Ein (un)möglicher Härtefall

Produktionsnotizen

Die Arbeiten an ?Ein (un)möglicher Härtefall? zogen sich nahezu acht Jahre hin. ?Zum Glück ist der Stoff zeitlos?, lacht Drehbuchautor und Regisseur Joel Coen bezogen auf das uralte Thema des Geschlechterkampfes.

?Genau! Ich glaube nicht, dass diese acht Jahre irgendeinen Unterschied machen?, meint auch Drehbuchautor und Produzent Ethan Coen.

Das Projekt entstand anfänglich ohne die Beteiligung der beiden Coen-Brüder, die den Stoff allerdings so interessant fanden, dass sie dem Ganzen ihre Handschrift verleihen wollten.

?Ursprünglich war geplant, für Universal nur das Drehbuch zu schreiben, und so lag das Projekt einige Zeit auf Eis?, erklärt Joel den großen zeitlichen Abstand zwischen Schreib- und Dreharbeit. ?Vor einem Jahr griffen wir es wieder auf, und George Clooney zeigte daran Interesse. Das hat uns dazu bewogen, selbst Regie zu führen.?

?Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Komödie im Anwaltsmilieu?, erklärt Joel, ?doch die in Los Angeles und Beverly Hills herrschende Kultur trug zur Idee dieser Komödie bei.? ?Wie in vielen Screwball-Komödien geht es auch hier um extrem reiche Leute?, fährt Ethan fort, ?daher achteten wir nicht nur bei der Bildästhetik darauf, dass alles nach Luxus aussah, sondern auch bei der Ausstattung der Sets und Kostüme.?

Eine Hollywood-Komödie mit Starbesetzung ist für die Coen-Brüder ungewöhnlich. Zumindest wenn man den Film mit ihren früheren Arbeiten vergleicht, zu denen ?Barton Fink?, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme, die schwarze Komödie ?Fargo - Blutiger Schnee?, ausgezeichnet mit zwei Oscars, und ?O Brother Where Art Thou? ? Eine Mississippi-Odyssee?, nominiert für zwei Oscars, gehören.

Produzent und Oscar-Gewinner Brian Grazer, der zuvor schon mit Komödien wie ?Eine Wahnsinnsfamilie?, ?Der verrückte Professor? und ?Der Dummschwätzer? Kassenerfolge erzielte, sah für sich die Gelegenheit, die von ihm in der Vergangenheit so erfolgreich produzierten Komödien um einen etwas unkonventionellen Touch zu bereichern.

Grazer erklärt: ?Joel und Ethan sind die coolsten und aufrechtesten Filmemacher des modernen Kinos. Zunächst hat man den Stoff für eine romantische Komödie mit den Filmstars im Hinterkopf, und dann fügt man die Respektlosigkeit der Coens dazu - genau diese der Romantik beigegebene Respektlosigkeit verleiht dem ganzen Film eine neue Attitüde, die ich als sehr sexy bezeichnen würde.?

Ethan fügt hinzu: ?Es handelt sich ohne Frage um einen Film mit wesentlich mehr Glamour als in unseren früheren Werken.? Und Joel meint: ?Für uns war es der Versuch, einen kleinen Unterschied herauszuarbeiten. Allerdings würde ich ihn nicht als einzigartig bezeichnen.?

Auch wenn man erst einmal die Romantik wahrnimmt, entdeckten sowohl Catherine Zeta-Jones (Marylin Rexroth) als auch Geoffrey Rush (in der Rolle des TV-Produzenten Donovan Donaly) den unverkennbaren Einfluss der Coen-Brüder.

?Es gibt da diesen schwarzen Humor?, merkt Zeta-Jones an, ?und darin sind sie Meister. Humor ist zu einem festem Bestandteil ihrer Filme und Drehbücher geworden.?

?Mit jedem ihrer Filme nehmen sie dich auf einen neuen Planeten mit?, sagt Rush, ?dabei spürt man aber immer, dass sich dieser Planet im Sonnensystem der Coen-Brüder befindet.? Bezug nehmend auf die jüngste Zugabe zu diesem Sonnensystem fährt Rush fort: ?Beim Lesen des Drehbuchs merkt man, dass es einen brillanten Aufbau hat. Schon unmittelbar am Anfang zieht es einen in seinen Bann, und spätestens auf der zweiten Seite mußs man lachen. Nicht viele Drehbücher haben dieses Potential.?

Die Einführung des Hollywood-Glamours war für Joel und Ethan aber nicht die einzige Neuerung bei diesem Projekt. Bisher griffen sie gewöhnlich immer auf die gleichen Darsteller zurück, doch aufgrund des Drehbuchs mußste ein neuer Casting-Prozess in die Wege geleitet werden.

?Bei fast all unseren Filmen dachten wir bereits beim Schreiben der Rollen an bestimmte Schauspieler?, erklärt Joel, ?diesmal gingen wir beim Schreiben jedoch nicht davon aus, den Film selbst zu inszenieren, womit ein ganz neuer Fall eingetreten ist.? Abgesehen von George Clooney, Richard Jenkins und Billy Bob Thornton waren die übrigen Schauspieler bisher in keiner Produktion der Coen-Brüder dabei. ?Die Gelegenheit, mit neuen Leuten zu arbeiten, war für uns jedoch ein großes Vergnügen?, erzählt Joel weiter.

Auch Produzent und Filmveteran Brian Grazer gehörte zu den neuen Leuten. Er erinnert sich: ?Joel und Ethan sind in vielerlei Hinsicht brillant. Aber ein besonderes Talent zeigen sie, die Rollen mit passenden Darstellern zu besetzen. Ich hatte mir das Ziel gesetzt, einmal einen Film mit George Clooney zu machen. Ich glaube, dass die Chemie zwischen George und Catherine perfekt war. Dann konnten wir auch noch Geoffrey Rush und Billy Bob Thornton gewinnen. Beide haben schon einen Oscar im Schrank.?

Obwohl die Rolle des Miles Massey nicht für George Clooney geschrieben wurde, könnte man sich keinen besseren Schauspieler vorstellen. Im Stil der klassischen Liebeskomödien bewegt er sich auf einer Linie zwischen Romantik und Komik.

?George entschied sich, die Rolle wie einen Nachkömmling von Everett McGill, seiner Figur aus ?O Brother, Where Art Thou? ? Eine Mississippi-Odyssee?, zu spielen?, erzählt Ethan, ?beide Figuren sind schlagfertig und von sich selbst überzeugt.?

?Everett war sehr um sein Haar bemüht?, bemerkt Clooney im Vergleich der beiden Charaktere, ?und Miles legt großen Wert auf seine Zähne. Er ist ständig dabei, diese Zähne zu reinigen und vom Zahnarzt behandeln zu lassen. Das fand ich sehr komisch.?

Catherine Zeta-Jones wurde ausgewählt, die vielschichtige Marylin, Clooneys weiblichen Gegenpart, zu spielen. ?Sie verkörpert genau das, was mit der Rolle herausgestellt werden soll ?, sagt Clooney über seine Kollegin, ?die weibliche Hauptfigur - einfach umwerfend! Allein mit ihrer Ausstrahlung erfüllt sie einen Raum.?

?Er vermittelt eine unglaubliche Energie?, erwidert Catherine Zeta-Jones in Bezug auf Clooney und seine Leinwandpräsenz. ?Er wirkt sanft, und niemand kann ihm widerstehen. Aber ich glaube, viel wichtiger ist, dass die Chemie zwischen George und mir von Anfang an stimmte.?

Dazu Clooney: ?Miles und Marylin sind beide romantisch veranlagt, und irgendwie ist es ihr gegenseitiges Misstrauen, das sie schließlich zusammenführt.?

Catherine Zeta-Jones fügt hinzu: ?Schon wenn sie sich das erste Mal begegnen, befinden sie sich auf verschiedenen Seiten. Dennoch steht es im Raum, dass die beiden irgendwie zusammenkommen müssen.?

Zwischen Marilyn und Miles kommt es zu heftigen Wortgefechten, die sehr witzig und temporeich sind. ?Jeder will den anderen austricksen und dies führt zu einem wunderbaren Geplänkel?, erklärt Zeta-Jones, ?dadurch entsteht zwischen den beiden ein großartiges Katz- und Maus-Spiel.?

Ihre eigene Figur sieht Zeta-Jones als heitere, aber unglücklich verliebte Schönheit. Marilyn ist sich ihrer atemberaubenden Ausstrahlung auf andere nicht bewusst, und diese Diskrepanz bildet die Grundlage für die chaotischen Momente des Films. ?Sie merkt gar nicht, wie viel Aufruhr sie um sich herum verbreitet?, erklärt die Schauspielerin, ?Marylin geht ihrem Tagesgeschäft nach und bekommt nichts von dem Wirbelsturm mit, den sie auslöst.?

Nachdem die Hauptdarsteller feststanden, folgte die Besetzung der Rollen von Anwaltskollegen, Freunden und Widersachern.

Eines von Miles Opfern vor Gericht ist Donovan Donaly, ein vom Pech verfolgter TV-Produzent, der durch die Scheidung alles an seine untreue Frau verliert. Schuld daran sind weniger seine eigenen Fehler, sondern vielmehr das juristische Können von Miles.

Die Figur war ursprünglich als Engländer angelegt, doch mit der Besetzung durch den Australier Geoffrey Rush wurde sie neu konzipiert. Rush erinnert sich: ?Ich sagte den Jungs, in der Vorstellung amerikanischer Zuschauer sind Australier immer berühmte Hauptdarsteller ? man denkt an Russell Crowe, Guy Pearce und Heath Ledger. Ich glaube, wir können den Horizont dieser Leute erweitern, wenn sie mitkriegen, dass aus Australien auch durchtriebene TV-Produzenten kommen. Und sie sagten: 'Ja, das hört sich gut an.'?

Die Figur des Gus Petch, verkörpert vom Comedy-Darsteller Cedric The Entertainer, spielt eine wichtige Rolle beim Ausschalten von Marylin. Dabei heuerte sie ihn zuerst an, um von ihrem Ex-Mann Rex ein Vermögen zu erpressen. Danach kommt Miles auf Gus zu, um in Marylins Vergangenheit herumzuschnüffeln. Das führt wiederum dazu, dass im Verfahren Rexroth gegen Rexroth plötzlich ein Überraschungszeuge auftaucht.

Dazu Ethan Coen: ?Gus Petch ist ein Privatdetektiv, der sich auf Beziehungsfälle spezialisiert hat. Er überführt mehr oder weniger Leute, die ihre Partner betrügen. Für uns kam nur Cedric für diese Rolle in Frage.?

?Petch ist ein wenig zu ernst?, sagt Cedric über seine Rolle, ?er erinnert mich ein bisschen an einen Ex-Soldaten, der aber nie wirklich beim Militär war, sondern vielleicht nur als General in der Heilsarmee diente. Er erwartet von seinen Klienten, dass sie ihm für seine Arbeit Respekt zollen. Am Ende stinkt die ganze Sache für Gus ziemlich nach Hollywood.?

Ein weiterer der großartigen und schrulligen Charaktere dieses Films ist der wohlhabende Rex Rexroth, der kleine Einkaufcenter entwirft. Gespielt wird er von Edward Hermann, der sowohl auf der Bühne als auch beim Film und Fernsehen ein Veteran ist.

?Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, hielt ich es für absolut verrückt?, erzählt Herrmann, ?alle Beteiligten sind irgendwie plemplem, was ich urkomisch fand. Ich sagte also zu mir: ?Dieser Typ ist einfach großartig.??

Rex, der reiche aber nicht ganz so helle Optimist, reizte Hermann in mehrfacher Hinsicht. Ein Grund war jedoch ausschlaggebend. ?Er liebt Züge?, freut sich Hermann, ?und ich bin auch ein Fan von elektrischen Loks. Rex mag es, mit Zügen zu spielen, und sich dabei mit Mädchen zu umgeben, die nicht mehr als eine Maschinistenkappe tragen. Das ist doch köstlich!?

?Ed arbeitete bei diesem Film meistens mit sehr drallen jungen Frauen zusammen, die dazu noch leicht bekleidet waren?, erläutert Joel, ?er hatte somit also keinen Grund, sich zu beklagen.?

Zu der Welt der eidesstattlichen Bekundungen und Rechtsverdrehungen gehört auch Anwalt Freddy Bender. Er ist einer von Miles Gegnern vor Gericht, der auch Marylin im Fall Rexroth gegen Rexroth vertritt. Zu der Besetzung der Rolle mit Richard Jenkins meint Ethan: ?Wenn wir einen Anwalt brauchen, nehmen wir üblicherweise Richard Jenkins.?

Die Figur des Howard Doyle, gespielt von Billy Bob Thornton, ist für den Fortgang der mit Irrungen und Wirrungen gespikten Geschichte von zentraler Bedeutung. ?Es handelt sich um eine Nebenfigur mit Tragweite?, merkt Joel an, ?am Ende haben wir die Rolle mit Billy Bob besetzt und so eine regionale Authentizität erreicht. Er spielt einen echten Südstaatler aus Texas.?

Billy Bob Thornton sieht die Figur des Howard Doyle als ?lauten und ignoranten Texaner.? Thornton weiter: ?Der Charakter sollte leicht übertrieben wirken, was jedoch erst später zum Tragen kommt.?

Paul Adelstein, der die Traumrolle als Miles Partner Wrigley ergatterte, ist ein Newcomer. ?Wir hatten einen tollen Talentscout?, erinnert sich Ethan. ?Paul kam herein und gab uns eine Kostprobe seines Könnens. Er war großartig! Wir haben ihn ein wenig zappeln lassen und schließlich für die Rolle besetzt?, fügt Joel mit einem Grinsen hinzu.

Als er diese gute Nachricht erhielt, war Paul völlig aus dem Häuschen. ?Ich will ja nicht übertreiben?, erzählt Paul, aber es war schon immer ein Traum von mir, mit diesen Jungs zu arbeiten. Ihre Filme bieten tolle Charaktere, was für mich als Schauspieler natürlich besonders reizvoll ist.?

Wrigley ist einer dieser interessanten Charaktere. ?Er hat für Miles nur Bewunderung übrig?, sagt Adelstein, ?und alles, was er besitzt, ist ein Abklatsch von dem, was Miles hat. Angefangen bei der Armbanduhr, über die Anzüge bis hin zum Auto: Miles fährt einen 2002er Porsche, Wrigley besitzt einen 1975er Porsche. Er ist ein knallharter Scheidungsanwalt, ein Könner in seinem Fach. Nur bei Hochzeiten bricht er regelmäßig in hysterische Weinkrämpfe aus, denn in seinem Inneren ist er ein absoluter Softie.?

Zur weiteren Besetzung gehören Julia Duffy als Sarah Sorkin, die mehrfach geschiedene Freundin und engste Vertraute von Marylin, Stacey Travis als Donovans Ehefrau Bonnie, Jack Kyle als Ollie Olerud, Jonathan Hadary als Baron Krauss von Espy und Irwin Keyes als stümperhafter Schläger Wheezy Joe. Diese ?Flat Out comedy?, wie Joel sie beschreibt, spielt in Los Angeles, dem Mekka des Glitzers und Glamours.

?Eigentlich könnte die Story auch an einem anderen Ort spielen?, erklärt er, ?aber dann wäre der Film ganz anders geworden, weil dann der für Los Angeles typische Lifestyle verbunden mit dem Gehabe der Leute fehlen würde.?

?Diesmal wollten sie alles ziemlich normal haben?, erinnert sich Produktionsdesigner Leslie McDonald, der schon öfters mit den Coen-Brüdern arbeitete, ?allerdings gibt es etliche Charaktere mit seltsamen Leidenschaften, bei denen man den Begriff ?normal? wohl etwas erweitern mußs. Im Großen und Ganzen handelt es sich aber um das alltägliche Leben in Beverly Hills und Los Angeles. Hinzu kam dann noch der berühmte Caesars Palace in Las Vegas.?

?Die Tatsache, dass es sich um eine zeitgenössische Geschichte handelt, ist schon interessant?, sagt Ethan. ?In Bezug auf die Produktion ist dabei manches einfacher zu machen als bei historischen Themen. Die Welt mußs nicht erst von Grund auf erstellt werden, wie es bei unseren letzten Filmen der Fall war.?

Die Filmaufnahmen fanden an geeigneten Orten in und um Los Angeles statt, zu denen Encino, Malibu, Downtown L. A. und San Marino gehörten. Die Huntington Library Botanical Gardens dienten als Schauplatz für Marylins und Howards prachtvolle Hochzeit. Im berühmten Paramour Anwesen von Silverlake fand man schließlich die geeigneten Kulissen für das Eisenbahnzimmer von Rex, für die Kureinrichtung und für Wrigleys Wohnung. Darüber hinaus wurden vier Bühnen in Hollywood gebraucht, um das Büro und den Konferenzraum von Miles aufzubauen.

?Miles arbeitet bei der renommiertesten Scheidungskanzlei der Stadt, und das wollten wir auch sichtbar machen. Es sollte alles wie aus einem Hochglanzmagazin wirken?, merkt der Designer an. Der Hauptgerichtssaal, in dem die Szene von Marylins Niederlage gedreht wurde, mußste auch auf einer Bühne errichtet werden. ?In der Szene wird viel herumgelaufen, und deshalb benötigten wir etwas Großes?, erklärt McDonald, ?die Aufnahmen haben sich über mehrere Tage hingezogen. Wir konnten also keinen realen großen Gerichtssaal für eine so lange Zeit in Beschlag nehmen.?

Neben Produktionsdesigner Leslie McDonald gehörten noch andere langjährige Mitarbeiter der Coen-Brüder zum Produktionsteam, unter anderem Roger Deakins (Kamera), Roderick Jaynes (Schnitt), John Cameron (Koproduktion), Mary Zophres (Kostüme) und Carter Burwell (Musik).

?Roger Deakins ist sogar unser engster Mitarbeiter?, erzählt Joel über den Kameramann, der seit ?Barton Fink? mit den Coens zusammenarbeitet, ?wir würden keinen Film ohne seine Beteiligung planen.?

Über den Look des Films sagt Deakins: ?Wir sprachen darüber, dass es eher ein konventionell anmutender Hochglanzfilm sein würde. So sollten die Bilder scharf und farbenreich sein. Im Vergleich zu unseren anderen Projekten war dieser Film wesentlich einfacher zu realisieren. Diesmal geht es in erster Linie um die Charaktere und deren Gesichter. Wir wollten die Darsteller beim Vorbringen ihrer mitreißenden Dialoge in Szene setzen. So gesehen, handelt es sich um eine Komödie, die wesentlich geradliniger ist als ?The Man Who Wasn?t There?, ganz zu schweigen von ?Fargo - Blutiger Schnee?.

Auch Kostümdesignerin Mary Zophres mußste den konventionelleren Stil bei ihrer Arbeit berücksichtigen. Unbeirrt übertrug sie die im Drehbuch beschriebenen Stimmungen auf das Aussehen der einzukleidenden Figuren.

?Ich finde, dass dieser Film im Vergleich zu anderen Projekten der Coen-Brüder am ehesten einen Mainstream-Look hat?, erklärt die Kostümdesignerin, ?diesmal mußsten wir uns enger an der Realität orientieren. Dennoch stechen einige Charaktere deutlich hervor.?

Zophres weiter: ?Bei George einigten wir uns darauf, dass es zu seiner Figur passen würde, wenn er stets das gleiche Erscheinungsbild hat. Nur bei seinen Anzügen variierten wir ein wenig.

Catherine zeigt sich im Laufe der Geschichte in so vielen verschiedenen Looks, dass es unmöglich war, uns auf einen bestimmten Designer festzulegen.? ?Alles, was ich im Film trage, ist schick?, sagt Catherine Zeta-Jones über die Kleidung ihrer Figur, ?nur manchmal spürt man einen Hauch von Übertreibung.?

?Es ist schon interessant, was Mary mit Catherines Charakter angestellt hat. Die Kleider allein erzählen schon ganze Geschichten?, merkt Joel an, ?jedes Kleid drückt etwas Spezielles aus.?

?In jedem ihrer Kleidungsstücke steckt ein dramatisches Element?, kommentiert Zophres das Outfit von Marilyn, ?sie wirkt dabei aber nie prahlerisch. Wir verpassten ihr eine klare Silhouette, sehr sexy und mit kräftigen Farben.?

?Marylin hat einen ausgezeichneten Geschmack, wenn es um Kleidung und Wohnungseinrichtung geht. In Bezug auf ihre Ehemänner beweist sie jedoch einen furchtbaren Geschmack?, meint Catherine Zeta-Jones.

Marylins Look ist exaltiert, Miles Stil ist dagegen einfach, elegant und von Understatement geprägt. ?Es stand von vornherein fest, dass Georges Charakter eher klassisch orientiert ist?, erzählt Zophres weiter, ?wir waren uns absolut einig, dass er sich konservativ kleidet, dabei aber viel Stil und Geschmack beweist. Allerdings gab es auch Kleidungsstücke für George, die sehr komisch waren.?

?Da wir gerade über Kleidung sprechen, die nicht für Aufsehen sorgen sollte?, mischt sich Ethan ein, ?Mary hat es tatsächlich fertig gebracht, George Clooney in einen Kilt zu stecken.? Hochzeit, Scheidung und das damit verbundene Drama können ein schweres Thema sein, ?aber auch die Quelle für eine Komödie?, meint Ethan, ?Geschichten von Frauen mit harten Herzen und Männern mit weicher Birne sind uns überliefert worden. So auch hier: Clooney ist der Mann mit der weichen Birne, und Catherine ist die Frau mit dem harten Herzen.?

?Es ist einfach herrlich, was wir über Scheidungsanwälte und über die ganze Scheidungsmaschinerie erfahren?, sagt Ed Hermano.

?Ich hoffe, die Leute amüsieren sich und gehen dann nach Hause, um einen Blick auf ihre eigene Ehe zu werfen?, lacht Catherine Zeta-Jones, ?man mußs sich mit der Ehe gar nicht großartig beschäftigt haben. Ich bin mir sicher, dass jeder Ähnlichkeiten zu Personen aus seinem Bekanntenkreis finden wird.?

?Es ist eine Liebesgeschichte für jeden Mann und für jede Frau?, meint Grazer, ?man wartet die ganze Zeit gespannt darauf, dass George und Catherine endlich zusammenkommen. Aber auf dem Weg dorthin machen sie sich gegenseitig richtig fertig.?

?Meiner Ansicht nach ergreift der Film sowohl Partei für die Ehe als auch für die Scheidung?, lenkt Ethan diplomatisch ein. Wie dem auch sei ? aber wo werden Miles und Marylin am Ende landen? ?Ich glaube, dass es ein Happy-End gibt?, antwortet Ethan. Und was die Zuschauer anbelangt, wünscht sich Joel nur eins: ?Wir hoffen, dass viel gelacht wird. Denn trotz allem handelt es sich doch letztendlich um eine Komödie.?

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Dirk Jasper FilmLexikon

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