Scooby Doo 2: Die Monster sind los

Produktionsnotizen

Wie es mit den Spürnasen weitergeht Zuletzt haben wir das Team von Mystery Inc. in dem Sommer-Blockbuster "Scooby-Doo" (Scooby-Doo) erlebt: Die ständigen Streithähne vertrugen sich endlich, um gemeinsam das Geheimnis des Vergnügungsparks Spooky Island zu lüften. Dadurch stiegen die gefeierten Spürnasen in ihrer Heimat Coolsville/USA zu Superhelden auf.

Um ihre einzigartigen Fähigkeiten und ihr Engagement beim Lösen der verrücktesten Fälle zu ehren, veranstaltet die Stadt im Coolsonian-Museum für Kriminologie einen Empfang mit rotem Teppich - es handelt sich um die Eröffnung einer Ausstellung mit all den Kostümen jener gruseligen Schurken, denen die Freunde im Lauf der Jahre das Handwerk gelegt haben. Zu den großartigen Exponaten zählen die ausgeklügelten Verkleidungen so abgefeimter Gegner wie dem Gespenst des Schwarzen Ritters, den Skelemen, dem Pterodaktylus-Gespenst, Captain Cutlers Geist und dem 49er-Bergmann.

Die Detektive von Mystery Inc. baden im Glanz des Erfolgs. Doch leider haben sie einem Unbekannten die Tour reichlich vermasselt. Der ist jetzt so wütend, dass er die Helden endgültig von ihrem Sockel stoßen will.

Als sich das Kostüm des Pterodaktylus-Gespenstes plötzlich in ein echtes prähistorisches Flugmonster verwandelt und den Partygästen panische Angst einjagt, wird klar, dass die Detektive das eigentliche Ziel dieser Racheaktion sind: Ein maskierter Schurke erscheint im Museum und macht Mystery Inc. für den Angriff verantwortlich.

Doch das ist erst der Anfang: Der rätselhafte Bösewicht hat eine Maschine konstruiert, mit der er Monster erschaffen kann: Jetzt lässt er eine ganze Armee unheimlicher Kreaturen auf Coolsville los. Und er versteht es gleichzeitig, den gefeierten Helden die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.

Die berühmten Fünf müssen natürlich ihren Ruf wiederherstellen und Coolsville vor dem Untergang retten - es gilt also dem Schurken die Maske abzureißen und sein Geheimnis aufzudecken? doch vorher müssen sie die wütenden Ungeheuer überwinden.

"Die Freunde müssen sich mit ihren alten Feinden auf ganz neue Art auseinandersetzen", stellt Drehbuchautor James Gunn fest. Bei der Entwicklung des Drehbuchs zu "Scooby Doo 2" hat er sehr eng mit Regisseur Raja Gosnell sowie den Produzenten Charles Roven und Richard Suckle zusammengearbeitet, um Mystery Inc. im zweiten Kinoabenteuer mit einem noch "mitreißenderen Geheimnis" zu konfrontieren.

"Wir waren uns alle einig: Die Messlatte soll im zweiten Scooby-Doo-Film noch höher gelegt werden", führt Roven aus. "Dabei soll die Geschichte die Balance halten zwischen den Erwartungen, die das Publikum aufgrund der Cartoon-Serie und aufgrund des erfolgreichen ersten Films mitbringt."

"Bei der Ausarbeitung des mysteriösen Falls in der Fortsetzung fiel mir ein, dass wir irgendwie die klassischen Monster der Zeichentrickserie wiederverwenden sollten", erinnert sich Gosnell. "Gleichzeitig sollen alle Hauptfiguren ihre eigene, glaubwürdige Entwicklung durchmachen. Außerdem soll die Story Kids ebenso gefallen wie Erwachsenen."

Diese ergeizigen Vorgaben stellt Gosnell Gunn vor, der das Konzept des Regisseurs mit den klassischen Elementen der Serie kombinierte und dann mit einen eleganten Kniff dem Kino des 21. Jahrhunderts anpasste.

Laut Roven "entwickelte James die Struktur, in der die klassischen Schurken und Monster der Serie Platz finden, und die Detektive stehen vor echten emotionalen Problemen, während sie es mit dem Ausbruch der Monster zu tun bekommen, die Coolsville in Schutt und Asche legen und ihren Ruf ruinieren".

"In ,Scooby Doo 2 - Die Monster sind los' müssen letztlich alle irgendwie die Maske fallen lassen", sagt Gunn. "Einerseits müssen die Freunde das Geheimnis lüften und jenen Bösewicht identifizieren, der die Monster auf sie loslässt, andererseits setzen sie sich aber auch mit der Tatsache auseinander, dass jeder von ihnen im Umgang miteinander eine Maske trägt."

"Die Freunde merken schnell, dass der Erfolg nicht von Dauer ist und dass er nicht unbedingt die Persönlichkeit ausmacht", fügt Suckle hinzu. "Während sie den Fall lösen, erfahren sie, dass ihre eigenen Schwächen eigentlich ihre Stärken sind."

Norville "Shaggy" Rogers und sein vierbeiniger Gefährte Scooby-Doo, die für ihre Feigheit ebenso bekannt sind wie für ihren ewigen Heißhunger, sind laut Roven "Herz und Seele des Teams", auch wenn sie manchmal die sorgfältig geplanten Unternehmungen von Mystery Inc. gefährden. (Oder auch öfter als nur manchmal, zugegeben.) "Shaggy und Scooby sind so sympathisch, weil sie eben nicht die Superhelden sind. Wir träumen zwar alle davon, Superman oder Spider-Man oder Batman zu sein, aber wir haben unsere Schwächen. Shaggy und Scooby haben ständig Schiss, und sie haben ständig Hunger. Und dadurch sind sie uns allen in gewisser Weise ähnlich."

Auf typisch liebenswerte, wenn auch völlig abwegige Art wollen die unbedarften Kumpel dem Team beweisen, dass auch sie vollwertige Detektive sind, nachdem sie in der Monsterausstellung im Museum mal wieder voll ins Fettnäpfchen getreten sind. "Shaggy und Scooby schwören, dass sie ebenso große Spürnasen werden wie ihre Vorbilder - Fred, Daphne und Velma", sagt Gosnell. "Sie wollen sich beweisen, aber jedes Mal geht das schief - und oft genug total daneben."

Shaggy und Scooby glauben, dass man als Held unerschrocken sein mußs, Indizien aufspürt und Monster zur Strecke bringt", sagt Gunn. "Doch schließlich kapieren sie, dass ihre Freunde schon immer Helden in ihnen gesehen haben. Velma, Fred und Daphne bewundern ihren Freiheitsdrang, ihren Humor und ihre unverbrüchliche Treue."

Während Shaggy und Scooby den Mut aufbringen, einfach sie selbst zu sein, "arbeitet die Geschichte ihre emotionale Beziehung noch deutlicher heraus als der erste Film", stellt Matthew Lillard fest. Außerdem werde ich in den Slapstick-Sequenzen sportlich noch viel mehr gefordert als in Teil eins, was ich echt spannend finde."

Spannend wird es auch für Velma Dinkley, die ewige Intellektuelle der Gruppe und Expertin für technische Tüfteleien. Sie legt ihre Markenzeichen-Brille und den orangefarbenen Rollkragenpullover nicht etwa wegen ihrer Ermittlungen ab, sondern weil sie sich verliebt. "In diesem Film erfahren wir, dass Velma sich vor allem davor fürchtet, etwas von sich preiszugeben", verrät Linda Cardellini. "Das Lösen der Fälle macht ihr Spaß, und mit ihrem Köpfchen ist sie unschlagbar, aber in Herzensangelegenheiten klappt das weit weniger überzeugend."

Als es zwischen Velma und dem Kurator des Coolsonian-Museums, Patrick Wisely, funkt, glaubt die ansonsten sehr bodenständige Detektivin plötzlich, Patrick finde nur deswegen Gefallen an ihr, weil er sie für eine geheimnisumwobene Jetset-Abenteurerin hält. Mit Hilfe der etwas gewandteren Kollegin Daphne verwandelt sich Velma in den Prototyp eines glamourösen Bondgirls inklusive hoher Absätze und einem schicken, eng anliegenden roten Overall.

"Auf ihre unwiderstehliche Art versucht Daphne Velma in einen Glamour-Prototyp zu verwandeln - sie überlegt nicht, dass man doch eigentlich das Wesen eines Menschen mag und nicht sein Aussehen", erklärt Sarah Michelle Gellar.

"Weil sie Patrick beeindrucken will, verhält sich Velma wirklich sehr untypisch", sagt Cardellini. "Dabei wird natürlich deutlich, dass sie sich selbst etwas vormacht. Sie fühlt sich äußerst unwohl und wünscht sich ihren orangefarbenen Rolli zurück. Aber während sie ihre aufgewühlten Gefühle auf die Reihe bekommen will, mußs sie gleichzeitig in dem Fall ermitteln und auch die Tatsache verarbeiten, dass Patrick zu den Hauptverdächtigen zählt." Gosnell beschreibt "Velmas Geschichte als kleine Liebeskomödie mitten in diesem großen Action-Abenteuer. Ihre Verwandlung ist ebenso komisch wie mitleiderregend anzuschauen, weil sie so gar nicht zu ihr passt."

Doch niemand leidet unter dem angekratzten Image von Mystery Inc. mehr als die so sehr auf ihren Ruf bedachte Daphne, die fürchtet, das kalte Licht der Unbeliebtheit könnte auch ihre eigenen Unzulänglichkeiten bloßstellen. "Daphne wirkt selbstbewusster als im ersten Film - allerdings hat sie auch gelernt, ihr mangelndes Selbstbewusstsein besser zu tarnen", überlegt Roven.

"Daphne verändert sich auffällig", stimmt Gellar zu. "Im ersten Film war sie sehr unsicher, was ihre eigene Persönlichkeit und ihre Rolle in der Gruppe angeht. Inzwischen ist ihr Selbstvertrauen gewachsen, sie steht für sich ein und präsentiert mehr als nur ,die Schönheit vom Dienst.' Im Sequel glaubt Daphne zunächst, dass es sehr darauf ankommt, wie die anderen uns wahrnehmen, im Gegensatz zu dem, was wir selbst glauben und für wichtig halten. Doch im Lauf des Abenteuers wird ihr klar, dass wir mit uns selbst im Einklang sein müssen, wenn die anderen uns akzeptieren sollen. Eine wichtige und wunderbare Lektion."

Gleichzeitig schlittert auch Teamleiter Fred Jones in eine Identitätskrise. "Zu Beginn der Geschichte hat Fred alles erreicht, was für ihn Erfolg ausmacht - doch ganz plötzlich steht er vor dem Nichts", sagt Freddie Prinze Jr. "Er markiert den Macho, denn er glaubt, er dürfe sich keine Blöße geben - sonst nimmt ihn niemand in Coolsville mehr ernst." "Im ersten Film schreibt sich Fred den wesentlichen Erfolg von Mystery Inc. selbst zu.

Seitdem ist er bescheidener geworden, er nimmt die anderen besser wahr", sagt Suckle. "Wir wollten uns Freddies natürliches Charisma zunutze machen - Fred soll charmanter wirken. Der Anführer bleibt er weiterhin, aber er wirkt nicht mehr so arrogant. Als der maskierte Schurke dafür sorgt, dass sich die Stimmung in Coolsville gegen die Freunde richtet, will Fred erst recht den Macho herauskehren, weil er sich gerade vor Daphne keine Blöße geben will."

Aber auch Daphne hat Angst, dass Fred sie nicht mehr mag, wenn das Team seine Beliebtheit einbüßt. "Sowohl Fred als auch Daphne sind sehr von ihrem Heldenimage abhängig", stellt Gunn fest. "Sie sind das Aushängeschild der Gruppe, doch plötzlich nehmen die Medien sie ins Kreuzfeuer, ihr Ruf löst sich in nichts auf. Am Schluss des Films haben sie allerdings gelernt, dass Beliebtheit gar nicht so wichtig ist - entscheidend ist, dass sie miteinander und mit ihren Freunden auskommen."

Freds und Daphnes Erzählstränge werden subtil miteinander verknüpft, ihre Beziehung aus der Zeichentrickserie entwickelt sich weiter. "Im ersten Film haben wir Fred und Daphne noch getrennt behandelt, doch in ,Scooby 2' sind sie ganz deutlich ein Paar", erklärt Gosnell. "Sie helfen, beschützen und beraten einander. Wenn etwas schief läuft, spüren sie, wie der andere leidet, und gemeinsam versuchen sie den Karren aus dem Dreck zu ziehen."

Letztlich überwinden die unerschrockenen Schnüffler von Mystery Inc. ihre persönlichen Schwächen, um sich ihren alten und neuen Gegnern zu stellen. "Am Ende des Films kapieren sie alle, dass sie am besten als Team funktionieren - jeder Einzelne übernimmt dabei seine ganz besondere, entscheidende Aufgabe", sagt Prinze.

",Scooby-Doo 2' ist eine Geschichte, die zu Herzen geht", versichert Gunn. "Im Kern dieser Story um wildgewordene Monster geht es um Freundschaften, um Menschen, die mit sich selbst ins Reine kommen."

"Das geht durchaus nicht nur Kids an", sagt Gellar über das Filmthema, nämlich die eigene Persönlichkeit akzeptieren zu lernen. "Auch Erwachsene müssen manchmal daran erinnert werden, dass es nicht nur auf das Image ankommt: Es mußs mit dem Innenleben übereinstimmen. Ich bin stolz und glücklich darüber, diese Botschaft zu vermitteln, vor allem durch eine Figur wie Daphne, deren Selbstwertgefühl so entscheidend von ihrem Äußeren abhängig ist."

Neue Freunde? oder neue Feinde? Der rachsüchtige maskierte Bösewicht führt einen perfiden Plan aus, der die Bürger von Coolsville angesichts der Monsterattacke vor Angst erstarren lässt, wobei Mystery Inc. als Sündenbock herhalten mußs. Doch wer ist in der Lage, einen derart teuflischen Plan in die Tat umzusetzen?

Die Freunde haben alle Hände und Pfoten voll zu tun, um die Indizien zu analysieren und den wahren Schuldigen unter ihren vielen Verdächtigen dingfest zu machen. "Es gibt tolle Verdächtige, und sie bringen das Publikum zum Grübeln, wer wohl hinter all dem Chaos steckt - bis zur letzten Minute des Films", verspricht Suckle.

Seth Green (bekannt aus den "Austin Powers"-Filmen) spielt Patrick Wisely, den Kurator des Coolsville-Museums: Er löst in Velma erhebliche Verwirrung aus - und ihren Ausflug in die Haute Couture. "Patrick verliebt sich in Velma - auf ganz altmodische Art", sagt Green. "Außerdem legt er auffällig viel Wert darauf, ständig in der Nähe der Detektive zu bleiben - wahrscheinlich, um Velma besser kennen zu lernen und ihr Vertrauen zu gewinnen."

"Als Kurator des Coolsonian-Museums hat Patrick Wisely Zugang zu allen Kostümen, die sich bald darauf in die realen Monster verwandeln und dann über Coolsville herfallen", sagt Roven. "Dabei bleibt unklar, ob er Velmas Nähe sucht, um sich ein Alibi zu verschaffen, ob er dadurch besser an die Dinge herankommt, die er zur Schöpfung der Monster benötigt, oder ob er ernsthaft an ihr interessiert ist."

Leider hat Velma reichlich Gründe, Patrick für den Hauptverdächtigen zu halten. "Patrick tritt am Anfang in einer Zeitlupensequenz auf, und Velmas Blick verklärt sich - das ist Liebe auf den ersten Blick", berichtet Gosnell. "Beide sind sehr intelligent, und man spürt förmlich, wie es beim Wortwechsel zwischen den beiden funkt. Doch als das Pterodaktylus-Gespenst die Ausstellung aus den Angeln hebt, ist Patrick plötzlich unauffindbar."

"Seth wirkt als Patrick eher wie ein etwas zerstreuter Professor, den er aber mit Autorität und einem gewissen zwielichtigen Einschlag ausstattet - dadurch erscheint er als äußerst interessanter Verdächtiger", sagt Gosnell. "Er kann sich wunderbar dem Stil seiner Schauspielerpartner anpassen - das zeugt von seinem Talent und seiner Erfahrung. Matt improvisiert zum Beispiel sehr gern, und Seth konnte dabei voll mithalten, die beiden warfen sich in ihren Szenen die Bälle nur so zu."

"Wenn ich ehrlich bin, mußs ich zugeben, dass alle meine komischen Aktionen in diesem Film auf Seths Ideen zurückgehen", sagt Gellar, die Green schon als Siebenjährige kennen lernte. "Er trägt derart viel zum Gelingen bei, dass ich das gar nicht in Worte fassen kann."

"Die Zusammenarbeit mit Seth funktioniert wunderbar", bestätigt Cardellini. "So unbeholfen unsere Figuren auch wirken, so liebenswert sind sie gleichzeitig. Es war eine echte Gaudi, unsere Szenen gemeinsam zu spielen."

In den Drehpausen nahm Green an den Scrabble-Wettbewerben teil, die Cardellini in ihrem Wohnwagen veranstaltete. "Ich spiele ja das Superhirn", witzelt sie. "Wenn ich dann mal nicht gewann, habe ich meine miese Stimmung an allen Kollegen ausgelassen."

Green hat neben Gellar zwei Staffeln lang in der Serie "Buffy the Vampire Slayer" (Buffy - Im Bann der Dämonen) vor der Kamera gestanden, und Freddie Prinze Jr. kannte er bereits vom Dreh zu "To Gillian on Her 37th Birthday" (Schatten einer Liebe). Entsprechend schnell fühlte er sich im Team zu Hause. (Auch Matthew Lillard kennt er bereits seit etlichen Jahren.) "Ich spiele ja keine Rolle, die von der Zeichentrickserie her bereits bekannt ist - das macht es leichter, denn ich bin dadurch viel freier beim Gestalten meiner spezifischen Filmfigur."

Keiner der Verdächtigen sorgt für mehr Ärger als die Reporterin Heather Jasper-Howe, dargestellt von der beliebten Schauspielerin Alicia Silverstone ("Clueless"/Clueless - Was sonst?; "Miss Match"). Die auf Krawall gebürstete Regenbogenpresse-Journalistin scheint immer gerade dann aufzutauchen, wenn die Monster für Chaos sorgen. "Heather wirkt äußerlich sehr liebenswert und aufrichtig, aber man weiß nie, wie weit man ihr trauen kann", sagt Suckle.

"Berichtet sie einfach nur über die Probleme, die Mystery Inc. beim Aufklären der Monsterattacke hat, oder trägt sie selbst dazu bei?" fragt Roven geheimnisvoll. Als die Situation eskaliert, drängt Heather Fred zu Kommentaren über die Fortschritte der Ermittlungen. "Sie reißt Freds Äußerungen aus dem Zusammenhang und macht so in Coolsville Stimmung gegen die Detektive", sagt Prinze.

Ob Heather nur eine übereifrige Reporterin ist, die ihren Knüller recherchiert, oder vielleicht ein teuflisches Genie, das alles kaputtschlagen will - Daphne jedenfalls findet Heather in keinem Fall sympathisch. "Alicia schafft das oft schon mit einem einzigen Blick", sagt Gosnell. "In ihrer Rolle ist sie kratzbürstig, aber auch wieder charmant, und das stellt sie sehr überzeugend dar, vor allem, wenn Heather und Daphne sich in die Haare geraten."

"Weil Alicia und ich uns so blendend verstehen, machte es umso mehr Spaß, die Krallen auszufahren und uns misstrauisch zu belauern", sagt Gellar. "Eine unserer Konfrontationen mußsten wir gleich am ersten gemeinsamen Drehtag spielen - damals kannten wir uns noch nicht so gut. Also versicherten wir uns nach jeder Einstellung: ,Tut mir Leid, dieser Blick war natürlich nicht ernst gemeint!' Bis wir dann so weit waren, dass wir sagten: ,Da könntest du mich noch böser anstarren: Na los, gib's mir!'"

"Alicia ist sehr charmant, hat Charisma, ist eine wunderbare Kollegin", sagt Matthew Lillard, der mit Silverstone auch schon "Love's Labour's Lost" (Verlorene Liebesmüh') gedreht hat.

Dieses Gefühl beruht durchaus auf Gegenseitigkeit. "Ich war ganz begeistert, wieder mit Matthew arbeiten zu dürfen, vor allem, nachdem ich seine erstaunliche Leistung in ,Scooby-Doo' gesehen hatte", sagt Silverstone, die sich als Hundefan outet. "Die Beziehung zwischen Shaggy und Scooby finde ich einfach wunderbar - die beiden sind so lieb."

Der legendäre Schauspieler Peter Boyle ("Everybody Loves Raymond"/Alle lieben Raymond; "Young Frankenstein"/Frankenstein Junior; "Taxi Driver"/Taxi Driver) spielt den "Scooby-Doo"-Erzbösewicht Jeremiah "Old Man" Wickles, das einstige Gespenst des Schwarzen Ritters. Von Mystery Inc. enttarnt, hat Wickles eine Haftstrafe abgesessen und ist seinen alten Häschern nicht gerade wohlgesonnen. "Mystery Inc. nervt ihn total", sagt Boyle und bringt die Sache damit auf den Punkt. "Die Schnüffler lassen ihn nicht in Ruhe und sorgen ständig für Ärger. Die Rolle des Wickles macht mir riesigen Spaß, weil ich dabei richtig auf den Putz hauen kann, ohne dass das übertrieben wirken würde."

"Auch wenn er ein unangenehmer Zeitgenosse und ziemlich durchgedreht ist, ist Wickles' Seele noch nicht ganz verloren", sagt Drehbuchautor James Gunn. "Er warnt Shaggy und Scooby davor, seinen alten Fehler zu wiederholen: Er hat sich damals die imposante Fassade als Gespenst des Schwarzen Ritters aufgebaut, weil er sich selbst so mickrig fühlte." "Vielleicht hat er aus seinen Fehlern gelernt und will jetzt ehrlich werden", überlegt Suckle. "Aber er könnte auch der Typ sein, der sich das ganze Komplott ausgedacht hat, um sich zu rächen."

Schock! Panik! Monster! Gibt es eine bessere Methode, die Inkompetenz der Detektive von Mystery Inc. zu demonstrieren, als viele der Monster, die das clevere Team im Lauf der Jahre dingfest gemacht hat, zu neuem Leben zu erwecken und wieder auf Coolsville loszulassen? Die entsetzten Bürger fürchten nicht nur den maskierten Bösewicht, sondern auch die schrecklich realen und richtig aggressiven Monster selbst. "Jedes der Monster hat noch eine Rechnung mit Mystery Inc. offen, denn sie alle wurden einst als Schurke in einem Monster-Kostüm enttarnt", warnt Produzent Charles Roven.

Die vielen monströsen, gruseligen und gespenstischen Kreaturen, die "Scooby-Doo 2" bevölkern, entstanden als Kombination aus real gefilmten "echten" Gegnern (also Schauspielern in elaborierten Kostümen und Masken) und Monstern, die später per Computertrick hinzugefügt wurden.

"Das Aussehen der Monster hält sich sehr eng an die Vorgaben der Zeichentrickserie, das war mir sehr wichtig, damit die Fans sie aus ihren Lieblingsepisoden wiedererkennen", sagt Prinze, von dem man weiß, dass er selbst ein großer Fan der "Scooby-Doo"-Serie ist. "Die Umsetzung der Zeichentrickfiguren in dreidimensionale Monster gestaltete sich sehr schwierig", gibt Gosnell zu, der die ebenso witzigen wie gruseligen Skelemen zu seinen Lieblingsmonstern zählt. "Die visuellen Effekte sind zehn Mal so komplex wie im ersten Film, weil wir es mit zahlreichen vom Computer gestalteten Monstern zu tun haben, die nicht nur im Schlamm landen oder ins Wasser plumpsen, sondern auch darstellerische Qualitäten mitbringen müssen."

Bei der Umsetzung der Horde von Horrorfiguren in "Scooby-Doo 2" mußsten Gosnell und sein Team vor allem darauf achten, die Übergänge zwischen den kostümierten Darstellern und ihren im Computer berechneten Gegenstücken nahtlos und glaubhaft zu gestalten. Zu diesem Zweck stattete das für die Effekte zuständige Team die Armee der Kreaturen mit "Randomonium-Gas" aus, einer entscheidenden Komponente in der Monstermaschine des maskierten Schurken. Durch das Randomonium-Gas erwachen die Monster zum Leben, also sondern sie es alle ab", erklärt Gosnell. "Das ist das Merkmal, das sie alle gemein haben."

Verschiedene Trickschmieden bekamen den Auftrag, bei der Gestaltung der Computermonster für den Film die neuesten Enwicklungen der Tricktechnik einzusetzen. Dazu zählen das 10.000-Volt-Monster, ein mächtiger Gegner, der bei Berührung Stromstöße austeilt und sich durch elektrische Leitungen fortbewegen kann; die zyklopenähnlichen Skelemen, ein verschlagenes Duo, das sich durch seine eigenen Slapstick-Rivalitäten oft genug selbst Knüppel zwischen die Beine wirft; das flachhirnige, aber trotzdem nicht zu unterschätzende Teer-Monster, das seine Beute in Gruben voll klebriger Masse lockt; das Pterodaktylus-Monster, das mit seinen gigantischen Schwingen und haarsträubenden Kreischlauten ganz Coolsville in Angst und Schrecken versetzt; und nicht zuletzt das Monster mit dem passenden Namen Zuckerwatte-Klumpen.

Kostümbildnerin Leesa Evans schuf im wahrsten Sinne des Wortes ein überlebensgroßes Outfit (inklusive Röhren für austretende Rauchschwaden, spezielle Lichteffekte und in der Dunkelheit leuchtenden Farben) für jene Darsteller, die folgende Monster verkörpern: das Gespenst von Captain Cutler - ein Tiefseetaucher mit Helm und Harpunengewehr; den 49er-Bergmann, ein Feuer speiender Goldgräber mit einer kolossalen Wampe; einen ständig kotzenden Zombie; und das Gespenst des Schwarzen Ritters, den wichtigsten Helfershelfer des maskierten Schurken. (Dieses Gespenst wurde anschließend von den Computer-Gurus so bearbeitet, dass in seinem Bauchbereich ein geisterhaftes Loch entstand.)

Den real aufgenommenen Monstern fügte man in der Endfertigung einen digitalen Leuchteffekt hinzu, außerdem erscheinen der 49er-Bergmann und das Gespenst des Schwarzen Ritters durchsichtig.

Fast alle Kostüme, die in der umfangreichen Ausstellung im Coolsonian-Museum gezeigt werden, entstanden in Evans' Kostümabteilung. Die klassischen Monster, die man dort zu sehen bekommt, sind Chickenstein, der Kriecher, der Geisterclown, Doktor Coffins Gespenst, das Highlander-Gespenst, die Meerjungfrau, der Beerdigungsunternehmer, die Ozark-Hexe, das Phantom, der Kürbiskopf, der unstete Geist, Rotbarts Gespenst, das Gruselgalaxis-Gespenst, der Wikingerhauptmann, Warlock, die Kriegerkönigin, der Werwolf, der Zauberer und Zen-Tuo.

Der Entwurf einer Welt voller Geheimnisse Neben all den real gefilmten Monsterkostümen in "Scooby-Doo 2" entwarf Kostümbildnerin Leesa Evans auch die schlau weiterentwickelten Updates der bekannten Detektiv-Outfits: elegante, sehr vorsichtige Varianten der Kostüme in den klassischen Farben: Rot, Weiß und Blau für Fred; das typische Orange und Rot für Velma; Lila für Daphne; Braun und Grün für Shaggy.

"Im ersten Film hielten wir uns streng an den klassischen Look der Zeichentrickfiguren und übersetzten ihn in die real gefilmte Welt", stellt Roven fest. "Diesen Look haben wir inzwischen klar etabliert - deswegen wollten wir ihn diesmal mit etwas zeitgemäßeren Kleidungsstücken für die Detektive abwandeln. Leesa entwarf also Outfits, die normal wirken und die wir selbst auch im Alltag tragen würden."

"Leesa passt die Kleidung der Entwicklung unserer Figuren an", sagt Gosnell. "Mystery Inc. hat einiges erreicht - also geht Fred seiner eigenen Wege und lässt sich von einem Herrenausstatter sponsern. Auch Daphne sieht eleganter aus, ihre Kleider wirken cooler und sind deutlicher auf ihre Figur zugeschnitten."

Lange dachten die Verantwortlichen über ein Accessoire an Freds Kostüm nach: Ascot oder nicht? "Viele wollten auf Freds Halstuch verzichten - ich war dagegen", sagt Prinze. "Also haben wir viele Anspielungen auf den Ascot-Schal in den Film eingebaut. Einmal gestaltet sich das als deutliche Sergio-Leone-Referenz."

Im Gegensatz zum Vergnügungspark Spooky Island in "Scooby-Doo" spielt der zweite Film in der Heimatstadt der Detektive, in Coolsville. In der Zeichentrickserie kommt die Stadt selten ins Bild, meist sieht man nur die Milchbar oder Teile des Schulgebäudes. Die Filmemacher holten "Scooby-Doo"-Produktionsdesigner Bill Boes wieder an Bord und beauftragten ihn, für das ehrgeizige Sequel auch Coolsville seinen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Heraus kam ein farbenprächtiger, innovativer Entwurf mit surrealem Einschlag.

"Bill hat ein Auge für das Ungewöhnliche", sagt Roven. "Bei uns heißt das nur der ,Boes-Blick'. Seine Entwürfe sind deutlich von seinem Markenzeichenstil geprägt - so wie es einem großartigen Produktionsdesigner zukommt. Mit diesem Film hat sich Bill wirklich selbst übertroffen."

Boes ist für seine Liebe zum Detail bekannt. Zusammen mit der Ausstattungsabteilung baute Boes für "Scooby-Doo 2" 60 Sets. Die wichtigsten Innen-Sets entstanden in drei Studiohallen in Vancouver, die Außensets wurden an verschiedenen Drehorten in Vancouver und Umgebung eingerichtet. Jeder Set wird von einer bestimmten Farbpalette geprägt, zum Beispiel die elegante, moderne Einrichtung des High-Tech-Hauptquartiers von Mystery Inc. (Ebenso wie Coolsville kam auch das Büro der Detektive in der TV-Serie nie ins Bild.)

"Bestimmte Einrichtungsgegenstände am Set bekamen die Farben der Helden zugeteilt. Wir wählten die Möbel, Farben, Stoffe und Dekorelemente sehr sorgfältig aus, weil sie sehr viel über die einzelnen Detektive aussagen", sagt Boes. "Fred bildet das Zentrum, die runde blaue Nabe, um die sich alles dreht; Daphne bekommt ihr Lila im Freizeitbereich; Shaggy und Scooby haben die gelbe Küche und eine grüne Ruhezone; und Velmas Labor ist ganz in Orange gehalten."

Das Skript sah auch eine Szene vor, die im verlassenen Highschool-Clubhaus der Detektive spielt: Dort versammeln sich die Freunde, nachdem sie vom maskierten Schurken und seiner Monsterarmee aus Coolsville vertrieben worden sind. Das Clubhaus wurde im berühmten, wunderschönen Stanley-Park mitten in Vancouver aufgebaut.

Geschickt verwandelten Boes und sein Team die Vancouver Art Gallery in die Außenansicht des Coolsonian-Museum für Kriminologie - hier beginnt der Film: Die Detektive besuchen die Ausstellungseröffnung, schreiten wie echte Stars über den roten Teppich.

Das optische Highlight des umfangreichen Museums-Innensets ist die Sammlung der enttarnten Schurken-Kostüme, sie werden in beleuchteten Schaukästen präsentiert - mit Schrifttafeln, die genau beschreiben, wann und wo Mystery Inc. den schurkischen Besitzer dingfest gemacht hat. "Bill ist wirklich detailbesessen: Der 10.000-Volt-Monster-Schaukasten steht neben einem Aktenschrank, der sich exakt an der Originalserie orientiert", staunt Suckle. "In jener Episode scheucht das 10.000-Volt-Monster Shaggy und Scooby in einen Aktenschrank hinein und wieder heraus."

Zu den aufwändigsten Sets gehört Old Man Wickles' ausgedehnter Vergnügungspark Old Tyme Mining Towne, wo die Freunde fast in ihr Verderben rennen. Er liegt am Britannia Beach nahe der Sea-to-Sky-Küstenstraße, die zum Skiparadies Whistler führt (wo 2010 die olympischen Winterspiele stattfinden werden). Auch in Wirklichkeit befindet sich auf diesem Gelände das Bergwerksmuseum von British Columbia.

Wie üblich verstand es Boes, die vorhandenen Gebäude und das Äußere des alten Bergwerks sehr clever in seinen Set zu integrieren. Drum herum baute er eine komplette Stadt auf, mit windschiefen, verwitterten Ladenfassaden, Steppenläufern (dem aus vielen Western bekannten, vom Wind getriebenen ballförmigen Gestrüpp) und rostigen Bergbaumaschinen. Die Requisiten sahen derart echt aus, dass viele Touristen anhielten und sich erkundigten, ob der Set Teil der historischen Originalmine sei.

Sehr hoch auf der Gruselskala ist auch die Wickles-Villa angesiedelt, die mit staubigen alten Büchern, von Spinnweben überzogenen Wasserspeiern und Überbleibseln vergangener Pracht ausgestattet ist. "Die Villa von Old Man Wickles gefällt mir am besten", sagt Cardellini. "An den Wänden hängen Ölgemälde, die wie schöne Landschaften aussehen, aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man höchst verstörende Details - ein Ufo etwa, oder ein Schlange, die ein Piratenschiff verschlingt - das sorgt für die perfekte Gruselatmosphäre."

Über die, äh, also die Dreharbeiten "Scooby-Doo 2 - Die Monster sind los" entstand an 73 Drehtagen zwischen dem 14. April und dem 28. Juli 2003 in Vancouver/British Columbia. Ein Großteil des Drehs benötigte das Team für die zahlreichen Verfolgungsjagden, haarsträubende Begegnungen mit den Monstern, Gänsehaut-Action und übernatürlichen Hexenmumpitz, die zum Markenzeichen von "Scooby-Doo" gehören.

In einer Sequenz terrorisiert das Pterodaktylus-Monster die Gäste bei der Ausstellungseröffnung im Coolsonian-Museum - dabei werden Shaggy und Scooby über den Büfett-Tisch geschleift, als sie versuchen, das kreischende Gespenst mit einem Seil einzufangen. "Drei Tage lang bin ich durch den Saal geflogen, wurde durch offenes Feuer und Gourmet-Menüs geschleift und durch Fenster geschleudert", erinnert sich Matthew Lillard genüsslich. "Das ging nicht ohne blaue Flecken ab, aber trotzdem waren das die tollsten Drehtage."

Stunt-Coordinator J.J. Makaro war für den Ablauf der Szene verantwortlich. Dabei setzte er ein spezielles Flugkorsett ein, das seine Experten für Special Effects entwickelt hatten. "Man nennt das ein XYZ-System, will sagen: In diesem Korsett kann man in alle Richtungen fliegen: vorwärts, rückwärts und seitwärts, aber auch nach oben und unten", erklärt Makaro. "Matthew mußste in der Vorrichtung eine Menge Sturzflüge absolvieren, und er gestaltete sie durch seine Darstellung noch lustiger. Das brachte Spaß - er macht einem die Arbeit wirklich so angenehm wie nur möglich."

Ebenso begeistert stürzte sich Lillard in eine komplizierte Verfolgungsjagd, während der Shaggy und Scooby einen steilen Abhang auf Mülltonnendeckeln herunterrutschen - dicht gefolgt von den Skelemen. "Ich bin den Berg eher hinuntergesurft und mußste schließlich in ein Sicherheitsnetz springen", sagt er. "Das war echt spannend. Ich ging morgens zur Arbeit und dachte: ,Wow, wo sonst in Amerika kann man schon damit Geld verdienen: Ich springe in einen Abgrund und unten fängt mich jemand auf."

Das Pterodaktylus-Monster sorgt außerdem für Chaos, als es die Mystery-Maschine der Detektive durch die Straßen von Coolsville jagt. In typischer "Scooby-Doo"-Manier werden die Freunde hinten aus dem Kombi geschleudert und halten sich mit letzter Kraft am Wagen fest, während Scooby das Lenkrad übernehmen mußs. (Und sagen wir mal so: Ein Michael Schumacher ist Scooby nicht gerade.)

"Zu meinen liebsten Nachtaufnahmen zählt die Szene, in der Freddie, Sarah, Matt und ich uns am Teppich festkrallen und von der Mystery-Maschine mitgeschleift werden", gesteht Cardellini.

"Mehr oder weniger surfen wir auf dem Teppich, der halb aus dem Kombi herausgerissen ist", erklärt Gellar. "In Chinatown waren wir eine ganze Nacht an den Kombi geschnallt, der mit ziemlich hohem Tempo über die Schlagloch-übersäte Straße bretterte, und wie die kleinen Kinder schrien wir: ,Schneller! Fahr schneller!' Als ob man einen ganzen Tag lang Achterbahn fahren würde."

Sechs verschiedene Kombis doubelten die Mystery-Maschine im Film, einer davon war ein "Blindfahrer-Wagen", der speziell für jene Szene entworfen und gebaut wurde, in der Scooby während der Pterodaktylus-Jagd angeblich selbst am Lenkrad sitzt. Motor, Kupplung, Kühlsystem und weitere Komponenten wurden aus dem Motorraum hinter den Fahrersitz verlegt. Außerdem bekam der Wagen einen Kühlergrill aus einem Stück, der sich leicht herausnehmen ließ - dahinter saß der Stuntfahrer, der den Wagen lenkte. So entstand der Eindruck, das Scooby selbst am Steuer saß. (Die zwei "Beauty-Wagen" sind 1989er-Chevrolets, die mit einer High-Tech-Ausrüstung ausgestattet wurden: mit Computern, flachen Bildschirmen und jeder Menge ausgeklügelter Kommunikationstechnik.)

Bei der Choreografie von Daphnes tapferem Schwertkampf mit dem Geist des Schwarzen Ritters in Wickles' Villa verließ sich Makaro auf Sarah Michelle Gellars umfangreiche Martial-Arts-Erfahrung, die sie sich beim Kampf gegen monströse Kreaturen in sieben Staffeln der Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen" angeeignet hat.

"Es handelt sich um einen sehr elaborierten Kampf", sagt er. "Vielen Schauspielerinnen hätte ich so etwas von vornherein gar nicht erst zugetraut, aber weil Sarah die Fertigkeiten und die Erfahrung mitbringt, können wir von sehr viel komplexeren Voraussetzungen ausgehen."

"Stunts bringen Spaß, Gucci-Absätze finde ich toll, aber Stunts in Gucci-Absätzen sind die Pest!" witzelt Gellar mit einem Augenzwinkern. "Das mußste ich also erst lernen, aber genau das ist ja das Vergnügen bei den ,Scooby-Doo'-Filmen. Ich bin jedes Mal begeistert, wenn ich neue Martial-Arts-Kniffe und Tricks lernen darf."

Freddie Prinze Jr. mußste beim entscheidenden Duell mit dem Geist des Schwarzen Ritters alte und neue Tricks anwenden: Beim Kampf gegen den unfassbaren Gladiator springt Fred auf ein Motorrad, während sein Gegner ihn hoch zu Ross angreift. Bei diesem "Turnier" verwenden die beiden echte Lanzen - außer beim tatsächlichen Zusammenstoß, der mit Computereffekten gestaltet wurde.

"Freddie war zu allem bereit", bestätigt Makaro. "Wie sich herausstellte, mußste er gar nicht viel proben, weil er sich mit Motorrädern auskennt - er hat das sehr professionell gedeichselt."

Linda Cardellini und Seth Green absolvierten gemeinsame Stunts in einer Szene, in der Velma in einen Schacht hechtet, von einem verrotteten Steg stürzt und über dem Abgrund baumelt, während Patrick sie retten will. "Das war sehr gefährlich", sagt Green mit unbewegtem Gesicht. "In meiner Rolle mußs ich jede Menge Stunts und Tricks ausführen, und die meisten wollte ich, wenn irgend möglich, selbst machen - nicht weil ich so mutig, sondern weil ich einfach blöd bin."

Neben den vielen Screwball-Mätzchen und der gruseligen Monster-Action bietet "Scooby-Doo 2" Scooby und seinen Gefährten auch die Gelegenheit, in zwei mitreißenden Sequenzen kräftig das Tanzbein zu schwingen. Schauplatz beider Szenen ist die Spelunke "Zum falschen Gespenst", die Stammkneipe all der Schurken, die von Mystery Inc. enttarnt worden sind. "Dort beklagen sich die grantigen alten Männer ständig darüber, wie Mystery Inc. ihr Leben ruiniert hat, dort schwelgen sie in Erinnerungen an die glorreichen Tage, als sie sich mächtig und wichtig vorkamen", sagt Drehbuchautor James Gunn.

Shaggy und Scooby hoffen, dort mit ihren Ermittlungen weiterzukommen - sie verkleiden sich als Disco-Kings und tun in der Kneipe so, als ob sie selbst demaskierte Gespenster seien. Doch dann wird Scooby auf die Tanzfläche gezerrt, legt einen leidenschaftlichen Boogie hin und verliert seine riesige Afro-Perücke - dadurch fliegt seine Tarnung auf. Das Disco-Fieber bricht in Scooby so jäh aus, weil er einen Titel der sensationellen britischen Band Big Brovaz hört: Sie liefern eine Cover-Version von Sly Stones Klassiker "Thank You (Falletinme Be Mice Elf Agin)".

Das "Amerikanische Idol" des Jahres 2003, Ruben Studdard, wummert durch das Filmfinale mit einer Cover-Version des Titels "Shining Star" von Earth, Wind & Fire, die er speziell für den Soundtrack aufnahm. Er tritt auch in der Star-gespickten Tanzsequenz auf. "Vom Starkult lasse ich mich nur selten mitreißen, aber als Ruben ins Studio kam, war das anders - und das galt für alle, die das miterlebt haben", gesteht Produzent Richard Suckle, der die Idee, Studdard mit der "Scooby-Doo"-Crew zusammenzubringen, schon hatte, bevor der Sänger zum Sieger der Casting-Show "American Idol" gekürt wurde. "Er liefert eine tolle Interpretation des Songs, die wunderbar zum Thema des Films passt. Wir hatten riesiges Glück, dass er mitgemacht hat."

"Im Studio war Ruben ein echter Kumpel - wir hatten großen Spaß", erinnert sich Gellar. Beim Dreh stand ein Fernseher mit Riesenbildschirm bereit, damit Darsteller und Filmteam Ruben in den letzten Runden der Show die Daumen drücken konnten. "Er ist tatsächlich genauso, wie wir ihn auf dem Bildschirm in der Show erlebt haben: Ein großer kuscheliger Knuddelbär."

Die Choreografie der dynamischen Tanznummer übernahm Anne "Mama" Fletcher, zu deren Filmografie "Buffy - Im Bann der Dämonen", "Six Feet Under" (Six Feet Under - Gestorben wird immer) und "The Wedding Planner" (Wedding Planer - Verliebt, verlobt, verplant) zählen. "Ich bin ganz objektiv, wenn ich sage, dass Anne Fletcher die größte Choreographin aller Zeiten ist", sagt Gellar.

"Was Mama bei dieser Choreografie leistet, ist einfach erstaunlich", bestätigt Suckle. "Eine so unglaubliche Energie habe ich noch nie erlebt."

"Raja stellte sich einen einfachen Tanz vor, der sich mehr und mehr ausweitet, bis er sich in eine gewaltige Hollywood-Musical-Nummer verwandelt", erklärt Fletcher.

"Mama hat die gesamte Sequenz mit den Tänzern innerhalb weniger Tage choreografiert und einstudiert", sagt Gosnell. "Eine beeindruckende Leistung, vor allem wenn man bedenkt, dass auch Scooby tanzt, und immer wenn Scooby mit im Bild ist, mußs man eine Menge technischer Aspekte beachten. Allerdings ist Scooby ein hervorragender Tänzer?" Zu Fletchers Hauptteam zählten elf Profi-Tänzer; die Schauspieler Karin Konoval und Stephen E. Miller, die im Film Aggie Wilkins und C.L. Magnus darstellen; und die Tänzerin Brianna English, die Scooby doubelt. (English trug dabei ein Scooby-Kostüm inklusive Pfoten; Scoobys Oberkörper wurde dann später als visueller Effekt ergänzt.

Die Hauptdarsteller ließen sich von Mamas ansteckender Dynamik mitreißen. "Die Tanzsequenz war mit deutlichem Abstand mein bisher liebster Drehtag überhaupt", sagt Cardellini. "Ich tanze gern, vor allem als Velma, weil sie so viel Spaß dabei hat. In der Story hat Velma zum Zeitpunkt der Tanzszene beschlossen, einfach sie selbst zu sein, sie feiert ihre neue Freiheit so wild und ungezwungen, dass das für mich das reinste Vergnügen war."

"Man lässt sich für Sekunden mitreißen", sagt Peter Boyle trocken. "Man glaubt tatsächlich, dass man tanzt. Und dann schaut man auf den Monitor und sieht, was wirklich passiert."

"Zum Glück habe ich südländisches Blut in mir, ich brauchte also nicht lange, bis ich die Tanzschritte verinnerlicht hatte", lacht Prinze, der die Choreografie wegen seines vollen Drehplans innerhalb von nur 30 Minuten einstudieren mußste.

Neben den Titeln von Ruben Studdard und Big Brovaz enthält der fetzige "Scooby-Doo 2"-Soundtrack eine überzeugende Mischung aus "Don't Wanna Think About You" von Simple Plan; dem New-Radicals-Hit "You Get What You Give", "Boom Shack-A-Lack" von Apache Indian, "Wooly Bully" von Bad Manners und "Here We Go", gesungen von Bowling For Soup.

Ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Filmmusik ist auch der gefragte Komponist David Newman, der die restlichen Szenen untermalt. "David ist der perfekte Komponist für diesen Film", sagt Gosnell. "Denn wir wollen jeden Gag, jeden Witz mit einem musikalischen Kommentar unterstreichen. David versteht es meisterhaft, komische Elemente mit gruseligen und dramatischen zu kombinieren - das ist unglaublich schwierig. Nur die wenigsten Komponisten können das."

Das "Scooby-Doo 2"-Team und die Produzenten würdigen Regisseur Raja Gosnells Verdienst, der stets für eine lockere Atmosphäre am Set sorgte: Erst dadurch waren die Improvisationen, die komödiantische Energie, die Action und die dramatischen Szenen überhaupt möglich. "Raja gesteht uns eine Menge Freiheit zu", sagt Linda Cardellini. "Als Regisseur zeichnet er sich vor allem dadurch aus, dass er auf die Anregungen seiner Mitwirkenden eingeht. Und er lässt sich nie aus der Ruhe bringen."

"Mir hat die Arbeit mit Raja großes Vergnügen bereitet", sagt Peter Boyle. "Und mir gefällt sein Name."

"Ohne Raja hätte ich den zweiten Film nicht gemacht", sagt Prinze. "Er war zwar Cutter, bevor er Regisseur wurde, aber er schneidet den Film nicht schon vor den Dreharbeiten im Kopf - dadurch bekommen wir die Chance, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Wenn das besser funktioniert als das ursprüngliche Konzept, dann setzt er es auch um. Er nimmt die Vorschläge der anderen ebenso ernst wie seine eigenen - und das wissen wir Schauspieler zu schätzen."

Und Produzent Charles Roven stellt fest, dass Gosnells Persönlichkeit und Erfahrung ebenso wertvoll sind wie seine Angewohnheit, das ganze Team mit einzubeziehen. "Raja ist unglaublich warmherzig, witzig und immer guter Stimmung. Bösartige Scherze sind ihm fremd. Er kennt sich mit Slapstick ebenso aus wie mit dem Humor, der in den Figuren angelegt ist, und er packt die Sache mit einer sehr positiven Haltung an. Außerdem ist er ein hervorragender Cutter - wenn ein Regisseur solche Fähigkeiten mitbringt, dann ist das ein seltener Glücksfall, einfach unbezahlbar."

Einen weiteren besonderen Aspekt des Films stellen Prinze und Gellar dar, die im Privatleben ein Ehepaar sind und im Film ein Highschool-Pärchen spielen. "Die Beziehung zwischen Fred und Daphne geht wirklich zu Herzen, und sie entwickelt sich im Lauf der Geschichte", sagt Roven. "Und dass Freddie und Sarah auch privat ein Paar sind, ist das Tüpfelchen auf dem i ihrer Leinwandromanze."

"Zu einem wunderbaren Moment zwischen Fred und Daphne kommt es in einer Schlüsselszene, als sie sich gegenseitig gestehen, wie viel Angst sie haben", sagt Gosnell. "Man spürt dabei nicht nur, dass Fred und Daphne zusammengehören, man spürt auch die Liebe und das Vertrauen, das Freddie und Sarah privat füreinander empfinden."

Ebenso begeistert äußert sich der Regisseur über Linda Cardellinis absolut perfekte Darstellung. "Hinreißend, was Linda hier zeigt", verspricht Gosnell. "Genau wie Velma ist sie ein sehr witziges Girl mit dem Herz auf dem rechten Fleck."

"Beim ersten Film habe ich lange Zeit gebraucht, bis ich mich in die Rolle eingelebt hatte, aber inzwischen sind mir Velmas Eigenheiten, ihre Stimme zur zweiten Natur geworden", sagt Cardellini und hebt ihren Zeigefinger - eine Geste, "die in der Enzyklopädie der Velma-ismen eine wesentliche Rolle spielt. Velmas Satzmelodie macht große Sprünge, aber sie drückt sich sehr präzise aus. Und sie spricht das ,s' etwas anders als ich. Nicht unbedingt ein Lispeln, sondern nur eine andere Aussprache."

Cardellini studierte Velmas Sprache mit Hilfe einer "Sprach-CD", die ihr Freund für sie zusammenstellte: Er nahm Velmas Sprüche aus der Serie auf und ließ hinter jedem Satz eine Lücke, in der Cardellini den Satz wiederholen konnte. "So habe ich gelernt, wie sie spricht. Ich versuche sie so exakt wie möglich zu imitieren, und mittlerweile habe ich das voll und ganz drauf."

Matthew Lillard begeisterte seine Schauspielerkollegen ebenso wie das Filmteam mit seiner atemberaubenden Leistung als super-lockerer und ständig hungriger Norville "Shaggy" Roberts. "Die Arbeit mit Matthew ist das reine Vergnügen, weil er ganz einfach mit Shaggy identisch ist", sagt Gosnell. "Er denkt wie ein Regisseur - das hilft ungemein. Er ist immer konzentriert und holt aus jeder Situation einen Gag heraus. Wenn ich eine Szene einrichte und er einen Vorschlag hat, wie man sie verbessern oder noch einen Witz einbauen könnte, dann hält er damit nicht hinterm Berg. Solche Mitarbeiter hat man gern im Team." "Matthew bewegt sich auf dem Grat zwischen Cartoon und Realität mit unglaublicher Leichtigkeit und Anmut - und mit Humor", stimmt Gellar ihm zu.

"Er hat vor gar nichts Angst", staunt Cardellini. "Matthew geht immer wieder Risiken ein. Es bringt Spaß zu beobachten, wie er mit Neil [Fanning, der Scooby-Doo beim Dreh und auch später bei der Nachsynchronisation spricht] interagiert. Ich komme mir vor, als ob ich meine liebsten Zeichentrickfiguren im richtigen Leben beobachten darf."

Bei der Vorbereitung auf die umfangreichen komischen Action-Szenen, die er als Shaggy absolvieren mußste, orientierte sich Lillard an einem der alten Meister: "Vor Beginn der Dreharbeiten habe ich mir viele Charlie-Chaplin-Filme angeschaut und genau studiert, wie er die Komik mit seinem Körper ausdrückt. Das hat mir beim Timing sehr geholfen."

Laut Lillard fiel es ihm beim zweiten Film leichter, in die Rolle des Shaggy zu schlüpfen. "Beim ersten Mal wussten wir noch nicht, wie Scooby aussehen würde und wie er funktioniert - aber dieses Puzzlestück liegt jetzt am richtigen Platz", erklärt er. "Man kommt sich dabei vor wie beim Marathon-Lauf. Wenn man das einmal geschafft hat, weiß man, was einen erwartet - also weiß man auch, wie man sich darauf vorbereitet."

Sein großes Engagement für die Rolle birgt allerdings auch Gefahren, wie er jetzt einmal mehr feststellt: "Ich spiele Shaggy zum zweiten Mal und merke, dass mich die Rolle abends nach Drehschluss nicht loslässt", sagt Lillard. "Ich spüre, wie meine Stimme ständig kiekst, und wenn ich einen Witz mache, rede ich automatisch eine Oktave höher. Allerdings rede ich dann nicht ständig ins Nichts hinein - wie ich das vor der Kamera den ganz Tag lang machen mußste!"

Das Problem, ohne ein Gegenüber spielen zu müssen, haben natürlich alle Teammitglieder von Mystery Inc., vor allem aber Scoobys bester Kumpel Shaggy: Er mußs in fast allen seinen Szenen mit einem nicht vorhandenen Hund interagieren. Der australische Schauspieler Neil Fanning lieh der gefräßigen dänischen Dogge seine Stimme und Persönlichkeit und sprach am Set die Dialoge, um den Kollegen auch emotional die richtigen Stichwörter zu liefern.

"Neil macht die Sache erheblich leichter, weil beim Schauspielen derart viel von der Beziehung zwischen den Leuten abhängt - Neil hat Scooby jeden Tag für uns alle zum Leben erweckt", sagt Lillard.

"Matthew ist einfach fantastisch", sagt Fanning. "Er bietet jedem Partner derart viele Ansatzpunkte, sein Timing als Komiker ist unschlagbar. Scooby und Shaggy sind die dicksten Freunde, sie sind aufeinander angewiesen, und genau dieses Gefühl wollen wir am Set vermitteln. Matthew ist sehr begabt - die Arbeit mit ihm ist ein echtes Vergnügen."

Fanning hat Scooby-Doo bereits im ersten Film gesprochen. "Diesmal ließ man mir mehr kreative Freiheit", verrät er. "Beim Proben der Szenen habe ich das Drehbuch zwar als Richtschnur benutzt, aber Scoobys Dialoge auch improvisiert, um den Text authentischer zu gestalten. Auch Matthew entfernt sich gern von den vorgegebenen Dialogen, ich versuche also mitzuhalten und im Sinne von Scooby so natürlich wie möglich auf ihn zu reagieren. Bei der Nachsynchronisation gibt mir Raja dann ganz spezifische Anweisungen, und so verfeinern wir Scoobys stimmliche Darstellung."

"Matthew und Neil verständigen sich praktisch ohne Worte", stellt Gosnell fest. "Matthew improvisiert, Neil nimmt das auf und reagiert. Wenn wir Scoobys Stimme schon vorher aufnehmen und Matt zuspielen würden, wäre all diese Spontaneität nicht möglich. Auch Neils Spiel wird dadurch besser, weil er mit Matt zusammen agiert und dessen Energie übernehmen kann."

Über Scooby-Doo Er ist zwar nicht der unerschrockenste Detektiv von Mystery Inc., aber immer spielt Scooby-Doo beim Lösen der Fälle eine entscheidende Rolle. Seine Spürnasen-Kollegen könnten ohne seine Freundschaft, Treue und den unersättlichen Appetit gar nicht auskommen, und seinen Fans geht es genauso, seit er 1969 sein Debüt in der Zeichentrickserie "Scooby-Doo, Where Are You?" (Scooby-Doo, wo bist du?) gab.

"Ich glaube, dass er den Angsthasen in jedem von uns verkörpert", sagt Drehbuchautor James Gunn. "Er ist das perfekte Vorbild, weil er Angst hat, damit aber auch zum Ausdruck bringt, dass die Angst etwas Normales ist. Scooby ist tatsächlich die menschlichste Cartoon-Figur, obwohl er ein Hund ist."

"Ein besseres Fantasy-Haustier kann man sich gar nicht vorstellen", fügt Produzent Richard Suckle hinzu. "Er bellt wie ein Hund, und im nächsten Moment unterhält er sich mit seinen Freunden. Wir geben uns beim zweiten Teil alle Mühe, Scoobys Hundeeigenschaften noch intensiver seinen menschlichen Wesensmerkmalen gegenüberzustellen, denn gerade das macht ihn ja zu einer solch einzigartigen Figur."

Vor allem wollten die Filmemacher Scoobys Aussehen gegenüber dem ersten Film verbessern. Sie verwendeten neu entwickelte, ausgeklügelte Software, um den Krimi-Superhund zum Leben zu erwecken. "Wir geben uns alle Mühe, um Scooby im besten Licht zu zeigen", sagt Roven. "Die technische Entwicklung seit dem ersten Film erlaubt uns, Scoobys Äußeres geringfügig zu verbessern - sein Fell, die Mimik seiner Augen, die Animation. Er fügt sich nahtlos in die real gefilmte Welt ein."

Beim Dreh von "Scooby-Doo" verwendeten Darsteller und Team zwei lebensgroße, dreidimensionale Scooby-Modelle, die sie liebevoll die "Stofftiere" nannten - sie dienten als Anhaltspunkt, damit jeder wusste, wo sich der ängstliche Vierbeiner in jeder Einstellung befand. Diese Puppen dienten auch den Experten für visuelle Effekte als Richtschnur für die Ausleuchtung und den Schattenwurf, als Scooby dann im Computer animiert wurde.

Zunächst wurden die Hintergrundszenen gefilmt, dann fügte man die Eckdaten für Scoobys Position ein, mit deren Hilfe eine vorläufige Animation entstand, anhand derer man überprüfen konnte, ob die geplanten, vom Computer generierten Bilder genau Scoobys Verhalten und seiner geplanten Aktionen entsprachen. Nachdem jede Einstellung von den Filmemachern genau geprüft und schließlich abgenickt war, animierten die VFX-Gurus die endgültige Version mit dem entsprechend echt wirkenden Fell, den Augen, der hängenden Zunge und so weiter. Es bedurfte vieler Arbeitsgänge, um den dreidimensionalen Scooby-Doo bis ins letzte Detail präzise zu gestalten.

Bei den Dreharbeiten zu "Scooby-Doo 2 - Die Monster sind los" erweiterten die Filmemacher die Referenzpunkte am Set um eine weitere Dimension: In jeder Szene, in der Scooby-Doo auftreten sollte, ließ das Team einen echten Rhodesian Ridgeback namens Rusty durchs Bild laufen, um den Experten für visuelle Effekte und Ausleuchtung Vorgaben zu liefern, die ihnen eine präzise Nachgestaltung der Licht- und Schatteneffekte auf dem Fell ermöglichten. "Wir merkten, dass das Fell eines echten Hundes bei Tageslicht anders aussieht als das eines ausgestopften Hundes - das liegt am Fettgehalt seiner Haut", verrät Gosnell.

Außerdem setzte das VFX-Team eine Spezialkamera ein, die die Handlung inklusive aller Lichtquellen im Raum aufnehmen konnte. "Wenn Scooby in einen Raum mit einem roten Vorhang kommt, dann kann man tatsächlich sehen, dass dieses Rot auf seinem Fell reflektiert wird", sagt Roven. "Entsprechend sieht es im fertigen Film immer exakt so aus, als ob Scooby sich in genau dem Raum aufhält, der diese verschiedenfarbigen Objekte enthält."

"dass ich mit Scooby-Doo arbeiten durfte, werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen", sagt Seth Green. Damit spricht er aus, was alle Mitwirkenden empfinden, "auch wenn es mir nicht zum ersten Mal passiert ist, dass jemand sich weigert, gleichzeitig mit mir vor die Kamera zu treten."

Szenenfoto
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