The Company - Das Ensemble

Ausführlicher Inhalt

Ein Jahr im Leben des Chicago Joffrey Ballet: Karrieren starten, andere gehen in die Brüche, Anfang einer neuen Liebe, Beginn eines neuen Projektes unter großen finanziellen Schwierigkeiten, das zum Riesenerfolg wird. Im Mittelpunkt stehen die Hauptcharaktere Ry (Neve Campbell), eine talentierte und vielversprechende junge Ballerina, Harriet (Barbara E. Robertson), eine erfahrene Tänzerin, die sich nach oben kämpft, Josh (James Franco), ein junger Elite-Koch, der sich in Ry verliebt, und Alberto Antonelli (Malcolm McDowell), künstlerischer Direktor der Company, den man auch "Mr. A" nennt. Die Ballett-Eleven opfern ihre Freizeit und größtenteils ihr Privatleben, um Teil der Company zu sein. Sie arbeiten nachts in Bars, schlafen auf dem Boden bei Freunden und gehen körperlich bis an die Grenzen, manchmal sogar darüber hinaus.

Zwischen der täglichen Arbeit, dem Leistungsdruck und dem privaten Leben der Künstler entfalten sich immer wieder Ballett-Szenen von atemberaubender Schönheit wie "Tensile Involvement", "Trinity" oder "Strange Prisoners".

Ry setzt sich gegen ihre schärfste Konkurrentin durch, der Chef der Truppe, Alberto Antonelli wählt sie aus für eine Open Air-Vorstellung von Lar Lubovitchs romantischem Pas de Deux "My Funny Valentine". An der Seite des routinierten Tänzers Domingo Rubio gibt sie eine Gala-Darbietung. Ihr Partner hebt sie hoch wie eine Feder, die Gesetze der Schwerkraft scheinen nicht mehr zu existieren, wenn Ry sich den Klängen der Musik hingibt, Sehnsucht und Verlangen, Distanz und Nähe mit ihrem Körper ausdrückt.

Zweisamkeit als tänzerische Einheit, Erotik pur. Während die Tänzer ihr Bestes geben, fängt es an zu donnern, die Windböen nehmen zu, hinter der Bühne macht sich Panik breit, die Techniker fürchten um die teuren Geräte. Aber die Zuschauer sind wie gebannt, lassen sich durch das herannahende Unwetter nicht in ihrer Aufmerksamkeit stören und als es beginnt zu regnen, spannen sie die Schirme auf. Nur keinen Augenblick dieses einzigartigen Spektakels vermissen. Am Ende braust tosender Applaus auf.

Das Lob des Company-Direktors, die warmen Worte der Mutter, die Glückwünsche der Kollegen und Kolleginnen, die lockere Stimmung auf der Party - all das fällt von Ry zu Hause ab wie eine zweite Haut. Während wie immer die U-Bahn an ihrem Fenster vorbeidonnert, lässt sie sich Badewasser ein, gönnt ihrem erschöpften Körper eine klitzekleine Pause. Und in der ungewohnten Ruhe findet sie zu sich, weint sich in der Stille der Nacht die Einsamkeit aus dem Herzen.

Die Arbeit im Ballett geht weiter, die Proben, das Üben an der Stange, die Korrekturen durch den Lehrer. Der französisch-kanadische Choreograph Robert Desrosiers schlägt Mr. A. ein neues Projekt namens "The Blue Snake" mit Shiva-Charakter und dem Einsatz von 20 Tänzern vor. Der lehnt erst einmal wegen zu hoher Kosten ab, obgleich ihn das Werk interessiert und er Robert für ein Genie hält.

Ry besucht mit einigen Kolleginnen zur "Ladies Night" ein Restaurant, bei der lebendigen Unterhaltung fällt es ihr kaum auf, dass der junge Koch Josh sie mit den Blicken verfolgt und verschlingt, während er ganz nebenbei noch kulinarische Köstlichkeiten zubereitet. Wenige Tage später landet sie allein in einer Kneipe, um abzuschalten und Billard zu spielen. Und - welch ein Zufall - Josh hockt an der Theke, ihre Augen treffen sich. Sie müssen nicht viel reden, sondern folgen ihrem Gefühl. Am nächsten Morgen ist Vertrautheit zu spüren.

Als würden sie sich schon lange kennen, macht Josh Frühstück, nicht die 08/15-Nummer, sondern zaubert aus Eiern, Paprika und Tomaten ein festliches Morgenmahl. Das Verhältnis zwischen den beiden wird intensiver, Ry hat endlich jemanden aus der sonst so fremden Außenwelt gefunden, der ihr emotionalen Halt und Sicherheit bietet. Bei diesem Mann kann sie sich gehen lassen und sogar gemeinsam über ein altes Video lachen, das sie als kleines Mädchen bei den ersten Tanzversuchen zeigt.

Inzwischen hat Mr. A Geld aufgetrieben. Bei der Verleihung einer Ehrenmedaille erzählt er den honorigen Gästen von den harten Zeiten, die seine Truppe durchmachen mußs und bittet um Unterstützung. Für Robert Derosiers bedeutet das grünes Licht für sein "Blue Snake", einer farbenprächtigen Mischung aus märchenhafter und realer Welt.

Der Unterricht und die Vorbereitungen stellen alle auf eine harte Probe, Mr. A zeigt sich von seiner autoritären Seite, er leidet darunter, Kunst, Politik und Finanzen unter einen Hut zu bringen und ändert permanent und willkürlich seine Vorgaben, dass es sogar zur lautstarken Auseinandersetzung mit einem Tänzer kommt, ein anderer Tänzer wird gefeuert, weil er den Ansprüchen nicht gerecht wird, sogar die erfahrene Harriet begehrt bei den Proben zu "White Widow" auf.

Sein Assistent Edouard (William Dick) bemüht sich, unangenehme Dinge von ihm fernzuhalten, vergeblich. In dieser angespannten Atmosphäre passiert es: Die junge Tänzerin Suzanne (Suzanne L. Prisco) reisst sich die Achilles-Sehne. Ein grauenvolles Geräusch, das für alle Beteiligten ein Schock ist, wissen sie doch, dass dieses Mädchen wohl den Traum vom Tanzen aufgeben mußs. Sie wird - business as usual - ausgewechselt und mußs auf Krücken gestützt mit ansehen, wie eine andere von ihrem Unfall "profitiert", sie ersetzt.

Nach all dem harten Trainieren gibt es viel Spaß auf der Weihnachtsfeier. Da imitieren die Eleven mit Lust, Laune und Witz den Chef der Company und den Choreographen Derosiers, persiflieren deren Verhalten und die üblichen Sprüche vom Geist der 60er Jahre, die kritischen Bemerkungen und die ewig-gleichen Floskeln, amüsieren sich beim Nachstellen von Sex- und Kopulations-Szenen und haben einfach eine gute Zeit.

Silvester: Josh mußs als Koch für die Gäste etwas Besonderes kreieren, Ry ihren Job als Kellnerin in der Beer & Burger-Bar erledigen. Josh kommt kurz in das proppevolle Lokal, aber Ry hat noch keine Zeit, sie mußs von Tisch zu Tisch eilen. Als sie spät in der Nacht die Wohnungstür aufschließt, steht auf dem Tisch steht ein herrliches Dinner, Wein im Cooler, die Kerzen sind abgebrannt und auf dem Sofa schläft Josh den Schlaf des Gerechten. Sie legt sich neben ihn, nimmt seinen Arm und kuschelt sich an ihn, genießt diesen Moment der Verbundenheit und Zärtlichkeit. Auch wenn der Abend nicht so verlief, wie sie sich es vorgestellt haben, die Liebe hält sie zusammen.

Es naht der große Tag der "Blue Snake"-Premiere. Alle sind aufgeregt, wie wird das Publikum reagieren, wird alles klappen? Hat sich der ganze Aufwand gelohnt? Das grandiose Bühnenbild verschlägt den Atem - eine überlebensgroße Schlange treibt geheimnisvoll ihr Unwesen, ein Riese verschlingt, was ihm in die Nähe kommt, Fabelwesen tanzen ihre Reigen, es ist, als habe das Reich der Fantasie seine Tore geöffnet.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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