Im Dutzend billiger

Produktionsnotizen

Chemische Formel für zwölf Kinder Regisseur Shawn Levy, der bereits die Komödienhits JUST MARRIED (?Voll verheiratet?, 2003) und BIG FAT LIAR (?Lügen haben kurze Beine?, 2002) inszenierte, sieht die Publikumswirksamkeit von IM DUTZEND BILLIGER vor allem in der Kombination von moderner Komik und traditionellen Familienwerten. ?Diese Liebeserklärung an große Familien sagte mir spontan zu?, erzählt Levy. ?In IM DUTZEND BILLIGER dreht sich alles um Familie, Loyalität und darum, wo man in seinem Leben die Prioritäten setzt.?

dass die Hauptrolle mit Steve Martin besetzt wurde, hob den Film auf eine ganz neue Ebene. ?Steve Martin arbeitet Charakterebenen und Komikelemente einer Figur heraus, die gar nicht im Skript stehen?, erläutert Levy. ?Mit seinem physischen und verbalen Humor haucht er Tom Baker echtes Leben ein. Steves Arbeit beginnt da, wo die Regieanweisungen und Dialoge enden.? Auch für Produzent Robert Simonds war die Besetzung ein wahrer Glücksfall: ?Steve legte seine Rolle in IM DUTZEND BILLIGER emotional und komisch zugleich an.?

Martin, der für seine Rollen in sperrigeren Filmen wie dem modernen ?Cyrano de Bergerac?-Remake ROXANNE oder THE SPANISH PRISONER (?Die unsichtbare Falle?, 1997) von der Kritik ebenso gelobt wurde wie auch für seine Komödienhits PARENTHOOD (?Eine Wahnsinnsfamilie?, 1989), FATHER OF THE BRIDE (?Der Vater der Braut?, 1991) oder zuletzt BRINGING DOWN THE HOUSE (?Haus über Kopf?, 2003) mit Queen Latifah, war ebenfalls begeistert über den unverbrauchten Ansatz von IM DUTZEND BILLIGER.

?Das Drehbuch ging sehr unverkrampft an das Thema Familie heran, wie es sonst in Filmen heute kaum mehr möglich ist.? Nachdem Martin als Besetzung für Tom Baker feststand, mußsten die Filmemacher für Tom noch die passende Gattin und Über-Mutter Kate finden. Immerhin sollte das Publikum ihnen abnehmen, das ?die Chemie? zwischen den beiden stimmte und zu zwölf Kindern geführt hatte.

Fündig wurden sie schließlich bei Stand-up-Comedien und Schauspielerin Bonnie Hunt. ?Ich war selten bei einem Film so stolz auf die Besetzung wie bei diesem?, freut sich Regisseur Shawn Levy. ?Nachdem wir Bonnie und Steve im Umgang miteinander erlebt hatten, war klar, dass ihre Beziehung Dreh- und Angelpunkt des Films sein würde.?

Neben der passenden Chemie vor der Kamera lieferten Martin und Hunt auch ein Beispiel dafür, wie sich unterschiedliche Arbeitsstile auf magische Weise ergänzen können. ?Steve ist immer perfekt vorbereitet und weiß genau, welche Vorstellung er in einer Szene abliefern wird?, erklärt Simonds. ?Bonnie geht eher locker und spontan an die Sache heran. Es war interessant, die daraus entstehende Dynamik zu erleben und mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden.?

Liebe, Geduld und Humor Bonnie Hunt wuchs selbst in einer Familie mit sieben Kindern auf und fand deshalb sofort Gefallen an IM DUTZEND BILLIGER und der Darstellung der Großfamilie im Film. Für sie war die Rolle der Kate eine Gelegenheit, allen Müttern Respekt zu zollen.

?Mir war es wichtig, Kate als intelligente Frau zu spielen?, erläutert die Schauspielerin. ?Sie sollte nicht nur ?die Familien-Mama? sein, denn wie so viele Mütter hat auch Kate eine komplexe und vielschichtige Persönlichkeit. Sie liebt ihren Mann und ist überzeugt davon, dass sie gemeinsam die Welt erobern können. Aber in Kate spielen sich auch viele Dinge ab, von denen Tom und die Kinder nichts ahnen, die aber unterschwellig präsent sind. Mir hat es großen Spaß bereitet zu zeigen, was Kates Charakter wirklich ausmacht: Liebe, Geduld und eine gehörige Portion Humor.?

Ihre Qualitäten als Komikerin schraubten auch die Meßlatte für alle anderen am Set in luftige Höhen: ?Man weiß als Schauspieler in einer Szene mit Bonnie nie, was einen erwartet?, schmunzelt Levy. ?Steve Martin und der Rest lernten aber schnell, dass jeder Take mit ihr anders verläuft als der vorherige. Aber sie drückt dabei stets die richtigen Knöpfe. Und entweder macht ihr Partner mit oder er geht mit Pauken und Trompeten unter.?

Für die Besetzung der Baker-Sprösslinge schwebte den Filmemachern eine Mischung aus Neuanfängern und etablierten Jungdarstellern vor. Die Rolle des ältesten Sohnes Charlie, der stinksauer ist, dass er durch den Umzug von seinen Kumpels an der Highschool und der Freundin getrennt wird, ging an Tom Welling. Er spielt sonst in der TV-Serie ?Smallville? den jungen ?Superman? Clark Kent. Welling empfand das große Ensemble ebenso als eine Herausforderung wie die Zusammenarbeit mit seinem Idol Steve Martin.

?IM DUTZEND BILLIGER ist eine superlustige Story und unterscheidet sich sehr von dem, was ich sonst im Fernsehen drehe?, erzählt Tom Welling. ?Ich fand es toll, Teil eines großen Ganzen zu sein, ich liebe Kinder und ich wusste, von Steve Martin würde ich viel lernen können.? Auch Hilary Duff alias ?Lizzie McGuire? ist eine Ikone der Popkultur. Sie verkörpert den typischen Teenager Lorraine. Lorraine ist mehr mit Klamotten, Make-up und ihrer Frisur als mit dem allgemeinen Familienchaos beschäftigt.

?Der Film zeigt deutlich, welche Kämpfe eine Familie mit 14 Personen durchstehen mußs ? eben die berühmten ,guten und schlechten Zeiten??, findet Hilary Duff. ?Lorraine interessiert sich ausschließlich für Mode und Schönheit und verbringt ihre Zeit am liebsten vor dem Spiegel. Aber sie bringt auch einen gewissen Ausgleich in die Familie. Als die Dinge hektisch werden, verhindert letztlich auch Lorraine, die ja zu den ältesten Kids gehört, dass alles aus dem Ruder läuft.?

Kreatives Ensemble Piper Perabo wurde mit der Komödie COYOTE UGLY (2000) einem breiten Publikum bekannt. Sie spielt die älteste Tochter Nora, die als einziges der Baker-Kinder das Nest bereits verlassen hat. Nora ist nach Chicago gezogen, um sich ihren Traum von Liebe und Karriere zu erfüllen, und ist wenig begeistert, als die komplette Sippe ihr dahin folgt. Als Mama Kate weg ist, bittet ihr Vater Nora um Hilfe, um die außer Kontrolle geratene Situation zu meistern.

?Nora kämpft mit sich selbst, denn sie möchte ja gerade unabhängig und auf sich allein gestellt leben?, erläutert Perabo ihre Filmfigur. ?Als Kate in New York ist, merkt die Familie, dass sie Nora unbedingt bei sich braucht. Für die große Schwester ist das eine echte Herausforderung und mir gefiel die Art, wie der Film all die Vor- und Nachteile einer Großfamilie zeigt. Eine Riesenfamilie stürzt das Leben zwar ins Chaos, aber sie macht auch Spaß.Was auch immer passiert, es wird immer jemand da sein, der mit dir spricht, dich aufheitert und sich um dich kümmert.?

Regisseur Shawn Levy machte seinen populären Jungstars klar, dass am Set niemand eine Extrawurst gebacken bekäme. ?Wir sagten ihnen, dass jeder mit Respekt behandelt wird, aber keiner einen Sonderstatus innehat. Und zu meiner großen Freude fanden das alle drei völlig in Ordnung und freuten sich, Teil eines kreativen Ensembles zu sein?, erzählt Shawn Levy.

Bei den jüngeren Mitgliedern des Baker-Clans entschieden sich die Filmemacher für frische, neue Gesichter, von denen manche noch nie auf der Leinwand oder dem Bildschirm zu sehen waren.

Steve Martin wusste die ungefilterten Ansichten der Kids zu schätzen: ?Ihre Arbeitseinstellung hängt extrem vom Alter ab?, so Martin. ?Die ganz Kleinen entwickeln manchmal eine Abneigung gegen den Dreh und bekommen sehr schnell heraus, dass sie sich so ziemlich alles leisten können, weil das Team voneinander abhängig ist.Wenn sie aber erst mal sechs oder sieben Jahre alt sind, beginnt die Schauspielerei ihnen richtig Spaß zu machen. Die Kinder wirken absolut natürlich, man kommt nicht auf die Idee, dass sie ihre Rollen überhaupt ?spielen?, und die Arbeit mit ihnen bereitet großes Vergnügen.?

?Unser oberstes Besetzungsziel lautete: ?Lasst alle zusammen wie eine echte Familie wirken, in der aber jedes Kind eine bestimmte, klar unterscheidbare Persönlichkeit besitzt?, merkt Simonds an.

Auch Bonnie Hunt hatte an der Arbeit mit den kleinen Kollegen sehr viel Spaß. ?Ich konnte meinen Job einmal aus ihrer Perspektive sehen, ihren Spaß daran und ihre Neugierde erleben. Es hat mich daran erinnert, welches Glück ich habe, spielen zu dürfen und dafür bezahlt zu werden?, lacht die Schauspielerin.

Rühreier im Gesicht Die Dreharbeiten zu IM DUTZEND BILLIGER fanden in und um Los Angeles herum statt. Das Weinmekka Napa Valley in Nordkalifornien doubelte Midland, Illinois, wo das Farmhaus der Bakers steht. Ausstatterin Nina Ruscio traf eine unübliche Entscheidung: ?Für die Innenaufnahmen bauten wir ein zweigeschossiges Haus im Studio. So konnten auch Aufnahmen gedreht werden, bei denen die Kameraperspektive vom ersten in den zweiten Stock und umgekehrt gerichtet war, damit die Familie in Aktion besser zur Geltung kam.?

Auch für die Charaktere der Kinder wurde das passende Setting geschaffen: ?Henry interessiert sich für Jazz, Sarah liebt es zu zeichnen und hat lauter kleine Bildchen in ihrer Ecke. Jessica und Kim sind Leseratten, also bekamen sie ,Bestsellerlisten? an ihre Zimmertür geheftet. Die Zuschauer werden diese kleinen Anspielungen vielleicht nicht direkt wahrnehmen?, so Ruscio. ?Aber uns half das sehr, die einzelnen Figuren zu unterscheiden.?

Ein weiteres subtiles Ausstattungsmittel: Im Haus der Bakers wurden diverse Fruchtbarkeitssymbole angebracht, darunter Weizengarben und ein zierliches Relief in Gestalt einer Frau im Flur. Diese Details waren wichtig für die gesamte Darstellung der bakerschen Familienwelt.

Mehr als einmal erwies sich der Set von IM DUTZEND BILLIGER als Spiegelbild des verrückten Innenlebens seiner Filmfamilie. ?Man kann keinen Film über den Alltagswahnsinn in einer Großfamilie drehen, ohne ein bisschen davon auch am Drehort zu erleben?, lacht Regisseur Shawn Levy. Die jüngeren, unerfahrenen Darsteller trugen das ihre zur chaotischen Atmosphäre am Set bei.

?Zwischen Kids, die völlig angstfrei Spaß am Dreh haben, entsteht eine großartige, anarchische Stimmung?, stellt Schauspieler Tom Welling rückblickend fest. ?Zwölf Kinder, die Geschwister darstellen, spiegeln auch die Energie einer solchen Familie wider.?

Auch Hilary Duff war sich ?zuerst nicht sicher, ob es mit so vielen Leuten am Set klappen würde?. Aber sie stellte schnell fest, dass ?manche Szenen vielleicht ein wenig länger brauchten, weil sich zwölf Leute gleichzeitig konzentrieren mußsten. Aber dafür war es nie langweilig?. Steve Martin entwarf seine ganz eigene Taktik für die Szenen, in denen er mit seinen jungen Kollegen spielte. ?Mit zwölf Kindern am Set kann man einfach nicht alles unter Kontrolle behalten.?

Das ?kontrollierte Chaos? war auch der Schlüssel zu einigen Szenen, die aufwendige Kulissen und komplizierte Action verlangten. Dazu zählte auch die Frühstücksszene mit einem wild gewordenen Frosch und viel fliegendem Rührei. Diese Szene gehörte ganz sicher nicht zu den Lieblingsdrehs von Hilary Duff: ?Ich bekam am meisten Ei ab und dabei hasse ich Eier!? Shawn Levy hielt Duffs Abscheu im Bild fest und freute sich über die Authentizität der Szene. ?Das Chaos, das der Frosch in der Küche auslöst, gehört für mich zu den Höhepunkten des Films. Dafür sind zum Großteil Hilarys Reaktionen verantwortlich.?

Auch Steve Martin entging dem Wahnsinn des Drehs nicht: In einer Szene wurde er von einer explodierenden Hüpfburg in die Luft katapultiert, in einer anderen mußste er an einem herabstürzenden Kronleuchter pendeln und gleichzeitig versuchen, ein Nachbarskind zu retten, nachdem eine Hockeyeinlage auf Inlineskates gehörig schief ging. ?Steve ist am besten, wenn er auch körperlich Komik zeigen kann. Ein Großteil der Arbeit am Drehbuch wurde also darauf verwandt, den passenden Kontext für ihn zu schaffen.?

Die engen Beziehungen, die beim Dreh zwischen den Darstellern entstanden, verwischten die Linien zwischen Film und Realität. So mancher Darsteller ertappte sich dabei, sein Rollenverhalten auch dann beizubehalten, wenn die Kameras nicht liefen. ?Bonnie kümmerte sich wie eine richtige Mama um jeden am Set?, lobt Hilary Duff. ?Wenn die Kleinen Probleme mit der Konzentration hatten, sprach sie mit ihnen, wie mit ihren eigenen Kindern. Sie versuchte, es so witzig wie möglich für sie zu gestalten und dabei die nächste Szene in den Kasten zu bekommen.?

?Es gab Momente, da sollte ich laut Drehbuch lachen?, erinnert sich Bonnie Hunt. ?Aber ich hätte auch lachen müssen, wenn es meine eigenen Kinder gewesen wären, denn Kinder bringen wirklich oft die coolsten Sprüche.? Die ?Familienbande? zwischen den Schauspielern spiegeln sich auch auf der Leinwand wider: ?Die ?Kompatibilität? der Schauspieler war wirklich essenziell bei der Besetzung?, erläutert Tom Welling, ?denn diese Familie verbringt gerne Zeit miteinander und ich hoffe, das vermittelt sich auch dem Kinopublikum.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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