, so, wie sie denkt, dass Frauen sein sollten, nämlich ,einfach reizend'. Ihre gute Kinderstube bringt aber eine große Liebenswürdigkeit und Güte mit sich, dass es eine Schande ist, dass wir diesen Sinn von Aufrichtigkeit verloren haben. Aber Nancy hat auch eine turbulente Schattenseite, verursacht durch die permanente Unterdrückung der Zeit. Es ist rührend, dass sie beschließt, zu Hause zu bleiben, als alternde Jungfer, weil die vorherrschende gesellschaftliche Meinung verlangt, dass es für Frauen ihres Alters zu spät sei, etwas anderes zu riskieren."

Für Harden spiegelt MONA LISAS LÄCHELN die Zeit der Wellesley-Frauen perfekt wider und zollt diesen Tribut - den "Pionieren des Fortschritts, die in eine Geschäftswelt eintreten, die sie ausgeschlossen hatte. Sie waren die Generation, die in die Welt hinaustrat und Veränderungen bewirkte."

Über die Produktion Während der Proben zu MONA LISAS LÄCHELN verbrachten die Schauspieler mehrere Wochen mit dem Lernen der Etikette, der Rhetorik und der Tanzstile der frühen 50er. Die Produzenten Goldsmith-Thomas, Schindler und Paul Schiff heuerten Benimm-Expertin Lily Lodge an, um die Darsteller darin zu trainieren, sich selbst als Frauen der 50er Jahre zu fühlen.

"Wir mußsten Dinge lernen wie Hände schütteln, das richtige Anzünden einer Zigarette, das Übereinanderschlagen der Beine, welches Besteck man beim Dinner verwendet", erklärt Ginnifer Goodwin. "Dinge, an die ich vorher nie gedacht hätte."

"Es war beeindruckend", lacht Julia Stiles, die eine Auszeit von ihrem Studium an der Columbia University nahm, um in MONA LISAS LÄCHELN mitzuspielen. "Als ich mit den Proben begann, sagte ich zu meiner Mutter: Ich weiß nicht, wie sie das machen wollen, denn ich bin so ein Wildfang", fährt sie fort. "Aber ich weiß jetzt, wie sich eine anständige junge Lady hinsetzt."

Yvonne Marceau gab den Schauspielern Stunden in Tango, Walzer, Swing und Rumba, was bewiesenermaßen recht wertvolle Lernerfahrungen sind, wenn man Rollen wie in diesem Fall spielt. "Bei Standardtänzen ist es immer der Junge, der führt", erklärt Stiles. "Als wir den Unterricht begannen, benahmen wir uns wie sehr moderne Mädchen und versuchten, die Jungs zu lenken und zu führen. Schließlich mußsten wir uns daran erinnern, dass sie dazu bestimmt sind, uns zu führen, und dass wir weniger aggressiv sein mußsten. Was übertragbar war auf die Zeit und unsere Rollen."

Der Unterricht gab den Schauspielern auch die Gelegenheit, sich untereinander anzufreunden. "Ich war zuerst ziemlich eingeschüchtert von dem Gedanken, mit Julia Roberts zu arbeiten", gibt Dominic West zu, der einen Lehrerkollegen am Wellesley-College spielt. "Aber nachdem ich ein paar Mal mit ihr Foxtrott getanzt hatte, war alles sehr viel leichter."

Tatsächlich übte Roberts auf Cast und Crew einen erstaunlichen Einfluss aus und sorgte während der Dreharbeiten für eine kameradschaftliche Atmosphäre. "Julia wurde automatisch Lehrerin, Führerin und große Schwester der jungen Schauspielerinnen", erinnert sich Produzent Paul Schiff. "Sie spielte ihre Führungsrolle mit Sanftheit, Grazie und Charme - und das alles auf eine so offene Art! Sie war für jeden da, und es bildete sich ein echtes Ensemble."

Wie in ihrer Rolle der Katherine wurde Roberts am Set zur Inspiration für die jungen Kolleginnen, die zum ersten Mal mit ihr arbeiteten. "Mir war immer bewusst, dass ich mit Julia Roberts arbeitete", kommentiert Gyllenhaal. "Ich war fasziniert von ihr, von der Art, wie sie sich bewegte, von der Art, wie sie mit Menschen umging. Sie ist eine konzentrierte, starke Frau - deshalb wird sie auf der ganzen Welt bewundert. Zur gleichen Zeit hat sie eine große Verletzlichkeit. Sie kann so emotional werden, dass du denkst, sie könnte jeden Moment zusammenbrechen. Deshalb wirken ihre Rollen wie echte Menschen: Frauen, die stark sind, kompliziert, überschwänglich und manchmal überwältigt."

"Ich war völlig geplättet davon, was für eine gute Schauspielerin sie ist", fügt Stiles hinzu. "Ich habe sie aus nächster Nähe bei jedem Take beobachtet, und jedes Mal macht sie alles aus einem neuen Blickwinkel, so dass es schien, als würde sie es wieder und wieder zum ersten Mal tun."

Roberts' Herzlichkeit war ausgesprochen wichtig für Kirsten Dunst, deren feindliche Gesinnung in ihrer Rolle sie von den anderen distanzierte. "Manchmal übertragen sich die Charakterzüge der Rolle, die du spielst, auf dich selbst, und ich war bisweilen sehr traurig", erklärt sie. "Alle gingen so kameradschaftlich miteinander um - und ich war die Außenseiterin. Aber Julia war so ein Schatz. Sie hing mit uns am Set herum, selbst wenn sie nicht arbeiten mußste, und kam manchmal einfach vorbei, um mich in den Arm zu nehmen."

Die Inspiration, die Roberts für ihre Kolleginnen darstellte, entsprach der ihrer Rolle und deren Einfluss auf ihre Studentinnen. "Im Allgemeinen würde ich sagen, dass es in diesem Film um Menschen geht, die das Leben anderer bewegen", erklärt Thomas. "Insbesondere geht es um eine Frau, die das Leben ihrer Studentinnen verändert und von ihnen verändert wird. Als Bill Dunbar sagt: ,Du denkst, du kamst nach Wellesley, um diesen Mädchen zu helfen, ihren Weg zu finden. Ich glaube, du kamst, um den Mädchen zu helfen, deinen Weg zu finden', erkennt Katherine ihre eigene Scheinheiligkeit. So, wie die Institution kein Recht hat, den Mädchen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, hat auch sie es nicht. Am Ende ist dies ein Film über das Entdecken der eigenen Persönlichkeit."

Eine Ära einfangen Im 21. Jahrhundert hat sich das Wellesley-College noch immer der Erziehung von Mädchen verschrieben und hieß Cast und Crew von MONA LISAS LÄCHELN herzlich willkommen. "Sie liebten das Drehbuch", so Schiff, "und sie begrüßten es, dass hier eine bestimmte Zeit und ein bestimmter Ort herausgegriffen wurden und gezeigt wird, dass das Wellesley aus MONA LISAS LÄCHELN nicht das Wellesley von heute ist."

Während der Campus seit 1950 größtenteils unverändert geblieben ist, ist es die Studentenschaft nicht. "Wellesley war ein sehr weißer Ort in den 50ern", stellt Drehbuchautor Rosenthal fest, "und hat mittlerweile große Schritte in Richtung Vielseitigkeit gemacht."

Den Filmemachern wurde großzügiger Zugang zu den Wellesley-Archiven gestattet und erlaubt, auf dem pittoresken Campus in Massachusetts zu drehen, der von Frederick Law Olmstead gestaltet worden war, dem Landschaftsarchitekten, der auch für den New Yorker Central Park verantwortlich zeichnete.

"Du gehst über diesen Campus und es ist beinahe wie in einem Werbespot für das perfekte College", beschreibt Roberts. "Es ist wirklich eine ziemlich außergewöhnliche Umgebung."

Die Dreharbeiten in Wellesley begannen im frühen Herbst. Die Aufnahmen waren begrenzt auf sechs Tage, um das Campusleben nicht allzu sehr zu stören. Die zentralen Drehorte in Wellesley schlossen den Tower Court, Severance Green, Founders und die Houghton Memorial Chapel ein.

Während seiner Drehpausen saß Dominic West in einem Sprachkurs und betrieb Recherchen "außerhalb des Lehrplans" für seine Rolle. "Es gab eine Bar auf dem Campus und ich war sehr oft der einzige Mann dort", erinnert er sich. "Die Mädchen waren unglaublich intelligent und interessant. Sie haben mich herumgeführt und sich um mich gekümmert. Ich habe viel von ihnen gelernt."

Eine Schauspielerin, der die Wellesley-Traditionen sehr vertraut waren, war Laura Allen, die Susan Delacorte spielt, eine enge Freundin von Betty. Als kürzliche Absolventin von Wellesley schwelgt Allen in den Traditionen, die die Schule noch immer bewahrt. "Die Mädchen, die nach Wellesley gehen, sind so stolz auf die Studentinnen, die dafür sorgten, dass ihre Traditionen weitergetragen werden", schwärmt Allen.

"Zu diesen Traditionen gehört das ,Reifen-Rennen'. Ursprünglich hieß es, dass die Gewinnerin des Rennens (das in MONA LISAS LÄCHELN aufgegriffen wird), die Nächste sei, die heiraten würde. Dies änderte sich in den 80ern. Die Siegerin galt als jene, die die erste Chefin einer Major Corporation werden würde. Heute nennt man sie die Erste, die ihre Träume verwirklichen wird - welche auch immer das sein mögen."

Die Reanimation des Wellesley von 1953 lag zunächst einmal in den Händen von Ausstatterin Jane Musky. "Jane ist einfach ein Genie. Ihre Arbeit ist unglaublich detailorientiert", erzählt Goldsmith-Thomas, die zuvor mit Musky an Maid in Manhattan (Manhattan Love Story, 2002) arbeitete.

Ihre Suche nach den besten Locations schloss ein weit reichendes Gebiet ein und führte sie zu zahlreichen Orten in und um New York. "Das Großartige an einem historischen Film in New York ist, dass es viel mehr Auswahl gibt, als wenn du dich bei allen Interieurs und College-Szenen nur auf Wellesley oder Boston beschränken würdest", freut sich Musky.

Musky zog das Filmen an Originalschauplätzen dem Nachbauen von Sets im Studio vor. "Was ich bei Original-Locations in historischen Filmen mag", erklärt Musky, "ist, dass alles nicht so aufgewärmt und clean wirkt. Es fühlt sich realer an, bewohnter."

Während ihrer Recherche an der Universität von Yale in New Haven, Connecticut, entdeckten die Filmemacher eine große Treppe in der Kunstgalerie der Universität, die später die Location für Katherines und Bills erstes Treffen in Wellesley wurde. Andere Szenen wurden in Yales Sterling Memorial Library und am Silliman College gedreht, das ironischerweise ein alter Rivale der Universität von Harvard ist.

Zu anderen College-Locations gehörten die Columbia University in New York, wo ein Lesesaal in der Havemeyer Hall zu Katherines Klassenzimmer umfunktioniert wurde, und das benachbarte Union Theological Seminary, wo ein neo-gothischer Saal zu Ginnifer Goodwins Cello-Übungsraum wurde.

Tarrytown, New York, ersetzte die Stadt Wellesley, da der Ort selbst mittlerweile zu modern ist. "Tarrytown hat sich nicht stark verändert", erklärt Musky. "Hier existiert noch eine gemütliche, dörfliche Qualität."

Die Produktion drehte auch in Tarrytowns Set Back Inn, das in der Geschichte zum Blue Ship Inn wurde. Hier freundet sich Katherine mit Bill an, als sie dem Unterricht in "Wie werde ich eine gute Hausfrau?" entflieht, den Nancy, Katherines Vermieterin und Etikettelehrerin, gespielt von Marcia Gay Harden, zu Hause gibt.

Nancys Heim wurde in einem viktorianischen Haus an der Shonnard Terrace in Yonkers, New York, gefunden. Musky und ihr Team verwandelten den unteren Teil des Gebäudes in Nancys Idealvorstellung von häuslicher Perfektion - Chintz und noch mehr Chintz. "Das Lustige an Nancys Haus ist - so, wie es im Drehbuch steht -, dass Nancy Chintz und Muster liebt, so dass jeder Raum vor Mustern und Chintz nur so strotzt", so Musky. "Es war eine der härtesten Aufgaben, die ich je während eines Drehs hatte. Ich mußste mich durch Hunderte von Stoffen wühlen, über Wochen, und versuchen, aus allem einen visuellen Stil zu schaffen."

Für eine Ausstatterin sind solche Herausforderungen nicht untypisch bei historischen Filmen. Musky studierte die Wellesley-Archive genau. Sie und ihr Team besuchten andere Frauen-Universitäten und arbeiteten sich durch Bücher und Werbeanzeigen der frühen 50er.

"Die Kostüme in diesem Film sind eine Metapher für die Geschichte", erklärt Thomas. "Die Unterkleider und Korsetts diktierten das feminine Ideal, das die 50er definierte."

Unter diesem Motto unternahm Kostümdesigner Michael Dennison ausführliche Recherchen. Zusätzlich zu über 350 Kostümen für die Hauptdarsteller mußste er ungefähr 7.000 Kleidungsstücke für den Film erstellen.

"Was an einem historischen Stoff anders ist, insbesondere an einem historischen Stoff aus den 40ern und 50ern, ist, dass jeder komplett angekleidet wird", erklärt Dennison. "Alle Ladys mußsten die richtige Unterwäsche tragen - oder sie würden nicht so aussehen, wie sie eben aussehen sollen."

Damals trug jede junge Frau Hüftgürtel und Wespentaille, die als Idealfigur angesehen wurde. Dennison erinnert sich, dass er den Schauspielerinnen erklärte: "Ihr werdet mich hassen. Ihr werdet euch unwohl fühlen. Aber zur selben Zeit werdet ihr 'es' fühlen. Die Kleider werden euch daran erinnern, wer ihr seid und wo ihr seid."

Die Recherchen für Roberts' Rolle führten Dennison nach Kalifornien, wo er die Modestile in moderneren Orten wie Berkeley und Long Beach studierte - die Umgebung, aus der Katherine stammt. "Viele Freidenker hingen dort herum", berichtet er. "Die folkloristischen Blusen, die Katherine zum Beispiel trägt, kamen 1953 gerade in Mode. Katherine war ihrer Zeit in einigen Schritten voraus, auch mit ihrem sehr ungewöhnlichen Geschmack. Sie verdankt ihr Stilwissen der Tatsache, dass sie so einen unglaublichen Überblick über Kultur und Kunst hat."

Zu Dennisons bemerkenswertesten Schöpfungen zählt ein Brautkleid für Kirsten Dunsts Betty, das auf Fotos von berühmten Ereignissen der Zeit basierte wie den Hochzeiten von Jacqueline Bouvier Kennedy und Grace Kelly.

Dennison mischte Vintage-Stoffe mit seinen eigenen Entwürfen und berücksichtigte dabei die Wetterveränderungen, die im Laufe eines ganzen Schuljahres zu verzeichnen sind. Der Film reicht von der Herbstzeremonie, die den Beginn des Schuljahres markiert, in dem die Studentinnen die traditionellen weißen Blazer und Hüte ihres jeweiligen Jahrgangs tragen, über den Winter bis zur Abschlussfeier im Frühling.

"Mit der Palette von Kostümen, die er für die verschiedenen Szenen und Jahreszeiten kreierte, hat Michael einen ganz erstaunlichen Job gemacht", schwärmt Schindler. "Seine Designs schaffen die Oberfläche und bringen eine weitere Dimension in den Film."

Den Klang der Zeit nachempfinden Die Musik von MONA LISAS LÄCHELN bilde eine harmonische Einheit mit dem Thema des Films, so Soundtrack-Produzent Trevor Horn. Wie es in der frühen 50er-Jahre-Periode, in der der Film spielt, angesagt gewesen sei, gäben auch im Film die traditionellen, populären Melodien der 30er und 40er Jahre den Ton an, ließen aber laut Horn auch die ersten Schwingungen der "modernen Ära" durchklingen - in einer Zeit, in der Rock 'n' Roll dazu ansetzte, Popmusik abzulösen.

Zum Beispiel der Song "Secret Love": Die Ballade, die von Doris Day bekannt gemacht wurde (und auf dem Soundtrack von Mandy Moore gesungen wird), beginnt als ganz unterwürfiges Geständnis einer heimlichen Leidenschaft, bis die Sängerin schließlich ihre Romanze von "den höchsten Bergen" in die Welt hinausruft und damit endet, dass ihre geheime Liebe nun "kein Geheimnis mehr" sei.

Ähnlich funktioniere "Bewitched" (gesungen von Celine Dion) "auf so vielen verschiedenen Ebenen", wie Horn erklärt: "Es geht um eine Frau, die verwirrt ist, weil sie körperlich in Erregung versetzt ist. Sie hätte nie zuvor an eine sexuelle Beziehung gedacht, aber jetzt ist sie definitiv bereit zu handeln."

Das Gleiche gelte für "I'm Beginning to See the Light" (gesungen von Kelly Rowland), ein weiteres Lied über sexuelles Erwachen, so Horn. Andere klassische Songs wie "Besame Mucho" (hier gesungen von Chris Isaak) und das verschämte "Santa Baby" (von Macy Gray) seien noch provokativer.

Anstatt Aufnahmen aus der Ära zu verwenden, entschieden die Filmemacher, moderne Künstler zu wählen, was besser zu dem Ton von MONA LISAS LÄCHELN passe, meint Horn. "Der Film spielt in den 50ern. Wenn wir genauso gedreht hätten, wie es damals üblich war, wäre der Film schwarzweiß. Aber dies ist ein Blick auf die Zeit aus der Distanz von 50 Jahren, und die Stimmen der Musiker unserer Zeit passen perfekt in diese Perspektive."

Mit frischen Coverversionen wie Barbra Streisands Remake von "Smile" (produziert von Streisand), Lisa Stansfields "I've Got the World on a String" und Alison Kraus' trauriger Version von "What'll I Do" nutzten die Sängerinnen die Möglichkeit, ihre eigenen Interpretationen der Ära wiederzugeben. Während Eartha Kitts Originalaufnahme von "Santa Baby" zweideutig und spielerisch klinge, so Horn, wäre Grays frische Version offenherzig und geradeheraus.

"Durch den Einsatz von Sängern unserer Generation werden die Songs in einer Art zum Leben erweckt, die die Originale nicht leisten könnten", fährt Horn fort. "Ich weiß, es klingt sonderbar, aber diese Songs mögen es, wieder gesungen zu werden. Und es war eine Herausforderung für die Leute, die sie interpretierten, so ganz fernab von allem, was sie normalerweise tun, dass sie es wirklich genossen haben. Beizeiten war es schwierig, sie zu stoppen, so viel Spaß hatten sie."

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Dirk Jasper FilmLexikon

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